Steinhuder Meer
Sonnenuntergang am Steinhuder Meer

Steinhuder Meer

Steinhuder Meer – der größte Binnensee Niedersachsens, war unser Ziel für eine vier-Tage Tour. Mit der Landpension Atlantis in Steinhude hatten wir ein angenehmes Quartier in unmittelbarer Nähe der Promenade am See.

Die Bezeichnung „Meer“ tragen die größeren Seen in Niedersachsen seit dem Mittelalter. Damals nannte man die stehenden Gewässer „Meer“ und das offene Meer als „See“. Diese Namensgebung hat sich bis heute gehalten. Deshalb heißt es auch „Nordsee“ und „Zwischenahner Meer“ oder „Dümmer Meer„. Auch im Niederländischen waren die Bezeichnungen entsprechend. So hieß das „Ijselmeer“ erst so, als durch Landgewinnung der Zugang zum offenen Meer nicht mehr vorhanden war. Vorher hieß es „Zuider Zee“ also Südsee.

Mit etwa 30 km² ist das Steinhuder Meer der größte See Niedersachsens. Er streckt sich über eine Länge von rund 8 Kilometern und über eine Breite von 4,5 Kilometern. Im Mittel beträgt die Tiefe 1,4 Meter. Die tiefste Stelle ist 2,9 Meter tief.

Steinhuder Meer mit dem „Hafenmeister“

Vor einigen tausenden von Jahren war die Fläche dreimal so groß. Zeitzeugen sind noch heute die angrenzenden Moore, wie das tote Moor oder das Hagenburger Moor. Dazu zählen auch die Meerbruchswiesen. In den Moorbruchwiesen grasen Wasserbüffel und auf einer der Platanen brütet seit ein paar Jahren regelmäßig ein Seeadler. Ihn bekamen wir natürlich Ende Oktober nicht zu sehen, weil er zu der Zeit bereits auf dem Weg in das Winterquartier ist. Aber auch die Kraniche, die man hier antreffen kann, waren nicht zu sehen. Vermutlich waren die Wiesen durch die Trockenheit in diesem Jahr nicht mehr durchnässt genug.

Hier gibt es auch ein Vogelbiotop mit mehreren Aussichtstürmen. Alle Gebiete stehen unter Naturschutz. Über uns fliegen immer wieder große Schwärme Gänse die mit ihrem Geschnatter im Flug deutlich zu erkennen sind. Der Weg durch das Vogelbiotop endet am Steinhuder Meer. Wir blicken hinüber zu der künstlichen Insel Wilhelmstein. Die Insel galt als Mittelpunkt des damaligen Kleinstaates Schaumburg Lippe und Wilhelm zu Schaumburg-Lippe errichtete auf er 1,25 Hektar großen Fläche eine Bastion zum Schutz vor Angriffen.

„Duell“ in den Meerbruchswiesen

Steinhude am Steinhuder Meer – ein Ort mit Charme

Ein Ortsteil der Gemeinde Wunstorf ist Steinhude, unmittelbar am Steinhuder Meer gelegen. Eine Promenade, die von den üblichen Promenaden abweicht, da sie durch Brücken über Teile des Meeres führt. So sieht man auf der einen Seite das „Meer“ und auf der anderen Seite hinter der kleinen Wasserfläche Biergärten, Restaurants und Liegewiesen.

Die Promenade in Steinhude

Gleich mehrere Aalräuchereien gibt es im Ort und überall gibt es Fischbrötchen. Restaurants, Cafes, Bistros und Eisdielen laden zum Verweilen ein und weil wir trotz der späten Jahreszeit, immerhin der Monatswechsel vom Oktober zum November, herrlichen Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad haben, sitzen wir mit einem Glas Wein an der Promenade und beobachten die leuchtenden Farben eines fantastischen Sonnenuntergangs. Auf dem See sehen wir unzählige Möwen, einige Enten und erfreulicher Weise Gänsesäger. Selbst nach Einbruch der Dunkelheit herrscht noch reges Treiben.

Sonnenuntergang

Eine kleinere Wanderung führt uns auf die „Badeinsel“. Die künstlich angelegte Insel hat eine Größe von 3,5 Hektar und ist über eine Brücke zu erreichen. Familieninsel – wäre auch eine gute Bezeichnung, denn hier gibt es außer dem Badestrand auch Spiel und Sportmöglichkeiten. Auch ein Restaurant mit Außengastronomie ist vorhanden.

Einen Ausflug machen wir in die Landeshauptstadt Hannover, die nur 30 Kilometer entfernt ist. Wir sehen uns das alte Rathaus an und vom Maschsee aus werfen wir einen Blick auf das Stadion. Imposant ist auch die Ruine der Aegidius Kirche, die Oper und die Deutsche Bank.

Hannover – altes Rathaus

Viel zu schnell sind die 3 Tage um und es geht wieder zurück nach Essen. Eines wissen wir aber mit Bestimmtheit, zum Steinhuder Meer kommen wir auf jeden Fall noch einmal zurück.

Gänsesäger
Badeinsel

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