Bioakustik

Bioakustik – ist die Bezeichnung für die Erforschung der Tierstimmen. Das beinhaltet die Ergründung, wie die Laute organisch zustande kommen und welche Bedeutung die Lauterzeugung hat.

Wissenschaftler erforschen so die akustische Kommunikation im Tierreich und die unterschiedlichen Arten der Kommunikation untereinander.

Französische Forscher haben den Gesang des Rotkehlchens näher erforscht. Der kleine Vogel imponiert ja bereits durch sein rigorose Verteidigung des Revieres. Ich beobachte immer wieder wie er die Meisen von den Futterplätzen verjagt um dann von einem erhöhten Ast herab laut seinen Gesang erschallen zu lassen. Nach dem Motto „habe ich mich einmal wieder durchgesetzt“.

Bioakustik

Bei der Analyse der verschiedenen Gesänge konnten die Forscher durch die Bioakustik feststellen, welche Bedeutung die verschiedenen Rufe des Rotkehlchen haben. Dringt ein anderer Vogel in sein Revier ein, bedeutet der erste Ruf etwa „ich bin ein Rotkehlchen“, weiter geht es mit „ich bin aus der Gruppe…“ und ich spreche den Dialekt aus der Region….“- der letzte Gesang erklärt dann seine Stimmungslage „Achtung, ich bin gerade nicht gut drauf…“.

Durch die Bioakustik konnten die Forscher auch feststellen das die alten Vögel, in erster Linie die Männchen, den jungen Vögeln den Gesang erst beibringen müssen, bis diese ihn auch beherrschen. Im Versuch wurden junge Vögel gehalten, die keinen Gesang zu hören bekamen. Als adulte Vögel waren diese nicht in der Lage zu singen.

Manche Vögel besingen bereits das Gelege im Nest, in etwa so wie Menschen ja auch bereits mit dem ungeborenen Kind sprechen oder ihm Musik vorspielen.

Bioakustik erbrachte bei Fledermäusen ein sensationelles Ergebnis. Man fand heraus das Fledermäuse sich untereinander verständigen, wenn es zu eng wird und einige Fledermäuse begeben sich an eine separate Stelle um dort einen Gesang anzustimmen der dem der Vögel ähnelt, um einen Partner zu erobern.

Die Stimmen der Fledermäuse sind für den Menschen nicht hörbar und werden durch die Bioakustik hörbar und erforschbar gemacht.

Quelle: ARTE – wenn die Natur aufhorchen läßt

kommunizieren Vögel ?

kommunizieren Vögel – diese Frage kann man sich stellen, wenn man dem vielfältigen Gezwitscher am frühen Morgen lauscht.

Das Magazin „Nature Communications“ veröffentlichte die Studie eines japanischen Forscherteams zu diesem Thema. Die Forscher untersuchten die Laute der Japanmeise und stellten fest, dass „tschilp“ nicht das Gleiche ist wie „tschilp tschilp“.

Man erkannte eine Syntax aus einer bestimmten Reihe von Tönen, die daraus schließen läßt, dass die Vögel in ganzen Sätzen „sprechen“. So bedeutet der eine Satz soviel wie : „Achtung Feind in Sicht“. Der Ruf bedeutet das die Vögel aufmerksam ihr Umfeld beobachten. Eine andere Tonfolge hatte den Sinn „Komm her “ – Zum Beispiel um auf eine Futterquelle aufmerksam zu machen.

Quelle Welt-Nachrichten vom März 2019

Der Tagesspiegel verweist auf die Aussage von Michael Griesser, von der Uni Zürich, der berichtet das die Kohlmeise aus einem limitierten Vokabular Wörter mit neuer Bedeutung erzeugen kann, die eine bestimmte Aktion auslösen.

Im Garten kann man beobachten und hören, dass die Amsel und das Rotkehlchen Warnlaute hören lassen, wenn zum Beispiel eine Katze den Garten betritt. Die Warnlaute enden erst, wenn die Katze wieder verschwunden ist.

Vögel können durch Luftsackmilben einen Stimmenverlust erleiden. Auch Vögel haben einen Kehlkopf, eine Luftröhre, zwei Luftsäcke und Bronchien.

Kommunizieren über Fremdsprache

Ein deutscher Ornithologe stellte 1969 fest, dass ein Hänfling der mit einem Dompfaff in einer Freilandvoliere untergebracht war , nach einiger Zeit den Gesang und den Lockruf des Dompfaff erlernte.

Die gleiche Beobachtung machte er bei einem Rotkehlchen, das mit einem Dompfaff in einer Voliere war. Nun brachte er den Hänfling und das Rotkehlchen gemeinsam in einer Voliere unter. Rief der Hänfling den Lockruf des Dompfaff aus, reagierte das Rotkehlchen. Rief das Rotkehlchen den Lockruf des Dompfaffs, reagierte der Hänfling. Die beiden Vögel kommunizieren also in der Sprache des Dompfaff miteinander.

Quelle : Deutschlandfunk Nova, Januar 2019.

Eine weitere Art des Kommunizieren ist das Balzverhalten der Vögel. Hier gehört zur Stimme auch die Körperhaltung, über die sich Männchen und Weibchen näher kommen.