Tippelsberg – ein schönes Stück Natur in Bochum

Tippelsberg – ein schönes Stück Natur in Bochum, an der Stadtgrenze zu Herne. Die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet hatte im Rahmen des Ferienspatzes einen Programmpunkt für Eltern/Großeltern und Kind/Enkelkind aufgelegt. Über mehrere Stationen galt es Fragen zu beantworten, die mit dem Naturschutzgebiet Tippelsberg-Berger Mühle zusammen hängen. Klar, dass Oma und Opa da nicht nein gesagt haben und mit dem Enkel dort hin fahren.

Das Naturschutzgebiet Tippelsberg ist mit 53 Hektar das größte Schutzgebiet der Stadt Bochum. Vom höchst gelegenen Teil hat man einen schönen Blick über das Ruhrgebiet. Unser Rundweg verbleibt allerdings im unteren Bereich und die erste Frage lässt auch nicht lange auf sich warten.

Am Donneberger See werden wir nach den Tieren gefragt, die wir auf dem See erkennen. Teichhuhn, Blässhuhn, Kanadagänse und eine Hausgans sehen wir. Libellen tanzen über das Wasser, auf dem die Wasserläufer umher huschen.

Da stellt sich mit gleich die Frage wofür die Wasserläufer eigentlich nützlich sind. Man sieht sie ja häufig an Teichen und stillen Gewässern. Diese kleinen Insekten befreien uns von der Mückenplage am See. Mücken gehören zum Nahrungshaushalt der Wasserläufer und sie halten das Gewässer sauber, indem sie totes Getier verzehren.

Die vielen Brennnesseln am See fordern geradezu zur nächsten Frage auf. Welche Tiere fressen Brennnesseln? Mit unseren Antworten bringen wir in einem Punkt die Mitarbeiterin der Biologischen Station zum Staunen, als sie am Ende der Tour die Fragebögen durchschaut.

Ich habe nämlich Schweine mit aufgeschrieben. Das weiß ich, weil ich als Kind mit meinem Opa und seinem Schäferhund “Wolf”, der eine Karre zog, in die Brennnesseln fuhr. Die mit einer Handsichel geschnittenen Brennnesseln wurden dann mit einem Mix aus Milch und Brotresten gehäckselt in den Schweinetrog gegeben und die Tiere waren gierig nach dieser Delikatesse.

Aber auch wir haben im Bezug auf die Brennnessel etwas Neues erfahren. Wenn man nämlich die Brennnessel mit der Hand von unten nach oben streicht, verbrennt man sich nicht an den Nesseln.

Kurz bevor wir die Autobahn erreichen, deren Geräusch uns ständig begleitet, lesen wir die nächste Frage. Was fällt auf, wenn man mit dem Rücken zur Autobahn steht? Der Weg teilt quasi zwei Gebiete. In unserem Rücken sehen wir junge Pflanzungen, vielleicht vier bis sechs Jahre alt, während vor uns prächtige, alte Bäume stehen. Einige sicher deutlich über hundert Jahre alt.

Wir erfahren später das dieses Stück Natur gefährdet ist, weil die Autobahn auf sechs Spuren erweitert werden soll. Da fragt man sich, wie das mit einer guten Klima und Umweltpolitik zu vereinbaren ist. Man müsste ja Wert auf weniger Autoverkehr legen, da bräuchte man sicher keinen weiteren Ausbau von Autobahnen.

Vor der Autobahnbrücke, die hier das Tal zerschneidet, biegen wir ab und der nächste Fragepunkt verweist uns auf den Riesenschachtelhalm. Hier am Feuchtgebiet befindet sich eines der größten Vorkommen dieser Pflanze im Ruhrgebiet. Man kennt sie auch als Zinnkraut.

Über dem Weg liegt ein alter Baumstamm und ein weiterer Baumstumpf bringt die Frage nach dem Wert von Totholz. Über die Wichtigkeit von Totholz als Lebensraum vieler Insekten und Pilze und als Erneuerer des Waldes, habe ich ja an anderer Stelle schon einmal berichtet.

An einer Wegegabelung wird uns die Frage nach der Baumhöhe einer Eiche gestellt. Nicht so einfach die Höhe eines Baumes zu schätzen. Ich erinnere mich an einen Hilfe. Man entfernt sich so weit vom Baum, bis man den Wipfel in einem Winkel von 45 Grad sieht. Von diesem Punkt bis zum Stamm zählt man die Schritte, jeder Schritt etwa ein Meter und erhält so die ungefähre Höhe des Baumes.

Leider macht der Weg einen Bogen und ich kann den Winkel zum Gipfel so nicht richtig finden. Also schätzen wir und kommen auf etwa 18 Meter. Richtig wären dann allerdings wohl eher 25 Meter gewesen.

Der nächste Punkt verweist uns auf den großflächigen Schilfgürtel am See, wir befinden uns bereits auf dem Rückweg und hören das Zirpen der Grillen. Als letzte Station gilt es vier markierte Bäume auf einer Fläche mit Buchen und Eichen zu entdecken, zu deren Füßen jeweils ein Buchstabe versteckt ist.

kaum zu erkennen – die kleine Erdkröte

Der Boden ist mit altem Laub und Bucheckern bedeckt und jetzt sehen wir auch die winzigen Erdkröten, kaum größer als mein kleiner Finger. Sie kommen wohl vom See, ihrem Laichgewässer, um den angestammten Lebensraum in Parks, Obstwiesen oder sogar Gärten aufzusuchen.

Klar hat unser Enkel die vier Buchstaben am Stamm der Bäume gefunden. Nun müssen wir nur noch das Wort zusammensetzen und unsere Erforschung des Naturschutzgebiet Tippelsberg ist beendet. Eigentlich logisch, dass das Lösungswort “Grün” ist.

Inselort – Föhr und die Dörfer

Inselort – eines haben sie alle gemeinsam, die Schönheit. Man könnte glauben jeder Ort würde mit dem folgenden Inselort um die schönsten Häuser und Höfe im Wettkampf liegen.

Auf der Liste der größten Deutschen Inseln liegt Föhr auf Platz fünf. Wenn man aber unter einer Insel ein völlig vom Wasser umgebenes Land versteht, also ohne Zugang zum Festland, ist Föhr sogar die größte Insel.

Rügen verbindet eine Brücke mit dem Festland. Auch Usedom ist mit dem Festland verbunden. Nach Fehmarn geht es auch direkt mit dem Auto und Sylt ist sogar mit dem Hindenburg-Damm ans Festland angeschlossen. Schließlich folgt Föhr, als erste Insel. die nur mit dem Schiff erreichbar ist. Für die tierischen Bewohner wie die Vögel hat das den großen Vorteil, dass sie sich nicht vor dem Fuchs fürchten müssen. Diesen Prädator gibt es auf der Insel nicht.

Wyk, den größten der Inselorte, habe ich ja bereits an anderer Stelle vorgestellt. Zu Wyk eingemeindet wurde Boldixum. Die im romanischen Stil erbaute Kirche St. Nicolai stammt aus dem Jahr 1240 und war auch Tagungsstätte des Gerichtes. Über die Ortsgrenzen hinweg bekannt ist die Orgel der Kirche.

Angrenzend an Boldixum kommt man in den Inselort Wrixum. Das Langdorf an der Marsch hat zahlreiche malerische Friesenhäuser zu bieten und die weithin sichtbare Mühle vom Typ “Großer Holländer“. Nach einem Brand wurde die Mühle 1950 wieder aufgebaut und bis 1960 wurde dort auch noch gemahlen. Später wurde der Boden entfernt und man errichtete im Inneren ein Restaurant.

Seit dem Ankauf der Mühle durch die Gemeinde kümmert sich ein Verein darum, die Mühle wieder zu restaurieren. Später soll hier eine Erlebnisbäckerei Platz finden.

Oevenum – ein Inselort mit Schafschur

Wir kommen nun nach Oevenum. Das ist wohl der Inselort mit den meisten Pferden. Wunderschöne reetgedeckte Häuser und Höfe sind hier zu sehen.. Donnerstags wird um die Friedenseiche ein Wochenmarkt abgehalten und mit etwas Glück kann man an einem Dienstag bei der Schafschur zusehen. Der Landwirt Sönke Roerden betreibt außerdem einen Hofladen, wo man sich mit Produkten aus der Schafhaltung eindecken kann.

Im Museum Kunst der Westküste in Alkersum kann man eine hochwertige Gemäldesammlung bestaunen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Fotografien.

Auf dem Dorfplatz mit einem alten Brunnen blühen wunderschöne Rosen und Hortensien. Auch in Alkersum scheinen Pferde besonders beliebt zu sein.

Midlum liegt als Inselort zwar nicht genau in der Inselmitte, wie man aus dem Namen ableiten könnte, ist aber der Ort mit dem schönsten Blick auf die grüne Marsch. Die Marsch besteht hauptsächlich aus Weideland. Von Midlum aus, auch dieser Inselort glänzt mit tollen Friesenhäusern, erreicht man alle anderen Inselorte in kurzer Zeit.

Tele – Blick nach Sylt

Die drei Inselorte Oldsum, Dursum und Utersum waren Teil einer Wanderung. Die drei Orte liegen an der Westküste der Insel. Oldsum strahlt Ruhe und Schönheit aus. Es gibt Ateliers und Werkstätten die man besuchen kann.

Von Dunsum aus starten Wattwanderungen zu den Seehundbänken. Vom Deich aus hat man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang und gegenüber liegen die Inseln Sylt und Amrum. Über den Deich gelangen wir zum Inselort Utersum. Im Süden liegt eine Reha Klinik. Utersum ist neben Wyk ebenfalls ein Seebad.

Am Strand ist man nahezu unabhängig von Ebbe und Flut, weil ein Priel unmittelbar vor der Küste immer genug Wasser führt. Der flach abfallende Strand ist der ideale Platz für Familien. Auch von diesem Strandabschnitt hat man einen freien Blick auf Amrum und Sylt.

Über Witsum haben wir bereits im Zusammenhang mit der Godelniederung berichtet. Bleiben noch die Inselorte Borgsum und Nieblum.

Borgsum hat seinen Namen durch die Lembecksburg. Heute steht nur noch ein etwa zehn Meter hoher Ringwall an der Stelle der Burg, die ehemals eine Schutzburg vor den Wickingern war. Zu Borgsum gehört auch eine weit sichtbare Mühle.

Nieblum ist über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. Nahezu regelmäßig wird der Inselort als schönstes Dorf gekürt. Auf dem Friedhof der sehenswerten Johanniskirche findet man die “sprechenden” Grabsteine. Auf den Steinen stehen die Lebensgeschichten der Föhringer Seefahrer.

Gut bekannt ist auch das Goting Kliff als Ausflugsziel, auch wenn durch die Abspülungen des Meeres kaum noch ein Kliff zu sehen ist. Das Kliff ist nur wenige Meter hoch. Es gibt aber das Kliff Café und einen breiten Sandstrand.

Wyk – Südstrand

Schließlich landet man bei der Rundreise wieder am Südstrand von Wyk. Nun kann man die Runde kaum zu Fuß bewältigen. Mit dem Fahrrad verläuft die Inselrundfahrt über knapp 40 Kilometer. Man kann aber gut mit dem Linienbus 1 oder 2 über die Insel fahren und hat alle Orte einmal gesehen. Es gibt sogar ein Ticket für die Rundfahrt zu einem Sonderpreis. Man darf allerdings nicht unterwegs aussteigen.

Mini – Hotel am Strand von Wyk

Godelniederung – das Schutzgebiet auf Föhr

Godelniederung – ist die Bezeichnung des Mündungsgebietes des einzigen Süßwasserflusses der Insel Föhr. Der Fluss bildet hier ein Gebiet, das durch den Übergang vom Brackwasser und Wattenmeer geprägt ist. Der “Sandhaken” gennannte Abschnitt ragt weit ins Watt hinein und wird nicht geflutet. Die Landzunge gilt als besonderes Schutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Wir wandern über einen festen Weg durch das Vogelschutzgebiet und werden durch tolle Sichtungen belohnt.

Austernfischer

Im Watt beobachten wir Austernfischer die entweder um einen Partner balzen oder im Watt nach Futter suchen. In der Nachbarschaft sehe ich eine Uferschnepfe. Auf den Salzwiesen und den Feldern sind Scharen von Staren zu sehen und auf zwei etwas größeren Felsen sitzt ein Wiesenpieper.

Wiesenpieper

Die Radfahrer die den Weg ebenfalls benutzen sehen den Rotschenkel auf dem Pfahl neben dem Weg nicht und der Vogel scheint sich auch nicht an ihnen zu stören. Bei uns ist er da schon eher skeptisch und wir bewegen uns langsam und vorsichtig. Dennoch fliegt er plötzlich aufgeregt umher. Der Grund ist wohl eines seiner Küken, welches ich in der Rinne zwischen Salzwiese und Weg beobachte. Es rennt ängstlich durch die Rinne.

Rotschenkel

Wir wollen die Familie nicht stören und gehen zügig weiter, damit sie Ruhe finden.

In den Wiesen brütet eine Sturmmöwe. Graugänse sind zu sehen und immer wieder der Inselvogel – der Austernfischer.

Sturmmöwe
Godelniederung – große Artenvielfalt

Lautes Gegacker der Gänse macht uns auf die in die Luft steigende Rohrweihe aufmerksam und wieder sitzt ein Rotschenkel auf einem Pfahl in der Wiese. Wir sind später überrascht fünf dieser schönen Vögel auf den Ansitzen gesehen zu haben. Über uns fliegt ein Schwarm Kiebitze, die sich auf einem Feld niederlassen.

Die Feldlerche steigt in die Luft, mir gelingt aber leider kein Foto der Lerche. Beim Blick über die Godelniederung sehen wir Amrum. Der Leuchtturm der Insel ist im Dunst deutlich zu erkennen.

Blick über die Godelniederung nach Amrum

Eigentlich wollen wir bis Utersum laufen, beenden unsere Wanderung aber in Hedehusum, einem Vorort von Utersum und warten dort auf den Bus der uns nach Wyk zurückbringt.

Die Fahrt mit dem Linienbus ist durchaus zu empfehlen, weil sie einer Inselrundfahrt gleich kommt. Er fährt durch die Inseldörfer, am Goting Kliff vorbei, durch Nieblum, Midlum, Oevenum, Wrixum und Boldixum. Wir sehen sogar die Weinfelder des Weingut Waalem, eine Besonderheit der Insel.

Zur “Rundfahrt” gehört auch eine Stadtrundfahrt durch Wyk. Er fährt nämlich erst einen richtigen Rundkurs durch die Stadt, bevor unsere Zielhaltestelle erreichen.

Rotschenkel auf Föhr

Elmeere – ein Highlight der Nordseeinsel Föhr

Elmeere – war einstmals ein größeres Gewässer auf der Nordseeinsel Föhr bei Süderende. Den Namen gaben sich die Gründer eines Vereins im Jahr 1993, die sich das Ziel setzten ehemalige Feuchtwiesen, Gräben und Flachgewässer wieder zu beleben. Der Förderverein ermöglicht es, Wirtschaftsflächen aufzukaufen und wieder in den natürlichen Zustand zu versetzen.

140 Hektar konnten so erworben werden. Seltene Arten aus Flora und Fauna können wieder beobachtet werden.

Der Andelhof wurde zum Domizil des Elmeere e.V. .Noch sind einige Baumaßnahmen zu bewältigen, aber ein Besuch lohnt bereits jetzt. Mehr dazu aber später, denn wir beginnen der ersten Tag unseres Inselurlaubs mit einem Rundgang durch Wyk.

Von unserer Wohnung im Knudsenweg gelangen wir auf die Große Straße, wo an der Ecke Mittelstraße ein einzelner Glockenturm steht. Die Kirche zum Turm fehlt und es ist bereits der dritte Turm an dieser Stelle, weil die vorherigen Türme das Opfer von Stürmen wurden. Die Kirche Sankt Nikolai liegt aber etwas außerhalb, in Boldixum und bei Sturm konnten die Wyker die Glocken der Kirche nicht hören. Aus diesem Grund warnt seit 1886 der Glockenturm in Wyk die Bewohner vor einer nahenden Sturmflut.

Wir erreichen den Sandwall, die Promenade der Stadt, mit vielen Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften. Gleich am Anfang trifft die beste Frau der Welt auf die wohl beste Verkäuferin von Wyk und mein Schatz ist nach einer Stunde neu eingekleidet. Wir lassen den Einkauf im Geschäft, um die Tasche nach unserem Spaziergang abzuholen.

Das Nationalparkzentrum liegt hinter uns, wir kommen an der Mittelbrücke und dem Musikpavillon vorbei. Eine Band spielt gerade einen Titel der mir unbekannt ist. Das Aquawyk , ein Familienbad mit Außenbereich, ist nur mäßig besucht, was aber bei dem herrlichen Wetter auch logisch ist. Viele Strandkörbe sind noch frei, aber das wird sich in drei Wochen wohl ändern, wenn in NRW die Schulferien beginnen. Der große “Run” kommt erst noch und so ist es auf der Promenade schön zu laufen.

Am kleinen Leuchtturm “Olhörn“, mit einer Höhe von 10 Metern am Leuchtfeuer, wirkt fast wie ein dekoratives Bauelement. Er dient aber tatsächlich seit 1952 als Quermarkenfeuer für die Schiffe von den Inseln Föhr und Amrum zum Festland. Bis zum Bau des Leuchtturmes stand an der Stelle seit 1892 eine Leuchtbake.

Wir haben den Südstrand erreicht und verlassen nun die Promenade. Der Rückweg führt uns durch einen kleinen Wald. Es ist so heiß geworden, dass wir den Schatten der Bäume freuen.

Schon bald sind wir am Storchenpark, einem weiteren Bereich der Elmeere e.V.. Hier werden in Freigehegen verletzte Wildtiere gepflegt und behandelt. Heimische Störche finden den Bereich wohl so angenehm, dass sie sich ebenfalls hier niederlassen. Sie sind natürlich nicht in einem Freigehege.

Weiter geht es zu einem kleinen, aber feinen biologischen Garten. In dem Park mit einem Biotop und Kräutergarten hat sich auch eine Storchenfamilie niedergelassen. Weiße und gelbe Seerosen schmücken den Teich und nebenan plätschert das Wasser aus einem Brunnen.

botanischer Garten

Nun sind wir wieder an der Promenade angekommen. Einige Leute haben sich zusammen gefunden, um an dem überdimensionalen Schachbrett zu spielen. Vorbei am Gezeitenbrunnen des Künstlers Markus Thiessen kommen wir schließlich wieder zur besten Wyker Verkäuferin, die uns die Einkaufstasche überreicht.

Neben unserem Quartier befindet sich ein Fischrestaurant und wir nehmen uns ein Mittagessen mit in die Wohnung.

Elmeere e.V. – der Andelhof mit Beobachtungsraum

Nach einer Rast und einer leckeren Tasse Kaffee, machen wir uns auf dem Weg zum bereits erwähnten Andelhof der Elmeere e.V..

Auf dem Weg hinauf zum Beobachtungsraum bestaunen wir die wunderbaren Fotografien des Wyker Fotografen Peter Hering, der wohl schon alle Vogelarten des Schutzgebietes Wattenmeer abgelichtet hat. Auf einzelnen Etagen des Hauses sind Vitrinen mit Ausstellungsstücken zu besichtigen und die Natur steht natürlich bei allen Objekten an erster Stelle.

Ferngläser und Spektive stehen im Beobachtungsraum zur Verfügung. Wir blicken hinüber auf ein über 50 Hektar großes Schutzgebiet am Oevenumer Deich. Im Flachwasser sehen wir sofort die Uferschnepfen, viele Gänse und eine kleine Kolonie Löffler. Auch der Kiebitz ist zu sehen. Ein herrlicher Anblick, der die Herzen höher schlagen läßt.

Wir sind begeistert von der Arbeit des Elmeere e.V. und werden sicher noch einmal während unseres Aufenthalts auf der Insel dort auftauchen.

Beim Bierchen am Abend in der Pinte, schwärmen wir noch von den Natur(t)räumen…..

Muttental – dem Bergbau auf der Spur

Muttental – dem Bergbau auf der Spur – man sollte allerdings aufpassen, wenn es um den richtigen Parkplatz geht. Wir wählten den “Parkplatz Rauendahlstraße”. Allerdings ahnten wir nicht, dass es zwei Parkplätze gleichen Namens gibt. Gegen Ende unserer Rundwanderung durch das Muttental richteten wir uns nach Hinweisschildern zum Parkplatz Rauendahlstraße und landeten natürlich am falschen Platz.

nein, es ist nicht Goldemar

Der Blick auf die Karte verrät uns, dass es noch 1,2 Kilometer bis zum richtigen Parkplatz sind und dieser Weg führt die gesamte Zeit durch die pralle Sonne und stets bergauf an der Straße entlang. Da waren die schattigen Wege im Muttental deutlich angenehmer.

Kein Wunder also, dass meine Ruth völlig erschöpft ist und wir uns an einem Haus in den Schatten stellen, während die Tochter und Enkelin alleine zum Parkplatz laufen um das Auto zu holen.

die rote Linie wäre der richtige Weg gewesen

Kurz darauf öffnet sich die Haustür und man erkundigt sich nach unserem Befinden und bietet etwas zum Trinken an. Wir bedanken uns und erklären die Situation. Wieder etwas später hält sogar die Fahrerin eines Autos an und bietet an uns mit zu nehmen.
Die Wittener haben nun natürlich bei uns ein Stein im Brett. Das Muttental beherbergt offensichtlich nur nette Leute. Augenscheinlich sind wir auch nicht die Ersten, denen dieses Missgeschick passiert.

der Muttenbach

Aber nun zur Wanderung durch das Muttental. Es lohnt sich wirklich diese herrliche Gegend zu erkunden. Bis auf das Stück in der Nähe von “Dicke Berg“, finden wir einen schönen Wald und herrliche Täler mit saftigem Grün vor. Lediglich an dieser einen Stelle ist eine größere Fläche Kiefernwaldes dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen und massiver Kahlschlag als Folge zu sehen.

Natur – Vorgarten

Wir starten unseren Weg in Richtung Burgruine . Eine Schar Kinder nutzt den Wald als Abenteuerspielplatz. Das Wild wird es freuen. Bei Kinderstimmen fühlt es sich vor dem Jäger sicher. Ein Teil des Wanderweges führt entlang der Straße “Hardensteiner Weg“. Der Vorgarten eines Hauses begeistert uns durch die wunderschön naturbelassenen Gestaltung.

Eine wahre Farbenpracht zieht den Blick auf sich und wir loben die Dame des Hauses, die oben auf dem Balkon steht und uns zusieht, für diesen herrlichen Garten.

An einer Wegekreuzung haben wir die Wahl für den richtigen Weg und wir entscheiden uns wieder für die Burg. Bald darauf sehen wir den ersten Stolleneingang, Stollen Reiger. 1695 erstmals erwähnt und 1783 bereits mit einer Länge von 400 Metern und einem zusätzlichen Schacht zur Frischluftzufuhr.

Bald darauf erreichen wir “Burg Hardenstein“. Zum Teil ist die Burg eingerüstet, man hat aber doch noch einen schönen Blick auf das alte Gemäuer, das 1354 entstand und als Wohnsitz der Besitzer erbaut wurde.

Der Sage nach beherbergte die Burg auch den unsichtbaren Zwergen-König Goldemar, der im Einvernehmen mit den anderen Bewohnern lebte. Bis, ja bis ein neugieriger Küchenjunge Erbsen und Mehl ausstreute um den Zwerg sehen zu können. Voller Wut tötete der Zwergen-König den Küchenjungen und fraß ihn auf. Nun musste Goldemar aber aus der Burg fliehen, aber nicht ohne zuvor einen Fluch auf die Familie zu legen.

Wir befinden uns nun unmittelbar an der Ruhr. Wer möchte, kann nun eine Schiffsfahrt auf der Ruhr unternehmen oder mit der Museumsbahn bis zur Zeche Nachtigall fahren, sofern der Zug fährt.

Wir machen uns weiter auf den Weg und bewundern den “Steinbruch Dünkelberg” mit Schichten aus Sandstein, Kohle und Schieferton. Teile des Steinbruch werden als Kletterwand genutzt und schließlich sehen wir den “Vereinigungsstollen“. Dieser wird auch “Compagniestollen” genannt und hat eine Länge von 375 Metern. und eine Höhe von 1,8 Metern. Hier wurde das Grubenwasser abgeleitet und die abgebaute Kohle gefördert.

Blindschleiche


Wir entdecken am Boden eine Blindschleiche. Diese gehört zu den Echsen, obwohl sie eine Länge von einem halben Meter erreichen, wie etwa auch das Exemplar vor uns. Das die Blindschleiche nicht zu den Schlangen, sondern zu den Echsen zählt, kommt aus dem Grunde, dass sie bewegliche Augenlider hat und ihren Schwanz abtrennen kann.

Auf der, dem Steinbruch gegenüber liegenden Seite, liegt die “Zeche Nachtigall“, die auch ein Besucherbergwerk hat. Vor 300 Jahren begann hier der waagrechte Stollenabbau. Wir ziehen aber weiter unseres Weges in Richtung Bethaus.

An den felsigen Wegesrändern huschen immer wieder Mauereidechsen durch das am Boden liegende Laub.

Mauereidechse

Das “Bethaus” der Bergleute wurde 1830 errichtet. Es ist ein Betriebsgebäude, mit einem Glockentürmchen und einem Posaunenengel auf dem Dach. Heute ist das Haus ein Museum und im Tagungsraum können Veranstaltungen abgehalten werden. Erfrischungen gibt es auf der Terrasse. Früher galt das Haus als Stempelplatz und Aufbewahrungsort und im Sockelgeschoß befand sich eine Schmiede für die Stollenbetriebe. Ein Andachtsraum stand den Bergleuten zur Verfügung.

Der Weg führt uns weiter entlang einige Waggons der “Muttentalbahn” und an grasenden schottischen Hochlandrindern vorbei. Weitere Stollen, wie Stollen Turteltaube, Stollen Stettin, Stollen Fortuna Zeche Renate oder Stollenzeche Maximus säumen den Weg. Es gibt immer etwas zu sehn und zu bestaunen. Nach etwas widrigen Umständen erreichten wir dann ja auch wieder glücklich unseren Ausgangspunkt und können uns nun wahrlich über das Gesehene freuen.

Grüner See und Silbersee in Ratingen

Grüner See und Silbersee sind die Namen zweier Seen in Ratingen, die durch Sand- und Kiesabbau entstanden sind. 1952 begann man mit dem Abbau. Aus zunächst zwei Seen, die man schließlich zusammenführte, entstand der Grüne See.

Ratingen

Das Gewässer ist umgeben vom 110 Hektar großen Landschaftspark und Erholungspark “Volkardey”. Das Gut Volkardey ist eine große Reitsportanlage in Ratingen. Der Name entstammt einem ehemaligen Rittergut aus dem Jahr 1458.

Grüner See – viele Freiezeitmöglichkeiten

Wir parken am Wanderparkplatz “Nösenberg”. Am Zugang zum See-Rundweg befindet sich ein Kiosk und eine öffentliche Toilette. Es gibt viele Freizeitmöglichkeiten am Grünen See. Eine Hundelaufwiese , Fahrradwege, Trimmpfade und mehrere Kinderspielplätze.

Das Baden im See ist nicht erlaubt. Wie an den meisten Baggerseen besteht eine Gefahr durch Unterströmung und Strudel. Es gibt aber einen Windsurfing Club.

Viele Kanadagänse mit einer großen Schar Küken sind zu sehen. Weil diese Gänse keine natürlichen Feinde haben, könnte ihr großes Aufkommen bald zu Problemen führen.

Grüner See – Kanadagans

Wir haben uns entschlossen einer Wanderung zu folgen die in der WanderApp “Komoot” zu finden war. Ein sehr gut beschilderter Wanderweg ist vor Ort aber der etwa 4,5 Kilometer lange Wanderweg mit der Nummer 10. Der erste Teil unserer Wanderung, die mit dem Silbersee etwa 7,5 Kilometer beträgt, folgt der ausgeschilderten Route. Wir passieren ebenfalls den Schwarzbach, der in Mettmann entspringt und nach 36 Kilometern bei Kaiserswerth in den Rhein mündet. Der Bach ist von einem Laubmischwald umgeben.

Auf dem beschilderten Ökopfad kommen wir zum Abschnitt “Baum”. Hier steht eine sehr schöne Schwarzkiefer. Außerdem findet man die Taubeneiche, die den sandigen und lehmigen Boden liebt. Eiche, Weide und Sandbirke sind zu sehen.

An anderer Stelle finden wir mitten auf einer Wiese einen schwarzer Anker. Dieser steht in Verbindung mit dem Schnellboot “S 79 Wiesel” der Deutschen Marine. Die Stadt Ratingen hielt die Patenschaft über dieses Boot. Nachdem wir den Grünen See umrundet haben, folgt der Silbersee.

Anker

Grüner See – Silbersee zum Schutz der Natur

Der Weg führt zunächst durch eine Alle. Zur Rechten liegt der Reiterhof Volkardey. Komoot führt uns schließlich vom Allee Weg ab auf einen unbefestigten, angeblichen Wanderweg, der aber nicht anderes als ein Reitweg ist, der noch dazu durch den Regen der vergangenen Tage sehr matschig ist. Es ist kein Vergnügen diesen Weg zu gehen, auch wenn er uns unmittelbar am Vogelschutzgebiet entlang führt. Vögel sind kaum zu sehen, weil wir uns ganz auf den Weg konzentrieren müssen.

Irgendwann kommen wir schließlich auf einen wieder befestigten Weg. Von hier aus hat man an einer Stelle einen Zugang der uns den Blick über den Silbersee gönnt.

Dieser ist zwischen 1979 und 1993 entstanden und hat eine Größe von 27 Hektar. “Grüner See” hat eine Größe von 18 Hektar.

Der Silbersee ist ein Vogelschutzareal und ansonsten nur aus der Ferne zu sehen. Durch einen Biotopbereich kommen wir wieder zum Schwarzbach und auf den öffentlichen Rundweg.

Es ist ratsam diesem öffentlichen Weg zu folgen. Dieser führt auch noch an einem alten eiszeitlichen Gehöft vorbei und bietet noch ein paar andere sehenswerte Dinge. Außerdem sollte man sich auf die Wochentage konzentrieren, da das Erholungsgebiet Grüner See an den Wochenenden stark frequentiert ist.

Frühling 2021

Frühling 2021 – in Zeiten von Corona verbringen immer mehr Menschen ihre freie Zeit in der Natur.

Wenn man durch die Wälder streift, oder sich in den Naturschutzgebieten umsieht, trifft man häufiger, ganz wie in früheren Zeiten auf Leute die sich eine Decke mitgenommen haben und ein Picknick an der frischen Luft genießen.

Restaurationen in den Ausflugszielen sind ja geschlossen, da nimmt man sich seine Verpflegung eben mit.

Das Jahr 2021 bringt die Lust an der Natur mit. Die Pandemie Corvid-19, bewirkt den Aufenthalt an der frischen Luft. Die Ansteckungsgefahr ist in der Natur gering und der ständige Aufenthalt in der Wohnung beginnt zu nerven. Da nutzt man gerne die Gelegenheit und geht hinaus.

Da macht man sich auf Dinge aufmerksam, die man sonst nie richtig bemerkt hat. Den Vogel mit den schönen Farben und die fantastischen Blüten an den Bäumen. Einige versuchen sogar die Namen der Bäume und Tiere zu erkennen. Immer wieder werde ich angesprochen welcher Vogel das ist, den ich da gerade fotografiere.

Eines hat dieses verdammte Virus bewirkt. Die Sinne für die Natur und die Umwelt sind geschärft worden.

Frühling 2021

Bewegung hält Körper, Geist und Seele zusammen

Bewegung hält Körper, Geist und Seele zusammen – viele Leute zieht es in der Zeit der Pandemie in die Natur und die Wälder und das ist gut so.

Die Luft in der freien Natur ist reich an Sauerstoff und reinigt die Lungen. Die Atemwege werden desinfiziert. Die Luft gerät über die Lungenbläschen in den Blutstrom und über das Körpergewebe bis in die Gehirnzellen. Der Sauerstoffwechsel wird angefacht. So wird Bewegung zur Frischzellenkur.

Im Schnitt atmet ein erwachsener Mensch stündlich etwa 200 Liter Kohlensäure aus, die sich dann in der Umgebungsluft befindet. Das macht ein häufiges Lüften notwendig, um den Verdünnungsgrad zu erhalten. Je mehr Menschen in einem Raum sind, je mehr steigt die Verdichtung durch die Kohlensäure. Die Folge ist Müdigkeit. Es muss also für Verdünnung gesorgt werden.

Bewegung in der Waldluft

Die Waldluft gilt als besonders rein und heilkräftig. Bereits in einem vorherigen Artikel habe ich über die positive Wirkung der Duftstoffe und Terpene aus den ätherischen Ölen, die die Bäume in die Luft abgeben geschrieben. Terpene stützen das Immunsystem. Die Öle wirken heilsam auf Katarrhe der Atemwege.

Eine Blattfläche von 25 Quadratmetern, gibt bei gutem Licht soviel Sauerstoff ab, wie ein Mensch verbraucht. Um eine alte, etwa 100 Jahre alte Buche, mit einem Baumkronendurchmesser von 15 Metern zu ersetzen, müsste man 2700 junge Bäume anpflanzen um die gleiche Funktionalität zu erreichen.

Man sollte sich also gut überlegen, bevor man einen alten Baum voreilig fällt.

Dem Menschen stehen Beine zur Verfügung, die perfekt ausgestattet sind. Die Beinmuskulatur macht 56 Prozent der gesamten Muskulatur aus.

Diese kann durch Bewegung angeregt und erhalten werden. Sie kann aber auch durch zu wenig Bewegung geschwächt werden. Eine gesunde Muskulatur sorgt für einen guten Stoffwechsel, für eine gesunde Tätigkeit der Haut, der Drüsen und der Kreislauforgane.

Bewegung an der frischen Luft hält Körper Geist und Seele zusammen.

Wer den Spaziergang gleichzeitig nutzt um die Atmung zu trainieren, wird schnell merken das er tatenfreudiger, unternehmungslustiger wird. Der Körper fühlt sich merkbar wohler.

Dazu muss man fünf Schritte lang einatmen und bei den nächsten fünf Schritten langsam ausatmen. Man atmet automatisch tiefer aus dem Bauch heraus. Nach einiger Zeit werden sich die gewünschten Effekte einstellen.

Heidesee – Erholung in der Kirchhellener Heide

Heidesee – ein Gewässer in der Kirchhellener Heide, die Teil des “Naturpark Hohe Mark” ist. Die Region ist geprägt von Grün und Heidelandschaften, sowie noch gesundem Mischwald und Äckern, die sich an die Bewaldung anschmiegen.

Der Heidesee ist durch einen Damm und eine Holzbrücke in einen südlichen und einen nördlichen Teil geteilt.

Die Wander App “Komoot” will uns unmittelbar am See entlang führen. Das ist aber mittlerweile verboten, weil das Ufergebiet als Biotop besonders geschützt werden soll. Leider müssen wir feststellen, dass die Einzäunung am App – Weg bereits zerstört wurde. Wenn man auf dem normalen Weg bleibt, ist einem später auch der Blick auf den Weg gegönnt. Es gibt am See zwei gekennzeichnete Liegeplätze an denen man sich am Wasser entspannen kann.

Als Teil des Naherholungskonzept Ruhrgebiet spielt der See und die Umgebung eine große Rolle beim Artenschutz und Bioptopschutz. Es haben sich einige schützenswerte Arten aus dem Pflanzen- und Tierbereich hier angesiedelt.

Im Heidesee befinden sich in der Unterwasservegetation fünf Arten der Armleuchteralgen. Die Armleuchteralgen sind eine phylogenetisch urtümliche Organismengruppe von Wasser-„Pflanzen“.

Entstanden sind die Seen in der Kirchhellener Heide durch Kiesausgrabungen

Der Heidesee ist mit 54 Hektar deutlich grösser als der etwas weiter nördlich gelegenen Heidhofsee mit 4,8 Hektar Fläche. Dort befindet sich auch der Heidhof, ein Waldkompetenzzentrum, das bei Familien sehr beliebt ist. Kinder können hier, wie auch Erwachsene, viel über den Wald und die Natur lernen. Es gibt auch einen großen Waldspielplatz und einen Kiosk.

?Das Gebiet wurde 1973 in das Naherholungskonzept des Ruhrgebiets aufgenommen und in Teilflächen im Sinne des Biotop- und Artenschutzes gestaltet. Es hat sich zu einem bedeutsamen Lebensraum für schützenwerte Pflanzen und Tiere entwickelt. Der Heidesee beherbergt eine landesweit bedeutsame Unterwasserpflanzenvegetation (unter anderem 5 Armleuchteralgenarten).

Wenn man dem Weg folgt überquert man den Schwarzbach der, wie auch der Rotbach, noch unbegradigt durch die Heide fließt. Zu einer Heide gehört natürlich auch der Gedenkstein an den Heidedichter Hermann Löns.

Lottental

Lottental ist der Name eines Tales am Kemnader See. Unsere Wanderung beginnt im südlichen Teil des Lottental, welches zum Bochumer Ortsteil Querenburg zählt. Im späteren Verlauf gehört das Tal zum Ortsteil Stiepel.

Lottental und Zeche Klosterbusch

Gegenüber des Parkplatzes befindet sich noch das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Klosterbusch. Von 1918 bis 1962 wurde hier Steinkohle abgebaut.

Gegenüber stehen in rotem Anstrich die Beamtenwohnhäuser der Zeche. Diese sind auch heute noch bewohnt.

ehemaliges Maschinenhaus der Zeche Klosterbusch
Steinbruch mit dem Stockumer Sattel, im ersten, rechten unteren Drittel

Unter Naturdenkmalschutz steht der Steinbruch der Zeche, auf dem Berg “Kalwes”. Die Flächen am Steinbruch werden heute als Versuchsfläche für den Botanischen Garten der Ruhr Universität genutzt. Der Kalwes ist eine 159 Meter hohe Erhebung.

Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen sieht man noch die Reste der Fundamente von der einstigen Seilbahn der Zeche Klosterbusch.

auf dem Feld sind die Fundamente der Seilbahn zu erkennen

Unser Weg verläuft zunächst parallel des Lottenbach. Er entspringt im Bochumer Stadtteil Wiemelhausen und mündet hier ganz in der Nähe nach 3,8 Kilometern in den Kemnader See. Begrenzt wird das Lottental von einem schönen Mischwald aus Buchen, Eichen, Weiden und Ahorn.

Artenvielfalt im Lottental

Der Bach durchfließt einen Teich, der Teil des Teichkomplexes des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum ist. Eigentlich ist dieser Teich schon ein Seerosenteich, wir haben Glück das die Rosen geöffnet sind, denn sie blühen ja nur 4- 5 Tage. Bekannt ist das Lottental auch für die große Artenvielfalt bei Amphibien. Uns sind bereits die Abgrenzungen am Feldrain zur Straße aufgefallen, die zum Schutz der Kröten und Salamander angebracht wurden. Wasserfrösche, Erdkröten und Molche sind hier zu finden.

Neben an befindet sich ein Hinweisschild auf den Botanischen Garten. Außerdem gibt es auf dem Unigelände am Kalwes auch noch einen chinesischen Garten. Zur Zeit hat man man wegen Baumarbeiten keinen Zugang zum Gelände.

Ganz in der Nähe hören wir einen Grünspecht, können ihn aber leider nicht entdecken. Auch den Falken der kurze Zeit später über unsere Köpfe hinweg fliegt bekomme ich nicht aufs Bild.

Der Weg führt nun Weg von der Straße, den Hang hinauf. Wir kommen am Hofladen Grünendiek vorbei und sehen ein paar schöne Hühner und einen prachtvollen Hahn. Die Katze die wir wenig später in der Wiese entdecken, gehört sicherlich auch zum Hof.

Distel

Achtung Lebensgefahr

Nun geht es durch den herrlichen Mischwald hinauf auf die Höhe. Das Sonnenlicht bricht sich im Laub der Bäume und trifft auf große Farnflächen, ein wunderschönes Farbenspiel. Wir werden nun darauf hingewiesen das Lebensgefahr besteht. Lebensgefahr wegen eventuell vorbeifliegender Golfbälle. Der Weg führt nämlich jetzt ein Stück über das Gelände eines Golfplatzes. Eigentlich lädt der Rasen zum Verweilen ein. Er sieht aus wie ein Teppich, aber da gibt es ja die fliegenden Golfbälle….

Nachdem wir unbeschadet das Gelände passiert haben werden wir mit einem Fernblick auf Herbede und Witten belohnt.

Lottental und Kemnader See

Nun geht es durch eine Eichen-Allee weiter und schließlich befinden wir uns wieder auf unbefestigtem Weg, parallel zum Kemnader See. Ab und zu können wir einen Blick auf den unten im Tal liegenden See erhaschen. Zur anderen Seite geben die Bäume den Blick auf die im Hintergrund liegenden Gebäude der Uni Bochum frei.

Ruhr Universität Bochum

Dann haben wir eine Stelle erreicht wo man einen guten Blick auf den 1979 fertiggestellten Kemnader Stausee hat.

Auf dem weiteren Weg hinunter ins Tal entdecke ich einen Grauschnäpper der auf einem frei schwebenden Ast auf vorbeifliegende Insekten wartet. Schließlich erreichen wir den See. Rechter Hand befindet sich ein “Strand” und ein Restaurant, weiter eine Imbissbude und Toiletten-Anlagen. Kein Wunder also, dass hier schon recht viel Betrieb ist.

Grauschnäpper
Kemnader See

Wir gehen nur ein kurzes Stück am Uferweg entlang, bevor wir in Richtung unseres Parkplatzes abbiegen. Die Rasenflächen zeigen deutlich Spuren der Verunreinigung durch die vielen Kanada- und Nilgänse. Leider gibt es noch immer Leute, die hier munter die Gänse füttern. Damit hilft man den Tieren nicht.

Der Rest des Weges geht es wieder durch einen Grünzug zurück zu unserem Ausgangspunkt. Es war eine abwechslungsreiche und interessante Wanderung in unserer Nachbarstadt Bochum.

Erft – Weckhoven

Erft und die Neusser Stadtteile Weckhoven und Selikum waren die Ziele unserer heutigen Wanderung.

Das erste Stück führt uns durch eine kleine Siedlung. Aber schon bald liegt vor uns ein Gerstenfeld. Immer wieder müssen wir überlegen um welches Getreide es sich handelt.

Wie war das noch, lange Grannen, kurze Grannen, kaum Grannen, Gerste lang, Roggen kurz und Weizen kaum eine Granne.

Nachdem wir das durch diskutiert haben, liegt vor uns ein Bauernhof, über dessen Eingang ein Banner angebracht ist.

Erft – Kinder Bauernhof und Wirtschaftsgarten

Darauf steht : Kinder Bauernhof . Hier gibt es Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen und natürlich Hühner. Es können Kindergeburtstage gefeiert werden und selbst ein Hofcafe ist vorhanden, welches aber zur Zeit wegen Corona nicht geöffnet hat. Hinter dem Gut Selikum befindet sich noch ein Bauerngarten und Imker werben mit mehreren Bienenhäusern für ihren Stand.

Wirtschaftsgarten mit Wildblumen

Wir zwei “Alten” sehen uns den etwas abseits gelegenen Muster – Wirtschaftsgarten an. Wer Anhänger des nachhaltigen und umweltfreundlich Anbaus ist, bekommt hier leuchtende Augen. Von der Blumenwiese über das Gewürzebeet und Gemüsebeet zur Sonnenblume, hier ist alles vorhanden, selbst ein großes Insektenhotel.

Wirtschaftsgarten

Studde Schafe – kleine Rasse

Auf dem weiterführenden Weg kommen wir an einer Weide vorbei, auf der Studde Schafe grasen. Bei dieser Schafrasse handelt es sich um das kleinste deutsche Schaf.

Ursprünglich stammt es aus dem Baltikum und Ostpreussen, war aber Anfang des 19. Jahrhunderts fast verschwunden. Dank der Zucht im Münchener Zoo gibt es sie mittlerweile wieder häufiger.

Studde Schaf

Das Studde Schaf ist besonders bei Kleinbauern beliebt. Es ist sehr Standorttreu und benötigt nicht einmal einen Zaun.

Nun überqueren wir eine Brücke. Unter uns fliesst strömend die Erft dahin. Der Fluss entspringt in der Eifel und mündet nach 103 Kilometern in den Rhein .

Die Erft

Rechts liegt Schloß Reuschenberg aus dem Jahr 1549. Dieses Schloß befindet sich heute m Privatbesitz.

Erft – Neuss – Gut Selikum

im Schloß war von 1917 bis 1997 die hauswirtschaftliche Landfrauenschule untergebracht, in deren Folge 1932 Siedlerhäuser gebaut wurden. Auf den städtischen Höfen entstand ein Streichelzoo der 1978 in den bereits geschilderten Kinderbauernhof umgewandelt wurde.

Gut Selikum

Die landwirtschaftlichen Flächen wurden mit der Neubausiedlung Selikum bebaut. Deshalb befinden wir uns jetzt im Haus der Stadtteil Selikum.

Linker Hand blitzt der weiße Anstrich der Corneliuskapelle in der Sonne. Die Kapelle erfährt eine erste schriftliche Erwähnung im Jahr 1573. Demnach ist die Kapelle eine Stiftung des Fraufräulein von Reuschenberg, die auf dem Lehnsgut Haus Selikum lebte.

Neuss Selikum – Corneliuskapelle

Corneliuskapelle

1607 findet die Corneliuskapelle erstmals Erwähnung als Wallfahrtskapelle. Gegenüber befindet sich Gut Selikum. Heute findet im denkmalgeschützten Gebäude Wohnen im Haus-Wohnen Charakter statt.

Wir erreichen erneut eine Erftbrücke und schauen uns auf der anderen Brückenseite kurz um, eigentlich sollen wir vor der Brücke links abbiegen.

Wir sehen eine Ziegenweide und einen großen Spielplatz. Weiter oben soll auch noch eine Eselweide sein, aber wir gehen jetzt auf dem vorgesehenen Weg weiter, entlang der Erft.

Ziegen und Damwild an der Erft

Eichen, Ahorn und Schwazpappeln säumen den Weg. Das Sonnenlicht und das Laub zaubern ein herrliches Farbenspjel, das sich im Wasser wiederspiegelt.

Der Weg verzichtet jetzt auf die Begleitung der Erft. Dafür erreichen wir nun ein Damwildgehege. Einige Rehe und Böcke lassen sich von Kindern füttern. Größere Rehe und Hirsche ruhen auf den Grasflächen. Einige Ricken weisen Kitze den Weg.

Damwild

Die Erft Teilung

Bald erreichen wir wieder die Erft mit dem Erftabzweig Empellement. Hierbei handelt es sich um ein Bauwerk aus Werksquadern, errichtet 1809. Das Bauwerk sollte die Wasserzufuhr aus der Obererft in den Nordkanal für die Stadt Neuss regulieren. Auf dem Wehrkopf befindet sich die Inschrift “Napoleon Empereur” -Napoleon Kaiser.

Empellement – Erftteilung

Weiter folgen wir der Erft, die immer wieder andere Bilder zaubert. Schließlich müssen wir uns aber trennen. Wir haben den Abzweig erreicht, der uns wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück führt.

Halde Rheinpreussen

Halde Rheinpreussen und der Waldsee waren das Ziel für unsere Wanderung. Bei angenehmen zwanzig Grad und einer gemächlichen Steigung machen wir uns auf den Weg hinauf auf die Halde.

Halde Rheinpreussen

Die Halde Rheinpreussen liegt auf dem Stadtgebiet von Moers und besteht aus 42 Millionen Tonnen Bergematerial der Schachtanlage Rheinpreussen V/IX. Von 1963 bis 1990 wurde die Halde bis auf eine Umgebungshöhe von 72 Meter ü. NN geschaffen. Die Schachtanlage war damals die erste linksrheinische Steinkohlezeche und begann 1876 den Betrieb, der 1971 eingestellt wurde. In Spitzenzeiten waren hier 11.051 Menschen beschäftigt. Die Zeche hatte Anlagen in Duisburg Homberg und in Moers Rheinkamp.

Kraftwerk auf der anderen Rheinseite

Man sieht das die Natur sich seit dreißig Jahren die Halde erobert. Viel Grün, schöne Bäume und viele blühende Büsche und Pflanzen sind zu sehen und an den Disteln erfreuen sich zig Hummeln und Wildbienen. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke auf das Ruhrgebiet. Es ist ein Vergnügen bei einem sanften Anstieg die Halde zu begehen.

Erdhummel

Halde Rheinpreussen – das Geleucht

Um eine Landmarke auf der Halde Rheinpreussen zu erstellen unterstützt ab 2001 der RVR (Regionalverband Ruhr) den Entwurf des Künstlers Otto Piene. Als dann als Sponsor noch Thyssen Steel AG 2005 mit ins Boot kommt und die Bauplanung übernimmt, geht alles recht schnell. Bereits 2007 wird das “Geleucht” auf der Halde fertiggestellt.

das Geleucht

Es handelt sich um eine 115 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, mit einer Höhe von 10 Metern. Alleine der Haken dieser Grubenlampe, deshalb der Name “das Geleucht”, hat eine Höhe von 5 Metern. Das Geleucht ist begehbar und lichkünslerisch inszeniert. Unterhalb des “Hakens” befindet sich eine Aussichtsplattform um den Blick über das Ruhrgebiet schweifen zu lassen.

Der Waldsee

Wir wandern allerdings nicht ganz hinauf, sondern biegen unterhalb des “Gipfels” nach rechts, hinunter an den Fuss der Halde. Hier befindet sich der Waldsee. Dieser See ist eine renaturisierte Kiesgrube und gehört zum Naherholungsgebiet “Baerler Busch“. Um uns herum befindet sich ein sehr schönes Waldgebiet mit vielen Eichen, auch Robinien und große Farne begrenzen den Weg, der aus gut begehbarem Sandboden besteht.

Weil der See ein Landschafts- und Natutschutzgebiet ist, gilt hier ein Badeverbot. Wassersportarten sind ebenfalls nicht erlaubt. Dennoch sehen wir eine Person hier baden und natürlich springen auch die Hunde mal ins Wasser, was eigentlich auch verboten ist. Allerdings macht hier keiner deshalb eine Welle. Immer wieder fällt der Blick des Wanderers auf das Geleucht an der anderen Uferseite. Der Waldsee grenzt unmittelbar an die Halde Rheinpreussen an.

Deshalb bietet es sich geradezu an, beide Objekte in diese schöne Wanderung einzubeziehen.

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald und Eggegebirge waren das Ziel einer 3-Tage-Tour im Juni 2020.

Gemeinsam mit den “Jungen Leuten” geht es am 08.06.2020 auf eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Orten.

Gleich nach der Ankunft machen wir einen Rundgang in die Wälder um den “Kaiser`s Hof”. Wir sind etwas zu früh und unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Wir nutzen die Zeit um die Umgebung zu erkunden.

Zunächst geht es ein Stück bergauf, hinein in den Wald. Auf der Kuppe bietet sich ein Blick hinunter in das Tal mit dem Norderteich, der dort unten eingebettet zwischen Feldern, leichten Hügeln und Wiesen liegt. Wir werden später auch eine Wanderung um den See unternehmen.

Es geht noch eine Etappe den Hang hinunter. Auf dem Weg beobachte ich einen jungen Buntspecht. Noch ist nahezu der gesamt Oberkopf rot, ein Indiz für einen jungen männlichen Buntspecht. Später ist nur noch am Hinterkopf eine roter Fleck.

Buntspecht

Der Rückweg ist nicht ausgezeichnet, deshalb halten wir uns an die Karte auf dem Handy und wandern bergauf durch den Wald. Deutlich sind die klimatischen Veränderungen zu bemerken. Die Fichten sterben, während der Laubwald noch gut aussieht. Am Boden sieht man viele Triebe junger Buchen.

Mischwald – das Leiden der Nadelgehölze ist deutlich sichtbar

Nach knapp drei Kilometern sind wir wieder am Kaiser`s Hof und richten uns ein. Der ehemalige Bauernhof wurde einst voll bewirtschaftet. Mitte der 1970er Jahre gab es noch Landwirtschaft und Vieh für den Lebensunterhalt. Pferde wurden für die Äcker eingesetzt. Heute sind die ehemaligen Stallungen zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Anna Kaiser betreibt den Hof heute unter dem Motto “Ferien auf dem Bauernhof”. Es gibt noch Pferde, Hühner, Enten,Schweine, auch Meerschweinschen und Kaninchen, sogar Gans und Laufenten lassen sich sehen. In dem großen Garten gibt es Ruhezonen und Spielplatz für die Kinder. Alle Gäste werden liebevoll betreut.

Kaiser`s Hof

Der Hof befindet sich im 360 Seelenort Bellenberg, einem Ortsteil von Horn Bad Meinberg, abseits vom Trubel der Stadt.

Teutoburger Wald – Externsteine

Wir erholen uns ein wenig und fahren dann zu den Externsteinen. Die Begehung des Felsenmassives ist wegen der Corona Pandemie noch nicht wieder möglich. Auch so verfehlen die Felsen nicht ihre Wirkung. Sie sind ein Relikt aus einer Zeit, als die Region noch Teil des niedersächsischen Beckens war. Der Teutoburger Wald und die Sandsteinfelsen sind Ablagerungen aus dieser Zeit.

Vierzig Meter ragen die Felsformationen in die Höhe und prägen die Landschaft mit dem Wiembecketeich und dem Park.

Externsteine – Sandstein-Felsformationen

Teutoburger Wald – Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal gehört zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands und ist Ziel des nächsten Tages.

Nach den Feldzügen Napoleons überlegte man wie man der Einheit Deutschlands ein Zeichen setzen könnte. So kam die Erinnerung an Arminius auf, der in der Schlacht vom Teutoburger Wald die römischen Legionen vernichtend schlug, weil es ihm gelungen war, die vielen einzelnen germanischen Stämme zu vereinen. Somit galt Arminius als Symbolfigur für die nationalistische Einigungsbewegung, der auch der Architekt und Bildhauer Ernst von Brandel angehörte.

Er begann 1838 mit dem Bau eines Denkmals aus Sandstein, mit einer Höhe von 53 Metern. Alleine der Sockel mißt 26 Meter. Ein Jahr vor dem Tod des Erbauers weihte Kaiser Wilhelm I. das Denkmal im Jahre 1875 ein. Der Name Arminius wandelte sich in Hermann, weil man die lateinische Bezeichnung “Arminius” als Heermann -“Mann des Heeres” ansah. So entwickelte sich schließlich die Bezeichnung “Hermannsdenkmal”.

Norderteich

Der Norderteich wird von den Anwohnern gerne auch als das “lippische Meer” bezeichnet. Mit einer Größe von 22 Hektar liegt der See inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. Der Rundweg führt über eine Strecke von etwa drei 3,5 Kilometern. Man sieht sehr alte Baumbestände und eine reiche Flora und Fauna.

Unterwegs befindet sich der Entenkrug, der zumindest zur Zeit nur am Wochende geöffnet ist. An einem sehr schönen Haus in der Nachbarschaft erzählt uns der Eigentümer des Hauses einige Geschichten über den Entenkrug, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe.

Am See befindet sich eine Beobachtungshütte, von wo man gut das Leben auf und am See beobachten kann.

Norderteich

Adlerwarte Berlebeck

Am Tag der Abreise besuchen wir noch die Adlerwarte Berlebeck. Der Ort ist Teil der Stadt Detmold und liegt wunderschön eingebettet in einem vom Wald umgebenen Tal. Das ist ideal für die Adlerwarte, weil die Greifvögel meistens gute thermische Winde vorfinden. Wenn die Geier, die wenig Ausdauer beim Flug haben, diese Thermik nicht haben, kommt es vor das sie zu Fuß den Berg hinauf zur Warte unternehmen. Jedenfalls sagte das der Falkner, der später die Flugshow kommentierte.

Schneeeule

Die Berlebecker Warte ist wohl die schönste Station die ich bisher gesehen habe. Tiere aus fünf Kontinenten sind hier zu finden. Hier werde Eulen und Greife gezüchtet und kranke oder verletzte Tiere aufgenommen. Zwölf große Volieren und eine Greifvogelanlage sind zu besichtigen.

Wei0kopfseeadler

Kappengeier, Palmgeier, ein Sekretär und ein Gaukler beherbergt die Afrika Voliere. Weiter gibt es Schneeeulen, das Adlerhaus, ein Lehr und Infozentrum, Bistro, Shop und Spielplatz, sowie ein Freigelände für die Greifvögel und natürlich die neue Freiflugtribüne. Selbst Kronenkraniche konnte ich zu meiner Überraschung in einer Voliere sehen.

Die Flugschau war interessant und wurde gekonnt kommentiert. Man erfuhr viele Details zu den eingesetzten Arten. Der Wüstenbussard, der Weißkopfseeadler und der Gaukler huschten knapp über die Köpfe hinweg. Mein Kopf gefiel wohl dem Wespenbussard und ein Geier suchte sich den Kopf meiner Frau als Landeplatz. Alles wurde von einem im Tal seine Kreise ziehenden Rotmilan beobachtet. Ihn hatten wir zuvor auch schon in den Bäumen außerhalb des Geländes beobachten können.

Geier

Ein besonderes Schauspiel boten die Geier. Es sah als als würden sie voller Übermut spielen, wurden dabei aber auch geschickt vom Falkner mit Futter als Lockmittel gelenkt.

Nach der Flugschau verabschieden wir uns von den jungen Leuten die noch eine Wanderung durch das Silberbachtal unternehmen wollen. Dieser Wanderweg führt ein ganzes Stück an dem natürlichen Lauf des Silberbaches vorbei und schließlich durch den Wald auf die Höhe. Das wäre für mich unmittelbar vor der Heimfahrt ein bischen viel geworden.

Gaukler
“Geiertanz”
ein Geier landet auf Ruth`s Kopf
… und ein Wüstenbussard bei mir
Rotmilan

Harpener Teiche

Harpener Teiche oder Werner Teiche – nach den beiden Bochumer Stadtteilen sind die Gewässer an der Grenze zu Dortmund benannt.

Harpener Teiche

Wenn man einen der Parkplätze am Einkaufszentrum “Ruhr-Park” nutzt gelangt man in kürzester Zeit an einen der Teiche, – eigentlich müßte man “See” sagen, für einen Teich sind sie meiner Meinung nach doch schon ziemlich groß – wo es schon einmal ein wenig “streng” riechen kann.

Das Wasser ist türkisfarben gefärbt. Der Grund für diese Eigenschaften eröffnet sich dem Wanderer nach ein paar Metern. Hier ergießt sich das Wasser, welches aus 500 Metern Tiefe empor gepumpt wird, in den ersten Teich. Obwohl das Grubenwasser, um das es sich hier handelt, mit Wasserstoffperoxid versetzt ist, riecht es hier manchmal nach faulen Eiern.

Im Haushalt ist Wasserstoffperoxid ein beliebtes Reinigungsmittel. Wasserstoffperoxid ist antibakteriell und antiseptisch, es soll Gerüche beseitigen und bleicht das Wasser.

Das Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken hat einen höheren Mineralgehalt als Trinkwasser und erreicht mit einer Temperatur von 20 Grad die Teiche.

An der Einmündung müssen die Tiere und Pflanzen mit einem höheren Salzgehalt klar kommen. Dennoch ist das Ökosystem intakt. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Kanada- und Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Auch ein Blässhuhn fühlt sich wohl und aus den Bäumen hört man die vielfältigen Gesänge der Vögel.

am zweiten Teich ist das Wasser wieder klar

Bereits am nachfolgenden Teich, den man über eine Brücke überqueren kann, ist die türkisfarbene Färbung verschwunden und man kann den Grund des Gewässers wieder sehen. Auch hier sind wieder Kanadagänse und Nilgänse mit Gösseln, wie die korrekte Bezeichnung der Gänseküken ist.

Schließlich queren wir eine kleine Brücke in der Nähe des Bahndamms. Unter uns fließt das Wasser weiter in Richtung Ruhr. Rechter Hand liegen Pferde im Gras und auf der anderen Seite wurde der Acker frisch gepflügt.

Über uns zieht ein Mäusebussard seine Kreise. In Richtung zum Parkplatz begleiten uns Feldraine mit vielen Feldblumen. Hier wurde ein korrekter Feldsaum angelegt.

Über den Parkplatz der Medi Therme bewegen uns wieder auf den Ruhr Park zu.

Der Wanderweg furch dieses schöne Gebiet, das uns bisher noch nicht bekannt war hatte eine Länge von knapp fünf Kilometern.

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet “Strümper Busch”.

“Der Meerbusch,” wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. “Bruch” ist die Bezeichnung für “Feuchtgebiet”. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die “Tretminen” der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Worringer Bruch

Worringer Bruch, linksrheinisch im Norden der Stadt Köln gelegen, ist die tiefste Stelle der Stadt. Nur 37,5 Meter über dem Meeresspiegel und deshalb auch immer abhängig vom Wasserstand des Rheins. Bei Hochwasser ist das Gebiet stets betroffen. Auch ein Grund dafür, dass das Feuchtgebiet auch im Hochsommer immer mit Wasser gesegnet ist.

liebevoll bemalte Steine am Zugang zum Bruch

Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Auf unserer Rundwanderung tönte es aus vielen Vogelkehlen und wir waren glücklich den Pirol und den Kuckuck gehört zu haben, auch wenn es mir nicht gelang ein Foto dieser Vögel zu machen. Das viele Laub an den Bäumen macht es jetzt immer schwerer einen unserer gefiederten Freunde ablichten zu können.

Feuchtgebiet im Worringer Bruch

Zunächst führt der Weg ein Stück durch das Feuchtgebiet. Die Blässhühner führen gerade ihre Jungen aus. Schließlich geht es an einem Feldweg entlang, der die landwirtschaftliche Fläche vom Wald mit wunderschönen, großen Schwarzpappeln trennt. Unterbrochen werden die Pappeln hin und wieder von Eschen und Ahorn. Wer möchte dehnt die Wanderung noch mit dem Abstecher in die Rheinaue aus. Der normale Rundweg beträgt knapp 5,5 Kilometer, mit dem Abstecher ungefähr 8 Kilometer.

Beim Worringer Bruch handelt es sich um eine ehemalige Altarmschlinge des Rheins. Heute besteht die Region aus einem Auenwald mit stehenden Gewässern und Offenland.

Auch in der Geschichte spielt Worringen eine gewichtige Rolle. Hier wurde 1288 in der Schlacht von Worringen der 6-jährige Krieg um die Limburger Erbfolge zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant entschieden. Zu den Siegern gehörte auch der Graf von Berg (Schloß Burg an der Wupper). Dieser erteilte nach dem Ende des Krieges Düsseldorf und Mülheim die Stadtrechte.

Es entstand ein Handels – und Wirtschaftszentrum das in Konkurrenz zur Stadt Köln stand. So kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Düsseldorf und Köln, was sich anscheinend bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat, wie man es ja häufig im Karneval bestätigt bekommt.

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen “u” ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Bachstelze

Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im “Feld” bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff “Kämpe” für das Wort “Feld” steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der “Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie “meine Zeit ist der Sommer” oder “In der Ruhe liegt die Kraft”.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: ” So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön”.

Graureiher

Zwillbrocker Venn

Zwillbrocker Venn – gelegen am Westrand des Münsterlandes, unmittelbar an der Niederländischen Grenze im Ortsteil Zwillbrock ist ein Teil der Gemeinde Vreden.

Die Tour startet an der Biologischen Station Zwillbrock. Hier ist der Zugang zum Rundweg um das Venn gut ausgeschildert. Gleich zu Beginn sehen wir die interessante Barockkirche St. Franziskus. Das Altarbild ist wie bei einer Theaterkulisse verschiebbar.

Der Weg durch das Zwillbrocker Venn liegt die meiste Zeit schön im Halbschatten. Zahlreiche Eichen und Birken säumen den Weg. Aus allen Ecken und Winkeln erschallt der Gesang der Vögel. Mehr als sechzig Vogelarten sind im Venn beheimatet.

Fitis

Zilpzalp, Fitis, Goldammer und viele andere Arten sind zu sehen und zu hören. Im Venn wurde ursprünglich Torf abgestochen. Später füllten sich die Senken mit Wasser. Heide, Stillgewässer , Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft. Die Flachgewässer sind der ideale Lebensraum für die Flamingos. Das Zwillbrocker Venn ist die einzige Stelle wo es in Deutschland frei lebende Flamingos gibt. Auch der blaue Moorfrosch ist im März/April mit seinem Balzruf zu hören. Dafür waren wir aber wohl zu spät dran.

Goldammer

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zunächst siedelten sich Chile Flamingos im Venn an. Schließlich folgten europäische Rosaflamingos. Heute sind 40 Flamingos im Venn und bis Ende Mai rechnet man mit etwa 50 Tieren. Die Jungvögel kommen im Mai / Juni zur Welt und kehren nach einigen Jahren wieder in ihr Brutgebiet zurück. Die Wintermonate verbringen die Flamingos am Ijsselmeer, im Rheindelta und am Veluwemeer in den Niederlanden.

Im Hintergrund sieht man riesige Lachmöwenkolonien. 5000 Brutpaare sollen hier heimisch sein.

Flamingos

Es war unser dritter Besuch im Zwillbrocker Venn. Bei unserem ersten Besuch 2017 waren noch deutlich weniger Flamingos zu sehen und der Besuch im Jahr 2019 blieb uns in schlechter Erinnerung. Es war damals sehr heiß und die Monate vorher waren von viel Trockenheit und Dürre geprägt. Das Venn hatte kein Wasser mehr. Wo sonst die Flamingos und Möwen zu sehen war, war nichts mehr. Zudem war es die Zeit des Eichenprozessionsspinner, überall standen Warnschilder und Eichen gibt es hier sehr viele. Man war also mehr auf den eigenen Schutz bedacht, als auf die Natur zu achten. Wir hatten schon Sorge das die Flamingos für immer wegbleiben würden.

Jetzt aber, Ostern 2020 war das Bild ein völlig anderes. Feuchte Wiesen in saftigem Grün, angenehme Temperaturen, der Gesang der Vögel und die Möwen und Flamingos auf den Gewässern waren eine helle Freude. So hat man auch gerne eine der Bänke in Anspruch genommen, einen kleinen Imbiss genossen und die Seele baumeln lassen.

Auch wenn die Beobachtungs- und Aussichtstürme wegen der Corona Krise geschlossen waren, konnte man an genügenden Stellen das Treiben auf dem Wasser beobachten.

Auf der Heimfahrt schwärmten wir noch von dem schönen Tag im Zwillbrocker Venn.

Graugänse
2019 – das ausgetrocknete Venn
2017 im Zwillbrocker Venn

Felsenmeer Hemer

Felsenmeer Hemer, am nördlichen Rand des Sauerlandes gelegen, ist eines der bedeutendsten Geotope in Deutschland. Der Parkplatz Felsenmeerstadion ist ideal für den Besuch des Felsenmeeres, des Naturschutzgebietes Aplicke und des Sauerlandparks.

Ein großer Teil der Fläche ist mit einem bis zu 250 Jahre alten Waldmeister-Buchenwald bestückt. Durch das viele Totholz ist es ein ideales Gelände für Spechte. Der Grünspecht ist überall zu hören und auch Mittelspecht und Buntspecht fühlen sich hier wohl. Gleich bei unserer Ankunft kreist der Rotmilan über uns.

Ein 62 Meter langer und 2 Meter breiter Holzsteg mit Brücke führt über den südlichen Teil des Felsenmeeres und im nördlichen Teil befindet sich eine 37 Meter lange und 3 Meter breite Plattform, von der aus man in die 20 Meter tief liegende Felsenschlucht hinab sieht.

Bevor man auf die Plattform geht bietet sich noch ein Besuch im Park der Sinne an, der hier unmittelbar angrenzt. Dieserist ein Teil des Sauerlandparks, deshalb wird hier auch ein Eintrittsgeld erhoben.

Zurück im Geotop Felsenmeer erkennt man Spuren des ältesten Tiefbau von Eisenstein in NRW. Wer sich für Stalakmiten und Stalaktiten interessiert baut einen Besuch in der Heinrichshöhle mit ein.

Naturschutzgebiet Apricke – am Felsenmeer Hemer

Das Gebiet gegenüber des Felsenmeeres war zur Devon- Zeit (vor 380 Millionen Jahren) ein seichtes Meer. Tonschiefer und Kalkstein bestimmen die Bodenbeschaffenheit des Naturschutzgebietes Apricke.

Bis 2007 war das Gebiet noch ein Truppenübungsplatz. Erst dann verließen die letzten Soldaten die Region und Stadt Hemer und die NRW Stiftung erwarben das Gelände für den Naturschutz und die Naherholung.

Heckrinder, Dülmener Wildpferde, Schafe und Ziegen beweiden die Flächen. So entwickelt sich im Norden eine Heidelandschaft, im Westen entsteht Grünland und im östlichen Teil entsteht Laubwald , sowie Haferwiesen.

Am Zugang ist ein Obstgarten angelegt worden. Jurz darauf folgt ein Gebiet wo Feldlerchen zu finden sind. Im sich anschließenden bewaldeten Bereich hört man den Grünspecht und hier fliegen Hohltauben. An der ehemaligen Panzerwäsche ist ein Gelände, wo man mit Glück den Neuntöter beobachten kann.

Schließlich erreicht man eine Aussichtsplattform von der aus man einen Blick auf den Kalksteinbruch werfen kann. Nur wenige Meter weiter muß man sich entscheiden welche Richtung man an dem T-Punkt einschlägt.

Der Weg rechts führt zurück zum Parkplatz, den man dann nach einer Gesamtstrecke von 4,5 Kilometern erreicht.

Wer sich für die Richtung umgeht den Ort Apricke und hat die Chance am Fichtenwald den Fichtenkreuzschnabel und das Braunkehlchen zu sehen. Allerdings hat man dann auch einen Weg von 6,5 Kilometern zu bewältigen.