Der schlechte Ton

Ton – „was haben die jetzt gesagt?“ – Diese Frage stellt sich allabendlich bei der Soko, dem Tatort oder anderen Filmen im Fernsehen. Da nutzt es auch nichts den Fernseher lauter zu stellen. Das Flüstern und Wispern bleibt.

Eine Meisterin des „Faches – leiser Ton“ ist Claudia Michelsen, eine der beliebtesten Schauspielerinnen – wäre da nicht der Ton. Wenn sie mitwirkt, kann man den Ton eigentlich abschalten, man versteht eh kein Wort.  Kommen dann noch Nora Tschirner und Til Schweiger hinzu, denen wohl die Zähne zusammen geklebt worden sind, muß man überlegen ob man den Film überhaupt einschaltet.

Ton
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Ton macht Film kaputt

Auf diese Weise werden so gute Filme oder Serien, wie „Kudamm 56“ durch den Ton kaputt gemacht. Wird dann einmal fast normal gesprochen, steigert sich die Hintergrundmusik derart, dass auch vom „guten Ton“ kaum noch etwas zu verstehen ist. Wenn der Schauspieler dann auch noch beim „Weinen“ oder „Schreien“, geschweige denn beim Essen, einen Dialog führen soll, ist es mit dem Verstehen ganz vorbei.

Das alles gilt natürlich nicht nur für die oben genannten Schauspieler. Dieses „Phänomen“ zieht sich durch sämtliche neueren Filme und Programme. Es ist sogar so gewollt. Es soll der „normale“ Ton vermittelt werden. Ich habe allerdings noch nie so viele Menschen, so oft und lange wispern, flüstern oder nuscheln gehört. Wenn das „echt“  sein soll, dann müßten die Schauspieler viel öfter einmal fragen, „was, was hast du gesagt?“. Diesen Dialog habe ich allerdings in noch keinem einzigen Film vernommen.

Es gab Filme, die habe ich mittendrin abgeschaltet, weil kaum etwas an Text zu verstehen war, da lese ich dann lieber ein Buch.

Wird dann noch ein Tatort oder Spielfilm, zwar mit guten deutschen Schauspielern, aber mit einer Handlung in Österreich gezeigt, müssen die Darsteller so einen perfekten österreichischen Dialekt sprechen, dass man gleich auf den Film verzichten kann. Das ist etwa so, als würde man eine „SOKO Ostfriesland“ im original friesischen Dialekt übertragen.

Es gibt  schon viele, die sich über diese „authentische“ Art der Filmemacher beschwert haben, aber diese bleiben stur bei ihrem Konzept. ich kann nur sagen, wenn ich zu Hause derart „authentisch“ flüstern, raunen, tuscheln würde, hätte man mich wohl längst aus dem Familienclan verbannt.