Großer Brachvogel

Großer Brachvogel im Wattenmeer: Den beeindruckenden Vogel auf seiner Rast konnten wir Im Watt vor Borkum beobachten.

Das Wattenmeer, ein einzigartiges Ökosystem entlang der Nordseeküste, zieht jedes Jahr eine Vielzahl von Vogelarten an, die hier Rast machen, brüten oder überwintern. Einer der faszinierendsten Bewohner dieses Gebiets ist der Große Brachvogel, auch als Numenius arquata bekannt. Mit seinem charakteristischen Aussehen und Verhalten ist der Große Brachvogel ein Highlight für Vogelbeobachter und Naturliebhaber.

Ein Blick auf den Großen Brachvogel

es handelt sich um einen großen Watvogel mit einer länge von 50 – 60 cm, der vor allem durch sein auffälliges Aussehen auffällt. Mit einer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu einem Meter und seinem langen, gebogenen Schnabel ist er leicht zu erkennen. Die Färbung seines Gefieders variiert von hellbraun bis grau mit markanten schwarzen und weißen Streifen auf dem Kopf und Hals. Sein Erscheinungsbild imitiert die Farben und Muster des Wattenmeers, was ihn zu einem Meister der Tarnung macht.

Die Reise des Großen Brachvogels

Der Große Brachvogel ist ein Zugvogel, der weite Strecken zurücklegt. Während des Sommers brüten diese Vögel in den nordischen Regionen Europas und Asiens. Im Herbst machen sie sich auf den Weg in ihre Überwinterungsgebiete, wobei das Wattenmeer eine wichtige Station auf ihrer Reise ist. Die Vögel Irlands und Großbritanniens sind tilweise sogar Standvögel.

Das Wattenmeer ist ein entscheidender Rastplatz für den Großen Brachvogel, da es reich an Nahrungsquellen ist. Diese Vögel ernähren sich hauptsächlich von Weichtieren, Würmern und Insekten, die sie im schlammigen Boden des Wattbodens finden. Ihr langer Schnabel ist perfekt angepasst, um Beute aus dem Boden zu ziehen.

Die Bedeutung des Wattenmeers

Das Wattenmeer ist eines der größten und bedeutendsten Feuchtgebiete der Welt. Es erstreckt sich von den Niederlanden bis nach Dänemark und bietet eine einzigartige Umgebung für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Die Gezeiten des Wattenmeers schaffen abwechslungsreiche Lebensräume, die von zahlreichen Vogelarten, einschließlich des Großen Brachvogels, genutzt werden.

Die Region steht unter Naturschutz und ist ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die Erhaltung des Wattenmeers ist von entscheidender Bedeutung, da es nicht nur ein wichtiger Ort für Zugvögel ist, sondern auch für die Artenvielfalt und den Schutz der Küstengebiete von großer Bedeutung ist.

Die Herausforderungen für den Großen Brachvogel

Der Große Brachvogel steht vor Herausforderungen was seinen Lebensraum betrifft. Die Zerstörung von Feuchtgebieten, der Klimawandel und menschliche Aktivitäten wie Tourismus und Schiffsverkehr können den Lebensraum des Großen Brachvogels gefährden. Bedingt durch den Klimawandel wird sich sein Lebensraum weiter in den Norden verschieben. Um diese Vögel zu schützen, sind Maßnahmen zur Erhaltung des Wattenmeers und seiner Ökosysteme unerlässlich. In der roten Liste der Brutvögel gilt der große Brachvogel als „vom Aussterben bedroht“.

Die Freude der Vogelbeobachter

Für Vogelbeobachter und Naturliebhaber ist die Zeit, in der der Große Brachvogel im Wattenmeer zu sehen ist, eine aufregende Sache. Das Beobachten dieser majestätischen Vögel in ihrer natürlichen Umgebung ist ein Erlebnis, das sowohl die Schönheit der Natur als auch die Notwendigkeit des Naturschutzes verdeutlicht.

Der Vogel ein beeindruckender Bewohner des Wattenmeers und ein Symbol für die einzigartige Artenvielfalt und Schönheit dieses besonderen Ökosystems. Die Erhaltung dieses Lebensraums ist entscheidend, um sicherzustellen, dass zukünftige Generationen die Gelegenheit haben, diesen erstaunlichen Vogel und viele andere Schätze des Wattenmeers zu bewundern.

Pfuhlschnepfe

Pfuhlschnepfe – auf den Spuren einer besonderen Art: Eine Begegnung im Wattenmeer vor Borkum

Das Wattenmeer vor Borkum, einer der ostfriesischen Inseln in der Nordsee, ist ein faszinierender Lebensraum, der von einer Vielzahl von Vogelarten als Rastplatz und Brutgebiet genutzt wird. Einer der bemerkenswertesten Vögel, die man hier antreffen kann, ist die Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica). Mit ihrem beeindruckenden Erscheinungsbild und ihrem faszinierenden Verhalten, zieht sie Vogelbeobachter aus der ganzen Welt an. Ich konnte sie im Süden der Insel, in der Nähe des Yachthahfens, beobachten. Die Ebbe war schon etwas fortgeschritten und nun suchte sie mit ihrem langen Schnabel das Watt nach Nahrung ab.

Die Pfuhlschnepfe ist ein mittelgroßer Watvogel, der sich durch seine charakteristische Gestalt auszeichnet. Sie ist etwa 35 bis 40 Zentimeter groß und hat einen auffällig langen, leicht nach oben gebogenen Schnabel. Ihr Federkleid ist in verschiedenen Brauntönen gehalten, was sie gut in der schlickigen Umgebung des Wattes tarnt. Doch der auffälligste Teil ihres Erscheinungsbildes sind ihre markanten weißen Flügelstreifen, die sich deutlich abheben und sie von anderen Watvögeln unterscheiden. Die Größe entspricht etwa der des Austernfischers.

Die Pfuhlschnepfe ist ein Zugvogel, der weite Strecken zurücklegt. Den Langstreckenflug im Non-Stop-Flug von Alaska bis Neuseeland hält eine weibliche Pfuhlschnepfe. In sieben Tage legte sie 11.500 km zurück. Ein besenderter Vogel erbrachte dieses Ergebnis. Während des Sommers brüten sie in den arktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas, bevor sie im Herbst auf lange Reisen gehen, die sie bis nach Afrika und Australien führen können. Vor Borkum machen sie oft Halt, um sich für die weiteren Flugstrecken zu stärken.

Beim Beobachten dieser faszinierenden Vögel im Wattenmeer vor Borkum fällt auf, wie geschickt sie sich an die Gezeiten und den Lebensraum angepasst haben. Die Pfuhlschnepfen durchstöbern den schlammigen Boden des Wattenmeers nach Nahrung, wobei sie vor allem Weichtiere wie Würmer und Muscheln bevorzugen. Mit ihrem langen Schnabel stoßen sie immer wieder in den schlammigen Boden, um ihre Beute zu finden. Dieses Verhalten kann faszinierend sein, da die Pfuhlschnepfen ihre Schnäbel oft tief in den Schlamm eintauchen, um an ihre Nahrung zu gelangen.

Das Wattenmeer vor Borkum bietet den Pfuhlschnepfen auch einen wichtigen Lebensraum, um sich auszuruhen und Energie zu tanken. Diese Vögel sind oft in großen Gruppen anzutreffen, und ihre charakteristischen Rufe füllen die Luft. Dabei handelt es sich um ein tiefes, trompetenähnliches „Tu-tu“ oder „Tu-ru“, das sowohl im Flug als auch beim Futtersuchen zu hören ist.

Die Pfuhlschnepfe ist auch ein Symbol für die Bedeutung des Wattenmeers als Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Dieses einzigartige Ökosystem ist von großer ökologischer Bedeutung und bietet nicht nur Vögeln wie der Pfuhlschnepfe Schutz und Nahrung, sondern auch vielen anderen Arten.

Die Begegnung mit der Pfuhlschnepfe im Wattenmeer vor Borkum war zweifellos ein besonderes Erlebnis. Diese Vögel, die im Einklang mit den Gezeiten und den natürlichen Rhythmen des Wattes leben, erinnern uns an die Wunder der Natur und die Notwendigkeit, solche empfindlichen Lebensräume zu schützen. Die Pfuhlschnepfe ist ein faszinierendes Beispiel für die Schönheit und Vielfalt der Vogelwelt, die das Wattenmeer bereichert. Deshalb ist die geplante Thermobohrung mit Vorsicht zu betrachten. Es bracuht eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung, ob dadurch nicht das Wattenmeer als Ökosystem gefährdet wird.

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Vogelgrippe – Katastrophe an der Küste

Vogelgrippe – Katastrophe an der Küste – Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung bezeichnet die Situation im Wattenmeer als „grauenhaft“. So berichtet die WAZ in der Ausgabe vom 24.09.22. Tausende Vögel sind durch die Vogelgrippe umgekommen. Die kleine Vogelinsel Minsener Oog, die den ostfriesischen Inseln Wangerooge und Schillig zwischengelagert ist, ist besonders schwer betroffen. Bei den dort brütenden Brandseeschwalben sind 60 Prozent der Elterntiere verendet. Dadurch sind die Jungtiere verhungert oder selbst am Virus gestorben. Nahezu die gesamte Brut des Jahres ist verloren.

Vogelgrippe

Die Brandseeschwalbe stand lange auf der Liste der bedrohten Arten, hatte sich aber im Bestand so weit erholt, dass sie von der Liste gestrichen wurde. Durch die Vogelgrippe wird sie jetzt wohl wieder als gefährdet eingestuft werden müssen.

Besonders tragisch kann die Situation im Wattenmeer jetzt durch die beginnenden Winterflüge der Zugvögel werden. Millionen Zugvögel rasten in dieser Zeit im Wattenmeer. Die Katastrophe an der Küste ist abzusehen.

Vogelgrippe – für den Menschen eine Gefahr ?

Eine Übertragung des Vogelgrippe Virus auf den Menschen ist zwar möglich, aber das Virus ist nicht sehr infektiös und somit eher selten festgestellt. Menschen können bei intensivem und langem Kontakt mit toten Tieren oder starkem Kontakt mit dem Influenza A-Virus erkranken, in Asien sind bisher zwei Menschen an der Geflügelpest, einer besonders schweren Art der Vogelgrippe, verstorben.

Die Vogelgrippe, Influenza A-Viren, gehören zu den Zoonosen. So bezeichnet man Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können.

Für Vögel ist das Virus aber extrem ansteckend und tödlich, weshalb der Einflug von Millionen Zugvögeln in das Wattenmeer in den kommenden Monaten so unsagbar gefährlich ist. Außerdem wird das Virus durch die Zugvögel weithin verbreitet.

In Greifswald wurden zehntausende tote Vögel gefunden. An der Ostsee sind vor allem Kormorane und Lachmöwen betroffen. An der Nordsee die Seeschwalben und Hochseevögel. Große Angst hat man daher auf der Hochseeinsel Helgoland. Sollte der Bestand der nur dort vorkommenden Basstölpel infiziert werden, könnte das das Aus für diese Vogelart in Deutschland bedeuten.

Loopdeelenweg Borkum- die Entdeckung

Loopdeelenweg Borkum – Loopdeelenweg heißt der Hozbohlenpfad auf unserer Lieblingsinsel Borkum. Dieser Pfad wurde 2021 eröffnet und ist daher für uns auch eine neue Entdeckung. Mit dem 650 Meter langen Weg hat man die Möglichkeit geschaffen die Insel Küstennah zu umrunden. Das war allerdings nicht unser Begehr, da wir zu Fuß unterwegs sind und dann knapp 30 Kilometer doch etwas zu viel sind. Für Radfahrer ist es durchaus an einem Tag zu schaffen.

Loopdeelenweg

Mit dem Loopdeelenweg wurde die „Ronde Plate“ erschlossen. Am Ostrand der „Greunen Stee“, über die ich bereits im Urlaubsbericht Borkum2015 berichtet habe, befindet sich das Naturschutzgebiet „Ronde Plate“. Wir wandern also durch die Greune Stee und an der Stelle, wo damals unsere Runde in Richtung „Kugelbake“ abzweigte, gehen wir nun weiter geradeaus und erreichen den „Loopdeelenweg Dünenkamm RondePlate„.

Vor uns öffnet sich eine völlig andere Landschaft. Man könnte glauben, sich dem Ostland der Insel zu nähern. Auch hier blicken wir auf ein Feuchtgebiet mit Salzwiesen. Ähnlich faszinierend wie die Salzwiesen im Ostland, mit dem Queller, Strandnelken und der Salzmelde. Siehe Reisebericht Borkum 2018.

Loopdeelenweg

Sicher gibt es hier zur entsprechenden Jahreszeit die idealen Beobachtungsmöglichkeiten für den Ornithologen und den Tier- und Vogelfotografen. Jetzt hört man zwar viele Vögel, wie die Rohrammer und den Austernfischer, aber der hohe Wuchs des Strandhafers und anderer Pflanzen, verhindert die Sicht auf die Tiere. Wir sehen Brandgänse, Stock- und Schnatterenten und hoch am Himmel kreist eine Weihe. Rotschenkel, Teichrohrsänger, Sumpfrohreule, Korn- und Rohrweihe haben hier ihr zu Hause. Sicher gibt es auch Rohrsänger. Einen Drosselrohrsänger konnte ich in den Gewässern der Hoppheide entdecken. Dennoch zieht die fantastische Landschaft uns völlig in ihren Bann.

Loopdeelenweg

Loopdeelenweg – Naturdenkmal Borkumer Dünen

Das Naturdenkmal Borkumer Dünen des DBU, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, hat hier mit finanzieller Unterstützung einen tollen Beitrag für den Naturschutz erbracht und man kann froh sein, so eine Landschaft auch besuchen zu können. Kritiker meinen zwar das die Natur durch die Öffnung für Radler und Fußgänger gestört würde, aber es werden nun Schäden verhindert, die Fußgänger durch das Niedertreten verursachten. Sie gingen von den Wegen im Naturschutzgebiet ab und zertraten die Nester von Bodenbrütern, wie dem Sandregenpfeifer, der hier noch mit 13 Brutpaaren lebt.

Weiter führt uns der Weg über die Holzplanken in Richtung Küste und schließlich kommen wir zu schwarzen Deich. Von hier aus sehen wir in der Ferne bereits den Südstrand von Borkum. Weil der Wind so kräftig über den Deich pfeift, wandern wir lieber wieder durch die Greune Stee, an der Kugelbake vorbei, in Richtung Ausgangspunkt.

Geiskraut
Loopdeelenweg -Jakobskrautbär
Jakobskrautbär

Jakobskrautbär in der Greunen Stee

Auch in dem „Krüppelwäldchen“ gibt es viel zu sehen. Ich nutze die App „PlantNet“ um die mir zum großen Teil unbekannten Pflanzen bestimmen zu können. So erfahre ich auch vom Greiskraut. Dieses Kraut kommt nicht mehr häufig vor, weil es stets vorzeitig entnommen wird.

Vom Greiskraut geht eine erhebliche Gefahr für grasendes Nutzvieh und für Weidetiere aus. In größeren Mengen gefressen, wirkt das Gift der Pflanze tödlich. Hier entdecke ich den Jakobskrautbär. Ein Falter der seinen Namen daher hat, dass er das Geiskraut mit Vorliebe frisst. Weil er dadurch auch das Gift an Fressfeinde weitergeben kann, bleibt er von diesen meistens verschont. Schon seine Färbung bedeutet so viel wie „ich bin ungenießbar.“

So erreichen wir bald wieder unseren Ausgangspunkt und sind froh die 15 Kilometer mit dem Loopdeelenweg gemacht zu haben.

Seehunde – Kegelrobben und Eiderenten

Es gibt noch eine Veränderung gegenüber der Vorjahre am Strand. Die Seehundbank, die früher mit dem Pferdegespann angefahren wurde, hat sich verschoben. Nun kann man die Tiere mit einem Tele oder Fernglas auch vom Strand aus beobachten. Träge räkeln sie sich in der wärmenden Sonne. Übrigens gehören beide Arten, Seehunde und Kegelrobben, zu den Robben. Der Seehund, mit dem eher kugelförmigen Kopf ist kleiner als die Kegelrobbe. Diese hat ihren Namen daher, dass der Kopf in der Form an einen Kegel erinnert.

Bei Ebbe konnte ich auf einer anderen Sandbank eine Kolonie Eiderenten beobachten. Im vorgelagerten Priel tauchte dort plötzlich der Kopf einer Kegelrobbe auf. Längere Zeit tauchte sie immer wieder auf, bis sie schließlich den Zugang zum offenen Meer fand. Weil die Gefahr besteht, dass einige unbedarfte Touristen sich auf den Weg zu den Robben machen, die bei Ebbe gut zu erreichen sind, wurden nun Verbotsschilder aufgestellt, die die Annäherung an die Tiere verbieten. Hoffen wir mal das es was nutzt. Im Folgenden zeige ich noch einige Bilder von unserem diesjährigen Urlaub auf der wunderschönen Insel Borkum.

Ostsee – Nordsee – die ungleichen Meere

Ostsee – Nordsee – Traumstrände an Deutschlands Küsten. Aber auch Traum-Meere ? Die Nordsee, mit Verbindung zum Atlantischen Ozean, ist ein salzhaltiges offenes Meer mit der Tide, die eine einzigartige Naturlandschaft geprägt hat, das Wattenmeer. Das Klima wird vom Golfstrom geprägt. Der Wasseraustausch mit dem Ozean sorgt für einen Salzgehalt der Nordsee von etwa 3 Prozent. Das heißt in einem Liter Meerwasser sind 30 Gramm Salz gelöst. Der Salzgehalt des Ozeans beträgt 3,5 Prozent. Durch Süßwasser – Zufluss aus den Flüssen liegt er in der Nordsee etwas darunter.

Die der Küste vorgelagerten Inseln tragen dazu bei, dass das Weltnaturerbe und Naturschutzgebiet „Wattenmeer“ entlang der niederländischen, deutschen und dänischen Küste entstanden ist. Millionen Vogel-Arten nutzen das Wattenmeer als Rastplatz auf dem Weg zu den Winterquartieren. Tausende finden hier ihre Brutplätze. Flora und Faune sind intakt. Das Wattenmeer ist ein großer fruchtbarer Platz für Fische, Vögel und sogar für Meeressäugetiere.

Ostsee - Kap Arkona
Kap Arkona

Ostsee – das Binnenmeer ohne Tide

Vor Dänemark gibt es einige schmale Verbindungen zum Binnenmeer – der Ostsee. Der große Unterschied zur Nordsee ist der fehlende Salzgehalt und die fehlende Tide. Nur wenig Salzwasser dringt durch die engen Verbindungen. An der Schleswig – Holsteinischen Küste liegt der Salzgehalt der Ostsee noch etwas über 1,5 Prozent. Diese Zahl sinkt, je weiter man nach Osten kommt. Viele Flüsse münden in das Binnenmeer und das schwerere Salzwasser sackt in die Bodensenken der Ostsee ab. Dort wird es vom leichteren Süßwasser überlagert.

Es findet kein Wasseraustausch statt. Sauerstoff wird nicht gebildet. Bei besonderen Wetterlagen kommt es selten, immer seltener durch den Klimawandel, zu einer vermehrten Zufuhr von Salzwasser aus der Nordsee in die Ostsee. Dann können sich die „Totzonen“ durch einen geringen Wasseraustausch etwas erholen.

Auf Grund des fehlenden Sauerstoffs wird die Artenvielfalt in der Ostsee immer weniger. Algen zehren den kleinen Rest von Sauerstoff auf. Durch überdüngte landwirtschaftliche Flächen der angrenzenden Länder, geraten immer mehr Düngemittel über die Flüsse in die Ostsee. Schädliche Algen wachsen immer stärker und entziehen dem Meer bei ihrem Absterben den restlichen Sauerstoff, ohne den die anderen Organismen nicht leben können. Tiere und Pflanzen sterben aus. Die Totzonen der Ostsee, wo keinerlei leben mehr möglich ist, haben bereits ein riesiges Ausmaß angenommen. Das Umweltbundesamt berichtet von drei großen Totzonen in der Ostsee, mit einer Fläche von 84.000 Quadratkilometern. Die Ostsee hat eine Gesamtfläche von 377.000 Quadratkilometern. Erschreckende Zahlen.

Dennoch begeistert das Binnenmeer mit wunderschönen Stränden, herrlichen Steilküsten und den Boddenlandschaften. Bei all der Schönheit dürfen wir aber nicht die Gefahr außer Acht lassen, die sich auf dem Meeresgrund abspielt. Wenn wir die Katastrophe in der Ostsee verhindern wollen, muss der Schaden der durch Menschen verursacht wird abgewendet werden. Die Landwirtschaft darf nicht weiter die Flüsse und damit die Ostsee vergiften. Überdüngung muss dringend gestoppt werden. Aber auch die Wirtschaft sollte beginnen nachzudenken. Was nutzt der Tourismus, wenn das Meer stirbt. Nur damit die Anreise bequemer und etwas kürzer wird sollte man keinen Tunnel unter die Ostsee bauen. Der Fehmarn-Belt-Tunnel wäre/ist eine Katastrophe für die Ostsee.

Der Tunnel soll durch ein Meeresschutzgebiet gebaut werden indem es noch Riffe und Sandbänke gibt, wo noch Leben existiert. Millionen Tonnen Meeresboden müssen ausgebaggert werden und riesige Betonteile eingesetzt werden. Die letzten Schweinswale, die es dort heute noch gibt, werden dann wohl verschwunden sein.

Quellen: Umweltbundesamt, NABU

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