Grundwasservergiftung durch den Menschen

Wissenschaftler  fordern  Überprüfung  der  Pestizid  Zulassung

Wissenschaftler der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften – Halle, fordern eine Überprüfung bei der Zulassung von Pestiziden. Die bisherigen Laborüberprüfungen halten der Realität bei der tatsächlichen Anwendung nicht stand.

Neonicotinoide, Glyphosat, Fipromil und andere Pflanzenschutzmittel gefährden das Ökosystem und die Lebensgrundlagen ernsthaft.

Bisher beriefen sich die Prüfungen lediglich auf ein einzelnes Mittel. Die Nutzer besprühen ihre Obstbäume und andere Kulturen allerdings nicht nur einmal, sondern 20-30 mal und mit verschiedenen Giften. Noch bevor ein zuvor genutztes Pestizid abgebaut werden kann, kommt schon das nächste Gift zur Anwendung und es entsteht eine Vervielfachung der Wirkungen. In der Wissenschaft mehren sich nun die Hinweise darauf, dass sich diese verschiedenen Wirkstoffe auf den Organismus auswirken. Ebenfalls wurde festgestellt, dass der Abbauzeitraum von Pestiziden in Land und Wasser den bisherigen Angaben nicht entsprechen.

Atrazin, ein Gift das 1991 verboten wurde, galt als das erfolgreichste Pflanzenschutzmittel aller Zeiten. 85 % der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland wurden damit behandelt. In den 80er Jahren stellte man fest, dass die Brunnen eine hohe Konzentration Atrazin enthielten. Die Akademie für Technikfolgenabschätzungen Baden-Württemberg zählte 2001  Atrazin und die Triazine Simazin und Terbuthylazin zu den besonders kritischen Wirkstoffen. In den USA kam es durch diese Gifte zu einem großen Amphibiensterben.

Obwohl Atrazin nun schon seit 27 Jahren verboten ist, wird es noch heute im Grundwasser nachgewiesen. Glyphosat tötet zwar nur die Kräuter und nicht die Insekten, aber durch die Vernichtung der Pflanzen werden indirekt durch Glyphosat auch die Insekten getötet, da sie ihrer Nahrungsgrundlage beraubt werden. Eine Untersuchung der Wirkung von Unkrautvernichtungsmitteln ergab das über die Verbreitung im Regenwasser Ufersäume, Feldraine und Wildpflanzen in ihrer natürlichen Umgebung ebenfalls zerstört werden. Das Argument, diese Pflanzen würden sich nach einiger Zeit wieder regenerieren, ist offensichtlich falsch. Noch bevor es überhaupt zu einer Erholung kommen kann,  haben sich bereits fremde Pflanzenarten an den Stellen eingerichtet und es ist kein Platz mehr für die ursprüngliche Art vorhanden.

Neue Studien haben ergeben das Landwirte auf einen großen Teil Pestizide verzichten könnten. Die bisherige intensive Landwirtschaft nötigt ihnen aber die Nutzung dieser Gifte ab. Eine politische Korrektur die durch Ausgleichszahlungen ein Umdenken unterstützt wäre daher dringend nötig. Man muß davon Abkommen die Effizienz der intensiven Nutzung zu fördern, sondern die nachhaltige  Landwirtschaft zu unterstützen. Hier ist ein Handeln Europas und der Länder einzufordern.

Bisher wurden die Grundwasserschäden geschildert, die durch Pestizide entstehen. Ein Tema das in letzter Zeit immer häufiger die Öffentlichkeit beschäftigt ist der Gehalt von Nitrat im Grundwasser, in Seen, Badegewässern und Teichen.

Die Grundwerte für Nitrat liegen bei 50 mg pro Liter in NRW werden diese Grundwerte bei mehr als 40 % der Vorkommen überschritten, in Niedersachsen bei über 60 % ,was an der stärkeren Landwirtschaft in Niedersachsen liegt.

Nitrat ist in natürlicher Bestandteil im Boden, ein Nährstoff für Pflanzen und fördert die Eiweißbildung im Körper. Landwirte bringen Nitrat durch Düngung auf die Felder. Im Kuhdung ist Nitrat ebenfalls enthalten. Durch Überdüngung können die Pflanzen das Nitrat nicht aufnehmen und es gerät über den Boden und durch Regenwasser ins Grundwasser und über Brunnen wieder ins Trinkwasser. Vorab sei gesagt, dass im Allgemeinen das Leitungswasser ungefährlicher ist als das Mineralwasser, weil das Leitungswasser ständigen Kontrollen unterliegt.

Ein zu hoher Nitratgehalt im Körper ist gesundheitsgefährdent. Eine besondere Gefahr besteht hier bei Säuglingen unter sechs Monaten. Durch eine chemische Veränderung in den Darmbakterien wird aus Nitrat das den roten Blutfarbstoff verändernde Nitrit, welches im Zusammenspiel mit eiweißhaltigen Lebensmitteln krebsverdächtige Nitrosamine erzeugt.

Das Überdüngen von landwirtschaftlichen Flächen gefährdet also in großem Maße die Gesundheit der Menschen.

Das waren zunächst die möglichen Belastungen des Grundwassers durch Pestizide und Nitrat. Eine weiter Belastung stellen die Mikroschadstoffe dar, die durch Medikamente, Reinigungsmittel und Kosmetika ins Grundwasser gelangen. Am 18.06.18 forderte die NRW Umweltministerin Ursula Heinen Esser die Bundesregierung auf ,dieses Problem Ernst zu nehmen.

Man muss sich langsam fragen, wie unsere Erde die vom Menschen geschaffenen Schäden noch bewältigen kann – es muß dringend gehandelt werden, oder wollen wir weiter daran arbeiten die Menschheit zu vernichten?