Geschichten aus der Natur

Ulrich Klös – Onlinemagazin – 🎨 Fotomontage – eigenes Foto kombiniert mit KI-generierten Elementen

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Wenn den Vögeln zu heiß wird – wie der Klimawandel unsere Vogelwelt verändert

Wenn den Vögeln zu heiß wird – Der Klimawandel bringt nicht nur „mehr oder weniger Vögel“, sondern verändert die Zusammensetzung unserer Vogelwelt. Deutschland entwickelt sich langsam von einer eher mitteleuropäischen zu einer zunehmend wärmeliebenden Vogelgemeinschaft. Gleichzeitig geraten typische Arten feuchter Wiesen, Moore und kühler Wälder immer stärker unter Druck.

1. Einige Arten ziehen nach Norden oder in höhere Lagen

Vögel reagieren auf steigende Temperaturen ähnlich wie viele andere Tierarten.

Besonders betroffen sind Arten kühler Lebensräume, beispielsweise:

  • Alpenschneehuhn
  • Birkhuhn
  • Ringdrossel
  • Wasserpieper

Sie weichen immer weiter in höhere Gebirgslagen aus. Irgendwann gibt es dort jedoch „kein höheres Ausweichen“ mehr. Auch viele Waldarten verschieben ihre Verbreitungsgebiete langsam nach Norden.

2. Südeuropäische Arten breiten sich in Deutschland aus

Gleichzeitig profitieren wärmeliebende Arten. Zu den Gewinnern zählen unter anderem:

  • Bienenfresser – inzwischen vielerorts in Deutschland Brutvogel.
  • Seidenreiher – nimmt deutlich zu.
  • Silberreiher – heute fast selbstverständlich auf unseren Wiesen.
  • Purpurreiher – breitet sich langsam aus.
  • Mittelmeermöwe – immer häufiger.
  • Zwergohreule – vereinzelt Brutnachweise.
  • Cetti-Sänger – profitiert von milden Wintern.
  • Mönchsgrasmücke – überwintert inzwischen teilweise sogar in Deutschland.

Einige dieser Arten wären vor 40 Jahren noch echte Sensationen gewesen.

Wenn den Vögeln zu heiß wird
Rosa Pelikan in Schleswig Holstein

3. Überhitzte Nester werden zum Problem

Hier liegt vermutlich eines der größten Probleme. In offenen Nestern können Temperaturen von über 50 °C gemessen werden.

Die Folgen:

  • Eier sterben bereits während der Entwicklung ab.
  • Küken erleiden Hitzestress.
  • Jungvögel verdursten.
  • Eltern müssen ständig Wasser oder Schatten suchen und können weniger Nahrung heranschaffen.

Besonders betroffen sind:

  • Feldlerche
  • Kiebitz
  • Flussregenpfeifer
  • Seeschwalben
  • Möwen
  • Dachbrüter wie Mauersegler und Mehlschwalben

Auch Störche leiden unter extremer Hitze.

4. Elternvögel müssen ihre Jungen schützen

Viele Arten entwickeln bereits neue Verhaltensweisen:

  • Sie stellen sich über die Küken und spenden Schatten.
  • Sie hecheln ähnlich wie Hunde.
  • Sie benetzen Brust- oder Bauchgefieder mit Wasser.
  • Manche Reiher würgen Wasser hervor, um die Jungen zu kühlen.

Störche nutzen zusätzlich den sogenannten Urohydrose-Effekt: Sie setzen Kot und Urin auf ihre Beine ab. Durch die Verdunstung entsteht eine kühlende Wirkung – ähnlich wie menschlicher Schweiß.

5. Weniger Nahrung

Hitze wirkt sich nicht nur direkt aus. Viele Insekten verschwinden während extremer Trockenperioden. Für Insektenfresser wie

  • Rauchschwalbe
  • Mauersegler
  • Grauschnäpper
  • Fliegenschnäpper

bedeutet das häufig Futtermangel.

Wenn Trockenheit und Hitze zusammenkommen, sterben zudem Regenwürmer und andere Bodenlebewesen tiefer im Boden ab. Davon betroffen sind beispielsweise Amseln und Stare.

6. Brutzeit verschiebt sich

Viele Arten beginnen inzwischen früher mit der Brut. Das birgt Risiken:

  • Frühere Blüte.
  • Früheres Erscheinen der Raupen.
  • Stimmen Brut und Nahrung zeitlich nicht mehr überein, fehlt den Küken genau dann das Futter, wenn sie es am dringendsten benötigen.

Dieses Phänomen wird als zeitliche Entkopplung (Mismatch) bezeichnet.

7. Mehr Extremwetter

Nicht nur Hitze macht Probleme. Auch nehmen zu:

  • Starkregen
  • Hagel
  • Stürme
  • lange Trockenperioden

Sie können komplette Bruten vernichten. Besonders Bodenbrüter verlieren dadurch häufig ihre Gelege.

8. Welche Arten könnten künftig häufiger werden?

Ornithologen erwarten, dass sich weitere wärmeliebende Arten dauerhaft etablieren könnten, darunter:

  • Bienenfresser
  • Purpurreiher
  • Seidenreiher
  • Zwergohreule
  • Cetti-Sänger
  • Kuhreiher
  • Sichler (vereinzelt bereits beobachtet)

Auch exotische Arten wie Halsbandsittiche oder Alexandersittiche profitieren von den milderen Wintern, ihre Ausbreitung hängt aber zusätzlich von menschlichen Einflüssen ab.

viele Deatails zu Vögeln, Nachrichten aus der Tierwelt, Besonderheiten auf der Webseite ulikloes.de – das Onlinemagazin

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