Geschichten aus der Natur

Ulrich Klös – Onlinemagazin

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gegen das Licht fotografieren

Gegen das Licht zu fotografieren wirkt am Anfang wie ein „Fehler“ – und ist in Wahrheit eine der schönsten Möglichkeiten, stimmungsvolle Bilder zu machen.
Mit einer Spiegelreflexkamera hast du dafür eine richtig gute Kontrolle. Übrigens, gegen das Licht fotografieren liefert besonders interessante Ergebnisse im Portraitbereich.


Was bedeutet „gegen das Licht fotografieren“?

Du fotografierst in Richtung der Lichtquelle – meist Sonne oder heller Himmel.
Das Licht kommt dir also entgegen statt von hinten. Wer gegen das Licht fotografieren möchte, sollte dabei auf die richtige Belichtung achten.

Typische Effekte:

  • Leuchtende Ränder (Lichtsaum)
  • Silhouetten
  • Warmes, weiches Abendlicht
  • Glitzern in Haaren, Blättern oder Federn

Die richtige Grundeinstellung an der Kamera -gegen das Licht fotografieren

Belichtungsmodus:

Am besten:
A / Av (Zeitautomatik)
Du stellst die Blende ein, die Kamera wählt die passende Zeit.

Belichtungskorrektur – der wichtigste Trick!

Gegenlicht verwirrt die Kamera. Sie denkt: „Oh, viel Licht! Bild zu hell!“ → und macht es zu dunkel.

👉 Deshalb: Belichtungskorrektur auf +1 bis +2 EV

SituationEmpfehlung
Leichte Gegenlichtsituation+0,7 EV
Sonne im Bild+1 bis +2 EV
Silhouette gewollt0 oder sogar – EV

Blende – wie soll dein Bild wirken?

BlendeWirkungWann nutzen?
f/2.8 – f/4Weicher Hintergrund, schönes LeuchtenPorträts, Tiere, Pflanzen
f/8 – f/16Sonnenstern-EffektSonne sichtbar im Bild
f/5.6 – f/8Guter Allround-WertLandschaft & Natur

Welche Objektive sind gut für Gegenlicht?

Weitwinkel (z.B. 18–35mm)

Perfekt für:

  • Sonnenaufgänge
  • Landschaft
  • Bäume mit Licht durch Blätter
Gegen das Licht

Teleobjektiv (z.B. 200–400mm)

Großartig für:

  • Vögel mit Lichtsaum um die Federn
  • Tiere im Abendlicht
  • Silhouetten
gegen das Licht
Image

Festbrennweite (z.B. 50mm / 85mm) – gegen das Licht fotografiereen

Super für:

  • Gegenlicht-Porträts
  • Blumen mit Lichtkranz
  • Detailaufnahmen mit weichem Hintergrund
gegen das Licht

Fokus richtig setzen

Gegenlicht kann den Autofokus irritieren. Oft lohnt es sich, beim Fotografieren gegen das Licht den Fokus manuell einzustellen, um optimale Ergebnisse zu erhalten.

Tricks:

  • Auf eine Kontrastkante fokussieren (z.B. Rand eines Vogels oder Gesichts)
  • Wenn nötig: manuell nachfokussieren
  • Serienbilder machen – kleine Fokusabweichungen passieren schnell

Fehler oder Stilmittel?

Diese Lichtkreise oder Schleier entstehen, wenn Licht direkt ins Objektiv trifft.

Du willst sie vermeidenDu willst sie bewusst nutzen
Gegenlichtblende nutzenSonne halb hinter Objekt verstecken
Hand als Schatten über Linse haltenLeicht am Sonnenrand vorbeifotografieren
Sonnenstand leicht ändernGroße Blendenöffnung nutzen

Beste Tageszeit – gegen das Licht fotografieren

Goldene Stunde (kurz nach Sonnenaufgang / vor Sonnenuntergang)
✔ Warmes Licht
✔ Lange Schatten
✔ Weiches Gegenlicht ohne harte Kontraste. Wer gegen das Licht fotografieren möchte, sollte diese Tageszeit nutzen.

Mittagssonne = sehr hart → schwieriger, aber gut für starke Silhouetten.


Drei einfache Anfänger-Rezepte – gegen das Licht fotografieren

✨ Leuchtender Rand um Motiv

  • Blende: f/4
  • Belichtungskorrektur: +1 EV
  • Sonne schräg hinter Motiv

🌞 Sonnenstern

  • Blende: f/16
  • Sonne leicht sichtbar im Bild
  • ISO niedrig (100)

🌑 Silhouette

  • Belichtungskorrektur: –1 EV
  • Motiv komplett vor hellem Himmel
  • Keine Details im Motiv nötig
  • Gegenlicht lebt vom Ausprobieren – und von Überraschungen. Beim Fotografieren gegen das Licht sind solche Experimente besonders lohnenswert.
  • Gerade in der Naturfotografie entstehen so oft die magischsten Aufnahmen.

weitere Fototipps

meine Kamera Canon EOS R6

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