Der Gemeine Widderbock – Käfer oder Wespe ?

Der Gemeine Widderbock ist ein Insekt aus der Ordnung der Käfer und gehört zur Familie der Bockkäfer.

Als ich ihn auf dem Balkonboden entdecke, ist mein erster Gedanke ob es eine kleine Schwebfliege sein könnte. Nur die langen Beine passen da nicht und die Musterung entspricht eher einer Wespe. Allerdings spricht die Größe von etwa 7 mm nicht der Größe einer Wespe oder Schwebfliege.

Also schlage ich im Internet nach und auf der Seite natur-in-nrw.de werde ich fündig. Dort erfahre ich, dass es sich um einen Käfer handelt und die wespenartige Musterung wohl als Abschreckung dienen soll.

Das er auf dem Balkon zu sehen ist, er ist nur sehr kurz zu sehen, weil er gleich davon fliegt, ist eher als selten zu bezeichnen. Das verdanke ich wohl den vielen blühenden Pflanzen und somit meiner Ruth, die sich liebevoll um diese kümmert.

Es gibt weiter Arten des Widderbock. Der Eichenzierbock ist darunter mit 20 mm wohl der kräftigste. Die Erkennungsmerkmale liegen meistens an den Fühlern. Der Eichenzierbock, oder auch Wespenbock, hat eckige Fühlerglieder und der Schmalfühlerige Widderbock hat dünne Fühlerenden, im Gegensatz zu unserem Gimeinen Widderbock, dessen Fühlerenden am Ende verdickt sind. Der Echte Widderbock hat zwar auch die Fühler am Ende leicht verdickt, diese sind aber sehr hell.

der Gemeine Widderbock
seine Musterung erinnert an eine Wespe

Der Gemeine Widderbock liebt Totoholz

Der Gemeine Widderbock liebt nämlich auch die Pollen. Sein Habitat ist aber das Totholz und Laubholz. Er frisst sich bis zur Verpuppung unter die Rinde und benötigt zwei Jahre zur Entwicklung.

Ich habe diese Käferart bisher noch nie gesehen und stelle bei den Nachforschungen fest, dass der Gemeine Widderbock eine sehr häufige Art ist. Dennoch steht er in der Bundesartenschutzverordnung, wie die meisten Bockkäfer, als besonders geschützt.

Wenn man sich etwas mehr auf Insekten einlässt, stellt man immer wieder erstaunt fest, wie bunt und teilweise bizarr diese Wesen sind. Ich denke künftig noch mehr auf Insekten zu achten. Es ist spannend zu erkunden um welche Arten es sich handelt.

Lebensraum Totholz – der Beginn neuen Lebens

Lebensraum Totholz – wie kann es sein das totes Holz neues Leben schafft ? Da liegt ein alter Stamm auf dem Boden. Sicher hat er viele Jahre gelebt, aber nun ist es zu Ende mit ihm, schließlich zerfällt er ja langsam. Aber der Schein trügt, es scheint nur so als ob er nun keinen Nutzen mehr bringt.

In seinem Inneren hat er über Jahrhunderte wichtige Nährstoffe und Wasser aufgenommen, was nun für die Nachkommen wichtig wird.

Lebensraum Totholz
Totholz im Hexbachtal in Essen

Das Problem ist aber das diese Nährstoffe unter der Rinde im Holz liegen. Hier kommen jetzt tausende andere Organismen ins Spiel. Das Holz, das durch den langsamen Zerfall mürbe geworden ist, macht es Insekten und Pilzen leicht an Nahrung zu kommen. Auf diese Weise werden die Nährstoffe freigegeben.

Über 6000 Insekten– Pilze- Wirbeltier- und Pflanzenarten nutzen den Lebensraum Totholz.

Lebensraum für tausende Arten

Das bedeutet, dass wir mit der Entfernung von Totholz aus dem Wald das Leben tausender Arten gefährden, die auf den Lebensraum Totholz angewiesen sind. Häufig wird das alte Holz entfernt, im Glauben die besagten Insekten könnten die gesunden Bäume gefährden. Das Holz dieser Bäume ist aber viel zu hart für die Insekten. Ein gesunder Baum kann sich durchaus seiner Feinde erwehren.

Lebensraum Totholz

Der abgestorbene Baumstamm auf dem Boden wird so aber der Ursprung für neues Leben, für einen neuen Baum.

Auf dem liegenden Stamm sieht man die wachsenden Keimlinge, die nun die Nährstoffe, die durch die Pilze und Insekten freigesetzt wurden, für sich nutzen. Da der Stamm aber ständig weiter verwest und zerfällt, verlieren die Wurzeln der Keimlinge den Halt. Der Vorgang der Zersetzung, bis hin zum Humus, ist aber ein sehr langer Vorgang. So haben die Wurzeln genügend Zeit dem abgebauten Holz in den Boden zu folgen.

Häufig sieht man Bäume deren Wurzeln weit aus dem Boden ragen, als stünden sie auf Stelzen und man fragt sich, wie der Baum überhaupt so standhaft sein kann. Die Wurzeln gehen aber weiter in den Boden hinein und der “außerirdische” Teil zeigt lediglich den Durchmesser des alten, mittlerweile nicht mehr existierenden, Mutterstamms an.

Lebensraum Totholz

Quellen: Internet, eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, Peter Wohlleben, das geheime Leben der Bäume