Archiv für den Monat: September 2018

Bayer und das Herbizid Glyphosat

Bayer wird nicht müde alle Vorwürfe gegen das Pflanzengift Glyphosat abzuweisen. Es bestehe keinerlei Gesundheitsgefahr für den Menschen.

Anders lautende Studien von unabhängigen Instituten werden mit dem Hinweis auf selbst in Auftrag gegebene Studien als falsch deklariert.

Im Jahr 2013, damals noch Monsanto und nicht Bayer, wurden in 44 % von 182 Urinproben Rückstände von Glyphosat festgestellt. Die BfR – Bundesanstalt für Risikobewertung, sah die Werte als unbedenklich und unterhalb der Grenzwerte an.

Nachdem Monsanto dann genmanipulierte Pflanzen schuf, die resistent gegen Glyphosat sind, konnten auch Mais und Sojabohnenfelder in großem Stil das Herbizid verabreicht werden. Die erhöhte Gesamtmenge ergab dann in einer Studie, dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Mensch und Tier kommen könnte.


Bayer – Glyphosat Kennzeichnung

Bayer
unten, 2.Bild von rechts 

Einstufung von Glyphosat

Alleine die Einstufung der CLP und GHS Kennzeichnung macht es mir schwer an die Harmlosigkeit des Mittels zu glauben.

… Kennzeichnung umweltgefährliche Stoffe …… deren Produkte geeignet sind, die Beschaffenheit des Naturhaushaltes, von Wasser, Boden oder Luft, Klima, Tieren Pflanzen oder Mikroorganismen derart zu verändern, dass dadurch sofort oder später Gefahren für die Umwelt herbeigeführt werden können. ……. Umweltgifte werden oft als begünstigend für Krankheiten und Artensterben angeführt….

Insektizide – schleichende Vergiftung ?

Insektizide – der Öko – Klassiker und Roman von Rachel Carson  „der stumme Frühling“  hat mich dazu bewogen einmal nachzuforschen wieviel Insektizide eigentlich zugelassen sind. Wie sieht es denn heute mit dem Ausgeben auf die Felder aus? Hat sich die Situation in Bezug auf Kontrolle und Stärke der Gifte durch das Verbot von DDT eigentlich verändert? Glyphosat ist ja zur Zeit in aller Munde. Insofern bin ich schon erschrocken, als ich die ellenlange Liste plötzlich vor mir sehe.

Im oben erwähnten Buch steht an einer Stelle der Ausspruch eines Arztes, der  sinngemäß aussagt, dass der Mensch immer meint, die Natur müsse ihm, den Menschen, dienen. Das der Mensch selbst aber ein Teil dieser Natur ist, wird von ihm meistens vergessen. Die Natur ist mit allem was sie ausmacht eine geschlossene Kette. Zerstört nun der Mensch ein Glied in dieser Kette, zerstört er im Grunde sich selbst.


Pymetrocin

Der erste Wirkstoff der mir ins Auge fällt gilt dem Pflanzenschutz. Es ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Pyridin-Azamethine, das Pymetrocin.

Es ist enthalten in den Insektiziden PLENUM 50 und TAFARI. Beide Mittel enthalten den Hinweis „kann Krebs erzeugen“.

Insektizide:  Plenum 50

Das Mittel gilt als Spezialprodukt zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern

Insektizide
Rapsfeld – pixabay

Es bewirkt Lähmungserscheinungen an den Extremitäten und sorgt dafür, dass der Käfer von der Pflanze auf den Boden abfällt und dort von Räubern gefressen wird. – So der Hersteller. Bedenkt man aber, dass das Ausbringen des Giftes nur in Schutzkleidung erfolgen soll, glaube ich kaum das  da am Boden noch Räuber zu finden sind.

Das Mittel ist als Wasser- und Umweltschädigend gekennzeichnet und wird gespritzt. Bleibt zu hoffen, dass es da nicht gerade regnet, ansonsten sehe ich den Aspekt „wassergefährdent“ schon alleine als Extrem an. Außer dem Rapsfeld gibt es noch die Anwendung bei Obst, Gemüse, Kartoffeln, Ölsaate und Zierpflanzen,  im Freiland und unter Glas.

Der Hersteller gibt an, dass es auch mit anderen Insektiziden und Fungiziden vermengt werden kann.

Die Vermischung mit anderen Giften dürfte dann wohl die Gesamtmenge an Giftstoffen erheblich erhöhen. Ich frage mich was dann das Gemüse damit macht bis es den Verbraucher erreicht !!!!

Plenum50 wird, soll –  maximal 2x aufgetragen werden. Es hat die Einstufung:  Xn = Gesundheitsgefährdent – und N =Umweltgefährdent

Insektizide:  TAFARI

Ein ebenfalls Pymetrocin enthaltendes Mittel ist TAFARI. Es wird gegen Insekten und Schädlinge, wie die Blattlaus und die weiße Fliege,  an Zierpflanzenkulturen eingesetzt. Nach Angaben des Herstellers ist es Möglich, dass die Insekten noch ein paar Tage nach Aufbringung leben, sie können aber nichts mehr saugen. Sie sterben „verzögert“ ab. Einsatzgebiete sind im Freiland und unter Glas. Das Mittel soll maximal 3x aufgebracht werden.

Auch Tafari kann mit anderen Herbiziden und Insektiziden vermischt werden !!!! Der Hinweis „kann Krebs erzeugen“, fehlt ebenfalls nicht.

Ergebnis

Es gibt natürliche Möglichkeiten für die Bekämpfung der Blattlaus. Marienkäfer, von ihnen frißt jeder einzelne Käfer am Tag 200 Blattläuse, oder die Flor- und Hainschwebfliege, deren Larve bis zu 500 Blattläuse täglich verputzt. Die Hainschwebfliege sogar 800.

Insektizide
Florfliege

Im Falle des Rapsglanzkäfer helfen Schlupfwespen. Nach einer Studie der Uni Göttingen haben diese in einem befallenen Garten 54 % dieser Käfer vernichtet.

Es ist mir unverständlich wie Mittel die als „kann Krebs erzeugen“ gekennzeichnet sind, überhaupt auf den Markt kommen können. Wer garantiert denn, das die Gifte nicht auch in die Nahrungskette geraten, wenn sie noch dazu als „wassergefährdend“ und „umweltgefährdent“ deklariert sind?  Wer kontrolliert ob sie überhaupt Weisungsgemäß aufgebracht werden?

Nistkasten – Zeit zum Saubermachen –

Nistkasten – im Garten ist er ideal zum Beobachten unserer Vögel. Das Familienleben einer Vogelfamilie, vom Nestbau bis zum Ausflug der Jungvögel live mitzuerleben begeistert immer wieder alle Naturliebhaber.

Aber es ist ja nicht nur die Freude am Beobachten. Mit einem Nistkasten leistet man auch einen Beitrag zum Erhalt der Arten. Die Nistmöglichkeiten für Vögel, die sonst in Mauerritzern oder Löchern von Gebäuden oder unter den Dachziegeln ihre Nester bauen, werden durch die moderne Architektur mit Flachdächern usw. immer geringer.

Nistkasten
Nistkasten

Es gibt also gute Gründe mit einem Kasten zu helfen. Wer es sich nun überlegt hat und einen Kasten in seinem Garten oder Vorgarten anbringen möchte, sollte ein paar Dinge wissen. Der Nistkasten soll in einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern so angebracht werden, dass eine Katze oder ein Marder nicht gut an das Gelege kommen kann.  Außerdem ist zu bedenken, dass das Einflugloch nicht der Wetterseite ausgesetzt ist. Die Aufhängung in  Süd/Ost – Richtung verhindert den direkten  Einfluß von Regen und Sturm und  unmittelbarer Sonneneinstrahlung.  Zu beachten ist auch das es entweder gerade hängt, oder mit einer leichten Neigung nach vorne, damit kein Regenwasser eindringen kann.

Empfehlenswert ist es einen Nistkasten bereits zum Herbst aufzuhängen, um Vögeln und Insekten eine Möglichkeit zum Überwintern zu geben.

Nistkasten reinigen

Wer bereits einen Nistkasten stehen hat, sollte Ende September mit der Reinigung beginnen. Es genügt völlig mit einer Bürste für die Grundreinigung zu sorgen. Empfehlenswert ist das Tragen eines Einmalhandschuhs, da Flöhe oder Milben im Inneren sein können. Wer bereits früher mit der Reinigung beginnt dem wäre zu raten vor dem Öffnen kurz zu klopfen, ob sich kein Wespennest im Inneren angesiedelt hat.

Es ist natürlich nicht garantiert, dass gleich im ersten Frühjahr eine Familie einzieht. Oft beobachtet man das Meisen sich das „Häuschen“ ansehen, aber es sich dann doch noch einmal überlegen. Es klappt dann aber fast immer in der 2. Saison.

Kohlenstoffspeicher

Kohlenstoffspeicher – Kohlenstoff ist in fossilen Brennstoffen gebunden, verbrennt man diese wird  CO2 freigegeben und gelangt in die Atmösphäre. Es entsteht ein Ungleichgewicht an CO2 , welches schließlich zur Erderwärmung führt.

Es ist also wichtig Kohlenstoffspeicher  zu haben. Diese werden aber leider sehr oft, um nicht zu sagen zu oft, vom Menschen zerstört. Moore, die zu den besten Speichern gehören werden trocken gelegt und Wälder vernichtet.

Die Bundeswehr läßt Raketenübungen im ausgetrockneten Moor stattfinden und setzt so das Moor in Brand. In einer Zeit wo überall vor der Brandgefahr in diesem heissen Sommer gewarnt wurde. Ein immenser Schaden entsteht durch Gedankenlosigkeit.

Kohlenstoffspeicher
Diepholzer Moor
Kohlenstoffspeicher
Garzweiler (pixabay-firstmillion)

Zur Zeit findet mit der vorgesehenen Rodung des Restbestandes vom Hambacher Forst gerade ein Paradoxum statt. Der Wald mit seinen uralten Bäumen ein idealer Kohlenstoffspeicher, wird vernichtet, um dem schlimmsten Klimagefährder, dem Braunkohlekraftwerk zur Rohstoffgewinnung Platz zu bereiten.

Ich bin davon überzeugt, dass mit etwas guten Willen seitens des RWE Konzerns die 200 Hektar Wald bestehen bleiben könnten. Das Gebiet des Braunkohle-Tageabbaus ist so groß, dass der Wald umgangen werden könnte. Zumal die Zeit für den Kohleabbau abläuft und ein hoffentlich baldiges Ende abzusehen ist. 

Kohlenstoffspeicher

Der Baum – Klimaschützer

Der Baum speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Alte Wälder speichern mehr CO2 als junge Wälder. Die Speicherkapazität eines Baumes hängt von der Holzdichte ab. Eine 35 Meter hohe Buche mit dem gleichen Umfang und der gleichen Höhe wie eine Fichte, speichert knapp 1 Tonne CO2 im Jahr mehr als die Fichte.

1 Hektar Wald (1 Hektar = 0,01 km² ) speichert im Jahr etwa 13 Tonnen Kohlenstoff. Bei den geplanten Rodungen von 100 Hektar Hambacher Forst gehen also etwa 1300  Tonnen Speicherplatz verloren.

Der Klimawandel – Folgen für den Kohlenstoffspeicher 

Bäume und Moore sind für den Erhalt des Klimas überaus wichtig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, wie wir es in diesem Sommer deutlich vor Augen geführt bekommen haben.  Die Folgen des Klimawandels belasten auch die Bäume in besonderem Maße. Schädigungen entstehen durch Trockenheit, Dürreperioden, Waldbrände und durch invasive Käfer, die durch die Erwärmung neue Gebiete erobern und Krankheiten einführen, auf die die heimischen Bäume nicht vorbereitet sind.

Hohe, alte Bäume haben die höchste Speicherkapazität für CO2 , sind aber der aufkommenden großen Sonneneinwirkung schutzlos ausgeliefert. Die Laubkronen überragen alle anderen Bäume und die Trockenheit zwingt den Baum dazu mehr Energie für das Pumpen von Nässe in die Blätter aufzubringen. Heftigere Stürme, durch den Klimawandel entstanden, belasten ihn zusätzlich. Sein Speicher wird geringer. Das Laub fällt ab und die kleineren Bäume, die vorher von seinem Schatten profitierten, werden ebenfalls der direkten Sonneneinwirkung ausgesetzt. 

Wir müssen endlich aufhören, die von der Natur gegebenen Ressourcen zu vernichten und nach wirksamen Alternativen suchen, beziehungsweise diese zu nutzen. Es muß auch darüber nachgedacht sich den neuen Klimaverhältnissen anzupassen. Dazu gehört auch die Anpflanzung neuer Baumarten in Erwägung zu ziehen. Jeder Einzelne kann dazu beitragen weniger Energie zu verbrauchen um so noch schneller von dem schmutzigsten aller Energieträger Abschied nehmen zu können. Noch ist die Braunkohle mit einem Drittel an der Energieversorgung beteiligt.

Seehund

Seehund an unserer Küste

Der Seehund – oder Poca vitulina, wie sein lateinischer Name lautet, ist zu einer touristischen Attraktion an den deutschen Küsten geworden. Es gibt sie in allen Geschäften als Schmusetiere oder Anhänger für das Schlüsseletui zu kaufen.

Seehund
Föhr

Bevor ich aber auf den Seehund eingehe, möchte ich auf die Veranstaltungen zum Erhalt des Hambacher Forst hinweisen. Auch an diesem Sonntag findet wieder ein Waldspaziergang in der Zeit von 11:00 Uhr bis 17:00  Uhr statt. Weitere Termine um den Forst gibt es auf dem Link: Hambacher Forst.org 

Auch die im Tiere um die es in diesem Beitrag geht haben es nicht überall gut angetroffen. Im zweiten Teil des Beitrages geht es um den Lebensraum OSTSEE , die mittlerweile zu den schmutzigsten Gewässern der Welt zählt.

Seehunde an der Nordsee

Auf den vorgelagerten Sandbänken der Nord- und Ostfriesischen Inseln liegen die Seehunde in der Sonne und ruhen sich aus. Auch auf den Sandbänken im Wattenmeer sind sie zu finden. Die Tiere werden gerne von den Touristen besucht, die mit Schiffen auf „Seehund Fahrt“ gehen. Seehunde scheinen sich an den Anblick der Schiffe gewöhnt zu haben. Der Sicherheitsabstand wird von den Seeleuten eingehalten und so kann man die possierlichen Tiere gut beobachten und fotografieren.  Der Schutz liegt den Inselbehörden am Herzen und so kann auch die Pferdekutsche auf der Insel Borkum, mit der man bei Ebbe bis auf die Seehundbank fahren kann, nur bis an den angebrachten Zaun fahren um die Ruhe der Tiere zu gewährleisten.

Vermehrung

Gerade in der touristischen Hauptsaison brauchen Seehunde absolute Ruhe. In der Zeit von Juni bis September findet der Fellwechsel und die Geburt sowie die Aufzucht der jungen Seehunde statt. Die Paarungszeit beginnt im Juli und die Tragezeit beträgt 11 Monate. Die jungen Seehunde können von Geburt an schwimmen, müssen aber zum Säugen auf die Sandbank kommen. Verloren gegangene oder Waisen werden „Heuler“ genannt. Die Tiere bleiben ihrem Geburtsort treu und kommen immer wieder zurück. sie können bis zu 35 Jahre alt werden, allerdings liegt die Lebenserwartung bei den männlichen Seehunden wegen der Rivalenkämpfe etwa bei 25 Jahren.

Der Seehund bringt ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm  auf die Waage. Er ist zierlicher und kleiner als die Kegelrobbe, die auch an den Küsten zu finden ist.

Seehund auf Nahrungssuche

Der Seehund ist ein Nahrungsopportunist. Das bedeutet, er frißt alles was er bekommen kann. Ältere Tiere bevorzugen dennoch Fisch und tauchen dafür bis zu 40 Meter tief. Im Wasser sind Seehunde mit 35 km/h unterwegs dabei sind sie sehr wendig und geschickt. Auf der Nahrungssuche entfernen sie sich in der Regel bis zu 20 Kilometer von ihren Ruheplätzen. Es wurden auch schon Entfernungen von 70 Kilometern festgestellt, aber im Normalfall sind die 20 Kilometer realistisch. Drei Tage sind die Tiere dann unterwegs und genau so lange ruhen sie sich anschließend auf ihrer Sandbank wieder aus, bevor sie sich wieder auf den Weg machen. Im Wasser können sie gut sehen und die Schnurbarthaare, die sogenannten „Vibrissen“ helfen ebenfalls bei der Futtersuche. Sie sind so etwas wie der Tastsinn und mit ihnen können sie sich auch in trübem Wasser zurechtfinden. An Land sind die Tiere sehr kurzsichtig.

Im Nordseeraum, von den holländischen bis zu den dänischen Küsten, hält sich der Bestand der Tiere . Etwa 26000 Seehunde gibt es in der Nordsee, davon ungefähr 7000 Jungtiere.  Auch der Bestand der Robben an der Insel Helgoland zeigt eine erfreuliche Entwicklung.

Gefährdet sind dagegen Bestände beider Arten an der Ostsee , wo es Vorkommen von der Wismarer Bucht bis an die Boddengebiete Rügens gibt.

Seehund
die Ostsee bei Warnemünde

Ostsee – schmutziges Meer

Wer seinen Urlaub an der Ostsee verbringt, käme kaum auf den Gedanken das dieses Meer zu den verschmutztesten Gewässern der Welt gehört.  


“ Die Ostsee ist ist das  besterforschte, aber auch das  belasteste Meer der Welt, mit der größten Todeszone.“


Dirk Scheelje, von der Heinrich Böll-Stiftung und Mitherausgeber des Meeresatlas.

25  Prozent des Meeresbodens gelten als Todeszonen. Das heißt dort gibt es keinen oder nur sehr wenig Sauerstoff. Dort sind außer Bakterien keinerlei Lebewesen mehr zu finden. Fische finden kein Futter mehr.


Der Mangel an Sauerstoff hat sich in den letzten 115 Jahren verzehnfacht. 


Prof. Thorsten B. Reusch von GEOMAR

Verantwortung – Verursacher

Giftige Organismen können  zu Badeverboten in den Todeszonen führen. Wer aber trägt die Verantwortung für die Zustände in der Ostsee? 

In der Vergangenheit wurden von Schiffen alle Möglichen Dinge in die Ostsee verbracht. Beginnend von radioaktiven Stoffen russischer Kriegsschiffe bis zum Hausmüll, gab es eigentlich nichts was nicht in der Ostsee zu finden ist. Ganze Container Schiffsladungen verschwanden im Wasser und wurden nicht geborgen.

Heute ist das größte Problem neben der Schifffahrt zu den Anrainerstaaten, die auch noch für einen unerträglichen Lärm Unterwasser sorgen, der den Orientierungssinn, zum Beispiel von Schweinswalen zerstört, die Landwirtschaft. Unsägliche Mengen Gülle und Dünger geraten durch die Flüsse und Bäche in die Ostsee und zerstören das ökologische System. Hinzu kommt die Klimaveränderung mit extrem heißen Sommern, wie in diesem Jahr. In Grömitz betrug die Wassertemperatur im Sommer 26 Grad. Behörden haben in diesem Jahr wegen der Bakteriengefahr durch das warme Wasser mehrfach vor dem Baden in der Ostsee gewarnt. „Die Welt“ berichtete über Blaualgen in der Ostsee, entstanden durch die Zuflüsse.

Fazit: Die Anrainerstaaten der Ostsee haben sich zusammengesetzt um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen wie das Problem gelöst werden kann. Bisher ohne nennenswerte Resultate. aus den  25 Prozent toten Meeresboden kann sehr schnell das Doppelte entstehen, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der Ostsee getroffen werden.

Auf den 

warum ist der Osten „rechts“?

obwohl in den neuen Bundesländern bedeutend weniger Migranten leben als in den alten Bundesländern ist der Rechtsextremismus im Osten besonders stark angesiedelt. Woher kommt diese offensichtliche Angst vor dem „Fremden“ ?

Osten

Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde Deutschland bekanntermaßen in Ost und West aufgeteilt.  Im Westen beteiligen sich die Alliierten an der Vergangenheitsbewältigung. Die Nürnberger Prozesse rollen die Taten der Nazis auf, es kommt zu Verurteilungen. Die neu entstehende Bundesrepublik erhält eine demokratische Verfassung die Beispielhaft ist. Der Wiederaufbau läuft auf vollen Touren. Mit westlicher Unterstützung boomt die Wirtschaft. Das Wirtschaftswunder nimmt seinen Lauf. Konrad Adenauer , erster Kanzler der jungen Bundesrepublik,  holt aus Europa die „deutschstämmigen Bürger“ zurück in die Heimat. Auch wenn es bereits Generationen betrifft, die Deutschland nur aus Büchern kennen.
Der demokratische Gedanke setzt sich in der nächsten Generation fest.  Ein Beispiel dafür liefern die „68er“. Noch sitzen in den hohen Ämtern ehemalige Nazis. Der Springer Verlag will ein Pressemonopol errichten. Die Jugend und die Studenten gehen auf die Straße, demonstrieren mit allen Mitteln für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und für die Pressefreiheit.

Der Westen

Der Wirtschaftsaufschwung macht es nötig Arbeitskräfte aus Europa einzuladen als Gastarbeiter in Deutschland zu arbeiten. Aus allen Teilen Europas kommen Arbeiter und gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen wird in den Stahlwerken und auf den Zechen „geschafft“. Die meisten der Gastarbeiter werden über Generationen bleiben. Längst haben sich Freundschaften gebildet und man ist zusammen gewachsen . Viele der ehemaligen Gastarbeiter sind geblieben, haben sich eine neue Existenz aufgebaut und sind heute Deutsche.

eine bunte Vielfalt

Das Leben mit den verschiedenen Kulturen bereichert das Leben. Im Ruhrgebiet entstehen diverse Restaurants. Italienische, griechische spanische und portugiesische und zuletzt türkische Küche konkurieren  mit chinesischer und thailändischer Küche. Kulturelle Veranstaltungen werden mitgestaltet, Volksfeste werden bunter. Klar verläuft nicht alles reibungslos. Dennoch, das Problem „Migration und Flüchtlinge“ hat hier längst nicht das Gewicht wie im Osten. Zahllose freiwillige Helfer unterstützen die Flüchtlinge bei der Eingliederung, im Bezug auf Behördengänge, Wohnungssuche und Schule. Allerdings ist auch hier klar das es unbedingt mehr Unterstützung von staatlicher Seite geben muß. Schulen stoßen mit ihrer Kapazität an Grenzen und es fehlen Lehrer. Sprache ist das A und O zur Integration. Es zeigen sich erste Erfolge bei der Ausbildung und der Arbeitssuche. Günstiger Wohnraum muß geschaffen werden um eine Gettorisierung in einzelnen Stadtteilen zu verhindern.  Alle wissen, es gibt noch viel zu tun, aber man sieht Fortschritte und eine positive Entwicklung.
Es entsteht kein Nährboden für Nazis und die AfD. Der Stimmenanteil der Rechten ist minimal im Vergleich zu den Bundesländern im Osten.

Der Osten…

…ist der eigentliche Verlierer des 2. Weltkrieges. Ganz anders als im Westen ändert sich das Leben dort kaum. Die Doktrin der NSDAP wird durch die linke Doktrin der SED abgelöst. Von der rechten Diktatur  geht es nahezu nahtlos in die linke Diktatur über. Der Staat übernimmt erneut die Kontrolle über seine Bürger. Stasi – FdJ – alles Organisationen die es in ähnlicher Form unter den Nazis gab. Staatliche Kontrolle und Bespitzelung, das Einmischen in die Erziehung bereits vom Kinderhort an und parteitreues Lehrpersonal an den Schulen. Organisierte Massenveranstaltungen mit Jubelarien wie zu Zeiten der NSDAP werden abgehalten. Fremdarbeiter aus den „verbrüderten Staaten“ werden ins Land geholt, untergebracht in Häuserblöcken und betreut von einem Sekretär der Partei.  Selbstbestimmung ist ein Fremdwort und nicht gewollt.

Die alten Nazis darf es offiziell nicht geben, die sind nach der SED, alle im bösen Westen, der zum ständigen Feindbild der DDR geworden ist. So wird das rechte Gedankengut nicht bekämpft, sondern bewahrt.  Unterschiede sind ja eh kaum zu erkennen. Fremdenfeindlichkeit bleibt in den Köpfen erhalten und wird weitergegeben.

Die Wende

Die Folgegeneration macht das allerdings nicht uneingeschränkt mit. Der wirtschaftliche Untergang des Osten trifft besonders hart die DDR, die vom russischen Bruder ausgebeutet wird. Alle Versuche an Devisen zu kommen scheitern, der Staat steuert auf die Pleite zu. Die Bevölkerung widersetzt sich und das Ergebnis ist schließlich Massenflucht und endlich die Wiedervereinigung.

wieder vereint….

…ist die Hoffnung auf bessere Zeiten groß. Helmut Kohl, damals Bundeskanzler der BRD spricht von entstehenden „blühenden Landschaften“ und die D-Mark bringt die Augen zum Leuchten. Leider läßt der Westen dann aber die „Neubürger“ mit ihren Sorgen und entstehenden Problemen im Umgang mit der neuen Staatsform, der Demokratie und dem Kapital als Gesellschaftsform, alleine. Einzig die Nachfolgeorganisation der SED , die PDS, versucht den Bürgern vor Ort Hilfestellung zukommen zu lassen.  Nach dem Zusammenschluß zur Partei „Linke“ ist auch diese Episode Vergangenheit. Viele kommen mit der neuen Lebensweise nicht zurecht und stürzen sozial ab. Unzufriedenheit wächst, Angst vor Fremden steigt und obwohl nur ein minimaler Prozentsatz Migranten in den östlichen Bundesländern untergebracht werden, finden die Nazis der Pegida Bewegung und der AfD hier fruchtbaren Boden und streuen fleißig neue Saat auf den verseuchten Boden……   und wieder schaut der Westen zu.

Mir ist durchaus bewußt das auch in den neuen Bundesländern die überwiegende Mehrheit auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Dieser Bericht ist lediglich der Versuch einer Erklärung, warum rechtes Gedankengut sich in weiten Teilen der Bevölkerung in den neuen Bundesländern so leicht verbreiten läßt.

Emsvertiefung

Emsvertiefung – das Thema kommt immer wieder auf die Tagesordnung, wenn in Papenburg auf der Meyer Werft eines der Riesenschiffe vom Stapel läuft. Voraussichtlich am 6./7.  Oktober 18 ist es wieder soweit.

Emsvertiefung
Meyer Werft

Die AIDAnova mit einer Länge von 337 Metern wird dann vom Stapel laufen. Der Termin ist abhängig vom Wetter und von der Tide.  Die Ems wird dazu vom Sperrwerk bis Papenburg für 52 Stunden auf 2,70 m  NHN aufgestaut.

Emsvertiefung
Emssperrwerk

Die neue AIDA ist das erste Kreuzfahrtschiff das mit Flüssigerdgas betrieben wird und somit die Umwelt nicht derart gefährdet wie alle anderen Kreuzfahrtschiffe.

Folgen der Emsvertiefung

Die Vertiefung der Ems wird von der Reederei immer wieder ins Gespräch gebracht um noch größere Schiffe bauen zu können. Allerdings würde eine weitere Vertiefung der Ems gravierende Folgen in Bezug auf die Umwelt haben.

Der niedersächsische Umwelt- und Wirtschaftsminister Lies ist zwar der Meinung mit einer ökologischen Strategie zum Sediment-Management, die Außenems ohne Umweltschäden zu verursachen, vertiefen zu können, das sehen allerdings Umweltverbände völlig anders.

Meeresschutz und Vogelschutzrichtlinien sind gemäß der EU Wasserrahmenrichtlinien durch das Land Niedersachsen verpflichtend einzuhalten. Ebenso besteht die Pflicht den ökologischen Zustand der Ems nachhaltig zu verbessern. 

Tatsache ist das  alleine durch die Unterhaltungsbaggerung auf niederländischen und deutschen Bereichen zehn Millionen Kubikmeter Baggermassen bewegt werden. Eine weitere Vertiefung der Ems führt zur Schädigung der Organismen durch das Eindringen von mehr salzhaltigem Flutwasser. Schlick, der mitgeführt wird, setzt sich ab und weniger Flutwasser fließt zurück. Somit gelangt mehr Salzwasser flußaufwärts und schädigt die vom Süßwasser abhängigen Organismen. Das bewirkt wiederum mehr Schlick. In den heißen Sommern, wie gerade in diesem Jahr wird dem Wasser noch mehr Sauerstoff entzogen und es entstehen tote Zonen.  

Borkum – betroffen 

Die dadurch entstehende Eintrübung und Verschlickung der Emsmündung hat auch Folgen für die vorgelagerten Inseln. Zum Beispiel kann die Badequalität des Wassers vor Borkum Schaden nehmen. Die Salzwiesen der Insel ,die Muschelbänke und die Fischerei  können beeinträchtigt werden.

Umweltverbände, Kreise aus der Muschelfischerei, des Wassersports und der Tourismusbranche setzen sich gemeinsam mit dem WWF gegen eine weitere Vertiefung der Ems ein.

Emsvertiefung und das Ästuar

Bei den Recherschen zum Thema stieß ich auf das Wort „Ästuar“.  Das ist die Bezeichnung einer trichterförmigen Flußmündung, die unter dem Einfluß von Gezeitenströmungen steht. Die Mündungen der Ems und der Weser haben eine derartige Mündung. Im Gegensatz zur Deltamündung (Rhein) werden die Ästuare weitgehend von Gesteinssedimenten (Ablagerungen) freigehalten. In ihnen befinden sich tiefe Erosionsrinnen.

Die Schichtung wird vom einströmenden Salzwasser und ausströmenden Süßwasser bestimmt. Die Ablagerungen werden meist bei einsetzender Tide erodiert, die unteren Lagen bleiben aber beständig und bauen sich weiter auf. Dadurch werden Ausbaggerungen nötig , um die Schifffahrt zu gewährleisten. Das Wasser trübt sich ein. Die Ablagerungen zerstören das sogenannte Phytoplankton.

Phytoplankton – der Sauerstoffproduzent

Phytoplankton besteht aus Kieselalgen, Grünalgen, Goldalgen und Blaualgen. Es produziert mit Hilfe der Synthese aus Kohlenstoffdioxid und Nährstoffen Biomasse und bildet somit die Basis der Nahrungskette im Gewässer. Das Phytoplankton dient im Boden lebenden Tieren und Zooplankton als Nahrung. Bekannt ist das Krill (garnelenförmige Krebstiere) .

Außerdem ist das Phytoplankton für die Produktion eines Großteils des Sauerstoffs in der Atmosphäre verantwortlich. Der Anteil liegt zwischen 50 und 80 Prozent. 

Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen Anstieg der Meerestemperaturen ist die Menge des marinen Phytoplankton bis heute um 40 Prozent zurückgegangen. Die Sauerstoffproduktion durch Phytoplankton wird dadurch also drastisch geschädigt.

Es ist im Interesse der Menschheit mehr Gewicht auf die Wahrung des Gleichgewichtes in unseren Gewässern zu achten.

verwandte Bilder:

Nordsee Insel Borkum –

Nordsee Insel Borkum war einmal mehr das Ziel unserer acht Tage Tour. Die Nordsee – Insel mit Hochseeklima und einer Fläche von 36 km²  ist  die größte und westlichste der ostfriesischen Inseln.

Nordsee

Sie liegt zum holländischen Festland fünf Kilometer und zum deutschen Festland zehn Kilometer entfernt. Hier leben 5500 Einwohner, die 300.000  Touristen  jährlich beherbergen.

Nordsee
alter und neuer Leuchtturm

Erstmals erzählt im 13. Jahrhundert eine Geschichte von einer Kreuzfahrerflotte die vor „BORKNA“ ankerte. Zu dieser Zeit waren die heutigen Inseln Borkum, Juist und Norderney noch eine zusammenhängende Marschinsel. Eine große Sturmflut sorgte erst für das Auseinanderdriften der drei Inseln.

Nordsee

Erstmals urkundlich erwähnt wird die von Seeräubern bewohnte Insel 1398. Wohlstand und Reichtum brachte im 17.Jahrhundert der Walfang. Nahezu jeder der heutigen „Ureinwohner“ hat im Stammbaum etwas mit dem Walfang zu tun.

Der Niedergang entstand durch den englisch-niederländischen Krieg, der den Walfang zum Erliegen brachte. Von den ursprünglich 852 Inselbewohnern aus dem Jahr 1776 blieben im Jahr 1811 gerade einmal 406 der Insel treu. Ein Borkumer Arzt richtete dann 1844 die erste Badestelle ein, da seit 1834 die ersten Erholungssuchenden auf die Insel kamen.

Bereits im Jahr 1865 zählte man 1024 Badegäste und die Zahl wuchs von Jahr zu Jahr. 1900 waren es bereits 1674 Feriengäste. 

Nordsee

Außer den vielen Feizeitangeboten wie das Gezeitenland mit Wellness Zentrum und Panorama Sauna, dem Erlebnisbad, einer Indoor Surf-Anlage, gibt es Kurhäuser und eine gute Gastronomie. Der Trumpf aber ist die herrliche Naturlandschaft, mit gewaltigen Dünen und dem Krüppelwald „Greune Stee“, sowie den Naturschutzgebieten wie dem Tüskendörsee und den Klopwiesen. Das Ostland mit den Salzwiesen zieht jeden Naturliebhaber in seinen Bann. Mehr zu den einzelnen Bereichen erzähle ich in den folgenden Artikeln

Nordsee Insel Borkum – vom Südstrand zur „Greunen Stee“

Von unserem Ferienhaus „Heidi“ in der Süderstraße zum Südstrand ist es nur ein kurzes Stück. Sieben Ferienwohnungen werden im Haus „Heidi“ angeboten und wir waren außerordentlich zufrieden. Unser Zimmer im Erdgeschoß ist liebevoll eingerichtet. Es fehlt an nichts. Sehr sauber und gepflegt und die Gastgeber sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die Sterne sind überaus verdient.

Vom Südstrand mit dem Restaurant „Heimliche Liebe“ ist es nicht weit in die „Greune Stee“.

Nordsee
„Greune Stee“

Der Name bedeutet  die „Grüne Stelle“. Im 19. Jahrhundert hatte ein Lehrer die Idee mit seinen Schülern Bäume zu pflanzen, um einen Lebensraum für Vögel und für Wild zu schaffen. Durch die Anpflanzungen gelangten diverse Vogelarten nach Borkum, wie Amsel, Finken und Meisen. Es kamen aber auch der Buntspecht, die Eule und Schnepfen um sich hier anzusiedeln.

Nordsee
„Greune Stee“

ein neues Biotop

In der „Grünen Stelle“ gibt es keine Forstwirtschaft und so kann die Natur sich frei entfalten. Es entsteht Totholz für Insekten und somit viel Nahrung für die Vögel. Das Gebiet enthält einen Mix aus Salzwasser, welches von der Nordsee hereingespült wird und aus Süßwasser. Dadurch entsteht eine außerordentliche Kulturlandschaft mit einem Krüppelwald und den unterschiedlichsten Pflanzen. Teilweise erinnert die Landschaft an einen Dschungel, dann wieder an eine Heidelandschaft. Die „Greune Stee“ ist heute Naturschutzgebiet mit Sumpfvögeln und Löffelenten.

Nordsee Insel Borkum –  „Tüskendörsee“

Bei unserem Besuch im letzten Jahr haben wir ein großes Stück der Tour zu Fuß gemacht und waren ziemlich geschafft. Deshalb fahren wir heute mit dem Bus bis zur Haltestelle „Neuer Deich“ und gehen von dort aus zum Tüskendörsee. Der größte Binnensee der Insel ist Vogelbeobachtern bestens bekannt. Allerdings muß man schon gute Teleobjektive oder ein Spektiv mitführen, da die Entfernung vom Deich zu den Watvögeln sehr groß ist.

Nordsee
Brandenten Kolonie
Nordsee
Löffler

Rotschenkel, Austernfischer, Kiebitz Löffelenten und der Löffler sind zu beobachten. Das Brutgebiet des Löfflers liegt allerdings nicht einsehbar irgendwo am See und so konnte ich ihn lediglich im Vorbeiflug „erwischen“. Etwas einfacher machtes mir der Kiebitz und die Rohrammer, die mich völlig ignorieren. Das Wetterschutzhaus am See ist „blockiert“. Rauchschwalben haben sich hier eingerichtet. Obwohl die Jungvögel bereits fliegen können betteln sie die „Alten“ noch um Futter an.                    

Nordsee
Rauchschwalben
Nordsee
Kiebitz
Nordsee
Wiesenpieper

Aussichtsdüne und Salzwiesen – Hooge Hörn

Die Tour die wir uns heute vorgenommen haben können wir nicht zu Fuß bewältigen. Wir leihen uns Fahrräder und fahren ins „Ostland“. Erstes Ziel ist die Aussichtsdüne „DUALA DÜNE“  Diese befindet sich am Ende des neuen Deichs. Man hat einen wunderbaren Blick über die Insel und auf das Welt – Kulturerbe – Wattenmeer.  Die Düne ist die höchste der „Steerenklippen“. Ursprünglich waren das Ostland und Borkum die meiste Zeit durch den Tüskendörsee getrennt. Er bildete quasi einen Priel zwischen Borkum und dem Ostland. Erst durch den Deichbau wurde das Ostland dauerhaft zugänglich. Der Name DUALA rührt aus einer Zeit als Borkum eine Festung war. Auf der Düne war eine Flakbatterie mit dem Namen Duala stationiert. Bei guter Sicht erkennt man Norderney und Juist, die benachbarten ostfriesischen Inseln.

Nordsee
Blick von der Duala Düne

Die Räder bleiben an der Aussichtsdüne stehen, weil der Weg durch die folgenden Salzwiesen zu sandig ist. Ziel ist die Hooge Hoern, der äußerste östlich Teil der Insel. Es versteht sich, das wir auf den gekennzeichneten Wegen bleiben, denn wir befinden uns inmitten des Vogelschutzgbiets. Naturschutz hat schließlich Vorrang. Im Frühjahr und Herbst sind hier tausende Vögel zu beobachten. Wir sind allerdings etwa einen Monat zu früh hier. Dennoch sind wir beeindruckt von der wunderbaren Landschaft.

Nordsee
Salzwiesen

Salz

Das Salz welches durch das Meerwasser der Nordsee bei Hochwasser einfließt ist für normale Pflanzen tödlich. Das erklärt übrigens auch weshalb das Streuen von Wintersalz in den Städten so schädlich für die Bäume und Pflanzen ist.  Die Landpflanzen sind nicht auf den Umweltfaktor Salz eingerichtet. Salzpflanzen, sogenannte Halophyten, haben sich auf das Salz eingestellt. Diese haben auffallend kleine Blätter. Je weiter man in die Salzwiesen voranschreitet um so kleiner, unauffälliger sind die Blüten der Pflanzen.

Nordsee

Queller und andere „Salzpflanzen“

Bei einem Essen im „Teehaus“ hatten wir einmal als Beilage ein „Kraut“ das wir noch nicht kannten, welches aber sehr schmackhaft war. Man erklärte uns das es sich um ein Gewächs aus den Salzwiesen handelt. Es war der   „Queller“, ein Gewächs der Niedrigwassermarke, das überhaupt keine Blätter mehr entwickelt. Während die Salzpflanzen versuchen das aufgenommene Salz mit den Blättern abzustoßen, speichern der Queller und die „Sand – Sode“ das Salz völlig und sterben im Herbst ab. Es handelt sich um Einjahrespflanzen.

Nordsee

Die Salzwiesen bestehen es mehreren Teilen. Zum Einen die Gebiete die ständig vom Hoch- und Niedrigwasser betroffen sind und zum Anderen von Regionen die nur bei Sturmfluten bewässert werden. Zum Deich hin nimmt der Pflanzenreichtum ständig zu, weil nur selten Salzwasser hierherkommt.

Nordsee
ein Zilp Zalp in der „Salzwüste“

So sehen wir auf unserem Weg die Strandnelke, den Halligflieder, die Strand –  Salzmelde und den Queller. Dann das Schlickgras, Zwerg – Seegras und Tang. Der Boden wird ständig sandiger und schließlich erreichen wir den weitflächigen Sandstreifen zur offenen See. Gegenüber sehen wir die Insel Sylt und weiter entfernt Norderney

Nordsee

Den Rückweg stampfen wir durch den tiefen Sand, was schon ziemlich anstrengend ist. Dafür finden wir diverse Muscheln und angespülte Krabben im Sand. Als wir unseren Ausgangspunkt erreichen sind wir total geschafft, aber auch erfreut über das Gesehene.

Nordsee
amerikanische Schwertmuschel

Diese Muschel wird bis zu 16 cm lang und ist mit einer glänzenden Haut überzogen. Sie wurde ab 1978 im Wattenmeer entdeckt und hat sich, aus Amerika „eingewandert“, rasend schnell vermehrt. Bei Gefahr verschwindet sie im sandigen Meeresboden. Weil sie sehr schnell schwimmt entkommt sie oft ihrem Erzfeind, dem Seestern.

Nordsee
Wellhornschnecke

Die Wellhornschnecke findet man im tieferen Watt. Das Gehäuse läuft spindelförmig zu. Aus dem Schlund fährt sie einen langen Rüssel mit einer scharfen Raspelzunge an der Spitze aus und kann so auch im Krebspanzer versteckte Nahrung aufnehmen.

Nordsee
Gemeine Herzmuschel

Diese Muschel gehört zu den Weichtieren und zeichnet sich durch 25 Radiärstreifen aus. Sie lebt in 1- 2 cm Tiefe im Sandboden der Nordsee. Weil das wogende Wasser sie immer wider an die Oberfläche spült ist sie ein gefundenes Fressen für Möwen, andere Vogelarten  und Krebse. Nur wenige der Tiere werden so groß das sie nichts mehr zu befürchten haben. Außerdem gilt sie in einigen Ländern als Delikatesse.

Nordsee
Miesmuschel (Moos Muschel)

Miesmuschel bedeutet nicht anderes als – Moos Muschel. Sie ist die einzige Art im Watt die an der Oberfläche lebt. Sie haftet sich zunächst an eine leere Schale an, die sie als Untergrund benutzt. Mit klebrigen Eiweißfädchen heftet sich dann die nächste an und es entsteht eine Muschelkette die sich irgendwann schließt. Danach geht es oberhalb weiter und es entsteht eine „Muschelbank“ mit bis zu 2000 Muschel auf einem Quadratmeter. Durch das leichte Öffnen der Schale nehmen sie Plankton auf. Dieser ist zu bestimmten Zeiten für den Menschen giftig. Das ist auch der Grund, warum man Muscheln nur in den Monaten mit einem „r“ am Ende essen sollte. In den anderen Monaten wirkt das Planktongift und es kann zu einer Muschelvergiftung kommen.

Nordsee
Strandkrabbe 

Die ersten der fünf Laufbeinpaare des „Dwarslöper“ sind mit kräftigen Scheren ausgestattet. Große Krabben erreichen eine Breite von 10 cm. Ihre Scheren sind in der Lage Miesmuscheln und Strandschnecken mühelos zu knacken. Sie fressen Garnelen, Würmer und kleine Fische. Austernfischer und die Möwen sind ihre Feinde.

Borkum – Im Nordsee Watt

Auch wenn wir nicht so die eingefleischten Wattwanderer sind, so müssen wir doch wenigstens einpaar Schritte in den Schlick machen. Natürlich machen wir auch sofort Bekanntschaft mit dem berühmtesten Bewohner des Watts, den  Wattwurm.

Nordsee

Während der junge Wurm gelbrosa gefärbt ist, ist der ältere rotbraun bis schwarz. In der Regel sieht man vom Wattwurm nur dessen Ausscheidungen, die wie ein Häufchen Regenwürmer übereinander gestapelt aussehen. Neben diesem „Haufen“ befindet sich irgendwo ein kleines trichterförmiges Loch. Dieses Loch und der „Sandkothaufen“ sind unterirdisch verbunden. Unter dem Loch wartet der Wurm in etwa 25 cm Tiefe auf auf nährstoffeichen Sand der in den Trichter fällt. Hat er genug davon aufgenommen, kriecht er rückwarts zum „Ausscheidungsloch“ um den überflüssigen Sand loszuwerden.

In den kleinen Wasserlöchern im Watt entdecke ich dann noch einen Bäumchenröhrenwurm, Dieser ist gelbrosa bis braun gefärbt, mit einer Länge bis zu 30 cm. Auffallend ist der wie eine Baumkrone aussehende Kopfteil. An der Wassergrenze sehen wir dann auch noch eine Nordsee Krabbe im Wasser.

Nordsee
Nordseekrabbe im Wasser
Nordsee
Wattwurm „Kot“
Nordsee
Bäumchenröhrenwurm

Wieder einmal hatten wir eine herrliche Zeit auf unserer Trauminsel Borkum.

Weiter Urlaubsberichte gibt es im Menüpunkt Urlaube in Deutschland.

verwandte Bilder: