Das grüne Band

Das Grüne Band ist ein bedeutendes Naturschutzprojekt in Deutschland, das entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft. Die Einzigartigkeit besteht darin, dass es ein durchgehendes Gebiet ist, wie es vielfach von Naturschützern in anderen Regionen gewünscht wird.

Die Heinz Sielmann-Stiftung versucht seit langem durch Zukäufe ihre Naturlandschaften immer mehr zu verbinden. Das Grüne Band erstreckt sich über eine Länge von rund 1.400 Kilometern und umfasst eine Vielzahl von Lebensräumen, darunter Wälder, Wiesen, Feuchtgebiete und Flüsse. Das Band ist der längste durchgehende Biotopverbund Deutschlands. Es fungiert als wichtiger Korridor für die Biodiversität und den Artenschutz aus mehreren Gründen: 

Naturschutzbund – Mureck au-Limberger

Lebensraum für bedrohte Arten: Es ist ein Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Aufgrund seiner Größe und Vielfalt bietet es die Möglichkeit für verschiedene Arten, zu überleben und sich zu verbreiten, insbesondere für solche, die spezielle Lebensraumanforderungen haben. 

Rückzugsort für wandernde Arten: Das Grüne Band stellt eine wichtige Durchgangsroute für wandernde Tierarten dar. Viele Tiere, wie Vögel und Säugetiere, nutzen das Band als Korridor, um zwischen verschiedenen Lebensräumen zu wandern und Nahrungs- sowie Brutgebiete zu finden. 

Erhaltung der genetischen Vielfalt: Durch die Verbindung von verschiedenen Lebensräumen ermöglicht das Grüne Band den Austausch von genetischem Material zwischen isolierten Populationen. Dies ist entscheidend für die langfristige Erhaltung der genetischen Vielfalt und die Anpassungsfähigkeit von Arten an veränderte Umweltbedingungen. 

Klimawandelanpassung: Angesichts des Klimawandels ist es besonders wichtig, dass Arten sich an neue Lebensbedingungen anpassen können. Das Grüne Band stellt eine wichtige Infrastruktur dar, die es Arten ermöglicht, sich in Reaktion auf den Klimawandel zu verschieben und neue Lebensräume zu erschließen. 

Das Grüne Band ist von großer Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland. Es bildet ein Netzwerk von Lebensräumen, das verschiedene Ökosysteme miteinander verbindet und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leistet. Durch den Schutz und die Pflege des Grünen Bandes können bedrohte Arten sowie die natürlichen Lebensräume nachhaltig geschützt und gefördert werden. 

Deutschland hat das Grüne Band als UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen. So könnte aus dem ehemaligen Todesstreifen ein weltweit bedeutendes Naturerbe werden.

Das grüne Band
Naturschutzbund – Alexander Schneider

Fotos zum Grünen Band sind auch beim Naturschutzbund zu sehen

Nettetal – der De Wittsee

Nettetal – der De Wittsee gehört zu den schönsten Naturschutzgebieten, die wir bisher besucht haben. Der See ist in zwei Teile aufgesplittert, sie sind durch einen scmalen Damm getrennt. Zum einen der Naturschutzbereich und zum anderen der Bereich für Sport und Freizeitaktivitäten.

Unser Parkplatz befindet sich in der Nähe des Café Wittsee, Von dort geht es am Ufer des Sees in Richtung Beobachtungsturm. Ein Zaunkönig sitzt auf einem blattlosen Strauch und zwitschert uns eine Begrüßung entgegen. Weil ich das 600er Tele auf der Kamera habe, kann ich ihn leider nicht ablichten, so nahe ist er uns.

Das Schilf steht jetzt im April noch nicht so hoch, wie bei unseren früheren Besuchen an der Nette und in Nettetal und man hat einen guten Blick auf die Wasser- und Schilfflächen, die ideal für die Brut- und Nistvögel sind. Im Schilfgütel links von uns entdecke ich eine Graugans im Nest mit ihren wohl erst kürzlich gechlüpften Küken. Der Flaum ist noch im Nest und offensichtlich benötigen die Kleinen noch die Körperwärme der Mutter. Der stolze Vater sieht vom Wasser aus zu und passt akribisch auf seine kleine Familie auf.

Nettetal - Graugänse
Graugans

Gegenüber, im Lauf der Nette, schwimmt bereits eine Graugans mit ihren Küken im Wasser. Auch ihr sieht man den Stolz auf den Nachwuchs deutlich an.

Nette - Graugans mit Küken
Graugans

Kurz vor dem Beobachtungsturm, der Teil des Rohrdommel-Projekts ist, leider habe ich noch keine zu sehen bekommen, brütet ein Schwan. Immer wieder fliegen Gänse mit großem Gezeter an uns vorbei. Jeder will jetzt sein Revier für die Familie beschützen.

Aus den hohen Bäumen gegnüber fliegt plötzlich eine Nilgans vom Baum in die Luft. Zwar habe ich schon gehört, dass Nilgänse ohne weiteres auch auf Bäumen sitzen, aber gesehen hatte ich es bisher noch nicht. Am Himmel kreist ein Rotmilan der Sonne entgegen und am Wasserrand entdecke ich einen Knäkenten – Erpel im Prachtkleid. Deutlich ist der weiße Streifen, der sich über den Kopf bis zur Rückenansatz zieht, zu sehen. Im Juni wird er sein Prachtkleid bereits wieder ablegen und sich kaum noch vom schlichten Weibchen unterscheiden.

Nettetal
Knäkenten-Erpel
Nettetal
Rotmilan

Auch Schnatterenten, Tafelenten und Krickenten sind zu sehen. Über die De Wittsee-Brücke machen wir uns auf den Weg zum Naturschutzhof Nettetal des NABU.

Wer sich in Nettetal aufhält, sollte unbedingt einen Besuch in diesem sehenswerten Areal einplanen. Gerade jetzt im April, blüht und sprießt es an allen Orten. Vögel zwitschern aus Büschen, aus Hecken und aus den Obstbäumen der Obst- und Blumenwiesen. Ein Turm mit Nistplätzen für Vögel und Insektenhotels sowie Plätze für die kleinen Säuger sind angelegt worden. Aus einem Teich hört man den Teichfrosch und nebenan sind Kräuter- Bauerngärten und eine Seefläche für den Eisvogel angelegt worde. Zwischen den Anlagen sind genügend Bänke und Tische für den Besucher als Ruhezonen aufgestellt worden.

Nistturm
Naschgarten
Nettetal
Teichfrosch

Im Bauerngarten ist der Gemüsegarten intgriert, mit Gemüse vom Niederrhein. Es duftet nach den Gewürzpflanzen. Eine Schafswiese und einen Apfelsortenlehrpfad kann man besuchen. Aus einem Baum pfeift uns der Buchfink entgegen und auf einem Ast, ganz oben an der Baumspitze hält sich ein Star fest.

Vor dem großen Insekten- und Bienen- Hummelhotel hocken zwei junge Frauen und versuchen eines der Insekten im Loch mit Licht und Makroobjektiv abzulichten. Kinder, mit kleinen Kameras bestückt, versuchen so viel wie möglich zu entdecken und zu knipsen. Schön wenn sich die Kinder so für die Natur interessieren können.

Star
Star

Auf dem Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt kreist noch ein Schwarzmilan und ein Mäusebussard über unseren Köpfen. Schließlich landen wir in dem schönen Biergarten neben der Minigolf- Anlage, nehmen ein Getränk zu uns und stärken uns mit einer Currywurst und Pommes.

Ein schöner Tag in herrlicher Natur und bei sonnigem Wetter geht zu Ende. Der De Wittsee und Nettetal werden uns sicherlich noch öfter sehen, schließlich ist es ja nur eine halbe Stunde mit dem Auto hierher.

Mäusebussard
Schwarzmilan
Buchfink
Buchfink
Nettetal
Buchfink
Graugans
Graugans
Nettetal
Kormoran
Nettetal
Schnatterente

Nationalparks und Naturschutzgebiete was ist der Unterschied ?

Nationalparks – sind Gebiete, die vor dem Eingriff des Menschen geschützt werden sollen. Der erste seiner Art war der Yellowstone Nationalpark. Die Natur soll in Nationalparks auch Natur sein dürfen. Der Mensch hat keinen Zugriff auf die natürliche Entwicklung in Nationalparks.

Deutsche Nationalparks

Zu den deutschen Nationalparks gehören der Bayerische Wald, Teile des Berchtesgadener Landes, der Nationalpark Schwarzwald, das untere Donautal, der Nationalpark Kellerwald – Edersee, Hunsrück Hochwald, der Harz, die sächsische Schweiz, Hunsrück Hochwald im Saarland, Müritz Nationalpark und in Rheinland Pfalz, der Nationalpark Hainich und das Niedersächsische Wattenmeer.

Menschen müssen sich in Nationalparks an genaue Regeln halten, wie zum Beispiel im Müritz Natioanalpark

Nationalparks und Naturschutzgebiete was ist der Unterschied
Stolberg

Das niedersächsische Wattenmeer

Das Niedersächsische Wattenmeer erfüllt auch noch die Kriterien anderer Schutzorganisationen. So gilt es als Biosphärenreservat der Vereinten Nationen, gehört zu den RAMSA Feuchtgebieten und zum FFH Schutzgebiet für Vogelschutz, Flora und Fauna Gebiet der EU.

Auf den Weg in die skandinavischen, kanadischen und sibirischen Brutgebiete machen 25 Zugvogelarten in den Wattflächen ihre Rast und weitere 30 Küstenvogelarten nutzen das Watt mit 100.000 Paaren als Brutgebiet.

Das Nationalparkgesetz von 1999 reguliert das Leben in den Nationalparks. Es gibt 2 Schutzzonen, die Zone 1 ist mit Ausnahmen, wie der Krabbenfischerei, der Natur belassen. Eine weitere Ausnahme existiert in dem Gebiet zwischen Sylt und Föhr.

Die Schutzzone 2, zu der auch das westlich von Sylt und Amrum gelegene Walschutzgebiet liegt, darf eingeschränkt vom Menschen genutzt werden.

Naturschutzgebiete

Natutschutzgebiete sollen bestimmte Tier- und Pflanzenarten erhalten, oder wieder herstellen. Die Flächen befinden sich häufig in privatem Besitz. Der Eigentümer muss nachdem das Gebiet zum Schutzgebiet ausgewiesen worden ist, Nutzungsbeschränkungen akzeptieren. Das ist häufig ein Streitpunkt bei der Holzwirtschaft.

In der Regel dürfen Spaziergänger in Naturschutzgebieten nur die ausgewiesenen Wege benutzen und dürfen diese nicht verlassen.

Das erste deutsche Naturschutzgebiet wurde 1935 das Neandertal bei Düsseldorf.

2008 existierten in Deutschland 8413 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 1.271.582 Hektar. Für den Erhalt der Arten ist diese Fläche nach Meinung von Experten noch deutlich zu klein.

Bislicher Insel

Bislicher Insel – ist der Name einer Region, die eigentlich gar keine Insel ist. Geprägt ist das Naturschutzgebiet durch den Altarm des Rheins. Es entstand durch Überflutungen eine der wenigen Auenlandschaften in Deutschland. Bekannt wurde die Bislicher Insel durch den Einflug der Wildgänse aus dem hohen Norden, die alljährlich die Flächen der Insel nahezu schwarz werden lassen. 25000 Gänse werden in den Wintermonaten als Überwinterungsgäste gezählt. Saatgänse, Graugänse, dazwischen einige Weißwangengänse und in hoher Zahl Blässgänse bilden den Hauptbestandteil der Gänsearten.

Bislicher Insel
Graugans

Die großen Weiden und Wasserflächen bieten den Tieren einen guten Schutz vor Prädatoren. Aber auch in den anderen Jahreszeiten lassen sich hier viele Tiere beobachten.

Bislicher Insel
Blässgans

Auenwald der Bislicher Insel

Der Auenwald besteht aus Pappeln, Erlen, Esche und Weiden. An den Gewässerrändern findet man Beobachtungshütten. Baumfalke, Schwarzmilan, Flußregenpfeifer und Rohrdommel sind zu beobachten. Der Eisvogel lauert auf seinem Ansitz auf Fisch und in der Nähe schwimmen Nil- Brand- und Zwerggans. Löffler und Silberreiher lassen sich auf den Freiflächen des 10,5 km² großen Naturschutzgebietes sehen.

Seeadler wird heimisch

Seeadler
Seeadler

Eine besondere Attraktion bescherte der Seeadler der Bislicher Insel. 2017 beobachtet man im Horst einer Pappel, in der Nähe der Straße zwei Seeadler, die erfolgreich brüteten. Auch 2018 und jetzt 2019 brüteten sie erfolgreich. in diesem Jahr konnten zwei Junge beringt und gesendert werden.

2004 wurden zwei Biberfamilien auf der Bislicher Insel angesiedelt und 2018 registrierte man bereits drei Biberburgen. Heute verzeichnet man am Niederrhein etwa dreißig Biberfamilien.

Für den auswärtigen Besucher empfiehlt sich der Parkplatz am Natur Forum des RVR Besucherzentrums. Auch hier lohnt eine Besuch der Ausstellung.

Watt – und Vogeljagd

Watt –  der Gezeitenrhytmus verändert die Grenzen von Meer und Küste ständig. Während bei Ebbe ein breites Stück Land wieder begehbar wird, ist das Gebiet zur Zeit der Flut ein Meeresboden. Der Raum der Gezeiten ist eine Welt im Wechsel von Land und Meer.

Die Region zwischen der Hochwasserlinie und der Niedrigwasserlinie bildet das Watt. Dieses besteht an unserer Küste aus einer Ablagerung von Sand und Schlick, dem Weichbodenwatt.

Vom  Flachwasserbereich bis zur offenen Nordsee, das ist die Grenze des Wassers mit einer 10-Meter Tiefenlinie, bezeichnet man als Wattenmeer.  Unterhalb der 10-Meter Tiefenlinie ist die Wellenaktion des Meeres kaum noch bemerkbar.

Das Wattenmeer belegt eine Fläche von etwa 7.500 km² – Das Watt belegt etwa 3.500 km² . 

Die Vogelwelt im Watt 

Das Watt bietet Wat-  und Wasservögeln einen enorm wichtigen Lebensraum. Besonders Gänse, Enten, Möwen und Seeschwalben sind hier vertreten. Natürlich auch die Limikolen wie Stelzenläufer, Strandläufer, Regenpfeifer und  der Austernfischer,  finden hier ideale Bedingungen.

Die Landschaft Wattenmeer bietet den Vögeln diverse Biotope als Brutgebiet, Rastgebiet oder Überwinterungsgebiet.

Vogeljagd im Nationalpark Wattenmeer

Das Land Niedersachsen ist mit der Eintragung des Wattenmeeres in die Liste des Welterbes im Jahr 2009 die Verpflichtung eingegangen sich für den Schutz der Zugvögel einzusetzen. Mehr als 10 Millionen Vögel halten sich zur Zeit der Zugvogelrast im Wattenmeer auf.

Dennoch gibt es bis heute die 10 – Tage Jagd im Nationalpark. Diese erlaubt das Schießen und Jagen an 10 Tagen im Jahr.  Vom Bundesland Niedersachsen und Schleswig Holstein wurden und werden Jagdparzellen verpachtet, zu denen hunderte Jäger und Falkner auftauchen um tausende Vögel zu töten.

Früher gab es die Jagd auf Vögel weil sie gegessen wurden, oder in Vogelkojen gefangen und auf Märkten verkauft wurden. Heute ist es die reine Lust an der Jagd. Eigentlich sollten sich Jäger den Nationalparkzielen verpflichtet fühlen und sich für den Schutz der dort Lebenden Tiere einsetzen.

Die Reviere im Watt

Begründet wird die Jagd damit, das die Jagdreviere nicht unmittelbar zum Nationalpark Wattenmeer gehören würden. Die Reviere liegen an den ostfriesischen Inseln und den Halligen,  die ja wohl mitten im Nationalpark liegen. Außerdem an den Deichen der Küstenregionen. Bereits 2016 forderte der BUND und andere Naturschutzverbände die auf neun Jahre laufenden Verträge nicht zu verlängern um das sinnlose und VERBOTENE Abschlachten der Wat- und Wasservögel zu stoppen.

Seltsame Pachtverlängerung…

Offensichtlich ist der Naturschutz im Wattenmeer bei der Politik und bei den Wirtschaftsverbänden nicht hoch im Kurs und Verpflichtungen und Vorschriften aus dem UNESCO Welterbe spielen nur eine untergeordnete Rolle. Wie sonst ist es zu Verstehen, dass das niedersächsische Agrarministerium jetzt im Alleingang die Jagd-Pachtverträge um weitere neun Jahre verlängerte. Das noch dazu ohne Absprache mit dem Umweltministerium. 

Man kann nur hoffen, dass dieser Schritt noch reguliert werden kann, um tausende schützenswerter Vögel zu retten. Mit einem  Einsehen der Jagenden kann wohl eher nicht gerechnet werden.

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