Limikolen – auf unserer Reise nach Föhr

Limikolen – in der Ornithologie gehören die Vertreter der Regenpfeiferartigen zu den Limikolen. Diese Vögel suchen ihre Nahrung im Schlamm oder im niedrigen Flachwasser. Watvögel haben ihren Namen vom “Waten” im flachen Gewässer und vom “Vogel” – also Watvögel. Das erklärt warum es Watvögel auch in den Feuchtgebieten im Inland gibt.

Limikolen

Die Nahrung besteht aus Krebsen, Weichtieren, Fischen oder Wasserinsekten. Zu den Regenpfeiferartigen aus der Familie der Schnepfenvögel gehören der Rotschenkel, Grünschenkel, Kampfläufer, die ich auf unserer Reise zur Insel Föhr fotografieren konnte. Ich hätte nicht gedacht, Anfang Juli noch so viele Arten vorzufinden. Bilder zeige ich am Ende des Artikels in der Galerie.

Der Kampfläufer, ich habe ihn auf dem Weg nach Dagebüll am “ Hauke Haien Koog ” entdeckt, sieht ziemlich verlottert aus. Das liegt daran das er gerade sein Prachtkleid verliert. Dieses besteht aus einer ausgeprägten Federhaube und einer protzenden Halskrause. Leider habe ich kein eigenes Bild um ihn im Prachtkleid zu zeigen.

Viele der Limikolen kommen aus dem Norden. Der dunkle Wasserläufer hat seine Brutgebiete in Nordeuropa, Lappland und Sibirien.

Säbelschnäbler und Austernfischer sind die typischen Bewohner der Nord- und Ostseeküsten. Der Säbelschnäbler fällt durch den stark gekrümmten langen Schnabel und den bläulichen Beinen auf. Er wirkt schlank und graziös, wenn er durch das Wasser watet.

Der Austernfischer ist ein häufiger Vogel unserer Küsten. Aber an keinem anderen Ort habe ich ihn so häufig gesehen wie auf der Nordseeinsel Föhr. Er gilt dort ja auch als der Inselvogel. Er sitzt auf den Dächern der Häuser und verhält sich wie die Tauben bei uns. Auf den Strandkörben in den Gärten und Feldern sitzt er und lässt sich durch nichts stören, außer durch seine Artgenossen. Dann ist sein Schimpfen lautstark zu vernehmen.

Der Kiebitz ist mittlerweile ein selten zu sehender Vogel in Deutschland. Ihm wird immer mehr seines Lebensraumes genommen. Auf der Insel findet er noch gute Voraussetzungen und ist an verschiedenen Stellen zu finden. Sein langer Federschopf und der schwarze Latz machen sein Aussehen zu etwas Besonderem. Im Flug ist er gut durch das schwarz – weiße Muster zu erkennen.

Es gibt viele weitere Arten auf der Insel zu beobachten, die nicht zu den Limikolen zählen und ich werde sie in der folgenden Galerie mit unterbringen, um die Reise aus “tierischer Sicht” auch vollständig zu dokumentieren. Da wären natürlich die Störche und der Wiesenpieper, der in der Godelniederung anzutreffen ist, oder die Stare und ein Bluthänfling und natürlich die Lachmöwe, die Silber– und die Sturmmöwe, die zu einer Insel dazu gehören. Die Eiderente hat bereits das Schlichtkleid an und wirkt etwas plump.
Der Rotschenkel kommt besonders häufig in der Galerie vor, dass liegt daran das er sich vorbildlich verhalten hat um abgelichtet zu werden….. und weil ich besonders von ihm fasziniert war.

Hier eine ziemlich große Galerie. Zum Vergrößern der Bilder bitte anklicken

Tiere auf der Nordseeinsel Föhr

Inselort – Föhr und die Dörfer

Inselort – eines haben sie alle gemeinsam, die Schönheit. Man könnte glauben jeder Ort würde mit dem folgenden Inselort um die schönsten Häuser und Höfe im Wettkampf liegen.

Auf der Liste der größten Deutschen Inseln liegt Föhr auf Platz fünf. Wenn man aber unter einer Insel ein völlig vom Wasser umgebenes Land versteht, also ohne Zugang zum Festland, ist Föhr sogar die größte Insel.

Inselort

Rügen verbindet eine Brücke mit dem Festland. Auch Usedom ist mit dem Festland verbunden. Nach Fehmarn geht es auch direkt mit dem Auto und Sylt ist sogar mit dem Hindenburg-Damm ans Festland angeschlossen. Schließlich folgt Föhr, als erste Insel. die nur mit dem Schiff erreichbar ist. Für die tierischen Bewohner wie die Vögel hat das den großen Vorteil, dass sie sich nicht vor dem Fuchs fürchten müssen. Diesen Prädator gibt es auf der Insel nicht.

Wyk, den größten der Inselorte, habe ich ja bereits an anderer Stelle vorgestellt. Zu Wyk eingemeindet wurde Boldixum. Die im romanischen Stil erbaute Kirche St. Nicolai stammt aus dem Jahr 1240 und war auch Tagungsstätte des Gerichtes. Über die Ortsgrenzen hinweg bekannt ist die Orgel der Kirche.

Inselort

Angrenzend an Boldixum kommt man in den Inselort Wrixum. Das Langdorf an der Marsch hat zahlreiche malerische Friesenhäuser zu bieten und die weithin sichtbare Mühle vom Typ “Großer Holländer“. Nach einem Brand wurde die Mühle 1950 wieder aufgebaut und bis 1960 wurde dort auch noch gemahlen. Später wurde der Boden entfernt und man errichtete im Inneren ein Restaurant.

Wrixum

Seit dem Ankauf der Mühle durch die Gemeinde kümmert sich ein Verein darum, die Mühle wieder zu restaurieren. Später soll hier eine Erlebnisbäckerei Platz finden.

Oevenum – ein Inselort mit Schafschur

Wir kommen nun nach Oevenum. Das ist wohl der Inselort mit den meisten Pferden. Wunderschöne reetgedeckte Häuser und Höfe sind hier zu sehen.. Donnerstags wird um die Friedenseiche ein Wochenmarkt abgehalten und mit etwas Glück kann man an einem Dienstag bei der Schafschur zusehen. Der Landwirt Sönke Roerden betreibt außerdem einen Hofladen, wo man sich mit Produkten aus der Schafhaltung eindecken kann.

Inselort

Im Museum Kunst der Westküste in Alkersum kann man eine hochwertige Gemäldesammlung bestaunen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Fotografien.

Auf dem Dorfplatz mit einem alten Brunnen blühen wunderschöne Rosen und Hortensien. Auch in Alkersum scheinen Pferde besonders beliebt zu sein.

Midlum liegt als Inselort zwar nicht genau in der Inselmitte, wie man aus dem Namen ableiten könnte, ist aber der Ort mit dem schönsten Blick auf die grüne Marsch. Die Marsch besteht hauptsächlich aus Weideland. Von Midlum aus, auch dieser Inselort glänzt mit tollen Friesenhäusern, erreicht man alle anderen Inselorte in kurzer Zeit.

Sylt
Tele – Blick nach Sylt

Die drei Inselorte Oldsum, Dursum und Utersum waren Teil einer Wanderung. Die drei Orte liegen an der Westküste der Insel. Oldsum strahlt Ruhe und Schönheit aus. Es gibt Ateliers und Werkstätten die man besuchen kann.

Inselort

Von Dunsum aus starten Wattwanderungen zu den Seehundbänken. Vom Deich aus hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang und gegenüber liegen die Inseln Sylt und Amrum. Über den Deich gelangen wir zum Inselort Utersum. Im Süden liegt eine Reha Klinik. Utersum ist neben Wyk ebenfalls ein Seebad.

Am Strand ist man nahezu unabhängig von Ebbe und Flut, weil ein Priel unmittelbar vor der Küste immer genug Wasser führt. Der flach abfallende Strand ist der ideale Platz für Familien. Auch von diesem Strandabschnitt hat man einen freien Blick auf Amrum und Sylt.

Über Witsum haben wir bereits im Zusammenhang mit der Godelniederung berichtet. Bleiben noch die Inselorte Borgsum und Nieblum.

Borgsum hat seinen Namen durch die Lembecksburg. Heute steht nur noch ein etwa zehn Meter hoher Ringwall an der Stelle der Burg, die ehemals eine Schutzburg vor den Wickingern war. Zu Borgsum gehört auch eine weit sichtbare Mühle.

Nieblum ist über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. Nahezu regelmäßig wird der Inselort als schönstes Dorf gekürt. Auf dem Friedhof der sehenswerten Johanniskirche findet man die “sprechenden” Grabsteine. Auf den Steinen stehen die Lebensgeschichten der Föhringer Seefahrer.

Gut bekannt ist auch das Goting Kliff als Ausflugsziel, auch wenn durch die Abspülungen des Meeres kaum noch ein Kliff zu sehen ist. Das Kliff ist nur wenige Meter hoch. Es gibt aber das Kliff Café und einen breiten Sandstrand.

Strand - Südstrand
Wyk – Südstrand

Schließlich landet man bei der Rundreise wieder am Südstrand von Wyk. Nun kann man die Runde kaum zu Fuß bewältigen. Mit dem Fahrrad verläuft die Inselrundfahrt über knapp 40 Kilometer. Man kann aber gut mit dem Linienbus 1 oder 2 über die Insel fahren und hat alle Orte einmal gesehen. Es gibt sogar ein Ticket für die Rundfahrt zu einem Sonderpreis. Man darf allerdings nicht unterwegs aussteigen.

Mini Hotel
Mini – Hotel am Strand von Wyk

Godelniederung – das Schutzgebiet auf Föhr

Godelniederung – ist die Bezeichnung des Mündungsgebietes des einzigen Süßwasserflusses der Insel Föhr. Der Fluss bildet hier ein Gebiet, das durch den Übergang vom Brackwasser und Wattenmeer geprägt ist. Der “Sandhaken” gennannte Abschnitt ragt weit ins Watt hinein und wird nicht geflutet. Die Landzunge gilt als besonderes Schutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Wir wandern über einen festen Weg durch das Vogelschutzgebiet und werden durch tolle Sichtungen belohnt.

Godelniederung
Austernfischer

Im Watt beobachten wir Austernfischer die entweder um einen Partner balzen oder im Watt nach Futter suchen. In der Nachbarschaft sehe ich eine Uferschnepfe. Auf den Salzwiesen und den Feldern sind Scharen von Staren zu sehen und auf zwei etwas größeren Felsen sitzt ein Wiesenpieper.

Godelniederung
Wiesenpieper

Die Radfahrer die den Weg ebenfalls benutzen sehen den Rotschenkel auf dem Pfahl neben dem Weg nicht und der Vogel scheint sich auch nicht an ihnen zu stören. Bei uns ist er da schon eher skeptisch und wir bewegen uns langsam und vorsichtig. Dennoch fliegt er plötzlich aufgeregt umher. Der Grund ist wohl eines seiner Küken, welches ich in der Rinne zwischen Salzwiese und Weg beobachte. Es rennt ängstlich durch die Rinne.

Rotschenkel
Rotschenkel

Wir wollen die Familie nicht stören und gehen zügig weiter, damit sie Ruhe finden.

In den Wiesen brütet eine Sturmmöwe. Graugänse sind zu sehen und immer wieder der Inselvogel – der Austernfischer.

Sturmmöwe
Sturmmöwe
Godelniederung – große Artenvielfalt

Lautes Gegacker der Gänse macht uns auf die in die Luft steigende Rohrweihe aufmerksam und wieder sitzt ein Rotschenkel auf einem Pfahl in der Wiese. Wir sind später überrascht fünf dieser schönen Vögel auf den Ansitzen gesehen zu haben. Über uns fliegt ein Schwarm Kiebitze, die sich auf einem Feld niederlassen.

Die Feldlerche steigt in die Luft, mir gelingt aber leider kein Foto der Lerche. Beim Blick über die Godelniederung sehen wir Amrum. Der Leuchtturm der Insel ist im Dunst deutlich zu erkennen.

Godelniederung
Blick über die Godelniederung nach Amrum

Eigentlich wollen wir bis Utersum laufen, beenden unsere Wanderung aber in Hedehusum, einem Vorort von Utersum und warten dort auf den Bus der uns nach Wyk zurückbringt.

Die Fahrt mit dem Linienbus ist durchaus zu empfehlen, weil sie einer Inselrundfahrt gleich kommt. Er fährt durch die Inseldörfer, am Goting Kliff vorbei, durch Nieblum, Midlum, Oevenum, Wrixum und Boldixum. Wir sehen sogar die Weinfelder des Weingut Waalem, eine Besonderheit der Insel.

Zur “Rundfahrt” gehört auch eine Stadtrundfahrt durch Wyk. Er fährt nämlich erst einen richtigen Rundkurs durch die Stadt, bevor unsere Zielhaltestelle erreichen.

Rotschenkel auf Föhr

Himmelsbäume – in Wyk auf Föhr

Himmelsbäume – entdecken wir auf einem unserer Rundgänge durch Wyk. Wir folgen den Hinweisschildern zu diesem Ort und ahnen nicht, dass wir etwas ganz Besonderes dort finden werden.

Die Bäume sind noch nicht sehr alt, etwa sechs Jahre und in den Zweigen hängen vereinzelt bunte Papierschmetterlinge. Bänke sind aufgestellt, ein Ort zum Verweilen.

Ein Kunstwerk aus einer Dalbe hergestellt, zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Flensburger Künstler Heinrich Oettinger hat das Kunstwerk erstellt. Am oberen Teil der Darbe geht der Runde Stamm in Schmetterlinge über. Man meint die Schmetterlinge starten von dem Pfahl, der sonst in den Häfen steht und an dem Schiffe festmachen, oder die Fahrrinne markieren.

Himmelsbäume – ein Schmetterling erklärt worum es geht

An einer Stelle sehen wir einen großen Schmetterling auf dem sich eine entwickelte Schriftrolle zeigt. Jetzt wird uns auch klar, weshalb dieser Ort hier im kleinen Wald etwas Besonderes ist. Der Waldabschnitt wird Lowenhöhle genannt.

Himmelsbäume

Die Himmelsbäume erinnern und ehren das Leben verstorbener Kinder. Verwaiste Eltern und Geschwister aus ganz Deutschland haben die Bäume im Gedenken an das verstorbene Kind gepflanzt.

Buchen, Birken, Kirschbäume und andere Arten wachsen jetzt langsam und zart in den Himmel. Sie stellen so eine Verbindung von der Erde zum Himmel und zu den verstorbenen Kindern her.

Himmelsbäume kann ein Sturm nicht zerstören

Im Jahr 2013 zerstörte ein verheerender Sturm den Wald an dieser Stelle. Ein furchtbarer Kahlschlag war entstanden. Der Verein “Verwaiste Eltern und Geschwister Schleswig Holstein” begann daraufhin im Jahr 2015 die Himmelsbäume zu pflanzen. So wie die Naturgewalten alles zerstörten was über Jahre gewachsen ist, war durch den Tod eines Kindes auch ein Orkan durch ihr Leben gezogen.

Nun wächst etwas Neues heran, das Erde und Himmel mit dem verstorbenen Kind verbindet. Wer oder was kann diese Bäume jemals zerstören!

Inselvogel – der Austernfischer von Föhr

Inselvogel – der Austernfischer gilt als der Vogel der Insel Föhr. Wo man auch hinkommt, der Austernfischer ist schon da. Er ruft vom Himmel herab, redet auf den Wiesen mit seinen Artgenossen oder flirtet mit der “Dame” seines Herzens. Auf den Feldern und den Feuchtwiesen, der Austernfischer ist überall.

Austernfischer

Wir gehen durch den Hafen, vorbei am Yachthafen mit kleineren, größeren und einer Luxusjacht. Am Deichknick liegt das Restaurant “Klein Helgoland“. Von der sonnigen Terrasse streift der Blick über die Nordsee hinüber zum Festland. Im feuchten Sand ist er wieder zu sehen, der Inselvogel. Das Wasser zieht sich immer mehr zurück, es ist Ebbe. Dennoch ist hier auch später noch Wasser zu sehen.

Weiter entfernt schaukeln Eiderenten auf den Wellen. Die Ente fällt mir immer durch den birnenartigen Kopf und der leichten Krümmung an der Schnabelspitze auf.

Die Eiderente hält sich von Juni bis Oktober gerne im Wattenmeer auf. Brutpaare gibt es im Wattenmeer etwa 6000. In der Mauserzeit kommen von der Ostsee etwa 250.000 als Besucher herüber. Die meisten Enten dieser Art leben auf Island. Der Erpel ist im Prachtkleid an der Kopfoberseite, am Schwanz und Bürzel schwarz und an Rücken und Brust weiß gefärbt. Die Weibchen sind ganzjährig gelblichbraun.

Plötzlich werden die Enten durch einen größeren Vogel aufgeschreckt. Beim herannahen erkenne ich die Silbermöwe, die sich auf den Wellen vom Flug ausruht.

Silbermöwe
Silbermöwe

Eigentlich wollen wir bis zur Vogelkoje, aber der Weg erscheint uns doch zu weit und wir wechseln die Deichseite. Den Rückweg machen wir nun auf der, dem Land zugewandten Seite.

Da ist er auch schon wieder, der Inselvogel – der Austernfischer. Ein männlicher Vogel versucht einen Annäherungsversuch bei einem Weibchen und schließlich stehen beide Vögel einträchtig beieinander.

Nonnengänse schwimmen mit ihrem Nachwuchs über das Gewässer mit dem seltsamen Namen “Achtzehnrutengraben“.

Inselvogel
Nonnengänse mit Gössel

Schließlich erhebt sich über einer Baumgruppe eine Rohrweihe, aber bevor ich sie ablichten kann ist sie auch schon wieder verschwunden.

Auf dem Deich suchen Stare nach Nahrung und auf dem Weg sitzt ein kleiner Vogel der förmlich auf uns zu warten scheint. Ruth hat ihn zunächst nicht bemerkt und als ich die Kamera auf in richte, denkt sie es wäre die Hinterlassenschaft eines Schafes. Schafe gibt es hier überall auf dem Deich.

Inselvogel
Stare am Deich

Die Hinterlassenschaft entpuppt sich als ein weiblicher Bluthänfling. Es ist der erste seiner Art, den ich vor die Kamera bekomme.

Der Inselvogel begleitet uns bis zu den Kläranlagen vor dem Hafen. Zurück in Wyk stärken wir uns mit einen Dorsch und verbringen den Rest des Nachmittags auf der Terrasse unserer Wohnung.

Elmeere – ein Highlight der Nordseeinsel Föhr

Elmeere – war einstmals ein größeres Gewässer auf der Nordseeinsel Föhr bei Süderende. Den Namen gaben sich die Gründer eines Vereins im Jahr 1993, die sich das Ziel setzten ehemalige Feuchtwiesen, Gräben und Flachgewässer wieder zu beleben. Der Förderverein ermöglicht es, Wirtschaftsflächen aufzukaufen und wieder in den natürlichen Zustand zu versetzen.

140 Hektar konnten so erworben werden. Seltene Arten aus Flora und Fauna können wieder beobachtet werden.

Der Andelhof wurde zum Domizil des Elmeere e.V. .Noch sind einige Baumaßnahmen zu bewältigen, aber ein Besuch lohnt bereits jetzt. Mehr dazu aber später, denn wir beginnen der ersten Tag unseres Inselurlaubs mit einem Rundgang durch Wyk.

Von unserer Wohnung im Knudsenweg gelangen wir auf die Große Straße, wo an der Ecke Mittelstraße ein einzelner Glockenturm steht. Die Kirche zum Turm fehlt und es ist bereits der dritte Turm an dieser Stelle, weil die vorherigen Türme das Opfer von Stürmen wurden. Die Kirche Sankt Nikolai liegt aber etwas außerhalb, in Boldixum und bei Sturm konnten die Wyker die Glocken der Kirche nicht hören. Aus diesem Grund warnt seit 1886 der Glockenturm in Wyk die Bewohner vor einer nahenden Sturmflut.

Wir erreichen den Sandwall, die Promenade der Stadt, mit vielen Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften. Gleich am Anfang trifft die beste Frau der Welt auf die wohl beste Verkäuferin von Wyk und mein Schatz ist nach einer Stunde neu eingekleidet. Wir lassen den Einkauf im Geschäft, um die Tasche nach unserem Spaziergang abzuholen.

Das Nationalparkzentrum liegt hinter uns, wir kommen an der Mittelbrücke und dem Musikpavillon vorbei. Eine Band spielt gerade einen Titel der mir unbekannt ist. Das Aquawyk , ein Familienbad mit Außenbereich, ist nur mäßig besucht, was aber bei dem herrlichen Wetter auch logisch ist. Viele Strandkörbe sind noch frei, aber das wird sich in drei Wochen wohl ändern, wenn in NRW die Schulferien beginnen. Der große “Run” kommt erst noch und so ist es auf der Promenade schön zu laufen.

Am kleinen Leuchtturm “Olhörn“, mit einer Höhe von 10 Metern am Leuchtfeuer, wirkt fast wie ein dekoratives Bauelement. Er dient aber tatsächlich seit 1952 als Quermarkenfeuer für die Schiffe von den Inseln Föhr und Amrum zum Festland. Bis zum Bau des Leuchtturmes stand an der Stelle seit 1892 eine Leuchtbake.

Wir haben den Südstrand erreicht und verlassen nun die Promenade. Der Rückweg führt uns durch einen kleinen Wald. Es ist so heiß geworden, dass wir den Schatten der Bäume freuen.

Elmeere e.V.

Schon bald sind wir am Storchenpark, einem weiteren Bereich der Elmeere e.V.. Hier werden in Freigehegen verletzte Wildtiere gepflegt und behandelt. Heimische Störche finden den Bereich wohl so angenehm, dass sie sich ebenfalls hier niederlassen. Sie sind natürlich nicht in einem Freigehege.

Weiter geht es zu einem kleinen, aber feinen biologischen Garten. In dem Park mit einem Biotop und Kräutergarten hat sich auch eine Storchenfamilie niedergelassen. Weiße und gelbe Seerosen schmücken den Teich und nebenan plätschert das Wasser aus einem Brunnen.

Elmeere e.V.
botanischer Garten

Nun sind wir wieder an der Promenade angekommen. Einige Leute haben sich zusammen gefunden, um an dem überdimensionalen Schachbrett zu spielen. Vorbei am Gezeitenbrunnen des Künstlers Markus Thiessen kommen wir schließlich wieder zur besten Wyker Verkäuferin, die uns die Einkaufstasche überreicht.

Neben unserem Quartier befindet sich ein Fischrestaurant und wir nehmen uns ein Mittagessen mit in die Wohnung.

Elmeere e.V. – der Andelhof mit Beobachtungsraum

Nach einer Rast und einer leckeren Tasse Kaffee, machen wir uns auf dem Weg zum bereits erwähnten Andelhof der Elmeere e.V..

Auf dem Weg hinauf zum Beobachtungsraum bestaunen wir die wunderbaren Fotografien des Wyker Fotografen Peter Hering, der wohl schon alle Vogelarten des Schutzgebietes Wattenmeer abgelichtet hat. Auf einzelnen Etagen des Hauses sind Vitrinen mit Ausstellungsstücken zu besichtigen und die Natur steht natürlich bei allen Objekten an erster Stelle.

Ferngläser und Spektive stehen im Beobachtungsraum zur Verfügung. Wir blicken hinüber auf ein über 50 Hektar großes Schutzgebiet am Oevenumer Deich. Im Flachwasser sehen wir sofort die Uferschnepfen, viele Gänse und eine kleine Kolonie Löffler. Auch der Kiebitz ist zu sehen. Ein herrlicher Anblick, der die Herzen höher schlagen läßt.

Elmeere e.V.
Elmeere e.V.

Wir sind begeistert von der Arbeit des Elmeere e.V. und werden sicher noch einmal während unseres Aufenthalts auf der Insel dort auftauchen.

Beim Bierchen am Abend in der Pinte, schwärmen wir noch von den Natur(t)räumen…..

Nordseeinsel Föhr – Vorbericht

Nordseeinsel Föhr und die Nachbarinsel Amrum beschrieb Theodor Storm so: “Wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer”

Auch wenn beide Inseln oft zusammen genannt werden, sind sie doch sehr unterschiedlich.

Die Amrumer schwärmen für den einmaligen Kniepsand und die enormen Dünen. Die Föhrer lieben die blühenden Wiesen, die Friesendörfer mit den reetgedeckten Häusern und die Biotope im Inland.

Nordseeinsel Föhr
Amrum – Kniepsand und Dünen – Bild vom Urlaub 2011

Am kommenden Sonntag brechen wir zu unserem ersten Urlaub nach Corona auf. Unser Ziel ist die Nordseeinsel Föhr, die in ihrer heutigen Form vor 500 Jahren entstanden ist.

Die Inseln Nordstrand, Pellworm und die Hamburger Hallig waren bis 1362 noch Festland. Am 16. Januar 1362 veränderte die Marcellusflut die gesamte Region. Das heute noch sagenhafte Rungholt verschwand im Meer. 100.000 Menschen verloren ihr Leben. Durch die Burchardiflut 1634 entstanden aus der Insel Strand die Inseln Nordstrand, Pellworm und die Halligen. Dieser Flut fielen 6000 Menschen zum Opfer. Über dem versunkenen Land entstand das Watt.

Nordseeinsel Föhr – Ackerbau, Viehzucht und der Walfang

Zunächst betrieben die Inselbewohner Ackerbau und Viehzucht. Im 17.Jahrhundert begann dann durch den Walfang die Blütezeit, das goldene Zeitalter.

Ackerbau und Viehzucht blieben aber bis heute Teil des Lebensunterhalts. Schafe bevölkern die Salzwiesen und Deiche. Heute haben die meisten Höfe auch Unterkünfte für Feriengäste. Das erste Badehaus entstand auf Föhr im Jahr 1819.

Nordseeinsel Föhr
Föhr – Bild aus unserem Urlaub 2009

Die Nordseeinseln und die Halligen sind ein Paradies für Vögel. Die Artenvielfalt in Fauna und Flora ist groß. Watvögel wie die Uferschnepfe oder der Rotschenkel, Eiderenten, Säbelschnäbler und Austernfischer sind hier zu Hause und ich hoffe natürlich einige von ihnen zu Gesicht zu bekommen.

Neulich erfuhr ich in einer Dokumentation über Föhr von dem besonderen Getränk mit dem biblischen Namen Pharisäer und dem Trank tote Tante. Logisch das wir auch das erkunden müssen.

Ab dem 27. Juni werde ich also meine Berichte über die Insel Föhr und unsere Erlebnisse dort starten. Voraussichtlich soll das Wetter ja mitspielen.

Bis dann

Uli

Muttental – dem Bergbau auf der Spur

Muttental – dem Bergbau auf der Spur – man sollte allerdings aufpassen, wenn es um den richtigen Parkplatz geht. Wir wählten den “Parkplatz Rauendahlstraße”. Allerdings ahnten wir nicht, dass es zwei Parkplätze gleichen Namens gibt. Gegen Ende unserer Rundwanderung durch das Muttental richteten wir uns nach Hinweisschildern zum Parkplatz Rauendahlstraße und landeten natürlich am falschen Platz.

Muttental
nein, es ist nicht Goldemar

Der Blick auf die Karte verrät uns, dass es noch 1,2 Kilometer bis zum richtigen Parkplatz sind und dieser Weg führt die gesamte Zeit durch die pralle Sonne und stets bergauf an der Straße entlang. Da waren die schattigen Wege im Muttental deutlich angenehmer.

Kein Wunder also, dass meine Ruth völlig erschöpft ist und wir uns an einem Haus in den Schatten stellen, während die Tochter und Enkelin alleine zum Parkplatz laufen um das Auto zu holen.

die rote Linie wäre der richtige Weg gewesen

Kurz darauf öffnet sich die Haustür und man erkundigt sich nach unserem Befinden und bietet etwas zum Trinken an. Wir bedanken uns und erklären die Situation. Wieder etwas später hält sogar die Fahrerin eines Autos an und bietet an uns mit zu nehmen.
Die Wittener haben nun natürlich bei uns ein Stein im Brett. Das Muttental beherbergt offensichtlich nur nette Leute. Augenscheinlich sind wir auch nicht die Ersten, denen dieses Missgeschick passiert.

Muttental
der Muttenbach

Aber nun zur Wanderung durch das Muttental. Es lohnt sich wirklich diese herrliche Gegend zu erkunden. Bis auf das Stück in der Nähe von “Dicke Berg“, finden wir einen schönen Wald und herrliche Täler mit saftigem Grün vor. Lediglich an dieser einen Stelle ist eine größere Fläche Kiefernwaldes dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen und massiver Kahlschlag als Folge zu sehen.

Muttental
Natur – Vorgarten

Wir starten unseren Weg in Richtung Burgruine . Eine Schar Kinder nutzt den Wald als Abenteuerspielplatz. Das Wild wird es freuen. Bei Kinderstimmen fühlt es sich vor dem Jäger sicher. Ein Teil des Wanderweges führt entlang der Straße “Hardensteiner Weg“. Der Vorgarten eines Hauses begeistert uns durch die wunderschön naturbelassenen Gestaltung.

Eine wahre Farbenpracht zieht den Blick auf sich und wir loben die Dame des Hauses, die oben auf dem Balkon steht und uns zusieht, für diesen herrlichen Garten.

Stolleneingang

An einer Wegekreuzung haben wir die Wahl für den richtigen Weg und wir entscheiden uns wieder für die Burg. Bald darauf sehen wir den ersten Stolleneingang, Stollen Reiger. 1695 erstmals erwähnt und 1783 bereits mit einer Länge von 400 Metern und einem zusätzlichen Schacht zur Frischluftzufuhr.

Bald darauf erreichen wir “Burg Hardenstein“. Zum Teil ist die Burg eingerüstet, man hat aber doch noch einen schönen Blick auf das alte Gemäuer, das 1354 entstand und als Wohnsitz der Besitzer erbaut wurde.

Der Sage nach beherbergte die Burg auch den unsichtbaren Zwergen-König Goldemar, der im Einvernehmen mit den anderen Bewohnern lebte. Bis, ja bis ein neugieriger Küchenjunge Erbsen und Mehl ausstreute um den Zwerg sehen zu können. Voller Wut tötete der Zwergen-König den Küchenjungen und fraß ihn auf. Nun musste Goldemar aber aus der Burg fliehen, aber nicht ohne zuvor einen Fluch auf die Familie zu legen.

Burg  Hardenstein - Muttental

Wir befinden uns nun unmittelbar an der Ruhr. Wer möchte, kann nun eine Schiffsfahrt auf der Ruhr unternehmen oder mit der Museumsbahn bis zur Zeche Nachtigall fahren, sofern der Zug fährt.

Wir machen uns weiter auf den Weg und bewundern den “Steinbruch Dünkelberg” mit Schichten aus Sandstein, Kohle und Schieferton. Teile des Steinbruch werden als Kletterwand genutzt und schließlich sehen wir den “Vereinigungsstollen“. Dieser wird auch “Compagniestollen” genannt und hat eine Länge von 375 Metern. und eine Höhe von 1,8 Metern. Hier wurde das Grubenwasser abgeleitet und die abgebaute Kohle gefördert.

Blindschleiche
Blindschleiche


Wir entdecken am Boden eine Blindschleiche. Diese gehört zu den Echsen, obwohl sie eine Länge von einem halben Meter erreichen, wie etwa auch das Exemplar vor uns. Das die Blindschleiche nicht zu den Schlangen, sondern zu den Echsen zählt, kommt aus dem Grunde, dass sie bewegliche Augenlider hat und ihren Schwanz abtrennen kann.

Muttental - Blindschleiche

Auf der, dem Steinbruch gegenüber liegenden Seite, liegt die “Zeche Nachtigall“, die auch ein Besucherbergwerk hat. Vor 300 Jahren begann hier der waagrechte Stollenabbau. Wir ziehen aber weiter unseres Weges in Richtung Bethaus.

Muttental - Zeche Nachtigall

An den felsigen Wegesrändern huschen immer wieder Mauereidechsen durch das am Boden liegende Laub.

Mauereidechse
Mauereidechse

Das “Bethaus” der Bergleute wurde 1830 errichtet. Es ist ein Betriebsgebäude, mit einem Glockentürmchen und einem Posaunenengel auf dem Dach. Heute ist das Haus ein Museum und im Tagungsraum können Veranstaltungen abgehalten werden. Erfrischungen gibt es auf der Terrasse. Früher galt das Haus als Stempelplatz und Aufbewahrungsort und im Sockelgeschoß befand sich eine Schmiede für die Stollenbetriebe. Ein Andachtsraum stand den Bergleuten zur Verfügung.

Muttental - Bethaus

Der Weg führt uns weiter entlang einige Waggons der “Muttentalbahn” und an grasenden schottischen Hochlandrindern vorbei. Weitere Stollen, wie Stollen Turteltaube, Stollen Stettin, Stollen Fortuna Zeche Renate oder Stollenzeche Maximus säumen den Weg. Es gibt immer etwas zu sehn und zu bestaunen. Nach etwas widrigen Umständen erreichten wir dann ja auch wieder glücklich unseren Ausgangspunkt und können uns nun wahrlich über das Gesehene freuen.

Bad Zwischenahn – Urlaub am Zwischenahner Meer

Bad Zwischenahn ist mit rund 27.000 Einwohnern die größte Gemeinde im Ammerland. Bekannt durch das Zwischenahner Meer, dem drittgrößten See Niedersachsens, bietet die Region dem Wanderer und Naturfreund viele Möglichkeiten für Aktivitäten. Der Smoortaal und der Ammerländer Schinken sind dem Freund des Kulinarischen ein Begriff.

Bad Zwischenahn

Bad zwischenahn -eine Ortsrunde

Bei unserer Ankunft sind wir etwas früh dran und machen deshalb erst einmal einen kleinen Spaziergang zum See, bevor wir unser Gepäck aus dem Fahrzeug holen und uns einrichten.

Ein Stück gehen wir durch einen Wald und erreichen den See am Yachthafen des Segelclub ZSK. Auf dem Rückweg kommen wir am Restaurant “Ahrenshof” vorbei. Hier gibt es eine Scheune und die Delfter Stuben für Gruppen und Familienfeiern, dass Restaurant und die Ahrenshof Hütte. Viele Möglichkeiten, aber auch zu entsprechenden Preisen.

Mit unserer Ferienwohnung bei Herrn Kugelmeier “Ferienwohnungen am Kurpark” sind wir sehr zufrieden. Wir werden mit frischen Blumen auf dem Tisch und einem “Piccolo” begrüßt und unser Gastgeber erklärt ausführlich die elektrischen Geräte. Nachdem wir ausgepackt haben machen wir uns auf den Weg zum Ort.

Am Reha Zentrum vorbei erreichen wir die Seepromenade. Rechter Hand liegt das Strandcafe, ein Spielplatz, saftige Wiesen und blühende Pflanzen, der Schiffsanleger und das Ensemble des Freilichtmuseum vervollständigen den ersten Eindruck.

Bad Zwischenahn

FrEilichtmuseum mit historischen gebäuden

Siebzehn Gebäude um das Ammerländer Bauernhaus bilden das Freilichtmuseum. Der Hof wurde im Jahr 1700 erbaut. 1909 hatte sich der Verein “Verschönerung in und bei Zwischenahn” sich die Aufgabe gestellt zwei gekaufte Bauernhäuser zu einem Freilichtmuseum zu restaurieren. Heute findet man eine Scheune, Schuppen, Speicher, Schafstall, Schmiede und andere Hofgebäude. Die Fachwerkhäuser wurden aus Eichenholz und Granit Findlingen erstellt. Imposant auch die zweigeschössige Galeriekappenmühle aus dem Jahr 1811. Die Flügel der Windmühle sind 11,20 Meter lang. Früher stand die Mühle in Westerstede.

Bad Zwischenaahn
Galeriekappenmühle

SPIEKER – Speisen im Speicher

“Spieker” – das ist der Name für einen Speicher. Früher wurde hier Getreide gespeichert und gebacken. Heute ist es das Restaurant ” Spieker “. Im früheren Backofen sitzen jetzt Leute an ihren Speisen und Getränken.

Im unteren Gebäude befinden sich die ehemaligen “Backspieker” – hier wurde der Teig für das Brot zubereitet und der “Brospieker” , wo Bier gebraut wurde.

Bad Zwischenahn

wie auf einer kleinen Insel liegt nebenan der “Notspeicher”, der ursprünglich in Hots, Aschhausen stand und hier wieder aufgestellt wurde. Von unserem Tisch im Biergarten blicken wir auf die Scheune, hinter der sich auch die Toiletten befinden. Der Blick fällt auf ein altes “Plumpsklo” mit Herzchen als Sichtfenster. Wir benutzen natürlich die sauberen, modernen Anlagen.

Bad Zwischenahn
alter Speicher

Bad ZWISCHENahn – die einkaufsmeile

Auch der zweite Tag verspricht viel Sonnenschein. Gleich nach dem Frühstück beginnen wir mit der “Ortserkundung”.

Wir beginnen am alten Kurhaus aus dem Jahr 1874. Auf der Strasse ” In der Horst ” sind bereits viele Geschäfte, Restaurants und Cafes zu finden. Weiter geht es über die “Peterstrasse”, wo auch “Aal Bruns” zu finden ist. Das Geschäft wurde uns bereits von einigen Bekannten wärmstens empfohlen. Einen Einkauf dort verschieben wir auf den Freitag.

Der Park der gärten

Der Park der Gärten ist das Ziel unserer heutigen Wanderung. 45 Themengärten und Pflanzensammlungen, Liegestühle, Bänke, Gastronomie und eine Ausstellung über den Lebensraum unserer Vögel mit 650 Exponaten werden gezeigt. Wie sich später herausstellt, ist dieser Teil wegen Corona nicht zugänglich.

Ursprung für den Park der Gärten, mit einer Fläche von 14 ha, ist die Niedersächsische Landesgartenschau von 2002.

Park der Gärten

Der Wels Von Bad Zwischenahn

Der Weg zu unserem Ziel geht am Bootsanleger der weißen Flotte vorbei, wo wir auf einer extra angebrachten Vorrichtungen ein Selfie machen. So ein Bild wird wohl jeder Zwischenahn-Besucher mit nach Hause nehmen.

Gleiches gilt für die Bronzefigur auf dem Marktplatz in der Nachbarschaft der Johanniskirche. Zu sehen ist ein 3,50 Meter langer Wels. Die Figur geht zurück auf einen Geschehen, von dem der Zwischenahner Peter Grünke erzählte, als er auf einer Testfahrt in seiner Eigenschaft als Wasserschutzpolizist auf dem Zwischenahner Meer unterwegs war.

Zunächst bemerkte er ungewöhnliche Wellen und dann eine Rückenflosse. Beim Herannahen des Bootes verursachte das Abtauchen des Tisches einen großen Sog. Grünke sprach von einem Fisch mit 3,50 Meter Länge, worauf man gleich auf einen Wels schloß.

Die Geschichte, eigentlich nur als Notiz festgehalten, gelangte in die Boulevardpresse und die Geschichte wurde immer mehr ausgearbeitet.

Als es dann noch hieß, der Fisch hätte einen Dackel gefressen, ging es auch an die Weltpresse und der Zwischenahner Wels wurde berühmt, wie das Ungeheuer von Loch Ness. Gesehen hat den Wels aber bis heute niemand.

Bad Zwischenahn

diese kleine 30 cm große Bronzefigur eines Mainzelmännchen ist dem Erfinder der ZDF Mainzelmännchen Wolf Gerlach gewidmet. Sie steht im Kurpark von Bad Zwischenahn. Hier wurde sie mit dem aktuellen “Corona – Zeichen” dekoriert.

Bad Zwischenahn

Bad Zwischenahn – Weiter zum Park der Gärten

Ein Holzstegweg führt uns über die “Aue “, einem kleinen Fluß der in Westerstede entspringt und nach 44 Kilometern ins Zwischenahner Meer mündet. Vorbei geht es am Yachthafen Bünting und einem Erlenbruchwald zum Hafen Rostrup. Dem Hafen mit dem Schiffsanleger der weißen Flotte vorgelagert, liegt eine Stelle der DLRG. Weil es hier auch eine öffentliche Toilette gibt, machen wir auch eine Rast.

Nun ist es nur noch ein Kilometer bis zum Park. Viele Kunstwerke sind in den diversen Gärten integriert.

Park der Gärten

Wir erleben eine Blütenfülle wie man sie selten sieht.

Als wir am Abend ein Fazit ziehen,stellen wir fest, dass wir bestimmt fünf Kilometer alleine im Park gelaufen sind, weil wir eine Gesamtstrecke von 17 Kilometern zu verzeichnen haben.

Bad Zwischenahn - Aue Niederung

Im Wiesengrund und AUEniederung

Der Landschaftspark Wiesengrund und die Aue Niederung sind das Ziel der nächsten Wanderung.

Am renaturisierten Altarm der Aue kommen wir zum 1977 erbauten Wehr. Eine offene Landschaft präsentiert sich unseren Blicken. Die Obstwiese lockt die Vögel und auf den saftigen Wiesen grasen schwarz, weiße Rinder.

Nachdem wir die Hochwasserschutzanlage Leda-Jümme passiert haben, erreichen wir den Wiesengrund. Hier hat wohl einmal die Burg Specken aus dem 14. Jahrhundert gestanden. Außer dem Hinweisschild ist allerdings von einer Burg nichts mehr zu sehen.

Bad Zwischenahn

Um uns befindet sich ein schöner Baumbestand. Mit der Wiesen Freifläche meint man sich in einer Oase zu befinden und wir machen eine kleine Pause.

Durch den Bäkentunnel erreichen wir schließlich wieder die Gebäude des Freilichtmuseums und nach neun Kilometern endet unsere Tour hier.

Gerne hätte ich noch über weitere Wanderungen berichtet, aber ein tragischer Zwischenfall mit unserem mitreisenden Schwager läßt das nicht zu.

weitere Berichte von unseren Urlaubsreisen

Ferienwohnung Thyratal in Stolberg – Harz

Ditzum

Ditzum am Dollart liegt zwar wie die Ostfriesen sagen “an dat Endje van`d Welt”, hat aber doch einiges zu bieten.

Der beschauliche kleine Ort mit seinen knapp 700 Einwohnern und dem schönen Fischereihafen hat ein Buddelschiffmuseum in einem Lebensmittelmarkt, mit den angeblich meisten Buddelschiffen Deutschlands. Ein Ziegeleimuseum und eine alte Werft, wo noch die guten alten Holzschiffe restauriert werden. Vom Hafen aus geht eine kleine Fähre nach Petkum, wodurch eine Anbindung an Emden besteht.

Ditzum
Fischereihafen Ditzum

Die Ditzumer Mühle stammt aus dem Jahr 1756. Zum Emssperrwerk ist es etwa eine halbe Stunde Fussweg über den Deich. Wenn man einen größeren Einkauf machen möchte, muß man sich auf den Weg nach Jemgum oder Bunde machen.

Der ostfriesische Bauer sagt: ” wenn ich eine Kuh wäre, würde ich bei Jemgum grasen.” Entsprechend saftig sind auch wirklich die Weiden auf denen neben den Kühen auch Pferde weiden. Gleich neben unserer Liegewiese am Haus grasen täglich fünf der 40 Oldenburger Pferde, die der Landwirt und Pferdezüchter Göko Troff hier in Oldendorp züchtet. Außerdem befinden sich auf seinem Hof noch 160 Kühe und 80 Kälbchen.

Hof Homfeld

Wir wohnen im Hof Homfeld, einem Haus mit Geschichte. Ehemals ein Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, mit einem 2500 qm großen Garten. Die Zeichen aus der Geschichte des Gulfhofes sind noch heute zu großen Teilen erkennen. Die Vermieter sind einmalig nette Leute, die immer für Fragen und Ratschläge offen sind.

Die Wohnungen im oberen Teil des Hauses sind allerdings nichts für gehbehinderte Menschen, da eine steile Treppe hinaufführt. Diese Leute sind aber im unteren Bereich bestens aufgehoben.

Bei einem – Gulfhof – handelt es sich um eine Bauernhofform aus dem 16./17. Jahrhundert. Ein Gulfhaus besteht aus dem Vorderhaus mit dem Wohntrakt und dem Scheunentrakt. Der “Gulf” ist das Zentrum mit Lagerflächen für das Erntegut und Geräte. Mensch und Vieh lebten quasi unter einem Dach.

Leben in Ditzum

Am Tag unserer Ankunft speisen wir in der Schifferbörse. Gleich am Hafen gibt es drei kleine Restaurants in einer Reihe. Der fliegende Holländer, das alte Fährhaus und eben die Schifferbörse. Der kleine Ort hat noch zwei weitere Restaurants und ein Cafe, sowie einen Bäcker zu bieten, der auch eine Terrasse für die Einnahme von Kaffee und Kuchen parat hält.

Ditzum
3 x Gatronomie m Hafen

Am Abend relaxen wir im Garten, während um uns herum die Vögel Zwitschern. Amsel, Sperling und Bachstelze haben deutlich die Oberhand. Schließlich gesellt sich noch ein Grauschnäpper hinzu.

Grauschnäpper

Der Grauschnäpper verbringt nich viel Zeit in deutschen Landen. Erst im Mai wieder angekommen, fliegen die ersten dieser Vögel bereits Ende Juli wieder nach Zentral- und Südafrika.

Ditzum – der 2. Tag – Emssperrwerk

Emssperrwerk im Licht der untergehenden Sonne

Nach dem Frühstück laufen wir zum Emssperrwerk. Auf den Flächen vor dem Deich herrscht viel Leben. Insekten und Blühflächen sind zu sehen, grasende Schafe und Rinder. So ist es kein Wunder das auch viele Vögel zu sehen sind. Schwalben, Möwen und viele Stare fliegen umher. Auf zwei Zaunpfählen sitzen Rotschenkel. Im Brackwasser hinter dem Sperrwerk kann ich Säbelschnäbler erkennen und ein paar Limikolen mischen sich darunter.

Rotschenkel - Ditzum

Gegenüber befindet sich das Petkumer Vorland. Dieses ist ein Wattgebiet, das zu den bevorzugten Habitaten des Säbelschnäblers gehört. Der Vogel mit dem langen, dünnen, nach oben gebogenen Schnabel, weiht ständig mit ihm durch das Flachwasser um Würmer und Krebse zu ergattern. Die großen Kolonien dieses Watvogels sehen wir nicht, aber einzelne Tiere sehen wir auch noch in anderen Gebieten des Dollart.

Säbelschnäbler und Rotschenkel

Auf dem Rückweg erhebt sich ein Wiesenpieper vom Zaunpfahl und steigt im Singflug in die Höhe. Schließlich “steht” er kurz singend einen Moment in der Luft und schwebt wieder hinunter, allerdings auf einen anderen Ansitzpunkt.

Wiesenpieper findet man überwiegend in Norddeutschland. Ihre Brutgebiete sind Ostgrönland, Island und die Eismeerküste. Der Vogel ist kleiner als ein Sperling und ein eher unscheinbarer Geselle.

Ditzum – Der 3. Tag – Kiekkaaste

Den heutigen Vormittag nutzen wir um zur Kiekkaaste zu fahren. Brigitte und Hans, unsere Reisebegleiter setzen wir in Bunde ab. Der Turm befindet sich unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze auf dem Gebiet der Niederlande. Die Kiekkaaste ist ein mitten im Schilf gelegener Aussichtsturm, der über den Marcelluspfad zu erreichen ist.

Kiekkaaste

Der Marcelluspfad ist ein Holzsteg der eine gute Strecke durch den Schilfgürtel führt. Wenn man hier einen Moment abgelenkt ist und sich einen Fehltritt leistet, landet man etwa 50 Zentimeter tief seitlich im Schilf. Den Beweis,dass das geschehen kann, liefert meine Ruth. Zum Glück hat sie sich nicht sehr weh getan. Wir können also weiter zum Turm gehen. Rechts und links schließen sich die Salzwiesen an das Schilfgebiet an.

Kiekkaaste

Die Ebbe hat ihren Zenit erreicht. 78 Prozent der Dollartfläche ist jetzt als Schlickwatt freigelegt. Das Watt liegt offen vor uns und wir sehen Säbelschnäbler, Lachmöwen ein paar Limikolen, Enten, Gänse und Austernfischer. Im Schlick finden die Tiere unzählige kleine Organismen.

Die Westerwolder Aa fließt hier aus dem Süden kommend in die Bucht des Dollart. Die Aa ist ein kleinerer Fluß, der neben der Ems der Bucht Süßwasser und Sedimente zukommen läßt. Diese lagern sich hinter dem Sperrwerk im Schlick ab. Vom Osten schließt sich der Boezemkanal an die Mündung der Aa an.

Deichknick bei Pogum

Ebbe

Auf der Hinfahrt fahren wir durch die Hammriche des Rheiderlanders und die Kleipütten im Heinitzpolder. Auch diese Gebiete eignen sich für die Vogelbeobachtung. Um alle Gebiete zu erkunden, reicht natürlich die eine Woche die wir in Ditzum verbringen nicht. Insofern müssen wir uns auf bestimmte Ziele festlegen. Eines davon ist der Deichknick bei Pogum. Da der Deichknick sich auf der Strecke der Rückfahrt befindet halten wir in Pogum unterhalb des Deiches an und ich gehe über den Deich, um zu sehen was sich mit bietet.

Zunächst sind da die Lachmöwen und Gänse und bei genauerem Hinsehen erkenne ich nun auch die Säbelschnäbler und ein paar Limikolen. Rotschenkel sind auch wieder dabei und Nonnengänse, Brandgänse und Löffelenten sehe ich.

Deichknick bei Pogum

Ditzum – der 4. Tag- Pogumer Deichknick

Auch heute meint es die Sonne sehr gut mit uns. Eigentlich schon fast zu gut, denn es wird jeden Tag um etwa zwei Grad wärmer . Dadurch sind wir heute bereits bei 29 Grad Celsius angelangt.

Ditzum
junger Star

Wir laufen noch einmal zum Pogumer Deichknick. In den schönen, mit vielen blühenden Blumen ausgestatteten Gärten unterhalb des Deichs, haben die Bewohner Ruheplätze für die Urlauber eingerichtet. Eine Ferienwohnung hat hier fast jedes Haus. Die Wiesen und die Hecken und Bäume lieben ganz offensichtlich die Stare, die den ganzen Tag in kleinen und großen Gruppen über uns hinwegfliegen. Offenbar geht es den Vögeln hier noch richtig gut. Kein Kirschbaum ist vor ihnen sicher.

Ditzum

In Pogum sehen wir uns auch die kleine Kirche an, deren einmanualige seitenspielige Berner Orgel in der Region eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Zu den Orgelkonzerten kommen Orgelfans von weither angereist. Durch Corona findet zur Zeit leider keine Vorführung statt. Sehenswert sind aber auch die Pilaster und Rundbogenfenster

Pogum Kirche

Beim Blick vom Deich auf den Schlick suche ich heute die Säbelschnäbler vergeblich. Grau- und Brandgänse sind noch vertreten. Allen anderen ist es wohl selbst in der Nähe vom Wasser zu heiß geworden. Die Brandgänse bewohnen die Meeresküsten und Binnengewässer in Küstennähe. Nach erfolgter Brut und Aufzucht suchen die Altvögel das Wattenmeer auf um zu mausern.

Wir ruhen uns noch ein wenig in der kleinen Parkanlage am Pogumer Deich aus und machen uns dann wieder auf den Weg nach Ditzum.

Nicht nur die Gärten in Pogum werden von Rosen der verschiedensten Sorten geschmückt. Auch die Häuser sind sehr schön anzusehen und viele Hauswände zieren Rosensträucher.

Weil früher die Strasse entlang der Ems hier in Pogum endete, trägt das Dorf auch heute noch den Beinamen “Endje van de Welt”. Auf dem Sieltief in Pogum findet alljährlich ein Badewannenrennen statt.

Corvid 19 verändert das Reisen 2020

Im Hafen von Ditzum treffen wir Brigitte und Hans, unsere Mitreisenden. Eine größere Gruppe nebenan prostet sich mit Sekt zu, es wird offensichtlich etwas gefeiert. Auf dem Weg zur Schifferbörse treffen wir wieder auf die Gruppe, die aus drei Generationen besteht. Aus einem tragbaren Rekorder ertönt Musik. “Kennen Sie den Sänger noch?” fragt uns einer der Männer aus der Gruppe. Wir hören gerade “wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt.

Klar, wir kennen den Sänger noch. Es ist René Carol, der bereits seit 1978 tot ist. Das Lied ist aus dem Jahr 1943 im Original “die CapriFischer” mit Rudi Schuricke, komponiert von Gerhard Winkler und Ralph Maria Siegel – und dieses Stück läuft gerade “weil meine Mutter heute 80 geworden ist,”- sagt der Mann stolz und nimmer seine Mutter in den Arm.

Wegen Corvid 19 – das Corona Virus – ist in diesem Jahr 2020 alles etwas anders. Es darf nicht in geschlossenen Räumen gefeiert werden und so hat die Familie beschlossen sich im Freien zu treffen und die alte Dame zu ehren. Überhaupt stellt Corona das Reisen in den verschiedenen Bundesländern vor Probleme, zumal gerade erst in den Tönnies Fleischfabriken über 1500 Fremdarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden. Bleibt zu hoffen das sich jetzt endlich etwas an den katastrophalen Zuständen in der Massentierhaltung und Produktion der Fleischfabriken ändert.

Auch bevor wir in der Außengastronomie der Schifferbörse eintreten können, werden zunächst Tische und Stühle vom Personal desinfiziert und auch wir müssen erst unsere Hände desinfizieren, bevor wir Platz nehmen können.

Den Nachmittag verbringen wir im Garten unserer Gastgeber. Es ist einfach zu heiß um noch weiter zu laufen. Am späten Abend beschließen wir, uns den Sonnenuntergang am Dollart anzusehen.

Ditzum – Sonnenuntergang am Dollart

Wir gehen durch Ditzum und am Hafen vorbei zum Anleger für die Fähre nach Borkum. Zu normalen Zeiten fährt hier, allerdings nur Sonntags, der Katamaran “Nordlicht” in 90 Minuten nach Borkum. Da die Fahrt um 08:30 Uhr losgeht und die Rückfahrt um 17:40 Uhr vom Bahnhof Borkum abgeht, hat man einen langen Tag auf der Insel.

Wir sind rechtzeitig zum beginnenden Sonnenuntergang vor Ort und ich zeige hier jetzt einmal ein paar der Bilder, weil man diesen Eindruck eigentlich nicht in Worte fassen kann.

Der kleine Fischerort Ditzum im abendlichen Licht der untergehenden Sonne

durch die Ebbe leuchtet das Watt und die Ems glüht im Sonnenlicht

Über der Silouette von Emden versinkt die Sonne

Lichtspiel
Lichtspiel

Langsam senkt sich der glühende Feuerball über Emden. Im Wasser spielen die Wellen mit dem Licht der Sonne Ein überwältigender Anblick. Dieses Wunder der Natur ist immer wieder ein besonderes Schauspiel. Erstaunlich das nur wenige Menschen hier standen um sich diese fantastischen Szenen anzusehen.

Ditzum - Sonnenuntergang über Emden
Untergang

Ditzum – der 5. Tag -Bohrinsel

Wieder knallt die Sonne unbarmherzig von einem wolkenlosen Himmel. Heute soll der Hitzerekord fallen. Bereits am gestrigen Tag wurde vor den UV Strahlen der Sonne gewarnt. Entsprechende Kleidung ist angesagt.

Vor dem Frühstück sehe ich aus dem Fenster wie ein großer Schwarm Stare in dem Kirschbaum landet der wohl etwa in 50 Metern vor dem Haus steht. Da werden wohl kaum noch Früchte übrig bleiben.

Ditzum

Heute soll unsere Fahrt zur Bohrinsel bei Dyksterhusen gehen. Tatsächlich hatte man einmal versucht an dieser Stelle nach Gas zu bohren. Der Versuch scheiterte allerdings und so ist heute nur noch die Grundmauer zu sehen.

Auch diese Region gehört wie die bisherigen Ziele zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Abgesehen von den Kleipütten und den Hammrichen im Landesinneren. Wegen der besonderen ökologischen Gegebenheiten der Ästuarmündung der Ems, wurde der Bereich mit in den Nationalpark integriert.

Ditzum

Als Ästuarmündung bezeichnet man Flutabhängige Flußmündungen mit einer trichterförmigen Mündungslagune. Diese bildet die Grenze von Brackwasser und Süßwasser. Durch die Flut erreicht Salzwasser Teile der Ems. Bei Ebbe fließt dann auch Süßwasser zurück in die Deltamündung.

Am Boden der Gewässer bildet sich so ein besonderes Ökosystem. Dieses System wird aktuell durch die ständige Ausbaggerung zur Tierferlegung der Ems, für die Schiffe der Meyer Werft, gefährdet. Sauerstoff wird Mangelware und die Auswirkungen auf den Fischfang lassen sich bereits bis zur Insel Borkum feststellen. Siehe Bericht vom Urlaub auf Borkum.

Der Tiefpunkt der Ebbe ist erreicht, als wir auf der Bohrinsel ankommen. Bei Flut kann der Weg ebenfalls benutzt werden, ist aber von deutlich mehr Wasser umgeben. Wir sehen wieder Säbelschnäbler im Watt und auf den Wiesen die Stare, die uns hier überall begleiten.

Ditzum
Rohrammer

Der Austernfischer fühlt sich hier wohl, wie auch die Graugänse. Im Schilfgürtel schwingt die Rohrammer am Schilfhalm im Wind. Unmittelbar gegenüber, auf der anderen Emsseite, liegt im Emdener Außenhafen eines der großen Schiffe, die die Autos des VW Werkes transportieren.

Ditzum – Der 6. Tag – Ditzum

Unser letzter Tag am Dollart. Die Nacht war heiß und schwül. Das Schlafen wird schwieriger, weil es kaum noch abkühlt. Das hält uns aber nicht davon ab uns noch einmal in Ditzum umzusehen. Erste dunkle Wolken ziehen auf, aber sind auch nach einer Stunde wieder verschwunden.

Wir laufen gemütlich am Siel mit den schönen Brücken entlang. Vor einigen Jahren war auf der rechten Sielseite noch ein Acker. Heute stehen hier lauter hübsche Einfamilienhäuser.

Man findet überall in Ditzum Schilder die auf die Pedal und Paddelstation hinweisen. Leider ist diese Station verwaist und es sieht auch irgendwie desolat dort aus. Allerdings gibt es ein Schild mit einer Telefonnumer an die man sich bei Bedarf wohl wenden kann.

zerzauster Zilpzalp

Vielleicht liegt der Zustand auch an den Folgen des Corona Virus. Auf dem Weg zurück bemerke ich einen Zilzalp der ziemlich zerzaust auf einem Ast sitzt und trällert. Die Mauser setzt ja zur Zeit einigen Vögeln zu.

Am Siel sitzt ein Angler der einen schönen Fang nach Begutachtung aber wieder ins Wasser wirft. Er angelt wohl mehr zur Beschäftigung.

Abschied vom Dollart

Auf einem Baum sitzt eine Taube die ich im Ruhrgebiet noch nicht bemerkt habe, es handelt sich um eine Türkentaube. Am Sperrwerk waren auch einige Hohltauben zu sehen. Die Türkentaube hat sich seit 1920 von Südostasien nach Mittel- Nord- und Westeuropa ausgebreitet. Sie bevorzugt dörfliche Gebiete mit gutem Baumbewuchs.

Ditzum
Türkentaube

Die Zeit am Dollart neigt sich ihrem Ende zu. Wir haben viel gesehen, eine wunderbare Flora und Fauna, nette Menschen und für mich gab es auch noch fantastische Beobachtungen. Erstaunlich die Mengen an Staren in großen und kleinen Gruppen, die Vielzahl Bachstelzen und Sperlinge, die bei uns schon fast eine Seltenheit sind. Hier finden sie alle vorzügliche Nistmöglichkeiten und an Insekten scheint auch kein Mangel zu sein.

Fazit: hier am Dollart kann sich jeder Wohlfühlen.

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald und Eggegebirge waren das Ziel einer 3-Tage-Tour im Juni 2020.

Gemeinsam mit den “Jungen Leuten” geht es am 08.06.2020 auf eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Orten.

Gleich nach der Ankunft machen wir einen Rundgang in die Wälder um den “Kaiser`s Hof”. Wir sind etwas zu früh und unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Wir nutzen die Zeit um die Umgebung zu erkunden.

Zunächst geht es ein Stück bergauf, hinein in den Wald. Auf der Kuppe bietet sich ein Blick hinunter in das Tal mit dem Norderteich, der dort unten eingebettet zwischen Feldern, leichten Hügeln und Wiesen liegt. Wir werden später auch eine Wanderung um den See unternehmen.

Talblick

Es geht noch eine Etappe den Hang hinunter. Auf dem Weg beobachte ich einen jungen Buntspecht. Noch ist nahezu der gesamt Oberkopf rot, ein Indiz für einen jungen männlichen Buntspecht. Später ist nur noch am Hinterkopf eine roter Fleck.

Buntspecht
Buntspecht

Der Rückweg ist nicht ausgezeichnet, deshalb halten wir uns an die Karte auf dem Handy und wandern bergauf durch den Wald. Deutlich sind die klimatischen Veränderungen zu bemerken. Die Fichten sterben, während der Laubwald noch gut aussieht. Am Boden sieht man viele Triebe junger Buchen.

Teutoburger Wald
Mischwald – das Leiden der Nadelgehölze ist deutlich sichtbar

Nach knapp drei Kilometern sind wir wieder am Kaiser`s Hof und richten uns ein. Der ehemalige Bauernhof wurde einst voll bewirtschaftet. Mitte der 1970er Jahre gab es noch Landwirtschaft und Vieh für den Lebensunterhalt. Pferde wurden für die Äcker eingesetzt. Heute sind die ehemaligen Stallungen zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Anna Kaiser betreibt den Hof heute unter dem Motto “Ferien auf dem Bauernhof”. Es gibt noch Pferde, Hühner, Enten,Schweine, auch Meerschweinschen und Kaninchen, sogar Gans und Laufenten lassen sich sehen. In dem großen Garten gibt es Ruhezonen und Spielplatz für die Kinder. Alle Gäste werden liebevoll betreut.

Kaiser`s Hof
Kaiser`s Hof

Der Hof befindet sich im 360 Seelenort Bellenberg, einem Ortsteil von Horn Bad Meinberg, abseits vom Trubel der Stadt.

Teutoburger Wald – Externsteine

Wir erholen uns ein wenig und fahren dann zu den Externsteinen. Die Begehung des Felsenmassives ist wegen der Corona Pandemie noch nicht wieder möglich. Auch so verfehlen die Felsen nicht ihre Wirkung. Sie sind ein Relikt aus einer Zeit, als die Region noch Teil des niedersächsischen Beckens war. Der Teutoburger Wald und die Sandsteinfelsen sind Ablagerungen aus dieser Zeit.

Vierzig Meter ragen die Felsformationen in die Höhe und prägen die Landschaft mit dem Wiembecketeich und dem Park.

Externsteine
Externsteine – Sandstein-Felsformationen

Teutoburger Wald – Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal gehört zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands und ist Ziel des nächsten Tages.

Nach den Feldzügen Napoleons überlegte man wie man der Einheit Deutschlands ein Zeichen setzen könnte. So kam die Erinnerung an Arminius auf, der in der Schlacht vom Teutoburger Wald die römischen Legionen vernichtend schlug, weil es ihm gelungen war, die vielen einzelnen germanischen Stämme zu vereinen. Somit galt Arminius als Symbolfigur für die nationalistische Einigungsbewegung, der auch der Architekt und Bildhauer Ernst von Brandel angehörte.

Hermannsdenkmal

Er begann 1838 mit dem Bau eines Denkmals aus Sandstein, mit einer Höhe von 53 Metern. Alleine der Sockel mißt 26 Meter. Ein Jahr vor dem Tod des Erbauers weihte Kaiser Wilhelm I. das Denkmal im Jahre 1875 ein. Der Name Arminius wandelte sich in Hermann, weil man die lateinische Bezeichnung “Arminius” als Heermann -“Mann des Heeres” ansah. So entwickelte sich schließlich die Bezeichnung “Hermannsdenkmal”.

Norderteich

Der Norderteich wird von den Anwohnern gerne auch als das “lippische Meer” bezeichnet. Mit einer Größe von 22 Hektar liegt der See inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. Der Rundweg führt über eine Strecke von etwa drei 3,5 Kilometern. Man sieht sehr alte Baumbestände und eine reiche Flora und Fauna.

Teutoburger Wald Norderteich

Unterwegs befindet sich der Entenkrug, der zumindest zur Zeit nur am Wochende geöffnet ist. An einem sehr schönen Haus in der Nachbarschaft erzählt uns der Eigentümer des Hauses einige Geschichten über den Entenkrug, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe.

Am See befindet sich eine Beobachtungshütte, von wo man gut das Leben auf und am See beobachten kann.

Teutoburger Wald Norderteich
Norderteich

Adlerwarte Berlebeck

Am Tag der Abreise besuchen wir noch die Adlerwarte Berlebeck. Der Ort ist Teil der Stadt Detmold und liegt wunderschön eingebettet in einem vom Wald umgebenen Tal. Das ist ideal für die Adlerwarte, weil die Greifvögel meistens gute thermische Winde vorfinden. Wenn die Geier, die wenig Ausdauer beim Flug haben, diese Thermik nicht haben, kommt es vor das sie zu Fuß den Berg hinauf zur Warte unternehmen. Jedenfalls sagte das der Falkner, der später die Flugshow kommentierte.

Teutoburger Wald Schneeeule
Schneeeule

Die Berlebecker Warte ist wohl die schönste Station die ich bisher gesehen habe. Tiere aus fünf Kontinenten sind hier zu finden. Hier werde Eulen und Greife gezüchtet und kranke oder verletzte Tiere aufgenommen. Zwölf große Volieren und eine Greifvogelanlage sind zu besichtigen.

Teutoburger Wald
Wei0kopfseeadler

Kappengeier, Palmgeier, ein Sekretär und ein Gaukler beherbergt die Afrika Voliere. Weiter gibt es Schneeeulen, das Adlerhaus, ein Lehr und Infozentrum, Bistro, Shop und Spielplatz, sowie ein Freigelände für die Greifvögel und natürlich die neue Freiflugtribüne. Selbst Kronenkraniche konnte ich zu meiner Überraschung in einer Voliere sehen.

Die Flugschau war interessant und wurde gekonnt kommentiert. Man erfuhr viele Details zu den eingesetzten Arten. Der Wüstenbussard, der Weißkopfseeadler und der Gaukler huschten knapp über die Köpfe hinweg. Mein Kopf gefiel wohl dem Wespenbussard und ein Geier suchte sich den Kopf meiner Frau als Landeplatz. Alles wurde von einem im Tal seine Kreise ziehenden Rotmilan beobachtet. Ihn hatten wir zuvor auch schon in den Bäumen außerhalb des Geländes beobachten können.

Teutoburger Wald
Geier

Ein besonderes Schauspiel boten die Geier. Es sah als als würden sie voller Übermut spielen, wurden dabei aber auch geschickt vom Falkner mit Futter als Lockmittel gelenkt.

Nach der Flugschau verabschieden wir uns von den jungen Leuten die noch eine Wanderung durch das Silberbachtal unternehmen wollen. Dieser Wanderweg führt ein ganzes Stück an dem natürlichen Lauf des Silberbaches vorbei und schließlich durch den Wald auf die Höhe. Das wäre für mich unmittelbar vor der Heimfahrt ein bischen viel geworden.

Gaukler
Gaukler
Adlerwarte
“Geiertanz”
Adlerwarte
ein Geier landet auf Ruth`s Kopf
Adlerwarte
… und ein Wüstenbussard bei mir
Rotmilan
Rotmilan
Teutoburger Wald  - Kronenkranich

Büsum

Büsum ist nach den Touristenzahlen der drittgrößte Fremdenverkehrsort an der schleswig – holsteinischen Nordseeküste. Westerland und St. Peter Ording sind auf den ersten beiden Plätzen.

Büsum
Blick über den Hafen nach Büsum

Leider wird das auch in der überfüllten Fussgängerzone sichtbar. Das mag gut sein für die Geschäfte der Einheimischen, ist aber nicht mein Ding. Es gibt unzählige Geschäfte, Restaurants und Lokale. Am Hafen ist fast immer irgendein Event und das Anfang Oktober, eigentlich ja schon Nebensaison. Da ist es um diese Zeit etwas ausserhalb, an der Familienlagune bedeutend ruhiger. In den warmen Sommermonaten wird allerdings auch dort wohl reichlich Trubel sein. Abseits der Fußgängerzonen ist es da schon etwas beschaulicher und jenseits der Ortsgrenze wird es auch ruhiger und man kann die Natur genießen.

Büsum Hafen
am Museumshafen

Wenn sich das jetzt nicht so euphorisch lesen läßt, möchte ich noch einmal erklären das sich ein Urlaub in Büsum auf jeden Fall lohnt. Ich würde auch noch einmal hinfahren, aber eventuell nicht in einer Zeit in der in den Bundesländern Ferien sind. Jetzt hatten gerade die Herbstferien begonnen.

Auf unserer ersten Wanderung gingen wir am Deich entlang, vorbei an der Familienlagune, wo sich dieses unsägliche Hochhaus befindet, das nach meiner Meinung so gar nicht in die Landschaft passt. In der Wiese auf dem Deich wuseln einige Stieglitze hin- und her. Sie sind so schnell und unruhig, sodass kaum ein vernünftiges Bild zustande kommt.

Stieglitz

Bevor wir den kleinen Ort Westerdeichstrich erreichen führt der Weg vom Deich hinunter auf einen Fuß- und Radweg. Hier pfeift der Wind nicht ganz so stark und wir beobachten auf dem Feld die Schar ruhender Weißwangengänse, die wegen ihres weißen Gesichts mit der dunklen Begrenzung auch Nonnengänse genannt werden. Einige Graugänse und Kiebitze befinden sich in ihrer Gesellschaft.

Weisswangengänse

Auf dem Weg zum Deichmuseum entdecken wir einen einzelnen Steinschmätzer, der auf dem trockenen Grund eines betonierten Bachlaufes nach Nahrung sucht. Am grasigen Hang wird er fündig und er läßt sich durch uns auch nicht aus der Ruhe bringen.

Steinschmätzer

Büsum – Starenschwärme am Deichmuseum

Am Deichmuseum findet man Informationstafeln, die über die Entstehung eines Deiches und über die verschiedenen Deichprofile Auskunft geben. Auf drei Deichnachbauten kann man im Normalfall umherlaufen und auf einer der Picknickbänke einen Pausenimbiss genießen. Heute ist das nicht möglich. Die Deiche werden von tausenden Staren in Anspruch genommen. Immer wieder fliegen sie im Schwarm von den Deichen auf und wie eine riesige dunkle Wolke umschwärmen sie das Gebiet, um wenig später umzukehren und im Gras nach Futter suchend zu pausieren. Es sieht so aus als würden sie für den gemeinsamen Flug in den Süden üben. Ich stehe nur wenige Meter vom Schwarm entfernt und fast könnte man in die “Wolke” hineingreifen. Ein fantastisches Spektakel, dem wir uns längere Zeit hingeben.

Büsum
Büsum
Stare

Eidersperrwerk

Der nächste Ausflug führt uns zum Eidersperrwerk. Am Sperrwerk und dem angrenzenden Naturschutzgebiet Katinger Watt soll man gut Limikolen fotografieren können. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar am Sperrwerk. Ein monumentales Bauwerk. Baumaßnahmen versperren uns aber die Durchfahrt hinüber auf die Nordseite zum Katinger Watt.

Wir waren an einem anderen Tag dann über einen Umweg noch einmal am Katinger Watt, aber das Wetter war zu schlecht für die Limikolen und so blieb uns nur eine Aufnahme von einer Erdkröte, die wir gerade noch rechtzeitig sahen um zu bremsen.

Erdkröte

Das Eidersperrwerk ist ein Teil einer über 300 Kilometer durchgehenden Festlanddeichlinie. Fünf jeweils 40 Meter breite Sielöffnungen wurden von 1967 bis 1973 erbaut. Sie gewähren den Sturmflutenschutz und regulieren die Vorflut der Eider für die Schifffahrt. Das Werk ist eines der größten Küstenschutzprojekte Europas. Zur Zeit werden die Deiche den neuen Gegebenheiten und der Zukunft durch Deichverstärkungen angepasst. Offenbar denkt man hier bereits an den Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel mit zu erwartenden höheren Sturmfluten.

Büsum
Eidersperrwerk

Am Südufer der Eider können wir dann aber doch noch Brandgänse, Enten und einige Rotschenkel beobachten. Die Aufnahmen werden durch starkes Gegenlicht und dem glitzernden Wasserspiegel erschwert, aber man kann doch die roten Beine des Rotschenkels erkennen.

Eidersperrwerk
Brandgans
Büsum
Rotschenkel

Die Fahrt führt uns etwas weiter ins Landesinnere. Entlang der Eider erreichen wir das kleine Amsterdam von Schleswig – Holstein. Wir sind in

Friedrichstadt – Grachtenfahrten….

inmitten von Schleswig Holstein sind hier möglich . Eider und Treene umschließen die Stadt und Grachten durchziehen den Ort mit seinen wunderschönen alten, malerischen Bauten. Am Markt könnte man fast glauben man befinde sich in Wismar. Neun weiße Kaufmannshäuser begrenzen den Markt, in dessen Mitte sich ein Brunnen befindet.

Friedrichstadt
Friedrichstadt mit den Kaufmannshäusern

ein Pelikan im Kronenloch

Kommen wir nun zu einem Höhepunkt unserer Fahrt nach Büsum. Unser Ziel ist das Kronenloch. Auch ein Gebiet von dem ich gelesen habe als ich nach norddeutschen Vogelbeobachtungsgebieten suchte. Wir parken unmittelbar am “Wattwurm” , so nennt man hier das Haus des NABU. Gegenüber befindet sich eine Beobachtungshütte mit Blick auf das Flachgewässer. Außer einigen Reihereneten und Stockenten gibt es momentan aber nichts zu beobachten.

Wir gehen also weiter, der Straße entlang, in Richtung Deich. Fast gleichzeitig bemerken wir einen großen weißen Vogel der sich im Flug auf uns zubewegt. Ein Storch oder Schwan kann es nicht sein, auch Reiher scheidet aus und als er immer näher kommt, erkennen wir den Pelikan. Fast zum Greifen nah fliegt er an uns vorbei um dann hinter dem “Wattwurm” zu verschwinden. Wir sind beide “Baff” – ein Pelikan in Deutschland, davon habe ich bisher noch nicht gehört. Später stellt sich heraus, dass es sich um einen Rosapelikan handelt. Bereits 2013 hat sich schon einmal ein Pelikan nach SH verirrt und 2014 wurde ein völlig erschöpfter Pelikan gefunden.

Am Deich treffen wir auf eine Dame die mit ihrem Sohn extra aus Glücksburg zum Kronenloch gekommen ist um den Pelikan beobachten zu können. Es hat wohl bereits in der Zeitung gestanden, dass sich hier ein Rosapelikan aufhält. Wir hatten allerdings davon nichts gelesen.

Rosapelikan
Büsum

Büsum – Meldorf und der Speicherkoog

Bei unserem Aufenthalt am Kronenloch erfuhren wir von Meldorf . Ehemals an der Küste gelegen, liegt Meldorf nun durch Landgewinnung zehn Kilometer im Landesinneren. In einem Bericht über Meldorf konnte ich nachlesen das einige Bürger dem Gemeinderat vorwerfen zuwenig für den Tourismus zu tun, weshalb Meldorf hinter Orten wie Büsum hinterherhinke. Ich bin jedenfalls einer Meinung mit meinen Mitreisenden das das sehr gut ist. So haben wir die Möglichkeit einen wunderschönen Ort in aller Ruhe begehen zu können. Alte, schön restaurierte Gebäude, Hinterhöfe, schmucke Läden und ein schöner Marktplatz mit einer großen, einmaligen evangelischen Kirche, der Kirche “St.Johannes.”

St. Johannes
St.Johannes – evangelische Kirche

Wer diese Kirche besucht, kann kaum glauben das es sich um eine normale evangelische Kirche und nicht um einen Dom, einen Bischofssitz handelt. Bei Eintritt wird man in der Sakristei von der heiligen Gertrud, die auch Schutzpatronin der Reisenden ist, begrüßt.

Meldorf
St. Johannes – der “Dom der Dithmarscher”

Nach einem Brand im Jahr 1866 erhielt der “Dom der Dithmarschen”, wie ihn die Einheimischen nennen, seine heutige Form. Erbaut wurde er zwischen 1250 und 1300 als dreischiffige Basilika mit einem dreijochigen Querhaus und angeschlossenem Chor.

Einen Besuch in Meldorf sollte man auf jeden Fall einplanen, wenn man sich im Dithmarschen aufhält.

Büsum-SpeicherkooG und der Hausburger

Ein weiteres Vogelbeobachtungsgebiet ist der Speicherkoog. Der nördliche Teil des Speicherkoog ist das Wöhrdener Loch. Das Kronenloch haben wir ja bereits an einem anderen Tag besucht. Man kann langsam mit dem Auto am Deich entlang fahren und den PKW als “Beobachtungshütte” oder Tarnung nutzen. Außer uns befindet sich nur ein anderes Fahrzeug auf der Straße, dessen Fahrer aber wohl gleich gelagerte Interessen hat. So kommen wir uns nicht in den Weg. Über uns fliegt ein Schwarm Eiderenten. Im Flug sehen sie etwas utopisch aus. Als hätten die Vögel Sporthelme auf.

Büsum

Auf dem seichten Gewässer schwimmen Pfeifenten, Löffelenten und Brandgänse. Einige Teichhühner sind zu sehen und natürlich Stockenten. Ein weiterer Trupp Weißwangengänse überfliegt uns. Es ist ein Genuss den versschiedenen Arten zusehen zu können. Das Wetter spielt heute aber nicht ganz mit. Dunkle Wolken türmen sich auf und der heute auch heftige Wind macht das Fotografieren nicht einfacher. Wir parken am “Strand Pavillon”in Warwerorth. Bekannt ist hier der Hausburger, hausgemachte Frikadelle mit Zwiebeln im Burger – wirklich empfehlenswert.

Büsum
Weisswangengänse
Büsum
Brandgänse
Büsum
Pfeifenten

Den Abend vor unserer Abreise aus Büsum verbringen wir in “Höner`s KöPi” einer zünftigen Kneipe-Cocktailbar in Büsum mit einem ganz tollen Service Personal, dafür gibt es fünf Sterne von uns.

Es war eine kurzweilige Woche in Büsum und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Greetsiel – Naturschutzgebiete

Greetsiel gehört zur Gemeinde Krummhörn. Bereits aus der Ferne sind die Zwillingsmühlen zu erkennen. Geprägt ist der Ort von Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert.

Im Hafen liegt ein großer Teil der Krabbenkutterflotte vor Anker. Seit drei Wochen müssen sie eine Zwangspause einlegen, weil die Großhändler keine Krabben mehr abnehmen. Die Läger sind wegen der großen Fangmengen im Herbst überfüllt. Heute, 19. März 2019, sollen die Schiffe erstmals wieder auslaufen, wie die WAZ berichtet.

Greetsiel
Greetsiel – Hafen

Mit dem Bau der Schleuse Leysiel wurde der Hafen des Ortes tideunabhängig. Durch die Küstenschutzmaßnahmen kam es zu massiven Eingriffen in die Natur und dem Ökosystem Leybucht. Bedingt durch die Kleigewinnung für den Deichbau entwickelte sich die “Halbinsel Leyhörn”.

Diese ist heute ein großes Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf. Es entstanden aber noch weitere Schutzgebiete wie die Hauener Pütten und die Hauener Hooge, die ein Refugium für Schilfbewohner und Wasservögel wurden.

Der Teilbereich “Speicherbecken” dient der Binnenentwässerung und nimmt das Wasser aus dem Binnenland auf, wenn das Sieltor geschlossen ist.

Mit dem Fahrgastschiff “Graf Edzard I.” machten wir eine Fahrt durch das Naturschutzgebiet und die Schleuse. Der Kapitän verstand es auf launige Weise seine Fahrgäste zu unterhalten und zu informieren.

Mein Augenmerk war natürlich mehr auf das Geschehen im Naturschutzgebiet gerichtet. In der Region “Speicherbecken” konnte ich Stockenten und andere Entenarten sehen, die ich aber aus der Ferne nicht bestimmen konnte. Anders war es da bei den Graugänsen und den Blässgänsen. In ihren Reihen erkenne ich dann auch Weißwangengänse.

Weißwangengänse
Weißwangengänse

Deutlich ist das weiße Gesicht zu erkennen, mit dem kurzen Hals und dem kleinen Schnabel. Die weiß-grau, quer gebänderten Flügel sind deutlich zu sehen. Ihr Aussehen erinnert an die Tracht der katholischen Nonnen, weshalb die Weißwangengans auch Nonnengans genannt wird. Früher war die Gans lediglich als Wintergast, aus dem Brutgebiet in der Arktis, in Mitteleuropa zu finden. Erst seit den 1990er Jahren haben sich Gänse auch in Niedersachsen und Schleswig Holstein niedergelassen.

Etwas abseits der Gänse entdecke ich dann zu meinem Erstaunen eine Mantelmöwe. Die größte der europäischen Möwen ist auf der roten Liste der BRD geführt und nur selten zu sehen. Ab Juli kommen sie vermehrt aus den skandinavischen Brutgebieten an die Küste und verschwinden bereits zu Beginn des neuen Jahrs wieder. In Deutschland gibt es lediglich 10 Brutpaare der Mantelmöwe.

Mantelmöwe

Das Schiff steuert nun in die Schleuseneinfahrt und an der Wand der Schleuse bemerke ich einige Rauchschwalben, die das Manöver des Schiffes beobachten.

Nach der Durchfahrt geht es noch ein kleines Stück ins Wattenmeer, bevor das Schiff wendet. In der Ferne sieht man das 15 Kilometer entfernt liegende, holländische Eemshaven und die Inseln Juist und Norderney. Schon geht es zurück in die Schleuse. An der Uferbefestigung lassen sich die verschiedenen Wasserstände anhand der Ablagerungen genau erkennen.

Greetsiel

Wieder werden wir von einer Rauchschwalbe beobachtet.

Rauchschwalbe

Auf der Fahrt in Richtung Greetsiel – Hafen passieren wir ein Teilgebiet des NSG, die Hauener Pütten. Hier befinden sich zwei Beobachtungshütten. Ehemals war dieses Gebiet Ackerland. Durch die Entnahme von Kleiboden für den Deichbau entstanden flache Gewässer, durchmischt mit Röhricht und Verlandungszonen, ein ideales Rückzugsgebiet für Vögel und Amphibien.

Etwa vier Kilometer von Greetsiel in Richtung Pilsumer Leuchtturm, der durch die Otto-Filme bekannt wurde, befindet sich die erste Beobachtungshütte. Dadurch das der Zugang sehr zugewachsen ist, sind meine Frau und ich alleine dort. Das hat den Vorteil ungestört zu sein und so können wir den Teichrohrsänger nicht nur hören, sondern auch sehen.

Teichrohrsänger
Teichrohrsänger
Beobachtungshütte
Beobachtungshütte

Wir kämpfen uns durch den “Dschungel” und erreichen die Beobachtungshütte. Auf dem Weg hierher haben wir bereits einen Schwarm Löffler fliegen gesehen. Nun entdecken wir auch ihren Ruheplatz. Leider muß ich wieder einmal feststellen das das 100-400 er Tele nicht ganz reicht. Es wird doch Zeit einen Konverter zu kaufen. Dennoch kann ich einige Belegbilder “schießen”.

Löffler
Löffler
Löffler

Die nächste Beobachtungshütte befindet sich auf der Zufahrt zum Parkplatz Pilsumer Leuchtturm, unmittelbar an der Zufahrtsstrasse. Es ist absolutes Halteverbot, was den Fahrer des Wagens der davor steht wohl nicht interessiert. Zu meinem Glück kommen die Insassen aber gerade aus der Hütte um davon zu fahren und so habe ich die Hütte für mich. Die Fläche vor der Hütte ist ausgetrocknet, aber offenbar voll Leckereien. Nicht nur ein Haussperlingspaar, auch zwei junge Stieglitze, noch ohne Kopffärbung, und ein Flussregenpfeifer suchen den Boden ab.

Greetsiel
Flussregenpfeifer
Greetsiel
junge Stieglitze

In der Ferne kann ich eine Rohrweihe erkennen, die aber für ein Bild zu weit weg ist. Ebenso der große Schwarm Uferschnepfen den ich dort sehe ist zu weit entfernt. Später sehe ich auch ihren Rastplatz, leider auch unerreichbar.

Rohrweihe
Rohrweihe
Greetsiel
bestimmt 200 – 300 Uferschnepfen
Uferschnepfen
… und ihr Rastplatz

Es plötzlich voll in der Hütte und ich mache mich lieber auf den Rückweg. Selbst die Rauchschwalben, die außen an der Hütte ihre Nester haben werden nun unruhig und fliegen unstet hin- und her.

Einige Stare fliegen auf, nur einer hält sich offensichtlich lieber auf dem Gebüsch mit den kleinen Trauben auf.

Star
Stare
Greetsiel
Star

Nun bin ich wohl etwas weit von der Heimfahrt mit dem Schiff abgedriftet, aber auf der Rückfahrt geschieht auch nicht Besonderes mehr. Ein Kormoran hat wohl Gefallen daran gefunden unsere Fahrt ein Stück zu begleiten.

Greetsiel
Kormoran

Ein verregneter Vormittag in Greetsiel bringt uns auf den Gedanken nach Norddeich zur Seehundauffangstation zu fahren. Als wir aus dem Auto aussteigen und die schier endlose Menschenschlange sehen, wollen wir bereits wieder umkehren. Als wir aber bemerken, das die Leute alle große Taschen mitführen, wird uns klar das sie für ein Erlebnisbad anstehen. Die Auffangstation befindet sich dahinter und ist nicht so stark besucht. Außerdem haben wir Glück, dass wir vor 11 Uhr da sind, denn nun beginnt die Fütterung der Seehunde.

Greetsiel
Seehundauffangstation

Es geht eine ereignisreiche Woche zu Ende und wir bedanken uns ausdrücklich noch einmal bei den netten jungen Leuten der Ferienwohnung “Odins Huus”. Wir waren perfekt untergebracht und versorgt. Nach etwa 15 Minuten Fußweg ist man im Ortskern, egal ob man den Weg durch die Siedlung oder naturnaher über den Deich wählt. Wir haben unsere Ferienwohnungen zuletzt immer über “traum-ferienwohnungen.de” gebucht, so in Grömitz und im Oktober auch in Büsum und waren immer begeistert. Zum Schluß noch einmal ein Bild von einer Rauchschwalbe, die wir hier ständig und überall sehen konnten.

Rauchschwalbe
Rauchschwalbe

Duemmer Meer

Duemmer Meer
Dümmer

Duemmer Meer – vielen besser bekannt als der Dümmer See, ist der zweitgrößte See Niedersachsens. Die flachen, stillen Gewässer, die sich zwischen Mulden und Erdmoränen in der Eiszeit gebildet haben, werden allerdings als “Meere” bezeichnet. Der See hat eine maximale Tiefe von 1,50 Metern. Die Region Duemmer zeichnet sich durch eine Anzahl von Mooren aus. Dazu gehören auch das Rehdener Geestmoor, das Diepholzer Moor, das Ochsenmoor, das Goldensteder Moor, Uchter Moor, Oppenweher Moor und andere.

Ochsenmoor
Ochsenmoor

1950 wird der Duemmer eingedeicht und entwässert um die Nutzung durch intensive Landwirtschaft zu ermöglichen. Die Folge daraus ist die Verschmutzung des Dümmer See durch Gülle, die Flucht der Arten aus der Region, denen Lebensraum genommen wurde. Zuvor hatte man im 20. Jahrhundert noch 276 Wat- und Wiesenvögel gezählt. Erst 1976 – 1990 wurden große Teile der Dümmer Niederung wieder unter Schutz gestellt. Auf Initiative des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der sich auch schon einen Namen durch die Schaffung des Kulturerbes Wattenmeer geschaffen hatte, wurde 1986 mit der Renaturisierung begonnen und es hatte tatsächlich Erfolg. Die Arten kamen zurück und nahmen den alten/neuen Lebensraum wieder in Besitz. Bewässerungsanlagen sorgen heute dafür, dass die Feuchtwiesen immer den richtigen Wasserstand beinhalten.

Dümmer Meer
Bar du Mar

Naherholung am Duemmer Meer

Der westlich Teil des Dümmer “See” ist der Freizeit gewidmet. Camping und Wohnmobilflächen, Bade- Segel- und Rudermöglichkeiten, Strandleben ist hier vorzufinden. Der Bereich im Süd/Osten mit dem Ochsenmoor bringt dem Naturfreund die Erfüllung.

Rauchschwalben
junge Rauchschwalben

Ein Sandboden im Wechsel mit Stein und Ton aus der Eiszeit mündet im Westen in die Niedermoorauflage. Hochstauden, Wald, Gebüsche und Kleingewässer bilden hier den Lebensraum für viele Vogelarten. Rotschenkel, Kiebitz, Rohrammer, Rohrweihe, Teichrohrsänger, das Blaukehlchen und viele andere Arten können hier beobachtet werden

Kiebitz
Kiebitz
Rohrweihe
Rotschenekel
Rotschenkel

In den Herbstmonaten ab Oktober bis in den Dezember hinein ist der Dümmer DER Rastplatz für tausende Kraniche. Ein Schauspiel ist es von einem der Beobachtungstürme das Schauspiel zu betrachten, wenn die Kraniche in die Schläfplatzflächen einfliegen. Es wäre wünschenswert, wenn sich die zahlreichen Beobachter an die 500 Meter Abstandsregel halten würden und die ausgewiesenen Beobachtungsangebote nutzen würden. Leider gibt es immer wieder Unvernünftige die sich nicht daran halten und die Vögel bei ihrem Anflug stören. Oft landen sie dann nicht dort, wo sie es eigentlich wollten.

Kraniche am Dümmer
Kraniche im Anflug
Kraniche am Dümmer
Kranich

Edesheim Pfalz

Reisebericht

die Deutsche Toskana

Edesheim Pfalz  – die deutsche Toscana Im August 2010 waren Ruth und ich bereits einmal für eine Woche hier und hatten auch ein Doppelzimmer im Weingut Boos. Hier beziehen wir seit dieser Zeit auch unseren Wein.

In diesem Jahr waren wir mit Brigitte und Hans ebenfalls im Weingut Boos einquartiert. Es hat sich einiges getan auf „unserem„ Weingut. Die Weinproben finden nun in der Scheune statt die total umgebaut wurde.  Ausgestattet mit einem Kamin und mehreren Tischen kann man sich nun auch in der Scheune aufhalten und Wein und Flammkuchen genießen. Wir bevorzugten allerdings auch während diesen Aufenthaltes den kleinen Pavillon im Hof.

Edesheim Pfalz – Geschichtliches

Edesheim Pfalz ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an und ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort. Das Schloss Edesheim wurde bereits vor dem Jahr 756 durch die Abtei Weissenburg erbaut. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss dann im Jahre 1594 vollständig zerstört und musste neu errichtet werden, lediglich die Wasseranlagen aus dem 12. Jahrhundert konnten erhalten werden.

Nachdem das Schloss immer mehr an Bedeutung verlor, wurde es schließlich im Jahr 1748 abgerissen. Erst im 19. Jahrhundert wurde damit begonnen, das Schloss im zeitgemäßen Stil erneut zu errichten. Es wechselte mehrfach den Besitzer und wurde um das Jahr 2000 komplett saniert. Seitdem befindet sich in den Räumlichkeiten ein Hotel.

In Edesheim leben rund 2300 Einwohner. Geprägt ist der Ort von Winzern mit ihren herrlichen alten Winzerhöfen. Nach dem herzlichen Empfang durch Gabriele und Rainer Boos, verbunden mit zwei Gläschen Federweißen, richteten wir uns ein und machten uns danach auf den Weg in den Nachbarort Hainfeld.

Lage Hainfeld

An der herrlichen Südlichen Weinstraße gelegen bietet dieser kleine Ort viele kleine und größere Gebäude im barocken Baustil. Für Wanderer ist Hainfeld ein wunderschöner Ausgangspunkt zum Naturpark Pfälzer Wald. Darüber hinaus laden Wanderwege entlang der Weinberge zu erholsamen Spaziergängen ein. Die vielen schmalen Gassen deuten auf das alter von Hainfeld hin, das seit 1234 Jahren besteht.

Hainfeld war in der  Vergangenheit Residenz von drei Pfälzischen und einer Deutschen Weinkönigin. Wir waren auch dort um zu speisen und obwohl es bereits nach 15 Uhr war, waren alle Plätze im Gasthaus Logel reserviert oder besetzt. Durch ein wenig Glück wurde aber gerade als wir das Lokal wieder verlassen wollten ein Tisch frei und wir konnten hinein.

Das von dem freundlichen Personal servierte Essen erfüllt alle Erwartungen und wir können das Gasthaus Logel wärmstens empfehlen. Den Abend lassen wir dann im Gartenpavillon des Weingut Boos ausklingen. Da im Flur unserer Pension ein Kühlschrank mit erlesenen Weinen zu finden ist, konnten wir uns hier bedienen und wir tranken tatsächlich jeder eine Flasche Wein.

Edesheim Ort

Am Montag beschlossen wir uns den Ort  näher anzusehen. Aufgrund unseres Besuchs vor fünf Jahren konnten wir uns sozusagen als Reiseführer für Brigitte und Hans betätigen. Vorbei am ehrwürdigen Schloß, Schule und Rathaus gingen wir bis zum Weingut Anselmann. Den schönsten Biergarten der Pfalz konnten wir leider nicht zeigen, da auch dieser, wie auch die Außengastronomie bei Anselmann, zu dieser Jahreszeit bereits geschlossen war. Da hätten wir uns einen Monat früher auf den Weg begeben müssen. Um nicht umsonst den Weg gegangen zu sein machten wir es uns auf einer Bank bei Anselmann gemütlich und teilten uns eine Flasche Wein.

Das Weingut Anselmann ist Offizieller Weinpartner der „Deutschen Häuser.“ Bereits fünf mal betreute das Weingut Anselmann bei olympischen Spielen und paraolympischen Spielen die Deutschen Häuser, die Anlaufstelle für die Deutsche Olympiamannschaft sind. So auch in Sotschi 2014 und in Rio 2016.

Nach einer kurzen Pause im Quartier fuhren wir dann mit dem Auto nach Rhodt unter Rietburg. Rhodt steht in unmittelbarer Verbindung zur Rietburg, die zwischen 1200 und 1204 erbaut wurde. Zu dieser Zeit beginnt auch die Besiedelung des Ortes Rhodt. Rhodt kam um 1300 zu Württemberg und da es dort gleich mehrere Orte mit dem gleichen Ortsnamen gab, erhielt Rhodt den Zusatz “unter Rietburg“.

Weinanbau

Schon damals wurde in Rhodt Wein angebaut und zwar hauptsächlich Tarminer 1603 erwarb der Markgraf Ernst Friedrich von Baden Rhodt durch Tausch. DieBadener herrschten bis 1801 über den Ort.  Der Weinabsatz florierte und die erzielten Preise waren sehr gut. Durch den Handel mit Baden wurde Rhodt relativ reich und es wurden stattliche Winzerhäuser erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rhodt ein Teil des Landes Rheinland – Pfalz.

Wir kehrten im „alten Kastanienhof“ auf der Theresienstraße ein. Es gibt eine stattliche Zahl an Straußenwirtschaften und Restaurants, die aber fast alle Montag und Dienstag Ruhetag haben. Die etwa 1100 Einwohner können hier also stets auf ihre Kosten kommen. Nach einem schönen sonnigen Tag konnten wir am Abend dann mit weiteren Gästen eine Weinprobe genießen, die Rainer Boos uns präsentierte. Ein froher  Abend in Edesheim Pfalz.

Für den Dienstag, den Tag vor unserer Abreise, hatten wir uns als Ziel Neustadt an der Weinstraße vorgenommen, welches wir vor fünf Jahren nur im Regen besichtigen konnten. Die Stadt in der Pfalz, an der Deutschen Weinstraße, ist eines der Zentren des deutschen Weinbaus und veranstaltet jährlich das Deutsche Weinlesefest mit der Wahl der Deutschen Weinkönigin.

Hambacher  Schloß

Bekannt wurde der Ort außerdem durch das im Stadtgebiet gelegene Hambacher Schloss, das 1832 Schauplatz des Hambacher Festes war Da ein kleiner Shuttlebus für die Erklimmung des Schloßhanges zur Verfügung stand, konnten wir die Schloßbesichtigung ausgeruht beginnen. Im Anschluß gelang es uns dann lange Zeit nicht ein Lokal fürs Mittagessen zu finden, bis wir schließlich in Rhodt Musik aus einer Straußenwirtschaft hörten.

Im Innenhof des Weingut Nichterlein war die Stimmung durch die beiden, mit Akkordeon und Gitarre ausgestatteten, Musiker auf dem Höhepunkt und wir fanden auch noch Platz für vier Personen. Unser Essen konnten wir dann bei volkstümlicher Musik genießen und gut gelaunt machten wir uns anschließend auf den Heimweg. Den letzten Abend ließen wir dann bei reichlich Wein und in Gesellschaft weiterer Gäste, die einen Stellplatz für ihre Wohnmobile auf dem Weingut Boos gefunden hatten, ausklingen.

Mit unserer Abfahrt am nächsten Tag endete dann auch das schöne Wetter in der Pfalz, die uns aber an allen Tagen, wenn auch bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, mit Sonne verwöhnt hatte.

Stolberg Harz

Stolberg und Rottleberode sind  Ortsteile der Gemeinde Südharz. In meiner Kinder und Jugendzeit verbrachte ich nahezu alle  Sommer-  und  Winterferien in dieser Gegend am Rande des Harzes. Beide Gemeinden befanden sich im Ostteil des geteilten Deutschlands, in der  DDR . Demzufolge machte ich dann auch bei den Ferienspielen der  FDJ mit.   Da fanden dann unter anderem Schnitzeljagden in den Wäldern und Höhen des „alten Stolberg“, oder auf dem „Kreiselsberg“ statt.

 

Im Freibad des „Teichs“ in Rottleberode gingen wir schwimmen und auf dem „Teich“, der eigentlich ein See ist, tauchten wir nach Muscheln, während wir  Im  Winter  auf dem gefrorenen Wasser Schlittschuh liefen. In den Sommermonaten fingen wir in der Tyra die Forellen mit der Hand.

Am frühen Morgen und häufiger noch im Laufe des Tages hörte man das Bimmeln der Dampflok, die die Waggons mit den Urlaubern von Berga Kelbra nach Stolberg brachte.

Stolberg

In Stolberg verbrachten wir unsere Zeit im Waldbad. Dieses Naturbad wurde aus dem kühlen Gebirgsbach gespeist, weshalb das Wasser auch immer eisig kalt war.  Oft sind  wir durch den  Wald empor aufs „Hainfeld“ gelaufen , von wo man einen herrlichen  Blick über die Höhenzüge des Harzes genießen kann. Oberhalb des Harzstädtchens Stolberg befindet sich auch noch heute das Josephskreuz“.

Josephskreuz – der kleine Eifelturm

Der Aussichtsturm auf dem „Auerberg“ wurde im Auftrag des Fürsten von Stolberg durch  den  Architekten Schinkel aus Holz erbaut.

1880 brannte er  nach einem Gewitter ab und wurde dann nach dem Vorbild des Eiffelturms aus Stahl neu erbaut. Er wiegt 125 Tonnen und hat die Form eines vierzählig drehsymetrischen Doppelkreuzes.

Bei klarer Sicht kann man, sofern man die zweihundert Stufen erklommen hat, einen Blick zum Brocken erhaschen.

Stolberger Geschichte

Heute hat Stolberg etwa 1400 Einwohner. Aus der ehemaligen Bergmannssiedlung,  wo Eisen, Kupfer und Zinn gefördert wurde ist heute eine der schönsten Fachwerkorte der BRD geworden.


Das einst baufällige Schloß mit seinen Gebäuden wurde von der Denkmalbehörde übernommen und wird zur Zeit aufwendig restauriert.
Viele Teile des Schloß Stolberg sind bereits fertig und zu besichtigen, auch Außengastronomie ist bereits wieder vorhanden.

Hotels und gut geführte Ferienwohnungen laden den Urlauber zum Verweilen ein. Die ehemalige Residenz der Grafen zu Stolberg und Heimatstadt des Reformators Thomas Münzer bietet eine gute Gastronomie und am Ortseingang ein modernes Hallen-und Erlebnisbad. Mir hat allerdings das einstige Waldbad mehr Freude bereitet und es wäre sicher eine Attraktion dieses, vielleicht in Verbindung mit einer Ferienanlage wieder zu aktivieren.

ein “Schierker” in der Harzstube

Nach unsererAnkunft haben wir es uns zur Tradition gemacht zuerst in der „Harzstube“ einfrischendes Pils und einen Schierker Feuerstein zu genießen.

Museum

alte Münze in der Rittergasse.
Eine Sammlung unglaublicher Art. Jede Münze birgt ein Geheimnis. 

kleines Bürgerhaus 
Eines der ältesten Häuser Stolbergs wurde seit den 1930er Jahren als Heimatmuseum des Ortes genutzt.

Familienfeiern im Bürgergarten oder im Gasthof Kupfer . Zu empfehlen ist auch ein Besuch in Sonja`s Kaffeestube und das FRIWI Kaffee .

In der Rittergasse haben vor einem Jahr engagierte Bürger den Festplatz am Ende der Rittergasse wieder auf Vordermann gebracht. 

Harz und Thüringer Wald

Als Ausgangspunkt für Wanderungen oder Ausflüge in den Harz ist Stolberg ideal gelegen. Zum Beispiel Thale, mit dem Hexentanzplatz und dem Bodetal oder die Rappbodetalsperre sind einen Besuch wert. Touren in den nahegelegen Thüringer Wald, zum Kyffhäuser und zum Panorama-Museum bieten sich an. Hierbei handelt es sich um das 1989 eröffnete Panorama Museum in Bad Frankenhausen . Dieses wurde zum Jubiläum der DDR eröffnet und enthält das größte Monumental-Rundgemälde Deutschlands. Gezeigt wird die Menschheitsgeschichte und die Zeit der  Bauernkriege.

Höhlenbesuch

In Rottleberode, früher durch das Gipswerk geprägt und heute auch touristisch durchaus interessant. lohnt ein Besuch der „Heimkehle“.

Die Schauhöhle diente im zweiten Weltkrieg als unterirdischer Rüstungsbetrieb für die Herstellung von Zubehör für die JU88 die in Dessau von den Junkerswerken hergestellt wurde. Baustätten waren der „große und der kleine Dom“.

Betrieben wurde das Werk durch Häftlinge eines Außenlagers des KZ „Mittelbau Dora“. Heute ist die Höhle Erinnerungsstätte und im großen Dom gibt es seit 1990 eine Lasershow.

Eine Fahrt in die schöne Fachwerkstadt Stolberg ist immer eine Reise wert.   Martin Luther verglich die Stadt bei einer Wanderung über den Höhenweg mit einer Taube. Ein Erlebnis ist auch die Fahrt von Ilfeld oder Nordhausen mit der Harzquerbahn zum Brocken .

mehr Bilder vom Harz in der Fotogalerie Harz

Darß

Halbinsel Darß –  22. Mai bis 05. Juni 2016

Darß  – ist der Name der Halbinsel die ein Teil der Halbinselkette Fischland – Darß – Zingst ist.

Wieck

Wieck liegt an der südlichen Seite,  am Bodstedter Bodden zwischen Born und Prerow, etwa fünf Kilometer südlich von Prerow und ca. 35km nord – östlich von Rostock. Im Osten grenzt die Gemeinde an den Prerower Strom. Wieck hat 709 Einwohner (2014)

Die Anreise verlief ohne Probleme und wir erreichten um 14:30 Uhr unser Ziel. Wir haben die Ferienwohnung „Adlerhorst“ im Cavelhorst in Wieck gemietet.

Die Wohnung liegt im Souterrain am rückwärtigen Teil des Hauses und besteht aus einem großen Wohnraum mit Küche, separatem Badezimmer mit Dusche / WC und einem Schlafzimmer mit Doppelbett.

Vor dem Wohnraum befindet sich eine Terrasse mit Sonnenschirm, Tisch für vier Personen,Grill und einem Strandkorb. Seitlich begrenzt wird die Terrasse von schöner Bepflanzung, angrenzend befindet sich noch ein größeres Wiesenstück, wo auch unser Auto abgestellt ist.

Nachdem die Koffer ausgepackt sind bummeln wir ein wenig durch den Ort und entdecken das Gasthaus Josten mit Außengastronomie. Wir nehmen hier unser Essen ein und werden während unseres Urlaubs das Haus noch oft besuchen.

Born am Darß

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung durch den Nationalpark nach Born am Darß .Uns erwartet ein urtümlich gewachsener Mischwald mit natürlich sehr vielen Mücken, die sich offensichtlich über unseren Besuch freuen, was wir an den zahlreichen Stichen merken. Born a. Darß (Born auf dem Darß) ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist staatlich anerkannter Erholungsort und zählt 1123 Einwohner (2014).

Wir machen einen Stopp am Hafen, wo wir uns eine Flasche Wasser holen und gehen dann am Bodden entlang wieder in Richtung Wieck. Die erste Etappe führt parallel einer Straße in Born, wo man die vielen hübschen Häuser bewundern kann, die alle liebevoll gepflegt und mit schönen kleineren und größeren Bepflanzungen versehen sind. Schließlich zweigt der Weg ab durch ein Waldstück und danach durch die wundervolle Boddenlandschaft.

ein paar Einkäufe

Den folgenden Tag lassen wir etwas ruhiger angehen und schauen uns Wieck genauer an. Begonnen hat der Tag mit dem Brötchen Einkauf beim einzigen Bäcker des Ortes. Wie unsere Vermieterin später erklärt, hatte ich wohl Glück sofort bedient zu werden, weil ich bereits vor acht Uhr dort war.  Später stehen die Leute dort Schlange. Einen Lebensmittelladen gibt es im Ort nicht. Lediglich am Mittwoch und samstags gibt es einen kleinen Bio Markt vor der Darßer Arche, einer Art Boddenmuseum mit Ausstellungen und dem Fremdenverkehrsamt, welches wir bereits im Vorjahr bei unserem Aufenthalt in Wustrow besichtigt haben.

Enttäuschend ist der kleine Hafen in Wieck, hier könnte man einiges verbessern um den Aufenthalt angenehmer zu machen. Es könnte sogar ein kleiner Strand zum Beispiel für Kinder hergerichtet werden. Den gibt es zwar, er verdient allerdings kaum die Bezeichnung Kinder -Badestrand. Momentan erinnert dieser eher an einen Tümpel.

Der einzige Kiosk mit Getränken und Würstchen wirkt nicht gerade einladend, zumal vor der einzigen Bank die nicht auf der kleinen Terrasse steht und nicht besetzt war eine Wäschespindel steht. Wahrlich, es gibt schönere Aussichten. Ansonsten ist Wieck ein wunderschöner Ort mit vielem alten Bestand und neuen Gebäuden die sich sehr schön anpassen. Reetgedeckte Häuser, gepflegte Grundstücke und Straßen laden förmlich zum Bummeln ein. Auch die Gastronomie im Ort lässt keine Wünsche offen.

Prerow

Prerow ist ein Seebad an der Ostsee zwischen den Städten Rostock und Stralsund. Das Ostseebad Prerow wird umgeben vom Nationalpark Vorpommersche  Boddenlandschaft. Der Name Prerow bedeutet so viel wie „Graben“ oder „Durchbruch“, ist vom slawischen Wort prerova abgeleitet und galt zunächst dem Prerow-Strom, der bereits im 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Wasserstraße zwischen Barth und der Ostsee spielte. 2014 betrug die Einwohnerzahl–1489. 

Zunächst wollten wir uns Fahrräder leihen, stellten dann aber fest, dass man mit dem öffentlichen Busverkehr stündlich überall gut hinkommt und so nutzen wir auch den Bus 210 um nach Prerow zu fahren.

Prerow wurde 1880 das erste von der königlich hohen Regierung in Stralsund anerkannte Ostseebad. Von der Haltestelle geht es geradewegs zum Prerower Strand. Über eine Brücke gelangt man,  entlang vieler kleinerer und größerer Strandläden,  promenadenmäßig zum Strand mit der Seebrücke, die 1902 errichtet wurde.

Durch die Eröffnung des alten Bahnhofs 1910, war dann der Anschluß an Städte wie Stettin, Berlin und Hamburg geschafft.

Viele Bänke laden zum Verweilen ein und wir machen davon gerne Gebrauch um uns in der Sonne zu aalen und das lebhafte Treiben zu beobachten. Nach einiger Zeit machen wir uns auf den Weg zum Boddenhafen. Um dort hin zu gelangen geht man durch den Ort mit den vielen kleinen Geschäften und erreicht etwa eine halbe Stunde später den Hafen von Prerow.

Boddenrundfahrt

Wir nutzen das moderne Fahrgastschiff und nehmen an der großen Boddenrundfahrt teil. Außer dem modernen Schiff gibt es auch noch einen Raddampfer nach amerikanischem Vorbild der diese Rundfahrt macht. Zunächst geht die Fahrt über den Prerowstrom durch das Naturschutzgebiet Boddenlandschaft. Es soll nach den Ansagen des Kapitäns hier sogar ein Pärchen Kegelrobben zu sehen geben, uns haben sie sich allerdings nicht gezeigt. Auf den nährreichen Flächen des Schutzgebietes sieht man allerdings mehrere Kranichkolonien, die hier ganzjährig zu finden sind.

Seit einiger Zeit gibt es auch den Seeadler in der Region. Zur Pflege der Gräser hat man vor einigen Jahren kurz vor der Einmündung desPrerowstroms in den Bodden Wasserbüffel angesiedelt, die zur Zeit unseres Aufenthaltes gerade einige Kälber haben. Die Fahrt über den Bodden führt bis zur Meininger Brücke die das Festland mit Zingst verbindet. Nach zwei Stunden endet dann die Fahrt wieder im Hafen von Prerow.

Seenebel

Vom Hafen aus machen wir uns auf den Weg in die Stadt um den Bus für die Rückfahrt zu nutzen. Bereits am Hafen sagte ich zu Ruth das über dem Meer dunkle Wolken auf das Festland zukommen . Im Ort sehen wir dann plötzlich Rauchschwaden durchziehen und wir vermuten als Grund hierfür Räuchereien, allerdings werden es immer mehr und sie werden auch immer dichter, zudem wird es merklich kühler.

Bevor es noch weiter zunimmt kommt unser Bus. Wir sprechen den Fahrer auf das Phänomen an und er erklärt uns, dass es sich um Seenebel handelt, der für den Straßenverkehr sehr gefährlich werden kann, weil er extrem dicht ist.

Aus dem Internet erfahren wir dann später das Seenebel sich bildet, wenn die Wassertemperatur und die Lufttemperatur extrem unterschiedlich sind . Dieser Nebel enthält 100 % Luftfeuchtigkeit und tritt zumeist im Spätfrühjahr an der Nord-und Ostseeküste auf. Da haben wir glatt etwas Neues kennengelernt.

Wir machen auf dem Rückweg noch einen kurzen Halt zum Einkauf in Born, um dann den Tag im Quartier ausklingen zu lassen. Plötzlich geht es Ruth sehr schlecht. Schüttelfrost und Zittern–da scheint sich etwas anzubahnen.

Am nächsten Morgen geht es gottlob wieder etwas besser und während ich hier die Niederschrift beginne und ausführe,kann sie sich noch weiter erholen und in Ruhe den Tag angehen lassen. Warten wir einmal ab wie es weitergeht. Heftiges Schwitzen in der Nacht sorgte wohl für deutliche Besserung.

Wir fahren daher mit dem Auto nach Wustrow um Erinnerungen aus dem Vorjahr aufzufrischen. Außerdem gibt es hier eine Apotheke wo wir uns mit einem Grippemittel eindecken wollen. Der Apotheker rät uns aber davon ab, weil der Höhepunkt durch das starke Nachtschwitzen wohl bereits vorbei sei. Er schlägt stattdessen etwas Ruhe und Vitamintabletten vor. Wir nehmen seinen Rat gerne an und bummeln noch einmal zum Hafen von Wustrow.

Hier hat sich in dem einen Jahr einiges getan und es ist lebhafter als im Vorjahr. Auch rund um die Kirche tut sich etwas. Die Wege werden aufgehübscht und wir erinnern uns gerne an den Aufstieg zum Kirchturm.  Von dort hat man einen tollen Blick auf Ostsee und Bodden .

Heute, Samstag gehen wir eine Weile am Bodden entlang und bleiben auf dem Rad-Wanderweg in Richtung Prerow.Wir kommen nach Nordkaten. Unterwegs entschließen wir uns zum Mittagessen im Restaurant Nordkate. Ein schönes Lokal mit gutem Essen und Außengastronomie. Den Rest des Tages verbringen wir auf der Terrasse unserer Wohnung.

Heute machen wir uns auf den Weg nach Zingst. Die Spuren des dort stattfindenden Fotofestivals zeigen sich im ganzen Ort. Wir haben etwas außerhalb geparkt und gehen am Deich entlang in Richtung Seebrücke. Hier brummt der Bär.

Reger Betrieb an vielen Ständen, z.B.von  Sunbounce, Hama, Canon usw. überall können, wie auch im Max Hünting Haus, Objektive und Kameras ausgeliehen werden. Es gibt verschiedene Standorte mit Referenten die ihre Aufnahmen präsentieren und Workshops von früh bis spät in den Tag. Im Max Hünting Haus bedauern wir die dort tätigen Mitarbeiter, es ist unheimlich warm und stickig im Gebäude.

Auf den Außenflächen werden Großbildaufnahmen gezeigt und es ist ein begehbares Monument aus x-Spiegeln aufgebaut in das man hinein fotografieren kann. Selbstverständlich ist Zingst auch ohne Festival ein lohnendes Ziel, mit Badestrand, Seebrücke und überhaupt ist Zingst schon ein richtiger Touristenort mit viel Leben.

Montag, wir entschließen uns mit dem Bus bis „Prerow alter Bahnhof“ zu fahren und erklimmen die„hohe Düne.“ Dies ist die höchstgelegene Stelle an der Enge zwischen Ostsee und dem Bodden mit dem Prerowstrom. Die Höhe beträgt 13 Meter–das hört sich nicht nach „hoch“ an,  aber mit dem kleinen Aussichtsturm reicht der Blick bei klarer Sicht über Zingst bis Hiddensee vor Rügen und zum Daßer Ort.

Vormals war der damals noch schiffbare Prerowstrom –heute finden noch Boddenrundfahrten statt– die Verbindung zwischen Bodden und Ostsee wodurch Zingst eine eigenständige Insel war.

Ein schöner Rad-Wanderweg führt durch den Wald an der Ostseeküste entlang zur Seebrücke von Prerow. Unterwegs gibt es immer wieder Zugänge zum herrlichen Sandstrand. Einmal zweigen wir auf der entgegengesetzten Seite ab , um die Seemannskirche zu besuchen. Es handelt sich hier um das älteste Gotteshaus auf dem Darß. Erbaut wurde sie 1726/28. Weil sie den Seeleuten den Weg von der Ostsee in die Prerowstrom- Mündung wies, erhielt sie den Namen „Seemannskirche“.

Wir können heute wegen einer Trauerfeier allerdings die Kirche nicht von innen besichtigen. Hier entdecken wir besonders schöne Häuser und Feriendomizile, die mit viel Liebe gestaltet wurden.

Nach etwa drei Kilometern erreichen wir dann die Seebrücke und gehen zur Bushaltestelle in Prerow- Mitte um die Rückfahrt nach Wieck anzutreten. Während es überall Meldungen von Unwettern gibt, haben wir weiterhin das herrlichste Wetter. Heute Nacht muß es wohl ein wenig geregnet haben, denn eine winzige Wasserlache befindet sich auf dem Terrassentisch.

Wir beschließen den Tag langsam angehen zulassen um dann gegen Mittag Carls Erdbeerhof in Rövershagen zu besuchen.Carls Erdbeerhof nennt man zu Recht auch Erlebnishof/Erlebnisdorf. Es gibt außer den vielen Einkaufsmöglichkeiten vom Trödel über Kleidung, Spielwaren bis zur Erdbeere eigentlich alles. Für Kinder ein richtiges Paradies , sei es das Streicheln der Hoftiere oder kleine und große Rutschen, Treckerfahren, Ponyreiten, Planschbecken, also Abenteuer pur.

Für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt und verdursten muß hier natürlich auch niemand, im Endeffekt dreht sich aber alles um das Thema Erdbeere.

Noch vier Tage haben wir um uns auf dem Darß umzusehen. Heute machen wir noch einmal eine Tour nach Zingst. Wir gehen jetzt etwas mehr durch die kleinen Straßen abseits vom innerstädtischen Betrieb. Auch hier sehen wir viele gepflegte und hübsch gezierte Häuser, sehr viele Ferienwohnungen und Ferienhäuser.

Blumenschmuck überall wo man hinsieht. Am Aufgang zur Seebrücke empfängt uns das fröhliche Pfeifen des Waffelbäckers, der wegen seiner guten Laune hier bereits bei vielen Gästen bekannt ist. Wir gönnen uns zwei Zimt/Zuckerwaffeln. Ein kräftiger Wind weht über die Seebrücke mit der Taucherglocke am Ende. Am Strand sind noch einige Utensilien des Fotofestivals zu finden und wir machen einige Aufnahmen.

Die Halbinsel Zingst liegt am östlichen Ende der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee. Sie gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, Landesteil Vorpommern. Schon 1992 erhielt Zingst als einer von wenigen Badeorten in den neuen Bundesländern die „Blaue Europaflagge“ für seine hervorragende Badewasserqualität.

Im Jahr 1993 wurde die neue Seebrücke Zingst am Hauptübergang neben dem Kurhaus eröffnet. Das alte Kurhaus wurde 1998 abgerissen und im Jahr 2000 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Im Jahr 2001 wurden erstmals über eine halbe Million Gästeübernachtungen registriert.

Dem Ostseebad Zingst wurde im Jahr 2002 der staatlich anerkannte Titel „Ostseeheilbad“ verliehen. Im Jahr 2015 gab es bereits 1.7 Mio Übernachtungen bei 3049 Einwohnern (2014) Zurück aus Zingst ruhen wir uns noch etwas aus und gehen dann um siebzehn Uhr zum Restaurant Eichenstübchen. Wären wir später gegangen hätten wir keinen Platz mehr bekommen. Es war alles reserviert und den Grund erfahren wir nach dem Essen, es war fantastisch und wir reservieren gleich wieder für den kommenden Freitag.

Das Essen ist absolute Spitze und die Wirtsleute im Eichenstübchen sehr zuvorkommend und nett. Wir können dieses Lokal wärmstens empfehlen. Reservierung dringend angesagt, denn wer einmal dort war, kommt immer wieder.

Und wieder strahlt die Sonne aus einem wolkenlosen Himmel. Wir beschließen unsere geliebte Boddenrunde aus dem letzten Jahr in Wustrow zu wiederholen. In Wustrow angekommen sticht die Sonne so sehr, dass wir uns entschließen auf die Boddenrunde zu verzichten, da der Weg ständig in der Sonne liegt und kaum einmal Schatten bietet. So gehen wir am Hafen entlang zum Strand, essen dort ein Fischbrötchen und wandern ein Stück längs der Steilküste.

An der Grenze zu Ahrenshoop wenden wir uns dann wieder Wustrow zu, wo wir nach zwei Stunden schwitzen wieder den Parkplatz erreichen. Den Rest des Tages verbringen wir im Quartier und auf der Terrasse. Unser Darß-Urlaub neigt sich langsam dem Ende zu und am vorletzten Tag strahlt wieder die Sonne bei angesagten 27 Grad.

Letzter Tag. Noch einmal bummeln wir durch Wieck und verweilen ein wenig am Hafen. Zuvor haben wir den kleinen Wochenmarkt an der „Arche“ besucht. Zum Mittagessen gehen wir dann noch einmal ins Gasthaus Josten, verabschieden uns und suchen unser Quartier auf um zu packen.

Es war eine einmalig schöne Zeit auf dem Darß, das Wetter hätte nicht besser sein können und wir fahren mit schönen Erinnerungen morgen wieder in unser geliebtes Ruhrgebiet

Borkum 2015

Nordseeinsel Borkum

Borkum  – Wir fuhren am 13. September um 08:30 Uhr von Essen ab und erreichten bei trockenem und sonnigen Wetter nach angenehmer Fahrt gegen 11:30 Uhr Emden Außenhafen. Nun hatten wir noch reichlich Zeit um auf die Fähre nach Borkum zu warten.

Wir bummelten ein wenig durch den eigentlich uninteressanten Hafen, um uns die Zeit zu vertreiben. Zwischenzeitlich fuhr dann auch schon der Katamaran nach Borkum ab.  Die Abfahrt der Fähre war pünktlich um 14:00 Uhr und wir erreichten Borkum bereits fünfzehn Minuten früher als geplant um 16:00 Uhr.

Der Weg zum Quartier war leicht zu finden, da es immer nur geradeaus ging. Lediglich unseren Parkplatz mussten wir etwas suchen, da die Skizze von Frau Janssen, unserer Vermieterin nicht so ganz exakt war. Unser Zimmer konnten wir auch nicht sofort in Besitz nehmen, da die Reinigung noch in vollem Gange war. Wir sahen das aber eher locker, weil wir ja auch Hunger hatten und etwas zu uns nehmen wollten.

der erste Eindruck

Zunächst machten einen ersten kurzen Bummel durch die Stadt und kehrten dann im Teehaus ein, wo wir in dieser Woche noch des öfteren sein würden, da das Essen hier ganz hervorragend gewesen ist. Nun wurde es Zeit unsere Sachen in die Wohnung zu bringen. Uns stand ein Wohnzimmer mit Südterrasse, ein Schlafzimmer sowie Bad und Dusche zur Verfügung.  Außerdem gab es noch einen Keller mit Waschmaschine und Trockner, was wir aber nicht in Anspruch nahmen. Am folgenden Montag holte ich schon früh beim benachbarten Bäcker Brötchen und wir genossen unser erstes Frühstück auf der Insel. Da es nieselt machen wir einen Rundgang durch die Stadt und erledigen einige Einkäufe. Auch der Nachmittag besteht aus Erkundigungen der Ortschaft  und einem längeren Weg durch die „Greune Stee“.

“Greune Stee”

Das größte Inselwäldchen ist die “Greune Stee” (grüne Stelle). Es handelt sich hierbei um ein typisches Krüppelwäldchen. Durch die vielen hindurch führenden idyllischen Wege lädt es zu erholsamen Spaziergängen ein. Das Gebiet besteht aus teilweise sumpfigem und teilweise sehr trockenem (Dünensand) Boden. Neben den Laub-und Nadelbäumen findet man hier eine Vielzahl der in Niedersachsen heimischen Pflanzen. Die Greune Stee liegt im Süden der Insel und ist von der Wilhelmshöhe bequem über die Promenade bzw. deren Fortführung zu erreichen.

Am Dienstag folgt erneut ein Rundgang durch Borkum. Wir sehen uns das älteste Haus des Ortes an und besichtigen das Heimatmuseum.Dann fahren wir mit der Borkumer Kleinbahn zum Hafen um uns das dort vor Anker liegende Feuerschiff anzusehen. Gerade als wir am Hafen ankommen beginnt es zu regnen und der Himmel wird immer dunkler. Zufällig kommt gerade ein Bus, der wieder nach Borkum hineinfährt und so verzichten wir auf das Feuerschiff und freuen uns, den  nun einsetzenden Schauer im Bus zu erleben. Am Borkumer Bahnhof angelangt ist das Unwetter vorbei und wir gehen entlang dem Nord–und Südstrand zum Quartier.

Da es früh am Mittwoch zunächst regnet gehen wir zum Bahnhof um die Fähre für die Rückfahrt von 16 Uhr auf 10 Uhr am Sonntag umzubuchen. Da wir leider vergessen haben Unterhemden für mich mitzunehmen, kaufen wir in Borkum noch schnell ein Unterhemd. Wegen des schlechten Wetters essen wir im Quartier und lassen den Tag verfließen.

Ostland – Borkum

Donnerstag– Nach dem Frühstück besichtigen wir einige Kirchen in Borkum und den Walfänger Friedhof und gehen dann den Küstenweg entlang Richtung Ostland. Hier begeistert eine fantastische Dünenlandschaft, die wir zu einem späteren Zeitpunkt noch besser kennenlernen werden. Dann beginnt der Regen–und er wird immer stärker. Der Schirm versagt seinen Dienst und als wir unser Quartier erreichen sind wir bis auf die Haut naß. Wir machen uns frisch und gehen zum Teehaus um wenigsten bestens zu speisen. Abends amüsieren wir uns im AIKES, einer Gaststätte in unmittelbarer Nachbarschaft. Hier waren wir auch schon am Dienstagabend.

Am Freitag bleibt es trocken und wir beginnen eine nahezu totale Inselumrundung , durch den Ort zum Flughafen und zum Ostland und durch die schon erwähnten Dünen auf den Küstenweg zurück.Knapp vier Stunden sind wir unterwegs und wieder sind wir durchnäßt, aber heute nicht vom Regen.

Im Dünenbüdchen nehmen wir ein Essen ein. Hier wäre es aber ratsamer gewesen von dem Kuchen zu essen der hier angeboten wird. Das „Abendbier“  im Aikes haben wir uns redlich verdient.Wie immer am letzten Tag besteht dieser aus kleineren Spaziergängen und restlichem Einkauf. Während Ruth zu packen beginnt mache ich mich noch einmal auf den Weg um die historische Damplok an der Borkumer Kleinbahn abzulichten. Am Sonntag sind wir dann um 10:00 Uhr am Hafen um auf die Verladung zu warten.Wir hatten trotz des wechselnden Wetters eine tolle Zeit auf Borkum und sind von dieser herrlichen Insel begeistert.

Bilder vom Urlaub auf Borkum 2018

Nordseeinsel Borkum 2017

Nordseeinsel Borkum . Durch den Ausfall des Katamaran konnten wir bereits eine Ersatzfähre um elf Uhr ab Emden Außenhafen benutzen.  So waren wir bereits um vierzehn Uhr in unserer Ferienwohnung bei Frau Schlant in der Neue Strasse 7. Wir bezogen die Wohnung im Erdgeschoß, während Brigitte und Hans die Wohnung in der ersten Etage nutzten.

Ein Wohnzimmer, separates Schlafzimmer, Küche und Bad, sowie eine kleine Außenterrasse sollten nun für eine Woche unseren Aufenthalt auf Borkum abrunden. Die Wohnungen liegen zentral in der Nähe des Rathauses und sind voll ausgestattet.

Nachdem das Gepäck verstaut war machten wir eine kleine Runde durch die Fußgängerzone und zum Nordstrand. Zum Essen hatte ich bereits im Vorfeld im Teehaus ab achtzehn Uhr einen Tisch für uns bestellt und es war, wie bereits bei unserem ersten Borkumaufenthalt, wieder fantastisch.

Mai – Nach dem Frühstück gehen wir zum Südstrand. Hinter der heimlichen Liebefinden wir eine freie Bank und genießen den Sonnenschein, das Strandleben und die vorbeifahrenden Schiffe. Die Eternal Ace aus dem Baujahr 2011 hat eine Tragfähigkeit von 18.418 Tonnen, ist 199,5 Meter lang und 32,2 Meter breit.

Sie gehört zu der Gattung der Cargo Schiffe. Unter der Flagge Panamas wird sie wohl in Emden die VW`s aus dem dortigen VW Werk abholen..Die Carten Maria Scan Shipping stammt aus dem Jahr 1985, ist 85 Meter lang und 16 Meter breit. Tragfähigkeit ca 3176 Tonnen, bei einer Geschwindigkeit von 13 Knoten und fährt unter der Flagge von Barbados . Nach einiger Zeit machen wir uns auf den Weg gen Nordstrand und schließlich nehmen wir eine Mahlzeit in der Fußgängerzone ein.

Die Frauen haben danach noch ein wenig einzukaufen und am Abend genießen wir den Rest des Tages auf der Terrasse des Hauses Donn, wie unser Domizil auch heißt.      

Mai –Ruth und ich unternehmen eine ausgedehnte Wanderung durch die „Greune Stee“. Wie entdecken eine neues Gebiet um die Kugelbake – Heute steht hier leider nur noch ein Model und ein Gedenkstein mit der Inschrift:

Dieses Modell markiert die Stelle, an der über sieben Jahrzehnte die 18,4 m hohe Kugelbake als Tagessichtzeichen für die Schifffahrt stand. Der Abbau der Bake im Jahre 2000 symbolisiert das Ende der großen Bedeutung künstlicher Landmarken als  Orientierungspunkte für die terrestrische Navigation.

Die Greune Stee ist ein Naturschutzgebiet mit vielen Tierarten. Hier kann man mit etwas Glück die Nachtigall sehen und hören. 

Für den Nachmittag haben wir uns mit Brigitte und Hans am Fischimbiss in der Füßgängerzone verabredet. Auch hier ist das Essen schmackhaft, natürlich fehlt es an der Gemütlichkeit. Den Tag lassen wir dann wieder auf der Terrasse ausklingen.

18. Mai – Da wir bei unserem ersten Besuch nicht auf dem Upholmhof waren, gehen wir an diesem Tag zu viert dort hin. Da es von unserer Wohnung aus nur knapp ein Kilometer bis dorthin ist, können wir den Weg gemeinsam zurücklegen. Leider war Brigitte wegen eines Fersensprons unter dem Fuß stark beeinträchtigt, aber die Strecke konnte sie noch einigermaßen bewältigen. Sie hat sich während des gesamten Urlaubs tapfer geschlagen.

Der Upholmhof ist ein altes Scheunenlokal. Draußen ein großer überdachter Biergarten in dem an den Wochenenden Live Musik präsentiert wird. Im Restaurant hängen alte Kutschen an der Decke und es werden Fleisch und Fischgerichte angeboten. Ich hatte am darauffolgenden Tag eine sehr leckere Kohlroulade und auch meine Begleiter waren mit ihren Speisen äußerst zufrieden.

Den Rückweg unternahmen Ruth und ich entlang der Hoppweide mit dem Hoppbach. Auch hierbei handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Schon auf dem Weg zum Upholmhof konnte ich den Kibitz und Austernfischer fotografieren.

Ganz in der Nähe unserer Wohnungen befindet sich das Restaurant „Valentin“. Wir hatten Glück das dort noch geöffnet war und nahmen dort unser Mittagsmahl en. Der Nachmittag war dann noch einmal dem Einkauf bestimmt. Am späten Abend wollten Ruth und ich uns dann einmal Borkum im Neonlicht betrachten. Es war bereits nach 22 Uhr  und die Lokale leerten sich so nach und nach.

 19.  Mai – Erstmals haben wir von dem Tüskendörsee gehört und beschließen eine Wanderung dort hin. Um den Tüskendörsee befinden sich die Binnenweiden. Das Gebiet steht unter Naturschutz und ist Wiesevogelland. Die Rinderhaltung auf den Weiden trägt zum Schutz der Wiesenvögel bei. Hier findet man neben dem Kibitz, den Austernfischern und der Feldlerche mit etwas Glück auch Rotschenkel, Wiesenpieper und die Uferschnepfe. Leider war mir das Glück nicht bei allen Arten hold.

Die Vorkommen begrenzen sich auf der Insel nicht nur auf die Weiden am Tüskendörsee (der Name bdeutet „Zwischendurch“ und damit ist gemeint, dass die Insel einst zwischen Ostland und dem Rest durch Wasser getrennt war), es gibt sie auch auf der Hoppweide, benannt nach dem Hoppbach, auf den Ostweiden und im Ostland. Der Bestand der Uferschnepfe ist leider durch Beutegreifer, die es früher auf der Insel nicht gab, aber durch die Schifffahrt „importieert“  wurden, gefährdet. 

Der Rückweg führte uns dann am Ostland und Flugplatz vorbei wieder zum Upholmhof, wo wir dann im Restaurant speisten. Während des Weges konnten wir die Rohrweihe im Flug beobachten. Leider war sie für ein Foto zu weit entfernt. Umso glücklicher war ich dann einen Sperber ablichten zu können, der sich lange Zeit nicht an uns störte, oder auf etwas anderes konzentriert war. Die Wanderung ging über knapp dreizehn Kilometer und so genossen wir den Abend im Quartier bei einem Glas Wein.


Nordseeinsel Borkum – Ostland

20. Mai – Wir hatten beschlossen mit dem Bus zum Ostland zu fahren, um Brigitte und Hans einmal die gewaltigen Dünen dort zeigen zu können. Die Haltestelle Ostland befindet sich gleich an der Gaststätte und dem Restaurant Ostland. Die Gaststätte trägt auch den Beinamen „ letzte Gaststätte vor Juist“- Dem Ostland vorgelagert befindet sich die unbewohnte Sandbank „Kachelotplate“ und die Vogelinsel Memmert, hier wohnt lediglich eine Person, nämlich der Vogelwart. Daran schließt sich dann die Insel Juist an.

Auf Juist leben rund 1700 Personen und auf Borkum 5200 Einwohner, womit wir wieder auf unserer Urlaubsinsel angekommen sind. Tiefer , feiner Sand führt hinauf auf die Dünen mit einem herrlichen Blick aufs Meer. Wie machten noch eine kleinere Runde durch das Ostland und trafen uns dann mit unseren beiden Reisebegleitern in der Gaststätte Ostland, wo ich dann eine Scholle zu mir nahm. Auch die Speisen der Anderen wurden gut angenommen.                                           

Mai – Noch einmal geht es an den Nordstrand – den Hauptstrand der Insel. Ein Stück gehen wir die Strandpromenade in Richtung Ostland. Hier trennen wir uns. Ruth und ich gehen auf den Strand und ein Stück ins Watt. Hier sind wir den Seehundbänken dann in etwa so nah, dass ich einige Fotos versuchen kann. Das Weter will heute nicht so richtig mitspielen und wir kehren noch einmal im „Valentin“ ein.

Da es kurz darauf wieder aufhellt beschließen Ruth und ich noch einmla eine Runde entlang den Hoppweiden – ich bin ja noch auf der Suche nach der Uferschnepfe. Aber auch heute will mir dieser Schnappschuß nicht gelingen, Dafür sehen wir auf der Weide am Bach dann zwei Fasanenhähne die  wohl einen Machtkampf um das beste Revier ausfechten wollen.

Noch während der ersten Aufnahmen wird es wieder dunkel und bald darauf kommen die ersten Tropfen. Zunächst scheint es recht harmlos zu sein, bis dann das Donnern einsezt und der Regen dichter und dichter wird. Natürlich haben wir ausnahmsweise weder Schirm dabei, noch hat Ruth einen Knirps in ihrer Tasche und so schaffen wir es einmal wieder richtig naß zu werden, dass muss wohl einmal in jedem Urlaub so sein.… so geht wieder ein Urlaub auf unserer Lieblingsinsel Borkum vorbei. Es gilt jetzt die Koffer zu packen und die Heimreise anzutreten.

Borkum Besuch 2018

Borkum Besuch 2015

Usedom

Usedom ist unser Ziel in diesem Jahr.  Das Seeheilbad Bansin, eines der drei Kaiserbäder auf Usedom wird unser ständiger Sitz. Nach Ankunft beziehen wir unser Quartier in einer der Ferienwohnungen des Gastgebers „Wald am Meer“.

Die Wohnungen bieten einen recht großen Wohnraum, mit einer gut ausgestatteten Küche im Erdgeschoß. Im Obergeschoß, zu erreichen über eine nicht zu steile Treppe, kommt man dann zum Schlafraum in welchem sich ein Doppelbett sowie eine zusätzliche Liege befindet. Ebenfalls auf gleicher Etage das Duschbad mit WC. Vor dem Wohnraum befindet sich eine kleine Terrasse mit Tisch und Stühlen.

Usedom  – Strand und Promenade

Der Strand ist in weniger als fünf Minuten Fußweg zu erreichen, daher befindet  sich  auch der Wald  unmittelbar am Haus. Leider war die angeschlossene Gastronomie zu unserer Zeit geschlossen, da der Pächter zwei Wochen zuvor das Geschäft aufgegeben hatte. Wer wollte, konnte aber morgens im Restaurant frühstücken und es wurde auch ein Brötchenservice angeboten.

Fahrräder können an mehreren Stellen im Ort ausgeliehen werden. Wir erhielten sehr gute Räder am Buchenpark bei dem dort ansässigen Sportverein und zahlten  für acht Tage siebzig Euro.

Seebrücken

Kennzeichnend für diese Seebäder sind die sehr schönen Promenadenwege entlang des Strandes, unzählige Strandkörbe, die den feinen Sand belegen, außerdem mondäne Villen entlang der Hauptverbindungswege und Seebrücken der verschiedensten Größe. Während die Seebrücke in Bansin nur zum Schiffsanleger führt, findet man in Heringsdorf Geschäfte und in Ahlbeck Restauration auf den Brücken . An manchen Tagen werden die unterschiedlichsten musikalischen Darbietungen in den Konzertmuscheln an der Promenade aufgeführt.

Ückeritz

Eine der Radtouren die wir unternehmen führt uns durch dichtes Waldgebiet und über kleine Anhöhen von bis zu 54 Metern. Schließlich erreichen wir einen Natur -Campingplatzes am kleinen Seebad Ückeritz , nördlich von Bansin gelegen. Ein üppiges Strandleben findet an dem Küstenstreifen des Ortes statt. Kioske, Restaurants, kleine Läden der verschiedensten Art und erfreulicherweise einige kostenlos nutzbare Toilettenanlagen.  Außerdem gibt es ein kleines Odeon für Veranstaltungen.

Stagnieß

Folgt man dem Radweg in Richtung Achterwasser , das ist das Gewässer im inneren Teil der Insel, mit Zugang zur Ostsee, kommt man zu dem winzigen Örtchen Stagnieß . Hier finden wir  einen Campingplatz und einen kleinen, aber schönen Yachthafen, an welchem sich ebenfalls Restauration befindet. Der Ort scheint ziemlich im Wachstum zu sein, da überall neue schöne, reetgedecke Häuser entstehen. 

Die Fahrt führt dann weiter über flaches Geestgebiet. Hier weiden Kühe und leider gibt es bereits eine Erdölerprobungsstätte. Sieht so aus als wenn hier bald nach Öl gebohrt würde. Entlang einer Allee erreichen wir dann Pudagla. Hier kann eine Bockwindmühle besichtigt werden. Ein Stück schieben wir das Rad, da die Wegstrecke über einen gemähten Acker führt und radeln dann bergab durch Waldgebiet hinunter zum Schmollensee.

Benz

An diesem Abschnitt, der zum Ort Benz gehört, ist ein Haus schöner als das andere. Hier würde man gerne sein Domizil errichten. Wir machen eine kleine Pause an einer Raststelle am See und beneiden die Anwohner um die wunderbare Lage, in welcher sie ihren Wohnsitz anlegen konnten. In Benz kann die St. Petrikirche und die Hollandmühle besichtigt werden.

Nun beginnt eine Strecke wo wir des öfteren absteigen müssen, weil die Steigungen zwar kurz, aber anstrengend zu radeln sind. So geht es bis zum letzten, längeren Anstieg zum Ort Sellenthin , der für uns der Zugang nach Bansin zum kleinen Einkaufszentrum bedeutet, wo wir uns mit Wasser und Brot sowie einer Flasche Wein für den Abend eindecken.

Naturschutzgebiet

Von Bansin Dorf führt der Radweg direkt hinein in das Naturschutzgebiet „kleiner Krebssee“. Sehr schöne Reethäuser und Gehöfte säumen den Weg hinunter zu den beiden Seen, die nur durch einen schmalen Landstreifen getrennt sind. Hinauf geht es von dort zur Victoriahöhe, das angeblich Ziel eines Ausfluges der Königin Auguste Victoria mit ihrem Gefolge war.

Aussichtspunkt auf Usedom

Der Aussichtspunkt liegt auf einer Höhe von 55 Metern und ist bei Temperaturen um dreißig Grad nicht zu verachten. Dann geht es natürlich bergab zum Schmollensee, der bereits auf der Pudagla -Tour eine Etappe war. Hier erreichen wir aber die gegenüberliegende Seite des Sees mit dem Ort Sellin und einem schönen Rastplatz gleich am See. Auch hier findet man noch das Ursprüngliche, das man andererorts bereits vermißt.

Der Rückweg führt dann eine gute Strecke den See entlang, mit einem Abzweig  am Cafe Fangel vorbei, wieder zum Radweg parallel der B111 nach Bansin. Eine Tour mit dem Auto führte uns zu dem kleinen Ort Rankwitz. Kaum hat man das Ortseingangsschild passiert, ist man auch schon wieder am Ausgangsschild. Nun wurde uns Rankwitz allerdings empfohlen und so nutzten wir den Abzweig zum Hafen Rankwitz.

Sehr schöne und durchaus auch größere Yachten liegen hier vor Anker. Ein großes Fischrestaurant mit eigener Räucherei, sehr schöne Ferienhäuser und ein kleiner gepflegter Park säumen den niedlichen Hafen.  Außerdem finden wir ein wunderschönes bewaldetes Hinterland vor, wo sich romantische, alte Ortschaften wie Morgenitz finden lassen. Dem Wanderer dürfte hier in dieser Region das Herz höher schlagen.

Knapp sieben Kilometer von Rankwitz mit seinen Fischerhäusern kommt man nach Mellenthin. Eine Brücke führt zum Wasserschloß Mellenthin. In der Nachbarschaft wurde eine Scheune in ein Waffelrestaurant umgebaut, wo man sämtliche Arten an Waffeln bekommt. Am Ortsausgang befindet sich ein größeres Restaurant und eine Töpferei.  An einem regnerischen Tag machen wir uns auf den Weg zum Forsthaus Langenberg , welches oberhalb der Steilküste an der höchsten Stelle von Bansin liegt, um dort eines der angepriesenen Wildgerichte zu probieren.

Der etwas mühselige Anstieg hinauf zum Restaurant wurde aber durch den köstlichen Hubertus -Teller zu einem Glücksfall. Eine längere Treppe führt ca 50 Meter vom Hotel hinunter zum Strand und wir bummeln gemütlich entlang der Küste zurück nach Bansin. Wer übrigens einmal leckeren Fisch in besonderer Atmosphäre genießen möchte, sollte das Restaurant „Fischkopp“ in Betracht ziehen. Eine rustikale, mit Details aus dem Fischfang dekorierte Ausstattung und wirklich leckerer Fisch laden hierzu ein.  Reservierung ratsam.

Sehr gut bewirtet wurden wir auch im Restaurant „zur Post“, wo es ebenfalls sehr leckere Fischgerichte gibt. Die Abende kann man dann gut im  “Bierkutscher“ verbringen, wo neben kleineren Gerichten wie Currywurst-Pommes, ebenso Fleisch-und Fischgerichte angeboten werden und es gibt Livemusik.  Rustikaler, aber gemütlich geht es an den kleinen Räucherbuden an der Promenade zu, wo es neben Fischbrötchen auch Eintopf und gezapftes Bier gibt.

Alle Lokalitäten befinden sich auf der Seestraße. Einkaufsmöglichkeiten für den Selbstverpfleger bieten das kleine Einkaufszentrum an der Seestraße mit dem Discounter „Sky“ oder ein paar Meter weiter „Lidl“.

Ziel einer weiteren Radtour war der Wolgastsee. Durch die Seebäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck führt der Radweg bis zur deutsch-polnischen Grenze. Entlang der ehemaligen Grenzbesfestigung müssen wir die Räder eine kurze Strecke schieben, da der Weg völlig versandet ist.

Wenn unser Kartenmaterial besser gewesen wäre, hätten wir einen Weg vorher abbiegen können und uns wäre das Schieben erspart geblieben. Überhaupt muß ich leider feststellen, dass die Beschilderungen für Radler und Wanderer sehr dürftig ausfallen, hier könnte mehr getan werden. Dann überqueren wir die Bundesstraße und fahren durch einen dichten Mischwald vorbei an der alten Markleineiche, über hügeliges Gelände hinunter nach Korswandt am Wolgastsee.

In wunderschöner Landschaft liegt dieser kleine Badesee und wir werden von einer kleinen, gemütlichen Kiosk ähnlichen Restauration überrascht.  Wir genießen eine ausgiebige Pause auf der sonnigen Terrasse. Weiter führt dieFahrt durch Ackerland und Waldungen über Gothen nach Heringsdorf und zurück nach Bansin.

Swinemünde, etwa 15 Kilometer von Bansin entfernt, erreichen wir nach einer Fahrt entlang der Promenade mit den drei Seebädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Am Übergang zwischen Polen und der BRD erinnert nur noch eine mittlerweile bewachsene und versandete Furt an die ehemaligen Befestigungen. Zwei metallene Stelen mit den Fahnen der beiden Republiken markieren heute den Grenzübergang. Zwischen dem Radweg und dem Strand befindet sich bereits seit Ahlbeck eine schöne bewachsene Dünenlandschaft.

Swinemünde ist ebenfalls geprägt durch alte Villen im Seebäderstil. Entlang des Küstenabschnittes wechseln sich Verkaufsstände, Imbisse, und Lokalitäten ab. Fast hat man schon den Eindruck es könnte jeden Moment eine Kirmes auftauchen.

Wir machen einen kurzen Abstecher zu einem wunderbaren breiten Sandstrand und es fällt sofort auf, dass es hier keine Strandkörbe gibt. Die Strandnutzer haben hier alle Windschutztücher gespannt. Der Weg führt von Bansin Dorf über, zunächst befestigte Strecken, zu einem Rad-und Wanderweg, der durch sandige Verwehungen für Fahrräder nur schwer zubefahren ist. Die Waldungen auf der rechten Seite des Weges lassen zwischendurch immer einen Blick auf den Gothensee zu.

Leider erfüllt sich unser Wunsch am See eine Rast zu machen nicht, da eingezäunte Weideflächen und Privatgrund den Zugang zum See verhindern. Linkerhand erstrecken sich ausgiebigeFelder, auf denen der Mais noch in Blüte steht. Pferde und Ponys grasen auf den Weiden und sehr schön ist der Anblick der Pony-Fohlen auf einer Weidefläche.

An der Wegegabelung, die einerseits nach Gothen und zum Wolgastsee führt,  wenden wir uns der zweiten Möglichkeit zu und erreichen schließlich die Bahnunterführung durch welche wir das Klinikgelände des Seebades Heringsdorf erreichen. Von hier geht es dann zurück nach Bansin, aber nicht ohne nochmals im Biergarten des Hotel Coralle eine Mahlzeit zu uns zu nehmen. Hier waren wir bereits zuvor während eines Spaziergangs nach Heringsdorf gelandet. Wie wir jetzt erfahren haben heißt das Haus heute “Strandhaus Heringsdorf”.

Sturm auf Usedom

Eine heimliche Hoffnung sollte an diesem Tag in Erfüllung gehen. Bereits die Geräusche die nach dem Erwachen unser Ohr erreichen machen es klar ,es stürmt mächtig über der Insel. Schon immer wollte ich einmal die Gelegenheit haben eine stürmische See zu fotografieren. Warm eingepackt die Mütze aufgesetzt und selbst Ruth benutzt heute die Kapuze ihrer Wetterjacke, geht es rüber an den Strand. Man muss sich schon richtig gegen den Wind stemmen und das ruhige Halten der Kamera ist doch nicht so einfach wie gedacht.

Schloon Idyll

Es ist schon ein phänomenaler Anblick wenn man das Meer einmal so wüten sieht, auch wenn der Sand unangenehm ins Gesicht weht. Eine Zeit bewundern wir diesen Anblick während wir weiter die Promenade entlang in Richtung Heringsdorf laufen. Schließlich biegen wir ab und wenden uns dem Schloonsee zu.

Hier kehren wir im „Schloon Idyll“ ein. Das Hotel und Restaurant bietet Speisen und Getränke zu normalen Preisen und bietet dazu noch eine sehr schöne Außengastronomie, die natürlich heute bei dem Wetter nicht genutzt werden kann. Ebenso schön ist die Inneneinrichtung, so besteht die Theke aus einem Schiff.  Zander und Lachs schmecken uns hervorragend.

Andere Gäste empfehlen uns den Kuchen, der hier vom Chef selbst gebacken wird. Dazu sind wir allerdings jetzt nicht mehr in der Lage, aber der Kuchen in der Vitrine verspricht so einiges, riesige Stücke vom Allerfeinsten sind hier angeboten. 

Es wird kühl

Auf dem Weg zurück gehen wir noch einmal an der Promenade vorbei, wo der Sturm bereits für einen Einsatz der Feuerwehr gesorgt hat. Auch der heutige Tag beginnt stürmisch und kalt. Da wir die Leihräder bereits abgegeben haben und es auch zum Radeln und Wandern zu stürmisch und frisch ist, fahren wir mit dem Auto einige interessante Orte auf der Insel an.

Schloß Stolpe

Das sehr schön wieder restaurierte Schloß  Stolpe können wir leider nicht von Innen besichtigen, da wegen einer Familienfeier das Schloß fürBesucher geschlossen ist.Vom Turm aus hätte man einen Blick auf das Stettiner Haff genießen können. Der kleine Ort Stolpe ist ebenfalls schön anzusehen, mit schicken alten und neuen Häusern. In kurzer Entfernung kann auch ein Wisentgehege besichtigt werden.

Stadt Usedom

Weiter führt uns die Fahrt in das Städtchen Usedom, welches der Insel den Namen gibt. Einstmals eine angesehen Industrie und Handelsmetropole verlor die Stadt nach einem Großbrand diesen Ruf und beginnt jetzt mit dem Aufbau für den Tourismus interessant zu werden. Den Eingang zu der schön wiederhergestellten Altstadt bildet das Anklamer Tor.

Hubeisenbrücke

Die sehenswerte St. Marienkirche bildet mit dem restaurierten Rathaus den Kern der Altstadt. Die Fahrt führt uns in den äußersten Süd-Westen der Insel Usedom. In Höhe des Ortes Kanin findet sich der Rest einer ehemaligen Hubeisenbahnbrücke. Es steht heute lediglich noch das Teil mit welchem die Eisenbahnschienen bei Bedarf über Motoren hochgezogen wurden, um den Schiffen eine Durchfahrt zu ermöglichen. 

Einst zählte diese Eisenbahnverbindung zu einer sehr stark befahrenen Strecke, da zur Zeit der Hitler Ära Züge die die V1 und andere Raketen, die mit Hilfe des Ingenieurs Werner von Braun in Peenemünde hergestellt wurden, diese Strecke zum Transport in Anspruch nahmen.

Mönchow

Wir fahren nun weiter über Mönchow mit einer der ältesten Kirchen der Insel und einem außerordentlichen Mausoleum auf dem dortigen Friedhof. Der Bauer Carl Dennenfeldt, ließ sich 1891 auf dem Mönchower Friedhof dieses Mausoleum durch den Maurermeister Pistorius  aus Swindemünde errichten. Damals betrugen dieKosten für dieses, heute unter Denkmalschutz stehenden  Neobarockbaus 25.000Mark. Die Kuppel wird von 4 Obelisken umrahmt .

Bevor wir unsere Rückfahrt antreten, machen wir noch einen Abstecher zu dem kleinen Ort Warthe. Die Fahrt führt über Liepe, ebenfalls ein schöner kleiner Ort, mit altem Fachwerk und herrlichen reetgedeckten Häusern. Auf dem weiteren Weg haben wir noch ein besonderes Erlebnis. Kurz hinter einer Kurve steht plötzlich ein Bulle vor uns auf der Straße.  Zu gleicher Zeit biegt aber auch schon der Bauer auf einem Moped vom Acker um den verirrten Bullen zu seinem Stall zu lotsen und so können wir kurz darauf unsere Fahrt fortsetzen.

die blauen Häuser

Besonders in Erinnerung bleiben die blauen Häuser von Warthe, weshalb sie auch auf der gesamten Insel bekannt wurden. Die Rückfahrt nach Bansin unterbrechen wir mit einem Aufenthalt in Rankwitz um indem kleinen Hafen im Fischrestaurant einzukehren. Langsam sind die Tage unseres Insel  Urlaubes gezählt. Einmal noch spazieren wir von Bansin über die Promenade nach Heringsdorf.

Heute ist Himmelfahrtstag und daher ist auch besonders viel los auf den Wegen der Kaiserbäder. Besonders in Heringsdorf brummt der Bär. Den Rückweg nehmen wir dann nicht den Küstenweg, sondern die Wege durch die Ortschaften und wir sehen nochmals sehr schöne Baudenkmäler. Wieder in Bansin angekommen setzen wir uns auf die Außenterrasse des Restaurants „Schloon Idyll“. Das Stück Kuchen, das uns hier serviert wird hat eine enorme Größe. Andere Lokalitäten würden hier sicherlich 2 Stücke daraus machen.

Gegen Abend sind wir dann bei Frank und Heidrun eingeladen und es wird ein sehr gemütlicher Abend bei Essen und Trinken.