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Fuchsjagd verbieten?

Fuchsjagd – Im Jagdjahr 2016/2017 wurden 435.700 Füchse getötet. Alleine im Bundesland NRW 54.971, das sind 1650 mehr Tötungen als im Jahr zuvor.

Die ökonomische Rolle für die Fuchsjagd ist durch den Verzicht auf das Tragen von Fuchspelzen heute nicht mehr gegeben. Ebenfalls ist das Fleisch des Fuchses als Lebensmittel nicht geeignet. Weshalb wird der Fuchs dann so immens bejagt? Es gibt Jäger die sehen den Fuchs aufgrund seiner Jagd nach Niederwild als Kontrahenten bei der eigenen Jagd an. Der Jäger betreibt also die Fuchsjagd um den Fuchs daran zu hindern den Feldhasen zu jagen . Sie möchten sich die Jagd nicht durch den Fuchs vermiesen lassen und bekämpfen ihn dann lieber. Außerdem spielt das „Erlebnis“ Jagd eine Rolle, die Freude am Erleben der Jagd.

Reguliert die Fuchsjagd die Bestände?

Nun wird oft angegeben die Jagd wirke regulierend auf die Fuchsbestände. Andererseits  ist aber erwiesen, dass die Zahl der getöteten Jungfüchse dem entspricht , was die Natur auch selbst geregelt hätte. Fünfzig Prozent der Jungfüchse überleben das erste Jahr nach der Geburt aus natürlichen Gründen nicht. Der Jäger greift also hier nur der Natur vor. Eine Studie besagt, dass dort wo der Bestand durch Jagd reduziert wird, die Geburtenrate entsprechend steigt. Bei Nichtbejagung sei die Geburtenrate niedrig.  Dieser Effekt entsteht durch  stabile soziale Strukturen innerhalb der Fuchsfamilien, in dem nur e i n e Füchsin Welpen bekommt, während die anderen Füchsinnen für die die Nahrungsbeschaffung zuständig sind. Wird das System durch die Jagd zerstört, werden die Füchse aus dem Revier vertrieben, das soziale Band zerstört und die Fähen pflanzen sich unkontrolliert fort.

Fallenjagd – Tierquälerei

Als geradezu unmenschlich muss die Fallenjagd angesehen werden. Ein in eine Falle geratenes Tier erleidet unendliche Qualen bis zum Tod . Die Haltung von gezähmten Füchsen für die Schliefanlagen muß ebenfalls klar als Tierquälerei angesehen werden. Der gezähmte Fuchs wird in einem „Bau“  gefangen gehalten, um den Teckel beim Aufspüren des Fuchses auszubilden. Dieser verletzt dann den Fuchs oft sehr schwer. 

England – Treibjagd trotz Verbot

In England wurde die Treibjagd verboten, aber bereits 36 Stunden später machten sich 300 Jagdanhänger zu Fuß und 150 Berittene und selbst vier Reiter der Polizei auf zur fröhlichen Jagd. Später erklärte man sich bereit die Regeln bei der Jagd einzuhalten und nur zwei Hunde in den Wald zu schicken um den Fuchs aufzuspüren, den sie dann schießen wollten. Sollte ein Hund nach Beendigung der Jagd noch einen Fuchs in einem Bau aufspüren, sollte der Hund ihn töten dürfen, weil der Bauer ja schließlich sein „Federvieh schützen möchte“. 

Tollwutgefahr?

Oft wird auch das Argument der Tollwut als Grund für die Fuchsjagd ins Gespräch gebracht. Allerdings ist diese Gefahr durch ausgelegte Impfköder seit 2008 nicht mehr gegeben. Die Tollwut gilt seitdem als ausgemerzt (Robert Koch Institut , 28.02.2011, Epidologisches Bulletin Nr.8). Auch die  Räude kann nach der Universität München nicht mehr als Grund angesehen werden. Der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasiten in Europa (Apothekenumschau 25.05.2014). 

der Fuchs schadet der Artenvielfalt?

Der Fuchs tötet in erster Linie kranke, geschwächte Tiere seines Beuteschemas . Ein Fuchs frißt jährlich bis zu 3000 Mäuse, aber der Bauer besprüht lieber Gift auf die Felder um Mäuse zu töten. Dieses Gift tötet aber nicht nur die Mäuse, sondern gefährdet weitere Wildtiere und die Gesundheit des Menschen. Den Fuchs als Verursacher des Artensterbens beim Feldhasen und Auerhahn ins Feld zu führen trifft ebenfalls nicht zu. Der Feldhase leidet wie der Auerhahn an Nahrungsmangel durch die veränderte Umwelt. Außerdem werden jährlich mehr als 200.000 Feldhasen von Jägern geschossen (Deutscher Jagdverband e.V. (2014)  Jahresstrecke Feldhase DJV-Handbuch Jagd 2015).

Es ist daher durchaus vertretbar das mehrere Petitionen zum Verbot der Fuchsjagd auf den Weg gebracht wurden

Fuchsjagd
Nutria

Nutria der (un)willkommene Fremde

Nutria, wie sollen wir mit dem „Neubürger“ umgehen ?

In  letzter Zeit liest man immer wieder von Beschwerden und Schäden durch den Nutria. Etwa durch Beschädigung von Uferböschungen, Gartenanlagen und Vorgärten. Der Nager ist in den meisten Regionen ohne natürliche Feinde.  Außerdem hat er keine Fress Feinde wie Fischotter oder Seeadler. Diese sind  nicht, oder in zu niedriger Zahl vorhanden.

Abstammung

Woher aber kommt der aus Südamerika stammende Nager ? Sein Fell war begehrt. Deshalb gab es vor allem im Gebiet der ehemaligen DDR Nutria – Farmen, um mit dem Verkauf der Felle Devisen zu erlangen. Nach der politischen Wende in Deutschland wurden viele der Tiere nutzlos und deshalb einfach freigelassen. Da ein  Weibchen unter guten Bedingungen bis zu 40 Junge jährlich gebären kann, konnte der Säuger sich schnell und weit verbreiten. Bei uns im Ruhrgebiet ist er an vielen Stellen zu finden.

Nutria in der  Saarner Aue

In der Heisinger Aue in Essen, oder der Saarner Aue in Mülheim hat er sich niedergelassen. Auch am Abtsküchensee in Velbert, sowie an vielen anderen Feuchtgebieten ist er heimisch geworden. Wenn die „niedlichen“ Tiere gesehen werden, wollen die meisten Leute sie  auch füttern. Aufgrund dessen findet  er  ideale Verhältnisse vor. Daher kann er sich gut vermehren und wird  schließlich zum Problem.

Die Tiere  sind grösser als die nordamerikanische Bisamratte und unterscheiden sich durch die langen Barthaare und die behaarten Ohren. Der etwas grössere heimische Biber hat einen flachen Schwanz der ihn deutlich vom Nutria unterscheidet.

Jagdrecht 

Mittlerweile unterliegt der er dem Jagdrecht. Ein gefangenes Tier darf nicht an anderer Stelle wieder in die Natur freigelassen werden. Es gibt einige Vorsorgemaßnahmen damit keine großen Schäden durch ihn entstehen. Randbefestigungen anbringen und unbenutzte Hohlräume wie Tunnelrohre sollten verschlossen werden. Unbedingt zusätzliches Füttern unterlassen. Alleine die Bejagung wird seinen Bestand kaum großartig regulieren, weil er dann für mehr Nachwuchs sorgt. Kalte, frostige Winter mit gefrorenen Gewässern sorgen für eine natürliche Bestandsregulierung.

Man muss sich anfreunden

Wir werden uns also an den „Neubürger“ gewöhnen müssen und uns darauf einstellen mit ihm zu leben. Bleibt noch zu sagen das ein in die Enge getriebener Nutria durchaus in der Lage ist sich zu wehren. Kinder sollten nicht versuchen ihn von Hand zu füttern. Das kann zu nicht unerheblichen Verletzungen führen.

Nutria
Nutria

verwandte Bilder:

Keiler, Wildschwein

Wildschweinjagd

– Aktionismus bei der Wildschweinjagd.

Wildschweinjagd wegen –  afrikanischer Schweinepest

Wildschweinjagd wegen der in Osteuropa ausgebrochenen ASP  (afrikanische Schweinepest),werden in Deutschland Massenjagden durchgeführt. 

Ziel soll eine drastische Reduzierung des Wildschweinbestandes sein. Der Erfolg der Maßnahme wird allerdings nur von kurzer Dauer und zweifelhaft sein. Der Bestand der Wildschweine in Deutschland liegt heute rund zwanzigmal  höher als im ehemals viel größeren Deutschen Reich.

Optimale Bedingungen

In den riesigen Mais und Rapsfeldern finden die Tiere gute Verstecke und Nahrung. Die Bejagung der Wildschweine, die als Überträger von ASP gelten, nimmt skurrile Formen an. So erlaubt Baden Württemberg die Tötung führender Sauen, wodurch die Frischlinge elendig umkommen. Fallen dürfen aufgestellt werden. Verletze Tiere verursachen Blutgeruch der die anderen Schweine von den Freiflächen verscheucht und in die Wälder treibt.  Dort müssen dann  die Triebe der Bäume  als Nahrung herhalten. Die Folge ist eine Schädigung des Waldes. 

Wie kann  ASP dennoch nach Deutschland gelangen, obwohl die Wildscheine aus Osteuropa ja dort bleiben. Sie ziehen nicht über größere Strecken. Kontaminiertes Fleisch aus der Massentier -Haltung in Osteuropa gelangt in den Lebensmittelkreislauf und so schnell nach ganz Europa.

Für den Menschen ungefährlich

Für den Menschen ist der Virus nicht gefährlich. Abfälle des befallenen Fleisches / Wurst, gelangen durch LKW Fahrer oder Reisende auf die Raststätten und Parkplätze wo die Wildschweine somit leicht an das gefährliche Fleisch gelangen.

Die Reparatur, oder neue Wildauffangzäune an Raststätten und Parkplätzen wäre deutlich effektiver als die bereits aufgestellten Warnschilder. Aus Abfalleimern die täglich geleert werden, kann keine Sau befallenes Fleisch oder anderes Fressen finden und sie verlieren das Interesse an diesen Plätzen.

Warum wird dann jetzt so intensiv gejagt ? Noch kauft der Kunde Wildschweinfleisch. Sollte aber bekannt werden das die ersten Schweine -Massenbetriebe von ASP befallen sind, drohen den Landwirten riesige Verluste, da kaum ein Kunde kontaminiertes Fleisch auf seinem Teller haben will und wer kauft schon ASP-befallenes Wildschweinfleisch?