Kiefernwanze

Kiefernwanze oder Zapfenwanze – beides Insekten von denen ich bisher nichts gehört habe. Deren Anblick einen aber sofort in Erstaunen versetzt.

Kiefernwanze

Am Balkon meiner Wohnung entdecke ich vor einigen Tagen ein Insekt von einer stattlichen Größe. Knapp 2 cm lang ist der Körper und etwa 6 mm breit. Es hat auffallend lange „Fühler“ , die fast die gleiche Länge wie der Körper haben und die Unterschenkel  ( Tibien ) sind stark verbreitet. Auffallend sind die geometrischen Formen auf den Vorderflügeln. Am Rand des Körpers befinden sich schwarz, weiße Flecken.

Der lateinische Name lautet  Leptoglossus occidentalis .

Das entspricht dem deutschen Namen “ Kiefernwanze „. Diese Wanzenart ist erst verhältnismäßig neu in unseren Breitengraden. Sie stammt aus einem Gebiet westlich der Rocky Mountain in Amerika. Erstmals wird sie 1999 in Europa und zwar in Norditalien gesichtet. Bereits 2002 in der Schweiz und 2006 schon in Deutschland. Danach verbreitet sie sich sehr schnell und ist bereits 2007 auch in Dänemark angekommen. Weil sie ein überaus guter Flieger ist, erreicht sie auch früh bereits die englische Küste.

Kein Biß durch die Kiefernwanze

Bei Gefahr sondert sie ein Abwehrsekret ab, das nach Apfel oder Zitrone riecht. Was natürlich angenehmer ist, als unsere einheimischen Wanzen, deren Sekret oft unangenehm stinkt.

Die amerikanische Kiefernwanze überwintert in den Rinden der Kiefern und anderer Nadelbäume. Dort ist sie dann in Scharen unter der Rinde anzutreffen. In den Wintermonaten fliegt sie auch gerne durch das offene Fenster in die Wohnungen, oder versucht auf Dachböden zu überwintern. Die Kiefernwanze beißt keinen Menschen, wie andere Wanzenarten. Sie ist ein reiner Pflanzenschädling. Die Wanze saugt den Samen aus den Zapfen und kann so Schäden am Kiefernbestand anrichten. In Deutschland wird die Art noch nicht bekämpft.

Im Raum Mexiko entwickelt die Kiefernwanze bis zu drei Larvengenerationen. In den nördlichen Bereichen entsteht lediglich eine Generation. Aufgrund dessen gilt sie dort als univoltin“ – das bedeutet   (einbrütig) mit einer Generation pro Jahr.