Die Amsel, der Sänger von Ahornbaum – und ihre Lieder – ist der Vogel der Woche 22 – Es sind diese kleinen Augenblicke, die den Alltag plötzlich besonders machen. Wir sitzen auf dem Balkon oberhalb unserer Terrasse, trinken gemütlich einen Kaffee und genießen die fast schon sommerlichen Temperaturen kurz vor Pfingsten. Die Luft steht warm über den Gärten, irgendwo summen Insekten – und aus dem Ahornbaum erklingt plötzlich ein vertrautes Lied.
Die Amsel, der Sänger von Ahornbaum sitzt hoch oben zwischen den Blättern und singt, als wolle sie den ganzen Morgen begleiten. Klar, melodisch und voller Variationen hallen die Flötentöne über die Dächer. Es dauert nicht lange, bis vom Nachbargrundstück eine Antwort kommt. Ein zweiter Sänger stimmt ein. Was folgt, wirkt beinahe wie ein musikalischer Dialog zweier Nachbarn, die sich über Gartenzäune hinweg unterhalten.
Wer sich etwas Zeit nimmt und den Gesang genauer beobachtet, merkt schnell: Keine Amsel klingt exakt wie die andere. Die Männchen besitzen ein erstaunlich großes Repertoire aus Pfeif- und Flötentönen, oft unterbrochen von kurzen Pausen. Gerade in den frühen Morgenstunden oder am Abend verwandeln sie Wohngebiete in kleine Konzertbühnen. bereits kurz vor Sonnenaufgang erklingt der Gesang, der am Morgen anders ist als am Abend. Morgens teilt die Amsel den anderen Vögeln mit, „ich bin eine Amsel und hier habe ich mein Revier“.
Die Amsel gehört längst zu den beliebtesten Gartenvögeln Deutschlands. Kaum ein anderer Vogel hat sich so erfolgreich an die Nähe des Menschen angepasst. Wo früher dichte Wälder ihr Zuhause waren, findet man sie heute in Parks, Gärten, Innenhöfen und auf Friedhöfen. Dort profitieren sie von Hecken, Rasenflächen und dem reichhaltigen Nahrungsangebot.

die Amsel, auffallend gelber Schnabel
Besonders markant ist das schwarze Gefieder des Männchens mit dem leuchtend gelben Schnabel und Augenring. Das Weibchen wirkt deutlich unauffälliger: eher braun gefärbt und dadurch während der Brutzeit besser getarnt. Viele Menschen kennen die Amsel vor allem als Sänger – dabei ist sie auch ein geschickter Nahrungssucher. Oft sieht man sie hüpfend über den Rasen laufen, plötzlich stehen bleiben und aufmerksam lauschen. Mit erstaunlicher Präzision ortet sie Regenwürmer unter der Erde.
Auf unserer Webseite gab es bereits einmal einen Bericht über „unsere Amsel“ – von den ersten Flirtversuchen bis zur aufregenden Jungenaufzucht. Damals wurde es dramatisch, als die noch unerfahrenen Jungvögel beinahe einer anderen Amsel zum Opfer gefallen wären. Gerade solche Beobachtungen zeigen, wie spannend und manchmal auch überraschend das Leben direkt vor unserer Haustür sein kann.
Jetzt, an diesem warmen Samstag vor Pfingsten, scheint die Welt für einen Moment stillzustehen. Zwei Amseln liefern sich ein Gesangsduell zwischen Ahornbaum und Nachbargarten, während der Kaffeeduft über die Terrasse zieht. Vielleicht liegt genau darin der Zauber dieser Vögel: Sie erinnern uns daran, wie viel Natur selbst mitten in der Stadt noch vorhanden ist – wenn man sich die Zeit nimmt, hinzuhören.
Die Amsel hat ihren Platz als „Vogel der Woche 22“ damit mehr als verdient. Nicht wegen ihrer Seltenheit. Sondern weil sie jeden Morgen aufs Neue beweist, dass die schönsten Konzerte oft kostenlos direkt vor unserem Fenster stattfinden.
ein weiterer Artikel über die Amsel Die Amsel, der Sänger von Ahornbaum








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