Harpener Teiche

Harpener Teiche oder Werner Teiche – nach den beiden Bochumer Stadtteilen sind die Gewässer an der Grenze zu Dortmund benannt.

Harpener Teiche
Harpener Teiche

Wenn man einen der Parkplätze am Einkaufszentrum „Ruhr-Park“ nutzt gelangt man in kürzester Zeit an einen der Teiche, – eigentlich müßte man „See“ sagen, für einen Teich sind sie meiner Meinung nach doch schon ziemlich groß – wo es schon einmal ein wenig „streng“ riechen kann.

Das Wasser ist türkisfarben gefärbt. Der Grund für diese Eigenschaften eröffnet sich dem Wanderer nach ein paar Metern. Hier ergießt sich das Wasser, welches aus 500 Metern Tiefe empor gepumpt wird, in den ersten Teich. Obwohl das Grubenwasser, um das es sich hier handelt, mit Wasserstoffperoxid versetzt ist, riecht es hier manchmal nach faulen Eiern.

Harpener Teiche

Im Haushalt ist Wasserstoffperoxid ein beliebtes Reinigungsmittel. Wasserstoffperoxid ist antibakteriell und antiseptisch, es soll Gerüche beseitigen und bleicht das Wasser.

Das Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken hat einen höheren Mineralgehalt als Trinkwasser und erreicht mit einer Temperatur von 20 Grad die Teiche.

An der Einmündung müssen die Tiere und Pflanzen mit einem höheren Salzgehalt klar kommen. Dennoch ist das Ökosystem intakt. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Kanada- und Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Auch ein Blässhuhn fühlt sich wohl und aus den Bäumen hört man die vielfältigen Gesänge der Vögel.

Harpener Teiche
am zweiten Teich ist das Wasser wieder klar

Bereits am nachfolgenden Teich, den man über eine Brücke überqueren kann, ist die türkisfarbene Färbung verschwunden und man kann den Grund des Gewässers wieder sehen. Auch hier sind wieder Kanadagänse und Nilgänse mit Gösseln, wie die korrekte Bezeichnung der Gänseküken ist.

Gössel
Gössel

Schließlich queren wir eine kleine Brücke in der Nähe des Bahndamms. Unter uns fließt das Wasser weiter in Richtung Ruhr. Rechter Hand liegen Pferde im Gras und auf der anderen Seite wurde der Acker frisch gepflügt.

Über uns zieht ein Mäusebussard seine Kreise. In Richtung zum Parkplatz begleiten uns Feldraine mit vielen Feldblumen. Hier wurde ein korrekter Feldsaum angelegt.

Über den Parkplatz der Medi Therme bewegen uns wieder auf den Ruhr Park zu.

Rotkehlchen
Harpener Teiche - Pferde

Der Wanderweg furch dieses schöne Gebiet, das uns bisher noch nicht bekannt war hatte eine Länge von knapp fünf Kilometern.

Kunst am Mast

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet „Strümper Busch“.

Meerbusch

„Der Meerbusch,“ wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. „Bruch“ ist die Bezeichnung für „Feuchtgebiet“. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Meerbusch

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Meerbusch

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die „Tretminen“ der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Worringer Bruch

Worringer Bruch, linksrheinisch im Norden der Stadt Köln gelegen, ist die tiefste Stelle der Stadt. Nur 37,5 Meter über dem Meeresspiegel und deshalb auch immer abhängig vom Wasserstand des Rheins. Bei Hochwasser ist das Gebiet stets betroffen. Auch ein Grund dafür, dass das Feuchtgebiet auch im Hochsommer immer mit Wasser gesegnet ist.

Worringer Bruch
liebevoll bemalte Steine am Zugang zum Bruch

Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Auf unserer Rundwanderung tönte es aus vielen Vogelkehlen und wir waren glücklich den Pirol und den Kuckuck gehört zu haben, auch wenn es mir nicht gelang ein Foto dieser Vögel zu machen. Das viele Laub an den Bäumen macht es jetzt immer schwerer einen unserer gefiederten Freunde ablichten zu können.

Worringer Bruch
Feuchtgebiet im Worringer Bruch

Zunächst führt der Weg ein Stück durch das Feuchtgebiet. Die Blässhühner führen gerade ihre Jungen aus. Schließlich geht es an einem Feldweg entlang, der die landwirtschaftliche Fläche vom Wald mit wunderschönen, großen Schwarzpappeln trennt. Unterbrochen werden die Pappeln hin und wieder von Eschen und Ahorn. Wer möchte dehnt die Wanderung noch mit dem Abstecher in die Rheinaue aus. Der normale Rundweg beträgt knapp 5,5 Kilometer, mit dem Abstecher ungefähr 8 Kilometer.

Blässhühner

Beim Worringer Bruch handelt es sich um eine ehemalige Altarmschlinge des Rheins. Heute besteht die Region aus einem Auenwald mit stehenden Gewässern und Offenland.

Worringer Bruch

Auch in der Geschichte spielt Worringen eine gewichtige Rolle. Hier wurde 1288 in der Schlacht von Worringen der 6-jährige Krieg um die Limburger Erbfolge zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant entschieden. Zu den Siegern gehörte auch der Graf von Berg (Schloß Burg an der Wupper). Dieser erteilte nach dem Ende des Krieges Düsseldorf und Mülheim die Stadtrechte.

Worringer Bruch

Es entstand ein Handels – und Wirtschaftszentrum das in Konkurrenz zur Stadt Köln stand. So kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Düsseldorf und Köln, was sich anscheinend bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat, wie man es ja häufig im Karneval bestätigt bekommt.

Worringer Bruch
Worringer Bruch

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen „u“ ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Hervester Bruch
Wasserbüffel
Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrinder
Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Hervester Bruch
Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Grauammer
Schnatterente
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Hervester Bruch
Hervester Bruch
Bachstelze

Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im „Feld“ bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff „Kämpe“ für das Wort „Feld“ steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der „Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Urdenbacher Kämpe3

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Urdenbacher Kämpe3

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Urdenbacher Kämpe3
Urdenbacher Kämpe3
Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie „meine Zeit ist der Sommer“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: “ So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön“.

Graureiher
Graureiher

Zwillbrocker Venn

Zwillbrocker Venn – gelegen am Westrand des Münsterlandes, unmittelbar an der Niederländischen Grenze im Ortsteil Zwillbrock ist ein Teil der Gemeinde Vreden.

Die Tour startet an der Biologischen Station Zwillbrock. Hier ist der Zugang zum Rundweg um das Venn gut ausgeschildert. Gleich zu Beginn sehen wir die interessante Barockkirche St. Franziskus. Das Altarbild ist wie bei einer Theaterkulisse verschiebbar.

Der Weg durch das Zwillbrocker Venn liegt die meiste Zeit schön im Halbschatten. Zahlreiche Eichen und Birken säumen den Weg. Aus allen Ecken und Winkeln erschallt der Gesang der Vögel. Mehr als sechzig Vogelarten sind im Venn beheimatet.

Fitis

Zilpzalp, Fitis, Goldammer und viele andere Arten sind zu sehen und zu hören. Im Venn wurde ursprünglich Torf abgestochen. Später füllten sich die Senken mit Wasser. Heide, Stillgewässer , Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft. Die Flachgewässer sind der ideale Lebensraum für die Flamingos. Das Zwillbrocker Venn ist die einzige Stelle wo es in Deutschland frei lebende Flamingos gibt. Auch der blaue Moorfrosch ist im März/April mit seinem Balzruf zu hören. Dafür waren wir aber wohl zu spät dran.

Zwillbrocker Venn
Goldammer

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zunächst siedelten sich Chile Flamingos im Venn an. Schließlich folgten europäische Rosaflamingos. Heute sind 40 Flamingos im Venn und bis Ende Mai rechnet man mit etwa 50 Tieren. Die Jungvögel kommen im Mai / Juni zur Welt und kehren nach einigen Jahren wieder in ihr Brutgebiet zurück. Die Wintermonate verbringen die Flamingos am Ijsselmeer, im Rheindelta und am Veluwemeer in den Niederlanden.

Im Hintergrund sieht man riesige Lachmöwenkolonien. 5000 Brutpaare sollen hier heimisch sein.

Zwillbrocker Venn
Flamingos

Es war unser dritter Besuch im Zwillbrocker Venn. Bei unserem ersten Besuch 2017 waren noch deutlich weniger Flamingos zu sehen und der Besuch im Jahr 2019 blieb uns in schlechter Erinnerung. Es war damals sehr heiß und die Monate vorher waren von viel Trockenheit und Dürre geprägt. Das Venn hatte kein Wasser mehr. Wo sonst die Flamingos und Möwen zu sehen war, war nichts mehr. Zudem war es die Zeit des Eichenprozessionsspinner, überall standen Warnschilder und Eichen gibt es hier sehr viele. Man war also mehr auf den eigenen Schutz bedacht, als auf die Natur zu achten. Wir hatten schon Sorge das die Flamingos für immer wegbleiben würden.

Jetzt aber, Ostern 2020 war das Bild ein völlig anderes. Feuchte Wiesen in saftigem Grün, angenehme Temperaturen, der Gesang der Vögel und die Möwen und Flamingos auf den Gewässern waren eine helle Freude. So hat man auch gerne eine der Bänke in Anspruch genommen, einen kleinen Imbiss genossen und die Seele baumeln lassen.

Auch wenn die Beobachtungs- und Aussichtstürme wegen der Corona Krise geschlossen waren, konnte man an genügenden Stellen das Treiben auf dem Wasser beobachten.

Auf der Heimfahrt schwärmten wir noch von dem schönen Tag im Zwillbrocker Venn.

Graugänse
2019 – das ausgetrocknete Venn
Zwillbrocker Venn
2017 im Zwillbrocker Venn

Felsenmeer Hemer

Felsenmeer Hemer, am nördlichen Rand des Sauerlandes gelegen, ist eines der bedeutendsten Geotope in Deutschland. Der Parkplatz Felsenmeerstadion ist ideal für den Besuch des Felsenmeeres, des Naturschutzgebietes Aplicke und des Sauerlandparks.

Felsenmeer Hemer

Ein großer Teil der Fläche ist mit einem bis zu 250 Jahre alten Waldmeister-Buchenwald bestückt. Durch das viele Totholz ist es ein ideales Gelände für Spechte. Der Grünspecht ist überall zu hören und auch Mittelspecht und Buntspecht fühlen sich hier wohl. Gleich bei unserer Ankunft kreist der Rotmilan über uns.

Felsenmeer Hemer

Ein 62 Meter langer und 2 Meter breiter Holzsteg mit Brücke führt über den südlichen Teil des Felsenmeeres und im nördlichen Teil befindet sich eine 37 Meter lange und 3 Meter breite Plattform, von der aus man in die 20 Meter tief liegende Felsenschlucht hinab sieht.

Bevor man auf die Plattform geht bietet sich noch ein Besuch im Park der Sinne an, der hier unmittelbar angrenzt. Dieserist ein Teil des Sauerlandparks, deshalb wird hier auch ein Eintrittsgeld erhoben.

Felsenmeer Hemer

Zurück im Geotop Felsenmeer erkennt man Spuren des ältesten Tiefbau von Eisenstein in NRW. Wer sich für Stalakmiten und Stalaktiten interessiert baut einen Besuch in der Heinrichshöhle mit ein.

Naturschutzgebiet Apricke – am Felsenmeer Hemer

Das Gebiet gegenüber des Felsenmeeres war zur Devon- Zeit (vor 380 Millionen Jahren) ein seichtes Meer. Tonschiefer und Kalkstein bestimmen die Bodenbeschaffenheit des Naturschutzgebietes Apricke.

Bis 2007 war das Gebiet noch ein Truppenübungsplatz. Erst dann verließen die letzten Soldaten die Region und Stadt Hemer und die NRW Stiftung erwarben das Gelände für den Naturschutz und die Naherholung.

Dülmener Wildpferde

Heckrinder, Dülmener Wildpferde, Schafe und Ziegen beweiden die Flächen. So entwickelt sich im Norden eine Heidelandschaft, im Westen entsteht Grünland und im östlichen Teil entsteht Laubwald , sowie Haferwiesen.

Am Zugang ist ein Obstgarten angelegt worden. Jurz darauf folgt ein Gebiet wo Feldlerchen zu finden sind. Im sich anschließenden bewaldeten Bereich hört man den Grünspecht und hier fliegen Hohltauben. An der ehemaligen Panzerwäsche ist ein Gelände, wo man mit Glück den Neuntöter beobachten kann.

Felsenmeer Hemer

Schließlich erreicht man eine Aussichtsplattform von der aus man einen Blick auf den Kalksteinbruch werfen kann. Nur wenige Meter weiter muß man sich entscheiden welche Richtung man an dem T-Punkt einschlägt.

Der Weg rechts führt zurück zum Parkplatz, den man dann nach einer Gesamtstrecke von 4,5 Kilometern erreicht.

Wer sich für die Richtung umgeht den Ort Apricke und hat die Chance am Fichtenwald den Fichtenkreuzschnabel und das Braunkehlchen zu sehen. Allerdings hat man dann auch einen Weg von 6,5 Kilometern zu bewältigen.

Heckrinder

Angerbach

Angerbach, oder einfach nur Anger, ist die Bezeichnung für einen Bachlauf der über 35,8 Kilometer zum Rhein führt. Ursprünglich lag die Quelle des Angerbach in Velbert. Durch Aufdämmung entstand der Stadtteich in Wülfrath, der heute als Quellteich des Angerbachs gilt. Der obere Lauf bis dorthin wird jetzt „Fliethenbeeke“ genannt.

Angerbach
Kunstwerk auf dem Hügel
Die Hirschskulptur mit dem sitzenden Menschen ist teil des Kunstwegs Ratingen und wurde von Stephan Balkenhol geschaffen.

Das Angerbachtal

Der Bach mit dem Angerbachtal laden zum Verweilen und Genießen ein. Eine herrliche Landschaft mit wechselnder Flora und Fauna belohnt den Wanderer. Mit etwas Glück lassen sich Wasseramsel oder Eisvogel sehen und am Wegesrand findet man viele Arten von Pflanzen und Kräutern.

Es gibt mehrere Rundwanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ich empfehle die Wander App Komoot zu Rate zu ziehen.

Eine Einkehrmöglichkeit bietet das Restaurant Auermühle in der ehemaligen Wassermühle am Angerbach. Einst diente sie als Getreidemühle und Kormbrennerei.

Der Bereich von der Auermühle bis zur Stadtgrenze Heiligenhaus ist das Naturschutzgebiet Angerbachtal. Hier fließt der Bach noch kräftig, während er sich in der Folge als ruhiger und flach fließender Bach seiner Rheinmündung nähert.

Angerbach

Parallel des Baches verläuft die Bahnstrecke der Angertalbahn, auch Wülfrather Kalkbahn genannt. Die Bahn förderte Kalk zu den Hütten an Rhein und Ruhr und Wasser aus dem Kalkabbau speist auch den Bach.

Kalkbahn

Geologische Wand – Kohle

Geologische Wand ist die Bezeichnung für ein Felsengebilde an der Ruhr in Essen Heisingen. An der Wand sieht man die Erdschichten die sich im Verlaufe von Tausenden Jahren gebildet haben und einen Teil des Flözes. Deutlich ist die Kohle zu erkennen und man ahnt was es für eine Arbeit war, den Abbau über und unter Tage zu betreiben.

Geologische Wand
Stollenmundloch

Zwei Aufschlüsse eines Flözes sind zu sehen, außerdem zwei Stollenmundlöcher der früheren Zechen Voßhege und Wasserschneppe. Die Eingänge sind natürlich geschlossen und der Zugang zu den einstigen Stollen zugemauert.

In der Zeche Voßhege wurde das Flöz Dickebank im Tagebau abgebaut. Es gab auch noch das Flöz Dünnebank, dieses war aber zu schmal um es abzubauen. Die nachfolgezeche Wasserschneppe hatte im Jahr 1817 die Erlaubnis zum Tiefbau erhalten und so wurde das Flöz Dickebank nahezu völlig abgetragen.

Geologische Wand

Die Historie um die Zechen ist auf zwei Informationstafeln die mit Texten von D.E.Meyer beschriftet wurden abzulesen.

Nach der Genehmigung zum Tiefbau kam es zum Zusammenschluß der Zechen Wasserschneppe, Zeche Spiekbank und dem Erbstollen St. Maria von Gutenrath. 1821 wurde die Zeche wegen Absatzmangel geschlossen und 1848 wieder in Betrieb genommen. 1885 kam dann das endgültige Aus.

Im Jahr 2006 geriet Zeche Wasserschneppe noch einmal an die Öffentlichkeit. Ein Tagebruch oberhalb des Flöz verursachte immense Schäden an den oberhalb gelegenen Häusern und 2017 stürzte ein Junge aus 10 Metern Höhe von der Geologischen Wand ab. Die Rettung des verletzten Jungen erfolgte durch die Höhenrettung.

Ganz in der Nähe der Wand wurde vor kurzer Zeit die neue Kampmannbrücke über die Ruhr nach Kupferdreh eingeweiht. Es handelt sich um eine Schrägseilbrücke, die in 40 Monaten errichtet wurde. In der Mitte der Brücke befindet sich eine Gedenktafel für einen Arbeiter, der aus ungeklärten Gründen während der Bauarbeiten in der Ruhr ertrank.

Das imposante Bauwerk hat eine Länge von 175 Metern und eine Breite von 11,7 Metern. Noch sind die Arbeiten rund um die Brücke nicht ganz abgeschlossen, aber man sollte sie in eine Rundwanderung mit einbeziehen, zumal sich im Umkreis ein neues Feuchtgebiet entwickelt, wo man viele Tierarten beobachten kann.

Wer mit dem PKW anreist, könnte den Parkplatz am neuen Cafe Extrablatt, Lanfermannfähre 118, nutzen. Über die Obere Aue und dem Staussebogen kommt man an der See Bar vorbei. und erreicht die Geologische Wand. Über die Kampmannbrücke geht es auf der Kupferdreher Seite wieder in Richtung Baldeneysee. Wer sich bis hierher noch nicht gestärkt hat, kann im alten Bahnhof Kupferdreh im Lukas einkehren, oder nutzt das Restaurant Gleis 2 am Baldeneysee. Vom Bahnhof Kupferdreh kann man in den Sommermonaten mit einem der historischen Züge der Hespertalbahn zum Haus Scheppen fahren. Manchmal auch noch richtig unter Dampf.

Über die alte Eisenbahnbrücke erreichen wir wieder die Heisinger Seite mit dem Vogelschutzgebiet. Entlang der Ruhr, vorbei an den Nestern der Graureiher und der Kormoran Kolonie, erreichen wir schließlich wieder das Cafe Extrablatt.

Rieselfelder Münster

Rieselfelder Münster – ein Begriff für den Vogelbeobachter und Tierfotografen. Im Norden der Stadt Münster gelegenes ehemaliges Verrieselungsfeld für die Abwässer der Stadt Münster.

Rieselfelder

Bis 1975 wurden auf zunächst 1 Hektar Parzellen geschaffen, in die die Abwässer über ein Kanalsystem abgeleitet wurden, oder im Sandboden versickerten. Den so gedüngten Boden nutzte man für die Landwirtschaft.

Von 1901 bis in die 60er Jahre erreichte die Fläche eine Größe von 640 Hektar. Seit den 1950er Jahren mußte das Gebiet bewässert werden. Das hatte zur Folge das sich viele Schreit- und Watvögel, sowie Graugänse und Enten einfanden. Seit 1975 werden die Abwässer der Stadt Münster in einer Kläranlage gereinigt. Die heutigen Rieselfelder sind auf einer Fläche von 200 Hektar ein einmaliges Naturerlebnis. Mehrere Beobachtungshütten und ein 12 Meter hoher Beobachtungsturm befinden sich auf dem Gebiet.

Rieselfelder Münster

Wir waren jetzt das vierte Mal in den Rieselfeldern und bei unserem jetzigen Besuch wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 – 12 Grad belohnt. Wenn man mit Rucksack und Kamera unterwegs ist, sind das tatsächlich ideale Voraussetzungen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir viel Regen, beim zweiten über dreißig Grad. Man muß wissen, dass es in den Rieselfeldern nicht übermäßig viele schattige Plätze gibt.

Rieselfelder Münster – Artenvielfalt

Die Luft ist erfüllt von den Rufen heranziehender und umherfliegender Gänse. Besonders viele Blässgänse sind zu sehen, die sich auch am Boden mit den anderen Gänsearten, wie Graugans und Kanadagans, gut verstehen. Selbst der Graureiher schreitet gelassen durch die Reihen der ruhenden Gänse.

Auf einem angrenzenden Feld sehen wir Weißstörche, die sich durch die Fußgänger nicht stören lassen.

Rieselfelder Münster

Es geht am restaurierten Rieselwärterhäuschen vorbei, entlang der Obstwiese mit den Obstbäumen, nähern wir uns der ersten Beobachtungshütte am Stauteich. Bevor wir dort ankommen sehen wir auf der Weide, etwas zurück gelegen, mehrere Heckrinder. Die gegen den oft feuchten Boden unempfindliche Rasse hilft die Flächen durch Beweidung offen zu halten. Die hier geborenen Jungbullen dürfen zwei Jahre bei der Herde bleiben, danach werden sie entnommen, damit es nicht zu Streitereien mit den Altbullen kommt. Der Weg führt dann in eine neue Herde, oder in den Schlachthof. Da haben die Kühe bessere Aussichten. Die älteste war 2018 vierzehn Jahre alt.

Heckrinder

Am kleinen Stauteich sehen meine Frau und ich viele unterschiedliche Wasservögel. Löffelenten, Stockenten und natürlich Grau- und Blässgänse, Zwergtaucher, Kormorane, Blässhühner und Haubentaucher.

Interessant gestaltet ist der Schilflehrpfad. Hier hoffe ich auf die ein oder andere Bartmeise, die in den letzten Tagen schon mehrfach in den Rieselfeldern abgelichtet wurden. Aber in dieser Hinsicht ist das heute nicht mein Tag. Leider kann ich keine beobachten.

Schilflehrpfad

Auch von der Brücke, die das einfließende Gewässer überbrückt, hat man einen schönen Blick auf diverse Wasser und Watvögel. Schließlich überqueren wir die Coermühle Straße und erreichen die Storchen-Hütte an einem weiteren Gewässer. Beim überqueren der Straße hatte ich bereits einen Silberreiher fliegen sehen und ich hoffe das er hier gelandet ist. Tatsächlich sehe ich ihn am Schilfgürtel des Flachwassers. Außerdem sind einige Zwergtaucher im Schlichtkleid zu beobachten. Löffel- Stock und Pfeifenten vervollständigen das Bild das sich uns bietet.

Silberreieher

Der Weg führt nun über eine asphaltierte Straße weiter. Immer wieder bieten sich dem Wanderer Blicke auf die kleineren und größeren Rieselparzellen, bis wir schließlich die biologische Station erreichen. Wir legen eine kleine Pause ein, bevor wir weiter in Richtung Aussichtsturm laufen. Hier, auf dem großen Stauteich, herrscht eine große Vielfalt von Tieren. Eine Lachmöwenkolonie ist zu sehen und natürlich die üblichen Wasser- und Watvögel.

Rieselfelder

Bevor wir das Kanonenwäldchen passieren, freuen wir uns über den Anblick weiterer Weißstörche. Auf der Weide die jetzt folgt, grasen wieder Heckrinder mit ihren gewaltigen Hörnern.

Schließlich erreichen wir wieder den Parkplatz am Informationszentrum Rieselfelder. Hier kann man sich zum Abschluß noch eine interessante Außenausstellung ansehen und anschließend im Heidekrug neue Kräfte sammeln.

Lachmöwen

Es war wieder einmal ein herrlicher Tag in den Rieselfeldern Münster. Die etwas über einstündige Fahrt von Essen läßt es zu, den ganzen Tag hier zu genießen.

Krickente

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang in der Mülheimer Ruhrau. Es hatte mehrere Tage kräftig geregnet, aber heute strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Der richtige Tag für eine kleine Wanderung durch unser Lieblingsgebiet in der Saarner Aue. Der Regen der vergangenen Tage hat der Natur gut getan. Ein saftiges Grün und die ersten kräftigen Herbstfarben zeichnen die Umgebung aus.

Das Chlorophyll, das dem Blatt entzogen wird, lässt die ersten Blätter rot leuchten. Die Bäume fahren ihre Photosynthese herunter und entziehen den Blättern das Zucker, welches sie benötigen um gegen den nun bald kommenden Winter gewappnet zu sein.

Herbstspaziergang

Bei unserem Herbstspaziergang verharren wir eine Weile auf der Eisvogelbrücke um den Stockenten und den Blässhühnern zuzusehen. Auch ein Nutria sitzt nur wenige Meter entfernt auf einem Ast und kümmert sich um die Fellpflege.

Herbstspaziergang

Herbstspaziergang – ein prächtiger Admiral

Herbstspaziergang

Als wir unseren Weg fortsetzen sehen wir einen prachtvollen Admiral, der sich auf einem Blatt niederläßt. Als wenn er uns seine ganze Schönheit bewußt präsentieren möchte, breitet er seine seidigen Flügel aus und klappt sie wenig später wieder zusammen. Der Schmetterling gehört als Tagfalter zu den Edelfaltern. Wie man auf dem zweiten Bild sieht sind Ober- und Unterflügel unterschiedlich gezeichnet.

Ursprünglich kam er aus Südeuropa über die Alpen zu uns. Für die Winterquartiere legten die Insekten bis zu 3000 Kilometer zwischen Mitteleuropa und Afrika zurück. Heute verbleiben sie allerdings eher bei uns und nur die nördlichen Admirale ziehen etwas weiter in Richtung Süden.

Herbstspaziergang

Heckenbraunelle und Hornisse

Auf einem Baumstumpf entdecke ich eine Heckenbraunelle die sich von der Sonne wärmen läßt. Aber irgendetwas scheint ihre Ruhe zu stören und da bemerke auch ich die Hornisse, die sich langsam am Stumpf empor hangelt.

Die Braunelle scheint zu überlegen was sie mit der Hornisse machen soll. Als Leckerbissen scheint sie mir eigentlich etwas zu groß. Die Heckenbraunelle frißt in den Sommermonaten Larven, Spinnen, und Käfer, aber so eine Hornisse ? Argwöhnisch wird der Besucher vom Vogel beäugt und schließlich ist ihm der Anblick wohl auch nicht geheuer und er zieht es vor das Weite zu suchen.

Heckenbraunelle
Heckenbraunelle
Herbstspaziergang
Herbstspaziergang

Vorsicht giftig

Auffallend viele Pilze sind nach dem Regen zu sehen. Ich habe in solchen Dingen allerdings keine Erfahrung und kenne mich auch nicht mit Pilzen aus. Welche sind genießbar und welche sind giftig ? Es ist auch gut so, dass ich die Finger davon lasse denn alles was ich hier gesehen habe ist sehr giftig. Der Knollenblätterpilz und der Fliegenpilz gehören ja nicht in den Kochtopf.

Es war wieder einmal eine ergiebige Runde in der Saarner Aue. Immer wieder entdecken wir auf der, etwa eine Stunde währenden Wanderung, neue Dinge die uns begeistern.

Dingdener Heide

Dingdener Heide – Erholungsgebiet und Naturschutzgebiet im Ortsteil Dingden, Gemeinde Hamminkeln. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1500 Hektar und wird durch die biologische Station Wesel betreut.

Laub- und Kiefernwälder wechseln mit Grünlandschaften und Äckern. Deutlich sind zur Zeit die Folgen der Trockenheit und die Schäden durch den Borkenkäfer im Wald zu sehen. Überall findet man gefällte Bäume deren Rinde geschält wurden. Die Spuren der großen Maschinen zum Abtransport graben sich in den Waldboden. Große Schneisen sind entstanden.

Beobachtungshütten an der Dingdener Heide

An den Feuchtwiesen befinden sich zwei Beobachtungshütten. Nun sind die Feuchtwiesen aufgrund der anhaltenden Trockenheit leider nicht mehr sehr durchnäßt und offene Wasserstellen kaum noch zu sehen.

Die Limikolen sind momentan daher nicht zu sehen. Ansonsten findet man im Gebiet der Dingdener Heide unter anderem den Kiebitz, den Wiesenpieper,  Weißstorch,  Schwarzstorch, Rohrweihe, Kornweihe und Rotschenkel . Gesehen habe ich den Schwarzspecht und eine Weihe, beide allerdings in zu großer Entfernung um sie auf einem Bild festzuhalten. Auf ornitho.de wurden in den Tagen zuvor Braunkehlchen, Steinschmätzer und ein Baumfalke gemeldet.

Dingdener Heide
Ziegen in der Dingdener Heide

Wir parkten an einem Parkplatz der Akademie Dingden in der Klausenhofstraße, weil nach der Beschreibung der richtige Parkplatz am Ortsrand von Dingden an dieser Straße angegeben war. Man sollte aber die Klausenhofstraße weiterfahren, bis an die Kreuzung „zum Venn“ . Dort befindet sich ebenfalls ein Parkplatz, wo es auch Infotafeln des NABU zum Wolf und dem Zusammenleben mit diesem fantastischen Tier zu sehen gibt. Auch ein mustergültiger Herdenschutzzaun ist zu sehen.

Dingdener Heide
Herdenschutzzaun

Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zur ersten Beobachtungshütte. Auch einen etwa 6 Kilometer langen Rundweg Dingdener Heide kann von hier aus gestartet werden. Der Rundweg ist mit einem separaten Schild gut zu erkunden.

Ein weiterer Parkplatz befindet sich auf der Krechtinger Straße kurz vor der Einmündung Bußter Weg.

Schwalm – Wanderung

Schwalm – Laarer Bach -Hariksee und Borner See sind die Stationen dieses Rundweges.

Schwalm

Parkmöglichkeiten gibt es für den auswärtigen Wanderer an verschiedenen Stellen. Es bieten sich die Plätze an den Restaurants Mühlrather Hof und Mühlrather Mühle an, da kann man sich dann am Ende der Wanderung an vielen Köstlichkeiten laben. Am Wegesrand findet man aber auch schöne Bänke im Halbschatten oder in der Sonne, um ein kleines Picknick zu sich zu nehmen. Auch am Hariksee gibt es noch einen Parkplatz, da muß man aber ein wenig auf die Schlaglöcher achten.

Forelle im klaren Wasser des Laarer Bach

Gleich zu Beginn, etwas Abseits von der Mühlrather Mühle, liegt das Naturschutzgebiet Dielsbruch. Ein Schutzgebiet für Brutvögel und Rast- und Überwinterungsstätte für Zugvögel. Das Gebiet ist Teil des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“. 

Die Mühle wurde 1447 errichtet und diente als Flachs und Ölmühle. Als 1905 ein eisernes Wasserrad angebracht wurde konnte mit der Mühle ein Sägewerk betrieben werden.

Es geht ein Stück am Laarer Bach entlang. Im klaren Wasser sieht man die Forellen schwimmen. Zwar haben wir keinen Eisvogel gesehen, aber hier findet er ideale Voraussetzungen. Wir begleiten den Lauf der Schwalm. Die Schwalm mündet nun bald in der Maas.

Nutria

Schwalm – NSG Tantelbruch

Das Naturschutzgebiet Tantelbruch ist ebenfalls Teil des Netes „Natura 2000“. Erlen, Buchen und Eichenbestände säumen den Weg Im Tentelbruch findet man verschiedene Libellenarten und seltene Grashüpfer. Auch  Eisvogel, Pirol, Nachtigall, Wespenbussard, Kleiner Wasserfrosch und Wasserfledermaus sind hier zu Hause.

Schwalm
Prachtlibelle

Borner Mühle

Der Borner See ist heute für die Wasserwirtschaft als Rückhaltebecken umfunktioniert. Entstanden ist er durch Torfstich, Die Borner Mühle , wiederum eine Möglichkeit zur Einkehr, wurde 1412 erstmals erwähnt.

Schließlich passiert man noch den Laarer See und erreicht dann nach etwa 6,5 Kilometern wieder seinen Ausganspunkt. Die Fahrtzeit vom Ruhrgebiet, in unserem Fall von Essen, beträgt knapp 45 Minuten und wer früh fährt, kann auch viel sehen. Haubentaucher, Wiesenpieper, Reiher und mit Glück den Biber oder das Blaukehlchen. Wir waren spät dran und hatten da weniger Glück, aber es lohnt sich auch wenn man nicht so früh vor Ort ist. Man wird mit einer herrlichen Landschaft belohnt.

da kann man sich das Fleisch schon aussuchen

Rinderbach

Rinderbach, heißt der 11,7 Kilometer lange Nebenfluß der Ruhr. In Essen Kettwig fließt er gleich hinter dem Wehr in die Ruhr. Nach einer längeren Regenphase haben wir das richtige Wetter um eine schöne Wandertour zu machen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 Grad.

Rinderbach
Rinderbach

Auf den Bäumen bildet sich das erste Laub und ein traumhaftes Farbenspiel begleitet unseren Weg. Die Büsche und Sträucher erwachen in einer prachtvollen Blüte und die Wiesen am Rinderbach sind herrlich grün, auch das Plätschern des Flusses klingt wie eine Melodie.

Ähnlich aktiv und mit unterschiedlicher Lautstärke trillert die kleine Mönchsgrasmücke ihre Weisen und man staunt wie kräftig so ein kleiner Vogel singen kann. Bei den Haupt-Versen plustern sich seine Kehlfedern regelrecht vor Anstrengung oder Begeisterung auf.

Möchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke

Vogelsangtal und Cafe am Rinderbach

Der Weg führt nun leicht bergan, vorbei am Zaun des ehemaligen Wasserwerk Heiligenhaus und wir befinden uns nun im Vogelsangtal.

Rinderbach
Wiesenschaumkraut

Der Waldboden ist gut bestückt mit blühendem Schaumkraut, dieser leuchtet violett in der Sonne. Versucht man die Blüte zu essen, schmeckt sie Kresse ähnlich. Das Schaumkraut wird auch als Gewürz genutzt. Das Pfaffenhütchen wächst unmittelbar am Wegesrand. Auch als Spindelstrauch bekannt, wird diese Pflanze als giftig geführt. Fliegen und Insekten finden im Nektar aber wertvolle Nahrung.

Rinderbach
März Veilchen

Als Blume der Liebe verehrten die alten Griechen das März-Veilchen oder auch Duftveilchen, das im Halbschatten der Sträucher zu finden ist. Das Duftveilchen gilt in vielen Gedichten und in der Literatur allgemein als Bote des Frühlings.

Rinderbach
Cafe Herberge

Wir nähern uns nun dem Cafe Herberge. Ein Bauernhof, wunderschön im Tal gelegen, mit einem Hofcafe. Leider ist noch geschlossen, wir sind einfach zu früh dran. Aus den Büschen hört man den Haussperling rufen und sie schwirren aufgeregt hin- und her um Nistmaterial zu suchen. Auf der saftigen, grünen Wiese blüht der Wiesen-Löwenzahn. Die Feuchtigkeit, die vom Rinderbach ausgeht, bietet dem Korbblüter ideale Voraussetzungen.

Löwenzahn am Rinderbach
Wiesen Löwenzahn

Die Wildbienen freuen sich über diese gelbe Pflanze. Der Mensch nutzt die Blume zur Herstellung von Sirup und Gelee, oder als Röhrlsalat.

Ein Rastplatz erweckt unsere Aufmerksamkeit. Fast einem Denkmal ähnlich, hat hier die Gemeinde Zwönitz in Sachsen , als Patengemeinde diesen Platz gestaltet.

Raststätte
Raststätte

Unmittelbar am Weg der vom Cafe fortführt, hat jemand zwei Kunstwerke installiert, die langsam verwittern.

An der kleinen Böschung zur Waldseite wächst das „kleine Immergrün“ , Hier ist es allerdings hellblau. Insekten nutzen den klebrigen Rand unterhalb der Fruchtblätter um ihren Rüssel mit dem Sekret zu beschmieren, woran dann der Nektar hängenbleibt. Alle Teile der Pflanze sind für uns giftig, deshalb darf man heute auch keine Rezepturen mehr aus der Pflanze herstellen.

Grünspecht

Jetzt geht es über ein offenes Gebiet mit Äckern und grasenden Pferden, bevor es wieder hinunter ins Tal geht. Aus der Ferne höre ich das „Lachen“ des Grünspecht. Dann entdecke ich ihn und kann mich näher heranschleichen um ein paar Bilder zu schießen.

Grünspecht
Grünspecht

Dann erreichen wir schließlich wieder den Ausgangspunkt am Abtsküchensee, der vom Rinderbach gespeist wird. Auch hier stehen alle Zeichen auf Frühling. Die Stockenten Mama flüchtet mit ihren sieben Jungen vor den Attacken eines Blässhuhnes. Auf dem abgestorbenen Ast eines Baumes, der im See liegt sonnen sich amerikanische Gelbwangen Schmuckschildkröten. Irgendwann hat ein angeblicher „Tierliebhaber“ die Tiere wohl ausgesetzt, weshalb man sie im Ruhrgebiet an anderen Seen ebenfalls findet. Die relativ milden Winter der letzten Jahre waren die Gewährleistung für ihr Überleben in unseren klimatischen Verhältnissen und deshalb sieht es so aus, als würden es auch immer mehr. Im Vogelschutzgebiet Essen-Heisingen oder auch in den Gewässern der Saarner Aue sind sie ebenfalls zu finden.

Es war ein wunderbarer Weg, über eine Länge von etwa 8 Kilometern.

Frühling 2019 – sollte ein Leser sich erinnern, dieser Artikel war schon einmal veröffentlicht, aber durch ein Missgeschick aus dem Archiv verschwunden.

Wanderung Hohensyburg

Hengsteysee, lautet der Name des ältesten Ruhrstausees. Er ist  von den Städten Hagen, Dortmund und Herdecke eingerahmt.  Das Wehr befindet sich im Hagener Stadtteil „Hengstey“, der  ihm den Namen gibt. Die mächtige Eisenbahnbrücke die den See überspannt ist ein Erkennungsmerkmal für den Zufluß  von Ruhr und Lenne.  Gleich im Anschluß an den See befindet sich auf Wittener Gebiet bereits der nächste Ruhrsee, der Harkortsee.

Zufluss von Ruhr und Lenne

Ebbe und Flut

Hier ist ein Phänomen zu beobachten. Manchmal steigt oder fällt der Wasserstand des Sees, ähnlich den Gezeiten an der Nordsee. Das wiederum hängt mit dem Pumpspeicherwerk „Koepchenwerk“ am Hengsteysee zusammen. Zu Tageszeiten, an denen im Netz der RWE mehr Strom zur Verfügung steht als verbraucht wird, wird  Wasser aus dem Hengsteysee in ein 160 Meter höher gelegenes Speicherbecken gepumpt. Bei hohem Strombedarf, wird dieses Wasser abgelassen. Dieses  wiederum führt zum veränderten Pegel im Harkortsee. In den 1980er Jahren wurde das Pumpwerk allerdings stillgelegt. Aus dem Grund kann die Tide heute nicht mehr gesehen werden.

Hengsteysee mit dem „Koepchenwerk“

Auf geht es 

Die Wanderung beginnt am Wanderparkplatz gleich hinter der Fußgänger und Autobrücke. Wir gehen eine längere Strecke über den Fußgänger und Radweg am See entlang. Nach der Eisenbahnbrücke mit den Zuläufen von Ruhr und Lenne wandern wir an der stark befahrenen Eisenbahnlinie entlang und biegen schließlich scharf nach links auf den Waldweg ab. Nun sind wir Fußgänger unter uns .

St. Peter zu Syberg

Auf der Höhe ankommen, befindet sich links die evangelische Kirche St. Peter zu Syberg. Erstmals erwähnt wird das Bauwerk 776. Im Inneren befinden sich Grabplatten aus der Merowinger und Karolinger Zeit. Ein 1000 Jahre altes Taufbecken und drei Chorfenster, sowie Glasarbeiten von Walter Benner sind ebenfalls in der kleinen Kirche, die gerne für Hochzeiten genutzt wird, zu finden. Auf dem kleinen Friedhof rund um die Kirche sieht man 500 Jahre alte Gräber. Man hat einen wunderbaren Blick in das Tal und auf die Höhenzüge. Eine gute Gelegenheit für tolle Bilder.

Haben sie Geld locker?

…. dann sind Sie in der Spielbank Hohensyburg , eine von vier Spielbanken in NRW, am richtigen Ort. Der Architekt Harald Deilmann errichtete die Spielbank 1983 -1985 in der unmittelbaren Nähe der Hohensyburg.

Hohensyburg und Kaiser Wilhelm

Die Hohensyburg war einst eine mittelalterliche Burganlage von 775 n. Chr.  Die sogenannte sächsiche Siggiburg wurde durch Karl den Großen erobert. Noch bis ins 17. Jahrhundert wurde die Burg genutzt, aber  der ständige Verfall ließ sich bereits nicht mehr aufhalten. Heute stehen noch die Grundmauern und Teile der Außenmauern und der Türme. Im Inneren des „Palas“ befindet sich ein aus Ruhrsandstein hergestelltes Kriegerdenkmal von Prof. Friedrich Bagdorn.

Der Vincketurm wurde 1857 als Aussichtsturm im neugotischen Baustil  errichtet und hat eine Höhe von 20 Metern.

Kaiser und Kanzler tronen über dem Hengsteysee

Landschaftsprägend ist auch das Kaiser Wilhelm Denkmal, welches wie auch der Vincketurm, bereits aus der Ferne und vom Tal aus zu sehen ist. 1902 wurde es errichtet, mit einem Reiterstandbild des Kaisers und einem Standbild des Reichskanzlers Otto Graf von Bismarck und dem Generalfeldmarschall Graf von Moltke.

Nun geht es wieder bergab ins Tal. Über Serpentinen geht von 235 Meter auf 123 Meter und wer möchte, macht den Ab- und Aufstieg gleich doppelt indem er den zusätzlichen „Syberger Bergbauwanderweg  einbaut. Das bedeutet eine extra Tour von 2 Kilometern. Zu sehen gibt es verschiedene Stollen und Schachtpiepen (Einsturzstollen) sowie gewaltige Steinbrüche. Ansonsten erreichen wir nach kanpp 6 Kilometern Gesamtweg wieder unseren Ausgangspunkt

 

Karte der Wanderung auf Komoot

Der Ruf der Kraniche

Die Flugbegleiter -Heute habe ich bereits früh am PC gesessen. Ich wollte eigentlich meine Webseite einmal wieder auf den neuesten Stand bringen. So stieß ich auf die Seite der „Riff Autoren- die Flugbegleiter“, auf welcher auch der Wissenschafts und Medizinjournalist Marcus Anhäuser zu finden ist. Der studierte Verhaltensbiologe hat damit begonnen Tierstimmen aufzunehmen und als Audio Geschichte zu veröffentlichen.

die tolle Arbeit der Riff Autoren – die Flugbegleiter
 Marcus Anhäuser

Die wunderbare Art des Erzählens und die gekonnte Wiedergabe der Tierstimmen, sowie der Geräusche im Wald, lassen den Hörer regelrecht eintauchen in die Stille und Ruhe des Waldes.

Wer die Augen schließt wird den Wald  riechen können. Der Wind wird spürbar und man hört das Rauschen des Laubes. Bei seiner Beobachtung der Kraniche wird ihm Bewusst, dass der offensichtlich aus zwei aneinandergereihten Tönen bestehende Ruf des Kranichs nicht von einem Vogel ausgeht.

Der erste, tiefere Ton, entstammt der Kehle des Männchen und das Weibchen antwortet unmittelbar mit einem höheren Ton. Auf diese Weise  entsteht der Eindruck, der Ruf bestünde aus zwei aufeinanderfolgenden Tönen eines jeden Kranichs.

…und jetzt empfehle ich sich zurück zu lehnen und einzutauchen in die wunderbare Welt von Marcus Anhäuser :

Das Tröten im Walde