Archiv für den Monat: Oktober 2018

Kiefernwanze

Kiefernwanze oder Zapfenwanze – beides Insekten von denen ich bisher nichts gehört habe. Deren Anblick einen aber sofort in Erstaunen versetzt.

Kiefernwanze

Am Balkon meiner Wohnung entdecke ich vor einigen Tagen ein Insekt von einer stattlichen Größe. Knapp 2 cm lang ist der Körper und etwa 6 mm breit. Es hat auffallend lange „Fühler“ , die fast die gleiche Länge wie der Körper haben und die Unterschenkel  ( Tibien ) sind stark verbreitet. Auffallend sind die geometrischen Formen auf den Vorderflügeln. Am Rand des Körpers befinden sich schwarz, weiße Flecken.

Der lateinische Name lautet  Leptoglossus occidentalis .

Das entspricht dem deutschen Namen “ Kiefernwanze „. Diese Wanzenart ist erst verhältnismäßig neu in unseren Breitengraden. Sie stammt aus einem Gebiet westlich der Rocky Mountain in Amerika. Erstmals wird sie 1999 in Europa und zwar in Norditalien gesichtet. Bereits 2002 in der Schweiz und 2006 schon in Deutschland. Danach verbreitet sie sich sehr schnell und ist bereits 2007 auch in Dänemark angekommen. Weil sie ein überaus guter Flieger ist, erreicht sie auch früh bereits die englische Küste.

Kein Biß durch die Kiefernwanze

Bei Gefahr sondert sie ein Abwehrsekret ab, das nach Apfel oder Zitrone riecht. Was natürlich angenehmer ist, als unsere einheimischen Wanzen, deren Sekret oft unangenehm stinkt.

Die amerikanische Kiefernwanze überwintert in den Rinden der Kiefern und anderer Nadelbäume. Dort ist sie dann in Scharen unter der Rinde anzutreffen. In den Wintermonaten fliegt sie auch gerne durch das offene Fenster in die Wohnungen, oder versucht auf Dachböden zu überwintern. Die Kiefernwanze beißt keinen Menschen, wie andere Wanzenarten. Sie ist ein reiner Pflanzenschädling. Die Wanze saugt den Samen aus den Zapfen und kann so Schäden am Kiefernbestand anrichten. In Deutschland wird die Art noch nicht bekämpft.

Im Raum Mexiko entwickelt die Kiefernwanze bis zu drei Larvengenerationen. In den nördlichen Bereichen entsteht lediglich eine Generation. Aufgrund dessen gilt sie dort als univoltin“ – das bedeutet   (einbrütig) mit einer Generation pro Jahr.

Halde

Halde – ein Begriff den der „Ruhri“ natürlich kennt. Die Steinkohleförderung schaffte großen Abraum. Die Neue „Berglandschaft“ erreichte Höhen von bis zu 140 Metern.

Nach dem Ende der Kohle kümmerte sich der Regionalverband Ruhr um die Halden. Es entstanden und entstehen weiterhin Halden mit kulturellen Aspekten. Heute ist die Halde der Grüne Berg inmitten einer ansonsten eher flachen Landschaft. Die natürlichen Berge gibt es natürlich auch, allerdings im südlichen Ruhrgebiet.

Es gibt 240 dieser „Berge“ und Halde für Halde wird  renaturisiert ,bewaldet und begrünt, mit Kunstwerken gestaltet, werden sie so zum Naherholungsgebiet der Stadtbewohner. Panoramablicke eröffnen völlig neue Ansichten auf die Skylines und das Grün  des Ruhrgebiets.

Oft finden sich nach einiger Zeit seltene und neue Pflanzen, wie auf der Zeche Zollverein, wo man exotische Pflanzen entdeckte. Es entsteht eine neue Flora und Fauna.

Halde
Halde Haniel/ angelaHB

Künstler haben die Halden für sich entdeckt und nutzen die Gipfel und Aufstiege zur Präsentation. Auf die Halde Haniel führt ein Kreuzweg mit 15 Stationen, die alle mit dem Bergbau in Verbindung stehen.

Zur Halde Hoheward mit dem  „Observatorium“ auf der Höhe, geht es über eine „Drachenbrücke“

Halde
Observatorium/ angelaHB

Das Haldenereignis Emscherblick stellt eine dreiseitige Pyramide auf der Halde an der Beckstraße in Bottrop dar. Hier kennt sie Jedermann als den „Tetreader“. Dieser besteht aus einer  begehbaren Stahlkonstruktion auf einem 9 Meter hohen Sockel.  Die Haldenhöhe beträgt 120 Meter und es geht recht steil bergauf. Erbaut und eröffnet wurde der Tetreader zum Tag Deutschen Einheit 1995 vom Architekten Wolfgang Christ. 

Halde
Tetreader

Die Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth erschufen 2011 ein Objekt aus Stahl und Edelstahl auf der Hildebrand-Höhe im Angerpark Duisburg.  Das „Tiger und Turtle“ benannte Werk stell ein Kunstwerk aus Loopings und Schleifen dar. „Magic Mountain“  erinnert an eine begehbare Achterbahn. Aus 80 Meter Höhe blickt man hinunter auf die Hüttenwerke Krupp Mannesmann.

Halde
Tiger  und Turtle
Halde
Blick auf die Stadt Essen

In Essen – Altenessen liegt die Schurenbachhalde. Auch diese Halde entstand durch den Abraum der Steinkohle. Sie hat eine Höhe von 50 Metern. Man kann über einen Serpentinenweg hinauf . Zur entsprechenden Jahreszeit ist hier die Kreuzkrötenwanderung und eine große Zahl Libellen zu sehen.  Auf dem Weg und auf dem Gipfel kann man den Flussregenpfeifer beobachten. Zur Durchzugszeit hält sich auch der Steinschmätzer hier auf. Wer nicht den Wanderweg nach oben nutzen will kann auch auf direktem Weg über eine Steintreppe den Weg nach oben antreten.

Halde
Bramme

Auf dem Gipfel findet man eine Gipfelgestaltung des Künstlers und Bildhauers Richard Serra mit einer wuchtigen, in den Himmel ragenden, Stahlbramme.  Diese hat eine Höhe von 15 Metern, ist 4 Meter breit und 13 cm dick. Ihr Gewicht beträgt 67 Tonnen.

In etwa 100 Meter Höhe befindet sich auf der Halde Rheinelbe eine Himmelstreppe in deren Umgebung 1990 ein Skulpturenwald entstand. Dieser stammt aus der Hand des Künstlers Hermann Prigann. 

Die Kunstwerke bestehen aus Abfallprodukten der Industrie und alten Stahlteilen, die mit Eichenstämmen und Kies neue Skulpturen bilden. Auf dem Weg zur Himmelsleiter findet man Tafeln mit der Geschichte des Bergbaus.

Halde
Himmelsleiter/angelaHB

Die Halde Rheinelbe gehört zu den brennenden Halden. Kohlereste im Abraum reagieren mit Luftsauerstoff, der ins Innere der Halde vordringt und es kommt zur Selbstentzündung. Es wurden Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius gemessen.

Weitere Haldenbeschreibungen folgen ( Ich muß da noch einige hochkraxeln ).

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Wolf

Wolfsland NRW

Wolfsland – bis vor kurzer Zeit war das Land Nordrhein Westfalen noch Wolfserwartungsland. Seit Oktober hat sich das nun geändert. In einem Wolfserwartungsland werden immer wieder einmal durchziehende Wölfe gesichtet. Diese lassen sich aber nicht in dem Gebiet nieder. Anhand von Wildkameras, Sichtungen oder Todfunden durch überfahrene Tiere, werden diese registriert.

Nunmehr hat sich aber eine Wölfin im Kreis Wesel sesshaft gemacht. Die Nachweise dazu werden aus Rissen per DNA Analyse festgestellt.  Das Tier hält sich nun schon längere Zeit im Raum Schermbeck auf. Durch die Wölfin, mit dem unspektakulären Namen GW 954 f , was soviel bedeutet wie „German Wolf 954 feminal (weiblich)“, ist NRW nun zum Wolfsland ernannt worden. Die Wölfin konnte eindeutig einem Rudel in  Niedersachsen zugeordnet werden.

Wolfsland

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Das erste durch das LANUV  ausgewiesene „Wolfsgebiet“ befindet sich jetzt am Niederrhein und liegt zwischen  Autobahnen und dem Rhein.  Vom Kreis Wesel über Kleve, Borken, Recklinghausen bis zur Stadtgrenze Oberhausen. Wölfe ziehen innerhalb ihrer Reviere täglich bis zu 70 Kilometer umher.

Ab sofort steht ein Wolfsportal zur Verfügung in dem man täglich aktualisierte Informationen zum Thema Wolf im Wolfsland NRW finden kann: www.wolf.nrw

Der Wolf ist streng geschützt und es besteht kein Anlass sich vor ihm zu fürchten, da er äußerst scheu ist. Sucht man den Wolf auf einer Liste der gefährlichsten Tiere der Welt, wird man ihn vergeblich suchen.

die gefährlichsten Tiere der Welt

Das gefährlichste Tier auf Platz 1 von 20 Plätzen ist der Mensch, der für mehr als eine halbe Millionen Tote im Jahr durch Kriege usw verantwortlich zeichnet.

Auf Platz 2 rangiert mit 725.000 Toten die Mücke, ihr folgt auf dem 3. Platz die Schlange mit 50.000 bis 100.000 Opfern.

Platz 4 , das wird viele überraschen, geht an den Haushund , ihm fallen 186 Tote zu und die Zahl steigert sich durch streunende Hunde auf insgesamt 25.000 im Jahr.

Die Tsetsefliege belegt mit 10.000 Menschen den Platz 5 und auf Platz 6 steht durch die Übertagung von Krankheiten die Raubwanze.

Platz 7 – der Skorpion 5000 Opfer, Platz 8 Bandwurm 2000 Tote, Platz 9 Krokodil 1000 Menschen und auf Platz 10 durch Tottrampeln von 500 Neugierigen , der  Elefant.

Die Plätze 11Qualle -150 , 12 – durch Auffahrunfälle mit dem Tier – der Hirsch, Platz 13, 100 Tote durch einen Tigerangriff, 14 – 53 Todesopfer durch Bienen und Platz 15 etwa 50 Opfer durch Spinnen , Platz 16 -30 Tote durch Ameisen.  Durch die Tritte einer Kuh verstarben 25 , was sie auf Platz 17 bringt und durch Rodeounfälle steht das Pferd mit 20 Verunfallten auf 18. – Platz 19 belegt der Leopard mit 15 Toten und der so gefürchtete Hai steht mit lediglich 10 Toten auf Platz 20.

Das alles sind Jahreszahlen. da findet man den Wolf nicht. Für den Wolf steht in den letzen 50 Jahren die Zahl 9, davon vielen allerdings 5 Menschen einem Wolf zum Opfer der von der heute als ausgerottet geltenden Tollwut befallen ware. Die verbleibenden 4 Toten wurden von Wölfen getötet, die der Mensch zuvor durch anfüttern usw. an sich gewöhnen wollte, die also die Scheu vor ihm verloren haben.

Wolfsland


Verhalten bei der Begegnung mit dem Wolf im Wolfsland NRW

Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist das man im Wald einem Wolf begegnet, gibt es Verhaltensregeln die hilfreich sind. Der Wolf bemerkt den Menschen sehr früh und entfernt sich in der Regel, weil er sehr scheu ist.

Bei einer Begegnung ruhig stehen bleiben und den Wolf ansehen. So hat er die Möglichkeit sich zurückzuziehen.

Auf keinen Fall anlocken oder gar füttern wollen.

Sollte er sich nicht fortbewegen, laut sprechen oder in die Hände klatschen, dabei langsam rückwärts gehen und mehr Distanz schaffen. 

Außerdem kann man sich durch Heben der Arme größer machen und ihn anschreien. Sollte man einmal mehreren Wölfen begegnen, handelt es sich meist um neugierige Jungtiere, für die die gleichen Regeln gelten. Wie gesagt ist eine Begegnung aber äußerst unwahrscheinlich, da trifft man wohl eher einmal auf eine Rotte Wildschweine.

Freuen wir uns über den Heimkehrer

Wir können uns über den Neuankömmling freuen, der ja eigentlich ein Heimkehrer ist. Vor längerer Zeit wurde er  vom Menschen hier ausgerottet, weil er den Bauern und Viehhirten zu viel Schaden zufügte.

Heute stehen den Bauern und Schafzüchtern durch die Einordnung in „Wolfsland“ staatliche Unterstützung zur Verfügung. Zum Beispiel bei der Einzäunung  oder der Anschaffung von Schutzhunden. Außerdem gibt es Entschädigung zu 100 Prozent bei Verlust, Tierarztkosten oder Medikamenten.

Zur Zeit gibt es nur einen ansässigen Wolf in der Region. Es wäre erfreulich wenn es zu einem Treffen mit einem Partner kommen würde um ein Rudel bilden zu können. Aber bereits jetzt fordern Bauern und Jagdverbände den Wolf  in die Liste jagdbarer Arten aufzunehmen.

Nachtrag 03.01.2019 :
Wolfsland NRW : 20. Dezember 2018 : Ministerin Ursula Heinen-Esser: Ab heute können Maßnahmen zum Herdenschutz auch in Ostwestfalen gefördert werden.
Ein zweites ausgewiesenes Schutzgebiet ist jetzt in der Senne ausgewiesen worden. Ein weiterer standorttreuer Wolf konnte jetzt nachgewiesen werden. Er hat die Kennung GW1044f und wird seit Juli 2018 beobachtet.

Das Wolfsgebiet Senne ist 922 km2 groß und umfasst Teile der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld.

 

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