Insektizide – schleichende Vergiftung ?

Insektizide – der Öko – Klassiker und Roman von Rachel Carson  „der stumme Frühling“  hat mich dazu bewogen einmal nachzuforschen wieviel Insektizide eigentlich zugelassen sind. Wie sieht es denn heute mit dem Ausgeben auf die Felder aus? Hat sich die Situation in Bezug auf Kontrolle und Stärke der Gifte durch das Verbot von DDT eigentlich verändert? Glyphosat ist ja zur Zeit in aller Munde. Insofern bin ich schon erschrocken, als ich die ellenlange Liste plötzlich vor mir sehe.

Im oben erwähnten Buch steht an einer Stelle der Ausspruch eines Arztes, der  sinngemäß aussagt, dass der Mensch immer meint, die Natur müsse ihm, den Menschen, dienen. Das der Mensch selbst aber ein Teil dieser Natur ist, wird von ihm meistens vergessen. Die Natur ist mit allem was sie ausmacht eine geschlossene Kette. Zerstört nun der Mensch ein Glied in dieser Kette, zerstört er im Grunde sich selbst.


Pymetrocin

Der erste Wirkstoff der mir ins Auge fällt gilt dem Pflanzenschutz. Es ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyridin-Azamethine, das Pymetrocin.

Es ist enthalten in den Insektiziden PLENUM 50 und TAFARI. Beide Mittel enthalten den Hinweis „kann Krebs erzeugen“.

Insektizide:  Plenum 50

Das Mittel gilt als Spezialprodukt zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern

Insektizide

Es bewirkt Lähmungserscheinungen an den Extremitäten und sorgt dafür, dass der Käfer von der Pflanze auf den Boden abfällt und dort von Räubern gefressen wird. – So der Hersteller. Bedenkt man aber, dass das Ausbringen des Giftes nur in Schutzkleidung erfolgen soll, glaube ich kaum das  da am Boden noch Räuber zu finden sind.

Das Mittel ist als Wasser- und Umweltschädigend gekennzeichnet und wird gespritzt. Bleibt zu hoffen, dass es da nicht gerade regnet, ansonsten sehe ich den Aspekt „wassergefährdent“ schon alleine als Extrem an. Außer dem Rapsfeld gibt es noch die Anwendung bei Obst, Gemüse, Kartoffeln, Ölsaate und Zierpflanzen,  im Freiland und unter Glas.

Der Hersteller gibt an, dass es auch mit anderen Insektiziden und Fungiziden vermengt werden kann.

Die Vermischung mit anderen Giften dürfte dann wohl die Gesamtmenge an Giftstoffen erheblich erhöhen. Ich frage mich was dann das Gemüse damit macht bis es den Verbraucher erreicht !!!!

Plenum50 wird, soll –  maximal 2x aufgetragen werden. Es hat die Einstufung:  Xn = Gesundheitsgefährdent – und N =Umweltgefährdent

Insektizide:  TAFARI

Ein ebenfalls Pymetrocin enthaltendes Mittel ist TAFARI. Es wird gegen Insekten und Schädlinge, wie die Blattlaus und die weiße Fliege,  an Zierpflanzenkulturen eingesetzt. Nach Angaben des Herstellers ist es Möglich, dass die Insekten noch ein paar Tage nach Aufbringung leben, sie können aber nichts mehr saugen. Sie sterben „verzögert“ ab. Einsatzgebiete sind im Freiland und unter Glas. Das Mittel soll maximal 3x aufgebracht werden.

Auch Tafari kann mit anderen Herbiziden und Insektiziden vermischt werden !!!! Der Hinweis „kann Krebs erzeugen“, fehlt ebenfalls nicht.

Ergebnis

Es gibt natürliche Möglichkeiten für die Bekämpfung der Blattlaus. Marienkäfer, von ihnen frißt jeder einzelne Käfer am Tag 200 Blattläuse, oder die Flor- und Hainschwebfliege, deren Larve bis zu 500 Blattläuse täglich verputzt. Die Hainschwebfliege sogar 800.

Im Falle des Rapsglanzkäfer helfen Schlupfwespen. Nach einer Studie der Uni Göttingen haben diese in einem befallenen Garten 54 % dieser Käfer vernichtet.

Es ist mir unverständlich wie Mittel die als „kann Krebs erzeugen“ gekennzeichnet sind, überhaupt auf den Markt kommen können. Wer garantiert denn, das die Gifte nicht auch in die Nahrungskette geraten, wenn sie noch dazu als „wassergefährdend“ und „umweltgefährdent“ deklariert sind?  Wer kontrolliert ob sie überhaupt Weisungsgemäß aufgebracht werden?

Nistkasten – Zeit zum Saubermachen –

Nistkasten – im Garten ist er ideal zum Beobachten unserer Vögel. Das Familienleben einer Vogelfamilie, vom Nestbau bis zum Ausflug der Jungvögel live mitzuerleben begeistert immer wieder alle Naturliebhaber.

Aber es ist ja nicht nur die Freude am Beobachten. Mit einem Nistkasten leistet man auch einen Beitrag zum Erhalt der Arten. Die Nistmöglichkeiten für Vögel, die sonst in Mauerritzern oder Löchern von Gebäuden oder unter den Dachziegeln ihre Nester bauen, werden durch die moderne Architektur mit Flachdächern usw. immer geringer.

Es gibt also gute Gründe mit einem Kasten zu helfen. Wer es sich nun überlegt hat und einen Kasten in seinem Garten oder Vorgarten anbringen möchte, sollte ein paar Dinge wissen. Der Nistkasten soll in einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern so angebracht werden, dass eine Katze oder ein Marder nicht gut an das Gelege kommen kann.  Außerdem ist zu bedenken, dass das Einflugloch nicht der Wetterseite ausgesetzt ist. Die Aufhängung in  Süd/Ost – Richtung verhindert den direkten  Einfluß von Regen und Sturm und  unmittelbarer Sonneneinstrahlung.  Zu beachten ist auch das es entweder gerade hängt, oder mit einer leichten Neigung nach vorne, damit kein Regenwasser eindringen kann.

Empfehlenswert ist es einen Nistkasten bereits zum Herbst aufzuhängen, um Vögeln und Insekten eine Möglichkeit zum Überwintern zu geben.

Nistkasten reinigen

Wer bereits einen Nistkasten stehen hat, sollte Ende September mit der Reinigung beginnen. Es genügt völlig mit einer Bürste für die Grundreinigung zu sorgen. Empfehlenswert ist das Tragen eines Einmalhandschuhs, da Flöhe oder Milben im Inneren sein können. Wer bereits früher mit der Reinigung beginnt dem wäre zu raten vor dem Öffnen kurz zu klopfen, ob sich kein Wespennest im Inneren angesiedelt hat.

Es ist natürlich nicht garantiert, dass gleich im ersten Frühjahr eine Familie einzieht. Oft beobachtet man das Meisen sich das „Häuschen“ ansehen, aber es sich dann doch noch einmal überlegen. Es klappt dann aber fast immer in der 2. Saison.

Kohlenstoffspeicher

Kohlenstoffspeicher – Kohlenstoff ist in fossilen Brennstoffen gebunden, verbrennt man diese wird  CO2 freigegeben und gelangt in die Atmösphäre. Es entsteht ein Ungleichgewicht an CO2 , welches schließlich zur Erderwärmung führt.

Kohlenstoffspeicher

Es ist also wichtig Kohlenstoffspeicher  zu haben. Diese werden aber leider sehr oft, um nicht zu sagen zu oft, vom Menschen zerstört. Moore, die zu den besten Speichern gehören werden trocken gelegt und Wälder vernichtet.

Die Bundeswehr läßt Raketenübungen im ausgetrockneten Moor stattfinden und setzt so das Moor in Brand. In einer Zeit wo überall vor der Brandgefahr in diesem heissen Sommer gewarnt wurde. Ein immenser Schaden entsteht durch Gedankenlosigkeit.

Zur Zeit findet mit der vorgesehenen Rodung des Restbestandes vom Hambacher Forst gerade ein Paradoxum statt. Der Wald mit seinen uralten Bäumen ein idealer Kohlenstoffspeicher, wird vernichtet, um dem schlimmsten Klimagefährder, dem Braunkohlekraftwerk zur Rohstoffgewinnung Platz zu bereiten.

Ich bin davon überzeugt, dass mit etwas guten Willen seitens des RWE Konzerns die 200 Hektar Wald bestehen bleiben könnten. Das Gebiet des Braunkohle-Tageabbaus ist so groß, dass der Wald umgangen werden könnte. Zumal die Zeit für den Kohleabbau abläuft und ein hoffentlich baldiges Ende abzusehen ist. 

Der Baum – Klimaschützer

Der Baum speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Alte Wälder speichern mehr CO2 als junge Wälder. Die Speicherkapazität eines Baumes hängt von der Holzdichte ab. Eine 35 Meter hohe Buche mit dem gleichen Umfang und der gleichen Höhe wie eine Fichte, speichert knapp 1 Tonne CO2 im Jahr mehr als die Fichte.

1 Hektar Wald (1 Hektar = 0,01 km² ) speichert im Jahr etwa 13 Tonnen Kohlenstoff. Bei den geplanten Rodungen von 100 Hektar Hambacher Forst gehen also etwa 1300  Tonnen Speicherplatz verloren.

Der Klimawandel – Folgen für den Kohlenstoffspeicher 

Bäume und Moore sind für den Erhalt des Klimas überaus wichtig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wie wir es in diesem Sommer deutlich vor Augen geführt bekommen haben.  Die Folgen des Klimawandels belasten auch die Bäume in besonderem Maße. Schädigungen entstehen durch Trockenheit, Dürreperioden, Waldbrände und durch invasive Käfer, die durch die Erwärmung neue Gebiete erobern und Krankheiten einführen, auf die die heimischen Bäume nicht vorbereitet sind.

Hohe, alte Bäume haben die höchste Speicherkapazität für CO2 , sind aber der aufkommenden großen Sonneneinwirkung schutzlos ausgeliefert. Die Laubkronen überragen alle anderen Bäume und die Trockenheit zwingt den Baum dazu mehr Energie für das Pumpen von Nässe in die Blätter aufzubringen. Heftigere Stürme, durch den Klimawandel entstanden, belasten ihn zusätzlich. Sein Speicher wird geringer. Das Laub fällt ab und die kleineren Bäume, die vorher von seinem Schatten profitierten, werden ebenfalls der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt. 

Wir müssen endlich aufhören, die von der Natur gegebenen Ressourcen zu vernichten und nach wirksamen Alternativen suchen, beziehungsweise diese zu nutzen. Es muß auch darüber nachgedacht sich den neuen Klimaverhältnissen anzupassen. Dazu gehört auch die Anpflanzung neuer Baumarten in Erwägung zu ziehen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger Energie zu verbrauchen um so noch schneller von dem schmutzigsten aller Energieträger Abschied nehmen zu können. Noch ist die Braunkohle mit einem Drittel an der Energieversorgung beteiligt.

Seehunde an unserer Küste

Seehunde – oder Poca vitulina, wie sein lateinischer Name lautet, ist zu einer touristischen Attraktion an den deutschen Küsten geworden. Es gibt sie in allen Geschäften als Schmusetiere oder Anhänger für das Schlüsseletui zu kaufen.

Seehunde
Föhr

Bevor ich aber auf den Seehund eingehe, möchte ich auf die Veranstaltungen zum Erhalt des Hambacher Forst hinweisen. Auch an diesem Sonntag findet wieder ein Waldspaziergang in der Zeit von 11:00 Uhr bis 17:00  Uhr statt. Weitere Termine um den Forst gibt es auf dem Link: Hambacher Forst.org 

Auch die im Tiere um die es in diesem Beitrag geht haben es nicht überall gut angetroffen. Im zweiten Teil des Beitrages geht es um den Lebensraum OSTSEE , die mittlerweile zu den schmutzigsten Gewässern der Welt zählt.

Seehunde an der Nordsee

Auf den vorgelagerten Sandbänken der Nord- und Ostfriesischen Inseln liegen die Seehunde in der Sonne und ruhen sich aus. Auch auf den Sandbänken im Wattenmeer sind sie zu finden. Die Tiere werden gerne von den Touristen besucht, die mit Schiffen auf „Seehund Fahrt“ gehen. Seehunde scheinen sich an den Anblick der Schiffe gewöhnt zu haben. Der Sicherheitsabstand wird von den Seeleuten eingehalten und so kann man die possierlichen Tiere gut beobachten und fotografieren.  Der Schutz liegt den Inselbehörden am Herzen und so kann auch die Pferdekutsche auf der Insel Borkum, mit der man bei Ebbe bis auf die Seehundbank fahren kann, nur bis an den angebrachten Zaun fahren um die Ruhe der Tiere zu gewährleisten.

Vermehrung

Gerade in der touristischen Hauptsaison brauchen Seehunde absolute Ruhe. In der Zeit von Juni bis September findet der Fellwechsel und die Geburt sowie die Aufzucht der jungen Seehunde statt. Die Paarungszeit beginnt im Juli und die Tragezeit beträgt 11 Monate. Die jungen Seehunde können von Geburt an schwimmen, müssen aber zum Säugen auf die Sandbank kommen. Verloren gegangene oder Waisen werden „Heuler“ genannt. Die Tiere bleiben ihrem Geburtsort treu und kommen immer wieder zurück. sie können bis zu 35 Jahre alt werden, allerdings liegt die Lebenserwartung bei den männlichen Seehunden wegen der Rivalenkämpfe etwa bei 25 Jahren.

Der Seehund bringt ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm  auf die Waage. Er ist zierlicher und kleiner als die Kegelrobbe, die auch an den Küsten zu finden ist.

Seehunde auf Nahrungssuche

Der Seehund ist ein Nahrungsopportunist. Das bedeutet, er frißt alles was er bekommen kann. Ältere Tiere bevorzugen dennoch Fisch und tauchen dafür bis zu 40 Meter tief. Im Wasser sind Seehunde mit 35 km/h unterwegs dabei sind sie sehr wendig und geschickt. Auf der Nahrungssuche entfernen sie sich in der Regel bis zu 20 Kilometer von ihren Ruheplätzen. Es wurden auch schon Entfernungen von 70 Kilometern festgestellt, aber im Normalfall sind die 20 Kilometer realistisch. Drei Tage sind die Tiere dann unterwegs und genau so lange ruhen sie sich anschließend auf ihrer Sandbank wieder aus, bevor sie sich wieder auf den Weg machen. Im Wasser können sie gut sehen und die Schnurbarthaare, die sogenannten „Vibrissen“ helfen ebenfalls bei der Futtersuche. Sie sind so etwas wie der Tastsinn und mit ihnen können sie sich auch in trübem Wasser zurechtfinden. An Land sind die Tiere sehr kurzsichtig.

Im Nordseeraum, von den holländischen bis zu den dänischen Küsten, hält sich der Bestand der Tiere . Etwa 26000 Seehunde gibt es in der Nordsee, davon ungefähr 7000 Jungtiere.  Auch der Bestand der Robben an der Insel Helgoland zeigt eine erfreuliche Entwicklung.

Gefährdet sind dagegen Bestände beider Arten an der Ostsee , wo es Vorkommen von der Wismarer Bucht bis an die Boddengebiete Rügens gibt.

Ostsee – schmutziges Meer

Wer seinen Urlaub an der Ostsee verbringt, käme kaum auf den Gedanken das dieses Meer zu den verschmutztesten Gewässern der Welt gehört.  


“ Die Ostsee ist ist das  besterforschte, aber auch das  belasteste Meer der Welt, mit der größten Todeszone.“


Dirk Scheelje, von der Heinrich Böll-Stiftung und Mitherausgeber des Meeresatlas.

25  Prozent des Meeresbodens gelten als Todeszonen. Das heißt dort gibt es keinen oder nur sehr wenig Sauerstoff. Dort sind außer Bakterien keinerlei Lebewesen mehr zu finden. Fische finden kein Futter mehr.


Der Mangel an Sauerstoff hat sich in den letzten 115 Jahren verzehnfacht. 


Prof. Thorsten B. Reusch von GEOMAR

Verantwortung – Verursacher

Giftige Organismen können  zu Badeverboten in den Todeszonen führen. Wer aber trägt die Verantwortung für die Zustände in der Ostsee? 

In der Vergangenheit wurden von Schiffen alle Möglichen Dinge in die Ostsee verbracht. Beginnend von radioaktiven Stoffen russischer Kriegsschiffe bis zum Hausmüll, gab es eigentlich nichts was nicht in der Ostsee zu finden ist. Ganze Container Schiffsladungen verschwanden im Wasser und wurden nicht geborgen.

Heute ist das größte Problem neben der Schifffahrt zu den Anrainerstaaten, die auch noch für einen unerträglichen Lärm Unterwasser sorgen, der den Orientierungssinn, zum Beispiel von Schweinswalen zerstört, die Landwirtschaft. Unsägliche Mengen Gülle und Dünger geraten durch die Flüsse und Bäche in die Ostsee und zerstören das ökologische System. Hinzu kommt die Klimaveränderung mit extrem heißen Sommern, wie in diesem Jahr. In Grömitz betrug die Wassertemperatur im Sommer 26 Grad. Behörden haben in diesem Jahr wegen der Bakteriengefahr durch das warme Wasser mehrfach vor dem Baden in der Ostsee gewarnt. „Die Welt“ berichtete über Blaualgen in der Ostsee, entstanden durch die Zuflüsse.

Fazit: Die Anrainerstaaten der Ostsee haben sich zusammengesetzt um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen wie das Problem gelöst werden kann. Bisher ohne nennenswerte Resultate. aus den  25 Prozent toten Meeresboden kann sehr schnell das Doppelte entstehen, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Ostsee getroffen werden.

Emsvertiefung

Emsvertiefung – das Thema kommt immer wieder auf die Tagesordnung, wenn in Papenburg auf der Meyer Werft eines der Riesenschiffe vom Stapel läuft. Voraussichtlich am 6./7.  Oktober 18 ist es wieder soweit.

Emsvertefung

Die AIDAnova mit einer Länge von 337 Metern wird dann vom Stapel laufen. Der Termin ist abhängig vom Wetter und von der Tide.  Die Ems wird dazu vom Sperrwerk bis Papenburg für 52 Stunden auf 2,70 m  NHN aufgestaut.

Emsvertiefung
Emssperrwerk

Die neue AIDA ist das erste Kreuzfahrtschiff das mit Flüssigerdgas betrieben wird und somit die Umwelt nicht derart gefährdet wie alle anderen Kreuzfahrtschiffe.

Folgen der Emsvertiefung

Die Vertiefung der Ems wird von der Reederei immer wieder ins Gespräch gebracht um noch größere Schiffe bauen zu können. Allerdings würde eine weitere Vertiefung der Ems gravierende Folgen in Bezug auf die Umwelt haben.

Der niedersächsische Umwelt- und Wirtschaftsminister Lies ist zwar der Meinung mit einer ökologischen Strategie zum Sediment-Management, die Außenems ohne Umweltschäden zu verursachen, vertiefen zu können, das sehen allerdings Umweltverbände völlig anders.

Meeresschutz und Vogelschutzrichtlinien sind gemäß der EU Wasserrahmenrichtlinien durch das Land Niedersachsen verpflichtend einzuhalten. Ebenso besteht die Pflicht den ökologischen Zustand der Ems nachhaltig zu verbessern. 

Tatsache ist das  alleine durch die Unterhaltungsbaggerung auf niederländischen und deutschen Bereichen zehn Millionen Kubikmeter Baggermassen bewegt werden. Eine weitere Vertiefung der Ems führt zur Schädigung der Organismen durch das Eindringen von mehr salzhaltigem Flutwasser. Schlick, der mitgeführt wird, setzt sich ab und weniger Flutwasser fließt zurück. Somit gelangt mehr Salzwasser flußaufwärts und schädigt die vom Süßwasser abhängigen Organismen. Das bewirkt wiederum mehr Schlick. In den heißen Sommern, wie gerade in diesem Jahr wird dem Wasser noch mehr Sauerstoff entzogen und es entstehen tote Zonen.  

Borkum – betroffen 

Die dadurch entstehende Eintrübung und Verschlickung der Emsmündung hat auch Folgen für die vorgelagerten Inseln. Zum Beispiel kann die Badequalität des Wassers vor Borkum Schaden nehmen. Die Salzwiesen der Insel ,die Muschelbänke und die Fischerei  können beeinträchtigt werden.

Umweltverbände, Kreise aus der Muschelfischerei, des Wassersports und der Tourismusbranche setzen sich gemeinsam mit dem WWF gegen eine weitere Vertiefung der Ems ein.

Emsvertiefung und das Ästuar

Bei den Recherschen zum Thema stieß ich auf das Wort „Ästuar“.  Das ist die Bezeichnung einer trichterförmigen Flußmündung, die unter dem Einfluß von Gezeitenströmungen steht. Die Mündungen der Ems und der Weser haben eine derartige Mündung. Im Gegensatz zur Deltamündung (Rhein) werden die Ästuare weitgehend von Gesteinssedimenten (Ablagerungen) freigehalten. In ihnen befinden sich tiefe Erosionsrinnen.

Die Schichtung wird vom einströmenden Salzwasser und ausströmenden Süßwasser bestimmt. Die Ablagerungen werden meist bei einsetzender Tide erodiert, die unteren Lagen bleiben aber beständig und bauen sich weiter auf. Dadurch werden Ausbaggerungen nötig , um die Schifffahrt zu gewährleisten. Das Wasser trübt sich ein. Die Ablagerungen zerstören das sogenannte Phytoplankton.

Phytoplankton – der Sauerstoffproduzent

Phytoplankton besteht aus Kieselalgen, Grünalgen, Goldalgen und Blaualgen. Es produziert mit Hilfe der Synthese aus Kohlenstoffdioxid und Nährstoffen Biomasse und bildet somit die Basis der Nahrungskette im Gewässer. Das Phytoplankton dient im Boden lebenden Tieren und Zooplankton als Nahrung. Bekannt ist das Krill (garnelenförmige Krebstiere) .

Außerdem ist das Phytoplankton für die Produktion eines Großteils des Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich. Der Anteil liegt zwischen 50 und 80 Prozent. 

Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen Anstieg der Meerestemperaturen ist die Menge des marinen Phytoplankton bis heute um 40 Prozent zurückgegangen. Die Sauerstoffproduktion durch Phytoplankton wird dadurch also drastisch geschädigt.

Es ist im Interesse der Menschheit mehr Gewicht auf die Wahrung des Gleichgewichtes in unseren Gewässern zu achten.

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