Vogelschnabel

Vogelschnabel – Man könnte auch sagen das der Vogelschnabel die Greifhand ersetzt. Die Hinterbeine benutzt der Vogel ja für das Fliegen. Der Vogelschnabel ist aber nicht nur zur Aufnahme des Fressen vorgesehen.

Vogelschnabel – Wärme bestimmt die Größe

Der Schnabel dient auch zur Thermoregulierung. Zum Schutz vor Unterkühlung und Überhitzung. Nach der “Allenschen Regel” ist die relative Länge der Körperanhänge (Schnabel) einer Art in einer kalten Region geringer als in einer wärmeren Region.

Bei Untersuchungen der Spitzschwanzammer in den Salzwiesen im Osten, Westen und an der Golfküste Nordamerikas stellte man fest, dass die Variationsbreite der Schnabelgröße abhängig von der durchschnittlichen Sommertemperatur ist. Je höher die Sommertemperatur im Schnitt war, umso größer ist der Schnabel.

Vogelschnabel – erstaunlich beweglich

Über das Nasenbein ist der Schnabel mit dem Gehirnschädel verbunden. Die Muskel am Quadratbein und am Gelenk des Unterkiefers schaffen die Möglichkeit das Kiefergelenk vorwärts zu bewegen. So wird auch das Oberkieferbein nach vorne gedrückt und der Oberschnabel hebt sich, während der Unterschnabel sich senkt.

Je nach Art der Nahrungsaufnahme ändert sich auch die Beweglichkeit. Bei den Schnepfen, mit den sehr langen Schnäbeln, sind die beweglichen Teile versteift. Sonst würde sich der Schnabel beim Einstechen in den Boden verbiegen, oder gar brechen. Bei der Bekassine verschiebt sich das Kiefergelenk unter die Augen, wodurch die Ohröffnungen dann vorne unter den Augen liegen. Die Schnabelspitze bleibt beweglich um die Nahrung zu “fassen”.

Der Vogelschnabel besteht aus Keratin oder Schnabelhorn, weshalb er nur ein geringes Gewicht hat. Durch diese Materialien kann er auch die verschiedensten Formen annehmen und mit Hilfe der Schnabelform auch die, für den Vogel wichtige Nahrung problemlos aufnehmen.

So wird aus dem Schnabel ein hochspezialisiertes Werkzeug. Anhand der Schnabelform kann der Beobachter bereits erkennen wovon sich der entsprechende Vogel ernährt. Durch die Nahrungsart wiederum, wird es auch leicht zu bestimmen wo der Vogel zu finden ist.

Vogelschnabel

Der Schnabel und die Farbe

Wenn die Vögel sich beobachten, können sie beim Konkurrenzkampf, anhand der Schnabelfarbe des Konkurrenten erkennen, in welchem Zustand dieser ist. Eine kräftige Farbe kann bewirken das der Konkurrent lieber gleich den Rückzug antritt.

Da es eine Beziehung (Korrelation) zwischen der Schnabelfarbe und dem Immunsystem gibt, können Partner ausser am Gesang auch an der Schnabelfarbe Rückschlüsse auf das Paarungsverhalten ziehen.

Bei einigen Arten ändert sich sogar bei der Balz die Farbe des Schnabels, so beim Papageientaucher.

Quellen: der Falke 2013/01 -2011/10 – 2010/08

Kernbeisser

Kernbeisser – wissenschaftlicher Name “Coccothraustes coccothraustes”- er ist der Größte und Kräftigste unter den Finken. Besonders auffallend ist der große, dreieckige Schnabel, mit dem er locker Kirschkerne, Pflaumenkerne und andere Samen knacken kann.

Der rotbraune Kopf sitzt auf einem bulligen, grauen Nacken. Die Färbung erinnert an den Seidenschwanz. Am kurzen Schwanz und an den Flügeln befinden sich weiße Zeichnungen.

Der Kernbeisser baut sein Nest aus kleinen Zweigen und Flechten hoch oben im Baum. Zunächst hilft das Männchen noch mit, überläßt aber schon bald dem Weibchen die weitere Arbeit. Die Brutzeit des Vogel beginnt im Mai. Der prächtige Vogel kann bis zu zehn Jahre alt werden.

Sein Gesang ist ehr mit “Schwätzen” zu vergleichen. Etwa wie “zick-zick-zick-zie-öh”.

Ingo Baumgartner schrieb ein Gedicht : Daktylischer Kernbeißer

Der Kernbeißer wippt auf den Zweigen der Fichten,

er weiß, seine Art ist nur schwer zu bedichten;

den Daktylus braucht das störrische Tier,

erlaubt dir kein Metrum nach freiem Pläsier.

Wen wundert`s , dass Schwalben und Spatzen und Raben

die Lerchen im Schwarm mir dem Regen fliegen?

In Liedern und Reimen am Ruhme sich laben?

Die Schuld muß beim Dreitakt des Kernbeißers liegen.