Ostern 2021 – wieder ein besonderes Fest

Ostern 2021 ist wie auch im Jahr 2020 anders. Wieder bestimmt das Virus die Gestaltung der Ostertage. Eigentlich ist sogar noch mehr notwendig als vor einem Jahr. Das Virus hat seine Angriffe durch Mutationen noch einmal erhöht. Das britische Virus hat mit 90 Prozent Anteil Deutschland und Europa im Griff. Es ist bedeutend aggressiver und gefährlicher als noch vor einem Jahr.

Ostern 2020 rühmte sich die deutsche Politik noch damit wie toll sie alles im Griff hat. Man fühlte sich schon fast wie ein Weltmeister im Umgang mit der Pandemie. Aus Deutschland wird der erste Hersteller gemeldet, der einen Impfstoff entwickelt hat und man glaubt schon die Pandemie besiegt zu haben, bevor überhaupt eine einzige Impfung erfolgt ist.

Dann kommt Europa ins Spiel. Um allen Mitgliedsstaaten die gleichen Chancen beim Impfen zu garantieren soll die Bestellung der Dosen von der EU geregelt werden. Zu dieser Zeit hat Deutschland den Vorsitz in der EU. Schon beginnt der Streit über den Preis für den Impfstoff. Kommt da bald noch ein günstigerer Impfstoff? Andere wollen eigenen Impfstoff nutzen, der eventuell irgendwann im eigenen Land produziert wird.

Die östlichen Mitgliedsstaaten wollen weniger zahlen und so geht es lustig weiter. Später werden sich Länder wie Ungarn nicht an die Abmachungen handeln und Impfstoff aus Rußland und China bestellen der in Europa noch nicht zugelassen ist.

Außerhalb Europas werden indessen bereits feste Verträge ausgehandelt und Liefermengen bestellt und höher bezahlt. Als Europa soweit ist, so etwas wie eine Einigkeit herzustellen, ist längst nicht mehr genug Impfstoff verfügbar und man schaut betrübt in die Röhre. Als in Amerika, Großbritannien und Israel längst schon geimpft wird, wartet Europa noch immer auf die Zulassung der Impfstoffe, mit denen woanders schon Tausende geimpft werden. Als Israel bereits fast die Bevölkerung durch geimpft hat, liegt die Impfquote in Deutschland noch bei 10 Prozent und dennoch betont man hier wie erfolgreich man beim Impfen ist.

In Deutschland gibt es mittlerweile ein Geschachere zwischen Bund und Ländern um die vernünftigsten Maßnahmen bei der Bekämpfung der Pandemie.

Einen richtigen, Erfolg bringenden bundesweiten Lockdown bekommt man einfach nicht auf die Reihe. Dabei bräuchte man nur auf Portugal zu sehen, um zu erkennen wie man erfolgreich sein kann.

Portugal galt als das am schlimmsten betroffene Land. Die Bundeswehr wurde zur Hilfe gerufen, weil die Situation in den Krankenstation unmenschlich wurde. Acht Wochen wurde alles heruntergefahren. Ausgangssperren verhängt. Sehr schnell gingen die Inzidenzen herunter. Die Inzidenzzahl lag bei 878. Nach den acht Wochen liegt die Zahl unter 30. Portugal gilt Ostern 2021 als quasi Corona frei, obwohl auch dort erst etwa 10 Prozent der Bevölkerung geimpft ist.

Der Gesundheitsminister verhaspelt sich in großen Ankündigungen was alles demnächst wunderbar läuft und gibt bereits Termine an, die allesamt nicht eingehalten werden können. Die Ministerpräsidenten fühlen sich offenbar in ihrer Macht begrenzt, wenn die Kanzlerin sagt was geschehen muß. Stimmen ihr voll zu und handeln danach völlig eigensinnig und entgegen der gemachten Vereinbarungen.

Das Virus hat seine große Freude über die Uneinigkeit der Bundesländer. Die Bevölkerung fragt sich was eigentlich nun richtig ist. Die einst so hoch gelobte “Deutsche Gründlichkeit” versagt auf allen Ebenen, von denen es eh schon viel zu viele gibt. Alle wollen irgendwo und irgendwie etwas zu sagen haben und so läuft nichts richtig. Der Bund legt fest, dass überall getestet und geimpft werden soll und gibt Termine vor. Als es dann darum geht, wer denn eigentlich die Tests bestellt und verteilt sagt der Bund es sind die Länder, diese schieben es auf die Kommunen und wieder klappt nichts richtig.

Kinder in den Schulen, die ja unbedingt geöffnet sein müssen, sollen regelmäßig getestet werden. Das Problem ist aber, dass die Schulen gar keine Tests bekommen haben. Ohne das Engagement der Schulleitungen und Lehrer wäre ein Schulbetrieb überhaupt nicht möglich. Kultusminister haben monatelang nichts getan um digitalen Unterricht zu ermöglichen. Von Lüftungssystemen ganz zu schweigen.

Was ist das für ein Trauerspiel, wenn mitten im Winter die Schüler mit Jacken, Schal und Mütze im Unterricht sitzen müssen, weil alle paar Minuten die Fenster, wegen fehlender Belüftungsanlagen, geöffnet werden müssen?

Bereits an den Weihnachtstagen 2020 sind Impfzentren aus dem Boden gestampft worden, Personal steht bereit und es kann sofort nach den Feiertagen los gehen. Los gehen ja – aber womit? Es gibt gar keinen Impfstoff und so stehen die Hallen und Zentren noch wochen- monatelang leer.

Beschlüsse, Ostern 2021 alles noch ein letztes Mal herunterzufahren um die Inzidenzzahlen zu senken, werden durch neue “Ideen” der Ministerpräsidenten einzelner Bundesländer umgangen. Man kann weiter schoppen wenn man vorher negativ getestet wurde. Plötzlich ist der so verschmähte Grünen- Politiker Palmer ein Vorbild. In Tübingen hat er ein Modell geschaffen bei dem durch Testungen Geschäfte und Außengastronomie wieder öffnen dürfen.

Die Inzidenzzahlen waren um 30 und so fühlte man sich in der Lage so ein Experiment durchzuführen. Nur 6 Wochen später schießen aber auch dort die Zahlen wieder in die Höhe und man ist bereits wieder über 100. Das Experiment wird beendet, mit der Begründung es kämen zu viele von auswärts nach Tübingen um zu schoppen. Dabei werden ja auch diese Kunden vorher in Testzentren auf Corona getestet.

Durch Probleme mit einem bestimmten Impfstoff gerät wieder alles aus den Fugen. Die vorher festgelegte Impfpriorität gerät durcheinander. Hieß es zunächst das nun die 78 und 79 jährigen geimpft werden, sollen jetzt plötzlich alle ab 60 Termine machen können und die Hausärzte sollen kompakt in die Impfungen integriert werden. Durch das Impfen in den Praxen soll die Durchimpfung an Tempo aufnehmen. Dann liest man das jede Praxis für eine Woche 20 Dosen Impfstoff bekommt. Ja , so kann wahrlich “Tempo aufgenommen werden”.

Ostern 2021

Ostern 2021 soll eigentlich an den Leidensweg Christi erinnern. Es ist aber mehr ein Fest an das man sich später an das große Versagen der Politiker erinnern wird. Ostern 2021 ist eben ein besonderes Osterfest.

Dennoch wünsche ich allen meinen Lesern ein schönes Fest. Hoffentlich können wir unsere Erregung und die Ängste im Bezug auf Corona etwas herunter fahren. Versuchen wir einfach ein paar Stunden an das eigentliche Osterfest zu denken, in der Hoffnung auf besserer Zeiten.

Ostern 2020

Ostern 2020 – herrliches Wetter, die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. Bei nahezu sommerlichen Temperaturen wetteifern Amsel und Rotkehlchen mit ihrem Gesang. Da wirkt der Ruf der Buchfinken geradezu langweilig.

Es ist Mittwoch und am nächsten Tag beginnt Ostern 2020. Vor dem Discounter stehen die Leute in gewissem Abstand und warten auf die Ausgabe eines desinfizierten Einkaufswagen. Viele haben Schutzmasken auf. Einige gekaufte, aber auch viele selbst genähte Masken. Anleitungen zum selber nähen gab es im Internet viele, selbst die Feuerwehr gab eine Anleitung heraus.

Vieles ist anders in diesem Jahr. Die Szenerie die ich aus dem Auto beobachte, weil meine Frau zum Einkauf alleine in den Laden geht, wirkt bedrückend, fast unheimlich. Aber wir sind hier in keinem Horrorfilm von Stephen King, es ist Realität an Ostern 2020. Der Corona Virus, Corvid-19 , hat die Gesellschaft fest im Griff.

Wieder zu Hause begibt sich meine Frau in den kleinen Garten hinter dem Haus. Ein Rest an Arbeiten ist noch zu erledigen, der vor einigen Tagen nicht mehr geschafft wurde.

Der Leser wird nun sicher anmerken wieso der “Kerl” da nicht hilft und auf dem Balkon sitzt. Das liegt daran das ich seit ein paar Jahren an COPD erkrankt bin, da fällt die Arbeit im Garten schwer. Auch ein Grund warum ich ich zur Risikogruppe gehöre. Vom Alter her gehören wir allerdings beide bereits in diese Kategorie.

Als letzte Tätigkeit bekommen die Vögel noch einmal Futter und die Vogeltränke wird gereinigt und mit frischem Wasser versehen.

Es ist Post im Briefkasten. Der Absender läßt auf keine gute Nachricht schließen. Stadt Essen – der Oberbürgermeister, schon überlege ich ob ich in letzter Zeit irgendwann zu schnell gefahren bin und geblitzt wurde. Es ist aber nur ein Brief den die Stadt an alle Bürger über 60 geschickt hat, um noch einmal die Verhaltensregeln aufzuführen. Seit mehreren Wochen hören wir das allerdings täglich- ” bleibt zu Hause “.

Allerdings werden ja auch Spaziergänge an der frischen Luft empfohlen um das Immunsystem zu stärken. Als COPD Patient ist die Bewegung fast schon Pflicht, um die Lunge zu erweitern. Die Hotspots in Essen, wie der Baldeneysee oder Zeche Zollverein sind uns zu belebt, da ist das Abstand halten schwierig. Der Grugapark ist geschlossen, was für viele nicht sehr logisch ist.

Deshalb fahren wir am Ostersamstag auch zum Zwillbrocker Venn um dort die Flamingos in freier Natur zu erleben.

Ostern 2020

Zwillbrock liegt unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden, am westlichsten Rand des Münsterlandes. Auf dem Weg dort hin, schickt uns das Navi ein Stück durch Holland und an der Grenze winkt uns die Polizei (deutsche Polizei) an die Seite. Was wir denn in Holland wollen, einkaufen oder an die Küste? Als ich dann antworte, dass wir im Zwillbrocker – Venn Vögel beobachten wollen, kann die Polizistin damit nichts anfangen und irgendwie macht sie einen verdutzten Eindruck als sie uns weiter winkt.

Zur Gemeinde Vreden gehört der Ortsteil Zwillbrock mit der Biologischen Station, die aber auch wegen Corona geschlossen ist, ebenso wie die Aussichts- und Beobachtungstürme im Venn.

Wenn sie einmal nach Zwillbrock fahren, wird ihnen gleich die barocke Kirche St. Franziskus am Zugang zum Rundweg durch das Venn auffallen. Ein Kuriosum befindet sich im Inneren dieser Kirche. Das Altarbild läßt sich wie eine Kulisse verschieben. Das gibt dem Küster die Möglichkeit zu den Weihnachtstagen ein anderes Altarbild anzubieten. Der Küster wird so zum Kulissenschieber.

Ostern 2020

Auch der Ostersonntag ist wieder ein richtig schöner Sommertag, mit Temperaturen um die 22 Grad. Unsere “Bochumer” haben angerufen um gleich einmal kurz mit unserem Enkel Tom vorbei zu kommen.

Wieder eine Besonderheit an Ostern 2020. Wir stehen in der Wohnungstür und unterhalten uns mit den Kindern die im Treppenhaus stehen. Normalerweise würden wir jetzt alle zusammen in der Küche das Osteressen einnehmen. So aber wird es nur ein kurzer Besuch um sich gegenseitig ein “schönes Fest” zu wünschen. Luisa, die Enkelin und ihre Eltern rufen wenig später an. Eigentlich wären sie jetzt im Osterurlaub auf einem Bauernhof in Niedersachsen. Dort säßen sie am Abend an dem großen Osterfeuer. Das ist nun eine kleine Feuerstelle in ihrem Garten.

So sieht die Kommunikation eben an Ostern 2020 aus. Keiner möchte Schuld haben, wenn einer der “Alten” sich durch einen Besuch infizieren würde. So bleibt nur die Betrachtung des kleinen Osterpräsent auf dem Wohnzimmertisch und der Gedanke an bessere Tage.

Ganz schlimm ist es allerdings das wir unsere 94 jährige Mutter im Altenheim nicht besuchen können, zumal sie wegen eines Sturzes vor kurzer Zeit nicht sehr beweglich ist.

Irgendwann, wenn sich alles wieder normalisiert hat, werden wir hoffentlich alle in gemütlicher Runde beisammen sein und an die Corona-Zeit denken. Vielleicht kann man dann dieser Zeit sogar ein paar gute Dinge zuschreiben. So könnten die Verkäufer/innen ja auch künftig durch Plastik an den Kassen geschützt bleiben und das Drängen an den Kassen gibt es eventuell auch nicht mehr. Vielleicht erkennen viele auch, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit der Natur ist, um das Risiko weiterer Pandemien zu minimieren.