Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/2/8/4/ulikloes.de/httpd.www/wp-config.php:104) in /customers/2/8/4/ulikloes.de/httpd.www/wp-content/plugins/onecom-vcache/vcaching.php on line 614 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/2/8/4/ulikloes.de/httpd.www/wp-config.php:104) in /customers/2/8/4/ulikloes.de/httpd.www/wp-content/plugins/onecom-vcache/vcaching.php on line 622 Singvögel Archive - Vögel-Natur-Umwelt

König der Vögel

König der Vögel – oder wie der Zaunkönig zu seinem Namen kam

Wieder einmal tagte der Rat der Vögel im Schatten der mächtigen Platanen, als die Eule sich meldete und vermerkte, dass es überall im Tierreich Könige gibt. So sei der Herrscher der Landtiere der Löwe und der König der Meere ist der Hai, im Wald herrscht der Bär. Die Tiere der Lüfte hätten aber keinen König und ob man nicht einen solchen wählen solle.

Leider konnten die Vögel sich aber nicht auf einen ihrer Art einigen, der den Titel tragen sollte und so beschlossen sie einen Wettkampf auszurichten, dessen Sieger dann der König der Lüfte werden soll.

König der Vögel
Zaunkönig

Wahl der Vögel

Der kluge Adler schlug daraufhin vor, wer die größte Höhe in der Luft erreicht, der soll doch der König der Vögel werden. Dabei wußte er natürlich, dass keiner der anderen Vögel höher fliegen konnte als er selbst und er frohlockte bereits bald der Regent zu sein, denn alle stimmten dem Vorschlag zu.

Am nächsten Morgen startete dann der Wettkampf und viele hunderte Vögel erhoben sich in den strahlend blauen Himmel, aus dem die Sonne das Geschehen belächelte. Immer weniger Vögel konnten dem mächtige Adler in die Höhe folgen und schließlich, auch er wurde langsam müde, war kein anderer Vogel mehr zu sehen und der Adler war sich sicher, der König der Lüfte zu sein. Da flatterte plötzlich ein kleiner Vogel noch ein Stück höher als der Adler. Der kleine Kerl, der wegen seiner Unscheinbarkeit bis zu dem Tag noch ohne Name war, hatte sich unter den starken Schwingen des Adlers versteckt und so Kräfte gespart, um jetzt noch höher zu fliegen.

König bin ich

Mit fiepsender Stimmer landete er schließlich wieder auf dem Boden und rief: “ König bin ich, König bin ich. Die Vögel wollten aber keinen König dulden, der durch eine List erkoren wurde und beschlossen einen neuen Wettkampf auszurufen.

Nun solle der König werden, der am tiefsten ins Erdreich gelangen würde. Der Schwan ließ sich vom Himmel fallen und platschte bäuchlings auf dem Boden auf. Der Hahn scharrte mit seinen Krallen ein Loch in den Boden und war schon sicher der König zu werden.

Keiner hatte aber mit der Klugheit des kleinen unscheinbaren Vogels gerechnet. Der hatte sich in ein Mäuseloch gezwängt, war nun tiefer im Boden als alle anderen und fiepste leise aus dem Untergrund:“ König bin ich, König bin ich!“

Die anderen Vögel waren erzürnt und beschlossen den kleinen Kerl im Mauseloch gefangen zu halten. Die Eule solle über den Gefangenen wachen. So harrte die Eule vor dem Loch aus und wenn sie müde wurde, schloß sie das rechte Auge und wachte mit dem linken. Wurde das linke Auge müde, wachte sie mit dem rechten.

So konnte unser kleiner Held nicht entkkommen. Schließlich wurde de Eule aber doch einmal so müde, dass sie nicht mehr wuste ob sie das linke oder das rechte Auge geöffnet hatte und so fielen ihr beide Augen zu. Darauf hatte der kleine Vogel nur gewartet und er entkam aus dem Mauseloch.

König

Das Schicksal der Eule

Die Eule wurde deshalb mit einer Strafe belegt und durfte nur noch in der Nacht herum fliegen. Daüber ärgerte die Eule sich so sehr, dass sie fortan nachts die Mäuse jagte, die diese hässlichen Löcher in den Boden graben.

Auch unser kleiner Vogel traute sich nicht mehr zwischen die anderen Vögel und versteckte sich in den Zäunen und Hecken. Wenn er sich ganz sicher fühlt und die anderen Vögel nicht aufpassen ruft er mit seiner fiepsigen Stimmer immer wieder einmal:“ Ich bin der König, ich bin der König!“

So erhielt er schließlich von den andern Vögel spöttisch den Namen „Zaunkönig“.

Reise in den Untergang – Tod im Hula Tal

Reise in den Untergang – das ist nicht der Titel eines Kriminalromans oder eines Actionfilms. Es ist die Realität für tausende Zugvögel auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete. Sie werden nicht nur gejagt und abgeschossen, oder in Fallen gefangen und getötet, jetzt kommt auch noch ein tödliches Virus hinzu.

Das Hula Tal liegt in Obergaliläa in Israel und ist seit Jahren das beliebteste Rastgebiet der Kraniche und anderer Zugvögel. Jedes Jahr pausieren hier über 30.000 Vögel. Vogelbeobachter aus aller Welt beobachten hier weitere hunderte Weißstörche, Reiher, Eisvögel, Flamingos und Pelikane, die im Hula Tal vor dem Weiterflug rasten.

Anwohner haben auf einem 70 Hektar großen Landstück 200 Tonnen Mais als Futter angeboten, um die benachbarten Felder der Landwirte zu schonen. Tatsächlich begnügen sich die gefräßigen Kraniche auch mit dem Angebot und schonen zum großen Teil die landwirtschaftlichen Flächen.

Reise in den Untergang
Kraniche – BarbeeAnne/Pixabay

Reise in den Untergang – H5 N1 die Vogelgrippe

Israel kämpft gegen das Omikron Virus und hat es nun auch noch mit H5 N1, dem Vogelgrippe Virus zu tun. Noch nie wurde ein derart starker Ausbruch der Vogelgrippe bekannt. Bereits 5000 Kraniche haben den Kampf gegen das Virus verloren und man rechnet mit 10.000 weiteren infizierten Vögeln. Der sichere Tod für diese prachtvollen Tiere.

Eine halbe Millionen Legehennen/Hühner wurden bereits getötet um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die israelische Umweltschutzministerin Tamar Sandberg spricht „vom schlimmsten Schlag für die Tierwelt in der Geschichte des Landes.“

Bis vor sieben Tagen sind bereits 20 Prozent der Tiere, die als Zugvögel das Hula Tal erreichen, von der Krankheit befallen.

Hoffen wir, dass sich viele unserer Kraniche entschieden haben in Spanien oder Südfrankreich zu überwintern und ihnen das Schicksal der Tiere im Hula Tal erspart bleibt. Die große Gefahr im Tal ist aber die Ausbreitung des Vogelgrippe Virus, durch die Übertragung auf andere Tierarten und die Übertragung über den Vogelzug in weitere Regionen.

Quelle: euronews.com, tagesspiegel.de, goisrael.com,

Kiebitz

Kiebitz – diesen schönen Vogel sah ich erstmals während des Urlaubs auf der Nordseeinsel Borkum. Ich hatte mich im Vorfeld bereits erkundigt, wo man auf der Insel gut Beobachtungen machen kann.

Kiebitz
Kiebitz

Das Wetter im Mai meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und Mensch und Natur genossen die warmen Sonnenstrahlen. Unser Ziel waren die „Hoppweiden“ und der „Tüskendörsee“ im Ostteil der Insel. Die Hoppweiden bieten mit ihren feucht, saftigen Wiesen ideale Weideflächen für Pferde und Vieh und sind die idealen Gebiete für Wiesenvögel.

Insofern war es fast folgerichtig, dass ich an diesem Tage mein erstes Kiebitzpaar in freier Natur beobachten konnte. Später sollte ich dem Kiebitz noch öfter begegnen, so auch in den Rieselfeldern bei Münster. Der zur Familie der Regenpfeifer gehörende Vogel ist auf der Oberseite schwarz- grün und der Unterseite weiß. Seine Wangen sind weiß und die Brust ziert ein schwarzer „Latz“.

Auffallend ist der prägnante Federschmuck auf dem Kopf. Diese Federn nennt der Experte „Federholle“. Es gibt noch einige andere Vogelarten, die eine derartige Federholle zeigen. Da wären etwa das Haselhuhn, der Kappensäger, der Seidenschwanz und der Wiedehopf, um nur einige zu nennen.

Im Prachtkleid ist die Federholle länger als im Schlichtkleid. Die Federn sind auch so ziemlich das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen, da die Federholle beim Weibchen kürzer ist. Außerdem ist im Prachtkleid die Färbung des Männchen kräftiger.

Vor Jahren konnte man den Kiebitz noch auf vielen Feldern und Wiesen vorfinden. Leider hat sich der Bestand drastisch reduziert. Heute ist er um 60 Prozent reduziert und die Art ist gefährdet. Vornehmlich die intensive Landwirtschaft, die Bearbeitung der Felder mit Herbiziden und die Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren tragen daran Schuld.

Auch natürliche Feinde, wie der Fuchs und die Beutegreifer haben ihren Anteil am Rückgang. Außerdem sind die Eier im Gelege so gut getarnt, dass sie nicht auffallen und oft zertreten werden.

Es gibt heute Initiativen die sich bemühen dem Vogel zu helfen. Landwirte und Umwelt und Tierschutzorganisationen legen sogenannte „Kiebitz Inseln“ in den Feldern an. So schaffen sie ein Brachgebiet im Feld,wo der Kiebitz in Ruhe brüten kann..

Ähnliches wird auch für die Feldlerche gemacht, um den Bestand zumindest aufrecht zu halten. Dort werden auf den Flächen „Lerchenfenster“ angebracht, die lediglich eine Größe von 20 Quadratmetern benötigt.

Dümmer Meer

Seinen Namen verdankt der Kiebitz seinem Ruf. Besonders während der Balz ist sein „Kieh-witt“ laut und deutlich zu hören. Der Balzflug gehört beim Kiebitz zu den besonders sehenswerten Dingen. Deshalb wird er auch der „Akrobat der Lüfte“ genannt.

Er steigt hoch in die Luft, um dann in einem irrsinnigen Präsentierflug mit Kurven und Rollen zu Boden zu rasen. Erst kurz vor der Oberfläche fängt er mit schlagenden Flügeln den Fall ab. Dabei hört man deutlich das Flügelwuchteln, das das Männchen mit den Handflügeln erzeugt. Während des Flugs zeigt er im Wechsel seine Ober- und Unterseite, um dem Weibchen zu imponieren.

Nach der Balz und der Paarung erfolgt Ende Mai die Eiablage. Aus bis zu vier Eiern schlüpfen dann die Jungen Vögel, die man in der Kuhle wegen der perfekten Tarnung kaum sieht. Naht sich ein Feind, versuchen Eltern die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um die Kleinen zu schützen. Kiebitze können bis zu 25 Jahre alt werden.

Das Wort „kiebitzen“ hat übrigens keine Ableitung aus der Ornithologie. Ludwig Göhring leitet in seinem Buch „Volkstümliche Redensarten und Ausdrücke“ von 1937, dass Wort aus dem Jiddischen ab.

Die Bilder entstanden auf de Nordseeinsel Borkum und am Dümmer See

Der Dichter Hoffmann von Fallersleben widmet dem taubengroßen Kiebitz einige Zeilen in seinem Gedicht „Der Kiebitz und die Kiebitzin“

der Kiebitz und die Kiebitzin

die hatten beide einen Sinn;

sie fingen an zu tanzen,

sie hoben hurtig Bein um Bein

und sprangen hoch im Sonnenschein.

Das war ein lustig Tanzen !

Die Jungfer Gans, die sah es an :

was andre können, ich auch kann !

Und fing auch an zu tanzen.

Ei Jungfer Gans, was fällt dir ein?

Du brichst am Ende noch ein Bein,

mit deinem fetten Ranzen !

Die Gans, die stolpert über`n Stein

und purzelt hin und bricht ein Bein.

Da war vorbei das Tanzen.

So muß es kommen, Jungfer Gans,

das Tanzen ist nicht Jedermanns,

laß künftig andre tanzen

Hoffmann von Fallersleben, 1858

Haussperling – Feldsperling

Haussperling oder Spatz, jeder kennt ihn. Kein anderer Vogel ist dem Menschen so nah, wie der Haussperling. „Du kleiner Spatz“, sagt die Mutter zum Kind, „du hast ja ein Spatzenhirn“, schimpft der Lehrer, „du ißt, wie ein Spatz“, alles Hinweise, wie eng das Verhältnis zu dem kleinen Vogel geworden ist. Im Vergleich wird er herangezogen, wenn man erklären will, wie groß ein anderer Vogel ist, den man gesehen hat.

Der Haussperling, oder in der Fachsprache Passer domesticus, war so zahlreich überall verbreitet, dass jeder ihn kennt. Heute ist das leider nicht mehr ganz so, weil der Bestand leicht rückläufig ist. Neubauten, oder fachmännische Wärmeisolationen lassen keine Lücken mehr im Gemäuer der Gebäude. Die Nistmöglichkeiten an Häusern sind bedeutend weniger geworden. Hecken und Büsche werden regelmäßig vom Gartenbaubetrieb geschnitten und in Form gebracht.

So hat der Sperling es sich überlegt und in einigen Bereichen seine Tasche gepackt, um in bewohnbarere Gebiete umzuziehen. Dennoch hüpft er in den Sommermonaten noch immer gerne auf die Tische der Restaurantgäste um ein paar Stückchen vom Kuchen abzubekommen.

Eigentlich ist er ja ein Körner- und Samenfresser. Die Jungvögel, 4 – 6 an der Zahl, erhalten aber zunächst Raupen und anderes Kleingetier um Kraft zu schöpfen. In Eheangelegenheiten kann der Haussperling dem Menschen ein Vorbild sein. Er bleibt in den drei Jahren seiner Lebenserwartung dem Partner treu.

Der männliche Haussperling unterscheidet sich vom Weibchen durch einen braun gesäumten Scheitel und einem hellen Wangenfleck. Der schwarze „Latz“ läßt einen glauben machen, er wolle jeden Moment zu Tisch bitten. Seine Angetraute bleibt einem schlichten, unscheinbaren, braungrauen Outfit treu.

Haussperling

Haussperling – Feldsperling – Unterscheidung

Beim Verwandten, dem Feldsperling, sind Männchen und Weibchen kaum zu unterscheiden. Er ist auch bedeutend scheuer und nicht so an den Menschen angepasst. Der Feldsperling liebt die dörflichen Landschaften.

Im Unterschied zum Haussperling, hat der Feldsperling in dem weißen Wangenfleck noch einen deutlichen schwarzen Fleck. Von der Ferne könnte man meinen, er hätte einen Kopfhörer auf. Der Feldsperling lebt in Hecken und Büschen am Ortsrand und Feldrain.

Wenn wir früher verdreckt vom Spielen nach Hause kamen, lächelte Mutter oft und tadelte: „ihr seht aus wie die Dreckspatzen“. Dieser Ausspruch leitet sich vom Sand- oder Staubbad ab. Eine Eigenart, die der Sperling gerne und häufig nutzt und man kann ihn dann, meist in kleinen Gruppen, gut dabei beobachten.

Mit dem Bad befreit sich der Vogel von Parasiten. Anschließend hockt er, mit in den Nacken gestreckten Kopf und ausgebreiteten Flügen, im Gras und lässt sich von der Sonne bescheinen. Das gibt den Parasiten dann den Rest.

Wer dem Sperling etwas Gutes tun will legt in seinem Garten eine kleine Senke von etwa 30 cm Tiefe an und füllt ihn mit Quarzsand. Schon bald werden sich einige Spatzen darin einfinden. Das Sand- oder Staubbad ist auch bei Greifvögeln, wie dem Turmfalken, beliebt. Nistkastenhilfen für den Sperling kann man im Handel erwerben, oder auch eine Bauanleitung beim NABU im PDF Format herunterladen.

Wer eventuell einen heruntergeschnittenen Baum im Garten hat und diesen mit Efeu bewachsen lässt, schafft so einen natürlichen Platz für den Haussperling.

Haussperling – das Gedicht

Dem Nistplatz des Sperlings hat sich auch Wilhelm Busch in einem Gedicht gewidmet :

es grünte allenthalben

Der Frühling wurde wach,

bald flogen auch die Schwalben

hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich

und bauten außerdem

am Giebel rund und niedlich

ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche

sich redlich abgequält,

hat nur am Eingangsloche

ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,

die Wohnung in Besitz.

Jetzt hängt ein Strohgeklüngel

hervor aus ihrem Schlitz

Nicht schön, ist dies Gebaren

und wenig ehrenwert,

von einem der seit Jahren,

mit Menschen viel verkehrt.

Wilhelm Busch

Der Name des Sperling begründet sich aus dem althochdeutschen Wort „spar“, was soviel bedeutet wie „zappeln“. Ein Hinweis auf die hüpfenden Bewegungen des Haussperling, bei der Futtersuche am Boden.

Was der kleine Vogel den Menschen wert sein sollte, zeigt sich an einem Ereignis in den Zeiten Mao Zedongs in China. Weil man glaubte der Vogel würde der Ernte schaden, weil er die Körner wegpickte, wurde der Sperling in einer großen Aktion ausgerottet. Die Folge war eine Hungersnot die 30 Millionen Menschen betraf.

Ich denke den richtigen Schlußsatz für diesen Artikel bildet der Ausspruch : „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“ Das bedeutet nicht weniger, als sich mit dem Einfachen, Erreichbaren zufrieden zu geben, als dem Wertvollen, aber Unerreichbaren nachzueifern.

Eichelhäher

Eichelhäher – carrulus glandarius – einer der auffälligsten Vögel aus der Familie der Rabenvögel. Er fällt durch seine blau-schwarz gestreiften Federn am Flügel sofort auf, wenn er sich denn blicken läßt. Der Vogel ist nämlich sehr scheu.

Im Flug sieht es so aus als würde er sich rudernd fortbewegen. Sein kräftiger, lauter Ruf warnt schon früh die Bewohner des Waldes vor Gefahr. Deshalb wird der Eichelhäher auch „Wächter des Waldes“ genannt.

Männchen und Weibchen sind kaum auseinander zu halten. Das Männchen ist wohl etwas kräftiger. Saisonal leben die Paare monogam. Die Nester bauen sie im Geäst der Sträucher und Bäume. Bevorzugt sind Laub- und Mischwälder, aber auch Parks mit altem Baumbestand. 5-8 Eier legt das Weibchen im Nest ab.

Eichelhäher – Nachwuchs

Die braun gesprenkelten Eier werden 17 Tage gemeinsam bebrütet. Die zunächst nackten Jungen sind Nesthocker und werden von beiden Elternteilen gefüttert. Auch wenn die Jungen nach 20 Tagen das Nest verlassen, werden sie noch von den Altvögeln versorgt. Ein Eichelhäher kann bis zu 17 Jahre alt werden. Der Vogel gilt als Standvogel – oder Nahzieher. Vögel aus dem Norden überwintern in Mitteleuropa.

Die Nahrung besteht in erster Linie aus pflanzlicher Kost. Weil er aber auch Insekten und deren Larven, Mäuse und hin und wieder auch Nestlinge anderer Vogelarten frisst, gilt er als Allesfresser.

Gärtner haben den Vogel gerne in ihrer Nähe, weil er Aas frisst und auch Hausmüll nicht ausschlägt. Eichelhäher die in der Nähe von Gartenanlagen aufwachsen, sind auch weniger scheu.

Eichelhäher – Nahrung

Die Nahrung, bevorzugt Eicheln, transportiert er in einem Kehlsack. Das nutzt er um einen Wintervorrat zu verstecken, wobei er allerdings, ähnlich dem Eichhörnchen, vergisst wo er ihn versteckt hat. Auf diese Weise hilft er den Baumbestand zu regenerieren. Weil er die Samen einzeln und in Gruppen versteckt, entstehen neue Bäume, die gut für den Bestand sind und ihm selbst neue Nistmöglichkeiten schaffen,

Hähertisch und Waldpflege

Nach dem Sturm „Kyrill“ im Jahre 2007 hat sich im Bergischen Land der Revierleiter des Staatswald Eckenhagen, Daniel Müller-Habbel, diese Eigenart des Eichelhähers zu Nutzen gemacht. Auf den, durch den Sturm entstandenen Freiflächen, hat er „Hähertische“ angelegt. Kinder aus der Umgebung sammelten Eicheln und Bucheckern, die dort für den Vogel ausgelegt wurden.

600 Kilogramm kamen zusammen, die der Häher gerne annahm und versteckte. Eine interessante Beobachtung war ein schöner Nebeneffekt. Der Revierleiter konnte sehen, dass der Eichelhäher zwischen guten und schlechten Samen auswählte und nur die „guten“ mitnahm. die „schlechten“ blieben liegen.

Neben dem Eichelhäher sorgen auch das Eichhörnchen und der Tannenhäher, sowie andere Nager durch die Vorratsspeicherung für den Waldbestand.

Der Imitator

Eichelhäher sind sehr klug und geschickt. Er ist in der Lage die Stimme anderer Vogelarten zu imitieren. So auch den miauenden Ton des Bussard. Wenn wir also in der Natur einmal einen Bussard rufen hören, ihn aber nicht ausfindig machen können, könnte es durchaus ein Eichelhäher gewesen sein, der uns da auf den Arm genommen hat. Auch die Stimmen der Meisen beherrscht er hervorragend.

Oft kann man beobachten das der Eichelhäher mit weit auseinandergefalteten Flügeln und gespreiztem Schwanz auf Ameisenhügeln hockt. Dabei wirft er sich sogar einzelne Ameisen über den Körper. Mit Hilfe des Giftes der Ameisen hält er sich so Parasiten vom Leib.

Das Umweltmagazin „Proceedings of National Academy of Science“ berichtet von Beobachtungen von Forschern. Das Eichelhähermännchen beobachtet über einen längeren Zeitraum die Freßgewohnheiten eines Weibchen, um zu sehen welche Speise sie bevorzugt. Dann wartet er ihr mit genau diesem Fressen auf, um ihr zu imponieren.

Der schöne Vogel hat im Volksmund viele Namen. Der evangelische Geistliche und Biologe Otto Kleinschmidt (1870 – 1954) hat 58 Namen festgestellt, wie zum Beispiel : Holzhäher, Spiegelhäher, Nussert, Eichelrabe, Eichelkrähe, Holzschreier und Markwart. Markwart heißt er auch in der Fabel und bei dem Dichter Hermann Löns.

Eichelhäher im Jagdrecht

Der Bericht zeigt das wir es beim Eichelhäher mit einem besonderen Vogel zu tun haben. Wohl auch seiner Kleverness ist es zu verdanken, dass die Art nicht gefährdet ist, obwohl er noch im Jagdrecht zu finden ist. Neben der Elster und der Rabenkrähe steht er in der Liste der jagdbaren Arten in NRW. Allerdings ist er als ganzjährig geschont eingetragen. Es liegt im Ermessen der Jagdbehörde ob in einem besonderen Fall der Schutz aufgehoben wird.

In NRW brüten etwa 71.000 Eichelhäherpaare.

Social Share Buttons and Icons powered by Ultimatelysocial