Derzeit erleben Naturbeobachter in Deutschland eine kleine Sensation: Mehrere Gänsegeier ziehen auf ausgedehnten Erkundungsflügen durch Bayern und andere Regionen Deutschlands. Die beeindruckenden Greifvögel mit ihrer Flügelspannweite von bis zu 2,70 Metern wurden in den vergangenen Tagen an mehreren Orten gesichtet. Der LBV berichtet von Beobachtungen unter anderem im Allgäu, am Ammersee, bei Bayreuth und im Karwendelgebirge.
Bei den Besuchern handelt es sich überwiegend um junge Vögel aus Spanien, Kroatien, Südfrankreich oder Italien. Da Gänsegeier erst im Alter von fünf bis sechs Jahren brüten, verbringen sie ihre Jugend auf ausgedehnten Erkundungstouren durch Europa. An einem einzigen Tag können sie dabei mehrere hundert Kilometer zurücklegen.
Überraschung an einem Storchennest
Für Schlagzeilen sorgte kürzlich ein ungewöhnlicher Vorfall in Niedersachsen. Dort beobachteten Naturschützer, wie ein Gänsegeier ein Storchennest anflog, die Altvögel vertrieb und anschließend die Jungstörche fraß. Dieses Verhalten ist äußerst ungewöhnlich, denn Gänsegeier ernähren sich normalerweise fast ausschließlich von Aas.
Experten vermuten, dass es sich um das Verhalten eines jungen, hungrigen Vogels handelte, der auf seiner Wanderung eine seltene Gelegenheit nutzte. Solche Vorfälle sind jedoch Ausnahmen und stellen keine Bedrohung für Storchenbestände dar.
Gefahren für die großen Segler
Während die Geier vielerorts für Begeisterung sorgen, lauern auch Gefahren. Der LBV berichtet von einem tragischen Fund im Unterallgäu. Dort wurde ein Gänsegeier tot in der Nähe einer Windkraftanlage entdeckt. Nach ersten Erkenntnissen erlitt der Vogel beim Durchflug schwere Verletzungen und stürzte ab. Bereits in den vergangenen Jahren starben einzelne Gänsegeier in Bayern zudem an Bleivergiftungen durch belastetes Aas.

Immer häufiger in Deutschland
Noch vor wenigen Jahren galten Sichtungen von Gänsegeiern in Bayern als außergewöhnliche Seltenheit. Inzwischen werden die großen Segler regelmäßig beobachtet. Fachleute gehen davon aus, dass solche Besuche künftig häufiger werden könnten.
Wer einen Gänsegeier entdeckt, sollte nach Möglichkeit ein Foto machen und den Fund dokumentieren. Mit ihrem hellen Gefieder, den breiten Flügeln und dem charakteristischen nackten Hals sind die Vögel auch für Laien gut erkennbar.
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Beobachtungen melden NABU Naturgucker
Meldeformular für Bartgeiersichtungen des LBV








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