Beobachtungen am Futterplatz

Futterplatz – Beobachtungen

Wie verhalten sich Vögel am Futterplatz ?

Die erste Saison mit meinen neu aufgestellten Futterstellen ist nun vorbei. Der Frühling hat Einzug gehalten, es blüht und grünt rundherum und die Vogeluhr kann gestellt werden. Es zwitschert fröhlich bereits ab dem frühen Morgen.  Selbstverständlich wird auch  in den kommenden Monaten weiter gefüttert, denn meine gefiederten Freunde kommen weiterhin zur Futterstelle. Nun ist es an der Zeit mitzuteilen was mir bei meinen Beobachtungen am Futterplatz auffiel.

Blau- Kohl und Haubenmeise fliegen das Futterhaus nur kurz an, halten sich nicht innen auf, sondern picken sich das Korn und fliegen auf, oder in den nächsten Busch, um dort auf einem Ästchen sitzend zu speisen. Diese Drei nutzten auch die aufgehängte Futtersäule, wo sie sich an dem Außenring festhalten um dann die Körner zu fressen. Mit Erstaunen mußte ich feststellen, dass die so bekannten Meisenknödel hauptsächlich unbeachtet blieben. Nur sehr selten machte sich eine Meise daran zu schaffen. Vielleicht lag es an den Knödeln ?

Zu den ersten Ankömmlingen an der neuen Futterstelle zählten das Rotkehlchen und die Amsel, wobei bei der Amsel zunächst das Männchen kam, das Weibchen hielt sich vorerst zurück.  Das Rotkehlchen fühlte sich sofort als „Herr im Haus“ und verscheuchte die Neuankömmlinge, wie die Meisen, so lange es anwesend war. Das legte sich erst nach einigen Tagen, da hatte es wohl gemerkt das genug für alle da ist. Selbst den Kleiber verjagte es einige Male. Das Rotkehlchen blieb auch einige Zeit zum Fressen im Futterhaus.  Die Amsel hingegen suchte ihr Glück am Boden. Es dauerte eine gewisse Zeit und sie hüpfte nervös am Boden um das Futterhaus herum. Nachdem sie einen bestimmten Abstand erreicht hatte,  visierte sie das Haus an und , eigentlich sah es mehr wie springen aus, flog ins Innere. Einmal dort angekommen, machte sie es sich dort gemütlich, fraß eine ganze Zeit lang, setzte sich dann am Ausgang aufs Holz und beobachtete die Umgebung, bis sie schließlich zufrieden davon flog. Da die Amsel beim Fressen ziemlich rüde vorging, Essmanieren liegen ihr wohl nicht so, flogen viele Körner aus dem Haus auf den Boden, was wiederum das Rotkehlchen und besonders die Heckenbraunelle erfreute, die lieber am Boden fressen. Die Braunelle habe ich nur äußerst selten einmal im Futterhaus beobachtet. Auch der kleine Zaunkönig hatte seine Freude an den am Boden liegenden Körnern.  Ich streute dann künftig schon immer extra ein bischen auf das Umfeld des Futterhauses.  Der Kleiber kam nur eine gewisse Zeit regelmäßig an die Futterstelle. Jetzt ist er nicht mehr zu sehen und findet wohl sein Lebendfutter an den Bäumen der Umgebung. Als er das Haus noch nutzte, flog er zunächst aufs Dach, beäugte das Innere und hüpfte kopfüber hinein, fraß ein paar Körner, schnappte sich den dicksten Korn in den Schnabel und beobachtete auf dem äußeren Rand sitzend kurz die Umgebung und „schoß“ davon.  Neu hinzugekommen sind in den letzten Tagen Grünfinken. Sie kommen zu dritt, einer fliegt direkt das Futterhaus an um innen zu fressen, wobei er ordentlich Material hinauswirft, welches von den beiden Kollegen am Boden dankend angenommen wird. Ebenfalls neu ist jetzt der Gimpel, dieser sitzt kurz auf dem Rosenbusch , fliegt ins Futterhaus, schnappt sich ein paar Körner und ist auch schon wieder verschwunden

Rotkehlchen und Amsel haben sich wohl an den heimlichen Beobachter gewöhnt und kommen mir mittlerweile so nah, dass ich sie fast mit „Handschlag“ begrüßen könnte. Ich habe mich zwar immer zurückgehalten, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden, bin mir aber sicher, dass sie alle mich immer fest im Blick hatten. Wenn ich Futter „nachlegte“ begleitet mich immer der Ruf der Amsel und das Rotkehlchen hüpfte bereits freudig erregt am Boden herum. Sobald ich den Rücken gedreht hatte waren sie auch schon vor Ort. Ich hätte nie gelaubt das diese Beobachtungen so interessant sein würden und kann dem geneigten Leser nur empfehlen es auch zu tun.