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Ödland in Biotope verwandeln

Lebensraum schaffen

– Lebensraum aus Ödlandschaften zu schaffen ist eine  Idee von Professor Berthold, dem mittlerweile eremitierten, führenden Ornithologen Deutschlands. Biotope aus Landschaftsteilen die für Landwirte uninteressant sind, hat er bereits am Bodensee umgesetzt. In nur kurzer Zeit hat sich die Biodiversität auf diesen Flächen ständig vergrößert. Immer neue Arten haben sich in dem neuen Lebensraum niedergelassen.

Auf Spenden angewiesen

Sein Traum ist die Schaffung eines Biotopen –  Verbundes in ganz Deutschland. Im Abstand von 10 Kilometern sollen dies paradiesischen Inseln zu finden sein. Einen wichtigen Partner hat er mit der Heinz Sielmann Stiftung bereits gefunden. Neue Anlagen in Baden Württemberg könnten folgen. Immer mehr Gemeinden und Landesregierungen sehen die Notwendigkeit, etwas zum Artenschutz und zum Erhalt der Insekten und Vögel tun zu müssen.

Rettet  die Vögel….

lautetet der Titel einer Fernsehsendung im ZDF, die heute 12.08.18 um 09:03 ausgestrahlt wurde.  Die Sendung kann auch jetzt noch in der Mediathek angesehen werden. Mit dabei ist Johanna Romberg, Journalistin, Hobby Ornithologin und Autorin des Buches „Federnlesen“. Sie berichtet vom Naturschutzgebiet am „Dümmer“, dem 2.größten See Niedersachsens. 

Dümmer

Am West- und  Südufer des Dümmer ist ein Naturschutzgebiet entstanden. Mit dem Ochsenmoor  und weiteren Niedermooren ist hier ein Lebensraum für viele Arten entstanden. Röhrichte, Buchenwälder und Grünland auf 1030 ha  bieten Platz für Brut und Rastvögel,  wie Kampfläufer, Bekassine  und Graugans. Mit den Mooren weiter nördlich, ist dort schon ein Verbund entstanden. Rhedener Moor, Diepholzer Moor, Freistätter Moor und nördliches Wietingsmoor sind Heimstätten selbst für den Kranich der zum Teil hier überwintert, aber in großer Zahl auf den Flugpausen hier im Herbst zu sehen ist.

Lebensraum
Diepholzer Moor

Renaturisierungen

Auch im Ruhrgebiet ist durch die Renaturisierung der Flüsse neuer Lebensraum entstanden. Das Ende der renaturisierungs Maßnahmen an der Emscher ist abzusehen. Die Emschergroppe, eine seltene Fischart ist im Nebenlauf der Emscher, im Borbecker Mühlenbach zu finden und in einem Dortmunder Seitenarm laichen wieder Forellen. 

Schurenbachhalde

Unternehmen und Umwelt

Biodiversität  – Naturschutzoffensive –

Biodiversitätskonvention 2020

Biodiversität – Neuerdings nehmen wir erstaunt  Kenntnis das einzelne Unternehmen ihr Herz für die Umwelt und die Natur entdecken. Einige  globale Unternehmen starten plötzlich Aktionen für die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. 

Besonders Unternehmen aus der Nahrungs und Ernährungsindustrie. Die Firma Nestle setzt Nachhaltigkeitspläne um und legt sich dafür sogar mit Discountern an.  Auch die Politik erkennt die Notwendigkeit sich für die Artenvielfalt und gegen das Insektensterben einsetzen zu müssen.

Es scheint, als hätte ein Umdenken eingesetzt.   Bienensterben, Vernichtung der Insekten, Bodenerosionen, Klimawandel mit Starkregen, Verlust an Biodiversität ist  den Menschen heute bewußt geworden. Die Verseuchung des Bodens und des Grundwassers durch übermäßigen Einsatz von Gülle und Pestiziden  zerstören das Ernährungssystem .  Ein weiteres Vorgehen wie in der Vergangenheit bewirkt  das die Industrie sich quasi selbst zerstört.

Einsatz für die Umwelt – Biodiversität

Der Verlust an Naturgütern zerstört die Lebensgrundlagen der Menschheit und den künftigen Umsatz der Unternehmen. Eine Steigerung der Lebensqualität heißt Maximierung der Gewinne, somit zahlt sich der  Einsatz für die Umwelt  also im Endeffekt für die Betriebe aus. Diesen Umstand haben offensichtlich einige vorausblickende Unternehmen erkennt. Selbst der einzelne Mensch als Individuum erkennt immer häufiger wie dringend Aktionen geworden sind die sich mit der intakten Umwelt befassen.

Die Vermüllung der Meere durch Plastik, das Abschmelzen der Arktis, der Verlust der Artenvielfalt sind im Bewußtsein angekommen. Aufgrund dessen setzen sich immer mehr Menschen  für Biotope und den Naturschutz ein.  Aktionen der Umweltbewegungen finden Anerkennung und Unterstützung in der Bevölkerung.

Große Hoffnung setzt man in die Biodiversitätskonvention und die Naturschutzoffensive 2020 in Peking. Dort geht es um die UMSETZUNG biologischer Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung und  um die gerechte Verteilung der Nutzen und Lasten der biologischen Vielfalt. Daher sind die Themen der Veranstaltung :

  1. ökologische Nachhaltigkeit
  2. ökonomische Entwicklung
  3. soziale Gerechtigkeit

Wir müssen lernen und begreifen mit der Natur umzugehen wie es die indigenen Völker tun.  Diese schützen ihre Umwelt und nutzen sie im Rahmen der Notwendigkeit, weil sie schon lange wissen das sie ohne ihren Lebensraum nicht existieren können.

Walsumer Rheinauen

Biodiversitätsforschung -Jenaer Experiment

– zu starke Düngung

Biodiversitaet – das Jenaer Experiment

Biodiversitaet. Das größte Experiment in der Forschung  der Universität Jena, untersucht die Auswirkungen des globalen Artensterbens. Das Ergebnis präsentierte Prof. Wolfgang Weisser von der TUM München.

Die biologische Vielfalt (Biodiversitaet) beeinflusst etwa die Hälfte der Prozesse im Ökosystem. Intensive Grünlandbewirtschaftung erzielt keinen höheren Ertrag als eine hohe Biodiversitaet. Intakte Ökosysteme sorgen für das Überleben aller Lebewesen. Fruchtbare Böden, sauberes Grundwasser sind der Grundstock für die Produktion von Lebensmitteln, ebenso die Bestäubung der Früchte durch Bienen. 

Die Langzeitstudie belegt die Folgen des Artensterbens für das Ökosystem. Erste Veränderungen treten nach vier bis fünf Jahren ein. Bei der Biodiversität zeigen sich Auswirkungen bei der mikrobiellen Atmung des Bodens oder in der Entwicklung der Bodenfauna.

Bei fortschreitendem Artensterben zeigen sich die Wirkungen ebenfalls erst nach mehreren Jahren. Das Ökosystem funktioniert schlechter. Durchgeführt wurden 80.000 Messungen auf über 500 Parzellen. Artenreiche Wiesen hatten eine höhere Produktivität als artenarme Wiesen. Zusätzliche Düngung, häufiges Mähen hatten denselben Effekt.

Die Förderung bestimmter Arten durch Düngung ist demnach nicht effektiver als die Natur. Die Biomasse artenreicher Wiesen war deutlich höher als bei artenarmen Wiesen, aber annähernd gleich hoch wie bei subventionierten Arten.