Wolfsmanagement Sachsen – Anhalt

Sachsen Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert widerspricht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die die „Entnahme“ eines Wolfes vereinfachen, sprich den Abschuß erleichtern will.

Claudia Dalbert verbessert den Herdenschutz, indem dieser zu 100 Prozent erstattet wird. In der Vergangenheit wurden 80 Prozent erstattet. Die Erfahrungsberichte der Nutztierhalter mit effektivem Herdenschutz durch korrekte Schutzzäune und Schutzhunde zeigen das ein Zusammenleben Wolf – Mensch durchaus funktionieren kann, wenn man denn will und nicht auf die Lobyisten der Jagd- und Bauernverbände eingeht.

Gegner machen mobil

Schwerin und Dresden, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern drängen den Bundesrat erneut sich mit dem „Problemwolf“ zu beschäftigen, im Bewußtsein das es den „Problemwolf“ eigentlich nicht gibt, sondern sie selbst das „Problem“ sind. Entgegengesetzt der EU Bestimmungen soll der Abschuß von Wölfen erleichtert werden. Bei der „Existenzgefährdung“ wirtschaftlicher Nutztierhalter ( bei korrektem Herdenschutz kann es dazu nicht kommen, siehe weiter oben im Text ) und jetzt auch bei „erheblichen Schäden“ bei Nebenerwerbshaltern und Hobbyhaltern, soll der Abschuß erlaubt werden. Letzteres bietet die Möglichkeit jeden Wolf töten zu dürfen. Man braucht dem Wolf nur ein Tier anzubieten und schon ist das Problem „Wolf“ gelöst. Das getötete Tier bekommt der Hobbyhalter sicher von den „Großen“ ersetzt.

Die beiden Bundesländer stehen mit ihren Forderungen leider nicht alleine da. Sie werden von anderen Politikern in ihrem Ansinnen unterstützt. Als da wären an erster Stelle Landwirtschaftsministerin Klöckner, der niedersächsische Minister Lies und Jan Philipp Albrecht, Umweltminister in Schleswig Holstein. Baden Württembergs Umweltminister Franz Untersteller fordert die „Entnahme einzelner Wölfe“ zu erlauben. Es ist bisher ein einziger Wolf in Baden Württemberg als sesshaft registriert.

Das Märchen der unkontrollierten Vermehrung

Das die AfD geschlossen als Wolfsgegner auftritt, verwundert nicht wirklich. Sie sehen die Gefahr, daß die Populationsdichte in einigen Gebieten „mehr und mehr Wölfe zu einer artfremden Lebensweise veranlasst“.

Das die Population nicht unendlich steigt, zeigt das Land Sachsen. Hier gibt es 18 Territorien mit 18 Rudeln. Die Region ist die erste, die gesättigt ist. Es gibt keine neuen Bestände mehr. Wölfe verteidigen ihre Reviere gegen andere Wölfe. Bei den Kämpfen kann es zu derart heftigen Verletzungen kommen, dass ein Wolf getötet wird.

Seit 2000 wurden in Sachsen 85 Wölfe getötet. 56 davon kamen durch Verkehrsunfälle um. 8 wurden illegal getötet, bei 7 ist die Todesursache unklar und 12 starben durch natürliche Ursachen.

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Rodewaldrudel

Rodewaldrudel – Abschussgenehmigung wurde vom Umweltminister Lies – Niedersachsen gesetzeswidrig verlängert. Wolfsschutz-Deutschland hat sich im Gebiet des Rudels umgesehen.

Die Ergebnisse sprechen Bände. Eine ganze Region scheint in eine Art Hysterie gefallen zu sein. Die Horrormeldungen über die „Untaten“ des Wolfsrudels zeigen offenbar Wirkung. Fakt ist allerdings dass die meisten Meldungen falsch wiedergegeben wurden.

Nicht der Wolf ist das Problem, sondern Problempolitiker und Problembauern mit Problemzäunen.

Für das Umweltministerium unter Herrn Lies scheint es außer dem Wolf kein wichtigeres Thema zu geben. Obwohl Niedersachsen ein Gülleproblem durch Massentierhaltung hat.

Das Rodewalder Rudel besteht aus dem Rüden „Roddy“ , dem Weibchen“Lichta“ und dem einjährigen Wolfswelpen „Grindi“. Die jetzt verlängerte Abschußgenehmigung fällt in die Zeit, wo die Wölfin höchst wahrscheinlich tragend ist.

Der entstandene Schaden durch Risse liegt bei etwa 2000 €, die Kosten für die bisher erfolglose Jagd überschreiten diesen Betrag bei weitem.

Die Sichtungen der Wolfsschützer in der Region Steimke – lichtenmoor ergaben hunderte kleine, mobile Ansitze und zahlreiche Wildkameras.

Bis auf einen Zaun boten alle vorgefundenen Zäune keinen Schutz vor Hunden, Wölfen oder Füchsen. In Niedersachsen sind die Risszahlen mit vorschriftsmäßigen Schutzzäunen rückläufig.

Bilder der „Schutzzäune“ die die Wolfsschützer vorfanden kann man auf ihrer Webseite sehen . https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/04/02/grosser-faktencheck-mit-zaunkontrolle-in-niedersachsen-im-gebiet-des-rodewaldrudels/

Der Protest gegen Umweltminister Lies ist durch die ungesetzliche Abschussverlängerung berechtigt. Er muss zurücktreten.

Schlingenfallen für den Wolf

Schlingenfallen – Um den Wolf zu jagen, lassen sich nun immer mehr Politiker immer wieder etwas Neues einfallen. Wenn das dann auch noch zum Verschleudern von Steuergeldern führt, muß man sich zusätzlich überlegen, wie man dagegen vorgeht.

In einer kleinen Anfrage der FDP/DVP im Baden Württembergischen Landtag kam nun zu Tage, dass der Umweltminister Franz Untersteller (GRÜNE) , 10 Mitarbeiter des Nationalparks Schwarzwald und der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt eine Woche lang in der Verwendung von Schlingenfallen zum Fang von Wölfen ausbilden ließ.

Die Verschwendung von Steuergeldern besteht darin, dass ihm bewußt war, dass das Benutzen derartiger Fallen verboten ist. Auch die Mitarbeiter des Nationalparks und der Versuchs- und Forschungsanstalt müßten eigentlich von dem Verbot wissen. Das sie trotzdem daran teilnahmen sollte eigentlich auch Konsequenzen haben.

Nach § 19 Absatz 1 Nr. 8 Bundesjagdgesetz ist es verboten „Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen“.

Ebenfalls nach § 31 Absatz 1 Nr. 12 des Wildtiermanagementsgesetz ist es verboten „Schlingen jeder Art, in denen sich ein Wildtier fangen kann, aufzustellen“.

Heimkehrer – Wolf

Heimkehrer Wolf – gekommen um zu bleiben

06.März  2019 ULI KLOES

Viele Märchen und Mythen ranken sich um den geheimnisvollen Wolf. Nun kehrt er dahin zurück, wo er seit fast hundert Jahren als ausgestorben galt. Allerdings ist „ausgestorben“ auch nicht ganz richtig. Es gab selbst zu Zeiten der deutschen Teilung immer wieder vereinzelte, durchziehende Wölfe.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt weiter an. Bundesweit registriert man (Ende 2018) 73 Rudel. Damit ist aber noch lange nicht die Aufnahmekapazität erreicht. Im Süd-Westen und Süden gibt es noch große Waldgebiete, wo er bisher nicht seßhaft geworden ist. Man kann aber davon ausgehen, dass es nicht mehr lange dauert bis er sich auch dort niederläßt.

Neue Erhebungen aus den Bundesländern zeigen auch einen Anstieg der Wolfspaare von 21 auf aktuell 30. Die Auswertung des sogenannten Wolfsmonitoring für 2017/2018 ergab zudem drei sesshafte Einzeltiere. 7

Das Wolfsvorkommen konzentriert  sich auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen. Zudem wurde erstmals ein Rudel in Bayern bestätigt. In weiteren Bundesländern gibt es vereinzelte Nachweise von Wölfen 7. In Schleswig Holstein wurden 4 Wölfe registriert.

Neben der steigenden Zahl an Rudeln, steigt auch die Rate der Todfunde. Neben der hohen Zahl überfahrener Tiere, ist die häufigste Todesursache die illegale Tötung von Wölfen. Es gab im Jahr 2018 bisher acht illegale Tötungen, seit 2000 waren es insgesamt 35 8. Für den Naturschutzbund (Nabu) sind diese Zahlen alarmierend. „Illegale Tötungen seien kein Kavaliersdelikt und gehörten strengstens geahndet, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Liste der getöteten Wölfe von 2000 bis August 2017

Bundesländer Verkehrstote Illegale Tötungen
Brandenburg 55 7
Sachsen 37 7
Niedersachsen 16 3
Sachsen Anhalt 14 3
Schleswig Holstein 5 0
Bayern 2 1
Baden Württemberg 2 1
Hessen 3 0
Mecklenburg Vorpommern 1 1
Rheinland Pfalz 0 1
Thüringen 1 0
NRW 1 0
     
  137 24

Tabelle : Wolfsmonitoring der Länder – Leibnitz IZW Berlin – Recherche NABU Projektbüro Wolf – August 2018

Leider bereitet der Wolf offenbar vielen Menschen auch in der heutigen, aufgeklärten Zeit noch viele Ängste. Nutztierhalter fürchten um ihre Tiere, Jäger fürchten den Konkurrenten wegen der Jagd, obwohl die Jägerschaft das Zehnfache dessen schießt, was der Wolf an Wild reißt.

Trotz der immens anmutenden Zahl von knapp 2 Millionen, von Jägern geschossener Stück Rehe, Rotwild und Sauen ² und etwa 40.000 durch den Wolf gerissener Tiere, sind die Bestände der Beutetiere nicht in Gefahr, sondern steigen weiterhin an.

Wenn man bedenkt, dass es in Deutschland 1,7 Millionen Schafe gibt und der Wolf davon 1700 gerissen hat (2018), ist das gerade einmal eine Menge von 0,01 Prozent. Außerdem bevorzugt der Wolf auf seinem Speiseplan das Wild aus dem Wald. Lediglich 7 Prozent Anteil haben Nutztiere in seiner Nahrungskette. Es ist nicht einmal erwiesen, ob die registrierten Risse von Nutztieren wirklich alle von Wölfen stammen. Wenn Hunde für Risse verantwortlich sind, ist das nur schwer nachzuweisen, da die DNA von Hund und Wolf sehr ähnlich ist.

Heimkehrer

Wolf  – eine Gefahr für den Menschen ?

Dank der Märchenwelt – siehe Rotkäppchen und der böse Wolf – Mythen, Geschichten vom Werwolf und anderer Horrorgeschichten hat der Wolf in der Bevölkerung einen schlechten Ruf. Lediglich die Wölfin, die in Rom die Brüder Romulus und Remus säugte schneidet positiv ab. Was aber ist dran, an diesen Legenden und Märchen? Ist der Wolf wirklich so eine Bestie?

Zunächst einmal gilt, der Wolf ist ein Wildtier. Das wird er auch immer bleiben. Er ist also nicht der niedliche Hund mit putzigen Welpen, die man gerne knuddeln würde. Viele haben Wolfswelpen mitgenommen und aufgezogen.  Wenn die Tiere aber aufgewachsen sind, sind es noch immer Wölfe, wilde Tiere und keine Haushunde. Deshalb werden und wurden die erwachsen gewordenen Wölfe oft wieder ausgesetzt, weil man mit ihnen nicht fertig wurde. Aus ihnen werden dann schnell sogenannte „Problemwölfe“, für die auch fast immer eine „Entnahme“ genehmigt wird. Weil sie den Menschen kennen, kommen sie den Behausungen zu nahe.

Ihre Erfahrungen mit den Menschen geben die Eltern an ihre Jungen weiter. Die Scheu vor dem Menschen wird so weiter abgebaut und macht das Tier für den Menschen zu einem Problem. Das gilt auch für Wölfe die angefüttert werden. Mehrmals wurde Wölfen aus Autos heraus Futter zugeworfen. Das geht so weit, dass die Wölfe am Straßenrand auf vorbeifahrende Autos warten. Die Nähe zum Menschen wird zuviel. Die Fiolge dieses unverantwortlichen Handelns ist im Endeffekt die Tötung des Wolfes. Das Anfüttern und die Entnahme von Wolfswelpen sollte  unter Strafe gestellt werden.

Die Taten dieser „Wolfsfreunde“ sollten per Gesetz unter Strafe gestellt werden.

Der Mensch passt nicht in das Beuteschema der Wildtiere. Ein Wolf der einen Menschen wittert, sucht lieber ein sicheres Versteck auf, als sich dem Menschen zu zeigen. 

Sollte man wirklich einmal einen Wolf in der freien Natur begegnen, wird die Zeit kaum reichen ein Foto von ihm zu „schießen“. Jungwölfe können da schon einmal etwas neugieriger sein. Aber ein Händeklatschen wird dafür sorgen, dass er die Flucht antritt. Ich habe Leute kennengelernt, die mehrere Tage durch Sachsen gezogen sind, um einen Wolf zu sehen. Es ist ihnen nicht gelungen.

Wolf und Hund

Was unterscheidet den Wolf vom Hund? Bereits das äußere Erscheinungsbild zeigt klare Unterschiede. Der Wolf hat einen quasi rechteckigen Körperbau. Der Hund hat einen längeren Körper mit gebogenem Rücken. Die Ohren stehen beim Wolf dichter zusammen. Sie sind mit Haaren bewachsen. Man kann nicht wie beim Schäferhund das Innere des Ohres sehen. Die Pfoten sind größer und breiter als die des Hundes. Mit diesen größeren Läufen  ist das Bewegen in Schnee und Sumpfgebieten einfacher zu bewältigen. Ein Hund würde in derartigem Gelände zu stark einsinken. Seine Bewegungen wären beschwerlicher, was zu Lasten der Ausdauer geht.

Die Rute hängt beim Wolf immer ruhig nach unten. Ein „Schwanzwedeln“ ist faktisch nicht vorhanden. Nur in ganz seltenen Situationen kann es einmal zu einem leichten Wedeln kommen.

Die Spuren von Hunden und Wölfen sind leicht zu unterscheiden. Wölfe treten mit den Hinterpfoten in die Spur der Vorderpfoten. Hunde dagegen laufen mit dem Hinterteil  „schräg“. Sie haben Angst sich in die Pfoten zu treten.

Während Hunde gelernt haben aus der Mimik des Menschen zu erkennen was dieser will, ist der Wolf dazu nicht in der Lage. Sein Blick geht immer geradeaus. Es kommt auch vor das aus Wolf und Hund ein Hybride hervorgeht. Das passiert in erster Linie durch die Verbindung einer Wölfin mit einem Hund, in der Periode der Bereitschaft, die bei Wölfinnen nur einmal im Jahr stattfindet.

Bei Hündinnen  tritt die Läufigkeit alle 5-8 Monate auf. Wolf Rüden, die auch nur  in der heißen Phase der Fähen in der Lage sind Nachwuchs zu zeugen ( Hunde können immer Welpen zeugen), würden eine Hündin eher fressen, als sich mit ihr einzulassen.

Ob von Wolfshybriden eine Gefahr ausgeht, ist umstritten. Der  Umgang mit Wolfshybriden  ist als schwierig einzustufen, worauf auch die Züchter von Wolfshunden hinweisen.  Meistens überleben die Hybrid Welpen nicht lange.

2003 gab es in der Muskauer Heide zwei Altwölfe mit neun Welpen (NABU Sachsen-Sonderausgabe 2005). Eine extrem hohe Zahl Welpen. In der Regel besteht ein Wurf aus vier bis sechs Jungen. Wie sich herausstellt ist das Paar eine Mischung aus Wolf und Hund. In der Folge werden zwei der Welpen eingefangen. Zwei überleben den Winter nicht. Am Ende des Winters 2003 leben noch vier. Auch die beiden gefangenen Hybriden sterben. Im 2. Lebensjahr der normalen Wolfswelpen liegt die Überlebensrate bei 50 Prozent.

Wölfe und Nutztiere

Immer wieder rütteln Meldungen von Wolfsrissen die Gegner des Prädatoren auf den Plan. Seit der Rückkehr des Wolfes muß der Mensch wieder lernen mit dem Wildtier umzugehen. Es ist die Aufgabe und die Pflicht der Menschen sich mit den Gegebenheiten in der Natur auseinander zu setzen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Nicht die Natur muß sich dem Menschen anpassen.

Heute wird der Herdenschutz zu hundert Prozent finanziert und Schäden ebenfalls zu 100 Prozent ausgeglichen. Letzteres darf aber nicht dazu führen den Herdenschutz auf die leichte Schulter zu nehmen. Selbst die Kosten für Herdenschutzhunde werden heute übernommen.

2002 verlor ein Schäfer in Mühlrose durch einen Wolfsangriff 33 seiner Schafe, die hinter einem Euro Netz Zaun geschützt waren. Täter waren die mittlerweile geschlechtsreifen Welpen aus dem Jahr 2000 , die sich auf die Wanderschaft begeben haben, um neue Reviere zu begründen. Dem Schäfer wurden die Schäden ersetzt. Aber es galt aus den Erfahrungen zu lernen. So wurde ein zusätzlicher Elektrozaun mit vier, in unterschiedlichen Höhen angebrachten, Breitbandlitzen gebaut.  Es dauerte nur wenige Wochen bis die Wölfe erkannten, dass hier nichts mehr zu holen ist. Die Herdenschutzmaßnahme zeitigte Erfolg.

Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe unterstützte tatkräftig die Einführung von Herdenschutzhunden. In diesem Fall waren es Pyrenäenberghunde.

Herdenschutzhunde können aber nicht von heute auf Morgen eingesetzt werden. Die Welpen müssen mit den Lämmern aufwachsen und die Herde wird zur Familie des Hundes, die es zu schützen gilt. Man sollte aber auch wissen, dass Herdenschutzhunde keine „Schmusehunde“ sind. Fußgänger mit Hund, sollten die Nähe der von Herdenschutzhunden bewachten Schafe meiden. Die Hunde wollen Ihre Herde verteidigen, auch gegen andere Hunde.

In dem oben geschilderten Terrain gab es im folgenden Jahr 2004 lediglich zwei gerissene Schafe, die in der Nacht  nicht ausreichend geschützt waren.

Das Beispiel zeigt aber auch, dass mit dem richtigen Wolfsmanagement das problemlose Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf machbar ist.

Kulturlandschaften und Naturlandschaften

Kulturlandschaft und Naturlandschaft – 98 Prozent der Landschaften in Deutschland sind Kulturlandschaften. Dabei handelt es sich um Gebiete, die durch den Menschen geschaffen wurden und von ihm erhalten werden.

Eine Wildnis, wie einen Urwald gibt es daher in Deutschland eigentlich nicht. Die Bäume sind kaum älter als 200 Jahre. Für einen Baum ein verhältnismäßig niedriges Alter. Ein Urwald beherbergt Bäume mit einem Alter von von mindestens 300 Jahren.

Wie bei so vielen Dingen, meint der Mensch auch in die Kulturlandschaften regulierend eingreifen zu müssen. Man glaubt, dass das ökologische Gleichgewicht durch fehlende Beutegreifer gestört ist und deshalb die Bejagung unabdingbar sei.

Nachgewiesen ist das allerdings nicht und mir kommt der Verdacht auf, dass es lediglich eine Legitimation für die Jagd ist. Es gibt Untersuchungen die aufzeigen, dass sich das Verhältnis von Prädatoren und Beutetieren durch die Natur regelt, ohne den Eingriff des Menschen.

Gut zu sehen am Yellowstone Nationalparkwo sich nach der Wiederansiedlung des Wolfes nicht nur die Bestände der Wapitis und des Bisons geregelt haben, sondern auch der Wald und die Vegetation sich erholt haben. Weil die Beutetiere gelernt haben sich auf den Wolf einzustellen, ist ihr Fluchtinstinkt gewachsen. Sie bleiben nicht mehr ständig an einer Fläche um alles abzugrasen, sondern ziehen ständig weiter.

Die Vegetation erholt sich schneller. Sie wittern den Beutegreifer (Prädator) schon früher, wodurch auch die Jagd des Wolfes nicht mehr von ständigen Erfolgen gesegnet ist  (Astropage.EU). Das scheint auch für die Jagdverbände einer der Gründe gegen den Wolf zu sein. Das Wild hat gelernt sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Den Jäger vom Hochsitz haben sie früher nicht einschätzen können. Auf den Wolf reagieren sie durch neue gewonnene Fluchtinstinkte. Auch die Aktivitäten haben sie in die Abendstunden verlegt um den Wolf die Jagd zu erschweren. Damit erschweren sie auch die Tätigkeiten der Jäger.

In unseren Kulturlandschaften, mit einer Unmenge an Wild, findet der Wolf die idealen Lebensverhältnisse. Er ist nicht auf Nutztiere angewiesen. Leider fragt man aber nicht, wie es dem Wolf gelingt Nutztiere zu reißen. Man erklärt ihn einfach zum „Problemwolf“ und gibt ihn zum Abschuß frei. Ob eventuell die Herdenschutzmaßnahmen nicht ausreichend waren, spielt kaum noch eine Rolle. Die „Feinde“ des Rückkehrers Wolf nutzen jede Gelegenheit, seinen Ruf zu schädigen.

Die Wolfsgegner

Selbst führende Politiker stellen sich immer mehr auf die Seite der Wolfsgegner. Die „Lex Wolf“, die  die Umweltministerin Schulze einführen möchte, soll den Abschuß des Wolfes noch erleichtern und ist wohl ein Zugeständnis an die Lobbyistin Julia Klöckner, die schon lange die Tötung der Tiere fordert. Beide verstoßen damit eindeutig gegen europäisches Recht und schüren damit lediglich weitere Ängste in der Bevölkerung. Bauern-  und Jagdverbände wissen nun die beiden Ministerien auf ihrer Seite, im Kampf um den Wolf.

Teilweise werden die kuriosesten Begründungen dafür genannt. Eine riesige Vermehrung der Wölfe um jährlich 30 Prozent wird angeführt. Das mache eine Bestandsregulierungen notwendig,  obwohl man weiß, dass die Regulierung durch die Wölfe selbst stattfindet. Der Riss von sogenannten Nutztieren muß herhalten um aus dem Wolf einen Problemwolf  zu machen. Auch hier ist bekannt, dass der korrekte Herdenschutz Risse vermeidet.

Beide Ministerien verstoßen damit klar gegen Richtlinien der EU. In einem Antwortschreiben auf eine Eingabe des Landrat Harig aus Sachsen stellt der EU Kommissar Notaro alle populistischen Forderungen der jüngsten Zeit als absurdum dar. Außerdem teilt er mit, dass Wölfe nicht dezimiert werden müssen weil sie sich nicht unkontrolliert vermehren. Ebenso stellt der Wolf keine Gefahr für den Menschen dar 4. Die Brüsseler Kommission verweist auf Artikel 16 FFH Richtlinie und auf § 45, Absatz 7 Bundesnaturschutzgesetz.  Auf das Argument, die Wolfspopulation wachse jährlich um 30 Prozent, verweist die Kommission auf das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen 5. Dort hat sich seit der Sättigung der Wolfspopulation im Jahr 2015 kein weiteres Wachstum eingestellt.

Dennoch wird weiter mit allen Mitteln gearbeitet um dem Wolf und seine Widereingliederung in Deutschland zu schaden.

2006 wurden in der Wolfsregion Lausitz fünf Fälle bekannt in denen Schafe eindeutig von Hunden gerissen wurden. Bis zur Klärung der Risse war aber zuvor schnell der Wolf ausgemacht worden. Zweifel am Riss durch Hunde konnten beseitigt werden und waren unbegründet .9

Mit einem Foto, auf das die die Organisation Schweizer Tierschutz STS das Copyright hat, hetzt der Bauernverband gegen den Wolf. Auf dem Bild ist eine getötetes Reh zu sehen, mit dem hetzerischen Titel “ist das die Lösung? Wildtiere und Nutztiere leiden! Warum zäunen wir den Wolf nicht ein? Wir haben genug Naturschutzgebiete.“ Die Genehmigung wurde von Seiten der Schweizer nicht erteilt. Das Reh auf dem Bild war in einem Maisschutzzaun verendet. Der Organisation ging es bei dem Bild um ein Statement gegen Monokulturen und die Ignoranz der Bauern. Ausgerechnet so ein Bild wurde also vom Bauernverband zweckentfremdet 1.

Es könnte auch noch einen weiteren Grund geben, weshalb die Jagdverbände so dringend den Wolf in das Jagdrecht aufnehmen würden.

Der Jagdtourismus ist ein lukratives Geschäft. Mit Jagdreisen nach Osteuropa und Spanien speziell zur Wolfsjagd wirbt zum Beispiel „Jagdreisen.de“ wie folgt:

Der Wolf ist seit jeher eine Wildart, die in besonderer Weise fasziniert. Eine Wolfsjagd ist zweifelsfrei ein jagdliches Erlebnis der Extraklasse welche die Jagd – Reisenden und Auslandsjäger wohl ewig in Erinnerung bleiben wird 3.“

Wolf – Bestandsregulierung

Wenn der Wolf einmal seine Territorien in Deutschland besetzt hat, reguliert sich der Bestand an Wölfen selbst. Dafür sorgen die Tiere selbst. Beim Wolf bestimmt das „Herrscherpaar“ – Leitwolf und Partner – die Anzahl der Jungen. Nur dieses Paar darf sich im Rudel vermehren. Die anderen Wölfe und Fähen dienen lediglich der Versorgung und Erziehung der Jungen.

Wie am Beispiel des Schäfers in NRW mit 600 Schafen zu sehen ist. Seit er Herdenschutzhunde hat, wurde kein Wolf mehr in der Nähe seiner Schafe gesichtet. Der Schäfer ist sich aber sicher, dass der Wolf noch da ist.

Der letzte Riss der Wölfin GW954f ist von Anfang Dezember 2018 gemeldet. Man vermutete bereits, dass der Wolf gänzlich verschwunden sei. Aber er wurde erst in den letzten Tagen wieder gesehen. Für den Wolf stellen die Herdenschutzhunde eine große Gefahr dar, sich zu verletzen. Das kann er sich nicht leisten und greift lieber auf das große Angebot Wild im Wald zurück.

Wenn die Regierungen den Forderungen der EU nachkommen und den Nutztierhaltern die Aufwendungen für den Herdenschutz zu 100 Prozent erstatten, bereits bevor es zu Rissen kommt, wird das Zusammenleben mit dem Wolf in normalen Bahnen verlaufen.

Es gibt den „Problemwolf“ nicht, das Problem ist in der Regel der Mensch. Es sind Menschen die aus dem Wolf ein Problem machen. Kommt ein Wolf einer Wohngegend zu nahe ( weil dort ja so viel Müll zu finden ist – er ist ja auch Aasfresser) , genügt es meist ihn mit Gummigeschossen zu vertreiben. So kann er oft schon leicht vergrault werden.

Ein Gummigeschoss tut weh und wer läßt sich schon gerne weh tun? Das „Hören“ durch Schmerz funktioniert ja auch beim Hund und nur weil er eventuell nicht gleich beim ersten Versuch reagiert, wird wohl kaum jemand seinen Hund töten.

Es gibt genug Wild in unseren Wäldern. Selbst die Jäger können weiterhin Rehe schießen.

Wildschweine und Hunde, selbst Rinder auf der Weide oder Schafsböcke und Pferde stellen eine größere Gefahr für das Menschenleben dar, als der Wolf. Jährlich kommt es zu tragischen Todesfällen bei den vorgenannten Tieren. Trotzdem macht kein Mensch Jagd auf sie

Der Wolf ist streng geschützt und es besteht kein Anlass sich vor ihm zu fürchten, da er äußerst scheu ist. Sucht man den Wolf auf einer Liste der gefährlichsten Tiere der Welt, wird man ihn vergeblich suchen.

die gefährlichsten Tiere der Welt

Das gefährlichste Tier auf Platz 1 von 20 Plätzen ist der Mensch, der für mehr als eine halbe Millionen Tote im Jahr durch Kriege usw verantwortlich zeichnet.

Auf Platz 2 rangiert mit 725.000 Toten die Mücke, ihr folgt auf dem 3. Platz die Schlange mit 50.000 bis 100.000 Opfern.

Platz 4 , das wird viele überraschen, geht an den Haushund , ihm fallen 186 Tote zu und die Zahl steigert sich durch streunende Hunde auf insgesamt 25.000 im Jahr.

Die Tsetsefliege belegt mit 10.000 Menschen den Platz 5 und auf Platz 6 steht durch die Übertagung von Krankheiten die Raubwanze.

Platz 7 – der Skorpion 5000 Opfer, Platz 8 Bandwurm 2000 Tote, Platz 9 Krokodil 1000 Menschen und auf Platz 10 durch Tottrampeln von 500 Neugierigen , der  Elefant.

Die Plätze 11 – Qualle -150 , 12 – durch Auffahrunfälle mit dem Tier – der HirschPlatz 13, 100 Tote durch einen Tigerangriff, 14 – 53 Todesopfer durch Bienen und Platz 15 etwa 50 Opfer durch Spinnen , Platz 16 -30 Tote durch Ameisen.  Durch die Tritte einer Kuh verstarben 25 , was sie auf Platz 17 bringt und durch Rodeounfälle steht das Pferd mit 20 Verunfallten auf 18. – Platz 19 belegt der Leopard mit 15 Toten und der so gefürchtete Hai steht mit lediglich 10 Toten auf Platz 20.

Das alles sind Jahreszahlen. da findet man den Wolf nicht. Für den Wolf steht in den letzen 50 Jahren die Zahl 9, davon vielen allerdings 5 Menschen einem Wolf zum Opfer der von der heute als ausgerottet geltenden Tollwut befallen ware.

Die verbleibenden 4 Toten wurden von Wölfen getötet, die der Mensch zuvor durch anfüttern usw. an sich gewöhnen wollte, die also die Scheu vor ihm verloren haben.

Der Wolf – sein Leben

Der einsame Wolf – ihn gibt es eigentlich nicht. Einzig der junge Wolf der sich auf den Weg macht ein eigenes Rudel (Rudel=Familie) zu begründen, verirrt sich auf seinem Weg auch schon einmal auf eine Dorfstraße. Dort wird aber schnell wieder verschwunden sein. Die Wölfe die sich heute in den Niederlanden und in Belgien befinde, sind irgendwann durch NRW gezogen und nicht bemerkt worden.

Wölfe zeichnen sich durch ein starkes Sozialverhalten aus. Kranke und alte Tiere werden vom Rudel mit versorgt, das geht so weit, daß das Fressen vorgekaut wird, damit die Alten es aufnehmen können.

Das Leben in der Familie ist dem Wolf das Wichtigste. Lediglich das Leitpaar darf sich vermehren. Alle anderen Wölfe müssen sich um die Versorgung der Welpen kümmern. Die Jungwölfe aus dem Vorjahr helfen bei der Erziehung der Kleinsten. Die Alten gehen auf die Jagd und besorgen die Nahrung. Kranke oder verletzte Rudelmitglieder werden gemeinsam gepflegt. Zuwiderhandlungen gegen das soziale System werden vom Leitwolf abgestraft.

Der Wolf benötigt ausgedehnte Wälder. Am Verhalten des Wildes kann man bereits feststellen ob der Wolf eine Region erreicht hat, ohne ihn zu Gesicht bekommen zu haben. So berichtet Deutschlands bekanntester Förster Peter Wohlleben das sich das Reh und Hirschwild bei der Anwesenheit eines Wolfrudels hauptsächlich auf Freiflächen und Lichtungen aufhält, weil es als Hauptbeutetier des Wolfes den Feind im freien Gelände eher erkennt als im dichten Wald, wo es der Hatz des Wolfes unterlegen ist. 

Das wiederum hat zur Folge, dass der Wald sich erholt. Die jungen Triebe der Bäume im Unterholz werden durch den Aufenthalt des Wildes auf den Freiflächen geschont. Das Wachstum des Waldes wird positiv verändert. Neu entstehendes Wurzelwerk und Totholz hält das Wasser der Bäche vor dem tieferen Einsickern des Wassers in den Boden ab. Der Biber kann sich wieder ansiedeln und Dämme bauen, andere Arten leben auf. Ein russisches Sprichwort lautet :“ Wo der Wolf hingeht, wächst der Wald.“

Ist der Wolf nun eine Gefahr für unser Wild und unser Vieh? Bei der großen Anzahl an Reh ,Hirsch und Großwild in Deutschland ( 50 – 70 Rehe – Hirsche – Großwild pro Quadratkilometer) ,  besteht für diese Arten keine Gefahr. Der Wolf benötigt für seine Jagd Reviergrößen von mehreren hunder Quadratkilometern. In einem kleinen Revier würde er schon bald alle Beutetiere verjagt haben. Peter Wohlleben berichtet von lediglich einer Rasse, die der Wolf in der Lausitz ausgerottet hat.

Hierbei handelte es sich um das, vom Menschen eingesetzte, Muffelschaf das eigentlich ein Hochgebirgstier ist und in der Ebene nicht überlebensfähig ist. Kotproben des Wolfes ergaben das 99,3 Prozent seiner Beute aus Wildtieren besteht. Nicht einmal jede Hundertste Probe stammte von einem Weidetier. Diese entsprechen eigentlich nicht seinem Geschmack

Ein Keiler erreicht ein Gewicht von etwa 150 Kilo und wäre ohne weiteres in der Lage einen Menschen anzugreifen, allerdings passen wir weder bei ihm,  noch beim Wolf in das Beuteschema. Deshalb kommt es auch so gut wie nie zu einem Angriff. 15 Jagdunfälle im Jahr halten niemanden vom Waldbesuch ab.

Wolfsland NRW

Wolfsland – bis vor kurzer Zeit war das Land Nordrhein Westfalen noch Wolfserwartungsland. Seit Oktober 2018 hat sich das nun geändert. In einem Wolfserwartungsland werden immer wieder einmal durchziehende Wölfe gesichtet. Diese lassen sich aber nicht in dem Gebiet nieder. Anhand von Wildkameras, Sichtungen oder Todfunden durch überfahrene Tiere, werden diese registriert.

Nunmehr hat sich aber eine Wölfin im Kreis Wesel sesshaft gemacht. Die Nachweise dazu werden aus Rissen per DNA Analyse festgestellt.  Das Tier hält sich nun schon längere Zeit im Raum Schermbeck auf. Durch die Wölfin, mit dem unspektakulären Namen GW 954 f , was soviel bedeutet wie „German Wolf 954 feminal (weiblich)“, ist NRW nun zum Wolfslandernannt worden.

Die Wölfin konnte eindeutig einem Rudel in  Niedersachsen zugeordnet werden.

Das erste durch das LANUV  ausgewiesene „Wolfsgebiet“ befindet sich jetzt am Niederrhein und liegt zwischen  Autobahnen und dem Rhein.  Vom Kreis Wesel über Kleve, Borken, Recklinghausen bis zur Stadtgrenze Oberhausen. Wölfe ziehen innerhalb ihrer Reviere täglich bis zu 70 Kilometer umher.

Ab sofort steht ein Wolfsportal zur Verfügung in dem man täglich aktualisierte Informationen zum Thema Wolf im Wolfsland NRW finden kann: www.wolf.nrw


Verhalten bei der Begegnung mit dem Wolf im Wolfsland NRW

Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist das man im Wald einem Wolf begegnet, gibt es Verhaltensregeln die hilfreich sind. Der Wolf bemerkt den Menschen sehr früh und entfernt sich in der Regel, weil er sehr scheu ist.

Bei einer Begegnung ruhig stehen bleiben und den Wolf ansehen. So hat er die Möglichkeit sich zurückzuziehen.

Auf keinen Fall anlocken oder gar füttern wollen.

Sollte er sich nicht fortbewegen, laut sprechen oder in die Hände klatschen, dabei langsam rückwärts gehen und mehr Distanz schaffen. 

Außerdem kann man sich durch Heben der Arme größer machen und ihn anschreien. Sollte man einmal mehreren Wölfen begegnen, handelt es sich meist um neugierige Jungtiere, für die die gleichen Regeln gelten.

Wie gesagt ist eine Begegnung aber äußerst unwahrscheinlich, da trifft man wohl eher einmal auf eine Rotte Wildschweine.

Freuen wir uns über den Heimkehrer

Wir können uns über den Neuankömmling freuen, der ja eigentlich ein Heimkehrer ist. Vor längerer Zeit wurde er  vom Menschen hier ausgerottet, weil er den Bauern und Viehhirten zu viel Schaden zufügte.

Heute stehen den Bauern und Schafzüchtern durch die Einordnung in „Wolfsland“ staatliche Unterstützung zur Verfügung. Zum Beispiel bei der Einzäunung  oder der Anschaffung von Schutzhunden. Außerdem gibt es Entschädigung zu 100 Prozent bei Verlust, Tierarztkosten oder Medikamenten.

Zur Zeit gibt es nur einen ansässigen Wolf in der Region. Es wäre erfreulich wenn es zu einem Treffen mit einem Partner kommen würde um ein Rudel bilden zu können. Aber bereits jetzt fordern Bauern und Jagdverbände den Wolf  in die Liste jagdbarer Arten aufzunehmen.

Wolfsleben – aus der Sicht der ersten Wölfe in Deutschland

24. Februar 2019

Wolfsleben – wir schreiben das Jahr 1997. Ich bin ein Wolf und hatte hier in den polnischen Wäldern eine fantastische Kindheit. Gemeinsam mit meinen Eltern und den vier Geschwistern. Wenn Mama und Papa auf der Jagd waren um etwas zum Essen zu besorgen, passten meine älteren Geschwister auf uns Kleine auf oder brachten uns bei wie man eine Maus oder ein anderes kleines Tier fängt. Kurzum, wir hatten viel Spaß.

Aber dann kam die Zweit wo ich die Rolle der älteren Geschwister übernahm und schließlich war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Ich wollte die Welt erkunden und genau so stark und gut werden wie Papa.

Ich wollte auch eine kleine, eigene Familie haben. Die meisten meiner Kameraden zog es in Richtung Osten. Ich aber wollte in das Land wo wir früher einmal viele waren. Seit fast hundert Jahren soll es dort aber keinen unserer Art mehr geben. Sollte es wirklich eine Region geben wo es keine Wölfe gibt? Ich konnte es kaum glauben. Deshalb wanderte ich in Richtung Westen.

Nach einigen hundert Kilometern erreiche ich einen großen Fluß, diese zweibeinigen Wesen, die meine Verwandten immer „Menschen“ nannten und die so unangenehm riechen das wir uns lieber von ihnen fernhalten, nennen diesen Fluß „Neiße“. Noch während ich mich umschaue wie ich gut auf die andere Uferseite gelange, nimmt meine Nase einen lieblichen Geruch war. Zwar noch knapp 2 Kilometer hinter mir, aber noch gut zu erschnüffeln. Der Geruch birgt etwas Fähenhaftes. Sollte da ein liebliches Weibchen alleine durch den Wald streifen?

Heimkehrer

Wolfsleben – eine neue Familie

Ich mache mich vorsichtig auf den Weg und tatsächlich schauen mich plötzlich zwei träumerisch schöne Wolfsaugen an und ich bin sofort hin- und weg. Ab jetzt gehen wir gemeinsam unseren Weg. Nach einigen Wochen bemerken wir  das es Zeit wird den Fluß zu überqueren, wenn wir mit unserem Nachwuchs das Land unserer Vorfahren erleben wollen. Meine kleine Fähe ist nämlich schwanger.

Das Land der Väter

Das Gebiet in dem wir uns ein neues zu Hause aufbauen nennen die Menschen „Muskauer Heide“. Hier haben wir ideale Bedingungen vorgefunden um unsere vier „Kleinen“ groß zu ziehen. Der große Kiefernwald beherbergt viele Beutetiere und es gibt weite Lichtungen, die wohl einmal von eisernen Fahrzeugen der Menschen geschaffen wurden. Mein Vater sagte einmal das seien  „Truppenübungsplätze“, was immer das auch sein mag. Man kann hier aber sehr gut sein Revier abstecken. Ich will ja, dass es meiner Familie gut ergeht.

Wir schreiben bereits das Jahr 2000 und in den Chroniken der Menschen wird einmal geschrieben stehen, dass wir das erste Wolfsrudel in Deutschland nach der Ausrottung 1904 sind. Aber es geht uns gut hier. Einen Menschen riecht man nur selten und dann wissen auch die Kleinen, dass sie sich zu verstecken haben.

2003 – In der Nachbarschaft gibt es wohl ein neues Rudel. Ich habe erfahren, das man es das „Neustädter Rudel“ nennt und das sie, man höre und staune, neun Welpen haben. Da komme ich mir mit meinen vier Nachfolgern recht mickrig vor, bis ich erfahre das einer von den Eltern ein Hund ist und kein Wolf. Überlebt hat auch keines der Kinder. am Ende des Jahres lebten noch vier. Zwei überlebten den Winter nicht und zwei nahmen die Menschen mit, aber auch diese beiden starben schon bald.

Wolfsleben – es kommen mehr Kameraden gen Westen

Immer öfter höre ich von anderen Wölfen die ihr Glück im Westen suchen. Auch von meinen „Kleinen“ sind einige schon groß und weiter gezogen. In dem Land „Deutschland“ gibt es uns jetzt schon in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen Anhalt, Mecklenburg Vorpommern, Thüringen und Bayern. Wie ich hörte sind einige hart gesottene sogar schon bis zu dem Fluß  „Rhein“ gekommen und in ein Land das Schleswig Holstein heißt und von zwei Seiten vom Meer umgeben ist.

Wolfsleben und das Mißverständnis mit dem Menschen

Leider höre ich aber immer öfter von Auseinandersetzungen mit den „Menschen“, die wir uns oft nicht erklären können. Da steht auf den Wiesen jede Menge feilgebotenes Fleisch und wenn wir uns etwas davon holen, regen sie sich fürchterlich auf und wollen uns sogar töten. Einige von uns haben sie dann auch tatsächlich hingerichtet. Warum stellt man uns denn die Beute auf den Teller, wenn wir sie nicht nehmen dürfen?

Bei einigen dieser Bereiche haben wir große Hunde gesehen, die uns klar machen : das hier ist nicht für euch gedacht. Woanders hat man „Gestelle“ um das Fleisch gebaut, an denen wir uns weh tun, da wissen wir dann auch Bescheid, lieber wegbleiben. Andererseits gibt es diese Gestelle die nur einen Teil abgrenzen, da sollen wir uns wohl lediglich einen anderen Eingang suchen. Wenn wir den aber gefunden haben, gibt es wieder Ärger mit den Zweibeinern.

Wie sollen wir das verstehen?  Sind schon seltsame Vögel, diese Menschen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir uns irgendwann besser verstehen. Wir verstecken uns lieber und gehen ihnen aus dem Weg. Praktisch sind allerdings die vielen Wege, die sie auch durch die Wälder angelegt haben. Da kommen wir gut voran. Hier muß man nur gut aufpassen das wir ihnen nicht begegne, aber wir riechen sie meistens früh genug.

Quellen

 1  Wolfsschutz Deutschland

²  Statistik 2018 http://www.jagdverband.de/node / 3304

Jagdreisen.de

4  EU Kommission  (ENV.D3 Af/fl Ares (2018) 485 1604)

5  Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz

6  LANUV NRW

7  BfN Bundesamt für Naturschutz

8  Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW)

9  Wildbiologisches Büro Lupus

Kulturlandschaft und Wolf

Kulturlandschaft und Naturlandschaft – 98 Prozent der Landschaften in Deutschland sind Kulturlandschaften. Dabei handelt es sich um Gebiete, die durch den Menschen geschaffen wurden und von ihm erhalten werden.

Eine Wildnis, wie einen Urwald gibt es daher in Deutschland eigentlich nicht. Die Bäume sind kaum älter als 200 Jahre, was für einen Baum ein verhältnismäßig niedriges Alter ist. Ein Urwald beherbergt Bäume von mindestens 300 Jahren.

Wie bei so vielen Dingen, meint der Mensch auch in den Kulturlandschaften regulierend eingreifen zu müssen. Man glaubt, dass das ökologische Gleichgewicht durch fehlende Beutegreifer gestört ist und deshalb die Bejagung unabdingbar sei.

Nachgewiesen ist das allerdings nicht und bei mir kommt der Verdacht auf, dass es lediglich eine Legitimation für die Jagd ist. Es gibt Untersuchungen die aufzeigen, dass sich das Verhältnis von Prädatoren und Beutetieren durch die Natur regelt, ohne den Eingriff des Menschen.

Gut zu sehen am Yellowstone Nationalpark, wo sich nach der Wiederansiedlung des Wolfes nicht nur die Bestände der Wapitis und des Bisons geregelt haben, sondern auch der Wald und die Vegetation sich erholt haben. Weil die Beutetiere gelernt haben sich auf den Wolf einzustellen, ist ihr Fluchtinstinkt gewachsen. Sie bleiben nicht mehr ständig an einer Fläche um alles abzugrasen, sondern ziehen ständig weiter. Die Vegetation erholt sich schneller. Sie wittern den Beutegreifer (Prädator) schon früher, wodurch auch die Jagd des Wolfes nicht mehr von ständigen Erfolgen gesegnet ist.

Kulturlandschaft
Stolberg – Harz

In unseren Kulturlandschaften, mit einer Unmenge an Wild, findet der Wolf die idealen Lebensverhältnisse. Er ist nicht auf Nutztiere angewiesen. Diese nehmen auch lediglich 7 Prozent in seiner Nahrungskette ein. Es ist nicht einmal erwiesen, ob die registrierten Risse von Nutztieren wirklich alle von Wölfen stammen. Wenn Hunde für Risse verantwortlich sind, ist das nur schwer nachzuweisen, da die DNA von Hund und Wolf sehr ähnlich ist.

Leider fragt man aber nicht, wie es dem Wolf gelingt Nutztiere zu reißen. Man erklärt ihn einfach zum „Problemwolf“ und gibt ihn zum Abschuß frei. Ob eventuell die Herdenschutzmaßnahmen nicht ausreichend waren, spielt kaum noch eine Rolle. Die „Feinde“ des Rückkehrers Wolf nutzen jede Gelegenheit seinen Ruf zu schädigen.

Nachweislich sorgt aber ein korrekter Herdenschutz dafür, dass die Risse bei Nutztieren nahezu auf Null gehen. Wie am Beispiel des Schäfers in NRW mit 600 Schafen zu sehen ist . Seit er Herdenschutzhunde hat, wurde kein Wolf mehr in der Nähe seiner Schafe gesichtet. Der Schäfer ist sich aber sicher, dass der Wolf noch da ist.
Der letzte Riss der Wölfin GW954f ist von Anfang Dezember 2018 gemeldet. Man vermutete bereits, dass der Wolf gänzlich verschwunden sei. Aber er wurde erst in den letzten Tagen wieder gesehen. Für den Wolf stellen die Herdenschutzhunde eine große Gefahr dar, sich zu verletzen. Das kann er sich nicht leisten und greift lieber auf das große Angebot Wild im Wald zurück.

Wenn die Regierungen den Forderungen der EU nachkommen und den Nutztierhaltern die Aufwendungen für den Herdenschutz zu 100 Prozent erstatten, bereits bevor es zu Rissen kommt, wird das Zusammenleben mit dem Wolf in normalen Bahnen verlaufen.

Es gibt den „Problemwolf“ nicht, das Problem ist in der Regel der Mensch. Wenn Menschen Wölfe aus dem Auto heraus Futter zuwerfen, ist das eine Aktion, die unter Strafe gestellt werden muß. Auch die Aufnahme von Wolfswelpen sollte strafbar sein. Auch wenn die Welpen „niedlich“ sind, sie werden größer und sie bleiben Wildtiere.

Es sind also die Menschen die aus dem Wolf ein Problem machen. Kommt ein Wolf einer Wohngegend zu nahe ( weil dort ja so viel Müll zu finden ist – er ist ja auch Aasfresser) , genügt es meist ihn mit Gummigeschossen zu vertreiben. So kann er oft schon leicht vergrault werden. Ein Gummigeschoss tut weh und wer läßt sich schon gerne weh tun? Das „Hören“ durch Schmerz funktioniert ja auch beim Hund und nur weil er eventuell nicht gleich beim ersten Versuch reagiert, wird wohl kaum jemand seinen Hund töten.

Die „Lex Wolf“, wie sie jetzt die Umweltministerin Schulze ins Gespräch brachte, oder einführen möchte, soll den Abschuß des Wolfes noch erleichtern und ist wohl ein Zugeständnis an die Lobbyistin Julia Klöckner, die schon lange die Tötung der Tiere fordert. Beide verstoßen damit eindeutig gegen europäisches Recht und schüren damit lediglich weitere Ängste in der Bevölkerung.

Es gibt genug Wild in unseren Wäldern. Selbst die Jäger können weiterhin Rehe schießen. Jäger schießen übrigens zehn Mal so viele wie der Wolf reisst, ohne das der Reh- oder Rotwildbestand gefährdet wird.

Wenn der Wolf einmal seine Territorien in Deutschland besetzt hat, noch ist es lange nicht so weit, reguliert sich der Bestand an Wölfen selbst. Dafür sorgen die Tiere selbst. Beim Wolf bestimmt das „Herrscherpaar“ – Leitwolf und Partner – die Anzahl der Jungen. Nur dieses Paar darf sich im Rudel vermehren. Die anderen Wölfe und Fähen dienen lediglich der Versorgung und Erziehung der Jungen.

Wildschweine und Hunde, selbst Rinder auf der Weide oder Schafsböcke und Pferde stellen eine größere Gefahr für das Menschenleben dar, als der Wolf. Jährlich kommt es zu tragischen Todesfällen bei den vorgenannten Tieren. Trotzdem macht kein Mensch Jagd auf sie.

 

Wolfsleben

Wolfsleben – wir schreiben das Jahr 1997. Ich bin ein Wolf und hatte hier in den polnischen Wäldern eine fantastische Kindheit. Gemeinsam mit meinen Eltern und den vier Geschwistern. Wenn Mama und Papa auf der Jagd waren um etwas zum Essen zu besorgen, passten meine älteren Geschwister auf uns Kleine auf oder brachten uns bei wie man eine Maus oder ein anderes kleines Tier fängt. Kurzum, wir hatten viel Spaß.

Aber dann kam die Zweit wo ich die Rolle der älteren Geschwister übernahm und schließlich war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Ich wollte die Welt erkunden und genau so stark und gut werden wie Papa.

Ich wollte auch eine kleine, eigene Familie haben. Die meisten meiner Kameraden zog es in Richtung Osten. Ich aber wollte in das Land wo wir früher einmal viele waren. Seit fast hundert Jahren soll es dort aber keinen unserer Art mehr geben. Sollte es wirklich eine Region geben wo es keine Wölfe gibt? Ich konnte es kaum glauben. Deshalb wanderte ich in Richtung Westen.

Nach einigen hundert Kilometern erreiche ich einen großen Fluß, diese zweibeinigen Wesen, die meine Verwandten immer „Menschen“ nannten und die so unangenehm riechen das wir uns lieber von ihnen fernhalten, nennen diesen Fluß „Neiße“. Noch während ich mich umschaue wie ich gut auf die andere Uferseite gelange, nimmt meine Nase einen lieblichen Geruch war. Zwar noch knapp 2 Kilometer hinter mir, aber noch gut zu erschnüffeln. Der Geruch birgt etwas Fähenhaftes. Sollte da ein liebliches Weibchen alleine durch den Wald streifen?

Wolfsleben – eine neue Familie

Ich mache mich vorsichtig auf den Weg und tatsächlich schauen mich plötzlich zwei träumerisch schöne Wolfsaugen an und ich bin sofort hin- und weg. Ab jetzt gehen wir gemeinsam unseren Weg. Nach einigen Wochen bemerken wir, das es Zeit wird den Fluß zu überqueren, wenn wir mit unserem Nachwuchs das Land unserer Vorfahren erleben wollen. Meine kleine Fähe ist nämlich schwanger.

Das Land der Väter

Das Gebiet in dem wir uns ein neues zu Hause aufbauen nennen die Menschen „Muskauer Heide“. Hier haben wir ideale Bedingungen vorgefunden um unser vier „Kleinen“ groß zu ziehen. Der große Kiefernwald beherbergt viele Beutetiere und es gibt weite Lichtungen, die wohl einmal von eisernen Fahrzeugen der Menschen geschaffen wurden. Mein Vater sagte einmal das wären „Truppenübungsplätze“,was immer das auch sein mag. Man kann hier aber sehr gut seine Revier abstecken. Ich will ja das es meiner Familie gut ergeht.

Wir schreiben bereits das Jahr 2000 und in den Chroniken der Menschen wird einmal geschrieben stehen, dass wir das erste Wolfsrudel in Deutschland nach der Ausrottung 1904 sind. Aber es geht uns gut hier. Einen Menschen riecht man nur selten und dann wissen auch die Kleinen, dass sie sich zu verstecken haben.

2003 – In der Nachbarschaft gibt es wohl ein neues Rudel. Ich habe erfahren das man es das „Neustädter Rudel“ nennt und das sie, man höre und staune, neun Welpen haben. Da komme ich mir mit meinen vier Nachfolgern recht mikrig vor, bis ich erfahre das einer von den Eltern ein Hund ist und kein Wolf. Überlebt hat auch keines der Kinder. am Ende des Jahres lebten noch vier. Zwei überlebten den Winter nicht und zwei nahmen die Menschen mit, aber auch diese Beiden starben schon bald.

Wolfsleben – es kommen mehr Kameraden gen Westen

Immer öfter höre ich von anderen Wölfen die ihr Glück im Westen suchen. Auch von meinen „Kleinen“ sind einige schon groß und weiter gezogen. In dem Land „Deutschland“ gibt es uns jetzt schon in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen Anhalt, Mecklenburg Vorpommern, Thüringen und Bayern. Wie ich hörte sind einige hart gesottene sogar schon bis zu dem Fluß „Rhein“ gekommen und in ein Land das Schleswig Holstein heißt und von zwei Seiten vom Meer umgeben ist.

Wolfsleben und das Mißverständnis mit dem Menschen

Leider höre ich aber immer öfter von Auseinandersetzungen mit den „Menschen“, die wir uns oft nicht erklären können. Da steht auf den Wiesen jede Menge feilgebotenes Fleisch und wenn wir uns etwas davon holen, regen sie sich fürchterlich auf und wollen uns sogar töten. Einige von uns haben sie dann auch tatsächlich hingerichtet. Warum stellt man uns denn die Beute auf den Teller, wenn wir sie nicht nehmen dürfen?

Bei einigen dieser Bereiche haben wir große Hunde gesehen, die uns klar machen : das hier ist nicht für euch gedacht. Woanders hat man „Gestelle“ um das Fleisch gebaut, an denen wir uns weh tun, da wissen wir dann auch Bescheid, lieber wegbleiben. Andererseits gibt es diese Gestelle die nur einen Teil abgrenzen, da sollen wir uns wohl lediglich einen anderen Eingang suchen. Wenn wir den aber gefunden haben, gibt es wieder Ärger mit den Zweibeinern.

Wie sollen wir das verstehen?. Sind schon seltsame Vögel, diese Menschen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir uns irgendwann besser verstehen.

Estland – Wolf Nationaltier der Esten

Estland wählte jetzt aus einer Reihe Kandidaten den Wolf zum Nationaltier des Landes

In dem Land gehört der Wolf zu den beliebtesten Tieren in den Volksmärchen. Ihm werden mehr als 500 Namen und Geschichten zugeschrieben.

Der Wolf gilt als Symbol für wilde, unberührte Natur. Als Raubtier hat er durch die Kontrolle der Pflanzenfresser erheblichen Anteil an der Formung der Waldlandschaften und der Moore.

Für die Esten prädestinieren die Eigenschaften des Wolfes ihn als Symbol zu wählen. Darin sehen sie den Wolf als stark und äußerst klug an. Mit einer guten Ausdauer ausgestattet und einem ausgeprägten Familiensinn, Für sie hat der Wolf Charisma und er gilt als Überlebenskünstler.

In dem kleinen Land gibt es etwa 200 Wölfe in 20 bis 25 Rudeln, die zumeist zurückgezogen in der Wildnis leben.

Die Volkskundlerin Marju Koivupuu sagt über ihn :“ Der Wolf ist ein natürlicher Teil unserer Umwelt und er läßt niemanden kalt.

Quelle : Estlands Naturisten Gesellschaft und Estnisches Naturkundemuseum, Wolfsschutz-Deutschland


Esten retten Wolf aus dem Eis

In Estland haben Bauarbeiter einen Wolf gerettet, der durch eine Eisdecke in einen Fluß eingebrochen war. Sie legten ihn auf den Schoß und wärmten ihn mit einer Decke. Dann brachten sie ihn zu einem Auto und fuhren ihn in eine Klinik. Erst bei Sichtung der großen Pfoten und durch das Gewicht, bemerkten sie, dass sie keinen Hund, sondern einen Wolf gerettet haben.

Nachzulesen , mit Bildern : englisch

die Erstmeldung auf estnisch

Quelle : https://wolfsschutz-deutschland.de/

Schießbefehl auf Dani

Schießbefehl auf den Wolf „Dani“ (GW 924m) durch den Umweltminister Albrecht – Partei die „Grünen“.

Bei einer Demonstration von Nutztierhaltern und Bauern kommt es zu häßlichen, unwürdigen Szenen. Ein überdimensionaler Stoff – Wolf hängt an einem Galgen. Offen wird vom „Lynchen der Wölfe“ gesprochen. In Kommentaren zu einem Bericht über an Ortseingangsschildern hängende Wölfe in Italien, reagiert man mit „richtig, auch Kuschler sollte man so strunzdumm wie ihr seid sterben lassen !“ (Name bekannt).

Zaunkontrollen durch den NABU und einzelner Personen haben einen unzureichenden Schutz zu Tage gebracht. Zäune zeigten Lücken, oder führten keinen Strom. Die richtige Höhe war nicht gegeben. In Kommentaren klagen die Schäfer das der Zaunbau lästig ist und zuviel Arbeit sei. Auch an einer Übernahme des Herdenschutzes durch das Land besteht kein Interesse.

Der Minister untergräbt mit seinem Handeln den Naturschutz. Es werden selbst die Zahlen ignoriert, die das Umweltministerium jüngst veröffentlichte.

Im vergangenen Jahr wurden 47 Vorfälle untersucht. Dabei starben 64 sogenannte „Nutztiere“. Ohne Zweifel wurden 21 von Hunden getötet. Lediglich 4 Risse waren vom Wolf. Alle anderen Todesfälle konnten nicht bestimmt werden.

In Schleswig Holstein gibt es lediglich vier Wölfe.

Von 2010 bis 2014 gab es 70 gerissene Tiere durch Hunde und nur 5 durch den Wolf. (SHZ 2019 – shz.de/15960831).

Über die durch Hunde getöteten „Nutztiere“ gibt es nicht einmal eine Diskussion. Dafür zeigen die Hetzkampagnen der Jagd- und Bauernverbände mit Unterstützung von Politikern (Julia Klöckner) und der „BILD Zeitung“ (hier wird der Wolf nur als reißende Bestie abgebildet) Wirkung. Mit immer mehr Erfolg werden Ängste geschürt, die völlig an den Tatsachen vorbei gehen.

Schießbefehl bringt nichts

Durch das Abschießen der Wölfe wird der Bestand nicht reguliert. Ab einer gewissen Bestandszahl reguliert sich die Menge durch andere Geburtenraten selbst. Sollte es zu Problemen mit einem bestimmten Wolf kommen, soll zunächst das „Verschrecken“ als Mittel eingesetzt werden. Das wurde in SH erst gar nicht in Betracht gezogen.

Das Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf funktioniert in anderen Ländern, mit weit größerem Wolfsbestand, ohne Probleme.
Seit einigen Jahren vertraut in Brandenburg der Schäfer Knut Kucznik seiner Herde in den Weiden und Mooren, französischen Pyrenäenberghunden an. Kuczniks 480 Schafe und 50 Ziegen grasen mitten im Wolfsland.

Es kam zu keinem Zwischenfall, weil ein Wolf im Grunde große Angst vor einem Kampf um Beute hat . Er könnte sich verletzen, was ihn wiederum für spätere Beutezüge schwächt.

Naturschutz besteht nicht aus sinnlosem Töten einer Art. So wird der Mensch zur eigentlichen „Bestie“. Das Bestreben, den besonderen Schutz des Wolfes immer wieder auf verschiedene Arten aufzuweichen, muß ein Thema für den Europäischen Gerichtshof werden.

Nachtrag zum Artikel 23.Februar 2019

Roddy darf getötet werden

Der Wolf „Roddy“ aus dem Rodewalder Rudel in Niedersachsen darf geschossen werden. Ein Einspruch beim Gericht wurde negativ beschieden.

Skurrile Urtreilsbegründung – Zaun unzumutbar

Die Genehmigung gilt bis zum 28. Februar. Dem Leitwolf des Rudels sind angeblich nachweisbar zwei Risse von Rindern zuzuordnen. Das Gericht begründet den Entschluss damit, dass der Wolf in einer Herde mit erwachsenen, wehrfähigen Rindern sein Opfer gerissen hat.

Außerdem sei eine Behirtung und eine Unterbringung der Tiere in einem Nachtpferch nicht zumutbar. Auch die Anschaffung eines Elektrozauns zum Schutz der Herde sei dem Halter nicht zuzumuten.

Fazit . Das Gericht hat sich offensichtlich nicht mit den Gegebenheiten in der Natur vertraut gemacht. Eine Rinderherde, die es noch nie mit einem Wildtier zu un hat, ist überhaupt nicht in der Lage zu reagieren. Dinge wie Fluchtinstikt oder Abwehr- beziehungsweise Schutzhaltungen als geschlossene Herde, müssen erst wieder gelernt werden.

Im Yellowstone Nationalpark hatte der wiedereingegliederte Wolf zunächst ebenfalls leichte Beute weil seine Opfer ihn nicht kannten. Heute gelingt dem Wolf längst nicht jede Attacke gegen seine Beutetiere, weil diese ihn mittlerweile früh wittern und früher die Flucht ergreifen. Das mußten sie aber erst durch Erfahrung lernen.

Gericht in Österreich sieht den Zaun als zumutbar an

Im Falle einer von Rindern getöteten Wanderin, die in Österreich mit ihrem Hund an einer Rinderherde mit Kälbern vorbeikam und von diesen angegriffen wurde, entschied das Gericht auf Schmerzensgeld für die Familie. In der Urteilsbegründung hielt das Gericht dem Herdenhalter vor , keinen Zaun errichtet zu haben. Das sei aufgrund des geringen Aufwandes zumutbar. Offensichtlich sind in Deutschland Zäune nicht zumutbar, weil sie ein paar Euro kosten ?

Nicht die Natur muß sich auf den Menschen einstellen. Der Mensch muß sich auf die Natur einstellen und zu dieser gehört auch der Wolf.

Jagd – Jäger wollen mehr

Jagd – gar lustig ist die Jägerei… scheint gut in die Politik der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu passen. Jedenfalls scheinen das Jagd- und Bauernverbände so zu sehen, da sie immer neue Forderung zur Bejagung der heimischen Tiere auf den Tisch bringen.

War es zunächst die Forderung den Schutzstatus des Wolfes aufzuweichen, um nicht nur einen einzelnen Wolf, sondern womöglich gleich ein ganzes Rudel schießen zu können, geht es jetzt dem um den Waschbären.

Jagd auf die Jungwaschbären

Nach dem Willen der hessischen Koalitionäre soll es nun dem Jungwaschbären an den noch nicht fertig ausgebildeten Kragen gehen. Ausgerechnet die „Grünen“, gehen von ihrem ursprünglichen Standpunkt ab. Vor drei Jahren wollten sie noch die Schonzeiten, mit dem Blick auf andere Tiere, weiterentwickeln.

Heute opfern sie diesen Standpunkt um die Kompromissbereitschaft in der Koalition zu bekunden und stimmen der Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären zu.

2017/2018 wurden in Hessen 28.000 Waschbären erlegt, Bundesweit 130.000

Das geht dem Jagdverband allerdings noch nicht weit genug. Dieser möchte auch für den Fuchs die Schonzeit aufheben lassen. Noch 2015 rühmten sich die „Grünen“ damit, erstmals in der Jagdverordnung eine Schonzeit für Fuchs und Waschbär während der Aufzuchtzeit der Jungen durchgesetzt zu haben.

Bundesland Hessen – Vorreiterrolle?

Das Bundesland Hessen scheint auch eine Vorreiterrolle im Bezug auf die Bejagung von anderen Tieren zu haben. So gibt es im Bundesland den erlaubten „Haustierabschuß“. Dieser erlaubt das Töten oder die Entnahme, Aneignung von Haustieren im befriedeten Bereich der vom Vermieter, Besitzer oder Pächter genutzt wird.

Geduldet wird sogar Jagdhunde an gezüchteten, lebenden Fasanen, Rebhühnern oder Füchsen ausbilden und prüfen zu lassen. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Es ist verboten “ … ein Tier an einem lebenden Tier auf Schärfe abzurichten und zu prüfen…“

Was gilt da noch das Grundgesetz: “ Artikel 20a GG ….der Staat schützt … die Umwelt und Tiere….“

Zurück zum Waschbär. Forschungsergebnisse zeigen das der Waschbär keine Gefahr für das ökologische System darstellt. Seine Nahrung besteht aus Regenwürmern, Insekten und Obst. Wenn er dem Menschen zu nahe kommt, liegt das in der Regel an diesem selbst, weil er das niedliche Tier ja so gerne füttern möchte und ärgert sich dann, wenn er ihn nicht mehr loswird. Ordnungsgemäße Abfallentsorgung wäre da auch noch ein Tema.

Der Wildbiologe Dr. Ulf Hohmann sagt zum Waschbären

ich kenne keinen Wissenschaftler oder Jagdexperten der ernsthaft glaubt, den Tieren mit jagdlichen Mitteln Einhalt gebieten zu können. Wir müssen uns damit abfinden, dass der Waschbär sich bei uns wohlfühlt und wir ihn nicht regulieren können. Insofern müssen wir uns mit ihm arrangieren.

Dr. Ulf Hohmann

Jagd – Fallenjagd

Waschbären werden nicht einfach nur „abgeschossen“. Man nutzt auch Lebendfallen. Einmal in so eine Falle geraten, versucht das Tier natürlich wieder herauszukommen und fügt sich dadurch Verletzungen zu, bevor er dann vom Jäger mit einem Kopfschuss getötet wird. Außerdem gibt es immer noch Totschlagfallen, eigentlich für unsere Zeit unvorstellbar. In diesen Fallen wird der Waschbär regelrecht zerquetscht. und stirbt einen qualvollen Tod.

Für mich eindeutig ein Tatbestand der Tierquälerei.

Jagd – keine Schonzeit für den Fuchs

Was das Tema Fuchsjagd angeht, könnte sich die Ministerin ein Beispiel an Luxemburg nehmen. Dort wurde gegen den Widerstand der Verbände ein Jagdverbot durchgesetzt. Das Resümee zeigt das es zu keinen wesentlichen Problemen gekommen ist.

Im Bayerischen Nationalpark ist die Jagd auf den Fuchs seit Jahrzehnten verboten. Die im 24.000 Hektar großen Waldgebiet lebende Population an Füchsen reguliert sich selbst. Sie gebären bedeutend weniger Junge als Füchse in bejagten Gebieten, die ihren Bestand halten wollen. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Waschbären. Bei Bejagung vermehrt er sich entsprechend mehr.

Man sieht also das eine Jagd auf Fuchs und Waschbär keinen Sinn macht. Aber die Jagdverbände werden in letzter Zeit nicht müde nach neuen Opfern zu suchen. Kaum bin ich bis hierher mit meinem Artikel gekommen, höre ich von neuen Forderungen gegen die Nilgans.

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Raubtierpolitik

Raubtierpolitik – das Schlagwort der Jägerschaft. Sie werden nicht müde die Änderung der Jagdpolitik zu fordern, um endlich den einzigen Konkurrenten zu erlegen. Der Wolf ist den Jägern ein Dorn im Auge.

Deutlich wird das in einem Bericht der „Outfox World“. Michael Lehner berichtet hier von einem Aufenthalt in Schweden, vom 31.10.2016.

In Schweden war die Jagd auf den Wolf erlaubt.

Im kommenden Winter 2018/2019 wird es keine so genannte Schutzjagd auf Wölfe geben. Die zuständige schwedische Behörde, „naturvårdsverket“, hat die Wolfsjagd-Lizenz für die Saison aufgehoben. Mit Hinweis auf jüngste Wolfszählungen sei kein Anlass für eine Schutzjagd mehr gegeben. entnommen : Schwedenstube.de

Zum Artikel: Es geht darum das die anfängliche Euphorie für den Wolf einer Ernüchterung der Begeisterung gefolgt ist. Er fordert eine Änderung der Raubtierpolitik

In seinem Artikel begründet er das damit, das durch die Existenz die Elchjagd beschwerlicher geworden ist. Die „Elchhunde“ haben Angst vor dem Wolf . Außerdem machen die Elche machen keinen Unterschied mehr zwischen Hund und Wolf. Sie fürchten jetzt beide Arten.

War es früher möglich den Elch sauber „anzusprechen“ und einen „gezielten Schuß“ zu setzen, weil der Elch sich zögerlich im Wind bewegte, ist das durch sein jetziges, vom Wolf geprägten Verhalten, nicht mehr möglich. Der Elch tritt gleich die Flucht an.

Die Jagd ist beschwerlich geworden weil dadurch das Interesse an der Elchjagd stark gesunken ist. Waldbauern fürchten nunmehr um die Einnahmen aus der Jagdverpachtung. Das soll durch eine Änderung der Raubtierpolitik reguliert werden.

Bereits im ersten Absatz wird behauptet es gäbe kein Rehwild und keine Biber mehr. Aber zwei Absätze weiter schreibt er das das Rehwild wieder vorhanden sei und der Bestand des Bibers soweit reduziert ist, dass man keine Drahtgitter mehr zum Schutz der Bäume anbringen müsse. Offensichtlich hat der Wolf hier sein regulierendes Werk erfolgreich verrichtet.

Raubtierpolitik wegen fehlender Einnahmen ändern

Außerdem sollte die Raubtierpolitik sich für die Entnahme des Wolfes entscheiden, weil Waldbesucher ihre Hunde nicht mehr ohne Leine in den Wald lassen.

Bei der Witterung des Wolfes traut sich sein „sauenerprobter“ Hund nicht mehr vom Auto weg. Durch die Angst des Rotwildes vor dem Wolf ist dieses bedeutend scheuer als vor dem Dasein des Wolfes. Das führt auch zu größerer Angst vor den Jagdhunden.

Das Resümee lautet also:

Abschüsse sollen erlaubt werden weil:

der Wolf die Bestände reguliert.

Der Biberbestand sich reduziert, so dass Bäume nicht mehr gesondert geschützt werden müssen (gesunder Bestand).

Das Rot und Rehwild wieder seinen natürlichen Fluchtinstinkt entwickelt.

Das Rotwild jetzt Angst vor Jagdhunden hat.

Der Bestand des Wildes reguliert ist.

Die Elchjagd schwieriger geworden ist und so Jagdpacht Einnahmen fehlen.

Hundebesitzer sich nicht trauen ihren Hund im Wald ohne Leine laufen zu lassen.

Man sieht also – alles Gründe sich über den Heimkehrer Wolf zu freuen und kein vernünftiger Grund ihn zu beschießen. Das keine Gefahr besteht das der Wolfsbestand zu groß wird, ist ja bereits an anderer Stelle begründet.

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