Godelniederung – das Schutzgebiet auf Föhr

Godelniederung – ist die Bezeichnung des Mündungsgebietes des einzigen Süßwasserflusses der Insel Föhr. Der Fluss bildet hier ein Gebiet, das durch den Übergang vom Brackwasser und Wattenmeer geprägt ist. Der „Sandhaken“ gennannte Abschnitt ragt weit ins Watt hinein und wird nicht geflutet. Die Landzunge gilt als besonderes Schutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Wir wandern über einen festen Weg durch das Vogelschutzgebiet und werden durch tolle Sichtungen belohnt.

Austernfischer

Im Watt beobachten wir Austernfischer die entweder um einen Partner balzen oder im Watt nach Futter suchen. In der Nachbarschaft sehe ich eine Uferschnepfe. Auf den Salzwiesen und den Feldern sind Scharen von Staren zu sehen und auf zwei etwas größeren Felsen sitzt ein Wiesenpieper.

Wiesenpieper

Die Radfahrer die den Weg ebenfalls benutzen sehen den Rotschenkel auf dem Pfahl neben dem Weg nicht und der Vogel scheint sich auch nicht an ihnen zu stören. Bei uns ist er da schon eher skeptisch und wir bewegen uns langsam und vorsichtig. Dennoch fliegt er plötzlich aufgeregt umher. Der Grund ist wohl eines seiner Küken, welches ich in der Rinne zwischen Salzwiese und Weg beobachte. Es rennt ängstlich durch die Rinne.

Rotschenkel

Wir wollen die Familie nicht stören und gehen zügig weiter, damit sie Ruhe finden.

In den Wiesen brütet eine Sturmmöwe. Graugänse sind zu sehen und immer wieder der Inselvogel – der Austernfischer.

Godelniederung – große Artenvielfalt

Lautes Gegacker der Gänse macht uns auf die in die Luft steigende Rohrweihe aufmerksam und wieder sitzt ein Rotschenkel auf einem Pfahl in der Wiese. Wir sind später überrascht fünf dieser schönen Vögel auf den Ansitzen gesehen zu haben. Über uns fliegt ein Schwarm Kiebitze, die sich auf einem Feld niederlassen.

Die Feldlerche steigt in die Luft, mir gelingt aber leider kein Foto der Lerche. Beim Blick über die Godelniederung sehen wir Amrum. Der Leuchtturm der Insel ist im Dunst deutlich zu erkennen.

Blick über die Godelniederung nach Amrum

Eigentlich wollen wir bis Utersum laufen, beenden unsere Wanderung aber in Hedehusum, einem Vorort von Utersum und warten dort auf den Bus der uns nach Wyk zurückbringt.

Die Fahrt mit dem Linienbus ist durchaus zu empfehlen, weil sie einer Inselrundfahrt gleich kommt. Er fährt durch die Inseldörfer, am Goting Kliff vorbei, durch Nieblum, Midlum, Oevenum, Wrixum und Boldixum. Wir sehen sogar die Weinfelder des Weingut Waalem, eine Besonderheit der Insel.

Zur „Rundfahrt“ gehört auch eine Stadtrundfahrt durch Wyk. Er fährt nämlich erst einen richtigen Rundkurs durch die Stadt, bevor unsere Zielhaltestelle erreichen.

Himmelsbäume – in Wyk auf Föhr

Himmelsbäume – entdecken wir auf einem unserer Rundgänge durch Wyk. Wir folgen den Hinweisschildern zu diesem Ort und ahnen nicht, dass wir etwas ganz Besonderes dort finden werden.

Die Bäume sind noch nicht sehr alt, etwa sechs Jahre und in den Zweigen hängen vereinzelt bunte Papierschmetterlinge. Bänke sind aufgestellt, ein Ort zum Verweilen.

Ein Kunstwerk aus einer Dalbe hergestellt, zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Flensburger Künstler Heinrich Oettinger hat das Kunstwerk erstellt. Am oberen Teil der Darbe geht der Runde Stamm in Schmetterlinge über. Man meint die Schmetterlinge starten von dem Pfahl, der sonst in den Häfen steht und an dem Schiffe festmachen, oder die Fahrrinne markieren.

Himmelsbäume – ein Schmetterling erklärt worum es geht

An einer Stelle sehen wir einen großen Schmetterling auf dem sich eine entwickelte Schriftrolle zeigt. Jetzt wird uns auch klar, weshalb dieser Ort hier im kleinen Wald etwas Besonderes ist. Der Waldabschnitt wird Lowenhöhle genannt.

Himmelsbäume

Die Himmelsbäume erinnern und ehren das Leben verstorbener Kinder. Verwaiste Eltern und Geschwister aus ganz Deutschland haben die Bäume im Gedenken an das verstorbene Kind gepflanzt.

Buchen, Birken, Kirschbäume und andere Arten wachsen jetzt langsam und zart in den Himmel. Sie stellen so eine Verbindung von der Erde zum Himmel und zu den verstorbenen Kindern her.

Himmelsbäume kann ein Sturm nicht zerstören

Im Jahr 2013 zerstörte ein verheerender Sturm den Wald an dieser Stelle. Ein furchtbarer Kahlschlag war entstanden. Der Verein „Verwaiste Eltern und Geschwister Schleswig Holstein“ begann daraufhin im Jahr 2015 die Himmelsbäume zu pflanzen. So wie die Naturgewalten alles zerstörten was über Jahre gewachsen ist, war durch den Tod eines Kindes auch ein Orkan durch ihr Leben gezogen.

Nun wächst etwas Neues heran, das Erde und Himmel mit dem verstorbenen Kind verbindet. Wer oder was kann diese Bäume jemals zerstören!

Himmelsbäume

Inselvogel – der Austernfischer von Föhr

Inselvogel – der Austernfischer gilt als der Vogel der Insel Föhr. Wo man auch hinkommt, der Austernfischer ist schon da. Er ruft vom Himmel herab, redet auf den Wiesen mit seinen Artgenossen oder flirtet mit der „Dame“ seines Herzens. Auf den Feldern und den Feuchtwiesen, der Austernfischer ist überall.

Inselvogel
Austernfischer

Wir gehen durch den Hafen, vorbei am Yachthafen mit kleineren, größeren und einer Luxusjacht. Am Deichknick liegt das Restaurant „Klein Helgoland„. Von der sonnigen Terrasse streift der Blick über die Nordsee hinüber zum Festland. Im feuchten Sand ist er wieder zu sehen, der Inselvogel. Das Wasser zieht sich immer mehr zurück, es ist Ebbe. Dennoch ist hier auch später noch Wasser zu sehen.

Weiter entfernt schaukeln Eiderenten auf den Wellen. Die Ente fällt mir immer durch den birnenartigen Kopf und der leichten Krümmung an der Schnabelspitze auf.

Inselvogel

Die Eiderente hält sich von Juni bis Oktober gerne im Wattenmeer auf. Brutpaare gibt es im Wattenmeer etwa 6000. In der Mauserzeit kommen von der Ostsee etwa 250.000 als Besucher herüber. Die meisten Enten dieser Art leben auf Island. Der Erpel ist im Prachtkleid an der Kopfoberseite, am Schwanz und Bürzel schwarz und an Rücken und Brust weiß gefärbt. Die Weibchen sind ganzjährig gelblichbraun.

Plötzlich werden die Enten durch einen größeren Vogel aufgeschreckt. Beim herannahen erkenne ich die Silbermöwe, die sich auf den Wellen vom Flug ausruht.

Inselvogel
Silbermöwe

Eigentlich wollen wir bis zur Vogelkoje, aber der Weg erscheint uns doch zu weit und wir wechseln die Deichseite. Den Rückweg machen wir nun auf der, dem Land zugewandten Seite.

Da ist er auch schon wieder, der Inselvogel – der Austernfischer. Ein männlicher Vogel versucht einen Annäherungsversuch bei einem Weibchen und schließlich stehen beide Vögel einträchtig beieinander.

Nonnengänse schwimmen mit ihrem Nachwuchs über das Gewässer mit dem seltsamen Namen „Achtzehnrutengraben„.

Inselvogel
Nonnengänse mit Gössel

Schließlich erhebt sich über einer Baumgruppe eine Rohrweihe, aber bevor ich sie ablichten kann ist sie auch schon wieder verschwunden.

Auf dem Deich suchen Stare nach Nahrung und auf dem Weg sitzt ein kleiner Vogel der förmlich auf uns zu warten scheint. Ruth hat ihn zunächst nicht bemerkt und als ich die Kamera auf in richte, denkt sie es wäre die Hinterlassenschaft eines Schafes. Schafe gibt es hier überall auf dem Deich.

Stare
Stare am Deich

Die Hinterlassenschaft entpuppt sich als ein weiblicher Bluthänfling. Es ist der erste seiner Art, den ich vor die Kamera bekomme.

Bluthänfling

Der Inselvogel begleitet uns bis zu den Kläranlagen vor dem Hafen. Zurück in Wyk stärken wir uns mit einen Dorsch und verbringen den Rest des Nachmittags auf der Terrasse unserer Wohnung.

Social Share Buttons and Icons powered by Ultimatelysocial