Großer Brachvogel

Großer Brachvogel im Wattenmeer: Den beeindruckenden Vogel auf seiner Rast konnten wir Im Watt vor Borkum beobachten.

Das Wattenmeer, ein einzigartiges Ökosystem entlang der Nordseeküste, zieht jedes Jahr eine Vielzahl von Vogelarten an, die hier Rast machen, brüten oder überwintern. Einer der faszinierendsten Bewohner dieses Gebiets ist der Große Brachvogel, auch als Numenius arquata bekannt. Mit seinem charakteristischen Aussehen und Verhalten ist der Große Brachvogel ein Highlight für Vogelbeobachter und Naturliebhaber.

Ein Blick auf den Großen Brachvogel

es handelt sich um einen großen Watvogel mit einer länge von 50 – 60 cm, der vor allem durch sein auffälliges Aussehen auffällt. Mit einer beeindruckenden Flügelspannweite von bis zu einem Meter und seinem langen, gebogenen Schnabel ist er leicht zu erkennen. Die Färbung seines Gefieders variiert von hellbraun bis grau mit markanten schwarzen und weißen Streifen auf dem Kopf und Hals. Sein Erscheinungsbild imitiert die Farben und Muster des Wattenmeers, was ihn zu einem Meister der Tarnung macht.

Die Reise des Großen Brachvogels

Der Große Brachvogel ist ein Zugvogel, der weite Strecken zurücklegt. Während des Sommers brüten diese Vögel in den nordischen Regionen Europas und Asiens. Im Herbst machen sie sich auf den Weg in ihre Überwinterungsgebiete, wobei das Wattenmeer eine wichtige Station auf ihrer Reise ist. Die Vögel Irlands und Großbritanniens sind tilweise sogar Standvögel.

Das Wattenmeer ist ein entscheidender Rastplatz für den Großen Brachvogel, da es reich an Nahrungsquellen ist. Diese Vögel ernähren sich hauptsächlich von Weichtieren, Würmern und Insekten, die sie im schlammigen Boden des Wattbodens finden. Ihr langer Schnabel ist perfekt angepasst, um Beute aus dem Boden zu ziehen.

Die Bedeutung des Wattenmeers

Das Wattenmeer ist eines der größten und bedeutendsten Feuchtgebiete der Welt. Es erstreckt sich von den Niederlanden bis nach Dänemark und bietet eine einzigartige Umgebung für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Die Gezeiten des Wattenmeers schaffen abwechslungsreiche Lebensräume, die von zahlreichen Vogelarten, einschließlich des Großen Brachvogels, genutzt werden.

Die Region steht unter Naturschutz und ist ein UNESCO-Weltnaturerbe. Die Erhaltung des Wattenmeers ist von entscheidender Bedeutung, da es nicht nur ein wichtiger Ort für Zugvögel ist, sondern auch für die Artenvielfalt und den Schutz der Küstengebiete von großer Bedeutung ist.

Die Herausforderungen für den Großen Brachvogel

Der Große Brachvogel steht vor Herausforderungen was seinen Lebensraum betrifft. Die Zerstörung von Feuchtgebieten, der Klimawandel und menschliche Aktivitäten wie Tourismus und Schiffsverkehr können den Lebensraum des Großen Brachvogels gefährden. Bedingt durch den Klimawandel wird sich sein Lebensraum weiter in den Norden verschieben. Um diese Vögel zu schützen, sind Maßnahmen zur Erhaltung des Wattenmeers und seiner Ökosysteme unerlässlich. In der roten Liste der Brutvögel gilt der große Brachvogel als „vom Aussterben bedroht“.

Die Freude der Vogelbeobachter

Für Vogelbeobachter und Naturliebhaber ist die Zeit, in der der Große Brachvogel im Wattenmeer zu sehen ist, eine aufregende Sache. Das Beobachten dieser majestätischen Vögel in ihrer natürlichen Umgebung ist ein Erlebnis, das sowohl die Schönheit der Natur als auch die Notwendigkeit des Naturschutzes verdeutlicht.

Der Vogel ein beeindruckender Bewohner des Wattenmeers und ein Symbol für die einzigartige Artenvielfalt und Schönheit dieses besonderen Ökosystems. Die Erhaltung dieses Lebensraums ist entscheidend, um sicherzustellen, dass zukünftige Generationen die Gelegenheit haben, diesen erstaunlichen Vogel und viele andere Schätze des Wattenmeers zu bewundern.

Pfuhlschnepfe

Pfuhlschnepfe – auf den Spuren einer besonderen Art: Eine Begegnung im Wattenmeer vor Borkum

Das Wattenmeer vor Borkum, einer der ostfriesischen Inseln in der Nordsee, ist ein faszinierender Lebensraum, der von einer Vielzahl von Vogelarten als Rastplatz und Brutgebiet genutzt wird. Einer der bemerkenswertesten Vögel, die man hier antreffen kann, ist die Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica). Mit ihrem beeindruckenden Erscheinungsbild und ihrem faszinierenden Verhalten, zieht sie Vogelbeobachter aus der ganzen Welt an. Ich konnte sie im Süden der Insel, in der Nähe des Yachthahfens, beobachten. Die Ebbe war schon etwas fortgeschritten und nun suchte sie mit ihrem langen Schnabel das Watt nach Nahrung ab.

Die Pfuhlschnepfe ist ein mittelgroßer Watvogel, der sich durch seine charakteristische Gestalt auszeichnet. Sie ist etwa 35 bis 40 Zentimeter groß und hat einen auffällig langen, leicht nach oben gebogenen Schnabel. Ihr Federkleid ist in verschiedenen Brauntönen gehalten, was sie gut in der schlickigen Umgebung des Wattes tarnt. Doch der auffälligste Teil ihres Erscheinungsbildes sind ihre markanten weißen Flügelstreifen, die sich deutlich abheben und sie von anderen Watvögeln unterscheiden. Die Größe entspricht etwa der des Austernfischers.

Die Pfuhlschnepfe ist ein Zugvogel, der weite Strecken zurücklegt. Den Langstreckenflug im Non-Stop-Flug von Alaska bis Neuseeland hält eine weibliche Pfuhlschnepfe. In sieben Tage legte sie 11.500 km zurück. Ein besenderter Vogel erbrachte dieses Ergebnis. Während des Sommers brüten sie in den arktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas, bevor sie im Herbst auf lange Reisen gehen, die sie bis nach Afrika und Australien führen können. Vor Borkum machen sie oft Halt, um sich für die weiteren Flugstrecken zu stärken.

Beim Beobachten dieser faszinierenden Vögel im Wattenmeer vor Borkum fällt auf, wie geschickt sie sich an die Gezeiten und den Lebensraum angepasst haben. Die Pfuhlschnepfen durchstöbern den schlammigen Boden des Wattenmeers nach Nahrung, wobei sie vor allem Weichtiere wie Würmer und Muscheln bevorzugen. Mit ihrem langen Schnabel stoßen sie immer wieder in den schlammigen Boden, um ihre Beute zu finden. Dieses Verhalten kann faszinierend sein, da die Pfuhlschnepfen ihre Schnäbel oft tief in den Schlamm eintauchen, um an ihre Nahrung zu gelangen.

Das Wattenmeer vor Borkum bietet den Pfuhlschnepfen auch einen wichtigen Lebensraum, um sich auszuruhen und Energie zu tanken. Diese Vögel sind oft in großen Gruppen anzutreffen, und ihre charakteristischen Rufe füllen die Luft. Dabei handelt es sich um ein tiefes, trompetenähnliches „Tu-tu“ oder „Tu-ru“, das sowohl im Flug als auch beim Futtersuchen zu hören ist.

Die Pfuhlschnepfe ist auch ein Symbol für die Bedeutung des Wattenmeers als Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Dieses einzigartige Ökosystem ist von großer ökologischer Bedeutung und bietet nicht nur Vögeln wie der Pfuhlschnepfe Schutz und Nahrung, sondern auch vielen anderen Arten.

Die Begegnung mit der Pfuhlschnepfe im Wattenmeer vor Borkum war zweifellos ein besonderes Erlebnis. Diese Vögel, die im Einklang mit den Gezeiten und den natürlichen Rhythmen des Wattes leben, erinnern uns an die Wunder der Natur und die Notwendigkeit, solche empfindlichen Lebensräume zu schützen. Die Pfuhlschnepfe ist ein faszinierendes Beispiel für die Schönheit und Vielfalt der Vogelwelt, die das Wattenmeer bereichert. Deshalb ist die geplante Thermobohrung mit Vorsicht zu betrachten. Es bracuht eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung, ob dadurch nicht das Wattenmeer als Ökosystem gefährdet wird.

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Lieblingsinsel Borkum

Lieblingsinsel Borkum – eine Woche verbringen wir wieder auf der einzigen westfriesischen Insel mit Hochseeklima. Heute lebt man hier nicht mehr vom Walfang wie vor langer Zeit, sondern vom Tourismus. Die 5170 Einwohner kümmern sich aufopfernd um die etwa 240.000 Übernachtungsgäste, die hier jährlich Erholung und Spaß suchen. Mit der Hotel-Pension Loose haben wir die ideale Unterkunft gefunden. Sehr freundlicher Service und allmorgendlich ein wunderbares Frühstück runden das so schöne „Borkumfeeling“ ab.

Nach unserer Einquartierung beschließen wir im nahegelegenen „Aikes“ etwas zu essen. Origineller Weise findet dort am heutigen Sonntag ein bayerischer Abend statt. Na gut, Leberkäs mit Brezel oder Schweinshaxe hatten wir auf unserer Lieblingsinsel Borkum auch noch nicht.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu den Hoppweiden. Ich möchte gerne Ausschau nach einigen Vögeln halten. Zunächst regnet es leicht und der hauseigene Knirps von der Pension überlebt den etwas stärkeren Wind am heutigen Tag nicht. Es mag dem nicht so tollen Wetter geschuldet sein, dass wir lediglich ein paar Kiebitze zu sehen bekommen.

Lieblingsinsel Borkum - Kiebitze

Als wir die Gleise am Bahnhof Borkum überqueren, kommt eine Frau aus der „Seekiste“ gesprungen um uns zu begrüßen. Nun ist die Seekiste natürlich keine „Kiste“, sondern ein Bierlokal an der Bismarckstraße und die Frau ist Bea, die wir aus der alten Schmiede in Essen kennen. Ja, die Welt ist klein und erst wollen wir auch weitergehen um ein Fischbrötchen zu holen, kehren aber dann doch mit ein in die Seekiste. Das Fischbrötchen muss noch etwas warten, kommt aber später auf dem Heimweg noch zu Ehren. Bei Ruth hat der Fisch dann kurz darauf eine „durchschlagende Wirkung“.
Am Abend erleben wir auf der Uferpromenade noch einen wunderbaren Sonnenuntergang.

Der Yachthafen unserer Lieblingsinsel Borkum

Bei unseren bisherigen Aufenthalten ist es uns noch nicht möglich gewesen das Feuerschiff Borkumriff am Yachthafen zu besichtigen, weshalb wir uns am Dienstag in das Auto setzen, um dort hinzufahren. Ich habe dabei noch den Hintergedanken an der Vogel-Beobachtungshütte anzuhalten, aber leider gibt es dort keine Parkmöglichkeit. Diese finden wir aber am Yachthafen. Früher lagen die Feuerschiffe als schwimmende Leuchttürme auf ihren Positionen. Heute beherbergt das letzte, 1988 ausser Dienst gestellte Schiff dieser Art, eine Nationalpark – Ausstellung und viele Informationen zu Leuchttürmen.

Feuerschiff


Wir begeben uns auf die Landzunge zwischen dem Yachthafen und der Nordsee. Gerade ist Ebbe und deshalb kann ich ausser den vielen Möwen auch andere Vogelarten beobachten. Hunderte Austernfischer stochern im Schlickboden nach Nahrung und dann erkenne ich noch ein paar Pfuhlschnepfen. Zu meiner großen Freude entdecke ich auch den großen Brachvogel mit dem langen gebogenen Schnabel. Von Juli bis zum Wintereinbruch verbringen viele dieser größten Watvogelart ihre Zeit am Wattenmeer und so ist es kein Wunder, dass ein ganzer Schwarm an uns vorbeifliegt. Die Pfuhlschnepfe hat ebenfalls einen langen, leicht nach oben gebogenen Schnabel. Der Vogel aus den nordischen Sümpfen und der Tundra ist ein regelmäßiger Durchzügler im Wattenmeer. Auch von dieser Art zieht ein Schwarm am Himmel entlang. Brandgänse sowie Heringsmöwen sind zu sehen und am Zugang zu den Salzwiesen beobachtet uns ein Reh.

Im Café Hafenmeister gönnt Ruth sich Kibberlinge und ich genieße die Muscheln „rheinische Art“. Den Abschluss bildet später noch der Rundweg vom Südstrand über den Nordstrand und durch Borkum wieder zurück zur Pension.


Am nächsten Tag müssen wir uns beeilen um den Bus noch zu erwischen, den wir an der Haltestelle „neuer Deich“ wieder verlassen. Zu Fuß geht es dann über den Loopdeelenweg durch die Salzwiesen. Leider bekomme ich ausser dem Silberreiher keine andere Vogelart der Salzwiesen zu Gesicht. Dafür wird es dann durch die einsetzende Ebbe am Deich interessant. Zuerst bemerke ich Steinwälzer, die auf ihre eigene Art den durch die Ebbe zurückgebliebenen Tang durchwühlen. Mit seinem leicht nach oben gebogenen Schnabel dreht der etwa drosselgroße Vogel die kleinen Steine, Algen und Tang, um darunter Schnecken, Krebse, Muscheln oder Würmer zu finden.

Lieblingsinsel Borkum - Steinwälzer

Dann entdecke ich mehrere noch kleinere Vögel, die unaufhörlich hin und herwuselnd den abfließenden Wellen folgen. Auch diese Vögel kommen aus dem Norden und der Tundra und halten sich als Durchzügler am Wattenmeer auf. Es sind Sanderlinge, die mit schnellen Trippelschritten an der Wasserlinie entlang rennen und dann vor den anlaufenden Wellen wieder flüchten.

Sanderlinge

Auf dem Loopdeelensteeg der der durch das Naturschutzgebiet führt, entdecke ich dann auch noch den Strandpieper, der ebenfalls aus dem hohen Norden und der Tundra den Weg in das Wattenmeer gefunden hat. Da der Strandpieper ein Einzelgänger ist, sehe ich auch nur dieses einzige Exemplar.

Strandpieper

Es ist ein längerer Weg , vom neuen Deich bis zum Südstrand und deshalb beschließen wir an der Milchbude etwas zu essen und zu trinken. Hier treffen wir das Paar wieder, das wir in der Seekiste kennengelernt haben. Sie waren mit Bea dort, die am Vortag aber bereits mit ihrem Mann Ralf wieder abgereist sind.

Es regnet und es stürmt am nächsten Tag und wir hoffen das der Regen gegen Mittag aufhört, dafür soll der Sturm dann allerdings heftiger werden. Warten wir es also ab.

Wir sind um kurz nach 12Uhr losgegangen um die etwa 6 Kilometer währende  Runde durch Borkum zu machen. Der Weg führt am alten Leuchtturm vorbei. Den neuen Leuchtturm lassen wir rechts liegen. Ach ja,  beim neuen Leuchtturm gibt es noch etwas zu berichten. Es gibt drei Uhren im Turm, je eine Richtung Norden, Westen und Süden. In Richtung Osten hat man sich die Uhr gespart, weil es in diese Richtung nur einen Bewohner gab. Gerüchten nach erhielt dieser Einwohner als Ersatz eine Taschenuhr.

Hohe Wellen brechen sich an der Küste, obwohl die Ebbe eingesetzt hat, als wir an der Promenade ankommen. Der Sturm ist stärker geworden und der Sand peitscht uns ins Gesicht. Dennoch verharren wir eine Weile, weil ein einzelner Mensch im Wasser zu erkennen ist. Es ist ein Surfer, der versucht an den langen höheren Wellen entlang zu „reiten“. Die meisten seiner Versuche scheitern allerdings nach kurzer Zeit.
Es ist trocken und wir haben Glück, denn kurz bevor wir wieder die HotelPension Loose erreichen,  kommen die ersten Tropfen. Als erstes werde ich duschen, denn es herrscht ein Klima wie Föhn in Bayern und es ist ziemlich warm.

So geht ein kurzer, aber wie immer wieder schöner Urlaub auf unserer Lieblingsinsel Borkum zu Ende. Wir verabschieden uns von der Insel mit ihren 5100 Einwohnern und von den 120 Brutvogelarten und den unzähligen Zugvögeln des Wattenmeeres. Sechs neue Arten kann ich meiner Sammlung hinzufügen und wir freuen uns schon auf die nächste Reise.

Lieblingsinsel Borkum

Loopdeelenweg Borkum- die Entdeckung

Loopdeelenweg Borkum – Loopdeelenweg heißt der Hozbohlenpfad auf unserer Lieblingsinsel Borkum. Dieser Pfad wurde 2021 eröffnet und ist daher für uns auch eine neue Entdeckung. Mit dem 650 Meter langen Weg hat man die Möglichkeit geschaffen die Insel Küstennah zu umrunden. Das war allerdings nicht unser Begehr, da wir zu Fuß unterwegs sind und dann knapp 30 Kilometer doch etwas zu viel sind. Für Radfahrer ist es durchaus an einem Tag zu schaffen.

Loopdeelenweg

Mit dem Loopdeelenweg wurde die „Ronde Plate“ erschlossen. Am Ostrand der „Greunen Stee“, über die ich bereits im Urlaubsbericht Borkum2015 berichtet habe, befindet sich das Naturschutzgebiet „Ronde Plate“. Wir wandern also durch die Greune Stee und an der Stelle, wo damals unsere Runde in Richtung „Kugelbake“ abzweigte, gehen wir nun weiter geradeaus und erreichen den „Loopdeelenweg Dünenkamm RondePlate„.

Vor uns öffnet sich eine völlig andere Landschaft. Man könnte glauben, sich dem Ostland der Insel zu nähern. Auch hier blicken wir auf ein Feuchtgebiet mit Salzwiesen. Ähnlich faszinierend wie die Salzwiesen im Ostland, mit dem Queller, Strandnelken und der Salzmelde. Siehe Reisebericht Borkum 2018.

Loopdeelenweg

Sicher gibt es hier zur entsprechenden Jahreszeit die idealen Beobachtungsmöglichkeiten für den Ornithologen und den Tier- und Vogelfotografen. Jetzt hört man zwar viele Vögel, wie die Rohrammer und den Austernfischer, aber der hohe Wuchs des Strandhafers und anderer Pflanzen, verhindert die Sicht auf die Tiere. Wir sehen Brandgänse, Stock- und Schnatterenten und hoch am Himmel kreist eine Weihe. Rotschenkel, Teichrohrsänger, Sumpfrohreule, Korn- und Rohrweihe haben hier ihr zu Hause. Sicher gibt es auch Rohrsänger. Einen Drosselrohrsänger konnte ich in den Gewässern der Hoppheide entdecken. Dennoch zieht die fantastische Landschaft uns völlig in ihren Bann.

Loopdeelenweg

Loopdeelenweg – Naturdenkmal Borkumer Dünen

Das Naturdenkmal Borkumer Dünen des DBU, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, hat hier mit finanzieller Unterstützung einen tollen Beitrag für den Naturschutz erbracht und man kann froh sein, so eine Landschaft auch besuchen zu können. Kritiker meinen zwar das die Natur durch die Öffnung für Radler und Fußgänger gestört würde, aber es werden nun Schäden verhindert, die Fußgänger durch das Niedertreten verursachten. Sie gingen von den Wegen im Naturschutzgebiet ab und zertraten die Nester von Bodenbrütern, wie dem Sandregenpfeifer, der hier noch mit 13 Brutpaaren lebt.

Weiter führt uns der Weg über die Holzplanken in Richtung Küste und schließlich kommen wir zu schwarzen Deich. Von hier aus sehen wir in der Ferne bereits den Südstrand von Borkum. Weil der Wind so kräftig über den Deich pfeift, wandern wir lieber wieder durch die Greune Stee, an der Kugelbake vorbei, in Richtung Ausgangspunkt.

Geiskraut
Loopdeelenweg -Jakobskrautbär
Jakobskrautbär

Jakobskrautbär in der Greunen Stee

Auch in dem „Krüppelwäldchen“ gibt es viel zu sehen. Ich nutze die App „PlantNet“ um die mir zum großen Teil unbekannten Pflanzen bestimmen zu können. So erfahre ich auch vom Greiskraut. Dieses Kraut kommt nicht mehr häufig vor, weil es stets vorzeitig entnommen wird.

Vom Greiskraut geht eine erhebliche Gefahr für grasendes Nutzvieh und für Weidetiere aus. In größeren Mengen gefressen, wirkt das Gift der Pflanze tödlich. Hier entdecke ich den Jakobskrautbär. Ein Falter der seinen Namen daher hat, dass er das Geiskraut mit Vorliebe frisst. Weil er dadurch auch das Gift an Fressfeinde weitergeben kann, bleibt er von diesen meistens verschont. Schon seine Färbung bedeutet so viel wie „ich bin ungenießbar.“

So erreichen wir bald wieder unseren Ausgangspunkt und sind froh die 15 Kilometer mit dem Loopdeelenweg gemacht zu haben.

Seehunde – Kegelrobben und Eiderenten

Es gibt noch eine Veränderung gegenüber der Vorjahre am Strand. Die Seehundbank, die früher mit dem Pferdegespann angefahren wurde, hat sich verschoben. Nun kann man die Tiere mit einem Tele oder Fernglas auch vom Strand aus beobachten. Träge räkeln sie sich in der wärmenden Sonne. Übrigens gehören beide Arten, Seehunde und Kegelrobben, zu den Robben. Der Seehund, mit dem eher kugelförmigen Kopf ist kleiner als die Kegelrobbe. Diese hat ihren Namen daher, dass der Kopf in der Form an einen Kegel erinnert.

Bei Ebbe konnte ich auf einer anderen Sandbank eine Kolonie Eiderenten beobachten. Im vorgelagerten Priel tauchte dort plötzlich der Kopf einer Kegelrobbe auf. Längere Zeit tauchte sie immer wieder auf, bis sie schließlich den Zugang zum offenen Meer fand. Weil die Gefahr besteht, dass einige unbedarfte Touristen sich auf den Weg zu den Robben machen, die bei Ebbe gut zu erreichen sind, wurden nun Verbotsschilder aufgestellt, die die Annäherung an die Tiere verbieten. Hoffen wir mal das es was nutzt. Im Folgenden zeige ich noch einige Bilder von unserem diesjährigen Urlaub auf der wunderschönen Insel Borkum.

Sperber

Sperber  –  Accipiter nisus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der  Größe.  Das Männchen ist bedeutend kleiner als das Weibchen. Der Sperber jagt seine Beute durch Überraschungsangriffe, da er nicht in der Lage ist ein Opfer lange zu verfolgen. Hierzu nutzt er die Deckung von Büschen und Bäumen. Er verkrallt sich in seine Beute und tötet sie. Man kann ihn beim „Rüttelflug beobachten. Dabei schwebt er quasi auf der Stelle und beobachtet sein Opfer. Zu denen gehören Vögel, wie Taube, Finken und Sperlinge.

Sperber

Das Männchen wird in der Jägersprache Sprinz genannt, während die anderen männlichen Greifvögel Terzel benannt werden. Sperber bevorzugen waldnahe Bereiche von Misch- und Nadelwäldern, kommen aber mittlerweile auch in Parkanlagen der Städte vor.

Nach einem Verbot des Insektizides DDT ist der Bestand wieder angewachsen. 1888 galt der Sperber schon fast als ausgestorben. Für den Menschen galt er zu dieser Zeit als der „böse Vogel“ und er wurde stark bejagt. Mit einer Körperlänge von 40 cm (Weibchen – Männchen etwa 33 cm) und einer Flügelspannweite von rund 80 cm (Männchen 65cm), ist der Vogel etwas Größer als eine Turmfalke. Die Unterseite des Männchen ist weiß und quer gebändert. Das weniger farbenfrohe Weibchen hat eine orange Unterseite. Die Oberseite ist beim Männchen graublau (Weibchen schieferbraun) und am Hals befindet sich eine feine senkrechte Strichelung.

Die Augenfarbe des männlichen Sperbers ist orange, die des weiblichen Tieres dunkelgelb. Der Sperber lebt monogam. Wie auch beim Habicht besteht der Balzflug aus kreisendem Flug mit anschließendem Sturzflug zum Nest.

Sperber

Sperber – Habicht

Sperber sehen dem Habicht sehr ähnlich. Der Habicht ist aber deutlich größer und schwerer. Der Kopf des Sperbers ist rundlicher und das Auge wirkt im Verhältnis zum Kopf sehr groß. Der Orbitalknochen (Augenhöhlenknochen) ist über dem Auge ist sehr ausgeprägt, was bei beiden Arten den „strengen Blick“ ausmacht. Der Überaugenstreif beim Habicht ist deutlicher und stärker als beim Sperber.

Bei der Paarbildung und später der Fütterung der Brut übergibt das Männchen die Beute auf einem Übergabeplatz in der Nähe des Nestes an das Weibchen. Diese Übergabeplätze sind durch Federn und Reste oft gut zu erkennen.

Die Brutzeit beträgt etwa fünf Wochen und beginnt Mitte April. Das Weibchen legt bis zu vier Eier und wird vom Männchen versorgt. Die Fütterung der Jungtiere erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nachdem die Jungen flügge geworden sind bleiben sie noch vier Wochen in der Nähe des Nestes .

Die Bilder vom Sperber entstanden auf der Nordseeinsel Borkum in der Nähe des Flughafens. Dort gibt es Mischwald mit Lichtungen und er saß direkt über uns auf einem Stamm am Wanderweg. Erst als sich ene Gruppe Wanderer näherte suchte er das Weite und so konnte ich einige Aufnahmen von diesem wunderbaren Vogel machen.

Das Gedicht über den Sperber schrieb Gabriele Böttcher

  • Ritt mit stolzem Mut durch das weite Land,
  • einen Sperber gut auf behandschuhter Hand.
  • Sein Gefieder war weiß wie der schimmernde Schnee
  • und seine Augen so klar wie der ruhige See.
  • Flieg mein Sperber fort, lös dir Kappe und Band,
  • warst so still dort auf behandschuhter Hand.
  • Und nun steig empor in die wolkigen Höh`n
  • dass mein Blick dich verlor, kann dich nimmer erspäh`n.
  • Kehrst du einst zurück aus weitem Land
  • streck ich aus voll Glück die behandschuhte Hand.
  • Und ich seh` dein Gefieder so weiß wie der Schnee
  • und dein Auge so klar wie der ruhige See.

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