Fütterung – gut für die Wasservögel?

Fütterung – der Frühling naht mit großen Schritten und Corona bedingt verbringen wir viel mehr Zeit an der frischen Luft. Man besucht die Parks und die Gewässer mit den vielen Wasservögeln. Damit die Kinder ihre Freude haben, wird Brot und anderes Futter mitgenommen.

Aber tun wir den Tieren damit einen gefallen?

Zweifellos ist die Fütterung der Vögel gut gemeint. Höckerschwäne, Kandagans, Nilgans, Blässhuhn und Stockente sind allerdings im Bestand keineswegs gefährdet, sondern nehmen in der Population stetig zu. Das ist ein Zeichen dafür, dass genügend Nahrung vorhanden ist. Deshalb wird teilweise das Füttern von Schwänen bereits verboten, weil ihre Zahl zu groß wird.

Fütterung

Fütterung – ungeahnte Folgen

Wo gefüttert wird, sammeln sich die Wasservögel in großer Zahl. Alle wollen etwas mitbekommen und sicher kommt auch keines der Tiere zu kurz. Zentriert wird so auch entsprechend viel Kot der Tiere erzeugt. Im Kot enthalten ist Phosphor, der im Wasser für vermehrten Algenwuchs sorgt. Dieses wiederum senkt den Sauerstoffgehalt im Wasser und Fische und andere Wassertiere sterben.

Kleinere Gewässer werden so schnell “faul”. Die Basis für die Aufzucht von jungen Wasservögeln ist verschwunden. Das Ökosystem nimmt in Folge der Fütterung Schaden.

Entrophierung ist der Begriff für die Sauerstoffreduzierung durch Algenwuchs. Daran hat auch die Landwirtschaft mit den Düngemitteln einen großen Anteil und die Abwässer aus den Städten und der Industrie. Eine größere Verschmutzung durch die Singvögel ist bisher nicht festgestellt worden.

Fütterung

Einzelne Teiche und Wasserflächen kippen häufig durch das Füttern der dort lebenden Enten, Gänse und Tauben. Algenbildung, Wassertrübung und schließlich Faulschlamm zerstören das Biotop.

Überfütterung und die Wanderratte

Eine weiterer Effekt durch Überfütterung ist die Ankunft der Wanderratte. Das geworfenen Futter bleibt liegen und zieht die Ratte an. Hier findet sie ideale Lebensvoraussetzungen. Die Wanderratte frisst Enten- und Blässhuhn- Küken. Ein einziges Wanderrattenpaar tötet in einer einzigen Nacht 20 Entenküken. Die so gut gemeinte Fütterung verkehrt sich auf diese Weise in das Gegenteil. So wird die Fütterung zum Bestandsrisiko der vorhandenen Population der Wasservögel.

Höckerschwäne und Gänse gewöhnen sich daran, stets an den gleichen Stellen gefüttert zu werden. Sie warten einfach ab und verbringen keine Zeit mehr mit der natürlichen Futtersuche. Sie erleiden Bewegungsmangel.

Bleibt aus irgendeinem Grund die Fütterung längere Zeit aus, quittieren sie das mit aggressiverem Betteln und Attacken auf die Jungschwäne. Außerdem verlieren sie ihre natürliche Scheu und kommen den Menschen sehr nahe.

Nilgänse laufen bettelnd zwischen den Beinen hin- und her und geraten so in Gefahr von Hunden angegriffen zu werden. Weil sie ihrem Nachwuchs zeigen, wie man gut an Futter kommt, nehmen sie diesen mit “an Land” und Rabenkrähen haben ein leichtes Spiel.

Fütterung – erzeugt Krankheiten

Wo viele Wasservögel zusammenkommen, weil dort gefüttert wird, wächst auch die Gefahr von Infektionskrankheiten und Vergiftungen durch Bakterien. Der Mangel an Bewegung hat auch für weniger Widerstandskraft gesorgt. Die Vergiftung durch Toxine eines Bakteriums mit Namen Clostridium wird Botulismus genannt.

Im Kadaver der verstorbenen Vögel bilden sich Maden, die gegen das Gift resistent sind. Sie werden von Vögeln gefressen. Bereits eine dieser Maden die gefressen wurde, kann zum Tod einer ausgewachsenen Ente führen.

Um derartige Schäden zu verhindern, wurde die Fütterung im Kurpark von Bad Nauheim, nach einem Botulismus Ausbruch, verboten. Stattdessen wurde abseits vom Teich ein “Erna-Ente-Treff” installiert. Hier wird Hausgeflügel gehalten, das artgerecht gefüttert werden darf. So kann der Mensch hautnah bei den Gänsen sein und im nahe gelegenen Teich kommen nun neben den Wasservögeln auch der Eisvogel und der Biber vor.

Quellen: erna-ente-treff.de, Oliver Weirich 2020, effect of feeding waterbirds

Eichhörnchen in Not ?

Eichhörnchen

Eichhörnchen, mit dem wissenschaftlichen Namen “Sciurus vulgaris”, sind korrekterweise  eurasische Eichhörnchen. Typisches Merkmal sind der buschige Schwanz und die etwa 5 cm langen “Ohrpinsel”, die auch das Unterscheidungsmerkmal zum grauen amerikanischen Grauhörnchen darstellen.

Eichhörnchen

Oft werden bei uns graue Eichhörnchen irrtümlich für das amerikanische Pendant gehalten. Es ist allerdings ein Irrglaube das unsere heimischen Tiere alle rötlich braun gefärbt sind. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Fabrschattierungen. An den  Greifzehen befinden sich kräftige Krallen mit denen sie sich an jedem Baum und Ast festhalten können. Der buschige Schwanz der nahezu die gleiche Länge hat wie der Körper, dient zum “Balancieren” und dem Gleichgewicht.


Nachwuchs der Eichhörnchen

Die Tragezeit der Mutter beginnt bereits im Januar. Das ist für das weibliche Tier eine echte Anstrengung, da im Winter, je nach Witterung, das Nahrungsangebot begrenzt ist und sie gerade jetzt besonders energiereiches Futter benötigt. Der Nachwuchs, meistens fünf Junge, kommt gegen März/April zur Welt und wird vier Monate im “Kobel” versorgt. Der Kobel ist ein kugelförmiges Gebilde aus Reisig und Ästen in etwa fünf bis fünfzehn Meter Höhe in alten Bäumen.

Leider überleben nur etwa 20 % der Jungen das erste Jahr. Neben der Witterung liegt das an den natürlichen Feinden wie  Greifvögel und Marder. Überhaupt ist die Lebenserwartung des Eichhörnchens in der Natur nicht sehr hoch. Etwa zwei bis drei Jahre, wogegen es in Gefangenschaft bis zu 12 Jahre alt werden kann. Strenge Winter mit viel Schnee und Frost bedeuten Hunger und Tod. Die Hörnchen finden ihre Vorräte dann nicht mehr wieder.

Winterfutter

Nun wird viel darüber diskutiert, ob man die Tiere in diesem Winter füttern sollte. Einige Experten geben zu bedenken, dass der heiße, trockene Sommer dazu führt das Bucheckern und Haselnüsse nur wenig Frucht beinhalten und das Futter deshalb knapp wird.

Grundsätzlich spricht ja auch nichts gegen eine Beifütterung. Wer einen großen Garten hat in welchem sich eventuell bereits ein großes Vogelhaus befindet, fügt einfach genug Nüsse bei. Eichhörnchen und Vögel vertragen sich bestens und der Singvogel hat nichts gegen den Nager.

Im Handel gibt es Futterstationen für kleines Geld und man kann die Tiere schön beobachten wenn sie versuchen an das Futter zu kommen. Da die Eichhörnchen nicht sonderlich scheu sind, werden sie auch gerne von Hand gefüttert.

Aber bitte keine Erdnüsse verfüttern. Gerade über die Weihnachtstage hat man davon oft genügend auf Vorrat und meint sie den Hörnchen geben zu können. Es handelt sich aber bei der Erdnuss um keine heimische Nuss und zumeist hast sie bereits einen weiten Weg hinter sich. Aus diesem Grund setzt sie an der Luft schnell Schimmel an und kann zur Gefahr für die Tiere werden. Haselnuss oder Walnuss, Sonnenblumenkerne, Bucheckern und Kürbiskerne nehmen sie gerne an, aber auch Obst, Gemüse und Pilze. Im März, April, wenn die Jungen zur Welt gekommen sind, wäre es schön geschälte Nüsse dem Futter beizugeben, da die Kleinen noch nicht in der Lage sind die Schalen zu knacken.

Eichhörnchen sind eigentlich Allesfresser. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern lediglich eine Winterruhe. Das heißt, sie fahren ihre Aktivitäten herunter um Energie zu sparen. Das ist vor allem für die tragende Mutter wichtig und auch um ihr über den Winter zu helfen, ist eine Zufütterung durchaus angebracht.