Neuigkeiten – aus der Welt der Vögel

Neuigkeiten – die Wiederentdeckung des “Schwarzbrauen-Mausdrossling“(Malacocincla perspicillata).

Letzmals gesehen zu Zeiten von Charles Darwin wurde der Vogel jetzt von zwei indonesischen Dorfbewohnern wiederentdeckt und fotografiert.

Im indonesischen Archipel wurden 2020 mehrere neue Arten entdeckt. Das Gebiet gilt als noch wenig erforscht.

Neuigkeiten – durch den Klimawandel

Der Klimawandel treibt die Pflanzen und Tierwelt stetig weiter in nördliche Richtung. In den letzten 30 Jahren im Mittel um 28 Kilometer. Das ist das Ergebnis des neuen europäischen Brutvogelatlas.

Die Wachtel wurde erstmals in Schottland und Skandinavien entdeckt. Dafür ist sie in Teilen Griechenlands, Sizilien und Süd-Spanien nicht mehr zu finden. Rekordhalter ist der Rohrschwirl, der jährlich um mehr als 6 Kilometer gen Norden zieht.

In der arktischen Region gibt es 29 neue Vogelarten, die seit 1980 als Brutvögel registriert wurden

In Europa gibt es mittlerweile 57 Vogelarten, die ursprünglich hier nicht beheimatet waren. Einige davon sind aber auch Gefangenschafts-Flüchtlinge.

Viele Arten kommen aus Osteuropa, weil sich dort die Landwirtschaft der westlichen, intensiven Landwirtschaft angepasst hat. Sie suchen deshalb neue Lebensräume.

Vögel aus Skandinavien verlassen die Wälder, weil diese immer mehr zu Holzfabriken verkommen.

Neuigkeiten der Evolution

Im Himalaya Gebirge scheint es bei der “grünen Grasmücke” eine Spaltung der Art zu geben. Davon berichten Wissenschaftler der University of California und der Lund Univerity. Am äußeren Rand ihres Habitats singt die Grasmücke andere Lieder als im Inneren. Das verhindert die Paarung der beiden Formen, die der gleichen Art angehören. So scheint ein Prozess der Artenbildung seinen Anfang zu nehmen.

Neuigkeiten – der stinkende Kuckuck

Unser Kuckuck ist wegen seiner rüden Art das Gelege des Wirtes aus dem Nest zu werfen nicht sehr beliebt.

Der Häherkuckuck macht es anders. Dieser Kuckuck kommt im Süden Europas und in Afrika vor. Er verschont das Gelege, frißt aber so viel, dass meistens nicht das gesamte Gelege überlebt. Einige der Küken kommen aber so doch weiter. Außerdem macht der Häherkuckuck sich beliebt, weil er extrem stinkt. Der Gestank erzeugt er durch mehrere Säuren und dieser vergrault Freßfeinde wie Katzen und Marder. Dadurch überleben sogar im mit dem Häherkuckuck belegten Nest mehr Junge als in Nestern ohne den Kuckuck.

Neuigkeiten – drei verschiedene Männchen

Das Männchen der Kampfläufer ist im Prachtkleid besonders schön anzusehen. Sein Auftritt in der Balzarena imponiert durch einen fantastischen Federkragen. Auf den “Rängen werden sie dabei von anderen Männchen beobachtet, die einen schlichteren weißen Kragen haben, dem so genannten “Faeder”. Außerdem sitzt da noch ein Männchen das von den schlichten Weibchen kaum zu unterscheiden ist. Das “Satellitenmännchen”, dieses profitiert vom Balz-Gehabe des residenten Männchen in der Arena. Unbeobachtet macht er sich nämlich über die empfangsbereiten Weibchen her.

Das unterschiedliche Aussehen der Männchen ist Gen bedingt. Der residente Vogel hat ein “Supergen”. Dieses 125 Gene lange Supergen wird nur im Ganzen vererbt. Im Laufe der Jahrmillionen haben sich kleinere Mutationen des Supergen entwickelt, die die “Faeder” innehaben. Tiere mit einem halben Supergen sind dann die schlichteren “Satellitenmännchen”.

Quellen: Spektrum der Wissenschaft, wissenschaft.de

Unschuldig – müsste ein Urteil für die Wölfin Gloria ausfallen

Unschuldig – nach einem Gutachten das die DBBW – Dokumentations – und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, jetzt veröffentlichte, kann Gloria nur für Unschuldig erklärt werden.

Eigentlich sollte das Gutachten überhaupt nicht veröffentlicht werden. Offenbar war aber der Drück in der Bevölkerung groß und so beschloss das Ministerium / LANUV doch das Gutachten frei zu geben.

Unschuldig

Unschuldig – oder Schuldig ?

Gloria, auch als GW954f bezeichnet, ist seit 2018 im Raum Schermbeck beheimatet. 2020 ging sie eine Partnerschaft mit einem Rüden, GW1578m ein und offensichtlich haben die beiden in 2020 Nachwuchs bekommen. In einem Video konnte der Nachweis eines Welpen per Video erbracht werden.

Gloria werden diverse Nutztierrisse vorgeworfen, weshalb immer wieder ihr Abschuss gefordert wird.

Laut des DBBW Gutachten sind 47 bewertete Risse Gloria zuzuschreiben. Dem Rüden werden bisher keine Nutztierrisse zugewiesen. In 49 Fällen wurden Gloria Risse bewiesen. Darunter 4x Damwild und 1 Shetlandpony.

Auffallend ist aber laut DBBW, dass von 2018 bis 2020 der Anteil Übergriffe auf Nutz-Weidetiere die nicht dem Grundschutz entsprechen, sehr hoch war.

2018 schuldete man das noch dem neuen Zustand. Die Halter mussten sich ja erst einmal damit abfinden das es jetzt den Wolf in der Region gibt. Gesetzliche Hilfen mussten abgerufen und umgesetzt werden. Erstaunlich ist aber, dass sich die Schutzmaßnahmen für die Nutztiere in den folgenden Jahren nicht besserten, sondern schlechter wurden.

Im Jahr 2029 gab es nachweislich 13 Übergriffe auf nicht geschützte Weiden und lediglich 1 Fall bei einem Übergriff mit Grundschutz. 2019 und 2020 gab es lediglich je 2 Fälle bei denen Nutztiere hinter Zäunen gehalten wurden. Auch bei dem Shetland Pony gab es keinerlei Schutzmaßnahmen.

Durch den nicht vorhandenen oder unzureichenden Schutz konnte Gloria überhaupt Nutztiere reißen.

Erstaunlich auch, dass bei den registrierten Übergriffen immer wieder nicht elektrifizierte Schutzzäune verzeichnet wurden. Eine wunderbare Möglichkeit für einen Wolf das überwinden eines Zaunes durch diverse Techniken zu erproben, verspürt er ja den so furchtbaren Schmerzreiz nicht.

Das Urteil für Gloria kann demnach eigentlich nur – Unschuldig – lauten.

Insektenschutz – ist das neue Gesetz der große Wurf?

Insektenschutz – mit dem neuen Insektenschutzgesetzt der Bundesregierung ist es den ungleichen Ministerien, dem Umweltschutzministerium unter Svenja Schulze und dem Landwirtschaftsministerium unter Julia Klöckner, erstmals gelungen einen gemeinsamen Beschluss zu fassen, der den richtigen Weg weist.

Das Landwirtschaftsministerium von Julia Klöckner konnte fast nicht mehr anders als sich auf einen Kompromiss einzulassen. Hatte sich doch die Ministerin in der Öffentlichkeit schon als Retterin der Bienen profiliert.

Aber auch Svenja Schulze, die Umweltministerin, hatte Schwierigkeiten mit Politikern aus den eigenen Reihen. So gingen ihre Pläne dem niedersächsischen Umweltminister Lies, nach seiner Ansicht zu weit. Wobei ja bekannt ist, dass dieser Umweltminister zuweilen skurrile Ansichten über seine Aufgaben hat. Obwohl der Wolf unter besonderem Schutz steht fordert er wiederholt und stetig den Abschuss der Tiere. Zuletzt feierte er den Abschuss einer Wölfin im Februar diesen Jahres und fordert weiter Entnahmen. Er begründet das mit den Rissen der Wölfe bei Nutztieren, ohne den notwendigen Herdenschutz zu hinterfragen, sondern bezieht sich auf “Ausnahmegenehmigungen vom strengen Schutz.”

Insektenschutz – was im neuen Gesetz geschrieben steht.

Die Liste geschützter Biotope wird um artenreiches Grünland, Streuobstwiesen, Steinriegel und Trockenmauern erweitert.

Bei den Streuobstwiesen mußte die Umweltministerin hinnehmen, dass das Gesetz erst ab Streuobstwiesen mit mindestens 25 Bäumen und einer Größe von 1500 Quadratmetern gilt.

Steinriegel sind die Aufschichtungen von Lesesteinen, wie man sie in den Weinbauregionen vorfindet. Trockenmauern dienen der Hangbefestigung.

Beim Umgang mit Glyphosat einigte man sich auf den Ausstieg Ende 2023. Dieser Termin fiel der Landwirtschaftsministerin Klöckner auch nicht schwer, weil die EU Zulassung für Glyphosat Ende 2023 ausläuft.

Der Einsatz von Herbiziden ist in Naturschutzgebieten und Nationalparken verboten. in Vogelschutzgebieten aber weiterhin erlaubt. Das wird die Vögel nicht sehr erfreuen und den Tierschützern ebenso wenig. Außerdem wurde es versäumt, die Gifte in einem gewissen Umkreis der Schutzgebiete und Naturparken ebenso zu verbieten. So hat der Wind leichtes Spiel, weiterhin die Gifte in die geschützten Gebiete zu treiben.

Betrachtet man nun noch die Klage der EU gegen die Bundesrepublik, weil die Umsetzung der Flora und Fauna – Habitat – Richtlinien zum Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen nicht eingehalten wurden, kann man das Insektenschutzgesetz nur als ersten, begrüßenswerten Schritt einstufen.

Die EU Klage beruft sich darauf, dass in allen 4606 Gebieten nicht genügend Ziele für die Erhaltung und Umsetzung als Schutzgebiete festgelegt wurden.

Es wurden keine Gebiete geschaffen, die für den europäischen Naturschutz besonders wichtig sind. Lebensräume für wildlebende Tiere und Pflanzen wurden nicht so unterhalten, dass man sie als “in gutem ökologischen Zustand gehalten” – bezeichnen kann.

Schlaf – warum der Vogel nicht vom Ast fällt

Schlaf – wenn wir uns im Schlaf drehen, kann es vorkommen das wir aus dem Bett fallen. Meistens geschieht dabei nichts Schwerwiegendes, außer vielleicht ein blauer Fleck. Wenn aber ein Vogel aus größerer Höhe im Schlaf vom Ast fallen würde, wäre das für ihn schon ziemlich dramatisch.

Wie macht er es dann, dass er nicht vom Ast fällt? Wenn der Vogel auf einem Ast landet um sich zu setzen, knickt er die Beine ein. Dadurch werden Sehnen in den Klauen gespannt, die wie eine Wäscheklammer den Ast umschließen. Um wieder aus der sitzenden Position abzufliegen, muss er mit den Flügeln schlagen um die Beine zu entlasten und wieder strecken zu können. So löst sich auch die Umklammerung durch die Sehne.

Nun fragt der Beobachter aber, warum kippt der Vogel im Schlaf nicht nach vorne, zur Seite oder nach hinten um? Wenn wir im Sessel einschlafen, kippen wir auch schon einmal zur Seite weg.

Vögel haben im Innenohr ein Gleichgewichtsorgan. Dieses alleine würde aber nicht ausreichen um im Gleichgewicht zu bleiben und so stellte man fest, dass Im Beckenbereich, dem “Lumboskalbereich” ein aus Bogengängen bestehender Flüssigkeitsraum besteht. Bei einer Bewegung entsteht durch diese Flüssigkeit ein Reiz auf einen Teil des Nervensystems, das mit den Beinen verbunden ist. Das Kleinhirn korrigiert daraufhin die Bewegung.

Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Ruhr Universität Bochum. Zudem stellte man fest, dass Vögel in der Lage sind eine Hälfte des Gehirns in die Ruhephase zu versetzen, während der andere Teil in der Wachphase ist.

Durch diese Technik sind die Langstreckenflieger und der Mauersegler in der Lage, während des Fluges zu schlafen.

Im sogenannten “unihemisphärischen Schlaf”, wechseln sich die Gehirnhälften ab. Das wurde vom Max Planck Institut für Ornithologie in Seewiesen vor allem bei Enten festgestellt, die diese Technik bei Gefahren einsetzen.

Man geht aber davon aus das alle Vögel dazu in der Lage sind.

Schlaf

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Rückkehr

Rückkehr – Eis und Schnee bedecken große Teile der Bundesrepublik. Selbst im sonst eher schneearmen Ruhrgebiet bleibt der Schnee bei minus 10 Grad liegen. Mein Auto ist mit einer dicken Eisschicht umhüllt und verwehrt mir so den Zutritt. Gut das ich nicht mehr zur Arbeit fahren muß, weil auch die öffentlichen Verkehrsmittel ihren Dienst eingestellt haben.

Trotzdem befinden sich die Störche bereits auf den Flug in ihre Brutgebiete.

Die ersten haben die Rückkehr bereits hinter sich. Einige Tage können Störche ohne Futter auskommen. Viele Helfer legen jetzt Futter für die Vögel aus, damit sie bleiben können. So wie sie bei großer Hitze der Wärme widerstehen, können sie auch Frostperioden durchhalten. Das Problem ist das fehlende Futter.

Es kann sein das einige wieder so weit in Richtung Süden fliegen, bis sie wieder bessere Bedingungen vorfinden. Das kann durchaus auch über 1000 Kilometer gehen. Sobald die Lage sich im Brutgebiet wieder entspannt hat, kommen sie dann wieder zurück.

Rückkehr

Die Rückkehr ist mittlerweile für viele Störche nicht mehr ganz so lang wie es früher war. Viele Störche überwintern bereits in Deutschland, oder im südlichen Frankreich und Spanien.

Eine Mülldeponie bei Madrid ist bei Störchen wegen des großen Futterangebots sehr beliebt.

Einige ziehen aber noch immer bis in den Tschad oder die südliche Sahel Zone, oder Richtung Ost- und Süd Afrika.

Wer sich für die Flugrouten der Störche interessiert sollte einmal unter “Störche auf Reisen” nachsehen. Dort werden gesenderte Störche bei ihrem gefährlichen Flug in die Winterquartiere bis zur Rückkehr verfolgt. Auf einer animierten Karte, im Blog von Kai-Michael Thomsen, kann man die Wege der Störche über die östliche oder westliche Route verfolgen. Eine Newsletter berichtet regelmäßig wo welcher Storch sich gerade befindet. Jeder Vogel hat einen Namen und es gibt bereits so etwas wie eine Fan Gemeinde für die einzelnen Störche.

Leider wird man so auch Zeuge, wenn ein Storch den abenteuerlichen Flug nicht überlebt.

Hoffen wir, dass alle anderen Störche bald wieder gesund und zu unserer aller Freude auf den Dächern und Ständen bei der Aufzucht der Jungstörche beobachtet werden können.

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Endemische Arten

Endemische Arten – zu diesen gehören Arten aus Flora und Fauna, die nur in ganz bestimmten Gebieten zu finden sind. Arten die in vielen Gebieten der Erde vorkommen, zählen zu den Kosmopoliten.

Endemische Arten sind unter anderem die Rallen. Rallen gehören zu den Kranichvögeln. Ihr Lebensraum ist das Wasser. Im endemischen Bereich gehört sie zum Lebensraum Inseln.

Blässhuhn

Allen gut bekannt, weil sie auch häufig zu sehen ist und wenig Scheu zeigt, ist das Blässhuhn ( Fulica atraoder). Häufig auch als auch Blässralle bezeichnet.

Neben dem Blässhuhn gibt es noch sechs weitere, in Deutschland zu findende, Rallenarten. Das Blässhuhn fällt durch die weiße Stirn und den weißen Schnabel auf. Beim ebenfalls zur endemischen Art zählenden Teichhuhn (Gallinula chloropus), ist die Stirn rot und der Schnabel ebenfalls rot, mit einer gelben Spitze.

Teichhuhn
Teichhuhn

Beide Arten kann man auch von hinten gut unterscheiden, weil der Unterschwanz beim Blässhuhn komplett weiß ist und der weiße Unterschwanz beim Teichhuhn durch einen schwarzen Balken unterbrochen wird.

Tüpfelsumpfhuhn
Tüpfelsumpfhuhn

Das Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) liebt die sehr flachen Gewässer und hat seinen Namen von den vielen weißen Tüpfeln am Hals und auf der Brust. Diese endemische Art ist etwa so groß wie eine Drossel. Ich hatte das Glück sie in den Rieselfeldern bei Münster zu entdecken.

Wasserralle
Wasserralle

Selten zu beobachten, dafür aber häufiger zu hören, ist die Wasserralle (Rallus aquaticus). Diese ist etwa taubengroß und ihr Ruf klingt wie das Quieken eines Schweines. Sie beobachtete ich in der Saarner Aue, in Mülheim an der Ruhr.

Die restlichen Rallenarten habe ich leider noch nie in der freien Natur beobachten können, weil sie sehr selten sind. So der Wachtelkönig (Crex crex), den man mit viel Glück von Mai bis September beobachten kann. Die Überschwemmungsgebiete im Frühjahr mit Seggenwiesen gehören zum bevorzugten Lebensraum. Er ist sehr selten, hat etwa die Größe eines Stares und ist eventuell noch im Osten zu finden

Auch das kleine Sumpfhuhn (Porzana parva) ist äußerst selten zu sehen. Im Nordosten gab es Nachweise und im Süden. Gleiches gilt für das flache Gewässer liebende Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla) .

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Reise ohne Rückkehr – der Flug in die Winterquartiere

Reise ohne Rückkehr – das hört sich dramatisch an und das ist es auch. BirdLife veröffentlichte vor zwei Jahren (2018) Zahlen zur Vogeljagd in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres.

36 Millionen Zugvögel kommen jährlich auf der Reise in die Winterquartiere auf dem afrikanischen Kontinent ums Leben. Die Vogeljagd ist illegal und äußerst brutal. Bei der Leimrutenjagd bleiben die angelockten Vögel an den Ruten kleben und verenden jämmerlich, wenn sie nicht frühzeitig durch Vogelschützer gerettet werden.

Wie gleichgültig mit dem Thema umgegangen wird, um nicht zu sagen gewissenlos, zeigt die Aussage von Juliane Kokott, Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof, die die Jagd, mit Leimruten für zulässig erklärt. Die Begründung: es handle sich um eine Tradition, deren Erhalt “erhebliches kulturelles Gewicht” zukomme.

Man muß aber nicht nur mit dem Finger auf die Anrainerstaaten des Mittelmeeres zeigen ohne die Europäische Union im Gesamten zu sehen.

Völlig legal findet in der EU ein Massentöten auf 82 Vogelarten statt. In Zahlen bedeutet das 53 Millionen Vögel, darunter sogar stark bedrohte Arten, deren Schutz in der Vogelschutzrichtlinie festgeschrieben ist.

Zu diesen bedrohten Arten gehören der Star, der auf der Roten Liste in Deutschland als gefährdet eingestuft ist. Dennoch liegt die Zahl der getöteten Stare bei 650.000. Die Bekassine, vom Aussterben massiv bedroht, erleidet 205.000 Verluste ihrer Art. Bei der Feldlerche, ebenfalls stark gefährdet, liegt die Zahl gar bei 1,7 Millionen Vögeln.

Alle werden durch legale Jagd getötet, trotz der vielen Bemühungen um den Schutz der Tiere und im Widerspruch zur Vogelschutzrichtlinie.

Die Jagd an sich ist gedacht überschüssige Vorkommen zu reduzieren und Nachhaltigkeit herzustellen. Das Vorgehen bei der Vogeljagd entspricht ganz und gar nicht dem selbst gesteckten Ziel der Jagd.

So werden 107.000 Kiebitze getötet, obwohl der Vogel zu den gefährdeten und bedrohten Arten gehört. 1,6 Millionen Wachteln und 980.000 Waldschnepfen gehören dazu. Die Turteltaube, erst vor kurzer Zeit durch die internationale Naturschutzunion als weltweit vom Aussterben bedroht deklariert, wird mit 1,5 Millionen getöteter Tiere registriert.

Reise ohne Rückkehr – wofür die Tötungen?

Warum werden überhaupt Vögel durch die Jagd getötet? Bereits die Römer hielten gerne besonders schöne und farbige Vögel in Gefangenschaft um sie als Zierde in Käfigen zu halten. Im Bergbau wurden Vögel zum Nachweis von Grubengas eingesetzt. Käfighaltung von Singvögeln gibt es leider auch heute noch und in vielen südlichen Ländern gelten Vögel noch immer als Delikatesse in der Küche. Vögel werden als Lockvögel gefangen, um mit ihrer Hilfe andere Vögel zu fangen und zu töten.

Der NABU berichtet alleine in Deutschland von 53.000 bis 146.000 illegal getötet Vögel jährlich. Besonders dramatisch ist dabei die Zahl der getöteten Greifvögel und Eulen. mit jährlich etwa 12000 getöteten Tieren.

Jeder 17. europäische Zugvogel, der in Afrika sein Winterquartier sucht, wird in ägyptischen Fangnetzen getötet. Entlang der Mittelmeerküste werden über eine Strecke von 700 Kilometern Fangnetze aufgebaut werden.

So endet für viele Vögel die Reise in die Winterquartiere, weil einige Menschen meinen nicht ohne diese Arten auf dem Speiseplan leben zu können oder ihre Zimmer mit ausgestopften Vögeln ausstatten zu müssen.

Es wird Zeit auf Gesamteuropäischer Ebene für ein Verbot der Vogeljagd einzutreten.

Subventionen der BRD in den Naturschutz

Subventionen leistet die Bundesregierung in enormer Höhe. Das Subventionsvolumen stieg im Jahr 2020 auf 31,4 Milliarden Euro.

Die Kosten für die Umsetzung von Natura 2000 im terrestrischen Bereich Deutschlands belaufen sich nach einer aktuellen Schätzung auf jährlich 1,416 Mrd. Euro (2017).  Das entspricht pro Einwohner und Jahr einem Betrag von etwa 17 Euro.

Für die Umsetzung der EU Richtlinien zur staatlichen Finanzierung von Naturschutzgebieten, gibt es nach Auskunft der Bundesregierung eine Finanzlücke von mehreren Millionen Euro.

Um die notwendigen Beträge aufzuwenden beläuft sich die Differenz auf etwa 760 bis 980 Millionen Euro jährlich.

Förderung mit umweltschädlicher Wirkung

Die Subventionen für die Lufthansa haben ein Volumen von 9 Milliarden Euro. Hinzu kommen der Mehrwertsteuerlass und der Erlass der Flugbenzinsteuer für das Unternehmen.

Die RAG erhielt für den Steinkohlenbergbau 2008 Förderungen von 2 Milliarden Euro.

Im Jahr 2012 beliefen sich umweltschädliche Subventionen auf eine Höhe von 57 Milliarden Euro. Dazu gehören Subventionen für die Freistellung des Braunkohletagebaus, staatliche Bürgschaften für Güter die nicht den Marktpreisen entsprechen usw.

Subventionen durch Agrarzahlungen – Landwirtschaft und Fischerei in Höhe von 6,7 Milliarden in 2019

Laut Umweltbundesamt beliefen sich die umweltschädlichen Subventionen im Jahr 2017 unter anderem für:

Dieselprivilegien auf 7,4 Milliarden

Flugverkehr auf 11,8 Milliarden

Land und Forstwirtschaft 5,8 Milliarden

Verkehr Gesamt 28,6 Milliarden

Dienstwagen 3,1 Milliarden

Energiebereitstellung 20,3 Milliarden

Wenn man diese Subventionen der Finanzierungslücke im Bereich Natura 2000 – Naturschutzgebiete FFH entgegensetzt, muss man den Eindruck haben, dass es mit den Aussagen der Bundesregierung, sich mehr um Natur und Umwelt kümmern zu wollen, nicht so weit her ist.

Quellen: Umweltbundesamt / BMEL.de / SRU- Sachverständigenrat für Umweltfragen / Deutschlandfunk

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Hören und riechen – haben Vögel Nase und Ohren ?

Hören und riechen – sieht man sich einen Vögel an, fragt man sich wo er eigentlich die Ohren hat. Kann er etwa trotz seiner herrlichen Gesänge die Melodien anderer Vögel gar nicht hören und wie verständigen sich dann die Vögel ?

Ich nehme es einmal vorweg, er kann durchaus hören und er kann auch riechen, aber wie, das ist hier die Frage.

Hören – es fehlt das Aussenohr

Seine Ohren sind von Federn bedeckt und es fehlt das Aussenohr. Das Aussenohr  ist Bestandteil des Ohres und umfasst die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang.

Andere Tiere hören mit Hilfe des Aussenohres. So nehmen Sie verschiedene Laute und Höhen wahr.

Bei den Vögeln stellte die Forschung fest, dass der gesamte Kopf die Funktion der Ohrmuschel übernimmt. So wird durch die ovale Kopfform der Schall aus verschiedenen Höhenwinkeln identifiziert und verarbeitet.

Anhand der unterschiedlichen Lautstärken an den beiden Ohren erkennt der Vogel aus welcher Richtung der Schall kommt, ähnlich wie die Ohrmuschel.

Weil Vögel zudem seitlich sitzende Augen haben, erreichen Sie ein Sehfeld von 360 Grad. Diese Eigenschaft und die Spezialisierung, Geräusche aus unterschiedlichen Höhen zu verarbeiten, ergänzen den Hör- und Sehsinn auf idealer Weise.

Riechen – wo ist die Nase ?

Beim Riechen sieht es ähnlich aus. Eine Nase ist nicht zu erkennen. Auch die Nase des Vogels liegt unter Federn versteckt. Auch ihre Nase hat zwei Löcher. Diese haben aber nichts mit den beiden Löcher zu tun , die manche Vögel auf dem Schnabel haben, sie sind Teil der Atmung.

Vögel können verschiedene Düfte erkennen. In Versuchen wurde festgestellt, dass das Herz eines Vogels auf die verschiedenen Duftvarianten, je nach Geruchsart, unterschiedlich schnell oder langsam reagierte und schnell oder langsam schlug.

Verschiedene Vogelarten erkennen sich am Geruch und der Duft des eigenen Nestes, kann von dem des fremden Nestes unterschieden werden.

Bei Brieftauben hat man erforscht das das rechte Nasenloch stark an der Navigation beteiligt ist. Ist das rechte Nasenloch verstopft, dauert der Heimflug in den heimischen Schlag deutlich länger.

Nur weil der Mensch Nase und Ohren nicht erkennen kann, heisst das also nicht, dass ein Tier die Fähigkeiten des Hören und Riechen nicht besitzt.

hören
hören und riechen
hören
hören und riechen

Haubenenten – Landenten ist die Zucht eine “Qualzucht ?”

Haubenenten – oder Landenten, davon hatte ich bisher nichts gehört. Jetzt sah ich einige dieser Art im Kurpark von Bad Zwischenahn und wir alle fanden den Puschel auf dem Kopf sehr possierlich, erinnerte doch das Aussehen irgendwie an eine eine gekrönte Ente.

Haubenenten

Natürlich musste ich gleich Nachforschungen über diese Entenart beginnen. Haubenenten werden überwiegend als Hausenten gehalten. Die Zucht der Haubenenten oder Landenten mit Federhaube gibt es schon sehr lange. Es soll 2000 Jahre alte Gemälde geben , auf denen diese Enten bereits zu sehen sind.

Als gelungene Zucht gelten schwarze oder weiße Enten mit der Haube genau in der Schädelmitte.

Dann stieß ich auf Artikel die im Zusammenhang mit der Zucht dieser Tiere von einer “Qualzucht” ausgingen.

Qualzucht – was ist das ?

Von einer Qualzucht spricht man, wenn Äußerlichkeiten und optische Veränderungen bei der Zucht eines Tieres geduldet werden, obwohl sie dem Tier schaden und Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen zufügen.

Nun las ich in einem Artikel der Osthessen News vom 20.01.2011 über die Aufhebung des Zuchtverbot für Landenten mit Federhaube. Zuvor hatte das Hessische Verwaltungsgericht ein Verbot der Zucht erlassen, wogegen ein Züchter Revision eingelegt hatte.

Die Zucht der Haubenenten – Landenten mit Federhaube gilt für Tierschützer und andere als “Qualzucht”.

Bei der Zucht von Haubenenten – Landenten mit Federhaube kommt es häufig zu vielen genetischen Defekten, bei denen schwere Mißbildungen bei den Nachzuchten im Gehirn auftreten. Hirndeformationen, Schädeldefekte und Hirnbrüche und offene Schädel unter der Haube werden genannt.

Landenten mit Haube neigen zu Fettkörpern im Gehirn, wodurch gestörte Bewegungskoordinationen auftreten, abhängig von der Größe der Fettkörper im Gehirn. Diese Fettkörper sind gemäß der Aussage von Züchtern beeinflußbar.

Das Tierschutzgesetz definiert die Qualzüchtung unter anderem so: ” der Tatbestand ist erfüllt wenn…. und sich in züchtungsbedingten, morphologischen und/oder physiologischen Veränderungen oder Verhaltensstörungen äußern, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind….”

Haubenenten

Vier anerkannte wissenschaftliche Arbeiten von 1910 bis 1999, darunter auch eine im Auftrag des Bundesverbandes der Rassegeflügelzüchter, kommen zu dem Ergebnis das es sich bei der vorliegenden Zucht um Qualzucht handelt.

Offenbar reicht aber das Tierschutzgesetz in seiner heutigen Form nicht aus um derartige Züchtungen zu verbieten.

Nationalparks und Naturschutzgebiete was ist der Unterschied ?

Nationalparks – sind Gebiete, die vor dem Eingriff des Menschen geschützt werden sollen. Der erste seiner Art war der Yellowstone Nationalpark. Die Natur soll in Nationalparks auch Natur sein dürfen. Der Mensch hat keinen Zugriff auf die natürliche Entwicklung in Nationalparks.

Deutsche Nationalparks

Zu den deutschen Nationalparks gehören der Bayerische Wald, Teile des Berchtesgadener Landes, der Nationalpark Schwarzwald, das untere Donautal, der Nationalpark Kellerwald – Edersee, Hunsrück Hochwald, der Harz, die sächsische Schweiz, Hunsrück Hochwald im Saarland, Müritz Nationalpark und in Rheinland Pfalz, der Nationalpark Hainich und das Niedersächsische Wattenmeer.

Menschen müssen sich in Nationalparks an genaue Regeln halten, wie zum Beispiel im Müritz Natioanalpark

Nationalparks
Nationalpark Harz

Das niedersächsische Wattenmeer

Das Niedersächsische Wattenmeer erfüllt auch noch die Kriterien anderer Schutzorganisationen. So gilt es als Biosphärenreservat der Vereinten Nationen, gehört zu den RAMSA Feuchtgebieten und zum FFH Schutzgebiet für Vogelschutz, Flora und Fauna Gebiet der EU.

Auf den Weg in die skandinavischen, kanadischen und sibirischen Brutgebiete machen 25 Zugvogelarten in den Wattflächen ihre Rast und weitere 30 Küstenvogelarten nutzen das Watt mit 100.000 Paaren als Brutgebiet.

Das Nationalparkgesetz von 1999 reguliert das Leben in den Nationalparks. Es gibt 2 Schutzzonen, die Zone 1 ist mit Ausnahmen, wie der Krabbenfischerei, der Natur belassen. Eine weitere Ausnahme existiert in dem Gebiet zwischen Sylt und Föhr.

Die Schutzzone 2, zu der auch das westlich von Sylt und Amrum gelegene Walschutzgebiet liegt, darf eingeschränkt vom Menschen genutzt werden.

Naturschutzgebiete

Natutschutzgebiete sollen bestimmte Tier- und Pflanzenarten erhalten, oder wieder herstellen. Die Flächen befinden sich häufig in privatem Besitz. Der Eigentümer muss nachdem das Gebiet zum Schutzgebiet ausgewiesen worden ist, Nutzungsbeschränkungen akzeptieren. Das ist häufig ein Streitpunkt bei der Holzwirtschaft.

In der Regel dürfen Spaziergänger in Naturschutzgebieten nur die ausgewiesenen Wege benutzen und dürfen diese nicht verlassen.

Das erste deutsche Naturschutzgebiet wurde 1935 das Neandertal bei Düsseldorf.

2008 existierten in Deutschland 8413 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 1.271.582 Hektar. Für den Erhalt der Arten ist diese Fläche nach Meinung von Experten noch deutlich zu klein.

Strukturfarben – warum schillert der Eisvogel im Licht ?

Strukturfarben – so bezeichnet man die schillernden Farben des Eisvogel oder der Stockente und des Eichelhäher, wenn die Vögel vom Sonnenlicht beschienen werden. Es scheint sie eine besondere farbige Aura zu umgeben.

Diese Strukturfarbenen sind auch zu sehen, wenn man eine Seifenblase bildet und diese von der Sonne erfasst wird. Je nachdem aus welchem Winkel und Intensität der Sonneneinwirkung reflektiert das Licht in leuchtenden Farben.

Beim Eisvogel entstehen diese schillernden Farben nicht durch die Pigmentierung. Wenn man eine Feder des Vogels findet und an ihr reibt, verschwindet das leuchtende Blau zwischen den Fingern. Wie kommt es dann zu dem interessanten Leuchten des Federkleids bei den Vögeln ?

Strukturfarben
pixabay garageband

Strukturfarben – Lichtreflektion – Mikrostrukturen

Die Lichtreflektion geschieht durch Mikrostrukturen in der Feder, die das Licht verstärken und in unseren Augen intensivere Farben sehen lassen.

Der Farbeffekt richtet sich nach dem Aufbau der Strukturen. Das sind dünne Plättchen oder Luft-Hohlräume oder durch den Einfallswinkel des Lichtes.

Ansonsten wird die Farbe der Vögel durch Pigmente bestimmt. es gibt körpereigene Pigmente und aufgenommene Pigmente, die die Farben der Vögel bestimmen. Dazu gibt es bereits einen Bericht unter “Farben und Vögel”.

Strukturfarben und Pigmentierung

Das Pigment Cartinoid nehmen die Vogel durch das Fressen auf. Es ist kein körpereigenes Pigment. Es befindet sich im Gefieder und auf der Haut, Die Intensität der Farben wird auch häufig über die Durchblutung bestimmt.

Melanin wird aus der Aminosäure Tyrosin vom Körper selbst gebildet. Je nach Synthese wird ” Eumelanin ” oder ” Phäomalin ” gebildet. Das Eumealnin steht für die braun/schwarzen Farbtöne, das Phäomalin für braun/rotes Gefieder.

Es gibt noch weitere Säuren als Bausteine der Pigmentierung, wie die Nucleinsäure, die beim Vogel die Farbe der Iris bestimmt, oder Pterin für das Auge des Uhus.

Manche Vögel bestimmen ihre Farbe aber auch durch eigenes Handeln. Der Bartgeier “badet” gerne im roten Schlamm um seiner Brust eine rote, rostige Färbung zu geben. Dazu gab es vor Kurzem einen interessanten Bericht auf ARTE.

Brieftauben – Sport oder Tierqälerei ?

Brieftauben – Das Halten von Brieftauben hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition. Viele Bergleute hielten sich in ihrer Freizeit Tauben. In Dortmund findet regelmäßig das weltgrößte Taubenzüchter-Treffen statt. Deutschland zählt noch etwa 30.000 Brieftaubenzüchter.

In einem Blogbeitrag von “Gutes Karma to go” las ich nun einen Bericht über das Halten von Brieftauben. Vieles davon war mir nicht bekannt und ich sehe nun die alteingesessene Tradition der Brieftauben – Zucht mit anderen Augen.

Was hat es mit den Wettflügen die regelmäßig stattfinden auf sich? Die Leistungen der Tauben wurden stets von allen bewundert, wie schaffen die Vögel es eigentlich immer wieder aus über 1000 Kilometern ihren Schlag zu finden ?

Brieftauben mit engem Familienband

Die Züchter nutzen die Eigenarten der Tauben aus. Die “Wettkampftaube” wird von ihrer Familie und ihrem Heimatschlag getrennt. Tauben haben aber ein sehr enges, festes Familienband. Sie sind meistens ihrem Lebenspartner ewig treu. Man trennt also den “Wettkampfvogel” von der Brut, dem Partner und dem heimischen Schlag, weil man weiß, dass der Vogel alles einsetzen wird um so schnell wie möglich wieder zu seiner Familie zu kommen. Dabei erreichen die Vögel bis zu 130 km/h.

Die verschiedenen Arten des “Trennens” nennt der Brieftaubenzüchter “Nest- oder Witwermethode”.

Brieftauben

Brieftauben – das Leiden

Immer wieder werden die Tiere auf diese Weise “trainiert”. Bei den dann kommenden Wettkämpfen verlieren über 53 Prozent der Tiere aus Erschöpfung oder Flüssigkeitsmangel ihr Leben. Viele fallen auch Greifvögeln zum Opfer oder werden tödlich verletzt.

Die größten “Verluste” gibt es bei den sogenannten “Tribünenflügen”. Hier werden die Besten der Besten gesucht und alles was nicht in das Idealbild passt wird getötet. Dabei wird den Tieren ohne Betäubung der Hals umgedreht. Die Verluste liegen dort bei 75 Prozent.

Das derartiges Handel gegen das Naturschutzgesetz verstößt belegt auch PETA in einer Dokumentation. Wenn man diese Sachverhalte kennt, kann man sich eigentlich kaum noch sehr für diesen “Sport” begeistern.

Tiere in der Stadt – wird der Lebensraum knapp ?

Tiere in der Stadt – Immer öfter werden wilde Tiere im städtischen Raum beobachtet. Liegt es an dem knapper werdenden Lebensraum, weil die Städte immer größer werden und der Natur Raum nehmen? Oder ist es das große Nahrungsangebot, das die Menschen über den Müll und die achtlos weggeworfenen Essensreste bieten?

Tiere in der Stadt wegen gedecktem Tisch

Es trifft wohl beides zu. Ein weiterer Grund ist weniger Betrieb in den Städten durch die Corona Krise. Längst nicht mehr so viel PKW auf den Strassen und weniger volle Innenstädte ist eine Folge der Pandemie.

Der Fuchs pirscht aber schon viel länger durch die Städte und weiß genau wo er seine Nahrung herbekommt.

Bei uns im Garten konnten wir über die Wildkamera beobachten wie er die Fettklötze, die eigentlich für die Vögel gedacht waren um sich Energie für den Flug in die Winterquartiere zulegen zu können, stibitzte. Das war auch kein Zufall. Er wurde dabei beobachtet wie er jede Nacht den selben Weg durch die Gärten der Nachbarschaft nahm und wahrscheinlich nicht nur bei uns erfolgreich war.

Regelmäßig kommt es vor das Marder die Bremsschläuche an Autos zerbeissen und Waschbären Blumenkästen auf Balkon und Terrasse nach Insekten durchsuchen.

Zwischen unserem Haus und dem Altbau gegenüber können wir jeden Abend bei Eintritt der Dämmerung mehrere Fledermäuse beobachten die im schnellen, kreisenden Flug und mit rasanten Flugmanövern auf der Jagd nach Insekten sind.

Tiere in der Stadt – Berlin

Während in Berlin bereits seit mehreren Jahren ständig davon berichtet wird das Wildschweinrotten durch die Straße ziehen, kommen sie hier im Ruhrgebiet ebenfalls allmählich dem städtischen Raum immer näher.

Rehwild wird in städtischen Anlagen immer häufiger angetroffen, weil sie hier nur selten auf einen Jäger stoßen können und sich sicher fühlen. Hier geht dann eher die Gefahr von frei laufenden Hunden aus.

In den alten Bäumen der Friedhöfe fühlen sich die Spechte wohl, da sie so alten Baumbestand, wie auf den Friedhöfen und den alten Parkanlagen, in der Forstwirtschaft draussen kaum noch finden können.

Peter Wohlleben berichtet in der Zeitschrift “Wohllebens Welt” in der Ausgabe Sommer 2020 von den in Berlin lebenden Wildtieren und hat sie beziffert. Für die Hauptstadt werden über 800 Waschbären, 1800 Füchse, 2000 Marder, 3000 Kaninchen und 5000 Wildschweine aufgelistet.

Hinzu kommen Graureiher, und viele Vogelarten. So gilt die Stadt als Hauptstadt der Mäusebussarde und Spatzen.

Tiere in der Stadt wegen weniger Lebensraum

Die immer mehr wachsenden Städte nehmen der Natur Platz und somit auch Lebensraum für die Tiere, die dann immer mehr die Näher der Menschen suchen. Die Müllhalden und weggeworfenes Essen bieten den Tieren einen reichlich gedeckten Tisch. In letzter Zeit wurden Bewohner sogar aufgerufen Tauben zu füttern, weil sie wegen der Corvid 19 Pandemie kaum noch Essensreste in der Stadt finden.

Tiere in der Stadt
13smok pixabay

Durchziehende Wildschweine wissen bereits genau wie sie die Mülltonnen im Ort umkippen und öffnen und Krähe und Elster haben längst den Trick raus wie sie an die “Leckereien” in den Abfallbehältern an Straßen und Wegen kommen.

Die Aasfresser können förmlich am Strassenrand warten, bis irgendein Tier überfahren wird. Der Graureiher kennt längst die Gartenanlagen mit Fischteichen und weiß, in welchen Parks Fischteiche oder Froschteiche zu finden sind. Seine ursprüngliche Scheu hat er ebenfalls längst verloren, weil er nicht mehr bejagt werden darf.

In Berlin leben über 165 Arten von Brutvögeln. Dazu gehören selbst Arten wie der Mittelspecht und die Grauammer. Ähnlich sieht es in vielen anderen Städten weltweit aus. Andere Städte, andere Arten. So läßt sich in Amsterdam der Fischreiher von Fussgängern füttern und in Velbert der Nutria am Teich.

Das das Leben im städtischen Raum aber auch nicht das Paradies auf Erden für die Tiere bedeutet, belegt die Zahl der an Glasfronten und Fensterscheiben zu Tode gekommenen Vögel. Jährlich betrifft das in Deutschland 115 Millionen Vögel.

Kohleausstieg – Deutschland als Vorbild? oder hinken wir hinterher?

Kohleausstieg – ein Thema seit mehreren Jahren. Erst vor zwei Tagen waren Greta Thunberg und die deutsche Vertreterin von Fridays for Future, Luisa Neubauer, bei Angela Merkel. Sie wollten darauf drängen das die Angelegenheiten für den Klimaschutz jetzt vorangetrieben werden müssen, es keinen Aufschub geben darf . Die Kanzlerin solle dabei eine Führungsrolle übernehmen.

Warum auch ich mich für den schnellen Kohleausstieg einsetze, liegt auf der Hand. Die Natur und somit auch die Vögel, die Tiere und die Menschheit laufen in Gefahr unter die Räder zu kommen, weil vieles was getan werden muss nur halbherzig geschieht.

” Kohelausstieg – was soll das, sagen einige Vertreter, was nutzt es wenn Deutschland aussteigt und alle anderen machen fleißig weiter ! “

Kohleausstieg in Europa

Wie falsch diese Aussage ist belegen folgende Fakten :

Viele europäische Staaten sind bereits sehr viel weiter als die Bundesrepublik Deutschland.

In Großbritannien ist das Ende der Kohle schon seit 1980 ein Thema. Damals wurden bereits Kohlekraftwerke geschlossen. Bis 2022 sollen sieben weiter KKW´s vom Netz genommen werden. Seit 2012 wurde die Kohlenutzung in Großbritannien um 80 Prozent auf nun noch 15 Prozent gesenkt.

Irland will bis 2025 auf Null Prozent Kohleanteil kommen.

Frankreich legt den geplanten Kohleausstieg , ursprünglich für 2023 geplant, sogar vor.

Italien will bis 2025 aus der Kohle aussteigen.

Norwegen ist bereits kohlefrei und Schweden ist bis 2022 soweit.

Belgiens Stromversorgung ist kohlefrei und in den Niederlanden soll 2030 Schluß sein.

Österreich prüft den geplanten Ausstieg anstatt 2025 bereits früher zu schaffen.

In Spanien wird der Kohleausstieg für 2025 erwartet.

Die Slowakei und selbst Ungarn wollen aus der Kohle bis 2030 aussteigen.

Wie man sieht kann keine Rede davon sein das Deutschland eine Vorreiterrolle beim Kohleausstieg inne hat. Der bei uns geplante Ausstieg im Jahr 2038 liegt sogar sehr weit am Ende der europäischen Staaten.

Kohleausstieg

Vogelart – wie entstehen Arten ?

Vogelart – wie entsteht die Artbildung bei den Vögeln? Beim letzten Besuch des Abstküchenteichs vielen uns die vielen Enten-Hybride auf. Da stellte sich mir die Frage ob es das auch bei den Vögeln gibt.

Hybrid ist die Bezeichnung für die geschlechtlichen Fortpflanzung zwischen verschiedenen Gattungen oder Arten.

Zwillingsvögel und die eigene Art

Vögel bleiben bei der Fortpflanzung strikt bei der eigenen Vogelart. Selbst bei den Zwillingsvögeln, die sich ja so ähnlich sehen, dass wir oft Probleme haben sie auseinander zu halten, gibt es keine Vermischung der Vogelart.

Beispiel die Sumpf- und Weidenmeise. Obwohl häufig im selben Lebensraum zu finden, bleibt die jeweilige Vogelart unter sich.

Die Vögel erkennen sich am Gesang, an der Farbe und am Verhalten. Die einen bevorzugen den Nadelwald, die anderen den Laubwald. Sie fressen unterschiedliche Samen und Insekten, obwohl sie fast ein identisches Aussehen haben. Die optische Ähnlichkeit fällt dem Menschen besonders auf. Vögel sehen ein größeres Farbspektrum. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie Unterschiede deutlicher erkennen. Gleiches gilt für den Baumläufer und Waldläufer. In allen Fällen kommt es nicht zur Hybridisierung.

Vogelart - Stieglitz
Stieglitz

Eine Vogelart die weit verbreitet ist, kann sich in Färbung und Stimme von dem bei uns heimischen Vogel unterscheiden. Der bei uns anwesende Stieglitz sieht anders aus, als der Stieglitz im Mittelasien. Dort hat er einen grauen Oberkopf und einen grauen Rücken, bleibt aber dennoch weiterhin ein Stieglitz.

In den Winterquartieren stoßen beide Arten aufeinander. Im Nordost Iran und Westsibirien kommt es zur Vermischung der Vögel. Sie gehören zwar verschiedenen Unterarten an, bleiben aber als Vogelart ein Stieglitz. Sie bilden trotz der Unterschiede der Gefierderfärbung keine neue Fortpflanzungsgemeinschaft.

Vogelart – Entfremdung

Eine neue Art entsteht nur durch Veränderung der Geologie. Überflutung, Erdrutsche, Absenkungen, Klimawandel oder Vegetationsveränderung können zu geologischen Trennungen führen. Im mehrere tausende Jahre dauernden Verlauf, entstehen innerhalb einer Vogelart Veränderungen. Die Art wird sich “fremd”. Bei einem eventuellen erneuten Aufeiandertreffen verstehen sie sich nicht mehr. Die Fortpflanzungsgemeinschaft ist zu unterschiedlich geworden.

Sollte die Trennungszeit nicht ausgereicht haben um sich total zu entfremden, kann es innerhalb einer Hybridzone zur erneuten Vermischung kommen. Ein Beispiel ist die Rabenkrähe die sich entlang der Kontaktzone über Mitteldeutschland, Österreich und Schleswig Holstein mit der Nebelkrähe vermischt und Bastarde bildet. So ist im Westen die Rabenkrähe zu finden und im Osten die Nebelkrähe.

Quellen: Internet und “der Falke” 46/1999

Vogelbeobachtung das Problem den Vogel zu finden und zu erkennen

Vogelbeobachtung – wer kennt das nicht, da geht man mit seinem Partner durch das Gelände und plötzlich sagt er “siehst du den schönen Vogel da oben?” und zeigt mit ausgestrecktem Arm und geballter Faust und gestrecktem Zeigefinger in eine Richtung.

Man selbst sieht alles, nur nicht den besagten schönen Vogel. Woran liegt das? An der vagen Beschreibung mit einer groben Richtung die, durch unseren anderen Standort als der Beobachter, noch verzerrt wird. Unsere Chance wäre größer, wenn wir genau da stehen würden wo unser Partner steht, oder mindestens gleich hinter ihm, da wäre die Richtung wenigstens schon etwas genauer.

Vogelbeobachtung – wo ist der Vogel ?

Vor uns steht aber eine Reihe von Bäumen, wo soll da das Vögelchen sein? Es bedarf also einer genaueren Ortsbestimmung. Wenn man sich mit seinem Partner schon einmal so weit geeinigt hat, dass man bei einer Sichtung von Vögeln in Bäumen immer vom Stamm ausgeht, ist man schon einen Schritt weiter.

Dann noch die genauere Bezeichnung, wie der dritte Baum von rechts, in der Baumkrone unteres Drittel, dann ist die Fläche bereits eingegrenzt. Nun folgt die noch genauere Deutung. Mit Hilfe der Seefahrt – Steuerbo(r)d (rechts – zu erkennen am “R” im ersten Wortteil von Steuerbord), – Backbord – links vom Stamm (es fehlt das “R” im ersten Wortteil von Backbord) und in der Seefahrt wie auch anderswo kommt dann die Uhr ins Spiel.

Man kann natürlich auch einfach links und rechts vom Stamm sagen.

Dritter Baum von rechts, Baumkrone, unteres Drittel auf 3 Uhr Steuerbord, mittig, bezeichnet die genaue Position des gesuchten Vogels und ermöglicht es den Vogel zu entdecken, bevor er schon wieder davon geflogen ist.

Vogelbeobachtung

Der Kamerad der den Vogel zuerst gesichtet hat, sollte ihn auch weiter im Auge behalten, falls er sich vom unteren Drittel in ein anderes Drittel, oder gar auf einen anderen Baum begeben sollte. Dann muß sogleich eine neue Ortsangabe weitergegeben werden. Sollte dabei ein Spektiv genutzt werden, sollte der Beobachter sich nicht ablenken lassen und ständig die Angaben korrigieren.

Wenn man sich mit seinem Partner über die Begriffe einig ist, sollte es auch möglich sein, seine Entdeckungen gut zu vermitteln.

Vogelbeobachtung – welcher Vogel ist es ?

Hat man den Vogel entdeckt, geht es daran herauszufinden, um welchen Vogel es sich handelt.

Das braucht natürlich seine Zeit, bis man soweit ist einen Vogel auch sicher bestimmen zu können. Ein Notizblock auf dem man bereits einige Vorgaben eingetragen hat, kann da hilfreich sein.

Folgende Angaben sollte man bereits vorher eingetragen haben :

Habitat …………. in welcher Umgebung habe ich den Vogel gesehen, Wald, Waldrand, Wiese, Feuchtgebiet, Feld, Blumenwiese etc.

Beinfarbe ………. eventuell hilft schon hell/dunkel, oft sind die Beine nicht gut zu sehen.

Augenfarbe …… ebenfalls aus der Entfernung schwer zu sehen. Hat der Vogel einen Augenring und wenn welche Farbe hat dieser?

Schnabelform…. ist der Schnabel spitz, stumpf, stumpf und kurz, gekreuzt, lang und spitz, kegelförmig, gebogen, hakenförmig ? Der Schnabel sagt viel aus über die Fressgewohnheit des Vogels, was bei der Artenfindung hilfreich ist.

Federkleid …….. Hat der Kopf eine besondere Zeichnung? Haube, Farbe, Scheitel, Form wie Kragen, Bart, Wangenzeichnung (zB Haussperling/Feldsperling), Ohrdecken (Kopfseite – etwa auf Höhe unserer Ohren), hat der Vogel einen Augenstreif, welche Farbe ? lang?, kurz? schmal? breit? Sind Schnabel und Augen durch einen Streif verbunden etc.

Ist der Flügelbug markiert? (Flügelbug ist die Stelle wo die Flügel beim Anlegen einknicken. Übergang Arm/Hand.

Flügel ……………. Form des Flügels – langer und schmaler Flügel, spitzer Flügel , breiter Flügel , grosse Flügeloberfläche ), runder Flügel. Flügel mit Flügelstreif oder Binde? Länge der Federn im Verhältnis Schirmfedern zu Schwingfedern. Kann man die Anzahl der “Finger” erkennen? Hat die Oberseite des Vogels ein Muster? Schulter – Nacken? Sind die Schwingfedern gezackt oder gebändert…

Mehr zum Flügelaufbau gibt es hier

Schwanz ………… Schwanz lang, kurz im Verhältnis zum Körper, gegabelt, gebuchtet, mit Flügelband?

Stimme ………….. Wenn man den Vogel hört, ist das eine gute Möglichkeit ihn zu identifizieren. Dazu läßt man sich einfach eine Lautsprache einfallen die den Gesang nachahmt. Wie tiriririlili dööö … oder ähnlich, je nachdem wie man es selbst wahrnimmt.

Ein Foto mit einem Teleobjektiv gemacht, hilft selbstverständlich bei der Suche im Bestimmungsbuch, was natürlich zur Pflichtlektüre gehört.

Kleptoparasitismus – was ist das ? Tierreich

Kleptoparasitismus – dieses Wort kannte ich bisher auch noch nicht und wird bisher nur dem Tierreich zugeschrieben. Es ist die Bezeichnung für das Ausnutzen bestimmter Lebensleistung anderer Lebensformen.

So ist die Nutzung einer Nisthöhle die eine andere Gattung gebaut hat Kleptoparasitismus, weil die Nisthöhle von einer anderen Vogelart gebaut wurde als die Art die sie jetzt nutzt. Die Spechthöhle wird gerne von anderen Vogelarten genutzt, aber auch von anderen Säugetieren und Insekten wie dem Siebenschläfer, der Fledermaus oder der Hornisse.

Das Eichhörnchen in meinem Futterhaus nimmt sich auch Sachen die eigentlich für die Vögel gedacht sind. Der Grundgedanke des Futterhauses ist eben die Nutzung durch Vögel.

Kormorane verhindern mit ihrem Kot das Wachstum von Bäumen und halten so Flächen frei, was sich Gänse, Enten und andere Wasservögel nutzen dann diese Flächen für die Nahrungssuche.

Hochseevögel versuchen den Fang anderer Seevögel im Flug zu erbeuten. Manche Männchen versuchen sich den Erfolg eines anderen Männchen bei der Bruthilfe zu erschleichen um sich an das Weibchen ohne eigene Bemühungen heranzumachen und sich zu paaren.

Kleptoparasitismus bei den Pinguinen. Wenn die Pinguine versuchen aus dem Nachbarnest Nistmaterial zu stehlen um es im eigenen Nest zu verwenden, oder Nahrung aus dem Nest stibitzen, wird das Beuteparasitismus benannt, eine Unterart des Kleptoparasitismus.

Die Beute wird schmarotzert – Parasitos = Schmarotzer – Kleptomanie – der Drang zum stehlen.

Der Begriff Kleptoparasitismus wird stets im Zusammenhang mit dem Tierreich genutzt. Ich meine das man den Begriff durchaus auch auf die Menschen übertragen kann.

Wenn durch Vertreibung eines Menschen dessen Besitztum, das er sich selbst aufgebaut hat, von einem anderen einfach übernommen wird, wie es in den Siedlungsgebieten Palästinas geschieht, ist das für mich auch nicht anders zu bezeichnen, als die Inbesitznahme einer Spechthöhle durch eine andere Vogelart. So könnte man auch den Begriff “Enteignung” in einem neuen Licht betrachten.

Totholzhecke

Totholzhecke – auch unter dem Namen Benjeshecke bekannt, nach einer Idee der Brüder Heinrich und Hermann Benjes, ist die Art einer Heckenbildung auf natürliche Art.

Gesehen haben wir sie sicher alle schon. Diese “geflochtenen” Wälle aus Reisig” und Schnittgut. Aufgeschichtetes Totholz mit bänderförmiger Verbindung. Bisher dachte ich immer diese Anlagen wären extra für Vögel, Igel und Insekten aufgestellt worden.

Totholzhecke oder Benjeshecke

Der Gedanke dahinter ist jedoch ein anderer. Zwar ist es schon der Sinn die Vögel und andere Tiere dazu zu animieren in dem Gehölz ihr Domizil aufzuschlagen, aber es existiert ein Hintergedanke.

Die Vögel hinterlassen, wie auch die anderen Bewohner der Benjeshecken oder Totholzhecke, ihren Kot. Dieser fällt auf den Boden und läßt als natürliches Saatgut Pflanzen der heimischen Gewächse entstehen, die gesichert durch das Totholz, ungefährdet vor Verbiß heranwachsen können.

Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise eine stabile, dichte Hecke. So wie diese wächst, zerfällt das Reisig und es wächst eine Hecke heran, die der Artenvielfalt gerecht wird und besser ist als jeder Zaun.

Sträucher, Bäume und die Vögel gehen eine Symbiose ein. Die Pflanzen umhüllen Samenkörner mit Fruchtfleisch um Vögel anzulocken. Dadurch verteilen die Vögel den Samen der Hagebutte, der Eberesche, der Stachelbeere und anderer fruchttragender Pflanzen mehrere hundert Meter weit.

Wer also Vögel in seinem Garten haben möchte sollte heimische Pflanzen anpflanzen. Die Eberesche heißt ja nicht umsonst auch “Vogelbeerbaum”. Der Holunderstrauch ist bei über 60 Arten überaus beliebt. Die Drossel liebt die Beeren der Traubenkirsche und das Rotkehlchen das Pfaffenhütchen.

So bilden Vögel und Pflanzen eine Gemeinschaft, die beiden zu Nutze kommt.

Kiekkaaste

Kiekkaaste – das ist der Name des wohl schönsten und bemerkenswertesten “Grenzturms” an der deutsch – niederländischen Grenze.

Kiekkaaste – oder Guckkasten ist allerdings nicht als Grenzturm gedacht, sondern ein wunderbarer Beobachtungsturm im Watt am Dollart.

Kiekkaaste

Lediglich die Bohrinsel bei Dyksterhusen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeeer führt noch in das Watt hinein.

An fast allen Stellen der Küste kann man nur vom Deich aus auf die weit im Schlick befindlichen Limikolen und Watvögel sehen. Die Entfernungen sind schon recht beachtlich und man muß eine sehr starke Brennweite am Glas oder der Kamera haben um gute Beobachtungen oder Fotos machen zu können.

im Watt
die Kiekkaaste

Ganz anders verhält es sich an der Kiekkaaste, die quasi mitten im Schlick gebaut worden ist. Ein Plankenweg führt durch das Schilf und die Strandastern hinaus an den Wasserrand zum Turm. Unterwegs hört man die Blaukehlchen im Schilf und schließlich führt eine vier Meter hohe Wendeltreppe hinauf auf den Beobachtungsturm.

Treppe
Wendeltreppe zum Turm

Die Fenster sind mit Sichtklappen versehen und Farbtafeln im Inneren helfen bei der Bestimmung. Allerdings sind die Bezeichnungen auf holländisch und dann muß man schon wissen das “Swaarter Ruiter” der “Dunkle Wasserläufer ist” oder “Tureluur” der “Rotschenkel“.

Die Artenvielfalt ist groß und die Vögel befinden sich “direkt vor der Haustür”. Mit etwas Glück und einem guten Tele kann man sogar die Seehunde auf den Sandbänken vor Emden erkennen.

Kiekkaaste

Ansonsten sind Regenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer, Grünschenkel, Säbelschnäbler, Schnepfen und natürlich Gänse zu sehen.

Zu empfehlen ist eine morgendliche Anfahrt in der Woche, dann ist es noch ruhig am Turm und man sollte den Tidekalender kennen. Bei Flut kann es sein das Stiefel nicht ausreichen und wer bei Ebbe auf dem Turm ist und die einsetzende Flut mißachtet, muss eventuell in Kauf nehmen bis zur nächsten Ebbe auszuharren. Das kann natürlich auch spektakulär sein, wenn man etwas Verpflegung und Ersatzakkus für die Kamera dabei hat.

Kiekkaaste

Die Kiekkaaste ist ein “Muß” für jeden Naturliebhaber der sich in der Region am Dollart aufhält und Parkplätze sind am Wehr vorhanden. Von hier aus geht aus dann auch durch das Schilf zum Turm. Wir besuchten den Turm anläßlich unserer einwöchigen Reise nach Ditzum im Rheiderland.

Kiekkaaste