Limikolen – auf unserer Reise nach Föhr

Limikolen – in der Ornithologie gehören die Vertreter der Regenpfeiferartigen zu den Limikolen. Diese Vögel suchen ihre Nahrung im Schlamm oder im niedrigen Flachwasser. Watvögel haben ihren Namen vom “Waten” im flachen Gewässer und vom “Vogel” – also Watvögel. Das erklärt warum es Watvögel auch in den Feuchtgebieten im Inland gibt.

Limikolen

Die Nahrung besteht aus Krebsen, Weichtieren, Fischen oder Wasserinsekten. Zu den Regenpfeiferartigen aus der Familie der Schnepfenvögel gehören der Rotschenkel, Grünschenkel, Kampfläufer, die ich auf unserer Reise zur Insel Föhr fotografieren konnte. Ich hätte nicht gedacht, Anfang Juli noch so viele Arten vorzufinden. Bilder zeige ich am Ende des Artikels in der Galerie.

Der Kampfläufer, ich habe ihn auf dem Weg nach Dagebüll am “ Hauke Haien Koog ” entdeckt, sieht ziemlich verlottert aus. Das liegt daran das er gerade sein Prachtkleid verliert. Dieses besteht aus einer ausgeprägten Federhaube und einer protzenden Halskrause. Leider habe ich kein eigenes Bild um ihn im Prachtkleid zu zeigen.

Viele der Limikolen kommen aus dem Norden. Der dunkle Wasserläufer hat seine Brutgebiete in Nordeuropa, Lappland und Sibirien.

Säbelschnäbler und Austernfischer sind die typischen Bewohner der Nord- und Ostseeküsten. Der Säbelschnäbler fällt durch den stark gekrümmten langen Schnabel und den bläulichen Beinen auf. Er wirkt schlank und graziös, wenn er durch das Wasser watet.

Der Austernfischer ist ein häufiger Vogel unserer Küsten. Aber an keinem anderen Ort habe ich ihn so häufig gesehen wie auf der Nordseeinsel Föhr. Er gilt dort ja auch als der Inselvogel. Er sitzt auf den Dächern der Häuser und verhält sich wie die Tauben bei uns. Auf den Strandkörben in den Gärten und Feldern sitzt er und lässt sich durch nichts stören, außer durch seine Artgenossen. Dann ist sein Schimpfen lautstark zu vernehmen.

Der Kiebitz ist mittlerweile ein selten zu sehender Vogel in Deutschland. Ihm wird immer mehr seines Lebensraumes genommen. Auf der Insel findet er noch gute Voraussetzungen und ist an verschiedenen Stellen zu finden. Sein langer Federschopf und der schwarze Latz machen sein Aussehen zu etwas Besonderem. Im Flug ist er gut durch das schwarz – weiße Muster zu erkennen.

Es gibt viele weitere Arten auf der Insel zu beobachten, die nicht zu den Limikolen zählen und ich werde sie in der folgenden Galerie mit unterbringen, um die Reise aus “tierischer Sicht” auch vollständig zu dokumentieren. Da wären natürlich die Störche und der Wiesenpieper, der in der Godelniederung anzutreffen ist, oder die Stare und ein Bluthänfling und natürlich die Lachmöwe, die Silber– und die Sturmmöwe, die zu einer Insel dazu gehören. Die Eiderente hat bereits das Schlichtkleid an und wirkt etwas plump.
Der Rotschenkel kommt besonders häufig in der Galerie vor, dass liegt daran das er sich vorbildlich verhalten hat um abgelichtet zu werden….. und weil ich besonders von ihm fasziniert war.

Hier eine ziemlich große Galerie. Zum Vergrößern der Bilder bitte anklicken

Tiere auf der Nordseeinsel Föhr

Inselort – Föhr und die Dörfer

Inselort – eines haben sie alle gemeinsam, die Schönheit. Man könnte glauben jeder Ort würde mit dem folgenden Inselort um die schönsten Häuser und Höfe im Wettkampf liegen.

Auf der Liste der größten Deutschen Inseln liegt Föhr auf Platz fünf. Wenn man aber unter einer Insel ein völlig vom Wasser umgebenes Land versteht, also ohne Zugang zum Festland, ist Föhr sogar die größte Insel.

Inselort

Rügen verbindet eine Brücke mit dem Festland. Auch Usedom ist mit dem Festland verbunden. Nach Fehmarn geht es auch direkt mit dem Auto und Sylt ist sogar mit dem Hindenburg-Damm ans Festland angeschlossen. Schließlich folgt Föhr, als erste Insel. die nur mit dem Schiff erreichbar ist. Für die tierischen Bewohner wie die Vögel hat das den großen Vorteil, dass sie sich nicht vor dem Fuchs fürchten müssen. Diesen Prädator gibt es auf der Insel nicht.

Wyk, den größten der Inselorte, habe ich ja bereits an anderer Stelle vorgestellt. Zu Wyk eingemeindet wurde Boldixum. Die im romanischen Stil erbaute Kirche St. Nicolai stammt aus dem Jahr 1240 und war auch Tagungsstätte des Gerichtes. Über die Ortsgrenzen hinweg bekannt ist die Orgel der Kirche.

Inselort

Angrenzend an Boldixum kommt man in den Inselort Wrixum. Das Langdorf an der Marsch hat zahlreiche malerische Friesenhäuser zu bieten und die weithin sichtbare Mühle vom Typ “Großer Holländer“. Nach einem Brand wurde die Mühle 1950 wieder aufgebaut und bis 1960 wurde dort auch noch gemahlen. Später wurde der Boden entfernt und man errichtete im Inneren ein Restaurant.

Wrixum

Seit dem Ankauf der Mühle durch die Gemeinde kümmert sich ein Verein darum, die Mühle wieder zu restaurieren. Später soll hier eine Erlebnisbäckerei Platz finden.

Oevenum – ein Inselort mit Schafschur

Wir kommen nun nach Oevenum. Das ist wohl der Inselort mit den meisten Pferden. Wunderschöne reetgedeckte Häuser und Höfe sind hier zu sehen.. Donnerstags wird um die Friedenseiche ein Wochenmarkt abgehalten und mit etwas Glück kann man an einem Dienstag bei der Schafschur zusehen. Der Landwirt Sönke Roerden betreibt außerdem einen Hofladen, wo man sich mit Produkten aus der Schafhaltung eindecken kann.

Inselort

Im Museum Kunst der Westküste in Alkersum kann man eine hochwertige Gemäldesammlung bestaunen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Fotografien.

Auf dem Dorfplatz mit einem alten Brunnen blühen wunderschöne Rosen und Hortensien. Auch in Alkersum scheinen Pferde besonders beliebt zu sein.

Midlum liegt als Inselort zwar nicht genau in der Inselmitte, wie man aus dem Namen ableiten könnte, ist aber der Ort mit dem schönsten Blick auf die grüne Marsch. Die Marsch besteht hauptsächlich aus Weideland. Von Midlum aus, auch dieser Inselort glänzt mit tollen Friesenhäusern, erreicht man alle anderen Inselorte in kurzer Zeit.

Sylt
Tele – Blick nach Sylt

Die drei Inselorte Oldsum, Dursum und Utersum waren Teil einer Wanderung. Die drei Orte liegen an der Westküste der Insel. Oldsum strahlt Ruhe und Schönheit aus. Es gibt Ateliers und Werkstätten die man besuchen kann.

Inselort

Von Dunsum aus starten Wattwanderungen zu den Seehundbänken. Vom Deich aus hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang und gegenüber liegen die Inseln Sylt und Amrum. Über den Deich gelangen wir zum Inselort Utersum. Im Süden liegt eine Reha Klinik. Utersum ist neben Wyk ebenfalls ein Seebad.

Am Strand ist man nahezu unabhängig von Ebbe und Flut, weil ein Priel unmittelbar vor der Küste immer genug Wasser führt. Der flach abfallende Strand ist der ideale Platz für Familien. Auch von diesem Strandabschnitt hat man einen freien Blick auf Amrum und Sylt.

Über Witsum haben wir bereits im Zusammenhang mit der Godelniederung berichtet. Bleiben noch die Inselorte Borgsum und Nieblum.

Borgsum hat seinen Namen durch die Lembecksburg. Heute steht nur noch ein etwa zehn Meter hoher Ringwall an der Stelle der Burg, die ehemals eine Schutzburg vor den Wickingern war. Zu Borgsum gehört auch eine weit sichtbare Mühle.

Nieblum ist über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. Nahezu regelmäßig wird der Inselort als schönstes Dorf gekürt. Auf dem Friedhof der sehenswerten Johanniskirche findet man die “sprechenden” Grabsteine. Auf den Steinen stehen die Lebensgeschichten der Föhringer Seefahrer.

Gut bekannt ist auch das Goting Kliff als Ausflugsziel, auch wenn durch die Abspülungen des Meeres kaum noch ein Kliff zu sehen ist. Das Kliff ist nur wenige Meter hoch. Es gibt aber das Kliff Café und einen breiten Sandstrand.

Strand - Südstrand
Wyk – Südstrand

Schließlich landet man bei der Rundreise wieder am Südstrand von Wyk. Nun kann man die Runde kaum zu Fuß bewältigen. Mit dem Fahrrad verläuft die Inselrundfahrt über knapp 40 Kilometer. Man kann aber gut mit dem Linienbus 1 oder 2 über die Insel fahren und hat alle Orte einmal gesehen. Es gibt sogar ein Ticket für die Rundfahrt zu einem Sonderpreis. Man darf allerdings nicht unterwegs aussteigen.

Mini Hotel
Mini – Hotel am Strand von Wyk

Godelniederung – das Schutzgebiet auf Föhr

Godelniederung – ist die Bezeichnung des Mündungsgebietes des einzigen Süßwasserflusses der Insel Föhr. Der Fluss bildet hier ein Gebiet, das durch den Übergang vom Brackwasser und Wattenmeer geprägt ist. Der “Sandhaken” gennannte Abschnitt ragt weit ins Watt hinein und wird nicht geflutet. Die Landzunge gilt als besonderes Schutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Wir wandern über einen festen Weg durch das Vogelschutzgebiet und werden durch tolle Sichtungen belohnt.

Godelniederung
Austernfischer

Im Watt beobachten wir Austernfischer die entweder um einen Partner balzen oder im Watt nach Futter suchen. In der Nachbarschaft sehe ich eine Uferschnepfe. Auf den Salzwiesen und den Feldern sind Scharen von Staren zu sehen und auf zwei etwas größeren Felsen sitzt ein Wiesenpieper.

Godelniederung
Wiesenpieper

Die Radfahrer die den Weg ebenfalls benutzen sehen den Rotschenkel auf dem Pfahl neben dem Weg nicht und der Vogel scheint sich auch nicht an ihnen zu stören. Bei uns ist er da schon eher skeptisch und wir bewegen uns langsam und vorsichtig. Dennoch fliegt er plötzlich aufgeregt umher. Der Grund ist wohl eines seiner Küken, welches ich in der Rinne zwischen Salzwiese und Weg beobachte. Es rennt ängstlich durch die Rinne.

Rotschenkel
Rotschenkel

Wir wollen die Familie nicht stören und gehen zügig weiter, damit sie Ruhe finden.

In den Wiesen brütet eine Sturmmöwe. Graugänse sind zu sehen und immer wieder der Inselvogel – der Austernfischer.

Sturmmöwe
Sturmmöwe
Godelniederung – große Artenvielfalt

Lautes Gegacker der Gänse macht uns auf die in die Luft steigende Rohrweihe aufmerksam und wieder sitzt ein Rotschenkel auf einem Pfahl in der Wiese. Wir sind später überrascht fünf dieser schönen Vögel auf den Ansitzen gesehen zu haben. Über uns fliegt ein Schwarm Kiebitze, die sich auf einem Feld niederlassen.

Die Feldlerche steigt in die Luft, mir gelingt aber leider kein Foto der Lerche. Beim Blick über die Godelniederung sehen wir Amrum. Der Leuchtturm der Insel ist im Dunst deutlich zu erkennen.

Godelniederung
Blick über die Godelniederung nach Amrum

Eigentlich wollen wir bis Utersum laufen, beenden unsere Wanderung aber in Hedehusum, einem Vorort von Utersum und warten dort auf den Bus der uns nach Wyk zurückbringt.

Die Fahrt mit dem Linienbus ist durchaus zu empfehlen, weil sie einer Inselrundfahrt gleich kommt. Er fährt durch die Inseldörfer, am Goting Kliff vorbei, durch Nieblum, Midlum, Oevenum, Wrixum und Boldixum. Wir sehen sogar die Weinfelder des Weingut Waalem, eine Besonderheit der Insel.

Zur “Rundfahrt” gehört auch eine Stadtrundfahrt durch Wyk. Er fährt nämlich erst einen richtigen Rundkurs durch die Stadt, bevor unsere Zielhaltestelle erreichen.

Rotschenkel auf Föhr

Inselvogel – der Austernfischer von Föhr

Inselvogel – der Austernfischer gilt als der Vogel der Insel Föhr. Wo man auch hinkommt, der Austernfischer ist schon da. Er ruft vom Himmel herab, redet auf den Wiesen mit seinen Artgenossen oder flirtet mit der “Dame” seines Herzens. Auf den Feldern und den Feuchtwiesen, der Austernfischer ist überall.

Austernfischer

Wir gehen durch den Hafen, vorbei am Yachthafen mit kleineren, größeren und einer Luxusjacht. Am Deichknick liegt das Restaurant “Klein Helgoland“. Von der sonnigen Terrasse streift der Blick über die Nordsee hinüber zum Festland. Im feuchten Sand ist er wieder zu sehen, der Inselvogel. Das Wasser zieht sich immer mehr zurück, es ist Ebbe. Dennoch ist hier auch später noch Wasser zu sehen.

Weiter entfernt schaukeln Eiderenten auf den Wellen. Die Ente fällt mir immer durch den birnenartigen Kopf und der leichten Krümmung an der Schnabelspitze auf.

Die Eiderente hält sich von Juni bis Oktober gerne im Wattenmeer auf. Brutpaare gibt es im Wattenmeer etwa 6000. In der Mauserzeit kommen von der Ostsee etwa 250.000 als Besucher herüber. Die meisten Enten dieser Art leben auf Island. Der Erpel ist im Prachtkleid an der Kopfoberseite, am Schwanz und Bürzel schwarz und an Rücken und Brust weiß gefärbt. Die Weibchen sind ganzjährig gelblichbraun.

Plötzlich werden die Enten durch einen größeren Vogel aufgeschreckt. Beim herannahen erkenne ich die Silbermöwe, die sich auf den Wellen vom Flug ausruht.

Silbermöwe
Silbermöwe

Eigentlich wollen wir bis zur Vogelkoje, aber der Weg erscheint uns doch zu weit und wir wechseln die Deichseite. Den Rückweg machen wir nun auf der, dem Land zugewandten Seite.

Da ist er auch schon wieder, der Inselvogel – der Austernfischer. Ein männlicher Vogel versucht einen Annäherungsversuch bei einem Weibchen und schließlich stehen beide Vögel einträchtig beieinander.

Nonnengänse schwimmen mit ihrem Nachwuchs über das Gewässer mit dem seltsamen Namen “Achtzehnrutengraben“.

Inselvogel
Nonnengänse mit Gössel

Schließlich erhebt sich über einer Baumgruppe eine Rohrweihe, aber bevor ich sie ablichten kann ist sie auch schon wieder verschwunden.

Auf dem Deich suchen Stare nach Nahrung und auf dem Weg sitzt ein kleiner Vogel der förmlich auf uns zu warten scheint. Ruth hat ihn zunächst nicht bemerkt und als ich die Kamera auf in richte, denkt sie es wäre die Hinterlassenschaft eines Schafes. Schafe gibt es hier überall auf dem Deich.

Inselvogel
Stare am Deich

Die Hinterlassenschaft entpuppt sich als ein weiblicher Bluthänfling. Es ist der erste seiner Art, den ich vor die Kamera bekomme.

Der Inselvogel begleitet uns bis zu den Kläranlagen vor dem Hafen. Zurück in Wyk stärken wir uns mit einen Dorsch und verbringen den Rest des Nachmittags auf der Terrasse unserer Wohnung.

Elmeere – ein Highlight der Nordseeinsel Föhr

Elmeere – war einstmals ein größeres Gewässer auf der Nordseeinsel Föhr bei Süderende. Den Namen gaben sich die Gründer eines Vereins im Jahr 1993, die sich das Ziel setzten ehemalige Feuchtwiesen, Gräben und Flachgewässer wieder zu beleben. Der Förderverein ermöglicht es, Wirtschaftsflächen aufzukaufen und wieder in den natürlichen Zustand zu versetzen.

140 Hektar konnten so erworben werden. Seltene Arten aus Flora und Fauna können wieder beobachtet werden.

Der Andelhof wurde zum Domizil des Elmeere e.V. .Noch sind einige Baumaßnahmen zu bewältigen, aber ein Besuch lohnt bereits jetzt. Mehr dazu aber später, denn wir beginnen der ersten Tag unseres Inselurlaubs mit einem Rundgang durch Wyk.

Von unserer Wohnung im Knudsenweg gelangen wir auf die Große Straße, wo an der Ecke Mittelstraße ein einzelner Glockenturm steht. Die Kirche zum Turm fehlt und es ist bereits der dritte Turm an dieser Stelle, weil die vorherigen Türme das Opfer von Stürmen wurden. Die Kirche Sankt Nikolai liegt aber etwas außerhalb, in Boldixum und bei Sturm konnten die Wyker die Glocken der Kirche nicht hören. Aus diesem Grund warnt seit 1886 der Glockenturm in Wyk die Bewohner vor einer nahenden Sturmflut.

Wir erreichen den Sandwall, die Promenade der Stadt, mit vielen Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften. Gleich am Anfang trifft die beste Frau der Welt auf die wohl beste Verkäuferin von Wyk und mein Schatz ist nach einer Stunde neu eingekleidet. Wir lassen den Einkauf im Geschäft, um die Tasche nach unserem Spaziergang abzuholen.

Das Nationalparkzentrum liegt hinter uns, wir kommen an der Mittelbrücke und dem Musikpavillon vorbei. Eine Band spielt gerade einen Titel der mir unbekannt ist. Das Aquawyk , ein Familienbad mit Außenbereich, ist nur mäßig besucht, was aber bei dem herrlichen Wetter auch logisch ist. Viele Strandkörbe sind noch frei, aber das wird sich in drei Wochen wohl ändern, wenn in NRW die Schulferien beginnen. Der große “Run” kommt erst noch und so ist es auf der Promenade schön zu laufen.

Am kleinen Leuchtturm “Olhörn“, mit einer Höhe von 10 Metern am Leuchtfeuer, wirkt fast wie ein dekoratives Bauelement. Er dient aber tatsächlich seit 1952 als Quermarkenfeuer für die Schiffe von den Inseln Föhr und Amrum zum Festland. Bis zum Bau des Leuchtturmes stand an der Stelle seit 1892 eine Leuchtbake.

Wir haben den Südstrand erreicht und verlassen nun die Promenade. Der Rückweg führt uns durch einen kleinen Wald. Es ist so heiß geworden, dass wir den Schatten der Bäume freuen.

Elmeere e.V.

Schon bald sind wir am Storchenpark, einem weiteren Bereich der Elmeere e.V.. Hier werden in Freigehegen verletzte Wildtiere gepflegt und behandelt. Heimische Störche finden den Bereich wohl so angenehm, dass sie sich ebenfalls hier niederlassen. Sie sind natürlich nicht in einem Freigehege.

Weiter geht es zu einem kleinen, aber feinen biologischen Garten. In dem Park mit einem Biotop und Kräutergarten hat sich auch eine Storchenfamilie niedergelassen. Weiße und gelbe Seerosen schmücken den Teich und nebenan plätschert das Wasser aus einem Brunnen.

Elmeere e.V.
botanischer Garten

Nun sind wir wieder an der Promenade angekommen. Einige Leute haben sich zusammen gefunden, um an dem überdimensionalen Schachbrett zu spielen. Vorbei am Gezeitenbrunnen des Künstlers Markus Thiessen kommen wir schließlich wieder zur besten Wyker Verkäuferin, die uns die Einkaufstasche überreicht.

Neben unserem Quartier befindet sich ein Fischrestaurant und wir nehmen uns ein Mittagessen mit in die Wohnung.

Elmeere e.V. – der Andelhof mit Beobachtungsraum

Nach einer Rast und einer leckeren Tasse Kaffee, machen wir uns auf dem Weg zum bereits erwähnten Andelhof der Elmeere e.V..

Auf dem Weg hinauf zum Beobachtungsraum bestaunen wir die wunderbaren Fotografien des Wyker Fotografen Peter Hering, der wohl schon alle Vogelarten des Schutzgebietes Wattenmeer abgelichtet hat. Auf einzelnen Etagen des Hauses sind Vitrinen mit Ausstellungsstücken zu besichtigen und die Natur steht natürlich bei allen Objekten an erster Stelle.

Ferngläser und Spektive stehen im Beobachtungsraum zur Verfügung. Wir blicken hinüber auf ein über 50 Hektar großes Schutzgebiet am Oevenumer Deich. Im Flachwasser sehen wir sofort die Uferschnepfen, viele Gänse und eine kleine Kolonie Löffler. Auch der Kiebitz ist zu sehen. Ein herrlicher Anblick, der die Herzen höher schlagen läßt.

Elmeere e.V.
Elmeere e.V.

Wir sind begeistert von der Arbeit des Elmeere e.V. und werden sicher noch einmal während unseres Aufenthalts auf der Insel dort auftauchen.

Beim Bierchen am Abend in der Pinte, schwärmen wir noch von den Natur(t)räumen…..

Nordseeinsel Föhr – Vorbericht

Nordseeinsel Föhr und die Nachbarinsel Amrum beschrieb Theodor Storm so: “Wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer”

Auch wenn beide Inseln oft zusammen genannt werden, sind sie doch sehr unterschiedlich.

Die Amrumer schwärmen für den einmaligen Kniepsand und die enormen Dünen. Die Föhrer lieben die blühenden Wiesen, die Friesendörfer mit den reetgedeckten Häusern und die Biotope im Inland.

Nordseeinsel Föhr
Amrum – Kniepsand und Dünen – Bild vom Urlaub 2011

Am kommenden Sonntag brechen wir zu unserem ersten Urlaub nach Corona auf. Unser Ziel ist die Nordseeinsel Föhr, die in ihrer heutigen Form vor 500 Jahren entstanden ist.

Die Inseln Nordstrand, Pellworm und die Hamburger Hallig waren bis 1362 noch Festland. Am 16. Januar 1362 veränderte die Marcellusflut die gesamte Region. Das heute noch sagenhafte Rungholt verschwand im Meer. 100.000 Menschen verloren ihr Leben. Durch die Burchardiflut 1634 entstanden aus der Insel Strand die Inseln Nordstrand, Pellworm und die Halligen. Dieser Flut fielen 6000 Menschen zum Opfer. Über dem versunkenen Land entstand das Watt.

Nordseeinsel Föhr – Ackerbau, Viehzucht und der Walfang

Zunächst betrieben die Inselbewohner Ackerbau und Viehzucht. Im 17.Jahrhundert begann dann durch den Walfang die Blütezeit, das goldene Zeitalter.

Ackerbau und Viehzucht blieben aber bis heute Teil des Lebensunterhalts. Schafe bevölkern die Salzwiesen und Deiche. Heute haben die meisten Höfe auch Unterkünfte für Feriengäste. Das erste Badehaus entstand auf Föhr im Jahr 1819.

Nordseeinsel Föhr
Föhr – Bild aus unserem Urlaub 2009

Die Nordseeinseln und die Halligen sind ein Paradies für Vögel. Die Artenvielfalt in Fauna und Flora ist groß. Watvögel wie die Uferschnepfe oder der Rotschenkel, Eiderenten, Säbelschnäbler und Austernfischer sind hier zu Hause und ich hoffe natürlich einige von ihnen zu Gesicht zu bekommen.

Neulich erfuhr ich in einer Dokumentation über Föhr von dem besonderen Getränk mit dem biblischen Namen Pharisäer und dem Trank tote Tante. Logisch das wir auch das erkunden müssen.

Ab dem 27. Juni werde ich also meine Berichte über die Insel Föhr und unsere Erlebnisse dort starten. Voraussichtlich soll das Wetter ja mitspielen.

Bis dann

Uli

Muttental – dem Bergbau auf der Spur

Muttental – dem Bergbau auf der Spur – man sollte allerdings aufpassen, wenn es um den richtigen Parkplatz geht. Wir wählten den “Parkplatz Rauendahlstraße”. Allerdings ahnten wir nicht, dass es zwei Parkplätze gleichen Namens gibt. Gegen Ende unserer Rundwanderung durch das Muttental richteten wir uns nach Hinweisschildern zum Parkplatz Rauendahlstraße und landeten natürlich am falschen Platz.

Muttental
nein, es ist nicht Goldemar

Der Blick auf die Karte verrät uns, dass es noch 1,2 Kilometer bis zum richtigen Parkplatz sind und dieser Weg führt die gesamte Zeit durch die pralle Sonne und stets bergauf an der Straße entlang. Da waren die schattigen Wege im Muttental deutlich angenehmer.

Kein Wunder also, dass meine Ruth völlig erschöpft ist und wir uns an einem Haus in den Schatten stellen, während die Tochter und Enkelin alleine zum Parkplatz laufen um das Auto zu holen.

die rote Linie wäre der richtige Weg gewesen

Kurz darauf öffnet sich die Haustür und man erkundigt sich nach unserem Befinden und bietet etwas zum Trinken an. Wir bedanken uns und erklären die Situation. Wieder etwas später hält sogar die Fahrerin eines Autos an und bietet an uns mit zu nehmen.
Die Wittener haben nun natürlich bei uns ein Stein im Brett. Das Muttental beherbergt offensichtlich nur nette Leute. Augenscheinlich sind wir auch nicht die Ersten, denen dieses Missgeschick passiert.

Muttental
der Muttenbach

Aber nun zur Wanderung durch das Muttental. Es lohnt sich wirklich diese herrliche Gegend zu erkunden. Bis auf das Stück in der Nähe von “Dicke Berg“, finden wir einen schönen Wald und herrliche Täler mit saftigem Grün vor. Lediglich an dieser einen Stelle ist eine größere Fläche Kiefernwaldes dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen und massiver Kahlschlag als Folge zu sehen.

Muttental
Natur – Vorgarten

Wir starten unseren Weg in Richtung Burgruine . Eine Schar Kinder nutzt den Wald als Abenteuerspielplatz. Das Wild wird es freuen. Bei Kinderstimmen fühlt es sich vor dem Jäger sicher. Ein Teil des Wanderweges führt entlang der Straße “Hardensteiner Weg“. Der Vorgarten eines Hauses begeistert uns durch die wunderschön naturbelassenen Gestaltung.

Eine wahre Farbenpracht zieht den Blick auf sich und wir loben die Dame des Hauses, die oben auf dem Balkon steht und uns zusieht, für diesen herrlichen Garten.

Stolleneingang

An einer Wegekreuzung haben wir die Wahl für den richtigen Weg und wir entscheiden uns wieder für die Burg. Bald darauf sehen wir den ersten Stolleneingang, Stollen Reiger. 1695 erstmals erwähnt und 1783 bereits mit einer Länge von 400 Metern und einem zusätzlichen Schacht zur Frischluftzufuhr.

Bald darauf erreichen wir “Burg Hardenstein“. Zum Teil ist die Burg eingerüstet, man hat aber doch noch einen schönen Blick auf das alte Gemäuer, das 1354 entstand und als Wohnsitz der Besitzer erbaut wurde.

Der Sage nach beherbergte die Burg auch den unsichtbaren Zwergen-König Goldemar, der im Einvernehmen mit den anderen Bewohnern lebte. Bis, ja bis ein neugieriger Küchenjunge Erbsen und Mehl ausstreute um den Zwerg sehen zu können. Voller Wut tötete der Zwergen-König den Küchenjungen und fraß ihn auf. Nun musste Goldemar aber aus der Burg fliehen, aber nicht ohne zuvor einen Fluch auf die Familie zu legen.

Burg  Hardenstein - Muttental

Wir befinden uns nun unmittelbar an der Ruhr. Wer möchte, kann nun eine Schiffsfahrt auf der Ruhr unternehmen oder mit der Museumsbahn bis zur Zeche Nachtigall fahren, sofern der Zug fährt.

Wir machen uns weiter auf den Weg und bewundern den “Steinbruch Dünkelberg” mit Schichten aus Sandstein, Kohle und Schieferton. Teile des Steinbruch werden als Kletterwand genutzt und schließlich sehen wir den “Vereinigungsstollen“. Dieser wird auch “Compagniestollen” genannt und hat eine Länge von 375 Metern. und eine Höhe von 1,8 Metern. Hier wurde das Grubenwasser abgeleitet und die abgebaute Kohle gefördert.

Blindschleiche
Blindschleiche


Wir entdecken am Boden eine Blindschleiche. Diese gehört zu den Echsen, obwohl sie eine Länge von einem halben Meter erreichen, wie etwa auch das Exemplar vor uns. Das die Blindschleiche nicht zu den Schlangen, sondern zu den Echsen zählt, kommt aus dem Grunde, dass sie bewegliche Augenlider hat und ihren Schwanz abtrennen kann.

Muttental - Blindschleiche

Auf der, dem Steinbruch gegenüber liegenden Seite, liegt die “Zeche Nachtigall“, die auch ein Besucherbergwerk hat. Vor 300 Jahren begann hier der waagrechte Stollenabbau. Wir ziehen aber weiter unseres Weges in Richtung Bethaus.

Muttental - Zeche Nachtigall

An den felsigen Wegesrändern huschen immer wieder Mauereidechsen durch das am Boden liegende Laub.

Mauereidechse
Mauereidechse

Das “Bethaus” der Bergleute wurde 1830 errichtet. Es ist ein Betriebsgebäude, mit einem Glockentürmchen und einem Posaunenengel auf dem Dach. Heute ist das Haus ein Museum und im Tagungsraum können Veranstaltungen abgehalten werden. Erfrischungen gibt es auf der Terrasse. Früher galt das Haus als Stempelplatz und Aufbewahrungsort und im Sockelgeschoß befand sich eine Schmiede für die Stollenbetriebe. Ein Andachtsraum stand den Bergleuten zur Verfügung.

Muttental - Bethaus

Der Weg führt uns weiter entlang einige Waggons der “Muttentalbahn” und an grasenden schottischen Hochlandrindern vorbei. Weitere Stollen, wie Stollen Turteltaube, Stollen Stettin, Stollen Fortuna Zeche Renate oder Stollenzeche Maximus säumen den Weg. Es gibt immer etwas zu sehn und zu bestaunen. Nach etwas widrigen Umständen erreichten wir dann ja auch wieder glücklich unseren Ausgangspunkt und können uns nun wahrlich über das Gesehene freuen.

Frühling 2021

Frühling 2021 – in Zeiten von Corona verbringen immer mehr Menschen ihre freie Zeit in der Natur.

Wenn man durch die Wälder streift, oder sich in den Naturschutzgebieten umsieht, trifft man häufiger, ganz wie in früheren Zeiten auf Leute die sich eine Decke mitgenommen haben und ein Picknick an der frischen Luft genießen.

Restaurationen in den Ausflugszielen sind ja geschlossen, da nimmt man sich seine Verpflegung eben mit.

Das Jahr 2021 bringt die Lust an der Natur mit. Die Pandemie Corvid-19, bewirkt den Aufenthalt an der frischen Luft. Die Ansteckungsgefahr ist in der Natur gering und der ständige Aufenthalt in der Wohnung beginnt zu nerven. Da nutzt man gerne die Gelegenheit und geht hinaus.

Da macht man sich auf Dinge aufmerksam, die man sonst nie richtig bemerkt hat. Den Vogel mit den schönen Farben und die fantastischen Blüten an den Bäumen. Einige versuchen sogar die Namen der Bäume und Tiere zu erkennen. Immer wieder werde ich angesprochen welcher Vogel das ist, den ich da gerade fotografiere.

Eines hat dieses verdammte Virus bewirkt. Die Sinne für die Natur und die Umwelt sind geschärft worden.

Frühling 2021

Waldwirtschaft – Geld vom Staat für Misswirtschaft?

Waldwirtschaft – wieder fordern die Betriebe der Waldwirtschaft Geld vom Staat, vom Steuerzahler für die Folgen des Klimawandels. Dabei ist es nicht der Klimawandel der ihre Verluste erbracht hat, sondern eine über mehrere Generationen falsche Bewirtschaftung.

Nur weil das schnelle Geld mit schnell wachsendem Holz erbracht werden muß, werden Bäume gepflanzt die für die Landschaftsform völlig ungeeignet sind. Das ist seit Jahren bekannt und wird immer weiter fortgesetzt. Wenn das dann “in die Hose geht”, kommt sofort der Ruf nach dem Staat. Andere Betriebe aus anderen Wirtschaftszweigen wären längst in Konkurs, wenn sie ihre Betriebe so führen.

Waldwirtschaft

Waldwirtschaft fordert Geld für Leistungen im Artenschutz und Klimawandel

Viele Hausbesitzer oder Mieter legen hinter oder vor dem Haus kleine oder größere Gärten an, um damit auch den Vögeln und den Insekten zu helfen. Da bleibt dann auch im Herbst schon einmal Laub liegen um bei der Überwinterung Hilfen zu stellen. Man lässt Altholz liegen und pflanzt Insektenfreundlich. Man fördert die Biodiversität, ohne dafür vom Staat etwas zu fordern, sondern aus Liebe zur Natur.

Bei der Waldwirtschaft stellt man Forderungen, weil durch den Wald ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung der Biodiversität erbracht wird. Man tut eigentlich nichts und will noch Geld dafür.

Das was hier als Wald bezeichnet wird, sind Plantagen die zusätzlich per Hubschrauber mit Insektiziden bestäubt werden und somit die Nahrung der Waldvögel vernichtet. Von Erhalt der Biodiversität kann da wohl keine Rede sein. Durch die schweren Geräte mit denen die gefällten Bäume geräumt werden, wird der Boden verdichtet und die kahlen Nadelgehölze lassen die Sonne den Boden ungehindert austrocknen. Da den Klimaschutz ins Spiel zu bringen ist schon ein Unding.

Waldwirtschaft

In einem Fernsehbeitrag werden zwei Herren der Forstwirtschaft begleitet, die “edles Holz” – Premiumholz für die Verarbeitung zu Furnierholz suchen. Sie werden natürlich fündig. Eine herrliche alte Buche, schön gerade gewachsen, mit einem dicken Stamm, also auch schon ziemlich alt, bringt ihre Augen zum Leuchten. “Man könnte weinen, wenn man einen so schönen Baum sieht.” So äußert sich einer von ihnen und ich denke schon der Baum täte ihm leid. Die Erklärung folgt aber sofort. “Der bringt sicher über 1000 Euro auf dem Festmeter”. Ja, nun kommen allerdings mir die Tränen in die Augen.

Meisenknödel und Buntspecht

Meisenknödel und Buntspecht – wie passt das zusammen? Seit drei Tagen beobachte ich am Morgen, stets um die gleiche Zeit, einen schönen großen Buntspecht an meiner Futterstelle. Ich bin natürlich begeistert, so einen schönen Vogel inmitten eines Essener Vorortes in meinem Garten sehen zu können. Es erstaunt mich allerdings, dass er mit dem Rücken nach unten an einem Meisenknödel hängt.

Meisenknödel – Fettfutter für den Frühling

Ist es normal das ein Specht sich über einen Meisenknödel hermacht? Meine Nachforschungen ergeben, dass es gar nicht so selten ist das ein Buntspecht zur Futterstelle in die Gärten kommt und dann besonders gerne den Meisenknödel annimmt. Der große Fettgehalt des Knödels zieht ihn an. Alle anderen Vögel bevorzugen ja jetzt, am Beginn des Frühlings, ebenfalls Fettfutter. Sie stärken sich für die bevorstehende, anstrengende Zeit der Nachwuchsfürsorge.

Meisenknödel

Unser Buntspecht, übrigens ein Männchen, sitzt zunächst auf den Ästen eines noch verhältnismäßig kleinen Ginkobaumes und erkundet die Umgebung. Das Männchen hat den, für den männlichen Buntspecht üblichen, roten Nackenfleck, der bei den Weibchen schwarz ist.

Amsel

So lange die Amsel noch an der Futterstelle ist, hält der Specht sich zurück. Gerade will er sich auf den Anflug machen, da erscheint das Rotkehlchen und so wartet er lieber noch ab. Das kleine Rotkehlchen, der Vogel des Jahres, meint eh das Hausrecht zu haben. Es verscheucht alle anderen Vögel, die sich der Futterstelle nähern wollen, egal welche Größe. Nur die Kohlmeise lässt sich nicht so leicht verdrängen und vor ihr hat auch das Rotkehlchen Respekt.

Rotkehlchen

Schließlich ist die Luft rein und der Buntspecht fliegt heran. Wie schon erwähnt hängt er rücklings unter dem Meisenknödel und es schmeckt ihm offenbar sehr gut. Ich muß sehr vorsichtig sein um ihn fotografieren zu können, deshalb knipse ich durch die Fensterscheibe. Das ist natürlich der Fotoqualität abträglich, aber für diesen besonderen Moment hinnehmbar. Bei der geringsten Störung fliegt der Specht sofort davon.

Buntspecht

Auch wenn die Besuche nur von kurzer Dauer sind, sind sie doch etwas Besonderes und Morgen werde ich sicher wieder gespannt warten, ob der Buntspecht wiederkommt.

Ostern 2021 – wieder ein besonderes Fest

Ostern 2021 ist wie auch im Jahr 2020 anders. Wieder bestimmt das Virus die Gestaltung der Ostertage. Eigentlich ist sogar noch mehr notwendig als vor einem Jahr. Das Virus hat seine Angriffe durch Mutationen noch einmal erhöht. Das britische Virus hat mit 90 Prozent Anteil Deutschland und Europa im Griff. Es ist bedeutend aggressiver und gefährlicher als noch vor einem Jahr.

Ostern 2020 rühmte sich die deutsche Politik noch damit wie toll sie alles im Griff hat. Man fühlte sich schon fast wie ein Weltmeister im Umgang mit der Pandemie. Aus Deutschland wird der erste Hersteller gemeldet, der einen Impfstoff entwickelt hat und man glaubt schon die Pandemie besiegt zu haben, bevor überhaupt eine einzige Impfung erfolgt ist.

Dann kommt Europa ins Spiel. Um allen Mitgliedsstaaten die gleichen Chancen beim Impfen zu garantieren soll die Bestellung der Dosen von der EU geregelt werden. Zu dieser Zeit hat Deutschland den Vorsitz in der EU. Schon beginnt der Streit über den Preis für den Impfstoff. Kommt da bald noch ein günstigerer Impfstoff? Andere wollen eigenen Impfstoff nutzen, der eventuell irgendwann im eigenen Land produziert wird.

Die östlichen Mitgliedsstaaten wollen weniger zahlen und so geht es lustig weiter. Später werden sich Länder wie Ungarn nicht an die Abmachungen handeln und Impfstoff aus Rußland und China bestellen der in Europa noch nicht zugelassen ist.

Außerhalb Europas werden indessen bereits feste Verträge ausgehandelt und Liefermengen bestellt und höher bezahlt. Als Europa soweit ist, so etwas wie eine Einigkeit herzustellen, ist längst nicht mehr genug Impfstoff verfügbar und man schaut betrübt in die Röhre. Als in Amerika, Großbritannien und Israel längst schon geimpft wird, wartet Europa noch immer auf die Zulassung der Impfstoffe, mit denen woanders schon Tausende geimpft werden. Als Israel bereits fast die Bevölkerung durch geimpft hat, liegt die Impfquote in Deutschland noch bei 10 Prozent und dennoch betont man hier wie erfolgreich man beim Impfen ist.

In Deutschland gibt es mittlerweile ein Geschachere zwischen Bund und Ländern um die vernünftigsten Maßnahmen bei der Bekämpfung der Pandemie.

Einen richtigen, Erfolg bringenden bundesweiten Lockdown bekommt man einfach nicht auf die Reihe. Dabei bräuchte man nur auf Portugal zu sehen, um zu erkennen wie man erfolgreich sein kann.

Portugal galt als das am schlimmsten betroffene Land. Die Bundeswehr wurde zur Hilfe gerufen, weil die Situation in den Krankenstation unmenschlich wurde. Acht Wochen wurde alles heruntergefahren. Ausgangssperren verhängt. Sehr schnell gingen die Inzidenzen herunter. Die Inzidenzzahl lag bei 878. Nach den acht Wochen liegt die Zahl unter 30. Portugal gilt Ostern 2021 als quasi Corona frei, obwohl auch dort erst etwa 10 Prozent der Bevölkerung geimpft ist.

Der Gesundheitsminister verhaspelt sich in großen Ankündigungen was alles demnächst wunderbar läuft und gibt bereits Termine an, die allesamt nicht eingehalten werden können. Die Ministerpräsidenten fühlen sich offenbar in ihrer Macht begrenzt, wenn die Kanzlerin sagt was geschehen muß. Stimmen ihr voll zu und handeln danach völlig eigensinnig und entgegen der gemachten Vereinbarungen.

Das Virus hat seine große Freude über die Uneinigkeit der Bundesländer. Die Bevölkerung fragt sich was eigentlich nun richtig ist. Die einst so hoch gelobte “Deutsche Gründlichkeit” versagt auf allen Ebenen, von denen es eh schon viel zu viele gibt. Alle wollen irgendwo und irgendwie etwas zu sagen haben und so läuft nichts richtig. Der Bund legt fest, dass überall getestet und geimpft werden soll und gibt Termine vor. Als es dann darum geht, wer denn eigentlich die Tests bestellt und verteilt sagt der Bund es sind die Länder, diese schieben es auf die Kommunen und wieder klappt nichts richtig.

Kinder in den Schulen, die ja unbedingt geöffnet sein müssen, sollen regelmäßig getestet werden. Das Problem ist aber, dass die Schulen gar keine Tests bekommen haben. Ohne das Engagement der Schulleitungen und Lehrer wäre ein Schulbetrieb überhaupt nicht möglich. Kultusminister haben monatelang nichts getan um digitalen Unterricht zu ermöglichen. Von Lüftungssystemen ganz zu schweigen.

Was ist das für ein Trauerspiel, wenn mitten im Winter die Schüler mit Jacken, Schal und Mütze im Unterricht sitzen müssen, weil alle paar Minuten die Fenster, wegen fehlender Belüftungsanlagen, geöffnet werden müssen?

Bereits an den Weihnachtstagen 2020 sind Impfzentren aus dem Boden gestampft worden, Personal steht bereit und es kann sofort nach den Feiertagen los gehen. Los gehen ja – aber womit? Es gibt gar keinen Impfstoff und so stehen die Hallen und Zentren noch wochen- monatelang leer.

Beschlüsse, Ostern 2021 alles noch ein letztes Mal herunterzufahren um die Inzidenzzahlen zu senken, werden durch neue “Ideen” der Ministerpräsidenten einzelner Bundesländer umgangen. Man kann weiter schoppen wenn man vorher negativ getestet wurde. Plötzlich ist der so verschmähte Grünen- Politiker Palmer ein Vorbild. In Tübingen hat er ein Modell geschaffen bei dem durch Testungen Geschäfte und Außengastronomie wieder öffnen dürfen.

Die Inzidenzzahlen waren um 30 und so fühlte man sich in der Lage so ein Experiment durchzuführen. Nur 6 Wochen später schießen aber auch dort die Zahlen wieder in die Höhe und man ist bereits wieder über 100. Das Experiment wird beendet, mit der Begründung es kämen zu viele von auswärts nach Tübingen um zu schoppen. Dabei werden ja auch diese Kunden vorher in Testzentren auf Corona getestet.

Durch Probleme mit einem bestimmten Impfstoff gerät wieder alles aus den Fugen. Die vorher festgelegte Impfpriorität gerät durcheinander. Hieß es zunächst das nun die 78 und 79 jährigen geimpft werden, sollen jetzt plötzlich alle ab 60 Termine machen können und die Hausärzte sollen kompakt in die Impfungen integriert werden. Durch das Impfen in den Praxen soll die Durchimpfung an Tempo aufnehmen. Dann liest man das jede Praxis für eine Woche 20 Dosen Impfstoff bekommt. Ja , so kann wahrlich “Tempo aufgenommen werden”.

Ostern 2021

Ostern 2021 soll eigentlich an den Leidensweg Christi erinnern. Es ist aber mehr ein Fest an das man sich später an das große Versagen der Politiker erinnern wird. Ostern 2021 ist eben ein besonderes Osterfest.

Dennoch wünsche ich allen meinen Lesern ein schönes Fest. Hoffentlich können wir unsere Erregung und die Ängste im Bezug auf Corona etwas herunter fahren. Versuchen wir einfach ein paar Stunden an das eigentliche Osterfest zu denken, in der Hoffnung auf besserer Zeiten.

Erdhummel – Zuckerwasser kann ein Volk retten

Erdhummel – es ist wieder kalt geworden. In der Nacht stellenweise sogar Frost und viel Nektar ist noch nicht zu holen für die geschwächte Erdhummel. Hummeln sind im jetzt nahenden Frühling die ersten Boten und manchmal auch zu früh wieder da. In einigen Fällen benötigen sie nun unsere Hilfe. Außer der befruchteten Jungkönigin sind alle anderen Hummeln gestorben. Nun muß die Königin schnell einen Nistplatz finden um ein neues Volk zu begründen.

Erdhummel
Erdhummel im Sommer

Die Nahrungsvorräte aus dem Winter sind aufgebraucht und sie muß sich dringend stärken. Da sind dann auch die Blumen auf dem Balkon gern gesehen und Plätze zum Nisten müssen erst gefunden werden.

Meine Erdhummel, die ich gerade auf dem Balkon sehe, ist schon sehr schwach. Sie benötigt dringend Hilfe. Ich mache etwas lauwarmes Wasser auf einen kleinen Löffel und gebe Zucker hinzu. Dieses Zuckerwasser halte ich ihr vorsichtig hin.

Zunächst sieht sie die Löffelspitze noch als ein Hindernis an. Nun hebe ich den Löffel hinten noch etwas an. Das Zuckerwasser befindet sich jetzt ganz am Rand des Löffels und sie beginnt zu saugen.

Wenn ein Löffel ein zu großes Hindenis darstellt, kann man auch mit einer Pipette oder einer Spritze etwas Zuckerwasser neben sie träufeln, so das sie mit dem Saugrüssel dran kommt.

Erdhummel
Nach dem Zuckerwasser kommt langsam wieder Leben auf

Erstaunlich wie schnell es weniger wird auf dem Löffel. Ruth faltet eine Lage von der Küchenrolle und tränkt diese in Zuckerwasser. Die Hummel geht bis zur Mitte und genießt den süßen Stoff. Schließlich macht sie eine Pause. Ihr weißes Hinterteil hebt und senkt sich bei jedem Atemzug und sie wird immer ruhiger. Vorsichtig setze ich das Tuch auf die Blumen.

Kurze Zeit später, die ganze Zeit höre ich sie schon wieder brummen, spreizt sie die Flügelchen und fliegt davon.

Ich hoffe du findest schnell den richtigen Platz zum nisten, damit wir uns schon bald an den schönen bunten Hummeln deiner Nachfahren erfreuen können.

Heidesee – Erholung in der Kirchhellener Heide

Heidesee – ein Gewässer in der Kirchhellener Heide, die Teil des “Naturpark Hohe Mark” ist. Die Region ist geprägt von Grün und Heidelandschaften, sowie noch gesundem Mischwald und Äckern, die sich an die Bewaldung anschmiegen.

Heidesee

Der Heidesee ist durch einen Damm und eine Holzbrücke in einen südlichen und einen nördlichen Teil geteilt.

Die Wander App “Komoot” will uns unmittelbar am See entlang führen. Das ist aber mittlerweile verboten, weil das Ufergebiet als Biotop besonders geschützt werden soll. Leider müssen wir feststellen, dass die Einzäunung am App – Weg bereits zerstört wurde. Wenn man auf dem normalen Weg bleibt, ist einem später auch der Blick auf den Weg gegönnt. Es gibt am See zwei gekennzeichnete Liegeplätze an denen man sich am Wasser entspannen kann.

Als Teil des Naherholungskonzept Ruhrgebiet spielt der See und die Umgebung eine große Rolle beim Artenschutz und Bioptopschutz. Es haben sich einige schützenswerte Arten aus dem Pflanzen- und Tierbereich hier angesiedelt.

Im Heidesee befinden sich in der Unterwasservegetation fünf Arten der Armleuchteralgen. Die Armleuchteralgen sind eine phylogenetisch urtümliche Organismengruppe von Wasser-„Pflanzen“.

Entstanden sind die Seen in der Kirchhellener Heide durch Kiesausgrabungen

Heidesee

Der Heidesee ist mit 54 Hektar deutlich grösser als der etwas weiter nördlich gelegenen Heidhofsee mit 4,8 Hektar Fläche. Dort befindet sich auch der Heidhof, ein Waldkompetenzzentrum, das bei Familien sehr beliebt ist. Kinder können hier, wie auch Erwachsene, viel über den Wald und die Natur lernen. Es gibt auch einen großen Waldspielplatz und einen Kiosk.

?Das Gebiet wurde 1973 in das Naherholungskonzept des Ruhrgebiets aufgenommen und in Teilflächen im Sinne des Biotop- und Artenschutzes gestaltet. Es hat sich zu einem bedeutsamen Lebensraum für schützenwerte Pflanzen und Tiere entwickelt. Der Heidesee beherbergt eine landesweit bedeutsame Unterwasserpflanzenvegetation (unter anderem 5 Armleuchteralgenarten).

Wenn man dem Weg folgt überquert man den Schwarzbach der, wie auch der Rotbach, noch unbegradigt durch die Heide fließt. Zu einer Heide gehört natürlich auch der Gedenkstein an den Heidedichter Hermann Löns.

Heidesee

Brieftauben – Sport oder Tierquälerei ?

Brieftauben – Das Halten von Brieftauben hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition. Viele Bergleute hielten sich in ihrer Freizeit Tauben. In Dortmund findet regelmäßig das weltgrößte Taubenzüchter-Treffen statt. Deutschland zählt noch etwa 30.000 Brieftaubenzüchter.

In einem Blogbeitrag von “Gutes Karma to go” las ich nun einen Bericht über das Halten von Brieftauben. Vieles davon war mir nicht bekannt und ich sehe nun die alteingesessene Tradition der Brieftauben – Zucht mit anderen Augen.

Was hat es mit den Wettflügen die regelmäßig stattfinden auf sich? Die Leistungen der Tauben wurden stets von allen bewundert, wie schaffen die Vögel es eigentlich immer wieder aus über 1000 Kilometern ihren Schlag zu finden ?

Brieftauben mit engem Familienband

Die Züchter nutzen die Eigenarten der Tauben aus. Die “Wettkampftaube” wird von ihrer Familie und ihrem Heimatschlag getrennt. Tauben haben aber ein sehr enges, festes Familienband. Sie sind meistens ihrem Lebenspartner ewig treu. Man trennt also den “Wettkampfvogel” von der Brut, dem Partner und dem heimischen Schlag, weil man weiß, dass der Vogel alles einsetzen wird um so schnell wie möglich wieder zu seiner Familie zu kommen. Dabei erreichen die Vögel bis zu 130 km/h.

Die verschiedenen Arten des “Trennens” nennt der Brieftaubenzüchter “Nest- oder Witwermethode”.

Brieftauben

Brieftauben – das Leiden

Immer wieder werden die Tiere auf diese Weise “trainiert”. Bei den dann kommenden Wettkämpfen verlieren über 53 Prozent der Tiere aus Erschöpfung oder Flüssigkeitsmangel ihr Leben. Viele fallen auch Greifvögeln zum Opfer oder werden tödlich verletzt.

Die größten “Verluste” gibt es bei den sogenannten “Tribünenflügen”. Hier werden die Besten der Besten gesucht und alles was nicht in das Idealbild passt wird getötet. Dabei wird den Tieren ohne Betäubung der Hals umgedreht. Die Verluste liegen dort bei 75 Prozent.

Das derartiges Handel gegen das Naturschutzgesetz verstößt belegt auch PETA in einer Dokumentation. Wenn man diese Sachverhalte kennt, kann man sich eigentlich kaum noch sehr für diesen “Sport” begeistern.

Vogelart – wie entstehen Arten ?

Vogelart – wie entsteht die Artbildung bei den Vögeln? Beim letzten Besuch des Abstküchenteichs vielen uns die vielen Enten-Hybride auf. Da stellte sich mir die Frage ob es das auch bei den Vögeln gibt.

Hybrid ist die Bezeichnung für die geschlechtlichen Fortpflanzung zwischen verschiedenen Gattungen oder Arten.

Zwillingsvögel und die eigene Art

Vögel bleiben bei der Fortpflanzung strikt bei der eigenen Vogelart. Selbst bei den Zwillingsvögeln, die sich ja so ähnlich sehen, dass wir oft Probleme haben sie auseinander zu halten, gibt es keine Vermischung der Vogelart.

Beispiel die Sumpf- und Weidenmeise. Obwohl häufig im selben Lebensraum zu finden, bleibt die jeweilige Vogelart unter sich.

Die Vögel erkennen sich am Gesang, an der Farbe und am Verhalten. Die einen bevorzugen den Nadelwald, die anderen den Laubwald. Sie fressen unterschiedliche Samen und Insekten, obwohl sie fast ein identisches Aussehen haben. Die optische Ähnlichkeit fällt dem Menschen besonders auf. Vögel sehen ein größeres Farbspektrum. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie Unterschiede deutlicher erkennen. Gleiches gilt für den Baumläufer und Waldläufer. In allen Fällen kommt es nicht zur Hybridisierung.

Vogelart - Stieglitz
Stieglitz

Eine Vogelart die weit verbreitet ist, kann sich in Färbung und Stimme von dem bei uns heimischen Vogel unterscheiden. Der bei uns anwesende Stieglitz sieht anders aus, als der Stieglitz im Mittelasien. Dort hat er einen grauen Oberkopf und einen grauen Rücken, bleibt aber dennoch weiterhin ein Stieglitz.

In den Winterquartieren stoßen beide Arten aufeinander. Im Nordost Iran und Westsibirien kommt es zur Vermischung der Vögel. Sie gehören zwar verschiedenen Unterarten an, bleiben aber als Vogelart ein Stieglitz. Sie bilden trotz der Unterschiede der Gefierderfärbung keine neue Fortpflanzungsgemeinschaft.

Vogelart – Entfremdung

Eine neue Art entsteht nur durch Veränderung der Geologie. Überflutung, Erdrutsche, Absenkungen, Klimawandel oder Vegetationsveränderung können zu geologischen Trennungen führen. Im mehrere tausende Jahre dauernden Verlauf, entstehen innerhalb einer Vogelart Veränderungen. Die Art wird sich “fremd”. Bei einem eventuellen erneuten Aufeiandertreffen verstehen sie sich nicht mehr. Die Fortpflanzungsgemeinschaft ist zu unterschiedlich geworden.

Sollte die Trennungszeit nicht ausgereicht haben um sich total zu entfremden, kann es innerhalb einer Hybridzone zur erneuten Vermischung kommen. Ein Beispiel ist die Rabenkrähe die sich entlang der Kontaktzone über Mitteldeutschland, Österreich und Schleswig Holstein mit der Nebelkrähe vermischt und Bastarde bildet. So ist im Westen die Rabenkrähe zu finden und im Osten die Nebelkrähe.

Quellen: Internet und “der Falke” 46/1999

Totholzhecke

Totholzhecke – auch unter dem Namen Benjeshecke bekannt, nach einer Idee der Brüder Heinrich und Hermann Benjes, ist die Art einer Heckenbildung auf natürliche Art.

Gesehen haben wir sie sicher alle schon. Diese “geflochtenen” Wälle aus Reisig” und Schnittgut. Aufgeschichtetes Totholz mit bänderförmiger Verbindung. Bisher dachte ich immer diese Anlagen wären extra für Vögel, Igel und Insekten aufgestellt worden.

Totholzhecke oder Benjeshecke

Der Gedanke dahinter ist jedoch ein anderer. Zwar ist es schon der Sinn die Vögel und andere Tiere dazu zu animieren in dem Gehölz ihr Domizil aufzuschlagen, aber es existiert ein Hintergedanke.

Die Vögel hinterlassen, wie auch die anderen Bewohner der Benjeshecken oder Totholzhecke, ihren Kot. Dieser fällt auf den Boden und läßt als natürliches Saatgut Pflanzen der heimischen Gewächse entstehen, die gesichert durch das Totholz, ungefährdet vor Verbiß heranwachsen können.

Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise eine stabile, dichte Hecke. So wie diese wächst, zerfällt das Reisig und es wächst eine Hecke heran, die der Artenvielfalt gerecht wird und besser ist als jeder Zaun.

Sträucher, Bäume und die Vögel gehen eine Symbiose ein. Die Pflanzen umhüllen Samenkörner mit Fruchtfleisch um Vögel anzulocken. Dadurch verteilen die Vögel den Samen der Hagebutte, der Eberesche, der Stachelbeere und anderer fruchttragender Pflanzen mehrere hundert Meter weit.

Wer also Vögel in seinem Garten haben möchte sollte heimische Pflanzen anpflanzen. Die Eberesche heißt ja nicht umsonst auch “Vogelbeerbaum”. Der Holunderstrauch ist bei über 60 Arten überaus beliebt. Die Drossel liebt die Beeren der Traubenkirsche und das Rotkehlchen das Pfaffenhütchen.

So bilden Vögel und Pflanzen eine Gemeinschaft, die beiden zu Nutze kommt.

Kiekkaaste

Kiekkaaste – das ist der Name des wohl schönsten und bemerkenswertesten “Grenzturms” an der deutsch – niederländischen Grenze.

Kiekkaaste – oder Guckkasten ist allerdings nicht als Grenzturm gedacht, sondern ein wunderbarer Beobachtungsturm im Watt am Dollart.

Kiekkaaste

Lediglich die Bohrinsel bei Dyksterhusen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeeer führt noch in das Watt hinein.

An fast allen Stellen der Küste kann man nur vom Deich aus auf die weit im Schlick befindlichen Limikolen und Watvögel sehen. Die Entfernungen sind schon recht beachtlich und man muß eine sehr starke Brennweite am Glas oder der Kamera haben um gute Beobachtungen oder Fotos machen zu können.

im Watt
die Kiekkaaste

Ganz anders verhält es sich an der Kiekkaaste, die quasi mitten im Schlick gebaut worden ist. Ein Plankenweg führt durch das Schilf und die Strandastern hinaus an den Wasserrand zum Turm. Unterwegs hört man die Blaukehlchen im Schilf und schließlich führt eine vier Meter hohe Wendeltreppe hinauf auf den Beobachtungsturm.

Treppe
Wendeltreppe zum Turm

Die Fenster sind mit Sichtklappen versehen und Farbtafeln im Inneren helfen bei der Bestimmung. Allerdings sind die Bezeichnungen auf holländisch und dann muß man schon wissen das “Swaarter Ruiter” der “Dunkle Wasserläufer ist” oder “Tureluur” der “Rotschenkel“.

Die Artenvielfalt ist groß und die Vögel befinden sich “direkt vor der Haustür”. Mit etwas Glück und einem guten Tele kann man sogar die Seehunde auf den Sandbänken vor Emden erkennen.

Kiekkaaste

Ansonsten sind Regenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer, Grünschenkel, Säbelschnäbler, Schnepfen und natürlich Gänse zu sehen.

Zu empfehlen ist eine morgendliche Anfahrt in der Woche, dann ist es noch ruhig am Turm und man sollte den Tidekalender kennen. Bei Flut kann es sein das Stiefel nicht ausreichen und wer bei Ebbe auf dem Turm ist und die einsetzende Flut mißachtet, muss eventuell in Kauf nehmen bis zur nächsten Ebbe auszuharren. Das kann natürlich auch spektakulär sein, wenn man etwas Verpflegung und Ersatzakkus für die Kamera dabei hat.

Kiekkaaste

Die Kiekkaaste ist ein “Muß” für jeden Naturliebhaber der sich in der Region am Dollart aufhält und Parkplätze sind am Wehr vorhanden. Von hier aus geht aus dann auch durch das Schilf zum Turm. Wir besuchten den Turm anläßlich unserer einwöchigen Reise nach Ditzum im Rheiderland.

Kiekkaaste

Der Botanische Garten

Der Botanische Garten der Ruhr Universität Bochum zählt zu den schönsten ihrer Art weltweit.

Der Botanische Garten

Er liegt in herrlichen Landschaft, begrenzt von den Gebäuden der Universität, dem Lottental und dem Kemader See. Gegründet wurde der Botanische Garten 1962 zu Studien und Forschungszwecken der Biologischen Fakultät. Anlässlich des 25jährigen Jubiläum schenkte die Universität Shanghai den Bochumern den heute überall bekannten Chinesischen Garten. Dieser erhielt den Namen “Quian”, nach dem chinesischen Dichter mit gleichem Namen, der von 365 – 427 nach Christus lebte.

Chinesischer Garten
der chinesische Garten

Der Bericht vom Pfirsichblütenquell des Poeten ist den Chinesen allgemein bekannt und handelt von der Sehnsucht des Dichters nach einer Idealgesellschaft und dem idyllischen Leben im Einklang mit der Natur.

Der Botanische Garten
Felsenlandschaft im Chinesischen Garten

Die Felsenlandschaft im Chinesischen Garten besteht aus 600 Tonnen Gestein. Der Garten belegt innerhalb des Botanischen Garten eine Fläche von 1000 qm. Der Botanische Garten hat eine Größe von 13 Hektar.

Dazu gehören vier Schauhäuser. Das Tropenhaus, das Wüstenhaus und zwei Savannenhäuser. Wegen der Corvid 19 Pandemie dürfen die Häuser aus Sicherheitsgründen zur Zeit nicht besucht werden. Außerdem ist nur der Eingang am Betriebshof geöffnet, um die Gartenbesucher nicht zu gefährden.

Der Botanische Garten

Durch eine “Einbahnstraßenrgelung” für den Fußgänger können die Corona – Regeln gut eingehalten werden.

Dennoch hat der Botanische Garten dem Besucher viel zu bieten. So findet man in der Außenanlage eine europäische Biotoplandschaft, Heidevegetation, Küstenvegetation, Pflanzen aus Europa, Nord-Amerika und Asien. Ein Alpinum und eine Bachlandschaft gehören ebenso dazu, wie auch die Schauhäusern die Wüsten- und Savannenlandschaften vor den Schauhäusern

Man kommt an den verschiedensten Baumarten aus aller Welt vorbei, wie dem Ginko und den knapp 60 Jahre alten Mammutbäumen. Der Duft tausender Blüten schmeichelt dem Geruchssinn.

Der Botanische Garten ist nicht nur für die Studenten der Ruhr Universität ein Ort der Ruhe und der Entspannung. Übrigens, womit man eigentlich nicht rechnet, der Eintritt in den Botanischen Garten der Ruhr Universität Bochum ist frei und wenn man die Adresse ins Navi eingibt, unbedingt daran denken das dem Straßennamen ” Südstrasse” noch ein Buchstabe vorangesetzt ist. I-N-G-M – der Eingang “Betriebshof” befindet sich auf der N-Südstraße 160.

Hier noch ein paar Impressionen:

Trauerschwan

Trauerschwan- oder auch Schwarzschwan, ist der Name dieses exotischen Schwan. Seine Heimatregion ist Australien und Tasmanien. In einem australischen Bundesstaat ist er als Wappentier sogar in der Staatsflagge zu finden.

Mitte des 19.Jahrhunderts versuchte man in England, nach erfolgreicher Zucht, durch Auswilderung eine wilde Population zu erreichen, was aber nicht gelang.

In den Niederlanden und vermutlich in NRW ist es zu einer verwilderten Population gekommen, die sich gegen den weißen Höckerschwan durchsetzen konnte, der sie sonst vertrieben hat. Der Schwan ist äußerst selten zu finden.

Eine Ausbreitung des Trauerschwans ist in Deutschland unerwünscht. Eine plausible Erklärung dafür ist mir nicht bekannt, außer das er eben ein Gefangenschaftsflüchtling und ein Neozoen ist.Der

Wenn es eine Art gibt, die sich mindestens über drei Generationen fortgepflanzt hat und sich eine selbsttragende Population gebildet hat, spricht man von etablierten Neozoen.

In NRW zählen der Schwarzschwan, Kanadagans, Schneegans, Nilgans, Rostgans, Brautente, Mandarinente, Jagdfasan, Rosaflamingo, Chileflamingo, Straßentaube, Halsbandsittich und Alexandersittich dazu.

Trauerschwan – Cygnus atratus

Die Ernährung besteht aus Wasseralgen, ufernahem Gras und Algen. Sie leben an Seen und Überschwemmungsgebieten mit wenig Strömung und viel Ruhe. Weil er sehr anfällig für Störungen ist, ändert er häufig seinen Standort, bleibt aber immer im Umkreis von etwa 100 Kilometern von seinem ursprünglichen Aufenthaltsort. Trauerschwäne sind keine Zugvögel.

In Deutschland gibt es nur wenige Brutpaare. Mein Paar am Vogelschutzgebiet Essen Heisingen war mit vier Dunenküken unterwegs. Die Küken haben eine silbergraue Färbung. 2005 gab es lediglich 11 Brutpaare.

Die Brut besteht aus vier bis acht Eiern und wird meistens vom Weibchen bebrütet. Das ist auch besser, weil mitbrütende Männchen häufig vergessen die Eier zu drehen, oder sich neben die Eier setzen.

Der Trauerschwan ist etwas kleiner als der weiße heimische Höckerschwan. Er wirkt aber durch den längeren Hals und dem auffallend glänzenden schwarzen Gefieder robuster. Die Federn erinnern durch die Krümmung der Flügeldecken und der Schulterfedern an Dachziegeln, im Vergleich zum Gefieder des Höckerschwan. Die Weibchen unterscheiden sich nur durch einen etwas kürzeren Hals und einem kürzeren Schnabel vom Männchen.

Weiß ist lediglich an Hand- und Armschwinge zu sehen. Allerdings kann man dies nur im Flug erkennen, weil diese Federn verdeckt sind. Eine weiße Binde befindet sich auch am vorderen Schnabel, der ansonsten rot gefärbt ist.

Der berühmteste Artgenosse ist der Trauerschwan “Petra” vom Münsteraner Aasee, der sich in ein weißes Tretboot in Form eines Schwanes verliebt hatte.

Erft – Weckhoven

Erft und die Neusser Stadtteile Weckhoven und Selikum waren die Ziele unserer heutigen Wanderung.

Das erste Stück führt uns durch eine kleine Siedlung. Aber schon bald liegt vor uns ein Gerstenfeld. Immer wieder müssen wir überlegen um welches Getreide es sich handelt.

Wie war das noch, lange Grannen, kurze Grannen, kaum Grannen, Gerste lang, Roggen kurz und Weizen kaum eine Granne.

Nachdem wir das durch diskutiert haben, liegt vor uns ein Bauernhof, über dessen Eingang ein Banner angebracht ist.

Erft – Kinder Bauernhof und Wirtschaftsgarten

Bauerngarten

Darauf steht : Kinder Bauernhof . Hier gibt es Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen und natürlich Hühner. Es können Kindergeburtstage gefeiert werden und selbst ein Hofcafe ist vorhanden, welches aber zur Zeit wegen Corona nicht geöffnet hat. Hinter dem Gut Selikum befindet sich noch ein Bauerngarten und Imker werben mit mehreren Bienenhäusern für ihren Stand.

Wildblumen
Wirtschaftsgarten mit Wildblumen

Wir zwei “Alten” sehen uns den etwas abseits gelegenen Muster – Wirtschaftsgarten an. Wer Anhänger des nachhaltigen und umweltfreundlich Anbaus ist, bekommt hier leuchtende Augen. Von der Blumenwiese über das Gewürzebeet und Gemüsebeet zur Sonnenblume, hier ist alles vorhanden, selbst ein großes Insektenhotel.

Wirtschaftsgarten
Wirtschaftsgarten

Studde Schafe – kleine Rasse

Auf dem weiterführenden Weg kommen wir an einer Weide vorbei, auf der Studde Schafe grasen. Bei dieser Schafrasse handelt es sich um das kleinste deutsche Schaf.

Ursprünglich stammt es aus dem Baltikum und Ostpreussen, war aber Anfang des 19. Jahrhunderts fast verschwunden. Dank der Zucht im Münchener Zoo gibt es sie mittlerweile wieder häufiger.

Studde Schaf
Studde Schaf

Das Studde Schaf ist besonders bei Kleinbauern beliebt. Es ist sehr Standorttreu und benötigt nicht einmal einen Zaun.

Nun überqueren wir eine Brücke. Unter uns fliesst strömend die Erft dahin. Der Fluss entspringt in der Eifel und mündet nach 103 Kilometern in den Rhein .

Erft
Die Erft

Rechts liegt Schloß Reuschenberg aus dem Jahr 1549. Dieses Schloß befindet sich heute m Privatbesitz.

Erft – Neuss – Gut Selikum

im Schloß war von 1917 bis 1997 die hauswirtschaftliche Landfrauenschule untergebracht, in deren Folge 1932 Siedlerhäuser gebaut wurden. Auf den städtischen Höfen entstand ein Streichelzoo der 1978 in den bereits geschilderten Kinderbauernhof umgewandelt wurde.

Erft
Gut Selikum

Die landwirtschaftlichen Flächen wurden mit der Neubausiedlung Selikum bebaut. Deshalb befinden wir uns jetzt im Haus der Stadtteil Selikum.

Linker Hand blitzt der weiße Anstrich der Corneliuskapelle in der Sonne. Die Kapelle erfährt eine erste schriftliche Erwähnung im Jahr 1573. Demnach ist die Kapelle eine Stiftung des Fraufräulein von Reuschenberg, die auf dem Lehnsgut Haus Selikum lebte.

Neuss Selikum – Corneliuskapelle

Erft
Corneliuskapelle

1607 findet die Corneliuskapelle erstmals Erwähnung als Wallfahrtskapelle. Gegenüber befindet sich Gut Selikum. Heute findet im denkmalgeschützten Gebäude Wohnen im Haus-Wohnen Charakter statt.

Erft

Wir erreichen erneut eine Erftbrücke und schauen uns auf der anderen Brückenseite kurz um, eigentlich sollen wir vor der Brücke links abbiegen.

Wir sehen eine Ziegenweide und einen großen Spielplatz. Weiter oben soll auch noch eine Eselweide sein, aber wir gehen jetzt auf dem vorgesehenen Weg weiter, entlang der Erft.

Ziegen und Damwild an der Erft

Erft

Eichen, Ahorn und Schwazpappeln säumen den Weg. Das Sonnenlicht und das Laub zaubern ein herrliches Farbenspjel, das sich im Wasser wiederspiegelt.

Der Weg verzichtet jetzt auf die Begleitung der Erft. Dafür erreichen wir nun ein Damwildgehege. Einige Rehe und Böcke lassen sich von Kindern füttern. Größere Rehe und Hirsche ruhen auf den Grasflächen. Einige Ricken weisen Kitze den Weg.

Erft
Damwild

Die Erft Teilung

Bald erreichen wir wieder die Erft mit dem Erftabzweig Empellement. Hierbei handelt es sich um ein Bauwerk aus Werksquadern, errichtet 1809. Das Bauwerk sollte die Wasserzufuhr aus der Obererft in den Nordkanal für die Stadt Neuss regulieren. Auf dem Wehrkopf befindet sich die Inschrift “Napoleon Empereur” -Napoleon Kaiser.

Erft
Empellement – Erftteilung

Weiter folgen wir der Erft, die immer wieder andere Bilder zaubert. Schließlich müssen wir uns aber trennen. Wir haben den Abzweig erreicht, der uns wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück führt.

Erft
Erft