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Kohleausstieg

Kohleausstieg – diese Forderung im Ruhrgebiet aufzustellen, ist immer noch etwas Besonderes. Schließlich beruht die Geschichte der Region auf der Entdeckung und der Entwicklung der Kohle.

Das Ruhrgebiet und die Kohle hat den industriellen Fortschritt in Deutschland erst ermöglicht. Natürlich haben daher auch heute noch viele Familien eine Beziehung zum Bergbau. Der Untertagebau ist heute bereits ein Teil der Vergangenheit. Der Braunkohletagebau aber ist noch sichtbar und aktiv.

Das Abbaugebiet um den Hambacher Forst ist das größte Loch Europas. Eine gigantische Zerstörung der Natur. Drei Kilometer in der Breite und 8 Kilometer in der Länge misst das Loch des Braunkohletageabbaus. Die Kohlekraftwerke im Rheinischen Revier sind mit vierzig Jahren die ältesten und schmutzigsten Kraftwerke in Europa. Aufgrund des Alters müssten sie eigentlich schon stillgelegt werden. Einige wurden bereits in Ruhe versetzt.

Kohleausstieg
pixabay Benita5

70.000 Tonnen Co2 stoßen Kraftwerke jährlich aus. Nun kann man sagen das der deutsche Anteil des Kohlendioxidausstoßes von 2,3 Prozent aus der fossilen Verbrennung weltweit nicht so viel ist. Allerdings ist der pro Kopf Anteil der Bevölkerung beim Co2 mit 10 Tonnen bedeutend höher als der der indischen Bevölkerung, dort liegt er bei gerade 2,3 Tonnen.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein Westfalen hat sich schon früh auf die Seite der Lobbyisten des Braunkohleabbaus geschlagen. Mit dem Argument die 20.000 Arbeitsplätze bei der Kohle schützen zu müssen, wettert er gegen die Befürworter des Kohleausstieges. 

Allerdings müsste ihm die Stellungnahme des DIW bekannt sein. Dieser sieht aufgrund der Altersstruktur der Beschäftigten im Tagebau mit nahender Verrentung und Möglichkeiten sozialer Absicherungen lediglich noch bei 5000 Arbeitern , die von Arbeitslosigkeit bedroht sein könnten, wenn der Ausstieg 2030 erfolgen sollte.

Eine solche Zahl sollte für engagierte Politiker durchaus mit Hilfe von Strukturmaßnahmen aufzufangen sein. Schließlich bietet alleine eine Renaturisierung der Flächen schon Beschäftigungspotenzial. 

Erfreulicherweise wird im Rheinischen Revier im Bezug auf Renaturisierung schon einiges von den verantwortlichen Konzernen getan. Das ist leider in der Lausitz nicht der Fall. Die DDR hat nur die Energieerzeugung gesehen, nicht die Wiederherstellung der Natur. Viele Gewässer in angrenzenden Regionen des Tagebaus sind verseucht oder durch den absinkenden Grundwasserspiegel trocken gelegt. 

Zwar flossen bereits 1,5 Mrd. Euro zur Unterstützung in die Region und es sind weitere 10 Mrd. genehmigt, aber da gibt es sehr viel zu tun. Auch in der Lausitz ist es die vordringliche Aufgabe sich um den anstehenden  Strukturwandel und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zu kümmern.

Die Kohlekommission in Berlin wurde bereits aufgefordert sich nicht nur um einen Ausstieg zu kümmern, sondern sich auch mit den Folgen zu befassen.

Kohleausstieg machbar

 
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Allerdings sind für das 2020er Ziel bisher lediglich 27 Prozent umgesetzt.

Mehr als 80 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen sind energiebedingt und stammen  aus Energiewirtschaft, Gebäude und Verkehr.

Neue Technologien, alternative Energien, wie Gaskraftwerke werden den Preis für die billige Energie aus den Braunkohlekraftwerken nicht halten können. Allerdings haben Studien ergeben, dass es lediglich zu einer moderaten Preiserhöhung um 20 bis 30 Euro kommen wird. Das müssten die Gesundheit und das Klima uns wert sein.

Forschungsinstitute halten den Kohleausstieg bis 2030 für realisierbar, ohne das Stromausfälle und extreme Preissteigerungen zu befürchten wären. Der Zeitraum ist auch lange genug um in den drei Braunkohlerevieren einen Strukturwandel zu schaffen.

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Kohlenstoffspeicher

Kohlenstoffspeicher – Kohlenstoff ist in fossilen Brennstoffen gebunden, verbrennt man diese wird  CO2 freigegeben und gelangt in die Atmösphäre. Es entsteht ein Ungleichgewicht an CO2 , welches schließlich zur Erderwärmung führt.

Es ist also wichtig Kohlenstoffspeicher  zu haben. Diese werden aber leider sehr oft, um nicht zu sagen zu oft, vom Menschen zerstört. Moore, die zu den besten Speichern gehören werden trocken gelegt und Wälder vernichtet.

Die Bundeswehr läßt Raketenübungen im ausgetrockneten Moor stattfinden und setzt so das Moor in Brand. In einer Zeit wo überall vor der Brandgefahr in diesem heissen Sommer gewarnt wurde. Ein immenser Schaden entsteht durch Gedankenlosigkeit.

Kohlenstoffspeicher
Diepholzer Moor
Kohlenstoffspeicher
Garzweiler (pixabay-firstmillion)

Zur Zeit findet mit der vorgesehenen Rodung des Restbestandes vom Hambacher Forst gerade ein Paradoxum statt. Der Wald mit seinen uralten Bäumen ein idealer Kohlenstoffspeicher, wird vernichtet, um dem schlimmsten Klimagefährder, dem Braunkohlekraftwerk zur Rohstoffgewinnung Platz zu bereiten.

Ich bin davon überzeugt, dass mit etwas guten Willen seitens des RWE Konzerns die 200 Hektar Wald bestehen bleiben könnten. Das Gebiet des Braunkohle-Tageabbaus ist so groß, dass der Wald umgangen werden könnte. Zumal die Zeit für den Kohleabbau abläuft und ein hoffentlich baldiges Ende abzusehen ist. 

Kohlenstoffspeicher

Der Baum – Klimaschützer

Der Baum speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Alte Wälder speichern mehr CO2 als junge Wälder. Die Speicherkapazität eines Baumes hängt von der Holzdichte ab. Eine 35 Meter hohe Buche mit dem gleichen Umfang und der gleichen Höhe wie eine Fichte, speichert knapp 1 Tonne CO2 im Jahr mehr als die Fichte.

1 Hektar Wald (1 Hektar = 0,01 km² ) speichert im Jahr etwa 13 Tonnen Kohlenstoff. Bei den geplanten Rodungen von 100 Hektar Hambacher Forst gehen also etwa 1300  Tonnen Speicherplatz verloren.

Der Klimawandel – Folgen für den Kohlenstoffspeicher 

Bäume und Moore sind für den Erhalt des Klimas überaus wichtig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wie wir es in diesem Sommer deutlich vor Augen geführt bekommen haben.  Die Folgen des Klimawandels belasten auch die Bäume in besonderem Maße. Schädigungen entstehen durch Trockenheit, Dürreperioden, Waldbrände und durch invasive Käfer, die durch die Erwärmung neue Gebiete erobern und Krankheiten einführen, auf die die heimischen Bäume nicht vorbereitet sind.

Hohe, alte Bäume haben die höchste Speicherkapazität für CO2 , sind aber der aufkommenden großen Sonneneinwirkung schutzlos ausgeliefert. Die Laubkronen überragen alle anderen Bäume und die Trockenheit zwingt den Baum dazu mehr Energie für das Pumpen von Nässe in die Blätter aufzubringen. Heftigere Stürme, durch den Klimawandel entstanden, belasten ihn zusätzlich. Sein Speicher wird geringer. Das Laub fällt ab und die kleineren Bäume, die vorher von seinem Schatten profitierten, werden ebenfalls der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt. 

Wir müssen endlich aufhören, die von der Natur gegebenen Ressourcen zu vernichten und nach wirksamen Alternativen suchen, beziehungsweise diese zu nutzen. Es muß auch darüber nachgedacht sich den neuen Klimaverhältnissen anzupassen. Dazu gehört auch die Anpflanzung neuer Baumarten in Erwägung zu ziehen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger Energie zu verbrauchen um so noch schneller von dem schmutzigsten aller Energieträger Abschied nehmen zu können. Noch ist die Braunkohle mit einem Drittel an der Energieversorgung beteiligt.

Kohle

Deutschland – CO 2 Ausstoß

Deutschland  – Ziele werden nicht erfüllt-

Pariser Abkommen –

Deutschland erfüllt auch im Jahr 2018  die Ziele des Pariser Umweltabkommens nicht . Der  festgesetzte zulässige CO 2 Ausstoß wurde bereits im März überschritten.

Das bedeutet, dass auch in diesem Jahr der erlaubte  CO 2 Ausstoß mindestens um das 3Fache  überschritten wird, wie bereits im Jahr 2017. 

Deutschland

Da stellt sich die Frage, ob die markigen Aussagen der Politik zu Umweltschutzmaßnahmen nur Luftschlösser sind.

Es wird Zeit zu handeln. Der Kohleausstieg, zumindest der Einstieg,  ist längst überfällig. 

Was die Politik wirklich vom Abbau der CO 2 Werte hält, verdeutlichen die Worte  des Bundeswirtschaftswirtschafts Ministers  Peter Altmeier.

Er stellt einen raschen Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle nicht in Aussicht. 

Deutschland zögerlich

Die Kapazität von Steinkohle und Braunkohle werde bis 2030 um einen bestimmten Prozentsatz reduziert. “ Aber es wird danach selbstverständlich immer noch Braunkohle und Steinkohle geben, noch über viele Jahre.“