Lachmöwe

Lachmöwe – Chroicocephalus ridibundus .

An vielen Gewässern im Binnenland findet man heute die Möwe, die etwa so groß ist wie eine Haustaube. Wie viele ihrer Art bewohnte sie ursprünglich nur die Küstenregionen, irgendwann hat es sie auch die Vorzüge der Binnengewässer entdeckt. In der Nähe dieser Bereiche gibt es, oder gab es, viele Mülldeponien und Abfallhalden, die idealen Nahrungsplätze.

Ihren Namen verdankt sie ihren Lauten, die an ein „Auslachen“ erinnern sollen. Ich kann das allerdings persönlich nicht so richtig nachvollziehen. Da würde ich schon eher dem volkstümlichen Namen „Seekrähe“ nahe stehen. Zumindest in den Sommermonaten passt auch der englische Name „black headed gull. „

Eine besondere Eigenart des Seevogels mit dem roten Schnabel und den roten Beinen, ist die Verwandlung in den Monaten März bis August.

In den Wintermonaten sieht man am weißen Kopf der Möwe lediglich einen dunklen Ohrfleck. Mitte Februar beginnt der Wechsel bis hin zu einem schwarzbraunen Kopf. Die Möwe hat zum Prachtkleid gewechselt.

Lachmöwe – Nahrung , Nachwuchs , Vorkommen

Bei der Nahrungssuche ist die Lachmöwe nicht sehr wählerisch. Sie ernährt sich von Fischabfällen, Kleintieren bis zur Größe einer Maus, lebt vom Beuteraub bei anderen Vögeln und von Inhalten der Müllhalden und Abfalldeponien.

Am Wattenmeer ist die Lachmöwe in großer Zahl zu finden. 130.000 Paare brüten dort und wenn die heimischen in den Wintermonaten weiter nach Südosten ins Landesinnere ziehen, kommen 40.000 Lachmöwen aus dem Osten ins Watt. (Schutzstation Wattenmeer)

Die Brutnester in den Brutkolonien befinden sich meist am Boden in Gewässernähe. Die meisten anderen Möwenarten bauen ihre Nester auf Klippen und Felsen. Dort legen sie mehrmals im Jahr zwei bis drei Eier. Die Kolonie brütender und erziehender Möwen ist ein Zeichen sozialen Zusammenhalts.

Die Gemeinschaft bietet Schutz vor Feinden. Marder, Iltis, Fuchs und größere Möwenarten, sowie Hunde und Katzen wollen die Nester plündern. Nähert man sich während der Brutzeit den Nestern, können die Möwen sehr aggressiv werden. Die erwachsenen Vögel werden von Seeadler, Habicht, Falken und Uhu gejagt.

Das Fleisch der Möwen gilt beim Menschen als ungenießbar. Anders ist es mit dem Ei der Lachmöwe, das galt einmal als Delikatesse. Das Ei wird 12 Minuten gekocht und in eine Schüssel mit Salz aufrecht gestellt. Anschließend wird es der Länge nach aufgeschnitten.

Die in der Mitte gelegene rosa Dotter wird herausgelöffelt und mit Essig und Butter, Pfeffer und Salz „geknetet“ und wieder in den Hohlraum zurück gelegt. Erst dann wird das komplette Ei ausgelöffelt. Dazu wird natürlich ein klarer Schnaps getrunken. (aus „Möweninsel erstmalig ohne Lachmöwen.“ – „das virtuelle Klassentreffen.“)


Möwen in Deutschland

Neben der kleinen Lachmöwe gibt es in Deutschland noch andere Möwenarten zu sehen. In den Küstengebieten der Nord- und Ostsee findet man noch die Silbermöwe.

Eine seltenere Art ist die Heringsmöwe. Diese findet man auf dem Meer in der Nähe der Fischkutter, auf der Jagd nach Fischresten. Die Heringsmöwe überwintert in Afrika.

Die kleinere Sturmmöwe findet man neben den Küstenzonen auch etwas weiter im Binnenland, da auch sie die Vorzüge der Müllhalden kennt. Die Dreizehenmöwe ist in Deutschland nur noch auf der Hochseeinsel Helgoland zu finden, weil sie ein ausgesprochener Seevogel ist.

Die Zwergmöwe brütet ebenfalls in Kolonien wie ihre größeren Artgenossen, allerdings an Süßwasser. Sie hält sich gerne in der Nähe von Lachmöwen und Seeschwalben auf. Sie ist etwa ein Drittel kleiner als die Lachmöwe. Auf dem Bild ist eine Zwergmöwe im Jugendkleid zu sehen.

Menschen dürfen das salzhaltige Meereswasser nicht trinken. Möwen haben dazu eine Salzdrüse entwickelt, in der das aufgenommene Salz gesammelt und über die Nasenlöcher wieder ausgeschieden wird.

Lachmöwe in NRW

In NRW sind die Bestände der Lachmöwe rückläufig, was damit zusammen hängt, dass es immer weniger Mülldeponien gibt und Flächen entwässert wurden. Am Dümmer gab es einmal große Kolonien. Im Zwillbrocker Venn waren in den 80er Jahren 15.000 Paare. 2017 noch etwa 2000. In den Rieselfeldern Münster haben sich mittlerweile 35 paare niedergelassen (Stand 2017). In NRW gab es 2017 etwa ein Dutzend Standorte mit 4000 Paaren. (Quelle : Stiftung Rieselfelder Windel)

Christian Morgenstern verfasste das Möwenlied:

Die Möwen sehen alle aus, 
als ob sie Emma hießen. 
Sie tragen einen weißen Flaus 
und sind mit Schrot zu schießen. 

Ich schieße keine Möwe tot, 
ich lass sie lieber leben – 
und füttre sie mit Roggenbrot 
und rötlichen Zibeben. 

O Mensch, du wirst nie nebenbei 
der Möwe Flug erreichen. 
Sofern du Emma heißest, sei 
zufrieden, ihr zu gleichen.

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Nordsee Insel Borkum –

Nordsee Insel Borkum war einmal mehr das Ziel unserer acht Tage Tour. Die Nordsee – Insel mit Hochseeklima und einer Fläche von 36 km²  ist  die größte und westlichste der ostfriesischen Inseln.

Sie liegt zum holländischen Festland fünf Kilometer und zum deutschen Festland zehn Kilometer entfernt. Hier leben 5500 Einwohner, die 300.000  Touristen  jährlich beherbergen.

Erstmals erzählt im 13. Jahrhundert eine Geschichte von einer Kreuzfahrerflotte die vor „BORKNA“ ankerte. Zu dieser Zeit waren die heutigen Inseln Borkum, Juist und Norderney noch eine zusammenhängende Marschinsel. Eine große Sturmflut sorgte erst für das Auseinanderdriften der drei Inseln.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die von Seeräubern bewohnte Insel 1398. Wohlstand und Reichtum brachte im 17.Jahrhundert der Walfang. Nahezu jeder der heutigen „Ureinwohner“ hat im Stammbaum etwas mit dem Walfang zu tun.

Der Niedergang entstand durch den englisch-niederländischen Krieg, der den Walfang zum Erliegen brachte. Von den ursprünglich 852 Inselbewohnern aus dem Jahr 1776 blieben im Jahr 1811 gerade einmal 406 der Insel treu. Ein Borkumer Arzt richtete dann 1844 die erste Badestelle ein, da seit 1834 die ersten Erholungssuchenden auf die Insel kamen.

Bereits im Jahr 1865 zählte man 1024 Badegäste und die Zahl wuchs von Jahr zu Jahr. 1900 waren es bereits 1674 Feriengäste. 

Außer den vielen Feizeitangeboten wie das Gezeitenland mit Wellness Zentrum und Panorama Sauna, dem Erlebnisbad, einer Indoor Surf-Anlage, gibt es Kurhäuser und eine gute Gastronomie. Der Trumpf aber ist die herrliche Naturlandschaft, mit gewaltigen Dünen und dem Krüppelwald „Greune Stee“, sowie den Naturschutzgebieten wie dem Tüskendörsee und den Klopwiesen. Das Ostland mit den Salzwiesen zieht jeden Naturliebhaber in seinen Bann. Mehr zu den einzelnen Bereichen erzähle ich in den folgenden Artikeln

Nordsee Insel Borkum – vom Südstrand zur „Greunen Stee“

Von unserem Ferienhaus „Heidi“ in der Süderstraße zum Südstrand ist es nur ein kurzes Stück. Sieben Ferienwohnungen werden im Haus „Heidi“ angeboten und wir waren außerordentlich zufrieden. Unser Zimmer im Erdgeschoß ist liebevoll eingerichtet. Es fehlt an nichts. Sehr sauber und gepflegt und die Gastgeber sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die Sterne sind überaus verdient.

Vom Südstrand mit dem Restaurant „Heimliche Liebe“ ist es nicht weit in die „Greune Stee“.

Der Name bedeutet  die „Grüne Stelle“. Im 19. Jahrhundert hatte ein Lehrer die Idee mit seinen Schülern Bäume zu pflanzen, um einen Lebensraum für Vögel und für Wild zu schaffen. Durch die Anpflanzungen gelangten diverse Vogelarten nach Borkum, wie Amsel, Finken und Meisen. Es kamen aber auch der Buntspecht, die Eule und Schnepfen um sich hier anzusiedeln.

ein neues Biotop

In der „Grünen Stelle“ gibt es keine Forstwirtschaft und so kann die Natur sich frei entfalten. Es entsteht Totholz für Insekten und somit viel Nahrung für die Vögel. Das Gebiet enthält einen Mix aus Salzwasser, welches von der Nordsee hereingespült wird und aus Süßwasser. Dadurch entsteht eine außerordentliche Kulturlandschaft mit einem Krüppelwald und den unterschiedlichsten Pflanzen. Teilweise erinnert die Landschaft an einen Dschungel, dann wieder an eine Heidelandschaft. Die „Greune Stee“ ist heute Naturschutzgebiet mit Sumpfvögeln und Löffelenten.

Nordsee Insel Borkum –  „Tüskendörsee“

Bei unserem Besuch im letzten Jahr haben wir ein großes Stück der Tour zu Fuß gemacht und waren ziemlich geschafft. Deshalb fahren wir heute mit dem Bus bis zur Haltestelle „Neuer Deich“ und gehen von dort aus zum Tüskendörsee. Der größte Binnensee der Insel ist Vogelbeobachtern bestens bekannt. Allerdings muß man schon gute Teleobjektive oder ein Spektiv mitführen, da die Entfernung vom Deich zu den Watvögeln sehr groß ist.

Rotschenkel, Austernfischer, Kiebitz Löffelenten und der Löffler sind zu beobachten. Das Brutgebiet des Löfflers liegt allerdings nicht einsehbar irgendwo am See und so konnte ich ihn lediglich im Vorbeiflug „erwischen“. Etwas einfacher machtes mir der Kiebitz und die Rohrammer, die mich völlig ignorieren. Das Wetterschutzhaus am See ist „blockiert“. Rauchschwalben haben sich hier eingerichtet. Obwohl die Jungvögel bereits fliegen können betteln sie die „Alten“ noch um Futter an.                    

Aussichtsdüne und Salzwiesen – Hooge Hörn

Die Tour die wir uns heute vorgenommen haben können wir nicht zu Fuß bewältigen. Wir leihen uns Fahrräder und fahren ins „Ostland“. Erstes Ziel ist die Aussichtsdüne „DUALA DÜNE“  Diese befindet sich am Ende des neuen Deichs. Man hat einen wunderbaren Blick über die Insel und auf das Welt – Kulturerbe – Wattenmeer.  Die Düne ist die höchste der „Steerenklippen“. Ursprünglich waren das Ostland und Borkum die meiste Zeit durch den Tüskendörsee getrennt. Er bildete quasi einen Priel zwischen Borkum und dem Ostland. Erst durch den Deichbau wurde das Ostland dauerhaft zugänglich. Der Name DUALA rührt aus einer Zeit als Borkum eine Festung war. Auf der Düne war eine Flakbatterie mit dem Namen Duala stationiert. Bei guter Sicht erkennt man Norderney und Juist, die benachbarten ostfriesischen Inseln.

Die Räder bleiben an der Aussichtsdüne stehen, weil der Weg durch die folgenden Salzwiesen zu sandig ist. Ziel ist die Hooge Hoern, der äußerste östlich Teil der Insel. Es versteht sich, das wir auf den gekennzeichneten Wegen bleiben, denn wir befinden uns inmitten des Vogelschutzgbiets. Naturschutz hat schließlich Vorrang. Im Frühjahr und Herbst sind hier tausende Vögel zu beobachten. Wir sind allerdings etwa einen Monat zu früh hier. Dennoch sind wir beeindruckt von der wunderbaren Landschaft.

Salz

Das Salz welches durch das Meerwasser der Nordsee bei Hochwasser einfließt ist für normale Pflanzen tödlich. Das erklärt übrigens auch weshalb das Streuen von Wintersalz in den Städten so schädlich für die Bäume und Pflanzen ist.  Die Landpflanzen sind nicht auf den Umweltfaktor Salz eingerichtet. Salzpflanzen, sogenannte Halophyten, haben sich auf das Salz eingestellt. Diese haben auffallend kleine Blätter. Je weiter man in die Salzwiesen voranschreitet um so kleiner, unauffälliger sind die Blüten der Pflanzen.

Queller und andere „Salzpflanzen“

Bei einem Essen im „Teehaus“ hatten wir einmal als Beilage ein „Kraut“ das wir noch nicht kannten, welches aber sehr schmackhaft war. Man erklärte uns das es sich um ein Gewächs aus den Salzwiesen handelt. Es war der   „Queller“, ein Gewächs der Niedrigwassermarke, das überhaupt keine Blätter mehr entwickelt. Während die Salzpflanzen versuchen das aufgenommene Salz mit den Blättern abzustoßen, speichern der Queller und die „Sand – Sode“ das Salz völlig und sterben im Herbst ab. Es handelt sich um Einjahrespflanzen.

Die Salzwiesen bestehen es mehreren Teilen. Zum Einen die Gebiete die ständig vom Hoch- und Niedrigwasser betroffen sind und zum Anderen von Regionen die nur bei Sturmfluten bewässert werden. Zum Deich hin nimmt der Pflanzenreichtum ständig zu, weil nur selten Salzwasser hierherkommt.

So sehen wir auf unserem Weg die Strandnelke, den Halligflieder, die Strand –  Salzmelde und den Queller. Dann das Schlickgras, Zwerg – Seegras und Tang. Der Boden wird ständig sandiger und schließlich erreichen wir den weitflächigen Sandstreifen zur offenen See. Gegenüber sehen wir die Insel Sylt und weiter entfernt Norderney

Den Rückweg stampfen wir durch den tiefen Sand, was schon ziemlich anstrengend ist. Dafür finden wir diverse Muscheln und angespülte Krabben im Sand. Als wir unseren Ausgangspunkt erreichen sind wir total geschafft, aber auch erfreut über das Gesehene.

Diese Muschel wird bis zu 16 cm lang und ist mit einer glänzenden Haut überzogen. Sie wurde ab 1978 im Wattenmeer entdeckt und hat sich, aus Amerika „eingewandert“, rasend schnell vermehrt. Bei Gefahr verschwindet sie im sandigen Meeresboden. Weil sie sehr schnell schwimmt entkommt sie oft ihrem Erzfeind, dem Seestern.

Die Wellhornschnecke findet man im tieferen Watt. Das Gehäuse läuft spindelförmig zu. Aus dem Schlund fährt sie einen langen Rüssel mit einer scharfen Raspelzunge an der Spitze aus und kann so auch im Krebspanzer versteckte Nahrung aufnehmen.

Diese Muschel gehört zu den Weichtieren und zeichnet sich durch 25 Radiärstreifen aus. Sie lebt in 1- 2 cm Tiefe im Sandboden der Nordsee. Weil das wogende Wasser sie immer wider an die Oberfläche spült ist sie ein gefundenes Fressen für Möwen, andere Vogelarten  und Krebse. Nur wenige der Tiere werden so groß das sie nichts mehr zu befürchten haben. Außerdem gilt sie in einigen Ländern als Delikatesse.

Miesmuschel bedeutet nicht anderes als – Moos Muschel. Sie ist die einzige Art im Watt die an der Oberfläche lebt. Sie haftet sich zunächst an eine leere Schale an, die sie als Untergrund benutzt. Mit klebrigen Eiweißfädchen heftet sich dann die nächste an und es entsteht eine Muschelkette die sich irgendwann schließt. Danach geht es oberhalb weiter und es entsteht eine „Muschelbank“ mit bis zu 2000 Muschel auf einem Quadratmeter. Durch das leichte Öffnen der Schale nehmen sie Plankton auf. Dieser ist zu bestimmten Zeiten für den Menschen giftig. Das ist auch der Grund, warum man Muscheln nur in den Monaten mit einem „r“ am Ende essen sollte. In den anderen Monaten wirkt das Planktongift und es kann zu einer Muschelvergiftung kommen.

Die ersten der fünf Laufbeinpaare des „Dwarslöpr“ sind mit kräftigen Scheren ausgestattet. Große Krabben erreichen eine Breite von 10 cm. Ihre Scheren sind in der Lage Miesmuscheln und Strandschnecken mühelos zu knacken. Sie fressen Garnelen, Würmer und kleine Fische. Austernfischer und die Möwen sind ihre Feinde.

Borkum – Im Nordsee Watt

Auch wenn wir nicht so die eingefleischten Wattwanderer sind, so müssen wir doch wenigstens einpaar Schritte in den Schlick machen. Natürlich machen wir auch sofort Bekanntschaft mit dem berühmtesten Bewohner des Watts, den  Wattwurm.

Während der junge Wurm gelbrosa gefärbt ist, ist der ältere rotbraun bis schwarz. In der Regel sieht man vom Wattwurm nur dessen Ausscheidungen, die wie ein Häufchen Regenwürmer übereinander gestapelt aussehen. Neben diesem „Haufen“ befindet sich irgendwo ein kleines trichterförmiges Loch. Dieses Loch und der „Sandkothaufen“ sind unterirdisch verbunden. Unter dem Loch wartet der Wurm in etwa 25 cm Tiefe auf auf nährstoffeichen Sand der in den Trichter fällt. Hat er genug davon aufgenommen, kriecht er rückwarts zum „Ausscheidungsloch“ um den überflüssigen Sand loszuwerden.

In den kleinen Wasserlöchern im Watt entdecke ich dann noch einen Bäumchenröhrenwurm, Dieser ist gelbrosa bis braun gefärbt, mit einer Länge bis zu 30 cm. Auffallend ist der wie eine Baumkrone aussehende Kopfteil. An der Wassergrenze sehen wir dann auch noch eine Nordsee Krabbe im Wasser.

Wieder einmal hatten wir eine herrliche Zeit auf unserer Trauminsel Borkum.

Weiter Urlaubsberichte gibt es im Menüpunkt Urlaube in Deutschland.

Watt – und Vogeljagd

Watt –  der Gezeitenrhytmus verändert die Grenzen von Meer und Küste ständig. Während bei Ebbe ein breites Stück Land wieder begehbar wird, ist das Gebiet zur Zeit der Flut ein Meeresboden. Der Raum der Gezeiten ist eine Welt im Wechsel von Land und Meer.

Die Region zwischen der Hochwasserlinie und der Niedrigwasserlinie bildet das Watt. Dieses besteht an unserer Küste aus einer Ablagerung von Sand und Schlick, dem Weichbodenwatt.

Vom  Flachwasserbereich bis zur offenen Nordsee, das ist die Grenze des Wassers mit einer 10-Meter Tiefenlinie, bezeichnet man als Wattenmeer.  Unterhalb der 10-Meter Tiefenlinie ist die Wellenaktion des Meeres kaum noch bemerkbar.

Das Wattenmeer belegt eine Fläche von etwa 7.500 km² – Das Watt belegt etwa 3.500 km² . 

Die Vogelwelt im Watt 

Das Watt bietet Wat-  und Wasservögeln einen enorm wichtigen Lebensraum. Besonders Gänse, Enten, Möwen und Seeschwalben sind hier vertreten. Natürlich auch die Limikolen wie Stelzenläufer, Strandläufer, Regenpfeifer und  der Austernfischer,  finden hier ideale Bedingungen.

Die Landschaft Wattenmeer bietet den Vögeln diverse Biotope als Brutgebiet, Rastgebiet oder Überwinterungsgebiet.

Vogeljagd im Nationalpark Wattenmeer

Das Land Niedersachsen ist mit der Eintragung des Wattenmeeres in die Liste des Welterbes im Jahr 2009 die Verpflichtung eingegangen sich für den Schutz der Zugvögel einzusetzen. Mehr als 10 Millionen Vögel halten sich zur Zeit der Zugvogelrast im Wattenmeer auf.

Dennoch gibt es bis heute die 10 – Tage Jagd im Nationalpark. Diese erlaubt das Schießen und Jagen an 10 Tagen im Jahr.  Vom Bundesland Niedersachsen und Schleswig Holstein wurden und werden Jagdparzellen verpachtet, zu denen hunderte Jäger und Falkner auftauchen um tausende Vögel zu töten.

Früher gab es die Jagd auf Vögel weil sie gegessen wurden, oder in Vogelkojen gefangen und auf Märkten verkauft wurden. Heute ist es die reine Lust an der Jagd. Eigentlich sollten sich Jäger den Nationalparkzielen verpflichtet fühlen und sich für den Schutz der dort Lebenden Tiere einsetzen.

Die Reviere im Watt

Begründet wird die Jagd damit, das die Jagdreviere nicht unmittelbar zum Nationalpark Wattenmeer gehören würden. Die Reviere liegen an den ostfriesischen Inseln und den Halligen,  die ja wohl mitten im Nationalpark liegen. Außerdem an den Deichen der Küstenregionen. Bereits 2016 forderte der BUND und andere Naturschutzverbände die auf neun Jahre laufenden Verträge nicht zu verlängern um das sinnlose und VERBOTENE Abschlachten der Wat- und Wasservögel zu stoppen.

Seltsame Pachtverlängerung…

Offensichtlich ist der Naturschutz im Wattenmeer bei der Politik und bei den Wirtschaftsverbänden nicht hoch im Kurs und Verpflichtungen und Vorschriften aus dem UNESCO Welterbe spielen nur eine untergeordnete Rolle. Wie sonst ist es zu Verstehen, dass das niedersächsische Agrarministerium jetzt im Alleingang die Jagd-Pachtverträge um weitere neun Jahre verlängerte. Das noch dazu ohne Absprache mit dem Umweltministerium. 

Man kann nur hoffen, dass dieser Schritt noch reguliert werden kann, um tausende schützenswerter Vögel zu retten. Mit einem  Einsehen der Jagenden kann wohl eher nicht gerechnet werden.