Schlagwort-Archive: Fledermaus

Invasive Arten

Invasive Arten sind auch ein Thema für die „Naturwacht.“ Naturwacht ist die deutsche Bezeichnung für den „Ranger“. Zur Zeit arbeiten etwa 500 hauptberufliche Frauen und Männer als Nationalparkwächter, in Behörden oder Biotopischen Stationen in diesem Berufszweig, der 1998 als Berufsgruppe „geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/innen“ geschaffen wurde.

Die Hochschule in Eberswalde bietet sogar den Bachelor Studiengang „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ an, in dem den Studierenden der Berufsalltag mit Aufgaben wie dem Artenschutz, der Landschaftspflege und Monitoring nahe gebracht wird.

In Brandenburg verzeichnet die Naturwacht große Erfolge bei den Fledermäusen. Alte Bunker wurden als Lebensraum für Fledermäuse hergerichtet. So haben Zählungen ergeben, dass sich die Zahl der Fledermäuse in den letzten neun Jahren vervierfacht hat.

pixabay – loggawiggler

Das warme Klima der Jahre 2017 und 2018 führte außerdem zu einer Verdoppelung bei den Orchideen. Im Besonderen das Breitblättrige Knabenkraut hat sich gut entwickelt.

Invasive Arten – Bärenklau

Problematisch wird allerdings die Verbreitung des invasiven Riesenbärenklau. Die dicht wachsende, hohe Pflanze, raubt den heimischen Pflanzen den Lebensraum. Das Neophyt (Bezeichnung für nicht heimische Pflanzenarten) verbreitet sich im gesamten Bundesgebiet sehr schnell. Eine Berührung verursacht allergische Reaktionen die bis zur Atemnot gehen können.

Bärenklau – pixabay -ramboldheiner

Kühe, Schafe, Ziegen, und Kaninchen fressen den jungen Wiesen-Bärenklau gern. Auch bei Insekten ist die Pflanze beliebt. Im Winter überwintern viele Insekten in den dicken Stängeln der Pflanze.

Invasive Arten – Springkraut

Auch das indische Springkraut gehört zu den invasiven Arten. Naturschützer fordern dazu auf die Pflanze niederzutrampeln. Man könnte sie aber auch nutzen.

Die Internetseite wildkrautgarten.de   beschreibt, dass das Kraut genießbar ist. Selbst die unreifen, weißen Samen, wie auch die schwarzen, ausgereiften Samen schmecken nach Walnüssen. In der Pfanne, mit etwas Öl geröstet hüpfen sie wie Popcorn und schmecken nach Pommes frites.

Invasive Arten
Springkraut

Bei Kindern ist Springkraut beliebt, weil der Samen durch die Berührung der Schote „abgeschossen“ wird. Selbst Regentropfen lösen diese Reaktion aus. Der Saft der Pflanze, die auch Himalaya Balsam genannt wird, lindert Schmerzen bei Verbrennungen durch die Brennnessel und hilft bei Insektenstichen. Die großen Blüten, in die die Hummeln und Bienen hineinfliegen können, beinhalten wesentlich mehr Nektar als die heimischen Pflanzenarten.

Man sieht also, Invasiv muß nicht zwangsweise n u r schlecht sein. Außerdem ist es ja immer der Mensch, der dafür sorgt das diese Arten sich bei uns ansiedeln. Folglich müssen wir auch sehen, wie wir mit ihnen zurechtkommen. Gleiches gilt für die Invasiven aus dem Tierreich. Sei es der Nutria, der Mink (amerikanischer Nerz), der Waschbär, die Kanda- oder die Nilgans.

Meine Bücher ansehen

Kohlmeise – der Killer

Kohlmeise – der Held unter den Meisen, steht in der Hackordnung ganz oben. Auch größeren Singvögeln macht die Kohlmeise den Rang streitig. Was sie haben will, bekommt sie auch.

Kohlmeise

Die Kohlmeise ist die größte und am weitesten verbreitete Meisenart in Europa. Ihren Namen verdankt sie der schwarzen Kopfhaube.

Der Rocker unter den Meisen kann auch zur Bestie werden. Forscher des Max Planck Instituts für Ornithologie in Pöcking beobachteten an einer Höhle im Nordosten Ungarns ein außerordentliches Phänomen. In der tief verschneiten Landschaft fanden die Meisen keine Nahrung. Samen, Beeren und Insekten wie Spinnen, Falter und Mücken waren nicht mehr zu finden.

In den Höhlen halten Zwergfledermäuse ( Pipistrellus pipistrellus ) ihren Winterschlaf. Die etwa 5 g schweren, Streichholzschachtel großen Tiere werden nun zum Opfer der Kohlmeise. Diese fliegt in die Höhle und fügt mit ihrem spitzen Schnabel der Fledermaus schwere Kopfverletzungen zu. Nach etwa fünf Minuten fliegt der Vogel mit seinem Opfer aus der Höhle und frißt es.

Nun ist das allerdings der Not bedingt. Als die Forscher Speck und Sonnenblumenkerne vor der Höhle auslegen, verzichten die Kohlmeisen auf die Fledermäuse.

Kohlmeise

Das Phänomen der „Killermeise“ ist allerdings nicht neu. Schon länger ist bekannt das Kohlmeisen auch kleine Vögel töten.

In der Brutzeit konkurrieren Blaumeise und der aus Afrika kommende Trauerschnäpper ( Ficedula hypoleuca ) um Nistplätze und Nahrung. Forscher der Universität Groningen machten an 1000 Nistkästen die folgenden Beobachtungen.

Kohlmeise
Trauerschnäpper

Sobald eine Kohlmeise einen Nistplatz des Trauerschnäppers betritt, hat dieser keine Chance mehr.

Die Kohlmeise fügt ihm schwerste Kopfverletzungen zu. In 86 Nestern von Kohlmeisern fanden die Forscher tote Trauerschnäpper, deren Gehirn offenbar von der Meise gefressen wurde.

Ausserhalb der Nester ist der Trauerschnäpper der Kohlmeise überlegen. Aufgrund seiner besseren Flugkünste kann er die Meise beim Nestbau vertreiben.

Dennoch gehört unsere intelligente und freche Kohlmeise zu den beliebtesten Singvögeln. Zumal sie uns ja auch das ein oder andere Mal mit ihrem Gesang verspottet, wenn sie nicht ihr „zizibäh – zizibäh“ (oder nach den Volksmundversen vonKlaus Philipp – „sitz i da, sitz i da“ ) singt, sondern die Stimme anderer Meisen nachahmt.

Meine Bücher ansehen