Monreal – Eifel

Reisebericht Monreal – Eifel – 23. bis 30 September 2012

Etwa 1 Stunde und 40 Minuten dauert die Fahrt vom Ruhrgebiet bis in das kleine Eifeldörfchen Monreal. Bekannt wurde das idyllische Fachwerkdorf durch die Krimi-Serie „der Bulle und das Landei„ mit Uwe Ochsenknecht in der Hauptrolle , die in den Gassen von Monreal gedreht wurde.

Eingebettet in ein enges Tal , durchflossen von der Eltz,  reihen sich hier Fachwerk an Fachwerk. Oben auf den Höhen wachen die Ruinen der Philippsburg und der Löwenburg über das Geschehen im Ort. Für das leibliche Wohl gibt es das Hotel -Restaurant Löwenburg und das Hotel Lotfis Inn. Das Restaurant der Löwenburg ist durchaus zu empfehlen. Eine gut bestückte Speisekarte von der Pizza über Fleisch und Fischgerichte bis zum Salat und alles durchaus schmackhaft zubereitet. Das Lotfis gehört , wie unsere Hauswirtin uns erzählte, zur gleichen Inhaberfamilie und ist wohl eher etwas für die jüngere Generation. Mit einem Billardtisch sowie Darts und Fernseher wird es auch von dem  Sohn der Familie geführt. Beide Häuser arbeiten, da sie sich unmittelbar gegenüber liegen, Hand in Hand. Dann wäre da noch das Stellwerk im alten Bahnhof von Monreal mit einem etwas gehobeneren Anspruch und den entsprechenden Preisen. Wir hatten uns einmal auf den Weg gemacht um dort einzukehren und mussten dann feststellen, dass erst um 18 Uhr geöffnet wurde. So nötigte uns der Hunger dazu wieder in die Löwenburg zu gehen. Außerdem gibt es einen Bäcker, ein kleines Cafe und eine Weinhandlung in der man ganz vorzügliche Flammkuchen und ausgezeichnete Weine zu sich nehmen kann. Hiervon konnten wir uns am Anreisetag überzeugen. Wir aßen einen Pflaumenflammkuchen und tranken einen köstlichen Wein. Der Übernachtungsgast mit Ferienwohnung sollte seine Vorräte wohl mitbringen, denn ein Lebensmittelgeschäft oder einen Discounter sucht man hier vergebens, da muss dann schon eine Fahrt nach Kaiseresch oder Mayen für Abhilfe sorgen . Soviel zu unserem Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Eifel.Der Anreisetag bescherte uns noch einen sonnigen Tag an dem wir die Schönheiten Monreals erkundeten.

24. September

Mit dem Schienenbus unternehmen wir eine Fahrt nach Kaiseresch . Die Fahrkarten müssen im Zug gelöst werden, allerdings fahren wir heute kostenlos, da der Fahrscheinautomat defekt ist und der Fahrer keine Tickets verkauft. Die Fahrt führt durch eine wunderschöne Landschaft und man sagte uns bereits, dass die Reise mit dem Schienenbus bis Andernach sämtliche Facetten der Eifel beinhaltet. Allerdings konnten wir diese Tour während unseres einwöchigen Aufenthaltes nicht mehr ausprobieren. Vom Bahnhof Kaiseresch laufen wir bergab bis in die Ortsmitte, wo es einen kleinen historischen Ortskern zu besichtigen gibt. Wieder am Bahnhof angekommen stellen wir fest, dass der nächste Zug zurück erst in zwei Stunden abfährt und wir beschließen die 11 Kilometer nach Monreal zu wandern, obwohl mittlerweile der Regen eingesetzt hat und wir bis auf die Haut durchnässt unser Ziel erreichen bereuen wir nichts. Über Höhenzüge, herrliche Lichtungen, saftige Wiesen und Täler, vorbei an einer alten Mühle, die von einer Künstlerfamilie liebevoll restauriert wurde, führt uns der Weg stetig näher heran an Monreal  wo wir letztendlich total geschafft, aber zufrieden ankommen. Da fällt es dann auch nicht mehr ins Gewicht, dass bei der Leerung des Rucksacks auch noch im Inneren ein kleinerer Bestand Regenwasser festgestellt wird.

25. September

Da der Regen uns anscheinen in dieser Woche ständig begleiten will, beschließen wir uns die Stadt Cochem an der Mosel anzusehen. Trotz des schlechten Wetters staunen wir über den recht großen Besucherandrang an einem Wochentag. Durch die engen Gassen, vorbei an unzähligen Weinlokalen, Restaurants und Gaststätten bahnen wir uns den Weg zwischen den Regenschirmen hindurch und erreichen schließlich eine lange Steintreppe, die uns zum Kulturzentrum von Cochem führt und einen

Panoramablick über die Stadt erlaubt, der leider durch den Regen getrübt wird. Wieder an der Uferpromenade angekommen probieren wir in einer Weinhandlung einige liebliche Weine aus und erwerben einen für mich unheimlich leckeren , lieblichen Weisswein, der aber nicht nur die Traube schmecken läßt, sondern auch den typischen Weingeschmack erkennbar macht. Das Cochemer Goldbäumchen– Riesling – Spätauslese wechselt somit den Besitzer und noch in der gleichen Woche wird sich herausstellen, dass nur wenige Flaschen die Stadt Essen erreichen werden. Von Cochem aus fahren wir über Mayen zum Schloß Bürresheim. Das Schloß gehört zu den wenigen seiner Art die nie zerstört wurden und gibt daher einen realistischen Blick auf die Architektur und Lebensweise der damaligen Zeit frei. Erbaut wurde Schloß Bürresheim ab 1134 und seither wurde die Anlage stetig erweitert. Bis 1938 war das Gebäude noch in Privatbesitz und wurde dann an das Land Rheinland Pfalz verkauft. Wir nehmen an einer Führung teil und erfahren dadurch unter anderem woher der Begriff „etwas auf die hohe Kante legen“ kommt. Über den Betten gab es zur damaligen Zeit immer einen Holzleiste über dem Kopfende, auf der man die Schätze des Hauses aufhob, da diese dort ja ständig unter Bewachung waren.

26. September

Bei mäßigem bis schlechtem Wetter fahren wir zur Burg Eltz , die wohl bekannteste Burg der Eifelregion. 1143 begann der Bau dieser wunderschönen Burg, die mit ihren Zinnen und Erkern ein bischen an Schloß Neuschwanstein erinnert. Erstaunlicherweise liegt sie nicht auf einem Gipfel,  sondern auf etwa halber Höhe auf einer Erhebung aus dem Tal heraus. Umflossen von der Eltz und umgeben von wunderschönem Waldbestand wirkt Burg Eltz wie aus einem Märchen. Noch heute befindet sich die Burg in Privatbesitz. Auch hier nehmen wir an einer interessanten Führung teil und nutzen für den Rückweg einen 1,5 Kilometer langen Wanderweg. Wer schlecht zu Fuß ist kann vom Parkplatz aus einen Shuttlebus benutzen, der für 1,50 € seine Dienste anbietet.

27. September

Heute beschließen wir eine Fahrt zum Laacher See, in der Hoffnung der Regen möge einmal etwas nachlassen. Das Auto bleibt am Klosterparkplatz stehen und wir beginnen einen acht Kilometer langen Rundweg um den , durch einen Vulkan entstandenen See. Der Uferweg führt netterweise nicht ständig am Wasser entlang, sondern leitet uns auch durch dichten Waldbestand – der uns etwas vor dem natürlich nicht nachlassenden Regen, schützt. Immer wieder gewährt man uns zwischendurch einen unverwachsenen Blick auf das Kloster Maria Laach, das von noch fünfzig Mönchen bewohnt wird. Für den interessierten Wanderer findet man in gewissen Abständen Informationstafeln über die Vegetation und über Gestein, das durch den Vulkan entstanden ist. So erkennen wir einen Geröllstreifen der sich als Basaltgestein, entstanden durch einen Lavafluss, herausstellt. Auf dem fruchtbaren Boden außerhalb des Waldes grasen Kühe mit ihren Kälbern. Zurück in Monreal reißt plötzlich der Himmel auf und es wird trocken. Nach einer kleinen Pause, in der sich unsere Waden etwas regenerieren können, machen wir uns auf dem Weg zum Restaurant Löwenburg, wo wir heute ein edles Zanderfilet zu uns nehmen.

28.September

Der Blick aus dem Fenster und die erstaunte Feststellung das es trocken ist, läßt uns hoffen einmal wieder eine Wanderung ohne Regen durchführen zu können und so machen wir uns auf den Weg um einen der bekannten „Traumpfade“ zu erforschen. Die Eifel – Traumpfade sind allesamt sehr gut gekennzeichnet und gibt es in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen und Längen. Wir entscheiden uns für den Traumpfad „Hochbermeler.“ Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist der Ort Bermel – Fensterseifen, wo wir uns natürlich fragen wie man einen Ort „Fensterseifen“ nennen kann, aber diese Frage bleibt heute unbeantwortet. Zunächst geht es bergauf in den Wald hinein bis wir vorbei an einem Steinbruch mit herrlichen Ausblicken über die Vulkaneifel den Gipfel auf 570 Metern erreichen. Dann geht es wieder sanft den Berg hinunter , unterbrochen von Plateaus auf denen man sicherlich auch ab und an Wild beobachten kann. Hochsitze gibt es in großer Zahl. Auf einer Länge von zehn Kilometern umrundet man so den Vulkan Hochbermeler. Zurück in Monreal schmerzen zwar die Waden durch die Auf – und Abstiege, aber wir wurden belohnt durch die unterschiedlichsten Wege, auf denen wir teilweise wie auf einem Teppich liefen, oder über Geröll, entstanden durch den Vulkan, wie über Feldwege. Wir hatten wunderbare Panoramablicke über die wirklich sehr schöne Eifellandschaft.

29. September

Kaum zu glauben, aber wieder ist es nur bewölkt und die Sonne übernimmt im Laufe des Tages sogar den Löwenanteil. Zunächst fahren wir allerdings nach Kaiseresch zum Einkauf. Es muß ja für den Sonntag in Essen wieder etwas vorgesorgt werden. Etwa gegen zwölf Uhr machen wir uns auf den Weg um einen Teilabschnitt des Traumpfades „Monrealer Ritterschlag“ kennen zu lernen. Der gesamte Wanderweg hat eine Länge von 13,7 Kilometern, was uns heute allerdings zu viel wäre. Wir begnügen uns mit knapp fünf Kilometern, die uns einen Eindruck vom Gesamtweg erkennen läßt. Entlang schmaler Waldpfade an denen es unmittelbar steil abfällt und es schon ziemlich eng wird , wenn andere Wanderer uns begegnen. Hier erkennt man dann schon den Schwierigkeitsgrad „mittel“. Manchmal frage ich mich ob es nicht zu gefährlich ist diese Wege ungesichert freizugeben. Wir erreichen aber ohne Unfall wieder das Tal der Eltz und Monreal. Da ja noch „Packen“ ansteht, entschließen wir uns noch zum Essen einzukehren und erreichen dann das Haus Erika noch zeitig um die Endstände der Fußballbundesliga noch in Erfahrung zu bringen.

So endet eine Woche in der Eifel, in der wir viel zu sehen bekamen und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir wieder nach Monreal zurückkehren um von hier aus diese überwältigende Schönheiten dieser Region zu erkunden.

This entry was posted in Urlaubsreisen. Bookmark the permalink.

Comments are closed.