Silvester – Horror für die Tiere und die Umwelt

Silvester – Wenn sich tausendfach die Augen in den Himmel richten um die leuchtenden Raketen zu sehen, wenn ein Krachen und Donnern die Luft erfüllt, wird das Drama in der Luft nicht wahrgenommen. Die panikartige Flucht zu Tode verschreckter Vögel.

In den Wintermonaten fahren die befiederten Freunde ihren Energieverbrauch drastisch herunter um Kraft für die kalte Jahreszeit zu sparen. Der Schlaf spielt dabei eine ganz große Rolle.

Dieser Schlaf wird aber am 31. Dezember auf drastische Weise unterbrochen. Für die Tiere ist es wie der plötzliche Beginn eines Krieges mit gewaltigen Blitzen und Detonationen. In Panik fliehen sie aus ihren Nestern und in Höhen bis zu 1000 Metern. Im normalen Tagesflug bewegen sie sich gerade einmal in knapp 100 Metern. 

Oft bleiben sie länger als eine halbe Stunde in der Luft und verbrauchen so viel Kraft, dass sie abstürzen, oder die benötigte Energie für die folgenden Tage verbraucht haben. Viele verlieren durch die Schrecken den Orientierungssinn.

An den Küsten wird immer wieder beobachtet wie tausende Wasservögel fluchtartig in die Luft steigen. In den Niederlanden hat die Universität Amsterdam Radaraufnahmen veröffentlicht, die die Flugbewegungen vor, während und nach der Silvesterknallerei anzeigen.

Andere Tiere schrecken aus ihrem Winterschlaf und finden sich nicht mehr zurecht. Auf den Wiesen, oder am  Boden ausgelöste Sprengkörper gelangen in ihre unmittelbare Nähe. Regelmäßig werden nach den Silvesterfeiern getötete Tiere gefunden. Abgesehen von den Tieren in der freien Natur ist Silvester auch für viele Haustiere die schlimmste Zeit des Jahres.

Es wäre schon ein Erfolg, wenn man die Menschen dazu bringen könnte wenigsten an und in Schutzgebieten auf Raketen zu verzichten. In Schutzgebieten ist es übrigens außerdem  verboten.

Silvester
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Silvester – Feinstaubbelastung

Wer kennt ihn nicht, den dichten Nebel nach der Silvester Feier. Wenn dann noch eine Inversionswetterlage besteht, in welcher es windstill ist und die oberen Luftschichten wärmer als die unteren Luftschichten sind, kann man seine Hand vor den Augen nicht mehr sehen. Die Belastung hält bis in die Morgenstunden an. Erst Wind und Regen verändert die Lage.

Feinstaub kann durch die Luftmassen nicht entweichen. Anstelle des normalen Richtwertes von 50 Mikrogramm auf den Kubikmeter entstehen in solchen Extremsituationen Feinstaubbelastungen von 1000 Mikrogramm / Kubikmeter. 

Selbst bei normalen Witterungsverhältnissen steigt Silvester ab 0:00 Uhr die Feinstaubbelastung auf 500 Mikrogramm / Kubikmeter in den Städten. Das entspricht etwa 17 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr.

Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten die Zeit nach Mitternacht unbedingt im Haus verbringen und sich nicht derartigen Belastungen aussetzen.

Warum ich diesen Artikel schreibe ? Ich verfasse ihn in der Hoffnung den ein oder anderen Mitmenschen dazu zu bringen, auf die leidige Tradition der Silvesterknallerei zu verzichten. Ich weiß, meistens folgt dann die Aufforderung das Geld in nützlichere Objekte zu investieren. Aber alleine ein Verzicht darauf wäre schon ein erster großer Schritt.