Insektizide – schleichende Vergiftung ?

Insektizide – der Öko – Klassiker und Roman von Rachel Carson  „der stumme Frühling“  hat mich dazu bewogen einmal nachzuforschen wieviel Insektizide eigentlich zugelassen sind. Wie sieht es denn heute mit dem Ausgeben auf die Felder aus? Hat sich die Situation in Bezug auf Kontrolle und Stärke der Gifte durch das Verbot von DDT eigentlich verändert? Glyphosat ist ja zur Zeit in aller Munde. Insofern bin ich schon erschrocken, als ich die ellenlange Liste plötzlich vor mir sehe.

Im oben erwähnten Buch steht an einer Stelle der Ausspruch eines Arztes, der  sinngemäß aussagt, dass der Mensch immer meint, die Natur müsse ihm, den Menschen, dienen. Das der Mensch selbst aber ein Teil dieser Natur ist, wird von ihm meistens vergessen. Die Natur ist mit allem was sie ausmacht eine geschlossene Kette. Zerstört nun der Mensch ein Glied in dieser Kette, zerstört er im Grunde sich selbst.


Pymetrocin

Der erste Wirkstoff der mir ins Auge fällt gilt dem Pflanzenschutz. Es ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyridin-Azamethine, das Pymetrocin.

Es ist enthalten in den Insektiziden PLENUM 50 und TAFARI. Beide Mittel enthalten den Hinweis „kann Krebs erzeugen“.

Insektizide:  Plenum 50

Das Mittel gilt als Spezialprodukt zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern

Insektizide
Rapsfeld – pixabay

Es bewirkt Lähmungserscheinungen an den Extremitäten und sorgt dafür, dass der Käfer von der Pflanze auf den Boden abfällt und dort von Räubern gefressen wird. – So der Hersteller. Bedenkt man aber, dass das Ausbringen des Giftes nur in Schutzkleidung erfolgen soll, glaube ich kaum das  da am Boden noch Räuber zu finden sind.

Das Mittel ist als Wasser- und Umweltschädigend gekennzeichnet und wird gespritzt. Bleibt zu hoffen, dass es da nicht gerade regnet, ansonsten sehe ich den Aspekt „wassergefährdent“ schon alleine als Extrem an. Außer dem Rapsfeld gibt es noch die Anwendung bei Obst, Gemüse, Kartoffeln, Ölsaate und Zierpflanzen,  im Freiland und unter Glas.

Der Hersteller gibt an, dass es auch mit anderen Insektiziden und Fungiziden vermengt werden kann.

Die Vermischung mit anderen Giften dürfte dann wohl die Gesamtmenge an Giftstoffen erheblich erhöhen. Ich frage mich was dann das Gemüse damit macht bis es den Verbraucher erreicht !!!!

Plenum50 wird, soll –  maximal 2x aufgetragen werden. Es hat die Einstufung:  Xn = Gesundheitsgefährdent – und N =Umweltgefährdent

Insektizide:  TAFARI

Ein ebenfalls Pymetrocin enthaltendes Mittel ist TAFARI. Es wird gegen Insekten und Schädlinge, wie die Blattlaus und die weiße Fliege,  an Zierpflanzenkulturen eingesetzt. Nach Angaben des Herstellers ist es Möglich, dass die Insekten noch ein paar Tage nach Aufbringung leben, sie können aber nichts mehr saugen. Sie sterben „verzögert“ ab. Einsatzgebiete sind im Freiland und unter Glas. Das Mittel soll maximal 3x aufgebracht werden.

Auch Tafari kann mit anderen Herbiziden und Insektiziden vermischt werden !!!! Der Hinweis „kann Krebs erzeugen“, fehlt ebenfalls nicht.

Ergebnis

Es gibt natürliche Möglichkeiten für die Bekämpfung der Blattlaus. Marienkäfer, von ihnen frißt jeder einzelne Käfer am Tag 200 Blattläuse, oder die Flor- und Hainschwebfliege, deren Larve bis zu 500 Blattläuse täglich verputzt. Die Hainschwebfliege sogar 800.

Insektizide
Florfliege

Im Falle des Rapsglanzkäfer helfen Schlupfwespen. Nach einer Studie der Uni Göttingen haben diese in einem befallenen Garten 54 % dieser Käfer vernichtet.

Es ist mir unverständlich wie Mittel die als „kann Krebs erzeugen“ gekennzeichnet sind, überhaupt auf den Markt kommen können. Wer garantiert denn, das die Gifte nicht auch in die Nahrungskette geraten, wenn sie noch dazu als „wassergefährdend“ und „umweltgefährdent“ deklariert sind?  Wer kontrolliert ob sie überhaupt Weisungsgemäß aufgebracht werden?