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Seehund

Seehund an unserer Küste

Der Seehund – oder Poca vitulina, wie sein lateinischer Name lautet, ist zu einer touristischen Attraktion an den deutschen Küsten geworden. Es gibt sie in allen Geschäften als Schmusetiere oder Anhänger für das Schlüsseletui zu kaufen.

Seehund
Föhr

Bevor ich aber auf den Seehund eingehe, möchte ich auf die Veranstaltungen zum Erhalt des Hambacher Forst hinweisen. Auch an diesem Sonntag findet wieder ein Waldspaziergang in der Zeit von 11:00 Uhr bis 17:00  Uhr statt. Weitere Termine um den Forst gibt es auf dem Link: Hambacher Forst.org 

Auch die im Tiere um die es in diesem Beitrag geht haben es nicht überall gut angetroffen. Im zweiten Teil des Beitrages geht es um den Lebensraum OSTSEE , die mittlerweile zu den schmutzigsten Gewässern der Welt zählt.

Seehunde an der Nordsee

Auf den vorgelagerten Sandbänken der Nord- und Ostfriesischen Inseln liegen die Seehunde in der Sonne und ruhen sich aus. Auch auf den Sandbänken im Wattenmeer sind sie zu finden. Die Tiere werden gerne von den Touristen besucht, die mit Schiffen auf „Seehund Fahrt“ gehen. Seehunde scheinen sich an den Anblick der Schiffe gewöhnt zu haben. Der Sicherheitsabstand wird von den Seeleuten eingehalten und so kann man die possierlichen Tiere gut beobachten und fotografieren.  Der Schutz liegt den Inselbehörden am Herzen und so kann auch die Pferdekutsche auf der Insel Borkum, mit der man bei Ebbe bis auf die Seehundbank fahren kann, nur bis an den angebrachten Zaun fahren um die Ruhe der Tiere zu gewährleisten.

Vermehrung

Gerade in der touristischen Hauptsaison brauchen Seehunde absolute Ruhe. In der Zeit von Juni bis September findet der Fellwechsel und die Geburt sowie die Aufzucht der jungen Seehunde statt. Die Paarungszeit beginnt im Juli und die Tragezeit beträgt 11 Monate. Die jungen Seehunde können von Geburt an schwimmen, müssen aber zum Säugen auf die Sandbank kommen. Verloren gegangene oder Waisen werden „Heuler“ genannt. Die Tiere bleiben ihrem Geburtsort treu und kommen immer wieder zurück. sie können bis zu 35 Jahre alt werden, allerdings liegt die Lebenserwartung bei den männlichen Seehunden wegen der Rivalenkämpfe etwa bei 25 Jahren.

Der Seehund bringt ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm  auf die Waage. Er ist zierlicher und kleiner als die Kegelrobbe, die auch an den Küsten zu finden ist.

Seehund auf Nahrungssuche

Der Seehund ist ein Nahrungsopportunist. Das bedeutet, er frißt alles was er bekommen kann. Ältere Tiere bevorzugen dennoch Fisch und tauchen dafür bis zu 40 Meter tief. Im Wasser sind Seehunde mit 35 km/h unterwegs dabei sind sie sehr wendig und geschickt. Auf der Nahrungssuche entfernen sie sich in der Regel bis zu 20 Kilometer von ihren Ruheplätzen. Es wurden auch schon Entfernungen von 70 Kilometern festgestellt, aber im Normalfall sind die 20 Kilometer realistisch. Drei Tage sind die Tiere dann unterwegs und genau so lange ruhen sie sich anschließend auf ihrer Sandbank wieder aus, bevor sie sich wieder auf den Weg machen. Im Wasser können sie gut sehen und die Schnurbarthaare, die sogenannten „Vibrissen“ helfen ebenfalls bei der Futtersuche. Sie sind so etwas wie der Tastsinn und mit ihnen können sie sich auch in trübem Wasser zurechtfinden. An Land sind die Tiere sehr kurzsichtig.

Im Nordseeraum, von den holländischen bis zu den dänischen Küsten, hält sich der Bestand der Tiere . Etwa 26000 Seehunde gibt es in der Nordsee, davon ungefähr 7000 Jungtiere.  Auch der Bestand der Robben an der Insel Helgoland zeigt eine erfreuliche Entwicklung.

Gefährdet sind dagegen Bestände beider Arten an der Ostsee , wo es Vorkommen von der Wismarer Bucht bis an die Boddengebiete Rügens gibt.

Seehund
die Ostsee bei Warnemünde

Ostsee – schmutziges Meer

Wer seinen Urlaub an der Ostsee verbringt, käme kaum auf den Gedanken das dieses Meer zu den verschmutztesten Gewässern der Welt gehört.  


“ Die Ostsee ist ist das  besterforschte, aber auch das  belasteste Meer der Welt, mit der größten Todeszone.“


Dirk Scheelje, von der Heinrich Böll-Stiftung und Mitherausgeber des Meeresatlas.

25  Prozent des Meeresbodens gelten als Todeszonen. Das heißt dort gibt es keinen oder nur sehr wenig Sauerstoff. Dort sind außer Bakterien keinerlei Lebewesen mehr zu finden. Fische finden kein Futter mehr.


Der Mangel an Sauerstoff hat sich in den letzten 115 Jahren verzehnfacht. 


Prof. Thorsten B. Reusch von GEOMAR

Verantwortung – Verursacher

Giftige Organismen können  zu Badeverboten in den Todeszonen führen. Wer aber trägt die Verantwortung für die Zustände in der Ostsee? 

In der Vergangenheit wurden von Schiffen alle Möglichen Dinge in die Ostsee verbracht. Beginnend von radioaktiven Stoffen russischer Kriegsschiffe bis zum Hausmüll, gab es eigentlich nichts was nicht in der Ostsee zu finden ist. Ganze Container Schiffsladungen verschwanden im Wasser und wurden nicht geborgen.

Heute ist das größte Problem neben der Schifffahrt zu den Anrainerstaaten, die auch noch für einen unerträglichen Lärm Unterwasser sorgen, der den Orientierungssinn, zum Beispiel von Schweinswalen zerstört, die Landwirtschaft. Unsägliche Mengen Gülle und Dünger geraten durch die Flüsse und Bäche in die Ostsee und zerstören das ökologische System. Hinzu kommt die Klimaveränderung mit extrem heißen Sommern, wie in diesem Jahr. In Grömitz betrug die Wassertemperatur im Sommer 26 Grad. Behörden haben in diesem Jahr wegen der Bakteriengefahr durch das warme Wasser mehrfach vor dem Baden in der Ostsee gewarnt. „Die Welt“ berichtete über Blaualgen in der Ostsee, entstanden durch die Zuflüsse.

Fazit: Die Anrainerstaaten der Ostsee haben sich zusammengesetzt um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen wie das Problem gelöst werden kann. Bisher ohne nennenswerte Resultate. aus den  25 Prozent toten Meeresboden kann sehr schnell das Doppelte entstehen, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Ostsee getroffen werden.

Auf den 

Bussard

Klimaerwärmung

Klimaerwärmung wird extremer

Klimaerwärmung – seit mehreren Jahren ist die Erderwärmung feststellbar. Die letzen drei Jahre waren geprägt durch extrem hohe Temperaturen. Das Jahr 2018 bricht nun alle bisherigen Rekorde und bringt eine landesweite Dürre mit sich.

Ernteausfälle in der Landwirtschaft

… führen zu Ertragsverlusten bei den Bauern. Daher auch der Ruf des Bauernverbandes nach Entschädigung in Milliardenhöhe. Zunächst belief sich die Forderung an den Staat auf 1 Milliarde Euro. Heute wird aber bereits ein noch höherer Ernteausfall als vermutet prognistiziert.  Daher ist damit zu rechnen das der Bauernverband eine noch höhere Summer einfordert. Das Geld muss aber aus Steuermitteln kommen. Würde der Staat alle Betriebe die keine erwarteten Beträge erwirtschafte unterstützen, wäre  er bald Bankrott.

Klimaerwärmung

Landwirtschaft

Mitverursacher des Klimawandels

Gibt der Staat das Geld ohne Bedingungen, wird die Landwirtschaft in gleicher Weise wie bisher betrieben. Das heißt,  sie wird weiterhin mit 14 Prozent der weltweiten Treibhausgas Emissionen an der Veränderung des Klimas beteiligt sein. Alleine in Deutschland  beträgt der Anteil an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft 7 Prozent. Nimmt man noch die Folgen aus der Landnutzung (Abholzung etc.) hinzu liegt der Wert bei 13 Prozent.

Methangas aus der Massentierhaltung

Massentierhaltung von Rindern, Schafen, Ziegen nutzen künstlich erzeugtes Futter. Gülle und Mist haben Anteile an der Klimaerwärmung. Die Verdauung des Viehs aus der Massentierhaltung erzeugt Mathangas, das weltweit mit 27 Prozent an der globalen Emission beteiligt ist. Intensive Landwirtschaft erzeugt durch Düngung der Felder Lachgas und die maschinelle Erzeugung des Kunstdüngers und Spritzmittel erzeugt Kohlendioxid. Die Landwirtschaft ist also mit einem nicht geringen Teil mitverantwortlich am Klimawandel und fordert jetzt für die   daraus entstehenden Schäden  Milliarden Steuergelder.

Landwirtschaft wird gebraucht

Natürlich benötigen wir für die Versorgung die Landwirte und ihre Erzeugnisse. Allerdings kann man auch erwarten das sie alles tun um die Belastung der Umwelt so niedrig wie möglich zu halten.  Weiderinder stossen weit weniger Methangas aus, als Rinder in der Massentierhaltung, weil sie anders ernährt werden.Gülle und Mist kann zur Energieerzeugung in Biogas Anlagen genutzt werden. Digitale Messungen des Bodens reduzieren den Einsatz von Gülle und Spritzmaterial auf das Nötigste. Weltweit muss darauf gedrungen werden die Abholzung der Wälder, im Besonderen des Tropenwaldes,  zu stoppen.

Weiniger Treibhausgase möglich

Es wurde ermittelt, dass die Landwirtschaft in der Lage ist 25 Prozent weniger Teibhausgase zu erzeugen (World Watch Institute). Insofern darf eine Entgschädigung von Ertragsverlusten nur dann mit Steuermitteln finanziert werden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Ansonsten wird sich nichts ändern und Jahr für Jahr muss die Landwirtschaft abgegolten werden.

 






Grundwasservergiftung durch den Menschen

Pestizide – Wissenschaftler der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften – Halle, fordern eine Überprüfung bei der Zulassung von Pestiziden. Die bisherigen Laborüberprüfungen halten der Realität bei der tatsächlichen Anwendung nicht stand.

Neonicotinoide, Glyphosat, Fipromil und andere Pflanzenschutzmittel gefährden das Ökosystem und die Lebensgrundlagen ernsthaft.

Abbauzeit der Gifte

Bisher beriefen sich die Prüfungen lediglich auf ein einzelnes Mittel. Die Nutzer besprühen ihre Obstbäume und andere Kulturen allerdings nicht nur einmal, sondern 20-30 mal und mit verschiedenen Giften. Noch bevor ein zuvor genutztes Pestizid abgebaut werden kann, kommt schon das nächste Gift zur Anwendung und es entsteht eine Vervielfachung der Wirkungen. In der Wissenschaft mehren sich nun die Hinweise darauf, dass sich diese verschiedenen Wirkstoffe auf den Organismus auswirken. Ebenfalls wurde festgestellt, dass der Abbauzeitraum von Pestiziden in Land und Wasser den bisherigen Angaben nicht entsprechen.

Pflanzenschutzmittel

Atrazin, ein Gift das 1991 verboten wurde, galt als das erfolgreichste Pflanzenschutzmittel aller Zeiten. 85 % der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland wurden damit behandelt. In den 80er Jahren stellte man fest, dass die Brunnen eine hohe Konzentration Atrazin enthielten. Die Akademie für Technikfolgenabschätzungen Baden-Württemberg zählte 2001  Atrazin und die Triazine Simazin und Terbuthylazin zu den besonders kritischen Wirkstoffen. In den USA kam es durch diese Gifte zu einem großen Amphibiensterben.

Unkrautvernichtungsmittel

Obwohl Atrazin nun schon seit 27 Jahren verboten ist, wird es noch heute im Grundwasser nachgewiesen. Glyphosat tötet zwar nur die Kräuter und nicht die Insekten, aber durch die Vernichtung der Pflanzen werden indirekt durch Glyphosat auch die Insekten getötet. Sie werden ihrer Nahrungsgrundlage beraubt . Eine Untersuchung der Wirkung von Unkrautvernichtungsmitteln ergab das über die Verbreitung im Regenwasser Ufersäume, Feldraine und Wildpflanzen in ihrer natürlichen Umgebung ebenfalls zerstört werden. Das Argument, diese Pflanzen würden sich nach einiger Zeit wieder regenerieren, ist offensichtlich falsch. Noch bevor es überhaupt zu einer Erholung kommen kann,  haben sich bereits fremde Pflanzenarten an den Stellen eingerichtet . Es ist kein Platz mehr für die ursprüngliche Art vorhanden.

Alternativen

Neue Studien haben ergeben das Landwirte auf einen großen Teil Pestizide verzichten können.  Die bisherige intensive Landwirtschaft nötigt ihnen aber die Nutzung dieser Gifte ab. Eine politische Korrektur, die durch Ausgleichszahlungen ein Umdenken unterstützt, wäre daher dringend nötig. Man muss davon abkommen die Effizienz der intensiven Nutzung zu fördern.Die nachhaltige  Landwirtschaft soll mehr Unterstützung bekommen. Hier ist ein Handeln Europas und der Länder einzufordern.

Bisher wurden die Grundwasserschäden geschildert, die durch Pestizide entstehen.  Ein Tema das in letzter Zeit immer häufiger die Öffentlichkeit beschäftigt ist der Gehalt von Nitrat im Grundwasser, in Seen, Badegewässern und Teichen.

Die Grundwerte für Nitrat liegen bei 50 mg pro Liter. In NRW werden diese Grundwerte bei mehr als 40 % der Vorkommen überschritten.  In  Niedersachsen sogar bei über 60 % , was an der stärkeren Landwirtschaft in Niedersachsen liegt.

Nitrat

Nitrat ist in natürlicher Bestandteil im Boden. Es ist ein Nährstoff für Pflanzen und fördert die Eiweissbildung im Körper. Landwirte bringen Nitrat durch Düngung auf die Felder. Im Kuhdung ist Nitrat ebenfalls enthalten. Durch Überdüngung können die Pflanzen das Nitrat nicht aufnehmen und es gerät über den Boden und durch Regenwasser ins Grundwasser . Auf diesem Wege gelangt es dann  über Brunnen wieder ins Trinkwasser. Vorab sei gesagt, dass im Allgemeinen das Leitungswasser ungefährlicher ist als das Mineralwasser.  Leitungswasser unterliegt ständigen Kontrollen.

Ein zu hoher Nitratgehalt im Körper ist gesundheitsgefährdent. Eine besondere Gefahr besteht hier bei Säuglingen unter sechs Monaten. Durch eine chemische Veränderung in den Darmbakterien wird aus Nitrat das den roten Blutfarbstoff verändernde NitritDieses erzeugt  im Zusammenspiel mit eiweißhaltigen Lebensmitteln unter Krebsverdacht stehende Nitrosamine .

Überdüngung der Felder – und Pestizide

Das Überdüngen von landwirtschaftlichen Flächen gefährdet in großem Maße die Gesundheit der Menschen.  Das waren zunächst die möglichen Belastungen des Grundwassers durch Pestizide und Nitrat. Eine weiter Belastung stellen die Mikroschadstoffe dar, die durch Medikamente, Reinigungsmittel und Kosmetika ins Grundwasser gelangen. Am 18.06.18 forderte die NRW Umweltministerin Ursula Heinen Esser die Bundesregierung auf dieses Problem Ernst zu nehmen.

Man muss sich langsam fragen, wie unsere Erde die vom Menschen geschaffenen Schäden noch bewältigen kann – es muß dringend gehandelt werden, oder wollen wir weiter daran arbeiten die Menschheit zu vernichten?

Pestizide