Eulen – Hören, Sehen, Fliegen in Perfektion

Eulen können extrem gut hören und völlig lautlos fliegen. Im letzten Beitrag haben wir uns bereits mit dem Gehör und den Augen der Vögel befasst. Bei den Eulen sieht das allerdings anders als bei den Vögeln aus.

das Ohr – das Superorgan

Auch die Eulen besitzen kein Außenohr und somit keine Ohrmuschel. Nun werden sicher gut beobachtende Leser sagen das die Eulen, wie der Uhu, doch auf dem Kopf Ohren haben. Das sind aber leider nur Federbüschel die mit dem Gehör nichts zu tun haben. Noch ist nicht genau bekannt, wozu diese “Puschel” eigentlich vorhanden sind. Man vermutet das es etwas mit der Balz zu tun haben könnte.

Bild : Schleiereule

Eulen

Am hinteren Rand des Gesichtsschleiers, der den Vorderkopf kranzmäßig umrahmt und mit Federn bedeckt, liegen die schlitzförmigen Ohren. Es gibt einen inneren und einen äußeren Gesichtsschleier. Der äußere Gesichtsschleier kann seine Form verändern. So werden die Schallwellen auf die, in unterschiedlicher Höhe gelagerten Ohren, gelenkt.

Die unterschiedliche Lage der Ohren ermöglicht es den Eulen genauesten zu eruieren woher ein Geräusch kommt. Sie sind in der Lage anhand des Geräuschs zu erkennen ob dieses von oben-unten, links oder rechts kommt und nehmen selbst Töne im Hochfrequenzbereich wahr.

die Augen der Eule

Die Augen der Eulen sind gut, aber nicht gut genug um damit in der Nacht die Beute zu erhaschen. Auch wenn die Netzhaut mit vielen “Stäbchen” ausgestattet ist, die für das Hell-Dunkel-Sehen zuständig sind und jeden kleisten Lichtstrahl auffangen, sehen Eulen in der Nacht nur etwa drei Mal besser als der Mensch. Die geringe Anzahl an “Zapfen” in der Netzhaut bewirkt das Eulen in der Nacht lediglich die Grundfarben Gelb, Rot und Blau sehen können.

Der wichtigste und unübertroffene Aspekt für die Jagd ist also das extrem gute Gehör der Eulen. Hinzu kommt der lautlose Flug der Tiere. Ein Flug mit Geräuschbildung würde die Artgenossen nur stören.

Wer schon einmal eine Taube beim “Abflug” gehört hat, weiß wie deutlich ein Flug zu hören sein kann. Die Eulen haben aber an ihren Schwungfedern feinste zusätzliche Härchen mit einer ganz feinen Zahnung. Diese verhindern das Aufwirbeln der Luft.

Eulen

Wem es vergönnt war eine Eule zu streicheln, stellt fest das sich das Gefieder wie Samt anfühlt. Jeder Luftstrom wird dadurch in derart kleine Luftwirbel zerlegt, das selbst Geräusche im Ultraschallbereich nicht zu bemerken sind. Ein Opfer wird die nahende Eule niemals hören können.

Hören und riechen – haben Vögel Nase und Ohren ?

Hören und riechen – sieht man sich einen Vögel an, fragt man sich wo er eigentlich die Ohren hat. Kann er etwa trotz seiner herrlichen Gesänge die Melodien anderer Vögel gar nicht hören und wie verständigen sich dann die Vögel ?

Ich nehme es einmal vorweg, er kann durchaus hören und er kann auch riechen, aber wie, das ist hier die Frage.

Hören – es fehlt das Aussenohr

Seine Ohren sind von Federn bedeckt und es fehlt das Aussenohr. Das Aussenohr  ist Bestandteil des Ohres und umfasst die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang.

Andere Tiere hören mit Hilfe des Aussenohres. So nehmen Sie verschiedene Laute und Höhen wahr.

Bei den Vögeln stellte die Forschung fest, dass der gesamte Kopf die Funktion der Ohrmuschel übernimmt. So wird durch die ovale Kopfform der Schall aus verschiedenen Höhenwinkeln identifiziert und verarbeitet.

Anhand der unterschiedlichen Lautstärken an den beiden Ohren erkennt der Vogel aus welcher Richtung der Schall kommt, ähnlich wie die Ohrmuschel.

Weil Vögel zudem seitlich sitzende Augen haben, erreichen Sie ein Sehfeld von 360 Grad. Diese Eigenschaft und die Spezialisierung, Geräusche aus unterschiedlichen Höhen zu verarbeiten, ergänzen den Hör- und Sehsinn auf idealer Weise.

Riechen – wo ist die Nase ?

Beim Riechen sieht es ähnlich aus. Eine Nase ist nicht zu erkennen. Auch die Nase des Vogels liegt unter Federn versteckt. Auch ihre Nase hat zwei Löcher. Diese haben aber nichts mit den beiden Löcher zu tun , die manche Vögel auf dem Schnabel haben, sie sind Teil der Atmung.

Vögel können verschiedene Düfte erkennen. In Versuchen wurde festgestellt, dass das Herz eines Vogels auf die verschiedenen Duftvarianten, je nach Geruchsart, unterschiedlich schnell oder langsam reagierte und schnell oder langsam schlug.

Verschiedene Vogelarten erkennen sich am Geruch und der Duft des eigenen Nestes, kann von dem des fremden Nestes unterschieden werden.

Bei Brieftauben hat man erforscht das das rechte Nasenloch stark an der Navigation beteiligt ist. Ist das rechte Nasenloch verstopft, dauert der Heimflug in den heimischen Schlag deutlich länger.

Nur weil der Mensch Nase und Ohren nicht erkennen kann, heisst das also nicht, dass ein Tier die Fähigkeiten des Hören und Riechen nicht besitzt.

hören
hören und riechen
hören
hören und riechen

Haubenenten – Landenten ist die Zucht eine “Qualzucht ?”

Haubenenten – oder Landenten, davon hatte ich bisher nichts gehört. Jetzt sah ich einige dieser Art im Kurpark von Bad Zwischenahn und wir alle fanden den Puschel auf dem Kopf sehr possierlich, erinnerte doch das Aussehen irgendwie an eine eine gekrönte Ente.

Haubenenten

Natürlich musste ich gleich Nachforschungen über diese Entenart beginnen. Haubenenten werden überwiegend als Hausenten gehalten. Die Zucht der Haubenenten oder Landenten mit Federhaube gibt es schon sehr lange. Es soll 2000 Jahre alte Gemälde geben , auf denen diese Enten bereits zu sehen sind.

Als gelungene Zucht gelten schwarze oder weiße Enten mit der Haube genau in der Schädelmitte.

Dann stieß ich auf Artikel die im Zusammenhang mit der Zucht dieser Tiere von einer “Qualzucht” ausgingen.

Qualzucht – was ist das ?

Von einer Qualzucht spricht man, wenn Äußerlichkeiten und optische Veränderungen bei der Zucht eines Tieres geduldet werden, obwohl sie dem Tier schaden und Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen zufügen.

Nun las ich in einem Artikel der Osthessen News vom 20.01.2011 über die Aufhebung des Zuchtverbot für Landenten mit Federhaube. Zuvor hatte das Hessische Verwaltungsgericht ein Verbot der Zucht erlassen, wogegen ein Züchter Revision eingelegt hatte.

Die Zucht der Haubenenten – Landenten mit Federhaube gilt für Tierschützer und andere als “Qualzucht”.

Bei der Zucht von Haubenenten – Landenten mit Federhaube kommt es häufig zu vielen genetischen Defekten, bei denen schwere Mißbildungen bei den Nachzuchten im Gehirn auftreten. Hirndeformationen, Schädeldefekte und Hirnbrüche und offene Schädel unter der Haube werden genannt.

Landenten mit Haube neigen zu Fettkörpern im Gehirn, wodurch gestörte Bewegungskoordinationen auftreten, abhängig von der Größe der Fettkörper im Gehirn. Diese Fettkörper sind gemäß der Aussage von Züchtern beeinflußbar.

Das Tierschutzgesetz definiert die Qualzüchtung unter anderem so: ” der Tatbestand ist erfüllt wenn…. und sich in züchtungsbedingten, morphologischen und/oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind….”

Haubenenten

Vier anerkannte wissenschaftliche Arbeiten von 1910 bis 1999, darunter auch eine im Auftrag des Bundesverbandes der Rassegeflügelzüchter, kommen zu dem Ergebnis das es sich bei der vorliegenden Zucht um Qualzucht handelt.

Offenbar reicht aber das Tierschutzgesetz in seiner heutigen Form nicht aus um derartige Züchtungen zu verbieten.

Nationalparks und Naturschutzgebiete was ist der Unterschied ?

Nationalparks – sind Gebiete, die vor dem Eingriff des Menschen geschützt werden sollen. Der erste seiner Art war der Yellowstone Nationalpark. Die Natur soll in Nationalparks auch Natur sein dürfen. Der Mensch hat keinen Zugriff auf die natürliche Entwicklung in Nationalparks.

Deutsche Nationalparks

Zu den deutschen Nationalparks gehören der Bayerische Wald, Teile des Berchtesgadener Landes, der Nationalpark Schwarzwald, das untere Donautal, der Nationalpark Kellerwald – Edersee, Hunsrück Hochwald, der Harz, die sächsische Schweiz, Hunsrück Hochwald im Saarland, Müritz Nationalpark und in Rheinland Pfalz, der Nationalpark Hainich und das Niedersächsische Wattenmeer.

Menschen müssen sich in Nationalparks an genaue Regeln halten, wie zum Beispiel im Müritz Natioanalpark

Nationalparks
Nationalpark Harz

Das niedersächsische Wattenmeer

Das Niedersächsische Wattenmeer erfüllt auch noch die Kriterien anderer Schutzorganisationen. So gilt es als Biosphärenreservat der Vereinten Nationen, gehört zu den RAMSA Feuchtgebieten und zum FFH Schutzgebiet für Vogelschutz, Flora und Fauna Gebiet der EU.

Auf den Weg in die skandinavischen, kanadischen und sibirischen Brutgebiete machen 25 Zugvogelarten in den Wattflächen ihre Rast und weitere 30 Küstenvogelarten nutzen das Watt mit 100.000 Paaren als Brutgebiet.

Das Nationalparkgesetz von 1999 reguliert das Leben in den Nationalparks. Es gibt 2 Schutzzonen, die Zone 1 ist mit Ausnahmen, wie der Krabbenfischerei, der Natur belassen. Eine weitere Ausnahme existiert in dem Gebiet zwischen Sylt und Föhr.

Die Schutzzone 2, zu der auch das westlich von Sylt und Amrum gelegene Walschutzgebiet liegt, darf eingeschränkt vom Menschen genutzt werden.

Naturschutzgebiete

Natutschutzgebiete sollen bestimmte Tier- und Pflanzenarten erhalten, oder wieder herstellen. Die Flächen befinden sich häufig in privatem Besitz. Der Eigentümer muss nachdem das Gebiet zum Schutzgebiet ausgewiesen worden ist, Nutzungsbeschränkungen akzeptieren. Das ist häufig ein Streitpunkt bei der Holzwirtschaft.

In der Regel dürfen Spaziergänger in Naturschutzgebieten nur die ausgewiesenen Wege benutzen und dürfen diese nicht verlassen.

Das erste deutsche Naturschutzgebiet wurde 1935 das Neandertal bei Düsseldorf.

2008 existierten in Deutschland 8413 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 1.271.582 Hektar. Für den Erhalt der Arten ist diese Fläche nach Meinung von Experten noch deutlich zu klein.

Strukturfarben – warum schillert der Eisvogel im Licht ?

Strukturfarben – so bezeichnet man die schillernden Farben des Eisvogel oder der Stockente und des Eichelhäher, wenn die Vögel vom Sonnenlicht beschienen werden. Es scheint sie eine besondere farbige Aura zu umgeben.

Diese Strukturfarbenen sind auch zu sehen, wenn man eine Seifenblase bildet und diese von der Sonne erfasst wird. Je nachdem aus welchem Winkel und Intensität der Sonneneinwirkung reflektiert das Licht in leuchtenden Farben.

Beim Eisvogel entstehen diese schillernden Farben nicht durch die Pigmentierung. Wenn man eine Feder des Vogels findet und an ihr reibt, verschwindet das leuchtende Blau zwischen den Fingern. Wie kommt es dann zu dem interessanten Leuchten des Federkleids bei den Vögeln ?

Strukturfarben
pixabay garageband

Strukturfarben – Lichtreflektion – Mikrostrukturen

Die Lichtreflektion geschieht durch Mikrostrukturen in der Feder, die das Licht verstärken und in unseren Augen intensivere Farben sehen lassen.

Der Farbeffekt richtet sich nach dem Aufbau der Strukturen. Das sind dünne Plättchen oder Luft-Hohlräume oder durch den Einfallswinkel des Lichtes.

Ansonsten wird die Farbe der Vögel durch Pigmente bestimmt. es gibt körpereigene Pigmente und aufgenommene Pigmente, die die Farben der Vögel bestimmen. Dazu gibt es bereits einen Bericht unter “Farben und Vögel”.

Strukturfarben und Pigmentierung

Das Pigment Cartinoid nehmen die Vogel durch das Fressen auf. Es ist kein körpereigenes Pigment. Es befindet sich im Gefieder und auf der Haut, Die Intensität der Farben wird auch häufig über die Durchblutung bestimmt.

Melanin wird aus der Aminosäure Tyrosin vom Körper selbst gebildet. Je nach Synthese wird ” Eumelanin ” oder ” Phäomalin ” gebildet. Das Eumealnin steht für die braun/schwarzen Farbtöne, das Phäomalin für braun/rotes Gefieder.

Es gibt noch weitere Säuren als Bausteine der Pigmentierung, wie die Nucleinsäure, die beim Vogel die Farbe der Iris bestimmt, oder Pterin für das Auge des Uhus.

Manche Vögel bestimmen ihre Farbe aber auch durch eigenes Handeln. Der Bartgeier “badet” gerne im roten Schlamm um seiner Brust eine rote, rostige Färbung zu geben. Dazu gab es vor Kurzem einen interessanten Bericht auf ARTE.

Brieftauben – Sport oder Tierqälerei ?

Brieftauben – Das Halten von Brieftauben hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition. Viele Bergleute hielten sich in ihrer Freizeit Tauben. In Dortmund findet regelmäßig das weltgrößte Taubenzüchter-Treffen statt. Deutschland zählt noch etwa 30.000 Brieftaubenzüchter.

In einem Blogbeitrag von “Gutes Karma to go” las ich nun einen Bericht über das Halten von Brieftauben. Vieles davon war mir nicht bekannt und ich sehe nun die alteingesessene Tradition der Brieftauben – Zucht mit anderen Augen.

Was hat es mit den Wettflügen die regelmäßig stattfinden auf sich? Die Leistungen der Tauben wurden stets von allen bewundert, wie schaffen die Vögel es eigentlich immer wieder aus über 1000 Kilometern ihren Schlag zu finden ?

Brieftauben mit engem Familienband

Die Züchter nutzen die Eigenarten der Tauben aus. Die “Wettkampftaube” wird von ihrer Familie und ihrem Heimatschlag getrennt. Tauben haben aber ein sehr enges, festes Familienband. Sie sind meistens ihrem Lebenspartner ewig treu. Man trennt also den “Wettkampfvogel” von der Brut, dem Partner und dem heimischen Schlag, weil man weiß, dass der Vogel alles einsetzen wird um so schnell wie möglich wieder zu seiner Familie zu kommen. Dabei erreichen die Vögel bis zu 130 km/h.

Die verschiedenen Arten des “Trennens” nennt der Brieftaubenzüchter “Nest- oder Witwermethode”.

Brieftauben

Brieftauben – das Leiden

Immer wieder werden die Tiere auf diese Weise “trainiert”. Bei den dann kommenden Wettkämpfen verlieren über 53 Prozent der Tiere aus Erschöpfung oder Flüssigkeitsmangel ihr Leben. Viele fallen auch Greifvögeln zum Opfer oder werden tödlich verletzt.

Die größten “Verluste” gibt es bei den sogenannten “Tribünenflügen”. Hier werden die Besten der Besten gesucht und alles was nicht in das Idealbild passt wird getötet. Dabei wird den Tieren ohne Betäubung der Hals umgedreht. Die Verluste liegen dort bei 75 Prozent.

Das derartiges Handel gegen das Naturschutzgesetz verstößt belegt auch PETA in einer Dokumentation. Wenn man diese Sachverhalte kennt, kann man sich eigentlich kaum noch sehr für diesen “Sport” begeistern.

Tiere in der Stadt – wird der Lebensraum knapp ?

Tiere in der Stadt – Immer öfter werden wilde Tiere im städtischen Raum beobachtet. Liegt es an dem knapper werdenden Lebensraum, weil die Städte immer größer werden und der Natur Raum nehmen? Oder ist es das große Nahrungsangebot, das die Menschen über den Müll und die achtlos weggeworfenen Essensreste bieten?

Tiere in der Stadt wegen gedecktem Tisch

Es trifft wohl beides zu. Ein weiterer Grund ist weniger Betrieb in den Städten durch die Corona Krise. Längst nicht mehr so viel PKW auf den Strassen und weniger volle Innenstädte ist eine Folge der Pandemie.

Der Fuchs pirscht aber schon viel länger durch die Städte und weiß genau wo er seine Nahrung herbekommt.

Bei uns im Garten konnten wir über die Wildkamera beobachten wie er die Fettklötze, die eigentlich für die Vögel gedacht waren um sich Energie für den Flug in die Winterquartiere zulegen zu können, stibitzte. Das war auch kein Zufall. Er wurde dabei beobachtet wie er jede Nacht den selben Weg durch die Gärten der Nachbarschaft nahm und wahrscheinlich nicht nur bei uns erfolgreich war.

Regelmäßig kommt es vor das Marder die Bremsschläuche an Autos zerbeissen und Waschbären Blumenkästen auf Balkon und Terrasse nach Insekten durchsuchen.

Zwischen unserem Haus und dem Altbau gegenüber können wir jeden Abend bei Eintritt der Dämmerung mehrere Fledermäuse beobachten die im schnellen, kreisenden Flug und mit rasanten Flugmanövern auf der Jagd nach Insekten sind.

Tiere in der Stadt – Berlin

Während in Berlin bereits seit mehreren Jahren ständig davon berichtet wird das Wildschweinrotten durch die Straße ziehen, kommen sie hier im Ruhrgebiet ebenfalls allmählich dem städtischen Raum immer näher.

Rehwild wird in städtischen Anlagen immer häufiger angetroffen, weil sie hier nur selten auf einen Jäger stoßen können und sich sicher fühlen. Hier geht dann eher die Gefahr von frei laufenden Hunden aus.

In den alten Bäumen der Friedhöfe fühlen sich die Spechte wohl, da sie so alten Baumbestand, wie auf den Friedhöfen und den alten Parkanlagen, in der Forstwirtschaft draussen kaum noch finden können.

Peter Wohlleben berichtet in der Zeitschrift “Wohllebens Welt” in der Ausgabe Sommer 2020 von den in Berlin lebenden Wildtieren und hat sie beziffert. Für die Hauptstadt werden über 800 Waschbären, 1800 Füchse, 2000 Marder, 3000 Kaninchen und 5000 Wildschweine aufgelistet.

Hinzu kommen Graureiher, und viele Vogelarten. So gilt die Stadt als Hauptstadt der Mäusebussarde und Spatzen.

Tiere in der Stadt wegen weniger Lebensraum

Die immer mehr wachsenden Städte nehmen der Natur Platz und somit auch Lebensraum für die Tiere, die dann immer mehr die Näher der Menschen suchen. Die Müllhalden und weggeworfenes Essen bieten den Tieren einen reichlich gedeckten Tisch. In letzter Zeit wurden Bewohner sogar aufgerufen Tauben zu füttern, weil sie wegen der Corvid 19 Pandemie kaum noch Essensreste in der Stadt finden.

Tiere in der Stadt
13smok pixabay

Durchziehende Wildschweine wissen bereits genau wie sie die Mülltonnen im Ort umkippen und öffnen und Krähe und Elster haben längst den Trick raus wie sie an die “Leckereien” in den Abfallbehältern an Straßen und Wegen kommen.

Die Aasfresser können förmlich am Strassenrand warten, bis irgendein Tier überfahren wird. Der Graureiher kennt längst die Gartenanlagen mit Fischteichen und weiß, in welchen Parks Fischteiche oder Froschteiche zu finden sind. Seine ursprüngliche Scheu hat er ebenfalls längst verloren, weil er nicht mehr bejagt werden darf.

In Berlin leben über 165 Arten von Brutvögeln. Dazu gehören selbst Arten wie der Mittelspecht und die Grauammer. Ähnlich sieht es in vielen anderen Städten weltweit aus. Andere Städte, andere Arten. So läßt sich in Amsterdam der Fischreiher von Fussgängern füttern und in Velbert der Nutria am Teich.

Das das Leben im städtischen Raum aber auch nicht das Paradies auf Erden für die Tiere bedeutet, belegt die Zahl der an Glasfronten und Fensterscheiben zu Tode gekommenen Vögel. Jährlich betrifft das in Deutschland 115 Millionen Vögel.

Kohleausstieg – Deutschland als Vorbild? oder hinken wir hinterher?

Kohleausstieg – ein Thema seit mehreren Jahren. Erst vor zwei Tagen waren Greta Thunberg und die deutsche Vertreterin von Fridays for Future, Luisa Neubauer, bei Angela Merkel. Sie wollten darauf drängen das die Angelegenheiten für den Klimaschutz jetzt vorangetrieben werden müssen, es keinen Aufschub geben darf . Die Kanzlerin solle dabei eine Führungsrolle übernehmen.

Warum auch ich mich für den schnellen Kohleausstieg einsetze, liegt auf der Hand. Die Natur und somit auch die Vögel, die Tiere und die Menschheit laufen in Gefahr unter die Räder zu kommen, weil vieles was getan werden muss nur halbherzig geschieht.

” Kohelausstieg – was soll das, sagen einige Vertreter, was nutzt es wenn Deutschland aussteigt und alle anderen machen fleißig weiter ! “

Kohleausstieg in Europa

Wie falsch diese Aussage ist belegen folgende Fakten :

Viele europäische Staaten sind bereits sehr viel weiter als die Bundesrepublik Deutschland.

In Großbritannien ist das Ende der Kohle schon seit 1980 ein Thema. Damals wurden bereits Kohlekraftwerke geschlossen. Bis 2022 sollen sieben weiter KKW´s vom Netz genommen werden. Seit 2012 wurde die Kohlenutzung in Großbritannien um 80 Prozent auf nun noch 15 Prozent gesenkt.

Irland will bis 2025 auf Null Prozent Kohleanteil kommen.

Frankreich legt den geplanten Kohleausstieg , ursprünglich für 2023 geplant, sogar vor.

Italien will bis 2025 aus der Kohle aussteigen.

Norwegen ist bereits kohlefrei und Schweden ist bis 2022 soweit.

Belgiens Stromversorgung ist kohlefrei und in den Niederlanden soll 2030 Schluß sein.

Österreich prüft den geplanten Ausstieg anstatt 2025 bereits früher zu schaffen.

In Spanien wird der Kohleausstieg für 2025 erwartet.

Die Slowakei und selbst Ungarn wollen aus der Kohle bis 2030 aussteigen.

Wie man sieht kann keine Rede davon sein das Deutschland eine Vorreiterrolle beim Kohleausstieg inne hat. Der bei uns geplante Ausstieg im Jahr 2038 liegt sogar sehr weit am Ende der europäischen Staaten.

Kohleausstieg

Vogelart – wie entstehen Arten ?

Vogelart – wie entsteht die Artbildung bei den Vögeln? Beim letzten Besuch des Abstküchenteichs vielen uns die vielen Enten-Hybride auf. Da stellte sich mir die Frage ob es das auch bei den Vögeln gibt.

Hybrid ist die Bezeichnung für die geschlechtlichen Fortpflanzung zwischen verschiedenen Gattungen oder Arten.

Zwillingsvögel und die eigene Art

Vögel bleiben bei der Fortpflanzung strikt bei der eigenen Vogelart. Selbst bei den Zwillingsvögeln, die sich ja so ähnlich sehen, dass wir oft Probleme haben sie auseinander zu halten, gibt es keine Vermischung der Vogelart.

Beispiel die Sumpf- und Weidenmeise. Obwohl häufig im selben Lebensraum zu finden, bleibt die jeweilige Vogelart unter sich.

Die Vögel erkennen sich am Gesang, an der Farbe und am Verhalten. Die einen bevorzugen den Nadelwald, die anderen den Laubwald. Sie fressen unterschiedliche Samen und Insekten, obwohl sie fast ein identisches Aussehen haben. Die optische Ähnlichkeit fällt dem Menschen besonders auf. Vögel sehen ein größeres Farbspektrum. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie Unterschiede deutlicher erkennen. Gleiches gilt für den Baumläufer und Waldläufer. In allen Fällen kommt es nicht zur Hybridisierung.

Vogelart - Stieglitz
Stieglitz

Eine Vogelart die weit verbreitet ist, kann sich in Färbung und Stimme von dem bei uns heimischen Vogel unterscheiden. Der bei uns anwesende Stieglitz sieht anders aus, als der Stieglitz im Mittelasien. Dort hat er einen grauen Oberkopf und einen grauen Rücken, bleibt aber dennoch weiterhin ein Stieglitz.

In den Winterquartieren stoßen beide Arten aufeinander. Im Nordost Iran und Westsibirien kommt es zur Vermischung der Vögel. Sie gehören zwar verschiedenen Unterarten an, bleiben aber als Vogelart ein Stieglitz. Sie bilden trotz der Unterschiede der Gefierderfärbung keine neue Fortpflanzungsgemeinschaft.

Vogelart – Entfremdung

Eine neue Art entsteht nur durch Veränderung der Geologie. Überflutung, Erdrutsche, Absenkungen, Klimawandel oder Vegetationsveränderung können zu geologischen Trennungen führen. Im mehrere tausende Jahre dauernden Verlauf, entstehen innerhalb einer Vogelart Veränderungen. Die Art wird sich “fremd”. Bei einem eventuellen erneuten Aufeiandertreffen verstehen sie sich nicht mehr. Die Fortpflanzungsgemeinschaft ist zu unterschiedlich geworden.

Sollte die Trennungszeit nicht ausgereicht haben um sich total zu entfremden, kann es innerhalb einer Hybridzone zur erneuten Vermischung kommen. Ein Beispiel ist die Rabenkrähe die sich entlang der Kontaktzone über Mitteldeutschland, Österreich und Schleswig Holstein mit der Nebelkrähe vermischt und Bastarde bildet. So ist im Westen die Rabenkrähe zu finden und im Osten die Nebelkrähe.

Quellen: Internet und “der Falke” 46/1999

Vogelbeobachtung das Problem den Vogel zu finden und zu erkennen

Vogelbeobachtung – wer kennt das nicht, da geht man mit seinem Partner durch das Gelände und plötzlich sagt er “siehst du den schönen Vogel da oben?” und zeigt mit ausgestrecktem Arm und geballter Faust und gestrecktem Zeigefinger in eine Richtung.

Man selbst sieht alles, nur nicht den besagten schönen Vogel. Woran liegt das? An der vagen Beschreibung mit einer groben Richtung die, durch unseren anderen Standort als der Beobachter, noch verzerrt wird. Unsere Chance wäre größer, wenn wir genau da stehen würden wo unser Partner steht, oder mindestens gleich hinter ihm, da wäre die Richtung wenigstens schon etwas genauer.

Vogelbeobachtung – wo ist der Vogel ?

Vor uns steht aber eine Reihe von Bäumen, wo soll da das Vögelchen sein? Es bedarf also einer genaueren Ortsbestimmung. Wenn man sich mit seinem Partner schon einmal so weit geeinigt hat, dass man bei einer Sichtung von Vögeln in Bäumen immer vom Stamm ausgeht, ist man schon einen Schritt weiter.

Dann noch die genauere Bezeichnung, wie der dritte Baum von rechts, in der Baumkrone unteres Drittel, dann ist die Fläche bereits eingegrenzt. Nun folgt die noch genauere Deutung. Mit Hilfe der Seefahrt – Steuerbo(r)d (rechts – zu erkennen am “R” im ersten Wortteil von Steuerbord), – Backbord – links vom Stamm (es fehlt das “R” im ersten Wortteil von Backbord) und in der Seefahrt wie auch anderswo kommt dann die Uhr ins Spiel.

Man kann natürlich auch einfach links und rechts vom Stamm sagen.

Dritter Baum von rechts, Baumkrone, unteres Drittel auf 3 Uhr Steuerbord, mittig, bezeichnet die genaue Position des gesuchten Vogels und ermöglicht es den Vogel zu entdecken, bevor er schon wieder davon geflogen ist.

Vogelbeobachtung

Der Kamerad der den Vogel zuerst gesichtet hat, sollte ihn auch weiter im Auge behalten, falls er sich vom unteren Drittel in ein anderes Drittel, oder gar auf einen anderen Baum begeben sollte. Dann muß sogleich eine neue Ortsangabe weitergegeben werden. Sollte dabei ein Spektiv genutzt werden, sollte der Beobachter sich nicht ablenken lassen und ständig die Angaben korrigieren.

Wenn man sich mit seinem Partner über die Begriffe einig ist, sollte es auch möglich sein, seine Entdeckungen gut zu vermitteln.

Vogelbeobachtung – welcher Vogel ist es ?

Hat man den Vogel entdeckt, geht es daran herauszufinden, um welchen Vogel es sich handelt.

Das braucht natürlich seine Zeit, bis man soweit ist einen Vogel auch sicher bestimmen zu können. Ein Notizblock auf dem man bereits einige Vorgaben eingetragen hat, kann da hilfreich sein.

Folgende Angaben sollte man bereits vorher eingetragen haben :

Habitat …………. in welcher Umgebung habe ich den Vogel gesehen, Wald, Waldrand, Wiese, Feuchtgebiet, Feld, Blumenwiese etc.

Beinfarbe ………. eventuell hilft schon hell/dunkel, oft sind die Beine nicht gut zu sehen.

Augenfarbe …… ebenfalls aus der Entfernung schwer zu sehen. Hat der Vogel einen Augenring und wenn welche Farbe hat dieser?

Schnabelform…. ist der Schnabel spitz, stumpf, stumpf und kurz, gekreuzt, lang und spitz, kegelförmig, gebogen, hakenförmig ? Der Schnabel sagt viel aus über die Fressgewohnheit des Vogels, was bei der Artenfindung hilfreich ist.

Federkleid …….. Hat der Kopf eine besondere Zeichnung? Haube, Farbe, Scheitel, Form wie Kragen, Bart, Wangenzeichnung (zB Haussperling/Feldsperling), Ohrdecken (Kopfseite – etwa auf Höhe unserer Ohren), hat der Vogel einen Augenstreif, welche Farbe ? lang?, kurz? schmal? breit? Sind Schnabel und Augen durch einen Streif verbunden etc.

Ist der Flügelbug markiert? (Flügelbug ist die Stelle wo die Flügel beim Anlegen einknicken. Übergang Arm/Hand.

Flügel ……………. Form des Flügels – langer und schmaler Flügel, spitzer Flügel , breiter Flügel , grosse Flügeloberfläche ), runder Flügel. Flügel mit Flügelstreif oder Binde? Länge der Federn im Verhältnis Schirmfedern zu Schwingfedern. Kann man die Anzahl der “Finger” erkennen? Hat die Oberseite des Vogels ein Muster? Schulter – Nacken? Sind die Schwingfedern gezackt oder gebändert…

Mehr zum Flügelaufbau gibt es hier

Schwanz ………… Schwanz lang, kurz im Verhältnis zum Körper, gegabelt, gebuchtet, mit Flügelband?

Stimme ………….. Wenn man den Vogel hört, ist das eine gute Möglichkeit ihn zu identifizieren. Dazu läßt man sich einfach eine Lautsprache einfallen die den Gesang nachahmt. Wie tiriririlili dööö … oder ähnlich, je nachdem wie man es selbst wahrnimmt.

Ein Foto mit einem Teleobjektiv gemacht, hilft selbstverständlich bei der Suche im Bestimmungsbuch, was natürlich zur Pflichtlektüre gehört.

Kleptoparasitismus – was ist das ? Tierreich

Kleptoparasitismus – dieses Wort kannte ich bisher auch noch nicht und wird bisher nur dem Tierreich zugeschrieben. Es ist die Bezeichnung für das Ausnutzen bestimmter Lebensleistung anderer Lebensformen.

So ist die Nutzung einer Nisthöhle die eine andere Gattung gebaut hat Kleptoparasitismus, weil die Nisthöhle von einer anderen Vogelart gebaut wurde als die Art die sie jetzt nutzt. Die Spechthöhle wird gerne von anderen Vogelarten genutzt, aber auch von anderen Säugetieren und Insekten wie dem Siebenschläfer, der Fledermaus oder der Hornisse.

Das Eichhörnchen in meinem Futterhaus nimmt sich auch Sachen die eigentlich für die Vögel gedacht sind. Der Grundgedanke des Futterhauses ist eben die Nutzung durch Vögel.

Kormorane verhindern mit ihrem Kot das Wachstum von Bäumen und halten so Flächen frei, was sich Gänse, Enten und andere Wasservögel nutzen dann diese Flächen für die Nahrungssuche.

Hochseevögel versuchen den Fang anderer Seevögel im Flug zu erbeuten. Manche Männchen versuchen sich den Erfolg eines anderen Männchen bei der Bruthilfe zu erschleichen um sich an das Weibchen ohne eigene Bemühungen heranzumachen und sich zu paaren.

Kleptoparasitismus bei den Pinguinen. Wenn die Pinguine versuchen aus dem Nachbarnest Nistmaterial zu stehlen um es im eigenen Nest zu verwenden, oder Nahrung aus dem Nest stibitzen, wird das Beuteparasitismus benannt, eine Unterart des Kleptoparasitismus.

Die Beute wird schmarotzert – Parasitos = Schmarotzer – Kleptomanie – der Drang zum stehlen.

Der Begriff Kleptoparasitismus wird stets im Zusammenhang mit dem Tierreich genutzt. Ich meine das man den Begriff durchaus auch auf die Menschen übertragen kann.

Wenn durch Vertreibung eines Menschen dessen Besitztum, das er sich selbst aufgebaut hat, von einem anderen einfach übernommen wird, wie es in den Siedlungsgebieten Palästinas geschieht, ist das für mich auch nicht anders zu bezeichnen, als die Inbesitznahme einer Spechthöhle durch eine andere Vogelart. So könnte man auch den Begriff “Enteignung” in einem neuen Licht betrachten.

Totholzhecke

Totholzhecke – auch unter dem Namen Benjeshecke bekannt, nach einer Idee der Brüder Heinrich und Hermann Benjes, ist die Art einer Heckenbildung auf natürliche Art.

Gesehen haben wir sie sicher alle schon. Diese “geflochtenen” Wälle aus Reisig” und Schnittgut. Aufgeschichtetes Totholz mit bänderförmiger Verbindung. Bisher dachte ich immer diese Anlagen wären extra für Vögel, Igel und Insekten aufgestellt worden.

Totholzhecke oder Benjeshecke

Der Gedanke dahinter ist jedoch ein anderer. Zwar ist es schon der Sinn die Vögel und andere Tiere dazu zu animieren in dem Gehölz ihr Domizil aufzuschlagen, aber es existiert ein Hintergedanke.

Die Vögel hinterlassen, wie auch die anderen Bewohner der Benjeshecken oder Totholzhecke, ihren Kot. Dieser fällt auf den Boden und läßt als natürliches Saatgut Pflanzen der heimischen Gewächse entstehen, die gesichert durch das Totholz, ungefährdet vor Verbiß heranwachsen können.

Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise eine stabile, dichte Hecke. So wie diese wächst, zerfällt das Reisig und es wächst eine Hecke heran, die der Artenvielfalt gerecht wird und besser ist als jeder Zaun.

Sträucher, Bäume und die Vögel gehen eine Symbiose ein. Die Pflanzen umhüllen Samenkörner mit Fruchtfleisch um Vögel anzulocken. Dadurch verteilen die Vögel den Samen der Hagebutte, der Eberesche, der Stachelbeere und anderer fruchttragender Pflanzen mehrere hundert Meter weit.

Wer also Vögel in seinem Garten haben möchte sollte heimische Pflanzen anpflanzen. Die Eberesche heißt ja nicht umsonst auch “Vogelbeerbaum”. Der Holunderstrauch ist bei über 60 Arten überaus beliebt. Die Drossel liebt die Beeren der Traubenkirsche und das Rotkehlchen das Pfaffenhütchen.

So bilden Vögel und Pflanzen eine Gemeinschaft, die beiden zu Nutze kommt.

Kiekkaaste

Kiekkaaste – das ist der Name des wohl schönsten und bemerkenswertesten “Grenzturms” an der deutsch – niederländischen Grenze.

Kiekkaaste – oder Guckkasten ist allerdings nicht als Grenzturm gedacht, sondern ein wunderbarer Beobachtungsturm im Watt am Dollart.

Kiekkaaste

Lediglich die Bohrinsel bei Dyksterhusen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeeer führt noch in das Watt hinein.

An fast allen Stellen der Küste kann man nur vom Deich aus auf die weit im Schlick befindlichen Limikolen und Watvögel sehen. Die Entfernungen sind schon recht beachtlich und man muß eine sehr starke Brennweite am Glas oder der Kamera haben um gute Beobachtungen oder Fotos machen zu können.

im Watt
die Kiekkaaste

Ganz anders verhält es sich an der Kiekkaaste, die quasi mitten im Schlick gebaut worden ist. Ein Plankenweg führt durch das Schilf und die Strandastern hinaus an den Wasserrand zum Turm. Unterwegs hört man die Blaukehlchen im Schilf und schließlich führt eine vier Meter hohe Wendeltreppe hinauf auf den Beobachtungsturm.

Treppe
Wendeltreppe zum Turm

Die Fenster sind mit Sichtklappen versehen und Farbtafeln im Inneren helfen bei der Bestimmung. Allerdings sind die Bezeichnungen auf holländisch und dann muß man schon wissen das “Swaarter Ruiter” der “Dunkle Wasserläufer ist” oder “Tureluur” der “Rotschenkel“.

Die Artenvielfalt ist groß und die Vögel befinden sich “direkt vor der Haustür”. Mit etwas Glück und einem guten Tele kann man sogar die Seehunde auf den Sandbänken vor Emden erkennen.

Kiekkaaste

Ansonsten sind Regenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer, Grünschenkel, Säbelschnäbler, Schnepfen und natürlich Gänse zu sehen.

Zu empfehlen ist eine morgendliche Anfahrt in der Woche, dann ist es noch ruhig am Turm und man sollte den Tidekalender kennen. Bei Flut kann es sein das Stiefel nicht ausreichen und wer bei Ebbe auf dem Turm ist und die einsetzende Flut mißachtet, muss eventuell in Kauf nehmen bis zur nächsten Ebbe auszuharren. Das kann natürlich auch spektakulär sein, wenn man etwas Verpflegung und Ersatzakkus für die Kamera dabei hat.

Kiekkaaste

Die Kiekkaaste ist ein “Muß” für jeden Naturliebhaber der sich in der Region am Dollart aufhält und Parkplätze sind am Wehr vorhanden. Von hier aus geht aus dann auch durch das Schilf zum Turm. Wir besuchten den Turm anläßlich unserer einwöchigen Reise nach Ditzum im Rheiderland.

Kiekkaaste

Augenlid – Vogel Mensch

Augenlid – Eines der stark gefährdeten Sinnesorgane beim Vögel sind die Augen. Diese liegen nämlich sehr nah am Schnabel, der Hand und Werkzeug ersetzt. Mit dem Schnabel wird gegraben, gehackt und gebaut.

Um das Auge vor Gefahr zu schützen, schließen sich die Augenlider sobald sich ein Gegenstand nähert. Sie schützen Linse und Augapfel.

Vögel haben sogar noch ein drittes Augenlid, die so genannte Nickhaut. Diese Nickhaut bewegt sich gleich schnell wie ein Augenlid, allerdings von der Seite, während sich die Augenlider von oben nach unten, oder von unten nach oben bewegen.

Bei Vögeln sind in die Nickhaut zwei Muskeln eingelagert, der Musculus quadratus membranae nicitantis und der Musculus pyramidalis membranae nicitantis. Sie ermöglichen einen aktiven Lidschlag der Nickhaut.

Die Nickhaut ist fast durchsichtig, versorgt den Augapfel mit Feuchtigkeit aus dem Sekret der Nickhautdrüse und reinigt das Auge. Bei einigen Vögeln hat die Nickhautdrüse einen dunklen dünnen Rand, ist aber nur schwer zu erkennen.

Beim Menschen ist die Nickaut verkümmert und nur noch ein funktionelles Element in Form einer Bindehautfalte am äußeren Augenrand.

Einige Vögel schließen wie der Mensch das Augenlid von oben nach unten, wie die Taube und Eulen. Anderen wie Hühner, Enten und Gänse fällt das Auge von unten nach oben zu.

Augenlid

bleihaltige Munition

bleihaltige Munition – nach einem Bericht im Journal für Vogelbeobachter “Der Falke” 8/2020 von Thomas Krumenacker

bleihaltige Munition in den Top Ten

Obwohl Blei zu den Top Ten der für Mensch und Tier gefährlichsten Stoffe zählt und es keine Schwelle gibt unter der das Gift ungefährlich ist, wird es noch immer zur Jagd eingesetzt.

Seit Jahren führt die EU Kommission einen Kampf gegen Blei. So ist es bereits in Buntstiften, Farben, Benzin und Wasserleitungen verboten.

Nur beim Verbot bleihaltiger Munition in der Jagd scheiterte man bisher. Durch die Jagd mit Schrotpatronen und bleihaltige Munition gelangen jährlich 18.000 bis 20.000 Tonnen Blei in die Umwelt (ECHA – Europäische Chemikalienagentur).

bleihaltige Munition in Feuchtgebieten

Die Jagd auf Enten, Gänse, Schwäne und andere Wasservögel führt zu 5.000 Tonnen Blei im Ökosystem Feuchtgebiete. 12 Millionen so geschossene Wasservögel gelangen zum Verzehr beim Menschen. Weiter 1,5 Millionen Tiere sterben nach der Jagdsaison qualvoll an den Folgen des Bleimülls.

Bereits geringe Mengen des Schwermetalls sind so giftig, dass selbst große Tiere an Bleivergiftung sterben.

Nach Schätzung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sterben jährlich 143.000 Menschen an Bleivergiftung

In einigen Staatswäldern der Bundesländer Niedersachsen, Rheinland Pfalz, Brandenburg und Hessen haben die Forstverwaltungen die Jagd mit bleihaltige Munition verboten.

bleihaltige Munition
pixabay – Norm_Bosworth

bleihaltige Munition – Verbotsforderung

Die EU wollte nun endgültig im Juni ein Verbot der Munition innerhalb der EU durchsetzen. Auch das Bundesumweltministerium setzte sich für ein Verbot ein und geriet dadurch in einen intensiven Streit mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium unter Julia Klöckner, die gegen ein Verbot war. Aus diesem Grunde mußte sich die BRD bei der Abstimmung enthalten und das Verbot scheiterte daran.

Absurd ist die Begründung von Julia Klöckner, die sich die Ansicht der Munitionsindustrie zur Herstellung von bleihaltiger Munition zueigen machte.

Da ihr das “Tierwohl” so nahe geht, wolle sie das Verbot verhindern. Bleifreie Munition sei nicht so “Tötungswirksam” wie bleihaltige Munition. Bleifreie Munition würde oft nicht zum unmittelbaren Tod des Tieres führen. Diese These der Industrie ist allerdings in einer mehrjährigen Studie als falsch eingestuft worden. Wie qualvoll Tiere an einer Bleivergiftung sterben war keine Silbe wert. Wieder einmal ist Julia Klöckner ihrem Ruf als Lobbyistin gerecht geworden.

Im September könnte es zu einer erneuten Abstimmung kommen, wo man den qualvollen Tod von 2 Millionen Vögeln in den Feuchtgebieten verhindern könnte.

Nachtrag am 04.09.2020


Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt“

Durchbruch zugunsten des Vogelschutzes: Die Verwendung von Bleischrot bei der Jagd in Feuchtgebieten wird künftig europaweit verboten. Nach Informationen der „Flugbegleiter“ aus Teilnehmerkreisen stimmten 18 EU-Staaten am Donnerstag im zuständigen Ausschuss dem Verbotsantrag der EU-Kommission zu und beendeten damit einen monatelangen erbitterten Streit. Das Verbot muss nun noch vom Europäischen Rat und dem Parlament bestätigt werden. Dies gilt aber als Formsache. Bislang ist eine Entscheidung des zuständigen Ausschusses von diesen noch nie widerrufen worden.

Bis zuletzt stand das Verbot auf der Kippe. Der Stimme Deutschlands kam damit eine entscheidende Rolle zu. Möglich wurde die deutsche Zustimmung durch das Einlenken von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ganz am Ende der Verhandlungen. Sie verzichtete in der Ressortabstimmung mit dem Umweltministerium darauf, neuerlich ein Veto einzulegen.

Trauerschwan

Trauerschwan- oder auch Schwarzschwan, ist der Name dieses exotischen Schwan. Seine Heimatregion ist Australien und Tasmanien. In einem australischen Bundesstaat ist er als Wappentier sogar in der Staatsflagge zu finden.

Mitte des 19.Jahrhunderts versuchte man in England, nach erfolgreicher Zucht, durch Auswilderung eine wilde Population zu erreichen, was aber nicht gelang.

In den Niederlanden und vermutlich in NRW ist es zu einer verwilderten Population gekommen, die sich gegen den weißen Höckerschwan durchsetzen konnte, der sie sonst vertrieben hat. Der Schwan ist äußerst selten zu finden.

Eine Ausbreitung des Trauerschwans ist in Deutschland unerwünscht. Eine plausible Erklärung dafür ist mir nicht bekannt, außer das er eben ein Gefangenschaftsflüchtling und ein Neozoen ist.

Trauerschwan – Cygnus atratus

Die Ernährung besteht aus Wasseralgen, ufernahem Gras und Algen. Sie leben an Seen und Überschwemmungsgebieten mit wenig Strömung und viel Ruhe. Weil er sehr anfällig für Störungen ist, ändert er häufig seinen Standort, bleibt aber immer im Umkreis von etwa 100 Kilometern von seinem ursprünglichen Aufenthaltsort. Trauerschwäne sind keine Zugvögel.

In Deutschland gibt es nur wenige Brutpaare. Mein Paar am Vogelschutzgebiet Essen Heisingen war mit vier Dunenküken unterwegs. Die Küken haben eine silbergraue Färbung. 2005 gab es lediglich 11 Brutpaare.

Die Brut besteht aus vier bis acht Eiern und wird meistens vom Weibchen bebrütet. Das ist auch besser, weil mitbrütende Männchen häufig vergessen die Eier zu drehen, oder sich neben die Eier setzen.

Der Trauerschwan ist etwas kleiner als der weiße heimische Höckerschwan. Er wirkt aber durch den längeren Hals und dem auffallend glänzenden schwarzen Gefieder robuster. Die Federn erinnern durch die Krümmung der Flügeldecken und der Schulterfedern an Dachziegeln, im Vergleich zum Gefieder des Höckerschwan. Die Weibchen unterscheiden sich nur durch einen etwas kürzeren Hals und einem kürzeren Schnabel vom Männchen.

Weiß ist lediglich an Hand- und Armschwinge zu sehen. Allerdings kann man dies nur im Flug erkennen, weil diese Federn verdeckt sind. Eine weiße Binde befindet sich auch am vorderen Schnabel, der ansonsten rot gefärbt ist.

Der berühmteste Artgenosse ist der Trauerschwan “Petra” vom Münsteraner Aasee, der sich in ein weißes Tretboot in Form eines Schwanes verliebt hatte.

Jungvogel

Jungvogel – “oh, ein süßes Vogelbaby und ganz alleine.” Das glauben die meisten Leute wenn sie einen Bummel durch die Natur einen Jungvogel am Boden sehen. Offenbar ist der Kleine völlig hilflos und Eltern sind keine zu sehen.

Jungvogel
Jungvogel

In den meisten dieser Situationen benötigt die jungen Vögel allerdings unsere Hilfe nicht. Jungvögel verlassen das Nest bereits bevor sie in der Lage sind zu fliegen. Sie werden noch einige am Boden von den Altvögeln gefüttert und versorgt. So eine Brut besteht aber nicht nur aus einem Jungvogel, sondern aus mehreren,und auch junge Vögel sind neugierig und erkunden die Umgebung.

Die Kleinen können zwar noch nicht fliegen, aber huschen, springen un laufen und verteilen sich so in der Nachbarschaft. Die Eltern sind deshalb wohl gerade mit einem der anderen Jungen beschäftigt, wenn man einen “einsamen” kleinen Vogel findet. Meist dauert es nicht lange und einer der Eltern erscheint.

Jungvogel
Bodenfütterung

Sollte eine Katze oder ein anderes Haustier in der Nähe sein, das Jungvogel gefährlich werden könnte, kann man ihn durchaus auf einen Ast setzten. Jungvögel haben bereits Gefieder und “Finger” mit denen sie sich festhalten können.

Ein Nestling hat kaum Federn und kann auch nicht hüpfen oder laufen. Er kann sich auch noch nicht mit dem Finger festhalten. In unmittelbarer Nähe müßte sich ein Nest befinden. Dann kann man das Baby ruhig wieder in das Nest legen. Vögel erkennen die Jungen nicht am Geruch, wie andere Tierarten und werden den Vogel weiter versorgen.

Man könnte das Nest eine Zeit lang beobachten, um festzustellen, ob die Eltern noch das Nest versorgen. Es kann auch sein, dass die Eltern durch irgend einen Umstand ums Leben gekommen sind, dann wendet an sich am Besten an den NABU oder sucht z.B. auf der Internetseite mit dem unterlegten Link eine Auffangstation.

Nur selten wird aber tatsächlich derartige Hilfe benötigt, weil es zwar oft aussieht als wären die kleinen Jungvögel einsam, meist ist das aber nicht von langer Dauer.

Jungvogel
Grafik vom NABU Berlin dort ist die Hilfe Nummer : 0303 – 5471 2892

Wettervorhersage durch Vögel

Wettervorhersage durch Vögel – was ist dran an den Sprüchen über Vögel, wenn es um die Frage geht wie das Wetter wird ?

Fliegt die Schwalbe hoch, soll es schönes Wetter geben. Fliegen die Vögel früh in die Winterquartiere gibt es einen langen Winter etc.

Das die Schwalbe hoch fliegt liegt weniger daran das sie uns sagen will “Morgen scheint die Sonne”, sondern daran das die Insekten so hoch fliegen und die Mauersegler und Schwalben die Insekten im Flug fangen. Da der Mensch die Insekten natürlich nicht wahrnimmt, sondern die Vögel, sind es eben die Vögel die darauf hindeuten,dass das Wetter schön bleibt. Das die Insekten so hoch fliegen liegt wiederum daran das sie bei Hochdruckwetter nach oben getragen werden und Hochdrucklagen stehen für gutes Wetter.

Es kann aber durchaus auch passieren das Insekten bei einer Tiefdrucklage hoch fliegen, wenn nämlich die Luft sehr warm ist. Dann stimmt die “Wettervorhersage” nicht mehr so ganz.

Wettervorhersage durch Vogelgesang

Singvögel beginnen ihren morgendlichen Gesang je nach Länge der Tageszeit und nach der Temperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck und das Licht spielen eine wichtige Rolle. Nach diesen Faktoren richtet sich der Ruf der Vögel, das Fressverhalten und der Nestbau. Auch der Start und die Rückkehr zu und aus den Winterquartieren hängt damit zusammen.

Es gibt auch Vögel die auf einen bevorstehenden Wetterwechsel mit Rufen reagieren. Im Volksmund bezeichnet man derartige Vögel als Regenvögel oder Gewittervö!.

Dem Buchfink wird ein spezieller Regenruf nachgesagt. Auch wenn der Regenruf nur während der Brutzeit zu hören ist, ist der Ruf des Buchfinks der einzige Vogelruf der unmittelbar vor und nach einem Regendurchzug zu hören ist.

Wettervorhersage durch Zugvögel

Zugvögel sammeln bestimmte Faktoren, bevor sie den Zug in die Winterquartiere beginnen. Dazu gehören die Nahrungsvorkommen, die Tageslänge und die Wetterlage. Ist der erste Kälteluftstrom früh im Jahr und es gibt Bodenfrost starten auch die Vögel früher. Für die Menschen ist das ein Hinweis auf einen langen Winter.

Wettervorhersage – Wetterfühligkeit

Unserer Vögel können auf eine Evolution von 150 Millionen Jahren zurück blicken. Zu einer Zeit als noch die Dinosaurier auf der Erde vorkamen. Eine Entwicklung über so viele Jahre bewirkt viel. Das Leben der Vögel ist stark mit der Atmosphäre verbunden. Kein Wunder das sie atmosphärische Veränderungen auch früh wahrnehmen können. Vögel spüren Druckveränderungen, Veränderungen des Lichts und der Wolken. Selbst die elektrische Spannung in der Atmosphäre und etwaige Schwankungen werden von den Vögeln erkannt.

Der Körperaufbau und der Knochenbau des Vogels ist auf die Luftströmung abgestimmt. Der Luftstrom an der oberen Körperfläche des Vogels ist anders als der Luftstrom an der unteren Körperfläche. Das Federkleid ist atmungsaktiv und isoliert.

Wettervorhersage – Klimawandel

Der Klimawandel und damit einhergehend eine veränderte Wetterlage bewirkt bei vielen Vögel bereits eine Verhaltensänderung. Bis zu 3000 Kraniche verbringen mittlerweile den Winter in Mecklenburg Vorpommern und verzichten auf den Flug nach Spanien. Bereits in früheren Jahren stellte man fest das die Vögel bereits in Frankreich überwinterten und nicht mehr bis Spanien flogen. Dadurch das die Winter bei uns immer milder werden, verzichten viele Tiere auf die Strapazen des Vogelzuges. Durch mildere Winter gibt es auch entsprechend mehr Nahrung für die Vögel, was ja ein wichtiger Faktor für das Verweilen ist.

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet “Strümper Busch”.

Meerbusch

“Der Meerbusch,” wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. “Bruch” ist die Bezeichnung für “Feuchtgebiet”. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Meerbusch

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Meerbusch

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die “Tretminen” der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Nester und Nestbau

Nester – unterschiedliche Nestbauweisen ermöglichen es den Vögeln alle Lebensräume zu besetzen. Nester findet man an den Steilküsten, an glatten Baumästen und schmalen Felsenbändern, am Boden, ind Mulden und auf den höchsten Wipfeln der Bäume.

Nester bieten Schutz vor der Unbill des Klimas und der Natur, vor Kälte und Hitze. Sie schützen vor Fressfeinden und sind der Mittelpunkt im Vogellebens.

Erst die “Erfindung” des Nestes ermöglicht es, die Brut so lange betreuen zu können, bis diese ein selbständiges Leben führen kann.

Im Verlauf der Evolution veränderte sich die Bauweise, die Bauart und die Tarnung der Nester. Immer wieder haben sie sich den Faktoren der Umwelt anpassen müssen. Das führt zu ständig neuen Bauweisen und angepasstem Nistmaterial, teilweise mit schlimmen Folgen.

So ertranken junge Störche, weil die Eltern Plastikstücke als Nistmaterial mit einbauten. Das führte dazu, dass das einfallende Regenwasser nicht mehr ablief und die Tiere im Nest ertranken. Plastik aus den Meeren wird als Baumaterial bei Seevögeln benutzt und Haubentaucher bauten bereits Nester auf Plastiktüten.

Manche Vögel kämpfen regelrecht um Standorte und Material. Konkurrenzkämpfe finden statt.

Einige entwickeln Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr. Der Kleiber “verklebt” das Einflugloch zu seiner Nisthöhle so weit, dass kein größerer Gegner mehr hineinpaßt.

Enten die ihr Gelege in Mulden am Boden errichten müssen sich andere Schutzmaßnahmen überlegen. Sie bespritzen ihr Gelege mit Kot um durch den üblen Geruch vom Nest abzulenken. Andere Vögel nutzen das Brüten in Kolonien, Gemeinsamkeit macht stark. Wieder andere Eltern “verleiten” ihre Feinde indem sich sich in einiger Entfernung vom Nest lahm stellen.

Nester dienen den Vögeln aber nicht nur zur Aufzucht der Jungen. Sie sind Schlafstelle und Mittelpunkt im Sozialverhalten der Tiere.

Nester und Nestbau
Haubentaucher

Nester und Nestbau

Trauerschnäpper statten ihre Nisthöhle mit dürren Blättern, Farnblättern, Baumrinde und Flügelblättern vom Samen aus, bis eine gewisse Höhe erreicht ist. Auf diese Unterlage wird dann eine Mulde aus feinerem Material gebaut. Feine Wurzeln, Pflanzenfasern und Bast, gelegentlich auch Tierhaare werden benutzt. Wenn es während dieser Bauphase regnet wird das von den Vögeln sehr begrüßt, lässt sich doch dann das Baumaterial leichter verformen.

Forscher stellten fest, warum Stare als Nistmaterial gerne “Grünes” benutzen. Mit dem grünen Material wollen sie das unverpaarte Weibchen anlocken.

Ein Henkelkorbnest bauen die Beutelmeisen. Ihre Nester gehören zu den beeindruckendsten der heimischen Vogelwelt. Den Standort des Nests wählt das Männchen aus und er beginnt auch mit dem Bau. Die Nester werden häufig in der Nähe der Altnester gebaut. Zu beginn der Brutsaison bauen manchmal auch beide Partner noch gemeinsam am Nest. Jahr für Jahr werden die gleichen Weiden oder Birken wie aus den Vorjahren genutzt.In einer Höhe zwischen 1 und 15 Metern wird das Nest angelegt.

Im Schilf oder über dem Wasser hängen die Nester niedriger. Je weiter die Jahreszeit voran schreitet, umso höher wird das Nest errichtet.

Die erste Bauphase erfasst die Seitenwicklung, aus der ein Ring gebaut wird. Nun entsteht eine Schaukel und anschließend ein Hängekorb. Danach wird im nächsten Bauabschnitt das Taschenstadium begonnen und endet schließlich im Endprodukt “Nest” mit einer Röhre.

Das Material besteht aus Fasern von Hopfen und Brennnesseln, sowie Samenwolle der Pappeln und Weiden. Manchmal wird auch Baumaterial aus den alten Nestern genutzt.

Die Buchfinkin bestimmt über den Nistplatz. Sie entscheidet auch über den Brutplatz und über das Baumaterial. Die Finkin kommt mit dem Schnabel voller Baumaterial angeflogen und verharrt zunächst einige Meter vom Nest entfernt bevor sie hineinfliegt und das Nistmaterial ablegt. Mit erhobenem Kopf und Schwanz strampelt sie immer wieder mit den Beinen nach hinten und formt so die Nistmulde. Vierzig Prozent des Nistmaterials besteht aus Spinnweben, der Grundbau aus Moos und im weiteren Verlauf kommen noch Baumfasern, Holzspäne, Grasblätter und evtl. Schafwolle zum Einsatz.

Goldhähnchen Bauen Nester der Extraklasse. Die winzigen Vögel bauen ihre Nester in großer Höhe. Diese sind extrem gut getarnt. Die Nester gehören zu den bestisolierten und wärmsten der Vogelwelt. Das ist auch notwendig, weil die Nestlinge seht klein und kälteempfindlich sind. Die Nestmulde ist so dehnbar angelegt, dass sie sich immer der Größe der Nestlinge anpasst.

Sperlinge sind nicht wählerisch im Anlegen eines Nests und sehr unordentlich. Hat die Haussperlingsdame allerdings einen Partner der ihr häufig Federn bringt, dankt sie es dem fleißigen Federnsammler indem sie mehr Eier legt.

Haubentaucher bevorzugen für den Nestbau das Schilfröhricht. Sie bauen aber auch in Seebinsen und an Rohrkolbenbeständen. Auch an ins Wasser hängenden Sträucher und Bäume werden Nester angelegt. Beliebt sind auch Schwimmblattteppiche aus See- oder Teichrosen.

Da die Schwimmblattnester sich schnell zersetzen wird auch während der Brut ständig am Nest ausgebessert.

Auch für die Vögel gilt also der Sinnspruch “my home is my castle”.

teilweise Infos aus verschiedenen Heften von “der Falke”