Acker ohne Pestizide

Acker mit Wildblumenstreifen machen den Einsatz von Pestiziden überflüssig.

Wie das funktionieren kann und dabei sogar die Erträge gesteigert werden, zeigt eine Studie des CEH (Centre of Ecology and Hydrology) in England. Dort werden auf 15 großen Äckern, in einem Abstand von jeweils 100 Metern, sechs Meter breite Blühstreifen gepflanzt. Das erlaubt den GPS gesteuerten Mähmaschinen ein genaues Abmähen, ohne die Blühstreifen zu zerstören.

Die Blühflächen bestehen aus „Ochsenauge“ (Korbblütler), Rotklee (Wiesenklee), Gemeiner Ambrosia (gemeiner Beifuß) und Wildkarotte. Eingesetzt wurden sie auf Äckern mit Winterweizen, Ölraps und Sommergerste.

So werden Wildbienen und Insekten, wie die Schwebfliege, unterstützt, die dann eine natürlich Schädlingsbekämpfung übernehmen. Früher wurden lediglich die Randstreifen der Felder mit Wiesenblumen bepflanzt. Die natürlichen Schädlingsbekämpfer kamen so aber nicht an die Nutzpflanzen in der Ackermitte heran und wurden wohl eher noch durch den Pestizideinsatz vernichtet.

Die Blühstreifen die in dem Versuch in regelmäßigem Abstand entstanden sind, ermöglichen den Insekten jetzt den Zugriff auf Blattläuse und andere Schädlinge über das gesamte Feld. Ein Pestizid Einsatz ist damit überflüssig geworden.

Die Wildblumenstreifen nehmen lediglich 2 Prozent der Nutzfläche in Anspruch. Wie der Versuch zeigt, sind die Erträge sogar, gegenüber der Zeit in der Pestizide eingesetzt wurden, gestiegen.

Ähnliche Versuche laufen auch in der Schweiz. Dort werden Mohnblumen, Koriander, Buchweizen und Dill eingesetzt.

Ein wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung widerspricht sogar der Aussage von weltweiten Regulierungsbehörden, wonach der Pestizid Einsatz, nach industriellen Normen, notwendig sei. Der oben beschriebene Feldversuch bestätigt eigentlich genau diese Aussage. Mit nur 2 Prozent der gesamten Produktionsflächen kann man nicht nur Gutes für den Boden und die darauf gedeihenden Nutzpflanzen tun, sondern man tut auch etwas für die Gesundheit der Menschen.

In Deutschland ist man noch bemüht flächendeckend eine Feldrain Bepflanzung zu schaffen, was dem Acker kaum etwas nutz, solange weiter Pestizide gespritzt werden. Welche Insekten überleben das schon, auch wenn der Feldsaum blüht. Andere Länder scheinen da einmal mehr einen Schritt voraus zu sein.

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Sperber

Sperber  –  Accipiter nisus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der  Größe.  Das Männchen ist bedeutend kleiner als das Weibchen. Der Sperber jagt seine Beute durch Überraschungsangriffe, da er nicht in der Lage ist ein Opfer lange zu verfolgen. Hierzu nutzt er die Deckung von Büschen und Bäumen. Er verkrallt sich in seine Beute und tötet sie. Man kann ihn beim „Rüttelflug beobachten. Dabei schwebt er quasi auf der Stelle und beobachtet sein Opfer. Zu denen gehören Vögel, wie Taube, Finken und Sperlinge.

Das Männchen wird in der Jägersprache Sprinz genannt, während die anderen männlichen Greifvögel Terzel benannt werden. Sperber bevorzugen waldnahe Bereiche von Misch- und Nadelwäldern, kommen aber mittlerweile auch in Parkanlagen der Städte vor.

Nach einem Verbot des Insektizides DDT ist der Bestand wieder angewachsen. 1888 galt der Sperber schon fast als ausgestorben. Für den Menschen galt er zu dieser Zeit als der „böse Vogel“ und er wurde stark bejagt. Mit einer Körperlänge von 40 cm (Weibchen – Männchen etwa 33 cm) und einer Flügelspannweite von rund 80 cm (Männchen 65cm), ist der Vogel etwas Größer als eine Turmfalke. Die Unterseite des Männchen ist weiß und quer gebändert. Das weniger farbenfrohe Weibchen hat eine orange Unterseite. Die Oberseite ist beim Männchen graublau (Weibchen schieferbraun) und am Hals befindet sich eine feine senkrechte Strichelung.

Die Augenfarbe des männlichen Sperbers ist orange, die des weiblichen Tieres dunkelgelb. Der Sperber lebt monogam. Wie auch beim Habicht besteht der Balzflug aus kreisendem Flug mit anschließendem Sturzflug zum Nest.

Sperber – Habicht

Sperber sehen dem Habicht sehr ähnlich. Der Habicht ist aber deutlich größer und schwerer. Der Kopf des Sperbers ist rundlicher und das Auge wirkt im Verhältnis zum Kopf sehr groß. Der Orbitalknochen (Augenhöhlenknochen) ist über dem Auge ist sehr ausgeprägt, was bei beiden Arten den „strengen Blick“ ausmacht. Der Überaugenstreif beim Habicht ist deutlicher und stärker als beim Sperber.

Bei der Paarbildung und später der Fütterung der Brut übergibt das Männchen die Beute auf einem Übergabeplatz in der Nähe des Nestes an das Weibchen. Diese Übergabeplätze sind durch Federn und Reste oft gut zu erkennen.

Die Brutzeit beträgt etwa fünf Wochen und beginnt Mitte April. Das Weibchen legt bis zu vier Eier und wird vom Männchen versorgt. Die Fütterung der Jungtiere erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nachdem die Jungen flügge geworden sind bleiben sie noch vier Wochen in der Nähe des Nestes .

Die Bilder vom Sperber entstanden auf der Nordseeinsel Borkum in der Nähe des Flughafens. Dort gibt es Mischwald mit Lichtungen und er saß direkt über uns auf einem Stamm am Wanderweg. Erst als sich ene Gruppe Wanderer näherte suchte er das Weite und so konnte ich einige Aufnahmen von diesem wunderbaren Vogel machen.

Das Gedicht über den Sperber schrieb Gabriele Böttcher

  • Ritt mit stolzem Mut durch das weite Land,
  • einen Sperber gut auf behandschuhter Hand.
  • Sein Gefieder war weiß wie der schimmernde Schnee
  • und seine Augen so klar wie der ruhige See.
  • Flieg mein Sperber fort, lös dir Kappe und Band,
  • warst so still dort auf behandschuhter Hand.
  • Und nun steig empor in die wolkigen Höh`n
  • dass mein Blick dich verlor, kann dich nimmer erspäh`n.
  • Kehrst du einst zurück aus weitem Land
  • streck ich aus voll Glück die behandschuhte Hand.
  • Und ich seh` dein Gefieder so weiß wie der Schnee
  • und dein Auge so klar wie der ruhige See.

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Amsel – Schwarzdrossel


Amsel ,oder auch Schwarzdrossel, wissenschaftlicher Name Turdus merula, ist einer der häufigsten Vögel in Deutschland. Auch wenn bei der letzten Zählung der Wintervögel in einigen Regionen besorgte Beobachter keine Amsel gefunden haben, ist der Bestand nicht in Gefahr.

Es hat allerdings einen deutlichen Rückgang gegeben. War die Amsel bei der Zählung 2018 noch auf Platz 1 der häufigsten Vorkommen, ist sie in 2019 nur noch auf Platz fünf.

In Gebieten in denen USUTU erstmals vorkommt, sterben mehr Amseln als in Regionen die schon in den vorausgegangenen Jahren betroffen waren. Es sieht so aus, als würden dort die Vögel Resistenzen bilden. Im Jahr 2019 rechnet man bei den Amseln insgesamt mit einem Rückgang um 12 Prozent.

Das Amselvirus, wie USUTU auch genannt wird, stammt ursächlich aus Afrika. Es zählt zu den Arboviren, so bezeichnet man Viren die von Gliederfüßlern übertragen werden. Dazu zählen Mücken, Moskitos, Sandfliegen und Zecken. Diese nennt man auch Arthropoden.

Den großen Sänger, die Amsel, zeichnen gelbe Augenringe aus. Das Männchen ist tiefschwarz, mit einem gelben Schnabel und das Weibchen ist in schlichtem braun gefärbt.

Die Amsel, oder Schwarzdrossel ist Standvogel und Teilzieher. Etwa ein Viertel zieht in Richtung Süden, die meisten bleiben aber auch in den Wintermonaten im Lande. Die milden Winter sorgen dafür das sich immer mehr Vögel zum Bleiben entscheiden.

Amsel – Nahrung und Familie

Die Hauptnahrung besteht aus Insekten und Würmern. Im Garten sieht man sie deshalb auch meistens am Boden, wo sie stetig hin- und herhüpft um das Laub mit dem Schnabel umher zu werfen und zu wenden. So findet die Amsel die Insekten . Ab und zu fliegt sie sogar ins Futterhaus und pickt ein paar Körner. Sie landet dann zunächst auf dem Dach des Vogelhauses und braucht dann mehrere Versuche um hinein zu gelangen.

Unser Grundstück ist auf einer Seite von einer kleinen Mauer begrenzt. Obenauf hüpft das Männchen mit vorgestrecktem Kopf, tänzelnd vor dem Weibchen um zu imponieren. Schließlich hatt er sein Ziel erreicht und schon bald wird das Nest, im Rhododendronbusch vor unserer Terrasse, hergerichtet. Einige Zeit später sieht man die beiden Vögel auch mit Futter im Schnabel das Nest anfliegen.

Irgendwann habe ich dann ein Lücke im Busch entdeckt, wodurch ich die beiden Nestlinge mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv erkennen kann.

Meine beiden Amseln zählen in diesem Jahr zu den Frühbrütern. Es ist nämlich gerade erst Ende Februar. Frühbrüter haben meist nur zwei Junge, die späteren Vögel legen bis zu fünf Eier ab. Durch das frühe Brüten kann es bis zu drei Bruten im Jahr geben.

Jeden Morgen ist es meine erste Tätigkeit auf der Terrasse nach „meinen Amseln“ zu sehen. Eines Tages macht mich das laute Schimpfen der Eltern aufmerksam und ich bemerke eine Elster die in den Rhododendron geflogen ist.

Ich weiß nicht wer von beiden sich mehr durch mein lautes Rufen erschreckte, die Elstern oder meine Nachbarn, jedenfalls ergriff die Elster die Flucht. Am nächsten Tag sah ich zwar die Eltern hüpfend am Boden, aber sie flogen nicht mehr das Nest an. Auch sah ich keinen der Jungvögel durch das Fernglas, deshalb befürchtete ich schon das Schlimmste.

Wie groß war dann die Freude, als ich am nächsten Tag beobachten konnte das die Eltern einen Jungen am Boden fütterten. Mit Erstaunen bemerkte ich, dass der gefleckte Jungvogel bereits nahezu die gleiche Größe hatte wie die Eltern. Es war schön anzusehen, wie der Kleine hinter dem Vater herlief. Irgendwann versteckte er sich dann wieder unter einem Busch und wartete auf die nächste Fütterung.

Aus anderen Berichten erfuhr ich dann, dass die Jungvögel vor den ersten Flugversuchen immer aus dem Nest fallen und erst am Boden die ersten „Starts“ ausprobieren. Es war wohl Glück, dass „meine Jungen“ bereits soweit waren, dass sie wohl schon bald selbst aus dem Nest gefallen wären. So hatte die Elster den Vorgang durch ihre Attacke wohl nur beschleunigt, denn einen weiteren Tag später sah ich auch den zweiten Nestling.

Geblieben ist nur einer der beiden jungen Vögel. Ein Männchen, bei dem ich schön beobachten konnte wie er sich entwickelt. Langsam wurde er auch immer dunkler und ein Jahr später wurde auch der Schnabel gelb. Man kann also bei jungen Männlichen Amseln am Schnabel erkennen, ob es sich um einen Vogel des Vorjahres handelt, weil der Schnabel noch nicht so kräftig gelb ist, wie bei einem älteren Vogel.

Ich bin froh, dass meine Schwarzdrosseln vom USUTU Virus verschont blieben und hoffe das es so bleibt. In Feiheit lebende Amseln können bis zu fünf Jahre alt werden.

Amsel – Gedicht

Ich habe ein schönes Gedicht entdeckt, das das leben der Schwarzdrossel gut beschreibt.

Es entsprang der Feder von Hans Werner Kulinna :

Die Amseln bauen bald ihr Nest, dort in der Hecke hängst es fest.
Mit kleinen Zweigen etwas Moos und Innen drin was Weiches bloß.
Die Eier werden fix gelegt, die Brut wird tagelang gepflegt.
Bald schlüpft so jedes Amselkind, die Eltern jagen fest geschwind.
Die Kleinen können sich bewegen, geschützt vor Sonne und auch Regen.
Sie singen froh von früh bis spät, kommt näher nun und seht.
Schaut ruhig mal zum Nest hinauf, vier kleine Schnäbel gehen auf.
Die Eltern haben Würmer, Schnecken und niemand wird sich gleich verstecken.
Sie öffnen ihre Schnäbel weit, denn jeder ist jetzt freßbereit.
Die Mutter sie fliegt hin und her, gar vier zu füttern, das ist schwer.
Und ähnlich geht`s dem Amselmann, der muß den ganzen Tag lang ran. Sie fliegen hier und flattern dort, bald kennen sie des Futters Ort.
Sie ruhen erst, wenn alle satt, oh welche Müh das Pärchen hat.

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Kiebitz

Kiebitz – diesen schönen Vogel sah ich erstmals während des Urlaubs auf der Nordseeinsel Borkum. Ich hatte mich im Vorfeld bereits erkundigt, wo man auf der Insel gut Beobachtungen machen kann.

Das Wetter im Mai meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und Mensch und Natur genossen die warmen Sonnenstrahlen. Unser Ziel waren die „Hoppweiden“ und der „Tüskendörsee“ im Ostteil der Insel. Die Hoppweiden bieten mit ihren feucht, saftigen Wiesen ideale Weideflächen für Pferde und Vieh und sind die idealen Gebiete für Wiesenvögel.

Insofern war es fast folgerichtig, dass ich an diesem Tage mein erstes Kiebitzpaar in freier Natur beobachten konnte. Später sollte ich dem Kiebitz noch öfter begegnen, so auch in den Rieselfeldern bei Münster. Der zur Familie der Regenpfeifer gehörende Vogel ist auf der Oberseite schwarz- grün und der Unterseite weiß. Seine Wangen sind weiß und die Brust ziert ein schwarzer „Latz“.

Auffallend ist der prägnante Federschmuck auf dem Kopf. Diese Federn nennt der Experte „Federholle“. Es gibt noch einige andere Vogelarten, die eine derartige Federholle zeigen. Da wären etwa das Haselhuhn, der Kappensäger, der Seidenschwanz und der Wiedehopf, um nur einige zu nennen.

Im Prachtkleid ist die Federholle länger als im Schlichtkleid. Die Federn sind auch so ziemlich das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen, da die Federholle beim Weibchen kürzer ist. Außerdem ist im Prachtkleid die Färbung des Männchen kräftiger.

Vor Jahren konnte man den Kiebitz noch auf vielen Feldern und Wiesen vorfinden. Leider hat sich der Bestand drastisch reduziert. Heute ist er um 60 Prozent reduziert und die Art ist gefährdet. Vornehmlich die intensive Landwirtschaft, die Bearbeitung der Felder mit Herbiziden und die Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren tragen daran Schuld.

Auch natürliche Feinde, wie der Fuchs und die Beutegreifer haben ihren Anteil am Rückgang. Außerdem sind die Eier im Gelege so gut getarnt, dass sie nicht auffallen und oft zertreten werden.

Es gibt heute Initiativen die sich bemühen dem Vogel zu helfen. Landwirte und Umwelt und Tierschutzorganisationen legen sogenannte „Kiebitz Inseln“ in den Feldern an. So schaffen sie ein Brachgebiet im Feld,wo der Kiebitz in Ruhe brüten kann..

Ähnliches wird auch für die Feldlerche gemacht, um den Bestand zumindest aufrecht zu halten. Dort werden auf den Flächen „Lerchenfenster“ angebracht, die lediglich eine Größe von 20 Quadratmetern benötigt.

Seinen Namen verdankt der Kiebitz seinem Ruf. Besonders während der Balz ist sein „Kieh-witt“ laut und deutlich zu hören. Der Balzflug gehört beim Kiebitz zu den besonders sehenswerten Dingen. Deshalb wird er auch der „Akrobat der Lüfte“ genannt.

Er steigt hoch in die Luft, um dann in einem irrsinnigen Sturzflug zu Boden zu rasen. Erst kurz vor der Oberfläche fängt er mit schlagenden Flügeln den Fall ab. Oft zeigt er während des Flugs im Wechsel seine Ober- und Unterseite, um dem Weibchen zu imponieren.

Nach der Balz und der Paarung erfolgt Ende Mai die Eiablage. Aus bis zu vier Eiern schlüpfen dann die Jungen Vögel, die man in der Kuhle wegen der perfekten Tarnung kaum sieht. Naht sich ein Feind, versuchen Eltern die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um die Kleinen zu schützen. Kiebitze können bis zu 25 Jahre alt werden.

Das Wort „kiebitzen“ hat übrigens keine Ableitung aus der Ornithologie. Ludwig Göhring leitet in seinem Buch „Volkstümliche Redensarten und Ausdrücke“ von 1937, dass Wort aus dem Jiddischen ab.

Der Dichter Hoffmann von Fallersleben widmet dem taubengroßen Kiebitz einige Zeilen in seinem Gedicht „Der Kiebitz und die Kiebitzin“

der Kiebitz und die Kiebitzin

die hatten beide einen Sinn;

sie fingen an zu tanzen,

sie hoben hurtig Bein um Bein

und sprangen hoch im Sonnenschein.

Das war ein lustig Tanzen !

Die Jungfer Gans, die sah es an :

was andre können, ich auch kann !

Und fing auch an zu tanzen.

Ei Jungfer Gans, was fällt dir ein?

Du brichst am Ende noch ein Bein,

mit deinem fetten Ranzen !

Die Gans, die stolpert über`n Stein

und purzelt hin und bricht ein Bein.

Da war vorbei das Tanzen.

So muß es kommen, Jungfer Gans,

das Tanzen ist nicht Jedermanns,

laß künftig andre tanzen

Hoffmann von Fallersleben, 1858

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Grünspecht – Picus viridis

Grünspecht – Ich bin einmal wieder im Werk unterwegs. Den Wagen habe ich abgestellt. linker Hand ist eine größere Wiesenfläche mit einem Bestand an Laubbäumen. Hinter den Bäumen fließt die Berne.

Noch ist die Renaturisierung dieses ehemaligen Baches nicht abgeschlossen. In ein paar Jahren wird aber auch dieser „Abwasserkanal“, wie die Emscher in die er mündet, sauber sein. Die Bäche die in die Emscher münden und die Emscher selbst beheimaten zum Teil bereits wieder Fische und sogar die seltene Emschergroppe ist wieder heimisch geworden.

Mit diesen Gedanken beschäftigt, höre ich dann plötzlich dieses „Lachen“. Klar, es ist ein Vogel, aber was für einer? Sehen kann ich ihn nicht und wieder ertönt dieses Gelächter. Natürlich muß ich am Abend zu Hause nachsehen, um welchen Vogel es sich wohl handelt und schnell komme ich auf den Grünspecht. Nun wird auch klar warum ich ihn nicht gesehen habe. Ich habe ja krampfhaft die Bäume nach einem Vogel abgesucht, den ich nicht kenne. Nun erfahre ich das er sich hauptsächlich am Boden aufhält, um seine Lieblingsspeise, die Ameisen zu finden.

Mit seiner langen, klebrigen Zunge, die an der Spitze so etwas wie einen kleinen Widerhaken hat und dreimal so lang ist, wie sein Schnabel, dringt er tief in den Ameisenhaufen ein, nachdem er mit dem spitzen Schnabel das Nest aufgehackt hat.

In den nächsten Tagen mache ich mich immer wieder auf die Suche nach dem Specht. Tatsächlich sehe ich ihn dann auch ab und zu auf der großen Wiese. Eine Aufnahme will mir aber einfach nicht gelungen. Kaum habe ich ihn mit der Kamera im Visier, ist er auch schon wieder verschwunden und ich höre nur noch wie er mich auslacht.

Dieses „Lachen“ hat ihm auch den Beinamen „Lachender Specht“, „Lachender Hans“ und in einem Buch den Namen „Herr Lachmann“ eingebracht. Das Buch mit dem Titel : „Herr Lachmann liebt Ameisen – von Klaus Ruge“ – und mit Illustrationen von Christopher Schmidt, kann über den NABU oder über Amazon bezogen werden.

Wegen seiner schwarzen Gesichtsmaske, die bis an den Schnabelansatz reicht, wird er auch „Zorro“ genannt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur minimal. Nur der Wangenfleck ist beim männlichen Vogel schwarz umrandet, beim Weibchen ist dieser komplett schwarz. Der Oberkopf ist bis in den Nacken rot gefärbt.

Ich muß mir also etwas einfallen lassen um einmal ein Bild von diesem faszinierenden Geschöpf „schießen“ zu können. Deshalb greife ich auf den alten Trick mit dem Auto zurück. Vögel scheinen ja offensichtlich einen Menschen im Auto nicht zu registrieren und so kann man aus dem Wagen heraus gute Aufnahmen machen.

Ich benutze dafür das günstig zu erwerbende Autoscheibenstativ und tatsächlich kriege ich meinen Grünspecht so gut ins Bild, dass ich später sogar seine Jungen fotografieren kann. Irgendwann sind wir fasst so etwas wie Freunde geworden und ich finde ihn sogar am Baum, auch wenn meine Arbeitskollegen mich bereits selbst als Grünspecht bezeichnen.


Grünspecht – der Lebensraum

Früher war der Grünspecht eigentlich nur im ländlichen Raum zu finden. Obstwiesen, halboffene Waldlandschaften mit Lichtungen und Weiden auf denen das Vieh graste, waren seine bevorzugten Lebensräume. Die Zahl der Obstwiesen ist aber stark rückläufig und die intensive Landwirtschaft hat vieles von seiner Lebensqualität genommen und so ist er jetzt auch in den Parks und auf Friedhöfen in den städtischen Bereichen zu finden.

In den Wintermonaten befaßt er sich mit der roten Waldameise, die er in den Sommermonaten verschmäht. Die rote Waldameise baut ihre Unterkünfte auf alten Baumstümpfen und man erkennt sie an den leicht an den gesammelten Tannennadeln und dem Moos.

Von einem nahegelegenen Wetzbaum aus sichert der Grünspecht zunächst die Umgebung, um nicht von einem Habicht oder Sperber überrascht zu werden. Schließlich begibt er sich in den Ameisenbau, wo er bis zu einer halben Stunde bleibt.

Den Wetzbaum erkennt man an der abgehackten Rinde. Der Specht hackt Löcher in die Runde um mit seiner langen Zunge an die unter der Rinde lebenden Larven zu gelangen. Am Boden des Wetzbaumes findet man häufig auch im Kot der Vögel die unverdaubaren Teile der Ameisen, wie die Panzer und die Köpfe.

Grünspechte sind eingefleischte Europäer. 90 Prozent der Vögel leben in Europa. Im Jahr 2014 wurde er zum Vogel des Jahres gewählt. In Deutschland leben etwa 40.000 Brutpaaare. Zwischen April und Mai brütet das Weibchen bis zu acht Eier aus. Die Jungen schlüpfen nach etwas über zwei Wochen. Nach vier Wochen fliegen die Jungen das erste Mal aus. International ist der Grünspecht geschützt.

Im Volksmund gibt es einige Verse und Gedichte über den beliebten Specht. So lautet das Lied der Spechte :


Los, ihr bunten Zimmerleute,
lasst uns hämmern, hier und heute!
Frisch ans Werk und wetzt den Schnabel!
Ja, das klingt schon ganz passabel.
Ist das Trommeln mal verklungen,
dann hol’n sich unsre Kleber-Zungen
ne fette Larve aus den Ritzen,
mal sehn, was wir hier noch stibitzen

Oh, alter Baum, du bist für uns das schönste Xylophon,
auf dem wir schlemmen, musizieren, in dem wir gerne wohnen

Holz, das ist der Stoff der Stoffe,
der geht hier nie aus, wie ich hoffe.
Was wir hier aus den Stämmen schälen,
das sind die flauschigsten der Höhlen.
Hieb um Hieb entstehen Räume,
von denen Kauz und Schläfer träumen.
Doch habt Geduld bis wir entflogen,
mit Kind und Kegel ausgezogen

Um unsern leeren Unterschlupf, da reißt sich alle Welt,
Hornisse, Taube, Fledermaus, die haben schon bestellt.

Wir trommeln wieder, wir zimmern wieder,
dass die Späne fliegen.
Wir pochen wieder, wir hämmern wieder –
das ist es, was wir lieben.

Wir lieben das Holz, den Stamm und die Rinde.
Ein Genuss, wie das klingt
wenn wir hämmern geschwinde.
Der Schwarzspecht, der pocht, der Grauspecht, der hackt.
He, Grünspecht, pass auf, du kommst aus dem Takt!


Jörg Klingelhöfer

Hausperling – Feldsperling

Haussperling oder Spatz, jeder kennt ihn. Kein anderer Vogel ist dem Menschen so nah, wie der Haussperling. „Du kleiner Spatz“, sagt die Mutter zum Kind, „du hast ja ein Spatzenhirn“, schimpft der Lehrer, „du ißt, wie ein Spatz“, alles Hinweise, wie eng das Verhältnis zu dem kleinen Vogel geworden ist. Im Vergleich wird er herangezogen, wenn man erklären will, wie groß ein anderer Vogel ist, den man gesehen hat.

Der Haussperling, oder in der Fachsprache Passer domesticus, war so zahlreich überall verbreitet, dass jeder ihn kennt. Heute ist das leider nicht mehr ganz so, weil der Bestand leicht rückläufig ist. Neubauten, oder fachmännische Wärmeisolationen lassen keine Lücken mehr im Gemäuer der Gebäude. Die Nistmöglichkeiten an Häusern sind bedeutend weniger geworden. Hecken und Büsche werden regelmäßig vom Gartenbaubetrieb geschnitten und in Form gebracht.

So hat der Sperling es sich überlegt und in einigen Bereichen seine Tasche gepackt, um in bewohnbarere Gebiete umzuziehen. Dennoch hüpft er in den Sommermonaten noch immer gerne auf die Tische der Restaurantgäste um ein paar Stückchen vom Kuchen abzubekommen.

Eigentlich ist er ja ein Körner- und Samenfresser. Die Jungvögel, 4 – 6 an der Zahl, erhalten aber zunächst Raupen und anderes Kleingetier um Kraft zu schöpfen. In Eheangelegenheiten kann der Haussperling dem Menschen ein Vorbild sein. Er bleibt in den drei Jahren seiner Lebenserwartung dem Partner treu.

Der männliche Haussperling unterscheidet sich vom Weibchen durch einen braun gesäumten Scheitel und einem hellen Wangenfleck. Der schwarze „Latz“ läßt einen glauben machen, er wolle jeden Moment zu Tisch bitten. Seine Angetraute bleibt einem schlichten, unscheinbaren, braungrauen Outfit treu.

Haussperling – Feldsperling – Unterscheidung

Beim Verwandten, dem Feldsperling, sind Männchen und Weibchen kaum zu unterscheiden. Er ist auch bedeutend scheuer und nicht so an den Menschen angepasst. Der Feldsperling liebt die dörflichen Landschaften.

Im Unterschied zum Haussperling, hat der Feldsperling in dem weißen Wangenfleck noch einen deutlichen schwarzen Fleck. Von der Ferne könnte man meinen, er hätte einen Kopfhörer auf. Der Feldsperling lebt in Hecken und Büschen am Ortsrand und Feldrain.

Wenn wir früher verdreckt vom Spielen nach Hause kamen, lächelte Mutter oft und tadelte: „ihr seht aus wie die Dreckspatzen“. Dieser Ausspruch leitet sich vom Sand- oder Staubbad ab. Eine Eigenart, die der Sperling gerne und häufig nutzt und man kann ihn dann, meist in kleinen Gruppen, gut dabei beobachten.

Mit dem Bad befreit sich der Vogel von Parasiten. Anschließend hockt er, mit in den Nacken gestreckten Kopf und ausgebreiteten Flügen, im Gras und lässt sich von der Sonne bescheinen. Das gibt den Parasiten dann den Rest.

Wer dem Sperling etwas Gutes tun will legt in seinem Garten eine kleine Senke von etwa 30 cm Tiefe an und füllt ihn mit Quarzsand. Schon bald werden sich einige Spatzen darin einfinden. Das Sand- oder Staubbad ist auch bei Greifvögeln, wie dem Turmfalken, beliebt. Nistkastenhilfen für den Sperling kann man im Handel erwerben, oder auch eine Bauanleitung beim NABU im PDF Format herunterladen.

Wer eventuell einen heruntergeschnittenen Baum im Garten hat und diesen mit Efeu bewachsen lässt, schafft so einen natürlichen Platz für den Haussperling.

Haussperling – das Gedicht

Dem Nistplatz des Sperlings hat sich auch Wilhelm Busch in einem Gedicht gewidmet :

es grünte allenthalben

Der Frühling wurde wach,

bald flogen auch die Schwalben

hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich

und bauten außerdem

am Giebel rund und niedlich

ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche

sich redlich abgequält,

hat nur am Eingangsloche

ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,

die Wohnung in Besitz.

Jetzt hängt ein Strohgeklüngel

hervor aus ihrem Schlitz

Nicht schön, ist dies Gebaren

und wenig ehrenwert,

von einem der seit Jahren,

mit Menschen viel verkehrt.

Wilhelm Busch

Der Name des Sperling begründet sich aus dem althochdeutschen Wort „spar“, was soviel bedeutet wie „zappeln“. Ein Hinweis auf die hüpfenden Bewegungen des Haussperling, bei der Futtersuche am Boden.

Was der kleine Vogel den Menschen wert sein sollte, zeigt sich an einem Ereignis in den Zeiten Mao Zedongs in China. Weil man glaubte der Vogel würde der Ernte schaden, weil er die Körner wegpickte, wurde der Sperling in einer großen Aktion ausgerottet. Die Folge war eine Hungersnot die 30 Millionen Menschen betraf.

Ich denke den richtigen Schlußsatz für diesen Artikel bildet der Ausspruch : „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“ Das bedeutet nicht weniger, als sich mit dem Einfachen, Erreichbaren zufrieden zu geben, als dem Wertvollen, aber Unerreichbaren nachzueifern.

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Eichelhäher

Eichelhäher – carrulus glandarius – einer der auffälligsten Vögel aus der Familie der Rabenvögel. Er fällt durch seine blau-schwarz gestreiften Federn am Flügel sofort auf, wenn er sich denn blicken läßt. Der Vogel ist nämlich sehr scheu.

Im Flug sieht es so aus als würde er sich rudernd fortbewegen. Sein kräftiger, lauter Ruf warnt schon früh die Bewohner des Waldes vor Gefahr. Deshalb wird der Eichelhäher auch „Wächter des Waldes“ genannt.

Männchen und Weibchen sind kaum auseinander zu halten. Das Männchen ist wohl etwas kräftiger. Saisonal leben die Paare monogam. Die Nester bauen sie im Geäst der Sträucher und Bäume. Bevorzugt sind Laub- und Mischwälder, aber auch Parks mit altem Baumbestand. 5-8 Eier legt das Weibchen im Nest ab.

Eichelhäher – Nachwuchs

Die braun gesprenkelten Eier werden 17 Tage gemeinsam bebrütet. Die zunächst nackten Jungen sind Nesthocker und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Auch wenn die Jungen nach 20 Tagen das Nest verlassen, werden sie noch von den Altvögeln versorgt. Ein Eichelhäher kann bis zu 17 Jahre alt werden. Der Vogel gilt als Standvogel – oder Nahzieher. Vögel aus dem Norden überwintern in Mitteleuropa.

Die Nahrung besteht in erster Linie aus pflanzlicher Kost. Weil er aber auch Insekten und deren Larven, Mäuse und hin und wieder auch Nestlinge anderer Vogelarten frisst, gilt er als Allesfresser.

Gärtner haben den Vogel gerne in ihrer Nähe, weil er Aas frisst und auch Hausmüll nicht ausschlägt. Eichelhäher die in der Nähe von Gartenanlagen aufwachsen, sind auch weniger scheu.

Eichelhäher – Nahrung

Die Nahrung, bevorzugt Eicheln, transportiert er in einem Kehlsack. Das nutzt er um einen Wintervorrat zu verstecken, wobei er allerdings, ähnlich dem Eichhörnchen, vergisst wo er ihn versteckt hat. Auf diese Weise hilft er den Baumbestand zu regenerieren. Weil er die Samen einzeln und in Gruppen versteckt, entstehen neue Bäume, die gut für den Bestand sind und ihm selbst neue Nistmöglichkeiten schaffen,

Hähertisch und Waldpflege

Nach dem Sturm „Kyrill“ im Jahre 2007 hat sich im Bergischen Land der Revierleiter des Staatswald Eckenhagen, Daniel Müller-Habbel, diese Eigenart des Eichelhähers zu Nutzen gemacht. Auf den, durch den Sturm entstandenen Freiflächen, hat er „Hähertische“ angelegt. Kinder aus der Umgebung sammelten Eicheln und Bucheckern, die dort für den Vogel ausgelegt wurden.

600 Kilogramm kamen zusammen, die der Häher gerne annahm und versteckte. Eine interessante Beobachtung war ein schöner Nebeneffekt. Der Revierleiter konnte sehen, dass der Eichelhäher zwischen guten und schlechten Samen auswählte und nur die „guten“ mitnahm. die „schlechten“ blieben liegen.

Neben dem Eichelhäher sorgen auch das Eichhörnchen und der Tannenhäher, sowie andere Nager durch die Vorratsspeicherung für den Waldbestand.

Der Imitator

Eichelhäher sind sehr klug und geschickt. Er ist in der Lage die Stimme anderer Vogelarten zu imitieren. So auch den miauenden Ton des Bussard. Wenn wir also in der Natur einmal einen Bussard rufen hören, ihn aber nicht ausfindig machen können, könnte es durchaus ein Eichelhäher gewesen sein, der uns da auf den Arm genommen hat. Auch die Stimmen der Meisen beherrscht er hervorragend.

Oft kann man beobachten das der Eichelhäher mit weit auseinandergefalteten Flügeln und gespreiztem Schwanz auf Ameisenhügeln hockt. Dabei wirft er sich sogar einzelne Ameisen über den Körper. Mit Hilfe des Giftes der Ameisen hält er sich so Parasiten vom Leib.

Das Umweltmagazin „Proceedings of National Academy of Science“ berichtet von Beobachtungen von Forschern. Das Eichelhähermännchen beobachtet über einen längeren Zeitraum die Freßgewohnheiten eines Weibchen, um zu sehen welche Speise sie bevorzugt. Dann wartet er ihr mit genau diesem Fressen auf, um ihr zu imponieren.

Der schöne Vogel hat im Volksmund viele Namen. Der evangelische Geistliche und Biologe Otto Kleinschmidt (1870 – 1954) hat 58 Namen festgestellt, wie zum Beispiel : Holzhäher, Spiegelhäher, Nussert, Eichelrabe, Eichelkrähe, Holzschreier und Markwart. Markwart heißt er auch in der Fabel und bei dem Dichter Hermann Löns.

Eichelhäher im Jagdrecht

Der Bericht zeigt das wir es beim Eichelhäher mit einem besonderen Vogel zu tun haben. Wohl auch seiner Kleverness ist es zu verdanken, dass die Art nicht gefährdet ist, obwohl er noch im Jagdrecht zu finden ist. Neben der Elster und der Rabenkrähe steht er in der Liste der jagdbaren Arten in NRW. Allerdings ist er als ganzjährig geschont eingetragen. Es liegt im Ermessen der Jagdbehörde ob in einem besonderen Fall der Schutz aufgehoben wird.

In NRW brüten etwa 71.000 Eichelhäherpaare.

Invasive Arten

Invasive Arten sind auch ein Thema für die „Naturwacht.“ Naturwacht ist die deutsche Bezeichnung für den „Ranger“. Zur Zeit arbeiten etwa 500 hauptberufliche Frauen und Männer als Nationalparkwächter, in Behörden oder Biotopischen Stationen in diesem Berufszweig, der 1998 als Berufsgruppe „geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/innen“ geschaffen wurde.

Die Hochschule in Eberswalde bietet sogar den Bachelor Studiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ an, in dem den Studierenden der Berufsalltag mit Aufgaben wie dem Artenschutz, der Landschaftspflege und Monitoring nahe gebracht wird.

In Brandenburg verzeichnet die Naturwacht große Erfolge bei den Fledermäusen. Alte Bunker wurden als Lebensraum für Fledermäuse hergerichtet. So haben Zählungen ergeben, dass sich die Zahl der Fledermäuse in den letzten neun Jahren vervierfacht hat.

Das warme Klima der Jahre 2017 und 2018 führte außerdem zu einer Verdoppelung bei den Orchideen. Im Besonderen das Breitblättrige Knabenkraut hat sich gut entwickelt.

Invasive Arten – Bärenklau

Problematisch wird allerdings die Verbreitung des invasiven Riesenbärenklau. Die dicht wachsende, hohe Pflanze, raubt den heimischen Pflanzen den Lebensraum. Das Neophyt (Bezeichnung für nicht heimische Pflanzenarten) verbreitet sich im gesamten Bundesgebiet sehr schnell. Eine Berührung verursacht allergische Reaktionen die bis zur Atemnot gehen können.

Kühe, Schafe, Ziegen, und Kaninchen fressen den jungen Wiesen-Bärenklau gern. Auch bei Insekten ist die Pflanze beliebt. Im Winter überwintern viele Insekten in den dicken Stängeln der Pflanze.

Invasive Arten – Springkraut

Auch das indische Springkraut gehört zu den invasiven Arten. Naturschützer fordern dazu auf die Pflanze niederzutrampeln. Man könnte sie aber auch nutzen.

Die Internetseite wildkrautgarten.de   beschreibt, dass das Kraut genießbar ist. Selbst die unreifen, weißen Samen, wie auch die schwarzen, ausgereiften Samen schmecken nach Walnüssen. In der Pfanne, mit etwas Öl geröstet hüpfen sie wie Popcorn und schmecken nach Pommes frites.

Bei Kindern ist Springkraut beliebt, weil der Samen durch die Berührung der Schote „abgeschossen“ wird. Selbst Regentropfen lösen diese Reaktion aus. Der Saft der Pflanze, die auch Himalaya Balsam genannt wird, lindert Schmerzen bei Verbrennungen durch die Brennnessel und hilft bei Insektenstichen. Die großen Blüten, in die die Hummeln und Bienen hineinfliegen können, beinhalten wesentlich mehr Nektar als die heimischen Pflanzenarten.

Man sieht also, Invasiv muß nicht zwangsweise n u r schlecht sein. Außerdem ist es ja immer der Mensch, der dafür sorgt das diese Arten sich bei uns ansiedeln. Folglich müssen wir auch sehen, wie wir mit ihnen zurechtkommen. Gleiches gilt für die Invasiven aus dem Tierreich. Sei es der Nutria, der Mink (amerikanischer Nerz), der Waschbär, die Kanda- oder die Nilgans.

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Jagd – Jäger wollen mehr

Jagd – gar lustig ist die Jägerei… scheint gut in die Politik der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu passen. Jedenfalls scheinen das Jagd- und Bauernverbände so zu sehen, da sie immer neue Forderung zur Bejagung der heimischen Tiere auf den Tisch bringen.

War es zunächst die Forderung den Schutzstatus des Wolfes aufzuweichen, um nicht nur einen einzelnen Wolf, sondern womöglich gleich ein ganzes Rudel schießen zu können, geht es jetzt dem um den Waschbären.

Jagd auf die Jungwaschbären

Nach dem Willen der hessischen Koalitionäre soll es nun dem Jungwaschbären an den noch nicht fertig ausgebildeten Kragen gehen. Ausgerechnet die „Grünen“, gehen von ihrem ursprünglichen Standpunkt ab. Vor drei Jahren wollten sie noch die Schonzeiten, mit dem Blick auf andere Tiere, weiterentwickeln.

Heute opfern sie diesen Standpunkt um die Kompromissbereitschaft in der Koalition zu bekunden und stimmen der Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären zu.

2017/2018 wurden in Hessen 28.000 Waschbären erlegt, Bundesweit 130.000

Das geht dem Jagdverband allerdings noch nicht weit genug. Dieser möchte auch für den Fuchs die Schonzeit aufheben lassen. Noch 2015 rühmten sich die „Grünen“ damit, erstmals in der Jagdverordnung eine Schonzeit für Fuchs und Waschbär während der Aufzuchtzeit der Jungen durchgesetzt zu haben.

Bundesland Hessen – Vorreiterrolle?

Das Bundesland Hessen scheint auch eine Vorreiterrolle im Bezug auf die Bejagung von anderen Tieren zu haben. So gibt es im Bundesland den erlaubten „Haustierabschuß“. Dieser erlaubt das Töten oder die Entnahme, Aneignung von Haustieren im befriedeten Bereich der vom Vermieter, Besitzer oder Pächter genutzt wird.

Geduldet wird sogar Jagdhunde an gezüchteten, lebenden Fasanen, Rebhühnern oder Füchsen ausbilden und prüfen zu lassen. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Es ist verboten “ … ein Tier an einem lebenden Tier auf Schärfe abzurichten und zu prüfen…“

Was gilt da noch das Grundgesetz: “ Artikel 20a GG ….der Staat schützt … die Umwelt und Tiere….“

Zurück zum Waschbär. Forschungsergebnisse zeigen das der Waschbär keine Gefahr für das ökologische System darstellt. Seine Nahrung besteht aus Regenwürmern, Insekten und Obst. Wenn er dem Menschen zu nahe kommt, liegt das in der Regel an diesem selbst, weil er das niedliche Tier ja so gerne füttern möchte und ärgert sich dann, wenn er ihn nicht mehr loswird. Ordnungsgemäße Abfallentsorgung wäre da auch noch ein Tema.

Der Wildbiologe Dr. Ulf Hohmann sagt zum Waschbären

ich kenne keinen Wissenschaftler oder Jagdexperten der ernsthaft glaubt, den Tieren mit jagdlichen Mitteln Einhalt gebieten zu können. Wir müssen uns damit abfinden, dass der Waschbär sich bei uns wohlfühlt und wir ihn nicht regulieren können. Insofern müssen wir uns mit ihm arrangieren.

Dr. Ulf Hohmann

Jagd – Fallenjagd

Waschbären werden nicht einfach nur „abgeschossen“. Man nutzt auch Lebendfallen. Einmal in so eine Falle geraten, versucht das Tier natürlich wieder herauszukommen und fügt sich dadurch Verletzungen zu, bevor er dann vom Jäger mit einem Kopfschuss getötet wird. Außerdem gibt es immer noch Totschlagfallen, eigentlich für unsere Zeit unvorstellbar. In diesen Fallen wird der Waschbär regelrecht zerquetscht. und stirbt einen qualvollen Tod.

Für mich eindeutig ein Tatbestand der Tierquälerei.

Jagd – keine Schonzeit für den Fuchs

Was das Tema Fuchsjagd angeht, könnte sich die Ministerin ein Beispiel an Luxemburg nehmen. Dort wurde gegen den Widerstand der Verbände ein Jagdverbot durchgesetzt. Das Resümee zeigt das es zu keinen wesentlichen Problemen gekommen ist.

Im Bayerischen Nationalpark ist die Jagd auf den Fuchs seit Jahrzehnten verboten. Die im 24.000 Hektar großen Waldgebiet lebende Population an Füchsen reguliert sich selbst. Sie gebären bedeutend weniger Junge als Füchse in bejagten Gebieten, die ihren Bestand halten wollen. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Waschbären. Bei Bejagung vermehrt er sich entsprechend mehr.

Man sieht also das eine Jagd auf Fuchs und Waschbär keinen Sinn macht. Aber die Jagdverbände werden in letzter Zeit nicht müde nach neuen Opfern zu suchen. Kaum bin ich bis hierher mit meinem Artikel gekommen, höre ich von neuen Forderungen gegen die Nilgans.

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Wetter und Klima

Wetter und Klima – diese beiden Begriffe sorgen offensichtlich bei einigen Menschen für Verwirrung. So schreibt ein Dr. Peter Reich auf Twitter zum aktuellen Wetter:


Beim #Brennpunkt zum Wintereinbruch fehlt jetzt eigentlich nur noch ein grüner „Experte“, der uns erklärt, dass auch dieser Wintereinbruch „mit absoluter Sicherheit“ ein Beleg für die menschgemachte #Klimaerwärmung sei…

dr. peter reich

dazu der Kommentar des AfD Mitglied Dr. Maximilian Krah:

Das Potsdam Institut für Klimaforschung – quasi das deutsche Lehramt für diese Religion – hat das gestern schon getan. Wird es warm: #Klimawandel. Wird es kalt: #Klimawandel. Und das nennen die Wissenschaft.

twitter dr. maximilian krah

Nun ist es ja nicht neu das Politiker dieser Partei, im Bezug auf den Klimawandel, der Theorie des US amerikanischen Präsidenten Trump nacheifern, der den Klimawandel ja als Nonsens darstellt.

Das liegt womöglich daran, dass ihnen die Begriffe Klima und Wetter völlig fremd sind.

Wetter – Begriffserklärung

Wetter schildert einen momentanen Zustand. Es beinhaltet den vorherrschenden Wind, den Niederschlag und die Wolkenbildung. Das Wetter wird bestimmt vom derzeitigen Hoch- oder Tiefdruckgebiet.

Eine Vorhersage des Wetters kann, unter Berücksichtigung des Istzustandes mit Hilfe physikalischer Berechnungen der Luftströme, für etwa acht Tage vorhergesagt werden.

Klima – Begriffserklärung

Das Klima ergibt sich aus Vergleichswerten und Klimavariablen : Temperatur, Wind, Verdunstung, Niederschlag und umfangreiche atmosphärischen Zusammenhänge. Zum Klimasystem gehören auch die Treibhausgase und die Belastung der Atmosphäre durch Bevölkerungsdichte und Energieverbrauch.

Der Klimawandel ergibt sich aus Vergleichen der Messwerte über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Um zu ermitteln wie sich die Klimaveränderung in der Zukunft auswirken, muss man wissen, wie es mit der Belastung der unteren Atmosphäre weitergeht. Höhere Treibhausgase führen zu einer negativen Entwicklung und werden den Klimawandel verschärfen. Der Umgang mit fossilen Brennstoffen und den natürlichen Ressourcen spielt eine extrem große Rolle für die Zukunft unseres Klimas.

Eine weitere globale Erwärmung führt in den Ozeanen zu erhöhter Verdampfung und zu höherem Niederschlag auf den Kontinenten. Hierbei werden die hohen Breiten und die Tropen noch mehr Niederschlag ertragen müssen, während die bereits trockenen Regionen, wie die Subtropen, noch trockener werden.

In Europa wirken sich künftige klimatische Veränderungen regional und saisonal unterschiedlich aus. Für den Mittelmeerraum wird in den Sommermonaten ein Temperaturanstieg von mehr als 2,5 Grad Celsius erwartet. In Teilen Mitteleuropas dagegen weniger als 1,5° C.

Für die Wintermonate rechnet man für die Region – Skandinavien bis Mittelmeer – mit einem Temperaturanstieg von 1,5 – 2° C.

Die Simulation der Ergebnisse aus den Jahren 1970 bis 1999 ergaben ein Szenario für 2060 bis 2090 welches dazu führt, dass in Südeuropa die Niederschlagsmengen abnehmen und in Nordeuropa zunehmen. Starkregen wird in Nord- und Mitteleuropa deutlich zunehmen. Im Norden können sich die Starkregentage gar verdoppeln.

Extremwetterlagen werden häufiger. Durch die Erwärmung des Mittelmeeres kann es auch dort zu Tornados kommen und im Landesinneren kann es vermehrt zu Hurrikans – Windhosen – kommen.

Es wird also vieles darauf ankommen eine vernünftige , vorsorgende Umweltpolitik zu führen um Extremen vorzubeugen. Stoppen kann den Klimawandel wohl niemand mehr. Er kann aber noch in einem einigermaßen erträglichen Rahmen gehalten werden

…… Ich bin übrigens kein Mitglied der „Grünen“. Halte aber Ansichten, wie am Anfang des Artikels beschrieben, für unvernünftig und gefährlich.

Infos u.A. Max Planck Institut für Meteorologie

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