wie ist das eigentlich so mit Oma und Opa

Oma und Opa

Was hat das eigentlich so auf sich, die Sache mit Oma und Opa ? Heute, wo ich selbst Opa bin, frage ich mich oft ob ich damals mit den eigenen Kindern auch so umgegangen bin wie heute mit den Enkelkindern. Habe ich da eigentlich auch so mit ihnen rumgealbert, getobt, habe ich da auch so viel mit ihnen gespielt und bin mit auf dem Boden herumgekrabbelt, oder war das bei Arbeit und Familie überhaupt möglich? Irgendwie ist das aus dem Bewusstsein verschwunden wie das damals war, oder fühle ich als Opa einfach anders? seit wann spielen Oma und Opa in der Familie eigentlich eine Rolle?

Erst mit dem Aufkommen der bürgerlichen Familie zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert findet man in der Kunst Motive die sich mit Großeltern befassen. In der Bibel findet man nahezu nichts über Oma oder Opa – über Großeltern. Das mag daran gelegen haben das die Menschen zu dieser Zeit nicht sehr alt wurden und kaum das Alter erreichten in dem sie Großeltern werden konnten.  Lediglich Anna, die Großmutter Jesu wird erwähnt und verehrt, diese war sogar nach dem Tode ihres Gatten, Jesus Opa, noch dreimal verheiratet und bekam noch mehrere Töchter mit dem Namen Maria.

In der Musik kommt das Tema Großeltern bereits öfter vor. Die Beatles fragten sich bereits was wohl mit 64 Jahren sein wird,  „when I`m sixty four“.  „Mit 67 Jahren“ Udo Jürgens und in den Kinderliedern fährt Oma sogar Motorrad und Heintje besang „Oma so lieb“. Das Trio „Deine Freunde“ schreibt gar Rap Songs für Kinder mit dem Titel „Oma gib mir Schokolade“. „Sabine und die Majas“ sangen den Klassiker “ Ein Lied für Oma“, in diesem Text geht es darum das die Oma immer Zeit hat, nie meckert, Bonbons und Eis kauft und Bilder von früher zeigt – Oma ist grau und alt  und tanzt Rock `n Roll. Der Opa wir allerdings  in Liedern etwas vernachlässigt, er kommt nicht so oft vor und wenn dann macht er meistens Albereien mit  den Enkeln, wie in dem  „Oma und Opa Lied“, wo es heißt „…. mit meinem Opa Blödsinn machen, das ist fein…..“

In der Schweiz gibt es einen Ehrentag für Oma und Opa. Immer am zweiten Sonntag im März werden die Großeltern geehrt. Deutschland hinkt da hinterher, hier gab es bisher nur einen „Oma-Tag“ am zweiten Sonntag im Oktober. In diesem Jahr soll es am 12.11.2018 einen Ehrentag für Oma und Opa geben. Zukünftig ist ein Großelterntag angedacht, der um den Zeitraum des „Annentag“, am 26. Juli stattfinden soll. Das Bundesamt für Statistik hat für die Schweiz ermittelt das Großeltern 160 Millionen Stunden Betreuungsarbeit leisten und damit ein Arbeitsvolumen im Wert von 8,146 Milliarden Franken erreichen.

Sechzig Prozent der Deutschen Großeltern betreuen regelmäßig Enkelkinder, davon 37 Prozent mehrmals in der Woche und 34 Prozent gelegentlich. 88 Prozent der Großeltern empfinden das als Bereicherung, knapp 37 Prozent als anstrengend.

73 Prozent der Eltern wünschen sich für die Betreuung der Enkel einen Zuschlag zur Rente vom Staat für die Großeltern.

In Frankreich haben Großeltern eine „europäische Großelternschule“ gegründet und bieten über das Internet  Themen zu „Großeltern – Enkel – Ferien“ und „Scheidungskinder“ u.a. an. Immer häufiger ziehen Psychologen bei Familienproblemen die Großeltern als versöhnenden Faktor zu Therapiegesprächen hinzu. Anderenorts helfen Großeltern im Schulunterricht, stellen sich als Leihoma und Leihopa zur Verfügung.

Das Fazit  muss also heissen, so lange man fit und gesund ist, ist nichts schlimmes daran 65, 70 oder 80 zu sein- alles kein Grund einen Seniorenteller zu bestellen, sondern lediglich dankbar zu sein für die Kinder und Enkelkinder, die die „Alten“ jung halten. Erfreuen wir uns an den strahlenden Augen unserer Enkelkinder und was kann es schöneres geben, als die kleine Hand in der eigenen, wenn man mit dem Enkel spazieren gehen kann.

Im März 2016 habe ich meinen musikalischen Beitrag zu Ehren meiner Enkelkinder geschrieben – ich gebe es hier mit einem Augenzwinkern zu Gehör :

(teilweise Material aus Wikipedia und Readers Digest)

Rabenvögel

Saatkrähe

Rabenkrähe

Dohle

 

Die Saatkrähe –

lebt gerne in größeren Kolonien nahe menschlicher Ansiedlungen. Man findet sie von den skandinavischen Nadelwäldern bis zum Iran und von der iberischen Halbinsel bis China. Die nördlichen Vorkommen verlassen im Winter ihre Region und ziehen nach Mitteleuropa. Saatkrähen bevorzugen flache Gebiete, oberhalb con sechshundert Metern kommen sie nicht vor. Daher sind sie auch in den alpinen Zonen nicht zu finden.

Etwas größer als eine Taube, baut sie  Reisignester in Baumkronen. Ältere Saatkrähen fallen durch den grauen Schnabelansatz auf, dieser entsteht durch das Stechen in den Erdboden auf der Suche nach Kleintieren oder Pflanzensamen, wobei  die  Gesichtsfedern an der Schnabelwurzel abgenutzt werden.

 

Saatkrähe

Saatkrähe

Saatkrähe

Saatkrähe

Die Rabenkrähe –

ist etwa gleich groß wie die Saatkrähe und beider Arten werden oft verwechselt. der Kopf und die Stirn sind bei der Rabenkrähe abgerundeter und sie hat einen längeren Hals. Der Schnabel ist kräftiger und dunkel.  Die Rabenkrähe ist ein Allesfresser und profitiert in den Städten vom Aas der Straßen.  Oft sieht man sie im Müll wühlen. Ihre Nester baut sie an Masten und Bäumen, meidet aber den Wald.  Ihr Vorkommen reicht von der iberischen Halbinsel bis Mecklenburg. Weiter zum Osten hin findet man dann den Verwandten, die Nebelkrähe, bei der Rücken und Bauch, im Gegensatz zur schwarzen Rabenkrähe, hellgrau sind. Die Rabenkrähe bewacht ihr Revier das ganze Jahr über.

Rabenkrähe

 Rabenkrähe

Rabenkrähe

Rabenkrähe

Die Dohle –

Die Dohle sucht ihre Nahrung auf Rasenflächen in Parks und den Städten, sowie in den Wäldern. In den Städten brütet sie in Mauernischen. Im Wald besetzt sie die Nisthöhlen des Schwarzspechtes. Sie hält sich gerne in Schwärmen der Saatkrähe auf und dreht mit ihnen ihre Kreise. Die Dohle ist dunkelgrau – fast schwarz – gefärbt mit einem hellgrauen Hals und Nacken. Sie kann sehr zutraulich werden und nimmt als Brutplatz auch größere Nistkästen an. 

Innerhalb der Dohlen Kolonie herrscht eine soziale Ordnung mit bestimmten Rangfolgen und sie kommunizieren ständig miteinander. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nördlichen Europa bis Marokko und von der iberischen Halbinsel bis West China. Der Bestand der Dohle ist stabil, auch wenn sie in den Höhenlagen der Mittelgebirge und in der Alpenregion nicht vorkommt.

 

Dohle

Dohle

Hornisse – verkannt und nützlich

Hornisse
Hornisse

Hornisse

Vespa crabro

  • die Hornisse gehört zu den echten Wespen aus der Familie der FaltenwespenWegen ihrer  Größe wurde sie lange Zeit gefürchtet und man sagte:  „sieben Stiche und der Mensch ist tot.“ Die Hornisse hat zwar einen längeren Stachel als die Biene oder die Wespe und dringt somit tiefer in die Hautschicht ein, aber sie gibt viel weniger Gift ab als zum Beispiel die Biene. Das Gift der Biene ist 1,5 bis 15 mal wirksamer als das Gift der Hornisse. Für alle gilt aber das sie einen Menschen kaum töten können. Eine Biene muss  40 Stiche pro Kilogramm Körpergewicht aufbringen und die Hornisse gar 150 – 180 Stiche pro Kilogramm Körpergewicht um einen Menschen zu töten.  Zumal ist die Hornisse, deren Arbeiter 20 mm Größe  und deren Königin bis zu 40 mm Größe  erreicht,  ein scheues Wesen, das die Nähe des Menschen eher meidet. Lediglich wenn das Volk, das aus etwa 200 Hornissen besteht, oder die Königin angegriffen werden, verteidigt sie diese. Ein Wespenvolk besteht aus bis zu 7000 Exemplaren.
  • Die europäische Hornisse ist schwarz-gelbe mit einer V-förmigen Zeichnung auf der Brust. Bei der Hornisse im Norden fehlt diese . Auch die rötliche Färbung im vorderen Körperbereich ist bei der nördlichen Hornisse weniger ausgeprägt. Aus dem Süden Frankreichs ist die asiatische Hornisse eingewandert und tritt als Konkurrent zur europäischen Hornisse auf. Ob dadurch ökologische Veränderungen eintreten ist noch nicht bekannt. Die Hornisse gilt als Schädlings-Vernichter. Auch wenn sie zu neunzig Prozent Fliegen fängt, besteht ihre Nahrung  aus Raupen, Eichenwickler und Frostspanner.
  • Die Anfang Mai aus dem Winterschlaf erwachte Königin errichtet den Nistplatz der offen und frei hängt, an morschen Bäumen und vermehrt auch an Dachböden oder Nistkästen. An einer Art Stiel werden sechseckige Waben angebracht in die die Eiablage erfolgt.  Freunde der Hornisse berichten von Hornissennestern auf Balkonen. Sie konnten ohne weiteres mit den Hornissen leben, da diese nicht aggressiv sind und auch nicht auf Kuchen oder süße Getränke reagieren.  Wird die Nähe einer Hornisse einmal unangenehm, reicht schon der Geruch eines heißen Kaffees oder einer Zitrone um sie auf Abstand zu halten. 
  • In der Nähe eines Hornissennestes sollte man sich langsam bewegen um keine Abwehrreaktion auszulösen. Dann kann man sich auch nahe an das Nest herantrauen.
  • Bei einem Stich der Hornisse hilft ein zerkautes Spitzwegerichblatt das man mit Hilfe eines Verbandes oder Pflasters auf den Stich aufbringt. Keine Schwellung – kein Schmerz. Man kann auch eine Tinktur aus 96% igem Alkohol und eingeschnipseltem Spitzwegerich erstellen. Die Mischung 2-3 Wochen warm stehen lassen, abseien und abfüllen. Fertig ist die Tinktur gegen Stiche.

Hausrotschwanz – Gartenrotschwanz

Hausrotschwanz

Phoenicurus ochruros

In Europa ist der Hausrotschwanz einheitlich  grauschwarz, während er weiter in den nahen Osten und bis China immer mehr dem Gartenrotschwanz ähnelt. Je weiter im Osten desto  rostroter der Bauch. Die Heimat beider Arten liegt in Mittelasien, woher wohl auch die Ähnlichkeiten der beiden Rotschwänze kommt. Es gibt in Europa sogar Mischungen aus beiden Arten. Die Überwinterungsgebiete liegen zwischen Spaniens Mittelmeerküste Über Kleinasien , Nordafrika, Griechenland und nördlich der Sahara. Der Hausrotschwanz war ursprünglich ein Gebirgsvogel und ist erst vor 450 Jahren in tiefere Gebiete gekommen. Hier ersetzen die Häuser dann die Felsen . Kein Singvogel außer ihm brütet bis in die Höhenlagen der alpinen Schneefelder. Auch wenn die Art im Bestand zugenommen hat, wird es durch die moderne Hausbauweise immer schwieriger den geeigneten Brutplatz zu finden. Da er zweimal brütet, ist die Brutzeit von April bis September. Es werden bis zu sechs Eier gelegt und die Jungen sind  nachdem sie das Nest verlassen haben, bereits nach knapp einer Woche selbständig. 

Hausrotschwanz
Hausrotschwanz – männlich
Hausrotschwanz
Hausrotschwanz – weiblich

Gartenrotschwanz

Phoenicurus phoenicurus

Der Gartenrotschwanz brütet bis in den hohen Norden und im Osten bis Sibirien. Nach Westen ist die iberische Halbinsel die Abgrenzung  dann folgt Anatolien, Griechenland und Asien. Während er in Europa den Nadelwald bevorzugt ist der asiatische Gartenrotschwanz ein Gebirgsvogel. Überwinterungsgebiete sind die östliche Sahara, sowie Zentral- und Westafrika. Seine Nester legt er in Baumhöhlen alter Bäume an. Leider ist der Bestand der Gartenrotschwänze rückläufig. Zum Teil liegt das wohl an den Umständen in den Überwinterungsgebieten mit langen Trockenzeiten, aber auch  die Nutzlandschaften in Mitteleuropa zählen zu den Verursachern. Das Männchen lebt meist mit zwei Weibchen zusammen. Er sucht die Höhlen aus und diese werden vom Weibchen inspiziert und evtl. für gut befunden.  Da sie ihrem Brutplatz treu sind, kann es vorkommen das im nächsten Jahr nach der Rückkehr die gleichen Paare wieder zusammen sind. Oft wechselt er aber schon bei der zweiten Jahresbrut den Partner. Während der Brutzeit füttert das Männchen das Weibchen. Nach der Brut werden die Jungvögel, die bereits nach dem Verlassen des Nestes fliegen können, von beiden Partnern gefüttert.

 

Trude – eine Buchrezension von Barbara Prinz

ich habe ein Lieblingsbuch gefunden und würde es gerne hier bei den Rezensionen veröffentlichen.

Es gibt nämlich sehr wenige Bücher, die einen Fix-Platz bei mir zu Hause finden, einfach weil diesem Buch ein Zauber inne wohnt. Trude Magie geschieht dort, wo Trude gelesen wird:

Trude sagt auch: Frauen brauchen Frauen, und Männer auf Augenhöhe….

Trude lesen heisst Trude lieben…

Es geht um TRUDE:  geschrieben von Rose Marie Gasser Rist (Band 1 der Bernsteinsaga)

TRUDE 1908 – 1998

Trude wächst als siebtes Kind in einem kargen Männerhaus in Estland auf. Als junge Frau erblüht sie an der Seite ihres Liebsten Valentin. Die beiden gründen eine Familie und siedeln nach Leningrad.

Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges nimmt die Familie die Chance wahr und migriert nach Darwin, wo der Familienvater eine Anstellung als Ingenieur in einer Werft bekommt.

Trude überlebt dank ihrer Aborigines Freundin Bakana den Bombenhagel, den die Japaner im Februar 1942 über Darwin abwerfen. Die Kriegsjahre verbringt sie mit den Kindern im Schutz des Outbacks. Nach Kriegsende findet Trude wieder Normalität in der Arbeit und beim Begleiten ihrer Halbwüchsigen. Auf wundersame Weise gelangt ein Bernstein, den Trudes Mutter einst an einem baltischen Strand gefunden hat, zu Trude und wird fortan als symbolträchtiger Frauenstein von Mutter zu Tochter weitergereicht.

Trudes Kinder Sergej, Philipp und Anne werden flügge und gründen ihre eigenen Familien. Zwischen ihrer Enkelin Meilin und Trude entwickelt sich eine besondere starke Bindung.

Nachdem der Zyklon Tracy 1974 Darwin ein zweites Mal dem Boden gleich macht, siedelt Trude zu Anne nach Brisbane. In ihrem letzten Lebensabschnitt gibt sie sich als Betreiberin eines Antiquariates ihrer Liebe zu Büchern hin.

Trude bezeichnet sich gegen Ende ihres Lebens als unausrottbare Wurzel. Zu Recht! Sie hat sich nie verbiegen lassen und sich stets ihren Eigensinn bewahrt.

TRUDE eröffnet die Bernsteinsaga und ist im Buchhandel erhältlich.ISBN 978-3-931560-54-8

Sheema Medien Verlag

Hardcover, 480 Seiten

20 € / 25 CHF

Herzensgruß aus dem schönen Wien,

Wer Trude liest, wird Trude FAN.

Urlaub in Grömitz

Grömitz

13. Mai bis 20. Mai 2018

Wir starteten um 8:00 Uhr in Essen. Das Wetter weckte bereits die Vorfreude auf die bevorstehenden Urlaubstage und auch die beiden Staustellen zwischen Hamburg und Lübeck, die uns eineinhalb Stunden kosteten, konnten daran nichts ändern. In Grömitz angekommen holten wir uns im Büro der Ferienvermietung Albers unsere Schlüssel für die Wohnungen in der Golfresidenz Grömitz ab. Die Werbung im Internet für diese Unterkünfte hatte nicht zuviel versprochen. Modern und hell eingerichtet, mit großer Terrasse und perfekt eingerichtet, fanden wir hier die schönste Ferienwohnung unserer bisherigen Urlaube vor.

Nachdem das Gepäck verstaut war, unternahmen wir einen Bummel zur Ortsmitte Grömitz. Die Fahrt hatte durstig gemacht und wir setzten uns in den Aussenbereich von „Bruno‘ s Klönschnack“ wo wir einige Gläser „Königs Pils“ zu uns nahmen. Zurück im Resort gab es dann noch Rotwein und Kümmerling, was für einen „kummervollen“ Kopf am nächsten Morgen sorgte. Ein ausgiebiger Spaziergang zur nördlichen Promenade sorgte da aber schnell für Abhilfe. Am „Falkenthal Seafood Restaurant“ gibt es auch Fischbrötchen „to go“. Wir promenieren am „Fischhus“ und am „Strandtreff“ vorbei. In der Ortsmitte treffen wir dann wie verabredet auf Brigitte und Hans und gehen gemeinsam zur „Seefahrtsklause“, schliesslich wird es Zeit für die erste Fischmahlzeit. Ruth’s Dorschfilet und mein Wolfsbarsch waren sehr gut, auch wenn nach meinem Geschmack der Wolfsbarsch etwas zu „fleischig“ ist. Ich ziehe doch einen saftigeren, zarteren Fisch vor. Allerdings liegt das ja nicht am Restaurant, denn die Zubereitungen waren hervorragend. Am Abend unternehmen Ruth und ich noch eine kleine Runde durch den kleinen Wald an der Unterkunft. Auch am nächsten Tag haben wir wieder herrlichen Sonnenschein. Ohne Sonnenschirm kann man nicht lange auf der Terrasse sitzen da man sonst in Gefahr läuft einen heftigen Sonnenbrand zu bekommen. Eine steife Brise weht vom Meer herüber und löst auf dem Balkon der Dachwohnung über uns den Sonnenschirm aus der Verankerung. Nun hängt dieser auf der Dachkante. Offensichtlich sind die Bewohner nicht im Haus und nur wenige Minuten später landet der Schirm mit viel Getöse auf der Terrasse von Brigitte und Hans, deren Wohnung sich neben unserer befindet. Die Terrassen beider Unterkünfte haben eine Verbindung und so nehme ich den Schirm und lege ihn in der Parterre vor die Eingangstür, wie ich es mit der Ferienvermittlung Albers telefonisch vereinbart habe, da die Dachgeschosswohnungen einen weiteren Eingang an der Hausfront haben. Gegen Abend kommt dann auch die Anfrage von „oben“ ob wir ihren Sonnenschirm gesehen hätten. Da Brigitte zuvor noch an der Stelle wo der Schirm landete in der Sonne gelegen hat, sind wir froh das nichts weiter passiert ist.
Eine ausgiebige Begehung der Promenade vom nördlichen Ende bis zum Yachthafen steht auf dem Programm des nächsten Tages. Die Stärkung erfolgt in Form eines leckeren Fischbrötchens. Der Landungssteg mit der Taucherglocke ist an diesem Tag wegen Bauarbeiten gesperrt. Wir sind überrascht über die Größe des Yachthafen. Yachten in nahezu allen Größen und Klassen sind hier zu sehen.

Der Blick von unserer Terrasse zum Wald führt den Betrachter über einen Wall der mit den verschiedensten Hecken und Pflanzen bestückt ist. Ein Paradies für viele Vogelarten wie der Heckenbraunelle, der Dorngrasmücke und Meisen. An jedem Morgen werden wir durch den vielstimmigen Gesang der Singvögel geweckt. Täglich ziehen ganze Scharen Saatkrähen ihre Kreise. Zur anderen Hausseite befindet sich ein kleines Feuchtgebiet, wo wir ein Grauganspaar mit dem Nachwuchs entdecken.
Die Promenade ist immer wieder ein schöner Weg zum Bummeln, beobachten und geniessen. Es ist schon toll wenn man die verschiedensten Leute betrachtet, wie die einen sich zum Bummeln schick machen, andere locker, leger gekleidet auftreten  und wieder andere stolz ihre Bäuche präsentieren. Ein Treffpunkt den wir mit Brigitte und Hans ausmachten, weil Brigitte wegen ihrer Hüft OP vor kurzer Zeit noch nicht so gut zu Fuß unterwegs ist, wurde der „Pferdestall“, ein reines Bierlokal wie auch Brunos Klönschnack. Beide Lokale sind „Raucherkneipen“ die in Schleswig Holstein, im Gegensatz zu NRW, noch erlaubt sind.

Kloster Cismar
Bei herrlichem Sonnenschein führt unsere Wanderung zunächst über Feldwege, die durch Baumbestand schönen Halbschatten bieten. Es folgt ein Abschnitt wo man der Sonne ausgesetzt ist und es ist ratsam eine Kopfbedeckung zu tragen. Im Anschluß folgt eine Allee mit alten Eichen und schließlich geht es am Waldrand entlang und einen kurzen Anstieg empor zum Kloster Cismar. Wir löschen unseren Durst in einem kleinen Cafe am Kloster, das früher einmal das Refektorium des Klosters war (Refektorium – Speisesaal der hMönche). Eine Urkunde erläutert das das Cafe zu einem der schönsten Cafes Deutschlands zählt. Die ausgestellten Torten sprechen sehr dafür, allerdings ist es uns um 11:30 für Kuchen dann doch noch zu früh um bereits so etwas fertiges zu uns zuznehmen. Das 1245 von Benediktinermönchen gegründete Kloster ist heute ein Kulturzentrum mit Museum und Ausstellungen. die Abtei ist die Größte in Ostholstein und wegen ihres schönen Altarraums bekannt. Heute ist es eine evangelische Kirche. Schließlich machen wir uns auf den knapp 6 Kilometer langen Rückweg. Unsere WanderApp bescheinigt uns später einen neuen Schrittrekord erreicht zu haben.

Lensterstrand
Der erste Abschnitt ist der gleiche Weg wie bei der Wanderung zum Kloster Cismar. Nach Erreichen der Campingplätze biegen wir allerdings nach rechts ab und erreichen schließlich den Strandabschnitt „Lensterstrand“. Ein beliebtes Ziel für Familien mit Kindern. Hier gibt es einen Kletterpark und einen Aussichtsturm mit einer langen Rutsche. Der Strand ist nicht durch Strandkörbe verstellt. Man kann am Wasser entlang Richtung Grömitz laufen oder benutzt die Wege am Deich, die schließlich wieder in die Strandpromenade Grömitz übergehen. Kurz vor erreichen der Region am Hundestrand entdecke ich ein Hausrotschwanzpärchen und freue mich vor allem über das farbenprächtige Männchen mit der rostorangen Oberschwanzdecke. Auch Stare tummeln sich hier am Deich. Am Abend gehen wir zum „Griechen“ und kehren anschließend bei Bruno ein.
Den vorletzten Tag beginnen wir mit einem kurzen Einkauf beim Discounter. Von dort aus fahren wir dann zum mittleren Strandabschnitt, wo wir das Auto abstellen. Die Promenade ist wieder gut besucht, was ja auch am Freitag vor Pfingsten zu erwarten ist. Wir genehmigen uns ausnahmsweise einmal keinen Fisch, sondern eine deftige Currywurst mit Pommes. Nach einer Stunde des Flanierens, mit kleineren Pausen auf einer der zahlreichen vorhandenen Bänke,  beschließen wir tanken zu fahren um danach die Bauernscheune in Cismar aufzusuchen. Von dort geht es dann noch einmal zum Kloster um es Brigitte und Hans zu zeigen. Wir erinnern uns natürlich sofort an den Kuchen und kaufen für den Nachmittag zu Hause ein. Es stimmt, der Stachelbeerkuchen ist fantastisch, allerdings fehlt dem Käsekuchen ein bisschen der „Biss“. Der Tag klingt dann langsam auf der Terrassen relaxend aus.

Steilküste 

Der letzte Tag unserer Grömitz Reise ist angebrochen. Der Himmel ist um 06:30 Uhr noch bedeckt. Durch die geöffnete Terrassentür klingt der vielstimmige Chor der Singvögel, es ist als ob jede Art die andere übertönen will. Als eindeutige Sieger gehen Singdrossel und Amsel hervor, unmittelbar gefolgt von der Kohlmeise. Sanft klingt dagegen der weiter entfernte Ruf des Kuckuck.

Wir sehen uns den Markt in Grömitz an, auch um das Hotel Gosch zu drehen, von welchem unsere Bekannten und auch Verwandte so begeistert waren. Unmittelbar am Markt gelegen und an der Abzweigung der Haupt – und Fußgängerstraße ist es hier Recht lebhaft. Der Vorteil ist eine zentrale Lage, aber die Entfernung zum Strand beträgt auch knapp einen Kilometer. Gegenüber liegt die Stadt. Nikolai Kirche und der Kurpark sind ebenfalls schnell erreicht. Wir gehen nun in Richtung Yachthafen, vorbei an den Stellplätzen für Wohnmobile. Dann geht es auf einen Fußgänger- und Radweg, der hinauf führt zum Küstenwald. Wir befinden uns nun etwa 20 Meter oberhalb der Küste. Schroff fällt der Hang der Steilküste hinab, gleichermaßen wie abgeschnitten. In die lehmigen Wänden haben Küstenschwalben ihre Höhlen gegraben und ganze Scharen umschwirren die Nester. Der Weg führt nun durch den Küstenwald und gibt immer wieder einen anderen Blick auf die Steilküste frei. Vor Bliesdorf wandern wir hinunter auf den Strand und wenden uns wieder in Richtung Grömitz. Glatte und vom Wasser rundgeschliffene Steine, manchmal an Kugeln erinnernd, säumen das Ufer, daneben feinster Sandstrand. Urlauber haben an manchen Stellen kleine Steintempel aufgebaut und alte Holzpfähle bilden interessante Gebilde. Schließlich erreichen wir wieder den Yachthafen von Grömitz, stärken uns mit einem nicht so richtig guten Bismarckbrötchen, weshalb dann an einem anderen Stand noch eine „Krakauer“ angesagt ist, und machen uns auf den Heimweg. Zunächst folgt eine Pause auf der sonnigen Terrasse und dann heißt es Koffer packen. Es war eine wunderschöne Woche mit einem Wetter das nicht zu toppen ist in einer unvergesslichen Urlaubsregion .

Impressionen aus dem Urlaub in Grömitz / Ostsee

Buchrezensionen

„Der Stumme Frühling“

Rachel Carson

Rachel Carson (1907 – 1964 ) war Biologin und Schriftstellerin. „Der stumme Frühling“ erschien bereits 1962 und ist bis heute ein Klassiker geblieben. Es handelt sich um ein Sachbuch, das aber ebenso spannend zu lesen ist wie ein Roman. Rachel Carson setzt sich rigoros mit der chemischen Industrie auseinander, von der sie auch deshalb stark angefeindet wurde. Der Raubbau an Boden und Wäldern und der Einsatz von Pestiziden, die großflächig ausgesprüht wurden und werden sind die Zielgebiete ihres Buches.  In den 1960er Jahren begann die „ökologische Revolution“ . Folge der Contergan – Kontroverse und der amerikanischen Atomversuche mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Rachel Carson schaffte es mit ihrem Buch die Aufmerksamkeit auf die, von der  chemischen Industrie entwickelten Pestizide zu lenken. Die gelernte Biologin hatte bereits 1951 erfolgreich ein erstes Sachbuch mit dem Titel „Geheimnisse des Meeres“ veröffentlicht und sich so die Mittel geschaffen ihre Recherchen durchführen zu können. Sie schaffte mit „der stumme Frühling“ ein neues Bewußtsein für die Gesundheits und Umweltpolitik und Artenschutz . Wer das Buch anfängt wird es kaum erwarten können am nächsten Tag weiter zu lesen. Es ist heute noch genauso aktuell wie 1962, weil es verdeutlicht, dass es auf jeden einzelnen Menschen ankommt etwas für die Welt zu tun. Alleine Bürokraten, die irgendwann in eine Fachsprache verfallen, können das nicht schaffen, was einzelne Aktionen bewirken können. In der heutigen Zeit ist eine globale Vernetzung zum Schutz der Menschheit und der Natur unabdingbar.

Rachel Carson starb 1964 an den Folgen einer Krebserkrankung.

der stumme Frühling
der stumme Frühling

Der Kosmos – Vogelführer

von Lars Svensson…..

ist wohl das bekannteste Bestimmungsbuch für Vogelarten Europas, Nordafrikas und Vorderasien.

Ausführliche Vogeltopografien beschreiben das Gefieder und die Färbungsmuster der Sperlingsvögel, der Watvögel und Möwen. Illustrationen und Bildlegenden  von Killian Mullarney und Dan Zetterström ergänzen die Ausführungen. Beschrieben werden Vorkommen, Flugverhalten und Balzgebaren. Jagd – und Ernährungverhalten gehören ebenso dazu wie die Unterschiede der Jungvögel und der adulten Tiere und ihrer Stimmen. Auf Karten sind die Zug- und Standgebiete, sowie die Zwischenstationen zu sehen. Das Buch enthält über 900 Arten und über 4000 Farbzeichnungen.

Vogelführer
Vogelführer

Vogelstimmen

an Volksmundversen erkennen

Klaus Philipp

Es gelingt dem Autor in besonderer Weise den Neuling auf dem Gebiet der Vogelstimmenerkennug  mitzunehmen. Durch die Aufteilung über zwei Frühjahre werden auch zwei „Lehrgänge“ geschaffen. Zunächst erlernt man die Frühankömmlinge aus den Wintergebieten und die daheim gebliebenen Arten kennen und so setzt sich das Buch fort.  Es sind kurze Beschreibungen der Vögel  vorhanden, aber auf wissenschaftliche Erklärungen wird bewußt verzichtet.  Ich habe mich selbst dabei erwischt, das ich auf dem Balkon saß und die Stimmen der Gartenvögel mit den Texten im Buch verglich. Da ich ein Kind des Ruhrgebietes bin waren die schwäbischen und bayerischen Dialekttexte  nicht so recht für mich geeignet, aber es gab ja auch die Texte aus unserer Regionen, weshalb man dann über das „Schwäbische“ gut lächeln konnte. Die Sammlung bezieht sich aber auch auf französische, englische und andere Sprachformen. Ein unterhaltendes und lehrreiches Buch, mit dem die Vogelstimmen richtig Spaß machen

Vogelstimmen
Vogelstimmen

Welcher Vogel ist das ?

Kosmos Verlag – Dierschke

Ein Vogelführer für unterwegs

Gezeigt werden über 440 Arten Europas. Jede Vogelart wird durch mehrere  Fotos angezeigt und die Unterschiede in den Geschlechtern erklärt. Besonderheiten einzelner Arten sind farblich markiert. Mit 255 Seiten ist der Vogelführer gut im Rucksack mitzunehmen.

welcher vogel ist das
welcher vogel ist das

Das BLV Handbuch Vögel

Einhard Bezzel

Das Buch ist zu umfangreich für die Mitnahme zur Vogelbeobachtung. Es ist ein fundiertes Nachschlagewerk das jede Vogelart auf zwei Seiten erklärt. Zunächst gibt es einen systematischen Überblick zur Ordnung und Familie der Arten, anschließend widmet sich der Autor noch in einem Kapitel um den Vogelschutz. Der bebilderte Erklärungsteil der einzelnen Vögel befasst sich mit der Lebensweise und dem Verhalten der Tiere von der Balz bis zur Brut und den Wohn- und Rückzugsgebieten. Es ist ein umfassendes Standardwerk.

Handbuch
Handbuch

Es folgt eine Rezension der Leserin Barbara Prinz. Frau Prinz hat mit besonderen Worten die Einleitung zu ihrem Lieblingsbuch geschrieben, deshalb möchte ich den Text auch hier weitergeben:


„TRUDE“  von Rose Marie Gasser Rist

eine Rezension von Barbara Prinz


 

 

 

Neonicotinoide machen krank

Neonicotinoide

Insektengift macht krank

„wir ziehen aufs Land , da ist die Luft besser als in der Stadt“  – so haben viele gedacht und gehandelt.  Nur kann das „ins Auge“ gehen, wenn man in unmittelbarer Nähe einer konventionellen Landwirtschaft lebt.

Anläßlich einer Landtagssitzung in Niederösterreich zum Tema Bienensterben referierte Frau Dr. Gabriele Gimborn in diesem Zusammenhang über die Auswirkungen von Insektengiften auf den Menschen, durch eindringen der Neonicotinoide ins Grundwasser, Atemwege und direkt durch die Nahrungskette. Wissenschaftliche Untersuchungen wiesen die Gifte in Lebensmitteln nach. Thiacloprid, ebenfalls ein Neonicotinoid gilt als höchstwahrscheinlich krebserregend und wird auf Felder als Insektengift gesprüht. Der Landwirt selbst ist bei der Tätigkeit hochgradig gefährdet. Das Insektengift wurde in Paprika, Gewürzen, Pfirsichen, Salat, Tee und Tomaten nachgewiesen. Insektizide geraten  aber auch durch die Luft in die Atemwege. Wer also nahe am Feld wohnt, sollte besser die Fenster geschlossen halten, wenn der Landwirt am Morgen sprüht. Immer häufiger wundern sich Bewohner in ländlichen Gebieten über die Erkrankungen ihrer Kinder an Asthma, Neurodermitis, oder Hyperaktivität bis hin zu epilepsieähnlichen Anfällen, obwohl sie ja an der frischen Luft leben. Auch für eine steigende Zahl von Demenz- und Parkinson- sowie MS und Alzheimer-Erkrankungen werden Insektengifte verantwortlich gemacht.  Auch wurden Neonicotinoide und Schwermetalle bei Fehlgeburten nachgewiesen.  Ähnliches wie hier aus Österreich wird aus vielen Ländern berichtet. Wie lange soll dieser Zustand noch andauern? Wann wird endlich in großem Rahmen reagiert?

Oder soll Albert Schweitzer recht behalten wenn er sagt:

„Der Mensch kann die Teufel, die er selbst erschaffen hat, nicht einmal mehr wiedererkennen !“

Insektenhotel – wer ist Gast?

Was geschieht im Insektenhotel ?

Wer wohnt im Insektenhotel ?

Insektenhotel
                                                                      Insektenhotel

 

 

Die Wildbiene bringt Nektar und Pollen an das Ende eines Bambusröhrchens und legt dort ein befruchtetes Ei.  Danach wird die Zelle mit Lehm,Sand, Harz oder Blattteilchen geschlossen. Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder. Im hinteren Teil sind die befruchteten Eier, aus denen Bienenweibchen hervorgehen. Im vorderen Teil befinden sich unbefruchtete Eier, aus denen dann männliche Bienen hervorgehen. Für die hinteren, befruchteten Eier, wird mehr Pollen abgelegt, weil die weiblichen Bienen mehr Eiweiß benötigen als die männlichen Bienen. Ganz vorne wird dann ein Trick angewandt um neugierige Vögel abzuwehren. Hier legt die Biene eine „Leerzelle“ an. Ein Vogel sieht dann  in eine leeres Rohr und zieht unverrichteter Dinge davon.

 Nach etwa zehn Tagen fressen die dann geschlüpften Larven die Pollen und den Nektar innerhalb von etwa drei bis vier Wochen auf.  Dann verpuppt sich die Larve und wird im Laufe des Sommers zu einer erwachsenen Wildbiene. Den Winter verbringt sie geschützt schlafend als Vollinsekt.  Ende Februar  schlüpfen dann zunächst die männlichen Bienen und danach die weiblichen um gleich mit der Paarung zu beginnen. Nun beginnt das gleiche Prozedere wie am Beginn des Artikels und die Eiablage im Bambusrohr beginnt von vorne.

Ich habe erstmals dieses klein, oben abgebildete Insektenhotel aufgestellt und es sind bereits zehn Rohe besetzt. (Stand 05.05.18)

 

Aufrüstung und Welthunger

Weltweites Aufrüsten-

Zum Ende des „kalten Krieges“ 1990 lagen die Rüstungsausgaben bei 1450 Milliarden US Dollar. Nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“ sah man keine Notwendigkeit zum weiteren Rüstungswettbewerb und stoppte die Militärausgaben. 1992 lagen diese bei noch 992 Milliarden US Dollar. Unverständlicherweise setzte dann aber doch wieder ein weltweites Aufrüsten ein, dass die Ausgaben sogar noch die von 1990 übertrafen. Im Jahre 2016 wurden bereits wieder 1625 Milliarden Dollar für die Rüstung ausgegeben.

In Deutschland erhöhten sich die Militär-Ausgaben um 6,8 Prozent, in Italien sogar um11 Prozent. Russland steigerte seine Militär Ausgaben um 87 Prozent, was aber nur 27 Prozent der von der Nato aufgebrachten Mittel entspricht. Lagen die Ausgaben für das Militär in Deutschland 2014 noch bei 38.7 Mrd. Dollar und 2017 bei 44,33 Mrd. Dollar, soll sich dieser Betrag nach dem Wunsch des Verteidigungsministerium bis 2021 noch einmal um 12,5 Mrd. erhöhen. Da der amerikanische Präsident fordert das Deutschland für seinen Rüstungsbeitrag  bis 2021 das Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufwendet,  spricht die Regierung jetzt nur noch von diesen 2 Prozent, da sich das für die Bevölkerung besser anhört als wenn man die jährlichen 25 Milliarden erklären müsste.

Befürworter begründen die Ausgabenspirale mit dem desolaten Zustand der Bundeswehr. Als die Ausgaben für das Militär noch bedeutend niedriger waren und die Bundeswehr noch viel mehr Soldaten hatte, war die Armee voll einsetzbar. Der dann folgende Niedergang, trotz mehr Mittel , lag also an der nicht funktionierenden Verwaltung und Bürokratie , die in unsägliche, Projekte investierte bei denen sie gelinde gesagt schlecht beraten wurde, um nicht betrogen sagen zu müssen.

Weltweit stellt sich die Frage wozu derart aufgerüstet wird. Bereitet man sich im Stillen auf den Gau vor? Die Begründung „Terrorabwehr“ kann hier wohl nicht wirklich glaubwürdig angebracht werden. Eher scheint mir die brisante Lage im nahen Osten, in der arabischen Welt einleuchtend zu sein. Die Hardliner für diese Region werden immer mächtiger Assad mit seinen Verbündeten Russland und Iran auf der einen Seite und auf der anderen Amerika,  Saudi Arabien und Israel, dessen Ministerpräsident immer schärfere Töne anbringt und bereits Bomben in Syrien einsetzt. Hinzu kommt dann noch der türkische Präsident Erdogan, der gerne der starke Mann im Nahen Osten werden möchte. Donald Trumps Ankündigung das Atomabkommen mit dem Iran auszusetzen passt da noch genau in den Konflikt. Die Bemühungen der EU als schlichtender Pol zu wirken, kann man nur noch belächeln. Der russische Präsident hat mit seinem Engagement in Syrien erfolgreich das Thema Krim und die voranschreitende Stabilisierung Russlands in der Süd Ukraine aus dem Scheinwerferlicht gebracht. Man kann also durchaus Angst vor einem, von der arabischen Welt ausgehenden, Flächenbrand haben.

Wäre man bei dem zunächst begonnenen Weg der Entmilitarisierung geblieben, hätte man mit den eingesparten 1,686 Billionen US Dollar, die weltweit für Militärausgaben gezahlt wurden, den Hunger in der Welt ausrotten können. 815 Millionen Menschen hungern in der Welt. Alle 6 Sekunden stirbt ein Kind an Mangelerscheinungen oder Unterernährung. Um den Hunger erfolgreich zu bekämpfen bräuchte man von 2016 bis 2030 jährlich 286,5 Milliarden US Dollar.  Hält man dem die Militärausgaben in Billionen Höhe gegenüber wäre dieses Elend durch Hunger und Tod bereits Vergangenheit.  Damit gäbe es wieder einen Grund weniger für Krieg.

Ergänzung: am 05.05.18 vermeldet der Spiegel die Stationierung russischer  „Iskander-M“ Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern in der Enklave Kaliningrad. Somit können diese Warschau und Berlin erreichen. Die auf LKW stationierten Raketen sollen an der Ostsee stationiert werden und  als Schutz der Region gelten.  Die Aktion ist Teil eines umfassenden atomaren Aufrüstungsprojekts Russlands.