Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im “Feld” bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff “Kämpe” für das Wort “Feld” steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der “Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Urdenbacher Kämpe3

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Urdenbacher Kämpe3

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Urdenbacher Kämpe3
Urdenbacher Kämpe3
Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie “meine Zeit ist der Sommer” oder “In der Ruhe liegt die Kraft”.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: ” So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön”.

Graureiher
Graureiher

unsere Libelle

ibelle – Wir standen auf einer Brücke in der wunderschönen Urdenbacher Kämpe und schauten auf das Treiben an der Wasseroberfläche. Eigentlich waren wir hier um den Eisvogel zu beobachten, der sich aber nicht blicken ließ.  Daher bemerkten wir die hin- und herschwirrenden “Schmetterlinge” über dem Wasser erst spät. Beim genaueren Hinsehen wurde uns schnell klar, dass es sich hier nicht um Schmetterlinge handelte, sondern um eine Libellen Art mit relativ großen, blauen Flügeln. Was wir hier sahen entpuppte sich als “Blauflügel Prachtlibelle”

Prachtlibelle – die Königin der Libelle

Die Flügel schimmerten leuchtend blau und der metallisch blaue Körper glänzte in der Sonne.  Lediglich die letzten drei Segmente der Blauflügel Prachtlibelle sind leuchtend rot gezeichnet. Im Gegensatz zum “blauen” Männchen haben die geschlechtsreifen Weibchen einen bronzefarbenen Körper mit braunen Flügeln.

Das Männchen verteidigt sein, im schattigen Uferbereich gelegenes Revier,  gegen Artgenossen. Die Eiablage der Weibchen erfolgt unter Wasser und kann 1 1/2 Stunden dauern, wobei sie vom männlichen Partner oberhalb der Wasseroberfläche streng bewacht wird. Das Männchen passt aber nicht nur auf seine Partnerin auf, sondern bewacht auch die anderen weiblichen Libellen bei der Eiablage.

Großer Blaupfeil – Libelle

Diese Libelle entdeckten wir ebenfalls in der Urdenbacher Kämpe. Sie lag auf dem trockenen Boden und wir glaubten schon sie wäre tot. Allerdings liebt der Große Blaupfeil die vegetationsarmen Bereiche der Gewässer.

Mit einer Flügelspannweite von 8 cm und einer Körperlänge von 5 cm gehört er zu den großen Libellenarten.  Der Oberkörper ist hellbraun und der hintere Teil ist blau . Lediglich die letzten zwei Segmente sind gelb-schwarz gefärbt. Die Libellenart ist in unserer Region häufig anzutreffen und zählt zu den Segellibellen.

die Blutrote Heidelibelle – Libelle

Diese Libelle ist sehr anspruchslos und lebt an stehenden als auch an fließenden Gewässer, Die Eiablage der Blutroten Heidelibelle findet im Trockenen am Boden statt.

Die Spannweite der Flügel beläuft sich auf 4 – 6 cm bei einer Körperlänge von etwa 4 cm. Ein Erkennungsmal für diese Libelle sind die schwarzen Beine, die bei den verwandten Arten wie der Großen Heidelibelle oder der Gemeinen Heidelibelle von gelben Längsstreifen gezeichnet sind.

Gefleckte Heidelibelle – Libelle

sie gehört zu den Segellibellen und ist überall in Europa zu finden. Gerne lebt sie an ausgetrockneten Teilen von Biotopen. Die Flügelspannweite beträgt 5 – 6 cm und die Körperlänge etwa 4 cm. Sie lebt in der Nähe von vegetationsreichen Gewässern. Die Gefleckte Heidelibelle steht auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Ihr Bestand ist in Deutschland rückläufig, in Österreich ist sie bereits vom Aussterben bedroht. Sie wurde 2015 auf Grund dieser Tatsachen zur Libelle des Jahres gewählt. Ich konnte sie im Juni 2013 auf der Insel Rügen fotografieren.

Nordische Azurjungfer – Libelle

die Nordische Azurjungfer gehört zu den kleinsten Libellen ihrer Gattung. Sie liebt Moore und den Schwingrasen an Seen und Teichen.

Die weiblichen Libellen sind eigentlich nur während der Paarungszeit zu sehen, ansonsten sind sie versteckt in der Vegetation, über der die männliche Libelle flink hin- und herfliegt. Am hinteren Teil befindet sich eine u-förmige Zeichnung und ein pflugförmiger Zacken. Man sieht diese kleine Libelle von Mitte Juni bis August.

das verkannte Insekt
die Libelle – der Flugkünstler – 

man nennt sie “Teufelsnadeln” oder “Pferdestecher”. Der Glaube das Libellen stechen würden, hat für diese Bezeichnungen gesorgt. Die zu den Fluginsekten zählenden Tiere ernähren sich  von Insekten. Mücken und Bremsen zum Beispiel, werden im Flug gefangen. Selbst Kannibalismus kommt bei ihnen  vor. In Mitteleuropa zählt man 85 Arten.  Einige stehen auf der roten Liste . So  die nordische Moosjungfer , die in Hochmooren und an Moorseen heimisch ist, als gefährdete Art . Die gemeine Keiljungfer steht bereits auf der  Vorwarnliste.    

Lebensweise der Libelle

Die Flügelspannweite der Libellen mißt zwischen 20 und 110 mm. Der Lebensraum sind Gewässer und Gewässer nahe Regionen.  Sie kommt aber auch in bewohnten Gegenden vor. Die weiblichen Libellen halten sich gerne weiter entfernt von Gewässern auf. So haben sie Ruhe vor den männlichen Artgenossen, die sofort zur Fortpflanzung  attakieren würden.  Eine Besonderheit ist die Fähigkeit, ihre Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen zu können. Das versetzt sie in die Lage, abrupt die Richtung zu wechseln zu können, oder in der Luft zu “stehen”.