Vogelgrippe – Katastrophe an der Küste

Vogelgrippe – Katastrophe an der Küste – Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung bezeichnet die Situation im Wattenmeer als „grauenhaft“. So berichtet die WAZ in der Ausgabe vom 24.09.22. Tausende Vögel sind durch die Vogelgrippe umgekommen. Die kleine Vogelinsel Minsener Oog, die den ostfriesischen Inseln Wangerooge und Schillig zwischengelagert ist, ist besonders schwer betroffen. Bei den dort brütenden Brandseeschwalben sind 60 Prozent der Elterntiere verendet. Dadurch sind die Jungtiere verhungert oder selbst am Virus gestorben. Nahezu die gesamte Brut des Jahres ist verloren.

Die Brandseeschwalbe stand lange auf der Liste der bedrohten Arten, hatte sich aber im Bestand so weit erholt, dass sie von der Liste gestrichen wurde. Durch die Vogelgrippe wird sie jetzt wohl wieder als gefährdet eingestuft werden müssen.

Besonders tragisch kann die Situation im Wattenmeer jetzt durch die beginnenden Winterflüge der Zugvögel werden. Millionen Zugvögel rasten in dieser Zeit im Wattenmeer. Die Katastrophe an der Küste ist abzusehen.

Vogelgrippe – für den Menschen eine Gefahr ?

Eine Übertragung des Vogelgrippe Virus auf den Menschen ist zwar möglich, aber das Virus ist nicht sehr infektiös und somit eher selten festgestellt. Menschen können bei intensivem und langem Kontakt mit toten Tieren oder starkem Kontakt mit dem Influenza A-Virus erkranken, in Asien sind bisher zwei Menschen an der Geflügelpest, einer besonders schweren Art der Vogelgrippe, verstorben.

Die Vogelgrippe, Influenza A-Viren, gehören zu den Zoonosen. So bezeichnet man Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können.

Für Vögel ist das Virus aber extrem ansteckend und tödlich, weshalb der Einflug von Millionen Zugvögeln in das Wattenmeer in den kommenden Monaten so unsagbar gefährlich ist. Außerdem wird das Virus durch die Zugvögel weithin verbreitet.

In Greifswald wurden zehntausende tote Vögel gefunden. An der Ostsee sind vor allem Kormorane und Lachmöwen betroffen. An der Nordsee die Seeschwalben und Hochseevögel. Große Angst hat man daher auf der Hochseeinsel Helgoland. Sollte der Bestand der nur dort vorkommenden Basstölpel infiziert werden, könnte das das Aus für diese Vogelart in Deutschland bedeuten.

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