Usedom

– Urlaub auf der Insel Usedom

– Kaiserbäder – verträumte Natur

2014
Unser Ziel war das Seeheilbad Bansin, eines der drei Kaiserbäder auf Usedom. Nach Ankunft beziehen wir unser Quartier in einer der Ferienwohnungen des Gastgebers „Wald am Meer“. Die Wohnungen bieten einen recht großen Wohnraum mit einer gut ausgestatteten Küche im Erdgeschoß. Im Obergeschoß, zu erreichen über eine nicht zu steile Treppe, kommt man dann zum Schlafraum in welchem sich ein Doppelbett sowie eine zusätzliche Liege befindet. Ebenfalls auf gleicher Etage das Duschbad mit WC. Vor dem Wohnraum befindet sich eine kleine Terrasse mit Tisch und Stühlen. Der Strand ist in weniger als fünf Minuten Fußweg zu erreichen und auch der Wald befindet sich unmittelbar am Haus. Leider war die angeschlossene Gastronomie zu unserer Zeit geschlossen, da der Pächter zwei Wochen zuvor das Geschäft aufgegeben hatte. Wer wollte, konnte aber morgens im Restaurant frühstücken und es wurde auch ein Brötchenservice angeboten. Fahrräder können an mehreren Stellen im Ort ausgeliehen werden. Wir erhielten sehr gute Räder am Buchenpark bei dem dort ansässigen Sportverein und zahlten  für acht Tage siebzig Euro.Kennzeichnend für diese Seebäder sind die sehr schönen Promenadenwege entlang des Strandes, unzählige Strandkörbe, die den feinen Sand belegen, mondäne Villen entlang der Hauptverbindungswege und Seebrücken der verschiedensten Größe. Während die Seebrücke in Bansin nur zum Schiffsanleger führt, findet man in Heringsdorf Geschäfte und in Ahlbeck Restauration auf den Brücken . An manchen Tagen werden die unterschiedlichsten musikalischen Darbietungen in den Konzertmuscheln an der Promenade aufgeführt.

Eine der Radtouren die wir unternahmen führte uns durch dichtes Waldgebiet und über kleine Anhöhen von bis zu 54 Metern entlang eines großen Natur -Campingplatzes zu dem kleinen Seebad Ückeritz , nördlich von Bansin gelegen. Ein üppiges Strandleben findet an dem Küstenstreifen des Ortes statt. Kioske, Restaurants, kleine Läden der verschiedensten Art und erfreulicherweise einige kostenlos nutzbare Toilettenanlagen und eine kleines Odeon für musikalische Unterhaltung. Folgt man dem Radweg in Richtung Achterwasser , das ist das Gewässer im inneren Teil der Insel, mit Zugang zur Ostsee, kommt man zu dem winzigen Örtchen Stagnieß , mit Campingplatz und einem kleinen, aber schönen Yachthafen, an welchem sich ebenfalls Restauration befindet. Der Ort scheint ziemlich im Wachstum zu sein, da überall neue schöne, reetgedecke Häuser entstehen.  Die Fahrt führt dann weiter über flaches Geestgebiet. Hier weiden Kühe und leider gibt es bereits eine Erdölerprobungsstätte. Sieht so aus als wenn hier bald nach Öl gebohrt würde. Entlang einer Allee erreichen wir dann Pudagla. Hier kann eine Bockwindmühle besichtigt werden. Ein Stück schieben wir das Rad, da die Wegstrecke über einen gemähten Acker führt und radeln dann bergab durch Waldgebiet hinunter zum Schmollensee. An diesem Abschnitt, der zum Ort Benz gehört, ist ein Haus schöner als das andere. Hier würde man gerne sein Domizil errichten. Wir machen eine kleine Pause an einer Raststelle am See und beneiden die Anwohner um die wunderbare Lage in welcher sie ihren Wohnsitz anlegen konnten. In Benz kann die St. Petrikirche und die Hollandmühle besichtigt werden. Nun beginnt eine Strecke wo wir des öfteren absteigen müssen, weil die Steigungen zwar kurz, aber anstrengend zu radeln sind. So geht es bis zum letzten, längeren Anstieg zum Ort Sellenthin , der für uns der Zugang nach Bansin zum kleinen Einkaufszentrum bedeutet, wo wir uns mit Wasser und Brot sowie einer Flasche Wein für den Abend eindecken.

Von Bansin Dorf führt der Radweg direkt hinein in das Naturschutzgebiet „kleiner Krebssee“. Sehr schöne Reethäuser und Gehöfte säumen den Weg hinunter zu den beiden Seen, die nur durch einen schmalen Landstreifen getrennt sind. Hinauf geht es von dort zur Victoriahöhe, das angeblich Ziel eines Ausfluges der Königin Auguste Victoria mit ihrem Gefolge war. Der Aussichtspunkt liegt auf einer Höhe von 55 Metern und ist bei Temperaturen um dreißig Grad nicht zu verachten. Dann geht es natürlich bergab zum Schmollensee, der bereits auf der Pudagla -Tour eine Etappe war. Hier erreichen wir aber die gegenüberliegende Seite des Sees mit dem Ort Sellin und einem schönen Rastplatz gleich am See. Auch hier findet man noch das Ursprüngliche, das man andererorts bereits vermißt. Der Rückweg führt dann eine gute Strecke den See entlang, mit einem Abzweig  am Cafe Fangel vorbei, wieder zum Radweg parallel der B111 nach Bansin. Eine Tour mit dem Auto führte uns zu dem kleinen Ort Rankwitz. Kaum hat man das Ortseingangsschild passiert, ist man auch schon wieder am Ausgangsschild. Nun wurde uns Rankwitz allerdings empfohlen und so nutzten wir den Abzweig zumHafen Rankwitz. Sehr schöne und durchaus größere Yachten lagen hier vor Anker. Ein großes Fischrestaurant mit eigener Räucherei, sehr schöne Ferienhäuser und ein kleiner gepflegter Park säumen den niedlichen Hafen.  Außerdem fanden wir ein wunderschönes bewaldetes Hinterland vor, wo sich romantische, alte Ortschaften wie Morgenitz finden lassen. Dem Wanderer dürfte hier in dieser Region das Herz höher schlagen. Knapp sieben Kilometer von Rankwitz mit seinen Fischerhäusern kommt man nach Mellenthin. Eine Brücke führt zum Wasserschloß Mellenthin. In der Nachbarschaft wurde eine Scheune in ein Waffelrestaurant umgebaut, wo man sämtliche Arten an Waffeln bekommt. Am Ortsausgang befindet sich ein größeres Restaurant und eine Töpferei. An einem regnerischen Tag machen wir uns auf den Weg zum Forsthaus Langenberg , das oberhalb der Steilküste an der höchsten Stelle von Bansin liegt, um dort eines der angepriesenen Wildgerichte zu probieren. Der etwas mühselige Anstieg hinauf zum Restaurant wurde aber durch den köstlichen Hubertus -Teller zu einem Glücksfall. Eine längere Treppe führt ca 50 Meter vom Hotel hinunter zum Strand und wir bummeln gemütlich entlang der Küste zurück nach Bansin. Wer übrigens einmal leckeren Fisch in besonderer Atmosphäre genießen möchte, sollte das Restaurant „Fischkopp“ in Betracht ziehen. Eine rustikale, mit Details aus dem Fischfang dekorierte Ausstattung und wirklich leckerer Fisch laden hierzu ein.  Reservierung ratsam.

Sehr gut bewirtet wurden wir auch im Restaurant „zur Post“, wo es ebenfalls sehr leckere Fischgerichte gibt. Die Abende kann man dann gut im  „Bierkutscher“ verbringen, wo neben kleineren Gerichten wie Currywurst-Pommes, ebenso Fleisch-und Fischgerichte angeboten werden und es gibt Livemusik.  Rustikaler, aber gemütlich geht es an den kleinen Räucherbuden an der Promenade zu, wo es neben Fischbrötchen auchEintopf und gezapftes Bier gibt. Alle Lokalitäten befinden sich auf der Seestraße. Einkaufsmöglichkeiten für den Selbstverpfleger bieten das kleine Einkaufszentrum an der Seestraße mit dem Discounter „Sky“ oder ein paar Meter weiter „Lidl“. Ziel einer weiteren Radtour war der Wolgastsee. Durch die Seebäder Bansin, Heeringsdorf und Ahlbeck führt der Radweg bis zur deutsch-polnischen Grenze. Entlang der ehemaligen Grenzbesfestigung müssen wir die Räder eine kurze Strecke schieben, da der Weg völlig versandet ist.Wenn unser Kartenmaterial besser gewesen wäre, hätten wir einen Weg vorher abbiegen können und uns wäre das Schieben erspart geblieben. Überhaupt muß ich leider feststellen, dass die Beschilderungen für Radler und Wanderer sehr dürftig ausfallen, hier könnte mehr getan werden. Dann überqueren wir die Bundesstraße und fahren durch einen dichten Mischwald vorbei an der alten Markleineiche, über hügeliges Gelände hinunter nach Korswandt am Wolgastsee. In wunderschöner Landschaft liegt dieser kleine Badesee und wir werden von einer kleinen, gemütlichen Kiosk ähnlichen Restauration überrascht.  Wir genießen eine ausgiebige Pause auf der sonnigen Terrasse. Weiter führt dieFahrt durch Ackerland und Waldungen über Gothen nach Heringsdorf und zurück nach Bansin.

Swinemünde, etwa 15 Kilometer von Bansin entfernt, erreichen wir nach einer Fahrt entlang der Promenade mit den drei Seebädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Am Übergang zwischen Polen und der BRD erinnert nur noch eine mittlerweile bewachsene und versandete Furt an die ehemaligen Befestigungen. Zwei metallene Stelen mit den Fahnen der beiden Republiken markieren heute den Grenzübergang. Zwischen dem Radweg und dem Strand befindet sich bereits seit Ahlbeck eine schöne bewachsene Dünenlandschaft. Swinemünde ist ebenfalls geprägt durch alte Villen im Seebäderstil. Entlang des Küstenabschnittes wechseln sich Verkaufsstände, Imbisse, und Lokalitäten ab. Fast hat man schon den Eindruck es könnte jeden Moment eine Kirmes auftauchen. Wir machen einen kurzen Abstecher zu einem wunderbaren breiten Sandstrand und es fällt sofort auf, dass es hier keine Strandkörbe gibt. Die Strandnutzer haben hier alle Windschutztücher gespannt. Der Weg führt von Bansin Dorf über, zunächst befestigte Strecken, zu einem Rad-und Wanderweg, der durch sandige Verwehungen für Fahrräder nur schwer zubefahren ist. Die Waldungen auf der rechten Seite des Weges lassen zwischendurch immer einen Blick auf den Gothensee zu. Leider erfüllt sich unser Wunsch am See eine Rast zu machen nicht, da eingezäunte Weideflächen und Privatgrund den Zugang zum See verhindern. Linkerhand erstrecken sich ausgiebigeFelder, auf denen der Mais noch in Blüte steht. Pferde und Ponys grasen auf den Weiden und sehr schön ist der Anblick der Pony-Fohlen auf einer Weidefläche. An der Wegegabelung, die einerseits nach Gothen und zum Wolgastsee führt,  wenden wir uns der zweiten Möglichkeit zu und erreichen schließlich die Bahnunterführung durch welche wir das Klinikgelände des Seebades Heringsdorf erreichen. Von hier geht es dann zurück nach Bansin, aber nicht ohne nochmals im Biergarten des Hotel Coralle eine Mahlzeit zu uns zu nehmen. Hier waren wir bereits zuvor während eines Spaziergangs nach Heringsdorf gelandet. Wie wir jetzt erfahren haben heißt das Haus heute „Strandhaus Heringsdorf“.

Sturm auf Usedom

Eine heimliche Hoffnung sollte an diesem Tag in Erfüllung gehen. Bereits die Geräusche die nach dem Erwachen unser Ohr erreichen machen es klar ,es stürmt mächtig über der Insel. Schon immer wollte ich einmal die Gelegenheit haben eine stürmische See zu fotografieren. Warm eingepackt die Mütze aufgesetzt und selbst Ruth benutzt heute die Kapuze ihrer Wetterjacke, geht es rüber an den Strand. Man muss sich schon richtig gegen den Wind stemmen und das ruhige Halten der Kamera ist doch nicht so einfach wie gedacht. Es ist schon ein phänomenaler Anblick wenn man das Meer einmal so wüten sieht, auch wenn der Sand unangenehm ins Gesicht weht. Eine Zeit bewundern wir diesen Anblick während wir weiter die Promenade entlang in Richtung Heringsdorf laufen. Schließlich biegen wir ab und wenden uns dem Schloonsee zu. Hier kehren wir im „Schloon Idyll“ ein. Das Hotel und Restaurant bietet Speisen und Getränke zu normalen Preisen und bietet dazu noch eine sehr schöne Außengastronomie, die natürlich heute bei dem Wetter nicht genutzt werden kann. Ebenso schön ist die Inneneinrichtung, so besteht die Theke aus einem Schiff. Zander und Lachs schmecken uns hervorragend. Andere Gäste empfehlen uns den Kuchen, der hier vom Chef selbst gebacken wird. Dazu sind wir allerdings jetzt nicht mehr in der Lage, aber der Kuchen in der Vitrine verspricht so einiges, riesige Stücke vom Allerfeinsten sind hier angeboten.  Auf dem Weg zurück gehen wir noch einmal an der Promenade vorbei, wo der Sturm bereits für einen Einsatz der Feuerwehr gesorgt hat. Auch der heutige Tag beginnt stürmisch und kalt. Da wir die Leihräder bereits abgegeben haben und es auch zum Radeln und Wandern zu stürmisch und frisch ist, fahren wir mit dem Auto einige interessante Orte auf der Insel an. Das sehr schön wieder restaurierte Schloß  Stolpe können wir leider nicht von Innen besichtigen, da wegen einer Familienfeier das Schloß fürBesucher geschlossen ist. Vom Turm aus hätte man einen Blick auf das Stettiner Haff genießen können. Der kleine Ort Stolpe ist ebenfalls schön anzusehen, mit schicken alten und neuen Häusern. In kurzer Entfernung kann auch ein Wisentgehege besichtigt werden. Weiter führt uns die Fahrt in das Städtchen Usedom, welches der Insel den Namen gibt. Einstmals eine angesehen Industrie und Handelsmetropole verlor die Stadt nach einem Großbrand diesen Ruf und beginnt jetzt mit dem Aufbau für denTourismus interessant zu werden. Den Eingang zu der schön wiederhergestellten Altstadt bildet das Anklamer Tor. Die sehenswerte St. Marienkirche bildet mit dem restaurierten Rathaus den Kern der Altstadt. Die Fahrt führt uns in den äußersten Süd-Westen der Insel Usedom. In Höhe des Ortes Kanin findet sich der Rest einer ehemaligen Hubeisenbahnbrücke. Es steht heute lediglich noch das Teil mit welchem die Eisenbahnschienen bei Bedarf überMotoren hochgezogen wurden, um den Schiffen eine Durchfahrt zu ermöglichen. Einst zählte diese Eisenbahnverbindung zu einer sehr stark befahrenen Strecke, da zur Zeit der Hitler Ära Züge die die V1 und andere Raketen, die mit Hilfe des Ingenieurs Werner von Braun in Peenemünde hergestellt wurden, diese Strecke zum Transport in Anspruch nahmen. Wir fahren nun weiter über Mönchow mit einer der ältesten Kirchen der Insel und einem außerordentlichen Mausoleum auf dem dortigen Friedhof. Der Bauer Carl Dennenfeldt, ließ sich 1891 auf dem Mönchower Friedhof dieses Mausoleum durch den Maurermeister Pistorius  aus Swindemünde errichten. Damals betrugen dieKosten für dieses, heute unter Denkmalschutz stehenden  Neobarockbaus 25.000Mark. Die Kuppel wird von 4 Obelisken umrahmt . Bevor wir unsere Rückfahrt antreten, machen wir noch einen Abstecher zu dem kleinen Ort Warthe. Die Fahrt führt über Liepe, ebenfalls ein schöner kleiner Ort, mit altem Fachwerk und herrlichen reetgedeckten Häusern. Auf dem weiteren Weg haben wir noch ein besonderes Erlebnis. Kurz hinter einer Kurve steht plötzlich ein Bulle vor uns auf der Straße. Zu gleicher Zeit biegt aber auch schon der Bauer auf einem Moped vom Acker um den verirrten Bullen zuseinem Stall zu lotsen und so können wir kurz darauf unsere Fahrt fortsetzen. Besonders in Erinnerung bleiben die blauen Häuser von Warthe, die auf der gesamten Insel bekannt wurden.Die Rückfahrt nach Bansin unterbrechen wir mit einem Aufenthalt in Rankwitz um indem kleinen Hafen im Fischrestaurant einzukehren. Langsam sind die Tage unseres Inselurlaubes gezählt. Einmal noch spazieren wir von Bansin über die Promenade nach Heringsdorf. Heute ist Himmelfahrtsfeiertag und daher ist auch besonders viel los auf den Wegen der Kaiserbäder. Besonders in Heringsdorf brummt der Bär. Den Rückweg nehmen wir dann nicht den Küstenweg, sondern die Wege durch die Ortschaften und wir sehen nochmals sehr schöne Baudenkmäler. Wieder in Bansin angekommen setzen wir uns auf die Außenterrasse des Restaurants „Schloon Idyll“. Das Stück Kuchen, das uns hier serviert wird hat eine enorme Größe. Andere Lokalitäten würden hier sicherlich 2 Stücke darausmachen. Gegen Abend sind wir dann bei Frank und Heidrun eingeladen und es wird ein sehr gemütlicher Abend bei Essen und Trinken.