Jungvogel

Jungvogel – „oh, ein süßes Vogelbaby und ganz alleine.“ Das glauben die meisten Leute wenn sie einen Bummel durch die Natur einen Jungvogel am Boden sehen. Offenbar ist der Kleine völlig hilflos und Eltern sind keine zu sehen.

Jungvogel
Jungvogel

In den meisten dieser Situationen benötigt die jungen Vögel allerdings unsere Hilfe nicht. Jungvögel verlassen das Nest bereits bevor sie in der Lage sind zu fliegen. Sie werden noch einige am Boden von den Altvögeln gefüttert und versorgt. So eine Brut besteht aber nicht nur aus einem Jungvogel, sondern aus mehreren,und auch junge Vögel sind neugierig und erkunden die Umgebung.

Die Kleinen können zwar noch nicht fliegen, aber huschen, springen un laufen und verteilen sich so in der Nachbarschaft. Die Eltern sind deshalb wohl gerade mit einem der anderen Jungen beschäftigt, wenn man einen „einsamen“ kleinen Vogel findet. Meist dauert es nicht lange und einer der Eltern erscheint.

Jungvogel
Bodenfütterung

Sollte eine Katze oder ein anderes Haustier in der Nähe sein, das Jungvogel gefährlich werden könnte, kann man ihn durchaus auf einen Ast setzten. Jungvögel haben bereits Gefieder und „Finger“ mit denen sie sich festhalten können.

Ein Nestling hat kaum Federn und kann auch nicht hüpfen oder laufen. Er kann sich auch noch nicht mit dem Finger festhalten. In unmittelbarer Nähe müßte sich ein Nest befinden. Dann kann man das Baby ruhig wieder in das Nest legen. Vögel erkennen die Jungen nicht am Geruch, wie andere Tierarten und werden den Vogel weiter versorgen.

Man könnte das Nest eine Zeit lang beobachten, um festzustellen, ob die Eltern noch das Nest versorgen. Es kann auch sein, dass die Eltern durch irgend einen Umstand ums Leben gekommen sind, dann wendet an sich am Besten an den NABU oder sucht z.B. auf der Internetseite mit dem unterlegten Link eine Auffangstation.

Nur selten wird aber tatsächlich derartige Hilfe benötigt, weil es zwar oft aussieht als wären die kleinen Jungvögel einsam, meist ist das aber nicht von langer Dauer.

Jungvogel
Grafik vom NABU Berlin dort ist die Hilfe Nummer : 0303 – 5471 2892

Schmetterling

Schmetterling – über die Raupe freuen sich in erster Linie die Vögel, aber auch einige Menschen sind begeistert von diesen wundersamen Kreaturen und besonders, nachdem aus ihnen einer dieser farbenfrohen Schmetterlinge geworden ist, sind auch die Menschen hoch erfreut bei ihrem Anblick.

Das Wort „Schmetterling“ geht zurück auf den altertümlichen Begriff für „Rahm“ – das hieß einmal „Schmetten“. Die Vorliebe der Schmetterlinge für saure Milch führte dann schließlich zur Namensgebung – Schmetterling.

Schmetterling – groß und klein

Weltweit gibt es mehr als 150.000 Arten und der größte der Art, ist ein aus Südamerika stammender Schmetterling mit dem Namen „Thysania agrippina“ oder auch „weiße Hexe“ oder „brasilianische Rieseneule“, mit einer Flügelspannweite von bis zu 35 cm.

Mit einer Größe von nur 2 Millimetern ist „Stigmella ridiculosa“ die kleinste Schmetterlingsart.

Einige Schmetterlinge fliegen sehr weite Strecken, so gibt es Insekten die von Nordafrika nach Mitteleuropa fliegen. Manche Falter wandern in neue Gebiete. So gibt es mittlerweile das „Taubenschwänzchen“ auch in Norddeutschland. Ursprünglich kommt der Falter aus Südeuropa.

Bei den Faltern unterscheidet man zwischen Tagfaltern und Nachtfaltern

Schmetterling – Nachtfalter-Tagfalter

Schmetterling
pixabay -josch13 – Nachtfalter

Der Nachtfalter ist, wie es der Name schon sagt, zumeist in der Nacht und in der Dämmerung aktiv. 3500 Arten zählen zu den Nachtfaltern. Häufig werden sie verächtlich als „Motten“ abgetan, dabei sind gerade die Nachtfalter besonders interessant anzusehen. Längst nicht alle Nachtfalter sind unattraktiv. Auch sie haben Farben um sich vor ihren Fressfeinden tarnen zu können. Ein gewisser Teil dieser Falter ist in der Nacht und am Tage aktiv und ein kleiner Teil auch am Tage, wie das Widderchen.

Anhand der Fühler kann man Tag- und Nachtfalter gut unterscheiden. Dem Nachtfalter fehlt an der Spitze der Fühler der „Kolben“ und manche Fühler haben kleine „Kämme“ an den Seiten.

Schmetterling
deutlich sind die Kolben am Fühler zu sehen – Tagfalter – Admiral

Ein weiterer Hinweis auf Tag- oder Nachtfalter ist die Haltung der Flügel. Während der Nachtfalter die Flügel in der Ruhe eng angelegt hat, hat der Tagfalter die Flügel nach oben zusammen geklappt. Außerdem können die nachtaktiven Schmetterlinge ohne Nahrung auskommen der tagaktive Schmetterling benötigt den Nektar zum Überleben.

Viele Arten sind gefährdet. Die Überdüngung der Felder, Veränderung des Lebensraumes, Entwässerung von Feuchtgebieten und natürlich die Schädlingsbekämpfungsmittel machen den Insekten das Leben schwer. Fortschreitende Verdichtung und Versiegelung der Böden und Wege, Steingärten und künstliche Lichtquellen haben für den Schmetterling fürchterliche Folgen. Vom allgemeinen Insektensterben der letzten Jahre sind die Falter ebenso betroffen.

Wenn wir weiterhin Admiral, Landkärtchen, Tagpfauenauge, oder den kleinen Fuchs sehen wollen, sollten wir überlegen ob wir nicht die ein oder andere Distel auch einmal stehen lassen, denn für die Raupen dieser Falter sind die Disteln äußerst wichtig. Auch Vögel wie der Distelfink, auch als Stieglitz bekannt, werden sich darüber freuen, zumal der Stieglitz, der die Samen der Distel liebt.

Wettervorhersage durch Vögel

Wettervorhersage durch Vögel – was ist dran an den Sprüchen über Vögel, wenn es um die Frage geht wie das Wetter wird ?

Fliegt die Schwalbe hoch, soll es schönes Wetter geben. Fliegen die Vögel früh in die Winterquartiere gibt es einen langen Winter etc.

Das die Schwalbe hoch fliegt liegt weniger daran das sie uns sagen will „Morgen scheint die Sonne“, sondern daran das die Insekten so hoch fliegen und die Mauersegler und Schwalben die Insekten im Flug fangen. Da der Mensch die Insekten natürlich nicht wahrnimmt, sondern die Vögel, sind es eben die Vögel die darauf hindeuten,dass das Wetter schön bleibt. Das die Insekten so hoch fliegen liegt wiederum daran das sie bei Hochdruckwetter nach oben getragen werden und Hochdrucklagen stehen für gutes Wetter.

Es kann aber durchaus auch passieren das Insekten bei einer Tiefdrucklage hoch fliegen, wenn nämlich die Luft sehr warm ist. Dann stimmt die „Wettervorhersage“ nicht mehr so ganz.

Wettervorhersage durch Vogelgesang

Singvögel beginnen ihren morgendlichen Gesang je nach Länge der Tageszeit und nach der Temperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck und das Licht spielen eine wichtige Rolle. Nach diesen Faktoren richtet sich der Ruf der Vögel, das Fressverhalten und der Nestbau. Auch der Start und die Rückkehr zu und aus den Winterquartieren hängt damit zusammen.

Es gibt auch Vögel die auf einen bevorstehenden Wetterwechsel mit Rufen reagieren. Im Volksmund bezeichnet man derartige Vögel als Regenvögel oder Gewittervö!.

Dem Buchfink wird ein spezieller Regenruf nachgesagt. Auch wenn der Regenruf nur während der Brutzeit zu hören ist, ist der Ruf des Buchfinks der einzige Vogelruf der unmittelbar vor und nach einem Regendurchzug zu hören ist.

Wettervorhersage durch Zugvögel

Zugvögel sammeln bestimmte Faktoren, bevor sie den Zug in die Winterquartiere beginnen. Dazu gehören die Nahrungsvorkommen, die Tageslänge und die Wetterlage. Ist der erste Kälteluftstrom früh im Jahr und es gibt Bodenfrost starten auch die Vögel früher. Für die Menschen ist das ein Hinweis auf einen langen Winter.

Wettervorhersage – Wetterfühligkeit

Unserer Vögel können auf eine Evolution von 150 Millionen Jahren zurück blicken. Zu einer Zeit als noch die Dinosaurier auf der Erde vorkamen. Eine Entwicklung über so viele Jahre bewirkt viel. Das Leben der Vögel ist stark mit der Atmosphäre verbunden. Kein Wunder das sie atmosphärische Veränderungen auch früh wahrnehmen können. Vögel spüren Druckveränderungen, Veränderungen des Lichts und der Wolken. Selbst die elektrische Spannung in der Atmosphäre und etwaige Schwankungen werden von den Vögeln erkannt.

Der Körperaufbau und der Knochenbau des Vogels ist auf die Luftströmung abgestimmt. Der Luftstrom an der oberen Körperfläche des Vogels ist anders als der Luftstrom an der unteren Körperfläche. Das Federkleid ist atmungsaktiv und isoliert.

Wettervorhersage – Klimawandel

Der Klimawandel und damit einhergehend eine veränderte Wetterlage bewirkt bei vielen Vögel bereits eine Verhaltensänderung. Bis zu 3000 Kraniche verbringen mittlerweile den Winter in Mecklenburg Vorpommern und verzichten auf den Flug nach Spanien. Bereits in früheren Jahren stellte man fest das die Vögel bereits in Frankreich überwinterten und nicht mehr bis Spanien flogen. Dadurch das die Winter bei uns immer milder werden, verzichten viele Tiere auf die Strapazen des Vogelzuges. Durch mildere Winter gibt es auch entsprechend mehr Nahrung für die Vögel, was ja ein wichtiger Faktor für das Verweilen ist.

Nester und Nestbau

Nester – unterschiedliche Nestbauweisen ermöglichen es den Vögeln alle Lebensräume zu besetzen. Nester findet man an den Steilküsten, an glatten Baumästen und schmalen Felsenbändern, am Boden, ind Mulden und auf den höchsten Wipfeln der Bäume.

Nester bieten Schutz vor der Unbill des Klimas und der Natur, vor Kälte und Hitze. Sie schützen vor Fressfeinden und sind der Mittelpunkt im Vogellebens.

Erst die „Erfindung“ des Nestes ermöglicht es, die Brut so lange betreuen zu können, bis diese ein selbständiges Leben führen kann.

Im Verlauf der Evolution veränderte sich die Bauweise, die Bauart und die Tarnung der Nester. Immer wieder haben sie sich den Faktoren der Umwelt anpassen müssen. Das führt zu ständig neuen Bauweisen und angepasstem Nistmaterial, teilweise mit schlimmen Folgen.

So ertranken junge Störche, weil die Eltern Plastikstücke als Nistmaterial mit einbauten. Das führte dazu, dass das einfallende Regenwasser nicht mehr ablief und die Tiere im Nest ertranken. Plastik aus den Meeren wird als Baumaterial bei Seevögeln benutzt und Haubentaucher bauten bereits Nester auf Plastiktüten.

Manche Vögel kämpfen regelrecht um Standorte und Material. Konkurrenzkämpfe finden statt.

Einige entwickeln Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr. Der Kleiber „verklebt“ das Einflugloch zu seiner Nisthöhle so weit, dass kein größerer Gegner mehr hineinpaßt.

Enten die ihr Gelege in Mulden am Boden errichten müssen sich andere Schutzmaßnahmen überlegen. Sie bespritzen ihr Gelege mit Kot um durch den üblen Geruch vom Nest abzulenken. Andere Vögel nutzen das Brüten in Kolonien, Gemeinsamkeit macht stark. Wieder andere Eltern „verleiten“ ihre Feinde indem sich sich in einiger Entfernung vom Nest lahm stellen.

Nester dienen den Vögeln aber nicht nur zur Aufzucht der Jungen. Sie sind Schlafstelle und Mittelpunkt im Sozialverhalten der Tiere.

Nester und Nestbau
Haubentaucher

Nester und Nestbau

Trauerschnäpper statten ihre Nisthöhle mit dürren Blättern, Farnblättern, Baumrinde und Flügelblättern vom Samen aus, bis eine gewisse Höhe erreicht ist. Auf diese Unterlage wird dann eine Mulde aus feinerem Material gebaut. Feine Wurzeln, Pflanzenfasern und Bast, gelegentlich auch Tierhaare werden benutzt. Wenn es während dieser Bauphase regnet wird das von den Vögeln sehr begrüßt, lässt sich doch dann das Baumaterial leichter verformen.

Forscher stellten fest, warum Stare als Nistmaterial gerne „Grünes“ benutzen. Mit dem grünen Material wollen sie das unverpaarte Weibchen anlocken.

Ein Henkelkorbnest bauen die Beutelmeisen. Ihre Nester gehören zu den beeindruckendsten der heimischen Vogelwelt. Den Standort des Nests wählt das Männchen aus und er beginnt auch mit dem Bau. Die Nester werden häufig in der Nähe der Altnester gebaut. Zu beginn der Brutsaison bauen manchmal auch beide Partner noch gemeinsam am Nest. Jahr für Jahr werden die gleichen Weiden oder Birken wie aus den Vorjahren genutzt.In einer Höhe zwischen 1 und 15 Metern wird das Nest angelegt.

Im Schilf oder über dem Wasser hängen die Nester niedriger. Je weiter die Jahreszeit voran schreitet, umso höher wird das Nest errichtet.

Die erste Bauphase erfasst die Seitenwicklung, aus der ein Ring gebaut wird. Nun entsteht eine Schaukel und anschließend ein Hängekorb. Danach wird im nächsten Bauabschnitt das Taschenstadium begonnen und endet schließlich im Endprodukt „Nest“ mit einer Röhre.

Das Material besteht aus Fasern von Hopfen und Brennnesseln, sowie Samenwolle der Pappeln und Weiden. Manchmal wird auch Baumaterial aus den alten Nestern genutzt.

Die Buchfinkin bestimmt über den Nistplatz. Sie entscheidet auch über den Brutplatz und über das Baumaterial. Die Finkin kommt mit dem Schnabel voller Baumaterial angeflogen und verharrt zunächst einige Meter vom Nest entfernt bevor sie hineinfliegt und das Nistmaterial ablegt. Mit erhobenem Kopf und Schwanz strampelt sie immer wieder mit den Beinen nach hinten und formt so die Nistmulde. Vierzig Prozent des Nistmaterials besteht aus Spinnweben, der Grundbau aus Moos und im weiteren Verlauf kommen noch Baumfasern, Holzspäne, Grasblätter und evtl. Schafwolle zum Einsatz.

Goldhähnchen Bauen Nester der Extraklasse. Die winzigen Vögel bauen ihre Nester in großer Höhe. Diese sind extrem gut getarnt. Die Nester gehören zu den bestisolierten und wärmsten der Vogelwelt. Das ist auch notwendig, weil die Nestlinge seht klein und kälteempfindlich sind. Die Nestmulde ist so dehnbar angelegt, dass sie sich immer der Größe der Nestlinge anpasst.

Sperlinge sind nicht wählerisch im Anlegen eines Nests und sehr unordentlich. Hat die Haussperlingsdame allerdings einen Partner der ihr häufig Federn bringt, dankt sie es dem fleißigen Federnsammler indem sie mehr Eier legt.

Haubentaucher bevorzugen für den Nestbau das Schilfröhricht. Sie bauen aber auch in Seebinsen und an Rohrkolbenbeständen. Auch an ins Wasser hängenden Sträucher und Bäume werden Nester angelegt. Beliebt sind auch Schwimmblattteppiche aus See- oder Teichrosen.

Da die Schwimmblattnester sich schnell zersetzen wird auch während der Brut ständig am Nest ausgebessert.

Auch für die Vögel gilt also der Sinnspruch „my home is my castle“.

teilweise Infos aus verschiedenen Heften von „der Falke“

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen „u“ ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Hervester Bruch
Wasserbüffel
Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrinder
Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Hervester Bruch
Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Grauammer
Schnatterente
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Hervester Bruch
Hervester Bruch
Bachstelze

Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im „Feld“ bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff „Kämpe“ für das Wort „Feld“ steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der „Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Urdenbacher Kämpe3

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Urdenbacher Kämpe3

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Urdenbacher Kämpe3
Urdenbacher Kämpe3
Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie „meine Zeit ist der Sommer“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: “ So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön“.

Graureiher
Graureiher

Revanche

Die Revanche der Erde für die Vergehen an der Natur scheint gerade im großen Stil voran zu schreiten.

Die Häufigkeit von Epidemien und Pandemien steigt und geht mit Corvid-19 einem Höhepunkt entgegen. Entstanden durch den unkontrollierten Umgang mit Wildtieren und der Zerstörung der Umwelt. Die Erde scheint aber nicht nur Revanche an den Menschen zu nehmen.

Ein massenhaftes Sterben schreitet gerade von Rheinland Pfalz über Hessen und Thüringen bei den und anderen Singvögeln voran. Tausende Vögel sind der bisher unbekannten Infektionskrankheit zum Opfer gefallen. Bei den Blaumeisen hat das zur Folge das man bereits die Bestandsfrage stellt.

Ursache gefunden: siehe Nachtrag 1 – weiter unten im Text

Seit einigen Jahren greift das USUTU Virus bei den Amseln um sich. Jeden Sommer sterben unzählige Vögel an dem Virus, das sich von Jahr zu Jahr weiter in Richtung Norden ausbreitet. Von 2011 bis 2016 ging der Bestand an Amseln um 16 Prozent zurück. Neuerdings wurden bei Vögeln in sieben Fälle des West-Nil – Virus in Ostdeutschland entdeckt, das auch für den Menschen ansteckend ist.

Aus Asien kommt der Bsal-Pilz – auch Salamanderpest genannt. Von der Eifel über das Ruhrgebiet breitet sich die Pest aus und tötet unzählige Feuersalamander. Der Hautpilz droht den Bestand der Tiere zu vernichten.

Verheerenden Bränden in Australien, ausgelöst durch den voranschreitenden Klimawandel, fielen 1,25 Milliarden Tiere zum Opfer. Eine Fläche in der Größe von Österreich litt unter den schwersten Buschbränden die der Kontinent je erlebte. Tausende Koalas, Vögel, Kakadus und Kängurus verendeten in den Flammen. 30 Prozent der Koala Bestände sind verloren.

In den Regenwäldern des Amazonas vernichtet der Mensch die uralten Wälder. 9000 Brände wurden zum größten Teil von Menschen gelegt und breiteten sich durch die Trockenheit schnell aus. Es starben tausende Säugetiere, seltene Arten, Amphibien und Vögel. Das ist alles sicher nicht die Revanche der Erde an die tierischen Bewohner, es ist die Revanche an den Menschen, unter der nun als Folge auch die Tiere leiden müssen.

Um uns herum stirbt die Natur. Aus dem Blickwinkel geraten sind dabei die weiterhin existierende Schweinepest und die Vogelgrippe. Die Vernichtung der Ressourcen und die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sorgten für das große Insektensterben. Die Lebensgrundlage der Feldvögel wurde zerstört und 70 – 90 Prozent dieser Arten sind bereits verschwunden. Massenhafter Zufluß von Gülle, die über die Flüsse die Ostsee erreichen, sorgen dafür das ganze Bereiche der Ostsee bereits tot sind. Dort existiert kein Leben mehr.

Die Reihe der menschgemachten Zerstörungen kann noch lange fortgesetzt werden. Die Überfischung der Meere, die Massentierhaltung, Austrocknung der Moore zu Gunsten der Landwirtschaft, Vernichtung alter Wälder für die Holzwirtschaft und und und…

Gegen den Corona Virus wird durch Politik und Bevölkerung konsequent vorgegangen. Da wird sogar auf persönliche Freiheiten verzichtet, Bewegung eingeschränkt, auf Urlaubsreisen verzichtet. Plötzlich ist kaum noch ein Flugzeug am Himmel, wo sonst alle drei bis vier Minuten ein Flugzeug zu sehen war (Essen-Bredeney-Maschinen im Anflug oder Abflug von un nach Düsseldorf).

Werden wir uns künftig auch im Kampf für unser Klima, für die Umwelt und die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder so heftig einsetzen wie gegen das Virus? Geben wir der Erde künftig keinen Anlass mehr für eine Revanche ?

Nachtrag 1 zum Meisensterben – 21.04.2020der Erreger ist ein Bakterium mit dem Namen „Suttonella Ornithocola“. Erstmals 1996 in England und Wales aufgetreten, 2018 erstmals in NRW registriert. Eine Gefährdung für Menschen und andere Tiere besteht nichtDie befallenen Tiere erleiden eine Lungenentzündung und Darmerkrankungen. gem. niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Nachtrag 2April 2020 – Im Raum Basel fallen die Stadttauben vom Himmel. Auch Meisen, Enten und andere Vogelarten sterben. Als Ursache wurde die Taubenpest nachgewiesen.

Die ansteckende Krankheit verbreitet sich über die Schnabelöffnung, die Bindehaut, sowie Nasensekret und Augensekret.

Als Überträger kommen Insekten Nagetiere und auch der Mensch in Frage. Die Krankheit endet bei den Tieren fast immer mit dem Tod. Auch Menschen können sich infizieren. Symptome sind Grippeerscheinungen und Bindehautentzündungen.

Zu Beginn der Paramyxovirus-Infektion beim Vogel treten allgemeine Symptome wie Fieber, Schnupfen (Rhinitis), Bindehaut-Entzündungen und wässriger, grünlicher oder gelblicher Durchfall auf. Erkrankte Vögel wirken oft weggetreten, sind schläfrig und matt. Außerdem können Probleme beim Atmen auftreten.

Das Paramyxovirus breitet sich immer weiter im Körper des Vogels aus und befällt neben den Atemwegen auch den Verdauungstrakt, die Nieren und das zentrale Nervensystem. Die Blutgerinnung ist gestört. Dadurch entstehen kleine, punktförmige, mitunter aber auch großflächige Blutungen in den beteiligten Organen. Haben sich die Paramyxoviren im Nervensystem angesiedelt, treten Nervenstörungen auf: Der erkrankte Vogel hält zum Beispiel den Kopf schief, zittert, seine Flügel und Beine können gelähmt und die Stimme verändert sein (aus Tiermedizinportal)

Zwillbrocker Venn

Zwillbrocker Venn – gelegen am Westrand des Münsterlandes, unmittelbar an der Niederländischen Grenze im Ortsteil Zwillbrock ist ein Teil der Gemeinde Vreden.

Die Tour startet an der Biologischen Station Zwillbrock. Hier ist der Zugang zum Rundweg um das Venn gut ausgeschildert. Gleich zu Beginn sehen wir die interessante Barockkirche St. Franziskus. Das Altarbild ist wie bei einer Theaterkulisse verschiebbar.

Der Weg durch das Zwillbrocker Venn liegt die meiste Zeit schön im Halbschatten. Zahlreiche Eichen und Birken säumen den Weg. Aus allen Ecken und Winkeln erschallt der Gesang der Vögel. Mehr als sechzig Vogelarten sind im Venn beheimatet.

Fitis

Zilpzalp, Fitis, Goldammer und viele andere Arten sind zu sehen und zu hören. Im Venn wurde ursprünglich Torf abgestochen. Später füllten sich die Senken mit Wasser. Heide, Stillgewässer , Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft. Die Flachgewässer sind der ideale Lebensraum für die Flamingos. Das Zwillbrocker Venn ist die einzige Stelle wo es in Deutschland frei lebende Flamingos gibt. Auch der blaue Moorfrosch ist im März/April mit seinem Balzruf zu hören. Dafür waren wir aber wohl zu spät dran.

Zwillbrocker Venn
Goldammer

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zunächst siedelten sich Chile Flamingos im Venn an. Schließlich folgten europäische Rosaflamingos. Heute sind 40 Flamingos im Venn und bis Ende Mai rechnet man mit etwa 50 Tieren. Die Jungvögel kommen im Mai / Juni zur Welt und kehren nach einigen Jahren wieder in ihr Brutgebiet zurück. Die Wintermonate verbringen die Flamingos am Ijsselmeer, im Rheindelta und am Veluwemeer in den Niederlanden.

Im Hintergrund sieht man riesige Lachmöwenkolonien. 5000 Brutpaare sollen hier heimisch sein.

Zwillbrocker Venn
Flamingos

Es war unser dritter Besuch im Zwillbrocker Venn. Bei unserem ersten Besuch 2017 waren noch deutlich weniger Flamingos zu sehen und der Besuch im Jahr 2019 blieb uns in schlechter Erinnerung. Es war damals sehr heiß und die Monate vorher waren von viel Trockenheit und Dürre geprägt. Das Venn hatte kein Wasser mehr. Wo sonst die Flamingos und Möwen zu sehen war, war nichts mehr. Zudem war es die Zeit des Eichenprozessionsspinner, überall standen Warnschilder und Eichen gibt es hier sehr viele. Man war also mehr auf den eigenen Schutz bedacht, als auf die Natur zu achten. Wir hatten schon Sorge das die Flamingos für immer wegbleiben würden.

Jetzt aber, Ostern 2020 war das Bild ein völlig anderes. Feuchte Wiesen in saftigem Grün, angenehme Temperaturen, der Gesang der Vögel und die Möwen und Flamingos auf den Gewässern waren eine helle Freude. So hat man auch gerne eine der Bänke in Anspruch genommen, einen kleinen Imbiss genossen und die Seele baumeln lassen.

Auch wenn die Beobachtungs- und Aussichtstürme wegen der Corona Krise geschlossen waren, konnte man an genügenden Stellen das Treiben auf dem Wasser beobachten.

Auf der Heimfahrt schwärmten wir noch von dem schönen Tag im Zwillbrocker Venn.

Graugänse
2019 – das ausgetrocknete Venn
Zwillbrocker Venn
2017 im Zwillbrocker Venn

Corona Virus

Corona Virus – Pandemien und Artenverlust – besteht da ein Zusammenhang ?

Hat die Zerstörung unserer Umwelt, die Zerstörung von Ökosystemen und der Klimawandel einen Einfluß auf durch Viren entstehende Katastrophen, wie es zur Zeit durch das Corona Virus der Fall ist ?

Dr. Enric Sala, ein Forscher von National Geographic, der sich aktiv mit Exploration (Erkundung von Lagerstätten und Abbaumöglichkeiten für erschöpfliche Ressourcen) , Forschung und Kommunikation beschäftigt, um den Schutz der Ozeane voranzutreiben, ist überzeugt das es in Zukunft mehr Krankheiten geben wird. Das Abholzen und die Zerstörung der Natur, das Fangen von Wildtieren zur Nutzung als Haustiere, als Nahrung oder Medizin wird neu Krankheiten mit sich bringen.

Bereits jetzt fordert Covid-19 tausende Tote.

COVID-19 ist die ansteckende Krankheit, die vom zuletzt entdeckten Coronavirus verursacht wird.

Experten bezeichnen dieses Coronavirus als das neuartige Coronavirus. Dies bedeutet, dass es sich um eine neue Art Coronavirus handelt, die bisher unbekannt war bzw. über den man noch nichts wusste.

IFAW – International er Tierschutz-Fonds

Der Ursprung des Virus verbreitete sich, so wird jedenfalls angenommen, von einem Nassmarkt im chinesischen Wuhan.

Aus Nass- oder Feuchtmärkten entwickelten sich auch die MERS und SARS Pandemien. Chinesische Forscher gehen davon aus, dass Säugetiere, die als „schuppige Ameisenfresser“ bekannt sind, die wahrscheinliche Quelle von Corvid-19 sind. Krankheiten, die sich von Tieren auf Menschen übertragen und umgekehrt, nennt man Zoonosen. HIV und AIDS haben wohl ihre Ursache in Westafrika. Dort wurden Schimpansen gejagt, geschlachtet und verzehrt.

Corona Virus
pixabay – piro4D

Auf Nass / Feuchtmärkten sind exotische Tiere in Käfigen auf engstem Raum zu finden, wie es in der freien Natur niemals möglich wäre. Unmittelbar daneben, Meeresfrüchte und natürlich mittendrin der Mensch. Der Hunger nach Eiweiß treibt zum Verzehr wilder, unbekannter Tiere und machen uns als Ziel für Viren leicht erreichbar.

Es fehlt an Aufklärung über die Gefahren beim Konsum oder Verzehr von Wildtieren. Regulierungen sind faktisch nicht vorhanden. Erst jetzt, nach den verheerenden Folgen des Corona Virus in Wuhan, erfolgt in China ein Verbot der Zucht und des Konsums von Wildtieren auf Märkten.

Die Ebola Pandemie entstand durch Überfischung an den Küsten afrikanischer Staaten, was die Bevölkerung dazu zwang auf Buschfleisch zurück zu greifen. Dadurch verbreitete sich das Ebola Virus mit der Folge von 11.000 Toten, wobei eine hohe Dunkelziffer vermutet wird. Ursache: der Verzehr von afrikanischen Fledermäusen.

Die Zerstörung der Umwelt und die Vernichtung ganzer Ökosysteme bringt den Menschen in engen Kontakt mit der Tierwelt. Ökosysteme sind voll mit wilden Tieren, Pflanzen und Bakterien. Sie alle enthalten eizigartige Viren, die uns völlig unbekannt sind. Mit diesen unbekannten Viren setzen wir uns durch Umweltzerstörung unmittelbar aus.

Der Wissenschaftsautor David Quammen schrieb bereits 2012 in seinem Bestseller „Spillover, der tierische Ursprung weltweiter Seuchen“ das die nächste Pandemie vom Tier auf den Menschen übertragen wird.

David Quammen vergleicht das Geschehen mit dem Abriß einer Scheune . Durch den Abriß entsteht Staub der sich in der Nachbarschaft weit verbreitet. Durch die Zerstörung des Regenwaldes werden entsprechen viele Viren aufgewirbelt und weit verbreitet. Die Viren erhalten so die Gelegenheit in den Menschen einzudringen und sich zu etablieren.

Dr. Samuel Myers, Hauptforscher am Harvard Departement of Envirement Health, erklärte gegenüber „The Independent“ : Es ist bekannt, dass fremde Tiere ein enormes Reservoir an Krankheitserregern sind, von denen wir vielen noch nicht ausgesetzt waren.

17 Prozent aller Infektionskrankheiten verursachen jährlich mehr als 700.ooo Todesfälle, mit steigendem Trend. Diese vektorübertragene Krankheiten, unter vektorübertragenen Krankheiten versteht man Infektionskrankheiten, bei denen die Erreger durch Vektoren wie z. B. Mücken oder Zecken übertragen werden, haben sich von 30 in den 1950er Jahren um das Dreifache in den 1980er Jahren vervielfältigt.

Wenn wir hoffentlich bald das Corona Virus überstanden haben, wird das Leben wieder an Fahrt aufnehmen. Werden wir aber dann auch daraus gelernt haben? Werden wir dann endlich die Einsicht gewonnen haben sorgsamer mit den Ressourcen und der Umwelt umzugehen? Werden wir den Ökosytemen mit der nötigen Ehrfurcht begegnen und sie zu schützen versuchen? Sollte uns das nicht gelingen, wird es uns in einigen Jahren wieder zu einer womöglich weit größeren Katastrophe führen.

Quellen : National Geographic, Harvard Departement of Envirement Health , Dr. Samuel Myers , David Quammen , The Independent , IFAW

 

Flugfähigkeit

Flugfähigkeit des Vogels – Beim Fliegen muss der Vogel mit drei Problemen fertig werden, sein Gewicht, dem Luftwiderstand und Luftwirbeln. Trotzdem sind die meisten Vögel ausgezeichnete Flieger. Der Auftrieb den die Flügel erzeugen befähigt die Vögel zum Fliegen. Je länger die Flügel sind und je schneller die Vorwärtsbewegung ist, desto größer ist der Auftrieb.

Die stärkere Krümmung der Oberseite gegenüber der Unterseite des Flügels bewirkt auf der Oberseite eine höhere Luftströmung. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der für den Auftrieb sorgt. Dieser Auftrieb wird durch das Flügelschlagen in Form einer „Acht“ noch verstärkt.

Kann man die Flugfähigkeit der Vögel wegen der „windschnittigen Form“ noch nachvollziehen, so waren in den 30er Jahren die Forscher noch der Meinung das die Insekten eigentlich vom Himmel fallen müßten. Die Hummel hat so gar keine aerodynamische Gegebenheiten um den recht plumpen Körper mit den kleinen Flügeln in die Luft zu hieven. Außerdem fliegt die Hummel relativ langsam, fast in Zeitlupe. Woher kommt dann der Auftrieb?

Flugfähigkeit der Insekten

Der Forscher Charles Ellington fand bei Versuchen im Windkanal heraus das über dem Vorderende der Flügel ein Tornado ähnlicher wirbelnder Aufstrom erzeugt wird, der die Flügel in die Höhe saugt. Ein derartiges Prinzip ist auch in der Luftfahrt bekannt, dort aber nicht gerne gesehen, weil es zu Abstürzen führen kann.

Die Hummel aber stürzt nie ab. Die Lösung dieser Frage bestand in der Beweglichkeit der Flügel. Auch der Flügelschlag der Insekten bildet wie bei den Vögeln eine „Acht“. Zu Beginn und am Ende dieser „Acht“ entstehen Auftriebskräfte. Insekten sind zudem in der Lage verbleibende Restenergie aus den Luftverwirbelungen für den Vor- und Auftrieb zu nutzen.

Charles Ellington verstarb im Juli 2019. Er revolutionierte in seinem Schaffen die das Verständnis um den Insektenflug.

Mythologie und Vogel

Mythologie – der freie Flug des Vogels mit seinen herrlichen Schwingen hatte schon immer eine besondere Faszination für den Menschen. So ist es nicht erstaunlich das in der Mythologie vieles zu finden ist was sich um den Vogel rankt.

Bereits der Gott Odin hatte die Gabe sich in einen Raben zu verwandeln und um über die Geschehnisse in der Welt informiert zu sein schickte er seine beiden Raben Munin und Hugin hinaus um ihm zu berichten.

Auch die Germanen verehrten den Raben als Göttervogel, der den Ausgang einer Schlacht bereits vorher wußte. In der Folgezeit galt er als „Galgenvogel“ wegen seiner Vorliebe zu Aas und das Christentum sah in ihm einen Vorboten für Tod und Pest.

Der „Benu“ wurde als göttlicher Vogel bei den Ägyptern verehrt. Er erneuerte sich jedesmal mit der aufgehenden Sonne und wurde mit der Auferstehung vom Tode und dem Gott Osiris in Verbindung gebracht. In der griechischen Mythologie entstand daraus der Phönix , der am Ende seines Lebens verbrannte um dann als Phönix aus der Asche aufzuerstehen.

Die EuleSinnbild der Weisheit, des Guten und des Bösen. Weil die Eule ihr Augenlid über den Augapfel ziehen kann wie der Mensch, gilt sie als Synonym für die Weisheit. Als Weisheitsvogel wurde sie von der Göttin Athene auserkoren. Der fast lautlose Flug der nachtaktiven Eule erzeugte bei den Menschen gewisse Ängste vor der Dunkelheit, weshalb sie auch mit Dämonen und Hexerei in Verbindung gebracht wurde.

Der wirtschaftliche Name des Specht lautet“Picus Viridis“ – der Gott Picus , Gott des Feldes und des Waldes, war mit der Nymphe Canens verheiratet, die er so sehr liebte und ihr treu ergeben war, dass er die Liebe der Kirke verschmähte. Aus Wut darüber verzauberte Kirke den Gott Picus in einen Specht, der der heilige Vogel des Mars war, mit dem Picus associiert wird. So ist der Name Picus für den Specht erklärbar.

Die nordisches Mythologie zeigt ein Bild auf dem der Adler im Wipfel des Weltenbaumes sitzt. An der Wurzel schlängelt sich die Schlange. Der Weltenbaum ist der Mittelpunkt der Welt. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde. So verbindet er den Boden mit der Unterwelt, während der Wipfel den Himmel berührt.

Der Greif stand für Klugheit und Stärke. Er war ein Mischwesen mit einem Leib des Löwen und dem Haupt eines Rabenvogels. Er war das mystische Wesen das alles Böse überwinden konnte.

Das schwarz weiße Federkleid des Storches galt als Symbol für die Unterschiedlichkeit von Männlichkeit und Weiblichkeit, Gut und Böse oder Helligkeit und Dunkelheit. Der Aberglaube befürchtet das Abbrennen eines Hauses, wenn der Storch das Nest nicht mehr annimmt. Den Namen „Seelenträger“ verdankt er dem Glauben das der Storch durch seine Beute die verlorenen und verstorbenen Seelen repräsentiert, weil er seine Beute aufnimmt und weg trägt. Im friesischen Volksglauben wandelt der Storch sich in einen Menschen und der Mensch in einen Storch.

Elster und Specht wurden von den Römern und Deutschen verehrt und der Elster schenkte man einen Strauß aus Heide und Lorbeer, der in dem Wipfel eines hohen Baumes drapiert wurde. Das war der Dank für das Geschrei der Elster, wenn ein Wolf sich nähert.

In der Böhmischen Mythologie ist der Speber in Liedern ein heiliger Vogel. Aus dem Grab eines Erschlagenen wächst eine Eiche heran, auf deren Geäst der Sperber sitzt und die Geschichte des Mordes erzählt.

Der Kuckuck galt als Prophet der sehen konnte wie lang die Zeit des Ledigseins dauern wird. Man sah ihn als Verwunschenen und als Ehebrecher oder Teufel, aber auch als Schalk der allerlei Spuk verursachte.

Der im Minnegesang verehrten Nachtigall sagt der Mythos nach das ihr Gesang totgeborene Kinder lebendig werden lasse.

Der Kranich wird in Skandinavien als „Vogel des Glücks“ bezeichnet, weil er mit seinem Erscheinen den Frühling ankündigt und damit die Zeit der Wärme, der Nahrungsvielfalt und des Lichtes anbricht. In Japan ist er das Symbol für Langlebigkeit und in China zusätzlich der Vogel der Weisheit und des Alters, sowie für das Verhältnis zwischen Vater und Sohn.

Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, schlüpfte aus dem Ei einer Taube. In der germanischen Mythologie galt die Taube, wie auch der Kuckuck und die Elster, auch als Vogel des Todes. Man glaubte das die Taube aus dem Mund eines Sterbenden fliegt, um dessen Seele ins Jenseits zu begleiten.

Im Christentum galt die Taube als Symbol für den heiligen Geist.

Sperlinge sind Attribut des heiligen Remigius, ein Heiliger des fränkischen Volkes, und des heiligen Dominicus, weil dem heiligen Dominicus der Teufel in Gestalt eines Sperling erschien. In der griechischen Mythologie soll der Sperling ein Wesen gewesen sein, das das Rätsel des Lebens kannte und den Menschen aus dem Reich des Lebens in das Reich des Todes begleitet.

Auch in Märchen und legenden nehmen immer wieder Vögel eine führende Rolle ein.

Infos u.a. Reallexikon der Deutschen Altertümer

Totholz

Totholz wird im aufgeräumten Wirtschaftswald meistens schnell entfernt. Deshalb finden wir oft einen „aufgeräumten“ Wald vor. Als im letzten Jahr der Birkenkäfer die Fichtenwälder heimsuchte wurden in riesen Mengen Bäume gefällt, dass Totholz gestapelt und mit schwerem Gerät abtransportiert um dem Käfer den Garaus zu machen.

Mit dem schweren Gerät wurde dann zusätzlich zum Schaden der durch den Borkenkäfer entstanden war, auch noch der Boden derart verdichtet das noch mehr Schaden entstanden ist.

Totholz

Das Beispiel Bayerischer Wald hat in der Vergangenheit gezeigt das es auch anders geht. Der Nationalpark war in den 1980er und 1990er Jahren stark vom Borkenkäfer befallen und überall sah man die kahlen Baumwipfel. Die Bevölkerung regte sich bereits auf, weil die Parkverwaltung nichts unternahm. 60 Prozent der Altfichten starben und auch gesunde Bäume wurden teilweise befallen. Man sprach vom Borkenkäfer als den „Totengräber des Waldes“. Die Verwaltung blieb aber bei ihrer Linie die Natur einfach Natur sein zu lassen. Man hatte wohl erkannt, dass der Borkenkäfer lediglich seiner ihm zustehenden Aufgabe nachkommt, nämlich kranke Bäume zu befallen. Die Bäume sind allerdings nicht durch den Borkenkäfer erkrankt, sie nahmen Schaden durch den Klimawandel, die Luftverschmutzung, Bodenversauerung und Monokulturen, also alles menschgemachte Ursachen.

Das Totholz sorgte für neues Leben im Wald. Unzählige wirbellose Tiere und Pilze im Totholz sorgten durch die Zersetzung für die Nahrungs- und Lebensgrundlage eines neuen gesunden Wald. Die Menge Totholz ließ einen starkem Verbiss der jungen Triebe nicht zu. Viele neue Arten siedelten sich im neu entstehenden Urwald an. Der Borkenkäfer hatte so nicht nur für die Entstehung eines neuen gesunden Waldes mit starken Abwehrkräften gesorgt, sondern auch die Rückkehr vieler Arten. Der Bayerische Wald ist heute für seinen Artenreichtum ein Vorbild und ein Beweis dafür, dass die Natur sich selbst regeneriert, wenn man sie nur läßt.

Das Totholz fungiert als Nisthilfe für zahlreiche Arten. Er ist Trommelbaum für den Specht, Ansitzwarte und Spender für Nistmaterial für die Vögel des Waldes. In den toten Wipfeln legen Greifvögel ihre Horste an, sie bieten Platz für Nestburgen und viele unserer Vögel haben eine starke Bindung an das Totholz des Waldes. Baumläuf, Spechte, Sperling, Habicht und Meisen sind nur einige die vom Totholz profitieren.

Totholz

Selbst im Wirtschaftswald kann Totholz ein wichtiger Bestandteil für die Qualität des Bodens sein. So kann auch dieser ein Faktor für die Artenvielfalt werden.

Rabenkrähe

Rabenkrähe – wegen der Ähnlichkeit mit den Raben erhielt die Krähe ihren Namen. Die zu den Rabenvögeln gehörende Art hat die griechische Bezeichnung “ Corvus corone „. Von der Größe her ist die Rabenkrähe vergleichbar mit der Saatkrähe. Die Saatkrähe hat als bestes Unterscheidungsmerkmal einen fast weißen Schnabelansatz. Der Schnabel ist schlank und spitz, während der Schnabel der Rabenkrähe dick und schwarz ist.

Saatkrähe
Saatkrähe

Die Rabenkrähe ist in Mittel- West- und Südeuropa verbreitet. In Osteuropa wird sie von der Nebelkrähe abgelöst. Bei beiden Arten sind die Geschlechter nicht zu unterscheiden. Der Unterschied von der Nebelkrähe zur Rabenkrähe ist die hellgraue Ober- und Unterseite der Nebelkrähe. Die Rabenkrähe ist dagegen komplett schwarz gefärbt.

Rabenkrähe
Rabenkrähe

Der Vogel lebt in der offenen Kulturlandschaft mit hohen Bäumen. Gerne hält er sich an Waldrändern und Parks auf. Im ländlichen Raum sind die Vögel deutlich scheuer als in den städtischen Zonen. Das liegt wohl daran, dass sie im ländlichen Raum stark bejagt werden. In der Stadt ist die Krähe sogar in Gärten zu finden.

In den Wintermonaten frißt sie Sämereien, Nüsse und Obst. Interessant ist zu sehen wie sie die Walnuss aus größerer Höhe auf den Asphalt fallen läßt, damit sie aufplatzt. Oft wartet sie auch einfach ab bis ein Auto über die Nuss fährt. Desweiteren stehen wirbellose Tiere, Jungvögel, Vogeleier, kleine Säugetiere und Aas auf dem Speiseplan.

Nicht brütende Vögel leben in Scharen zusammen. Als Begleiter sieht man häufig Dohlen und Saatkrähen. Am Dümmer See , Dümmer Moor, sahen wir sie im letzten Jahr zu Hunderten auf den Bäumen am Rande des Waldes. Es sah so aus, als wüssten sie das sie dort wegen des Schutzgebietes nicht bejagt werden dürfen. Den ganzen Tag war das dumpfe „Krah“ der vielen Vögel zu hören.

Das brütende Paar lebt dagegen meist etwas zurückgezogen. Die Rabenkrähe ist monogam und ist ein Meister im Nestbau. Weil diese „Nestburgen“ hoch oben im Baum sind müssen sie auch den stärksten Wind überstehen. Das Innere der Nestburg wird mit Erde und Lehm ausgestattet. Drei bis sechs Eier legt das Weibchen und bebrütet diese. Das Männchen hält derweil Wache. Noch fünf Wochen nachdem die Jungvögel flügge wurden, werden sie von den Eltern gefüttert.

Rabenkrähe
Rabenkrähe

Das Nest wird vehement von der Rabenkrähe verteidigt. Elstern oder Turmfalken würden gerne das stabile Nest in Besitz nehmen.

Äußerst unangenehm für die Krähe kann ein Konflikt mit einer Schar Wacholderdrosseln werden. Die deutlich kleineren Vögel greifen die Krähe an und bekoten sie so lange bis sie flugunfähig wird. Das macht die Wacholderdrossel übrigens auch wenn Menschen ihren Nestern näher als 15 Meter kommen. Da kann dann schnell die Kleidung „versaut“ sein.

Das auffälligste Merkmal des Rabenkrähe ist das glänzende schwarze Gefieder und der fast schwarze Schnabel. Auch die kräftigen schwarzen Beine ziehen den Blick auf sich.

Rabenkrähe

In der Geschichte galten die Rabenvögel oft als „Galgenvögel“ weil sie sich im Mittelalter als Asfresser auch in der Nähe der Galgen aufhielten.

Besonderheiten aus der Vogelwelt

Besonderheiten gibt es eine ganze Reihe bei unseren gefiederten Freunden. Wenn ich etwas Neues hierzu erfahre, werde ich es künftig hier ergänzen.

Der KIEBITZ gilt als Gaukler der Lüfte, Wegen seines schaukelnden Fluges und des besonderen Balzfluges erinnert er an Akrobatik.

Besonderheiten

Das SPATZEN Männchen wirbt mit dem unordentlichsten Nest der Vogelwelt um das Weibchen.

Besonderheiten

Die HAUBENLERCHE wird auch „Trümmervogel“ genannt, weil sie nach dem 2. Weltkrieg die Trümmerfelder als Brutstätte nutzte.

Der AUSTERNFISCHER stampft mit dem Fuß auf den Boden um so bei den Würmern den Fluchtinstinkt zu wecken.

Wo WEIDENMEISEN sind ist meistens das GOLDHÄHNCHEN nicht fern.

BASSTÖLPEL stürzen sich mit 100 km/h kopfüber ins Meer.

Der längste Flug einer PFUHLSCHNEPFE ging über 10.220 Kilometer.

Rund 12 Millionen Vögel rasten im Wattenmeer.

37 Millionen Vögel werden jährlich auf dem Zug getötet.

GARTENGRASMÜCKEN schlafen während des Fluges.

ELSTERN schwören sich ewige Liebe. Fremde Damen verjagt das Männchen vom Nest, wenn die eigene Dame zu Hause ist. Ansonsten flirtet er mit ihnen auf „Deibel komm raus“.

Der MÄUSEBUSSARD ist bei Landwirten wegen der Mäusejagd beliebt. Sie bauen ihm mit Pfählen Wartesitze .

Besonderheiten

STÖRCHE bekoten bei großer Hitze ihre Beine. Die verdunstende Feuchtigkeit im Kot entzieht dem Körper Wärme.

MAUERSEGLER heißen auf griechisch „Apus“ was soviel bedeutet wie – ohne Füße. Die Beine sind inkl. Fuß nur 10-12 mm lang.

STOCKENTEN bauen zum Teil ihre Nester in Bäumen.

Einen rekordverdächtigen Flug registrierten jetzt, Anfang Mai 2020,Forscher der Universität Gießen. Innerhalb von zwei Tagen flog eine STOCKENTE vom hessischen Lich bis zu einem See im Norden von Rußland. Dabei legte sie eine Strecke von 2250 Kilometer zurück und erreichte eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 125 km/h.

DROSSELN benutzen Steine um Schneckenhäuser zu knacken, sogenannte „Drosselschmieden“.

Die älteste BLAUMEISE wurde 11 Jahre alt.

BLAUMEISEN leben monogam. Waren sie allerdings im Winter mit einer/m Artgenossen auf Futtersuche, kann es durch „Fremdgehen“ passieren das ein „Kuckucksei“ im Nest liegt.

Bei den Nesthockern hält die BLAUMEISE mit einem Gelege von 17 Eiern den Rekord.

SCHWANZMEISEN bauen kugelförmige Nester in Astgabeln. Es heißt das die Nester der Schwanzmeise zu den weichsten Nestern der Vogelwelt zählen.

Bei den Nestflüchtern hält das REBHUHN mit 24 Eiern den Rekord.

KOHLMEISEN können zur Gefahrenabwehr wie eine Schlange zischen.

Wenn der BUNTSPECHT merkt das er von einem Menschen beobachtet wird versteckt er sich auf der Rückseite des Baumes und man sieht nur den Kopf der um die Ecke guckt um zu sehen wo der Mensch ist. Der Körper bleibt hinter dem Baum versteckt. Offenbar glaubt der Vogel so nicht vom Menschen gesehen zu werden.

Der WENDEHALS wendet bei Gefahr seinen vorgestreckten Kopf hin- und her um eine Schlange zu imitieren.

Der WANDERFALKE erreicht im Sturzflug 300 km/h.

Die ALBATROS – Dame „Wisdom“ gilt als ältester beringter Vogel der Welt. 2017, im Alter von 67 Jahren, begann sie noch einmal mit dem Brutgeschäft.

Die LERCHE singt mehrere Strophen „stehend“ in der Luft.

Die GEBIRGSSTELZE verfüttert 30.000 bis 45.000 Insekten an den Nachwuchs.

Den höchsten Baumhorst in Europa baute ein STEINADLER in Schottland. Er hatte eine Höhe von 5,2 Metern.

Schwarzstorch –Nester können einen Durchmesser von 2 Metern und eine Höhe von 2 Metern haben.

Vögel haben in der Netzhaut vier Zapfen, einen mehr als der Mensch, deshalb können auch mehr Farben im gelben und ultravioletten Bereich sehen.

Vögel haben kein Knochenmark und können nicht schwitzen.

In Deutschland leben etwa 248 Vogelarten.

Der STAR kann auch andere Vogelarten imitieren.

Hat die AMSEL am Boden den Kopf schräg geneigt, versucht sie Würmer, Insekten oder Schnecken im Boden zu hören.

Damit Vögel auf Eis nicht anfrieren, werden die Beine mit warmen Blut versorgt – Wärmeaustausch.

WACHOLDERDROSSELN einer Kolonie zwingen Feinde auf den Boden und versuchen ihn mit „Kotbomben“ flugunfähig zu machen.

Zur Abwehr von Parasiten nutzen Stadtvögel für ihr Nest Zigarettenstummel.

Im Petitionsausschuß in Magdeburg forderte ein Petent einen „von Vögeln befreiten Himmel„, weil ihn in der freien Natur ein wahrer „Kotregen“ treffe.

BLAUMEISEN sammeln zur Abwehr von Parasiten für das Nest Minze, Lavendel und Curry.

Der STRAUß erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von über 70 km/h.

EULEN können auch am Tag gut sehen. Sie sind nachtaktiv weil ihre Beute, Mäuse und Ratten nur nachts unterwegs sind.

Das TAUBENWEIBCHEN kann nur dann ein Ei legen wenn sie andere Tauben sieht. Wenn sie alleine ist funktioniert es nicht.

SPATZEN Waisen werden von Adoptiveltern groß gezogen.

ROTKEHLCHEN UND AMSEL lassen Warntöne erklingen wenn eine Katze zu sehen ist. Diese Warnlaute enden erst, wenn die Katze wieder verschwunden ist.

Vögel können durch Luftsackmilben einen Stimmenverlust erleiden. Auch Vögel haben einen Kehlkopf, eine Luftröhre, zwei Luftsäcke und Bronchien.

Das Männchen der Heckenbraunelle pickt gegen die Kloake des Weibchen. Dadurch wird das Sperma eines anderen Männchens ausgestoßen und er ist sich sicher das er der Vater des kommenden Nachwuchses ist.

Territoriales Verhalten bringt das ROTKEHLCHEN des Öfteren in Konflikte mit anderen Vogelarten und es kommt nicht selten vor, dass aggressives Verhalten gegenüber kleinerer Vögel (Sperlinge, kleine Meisenarten) beobachtet werden können.

BLAUHÄHER ahmen den Ruf eines Falken nach um andere Vögel von einer Futterstelle zu vertreiben und so alles für sich zu haben. Auch die KOHLMEISE geht ähnlich vor, indem sie den Ruf des SPERBERS imitiert.

Der EICHELHÄHER vergräbt seine Vorräte unter den Augen anderer Vögel und Fressfeinde, um sie in einem unbeobachteten Augenblick wieder auszugraben und woanders zu verstecken.

Besonderheiten

KRÄHEN können durch eine höhere Aktivität der Amygdala, mandelförmige Gehirnregion die zuständig ist für das Empfinden von Angst, auch zehn Jahre später einen Gegner wiedererkennen und die Population vor ihm warnen.

Männliche SCHWALBEN verhindern einen Seitensprung der Ehefrau indem sie am Nest den Ruf eines Fressfeindes ausstoßen. Aus Angst um den Nachwuchs eilt „Sie“ dann sofort zum Nest zurück.

Einige VOGELWEIBCHEN täuschen bei der Sichtung eines Feindes in der Nähe des Nestes einen gebrochenen Flügel vor, um ihn vom Nest abzulenken.  

STIEGLITZE heißen auch DISTELFINK, wegen ihrer Vorliebe zur Distel. Das Nest wird mit der Blütenfaser der Distel gepolstert. So wird der Hang zur Distel an die Jungen weiter gegeben.

Besonderheiten

Die BEUTELMEISE erbaut ein so perfektes Nest in Beutelform, dass der brütende Vogel nicht ständig auf dem Gelege sitzen muß. Die Temperatur bleibt gleich. Deshalb wird für das Brüten auch nur e i n Partner gebraucht. Das ist der Grund warum sich die Partner bereits während der Brut trennen. Zumeist verläßt das Männchen von sich aus den Partner, um sich zugleich mit einer Anderen zu verpaaren. Oft wird das Männchen aber auch vom Weibchen regelrecht „rausgeschmissen“.

In der Münchener Innenstadt leben mehr als 60 Turmfalkenpaare

BUNTSPECHTE haben eine Lebenserwartung von etwa neun Jahren. Ein 1982 beringter Vogel wurde 1994 wieder gefangen und freigelassen. Der Buntspecht-Opa wurde also mindestens 13 Jahre alt

POLIZEI – ALBATROS Forscher setzen im Kampf gegen die Überfischung der Meere im indischen Ozean Albatrosse ein. An den Vögeln werden Peilsender angebracht, die illegale Fischerboote aufspüren. Der Albatros sieht in großer Höhe Schiffe auf 30 Kilometer Entfernung. Jeder Albatros deckt ein Gebiet von fast 300 km² ab. Fischerboote die das AIS Informations – Kontrollsystem unterlaufen und abschalten, werden von den Peilsendern erkannt.

Der SCHWAN hat mit 25.000 Federn die größte Befiederung

Mehr als 70 Melodien lauschte ein Forscher den AMSELN ab

Männliche AMSELN liefern sich Gesangsduelle – den sogenannten „Kontergesang“.

SINGVÖGEL erlernen den Gesang von den älteren Vögeln. Die Klangfolgen der verschiedenen Arten nennt der Ornithologe „Strophen“.

SINGVÖGEL singen in Dialekten. So klingt der Regenruf des Buchfinken in Niedersachsen wie „huit“, weiter im Osten wie „wrüd“ und im Schwarzwald wie „tititüt“.

Eines der letzten Rückzugsgebiete des STEINSCHMÄTZERS ist die Ostfriesische Insel Norderney. Wegen des hohen Bestandes von Wildkaninchen fühlt er sich dort wohl. Der Vogel benutzt die Höhlen der Kaninchen und profitiert von den abgegrasten Wiesen (Verbiss) auf der Suche nach Nahrung.

Die KÜSTENSEESCHWALBE legt in einem Jahr 100.000 Kilometer zurück. Sie brütet in der Arktis und überwintert in der Antarktis.

Der STEINKAUZ fängt seine Beute indem er sehr schnell über den Boden rennt. Kaum eine Maus oder ein Regenwurm kann ihm entkommen.

Ein Farmer in England entdeckte einen ziemlich zerrupft aussehenden Kauz am Boden. Der Mann vernutete das der Vogel krank sei, was sich aber schnell als Irrtum herausstellte. Der Steinkauz hatte sich lediglich überfressen und konnte seine 250 Gramm nicht mehr in die Luft heben. In einer Auffangstation nahm er geduldig eine Diät hin.

In Berlin gibt es wegen der vielen Tauben in der Stadt mehr als 100 Habichtreviere. Sie töten ca 10.000 Beutevögel.

In Städten singen Singvögel bis zu 14 Dezibel lauter als die Vögel in freier Natur. Es wurden bereits 90 Dezibel gemessen. Das entspricht der Lautstärke einer Kreissäge.

In Neukaledonien, eine zu Frankreich gehörende Inselgruppe mit mehreren Dutzend Inseln im Südpazifik, gibt es KRÄHEN die sich aus Zweigen feine Stiele mit einem Widerhaken basteln, mit denen sie aus Hohlräumen und Löchern Insekten heraus „angeln“.

Besonderheiten aus afrika

der SEKRETÄR ist ein großer afrikanischer Greifvogel mit langen Beinen. Seinen Namen verdankt er den Federkielen auf dem Kopf. Derartige Federn hatten früher die Gerichtssekretäre auf den Perücken gesteckt.

Bei der Jagd rennt er über den Boden und treibt Kleintiere und Schlangen auf, welche daraufhin im Zickzacklauf gejagt werden. Schlangen werden dadurch verwirrt und mit einem kräftigen Tritt in die Wirbelsäule getötet.

der RÜPPELL-Geier flog vor der afrikanischen Elfenbeinküste in die Rekordhöhe von 11.200 Meter. Leider kollidierte er dort mit einem Linienflugzeug.

Die AFRIKANISCHE SPORNGANS frißt Ölkäfer. Diese Käfer sind giftig und die Sporngans, die zu den Glanzenten gehört und mit Ausnahme von Nordafrika über ganz Afrika verbreitet ist, nimmt den Stoff Cantharidin auf. So gehört die Sporngans zu den wenigen giftigen Vögeln.

KAPTÖLPEL verfolgen Delphine und finden so leicht die Fischschwärme. Sie bilden Fangtrupps um leicht an Beute zu kommen. Mit 110 km/h stürzen sie ins Wasser und geben dabei Rufe ab um nicht mit anderen Vögeln zu kollidieren. Sie verdrängen so viel Wasser das der Druck die Fische für kurze Zeit betäubt. So kommt jeder Vogel an seine Beute.

Besonderheiten aus Island / Nord Atlantik

PAPAGEIENTAUCHER tauchen bis zu 60 Meter tief.

Der KAISERPINGUIN ist der größte flugunfähige Vogel, bleibt bis zu 18 Minuten auf der Jagd unter Wasser und taucht bis zu 535 Meter tief.

Besonderheiten aus Südamerika

Der RUSSSEGELER , etwas größer als unser Mauersegler, durchdringt die reißenden Wassermassen der IguazúWasserfälle im Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay um hinter den Fällen ein sicheres Versteck und Nester anzulegen.

Der WEISSGLÖCKNER ist der lauteste Vogel der Welt. Der im Brasilianischen Urwald lebende Vogel ruft mit 17,5 Dezibel, was etwa der Lautstärke eines Preßlufthammers entspricht.

AKAZIENZAUNKÖNIGE liefern sich „Kampfgesänge“ um das Territorium zu erweitern. Der heimische Vogel pfeift die Lieder aus dem Repertoir seines Nachbarn, um diesen zu provozieren und zum Duell herauszufordern. Der Nachbar wiederum singt die Lieder des Herausforderers zurück. Das kann über mehrere Tage gehen. Danach kommt es zu Schnabelhieben , oder einer der Kontrahenten gibt auf. Das verdeutlicht er durch die Wiedergabe eines Liedes, das der Gegner nicht kennt. Der Vogel lebt von Zentralmexiko bis Costa Rica.

Besonderheiten aus Amerika

Im US Bundesstaat Maine fand der Biologe John Cooley einen toten Seeadler im Highland Lake. In unmittelbarer Nähe befand sich das Nest eines SEETAUCHERS und ein totes Küken. Bei der Untersuchung des streng geschützten Adlers fanden Veterinäre eine Stichwunde im Herzen des Adlers. Weitere Untersuchungen ergaben das der Einstich in den Maßen exakt dem Schnabel eines Seetauchers entspricht. Vermutlich hat der Seetaucher die Attacke des Seeadlers auf das Küken bemerkt, schoss aus dem Wasser heraus und stach mit seinem Dolch ähnlichen Schnabel dem Adler direkt ins Herz.

Weil der ROTHALSTAUCHER während der Balz mit einer Art „wiehern“ über das Wasser läuft nennt man ihn auch „Teichhengst„.

Das größte Nest eines WEISSKOPFSEEADLERS wurde 1963 in Florifa gefunden. Es hatte einen Durchmesser von 2,9 Metern und war 6 Meter hoch. Das Nest wog mehr als eine Tonne.

Besonderheiten aus Kuba

Die BIENENELFE, eine Kolibri Art, ist der kleinste Vogel der Welt. Er wiegt 1,8 Gramm und ist von der Schwanzspitze zum Kopf 7 cm groß.

Besonderheiten aus Neuseeland

Der KIWI, Nationalvogel Neuseelands, kann nicht fliegen, ist fast blind und lebt in Erdlöchern.

Die MAORI FRUCHTTAUBE könnte man praktisch als „Alkoholiker“ bezeichnen. Die Vorliebe auf eine alkoholhaltige Beere bewirkt das die Taube häufig betrunken an Ästen hängt, oder torkelnd durch die Gegend schaukelt.

Besonderheiten aus Australien

FEUERVÖGEL gibt es wirklich. Die Aborigines berichten in mehr als hundert Jahre alten Berichten von „Firehawks“, Feuervögeln die Brände legen. Laut dem Autor Bob Gosford, einem Ornithologen und australischen Anwalt für die Rechte der Ureinwohner, bestätigen sich die Berichte, die bei den Aborigines seit 40000 Jahren weitergegeben werden. Schwarzmilan, der Kielschwanzweih und der Habichtsfalke transportieren im Schnabel oder den Klauen glimmende Stöcke aus einem Brandgebiet, um an anderen trockenen Stellen Feuer zu entfachen. Am Rande der Feuer warten die Vögel dann auf die fliehende Beute.

Die TASMAN – ERDDROSSEL (Australien) hockt sich, nachdem sie Luft geschluckt hat, auf den Erdboden und „pupst“ hörbar. Das „Pupsen“ bewirkt das der Wurm im Boden sich krümmt. Die Erddrossel hört die Bewegung und pickt mit dem spitzen Schnabel den Wurm aus den Boden.

Besonderheiten aus Neuguinea

Der PITOHUI frißt giftige Käfer und wird so zum einzigen giftigen Vogel.

bESONDERHEIT AUS sIBIRIEN

Ein 40.000 (zur Zeit der Mammuts) Jahre altes Fossil einer OHRENLERCHE entdeckten 2018 Forscher im Permafrostboden in Sibirien. Heute weiß man das es sich um einen Urahn der beiden heute lebenden Ohrenlerchen Arten in Nordrussland und der Mongolei handelt.

Pflanzen

Pflanzen galten wohl schon in der Bibel nicht als Lebewesen, sonst hätte Noah, der ja von allen Lebewesen ein Paar mit auf die Arche nahm, auch einige Pflanzen mitnehmen müssen.

Auf diese Tatsache wurde ich durch einen Bericht des Pflanzenphysiologen Stefano Mancuso aufmerksam. Stefano Mancuso, Professor an der Universität Florenz, leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale und ist Gründungsmitglied der International Society for Plant Signaling and Behavior. Sein Buch hat den Titel  „Die Intelligenz der Pflanzen.“

Früher war man der Ansicht das Pflanzen keine Lebewesen sind, weil sie sich nicht bewegen, fühlen oder reagieren können und auch keine Intelligenz besitzen.

In dem Buch von Charles Darwin und Francis Darwin Das Bewegungsvermögen der Pflanzen von 1880 wird ein völlig neuer Blick auf die Pflanzen gelenkt. In seiner üblichen Art kommt Darwin erst auf den letzten Seiten des Buches zu dem eigentlichen Höhepunkt. Dort schreibt er : „Es ist kaum eine Übertreibung zu sagen, daß die Spitze eines Wurzelkeims sich so verhält wie das Gehirn einer der niederen Tierarten.

Im Folgenden zeigt Mancuso das die Bewegung der Pflanzen durch den Zeitraffer sichtbar wird, so das Erblühen einer Pflanze, oder die Bohne die sich ständig nach dem Licht dreht, oder die Mimose die in der Nacht ruhiger wird und ihre Blätter einrollt. Junge Triebe der Sonnenblume die eindeutig miteinander „spielen“. Oder die fleischfressende Pflanze, die auf eine Schnecke wartet um sie zu fressen. Das Anlocken von Insekten zur Bestäubung durch Farbwechsel oder dem Ausströmen von Duftstoffen. Schließlich ein Wurzelkeim der sich ähnlich wie ein Wurm durch schlingende Bewegung empor bewegt.

Pflanzen

Er widerspricht das das größte Lebewesen der Blauwal ist. Für Mancuso ist der Riesenmammutbaum, sequoiadendron giganteum, das größte Lebewesen. 2000 Tonnen Masse, eine Wuchshöhe von 95 Metern und eine Stammdicke von 17 Meter kennzeichnen diesem immergrünen Baum aus.

Bei Peter Wohlleben, Autor von „Das geheime Leben der Bäume“ ist ein tausende Jahre alter Hallimasch das größte Lebewesen dessen Myzel sich über tausend Hektar Waldboden erstreckt.

Auch Mancuso spricht von einer künstlichen Intelligenz der Pflanzen und von Datenverabreitungszentren in den Wurzelspitzen, die mit einer Art Internet zu vergleichen ist.

Blaumeise

Blaumeise – wegen der blauen auffälligen Kappe trägt sie ihren Namen zu Recht. Die Meise ist weit verbreitet. Prägnant ist auch der schwarze durchgehende Augenstreif und das kleine schwarze Bärtchen.

Blaumeise

Die Jungen werden mit Insekten gefüttert. Ansonsten werden in den Wintermonaten auch Pflanzensamen gefressen. Ganz verzichten muß die Blaumeise aber auch dann nicht auf Insekten, jedenfalls nicht wenn Schilf in der Nähe ist. Dort sucht sie die in Schilfhalmen nach versteckten Insekten.

Aus dem Norden kommen im Winter oft invasionsartig Zuzügler zu den Beständen in unseren Regionen hinzu. Bei den Männchen ist die Haubenkappe kräftig leuchtend und auch mit der gelben Unterseite wollen sie den Weibchen imponieren.

In Nisthöhlen brüten Blaumeisen von April bis Juli zwei Mal. Bereits zwanzig Tage nach dem Schlupf werden die Jungvögel flügge. Danach werden sie noch zwei Wochen weiter gefüttert. Während des Nestbaus und der Brutzeit kümmert sich das Männchen intensiv um den Schutz des Reviers. Während der Balz bringt das Männchen dem Weibchen Baltzeschenke in Form von Futter und setzt das auch im Laufe der Brutzeit fort.

In den Wintermonaten sind die Verluste bei der Blaumeise groß, deshalb besteht das Gelege aus bis zu vierzehn Eiern, was einen Rekord bei den Nesthockern bedeutet. Es kommt vor das ganze Gelege sterben.

Die Wissenschaftler des Max Planck Instituts Dr. Peter Santema und Prof. Dr. Bart Kempenaers haben dieses Phänomen untersucht. Über sieben Jahre wurden 684 Nester analysiert. Dabei stellte man fest, dass dreizehn Prozent die komplette Brut verloren hatten. Das lag in fast allen Fällen am Verlust eines Elternteiles durch Tod. Hatte man ursprünglich vermutet das ein Elternteil oder beide die Brut bewußt verlassen, so wurde diese These widerlegt.

Oft versucht das verbliebene Elternteil wenigstens einen Teil des Geleges durch zu bringen. Das gelingt dem Weibchen eher als dem Männchen, weil diese die Küken nicht wärmen können.

Haubenmeise

Haubenmeise, Blaumeise, Weiden- und Sumpfmeise gehören zu den „Kleinmeisen“. Die Haubenmeise ist eine insektivore Art das heißt, sie frißt in der Hauptsache Insekten. In den Wintermonaten begnügt sie sich aber auch mit Samen, Körnern und dann nimmt sie sogar die Angebote in Futterhäusern an. Dort hält sie sich aber nicht auf, sondern nimmt das Korn auf um sogleich damit fortzufliegen.

Haubenmeise

Ihr eigentlicher Lebensraum ist der Nadelwald. Heute findet man sie aber auch in Mischwäldern, Parks und sogar in Gärten.

Haubenmeisen leben monogam, sie sind ihr Leben lang treue Partner. Sie zeigen auch ein hohes Maß an sozialem Verhalten. Paare mit erfolgloser Brut helfen den Eltern anderer Jungvögel bei der Aufzucht der Jungen. Die Haubenmeise gibt es nur in Europa. Sie nehmen am Meisenzug teil . Der Meisenzug geht durch Wälder und Wohngebiete, hat aber nichts mit dem Zug der Zugvögel zu tun. Die Habenmeise gehört zu den Standvögeln. Im Gegensatz zu anderen Meisenarten sind sie nicht sehr gesellig, verteidigen aber auch ihr Revier gegen Artgenossen.

Haubenmeisen sind die einzigen Meisen mit einer deutlichen Federhaube auf dem Kopf. Diese ist schwarz-weiß gemustert ist. Kopf- und Halsseiten sind weiβ und mit schwarzen Streifen schwarzen versehen. Oberseite ist braun-grau und die Unterseite weiß-grau.

Die Nesthöhle schlägt die Meise in morsche, alte Baumstämme, oder sie übernimmt eine verlassene Höhle eines Spechtes, die sie nach ihrem Empfinden mit Moos und Tierhaaren auffüllt.

Die Jungen werden noch bis zu drei Wochen nach dem ersten Ausflug gefüttert.

Warum die Meise eine Haube trägt, die auch meistens aufgerichtet ist, konnte noch nicht erforscht werden und ist noch ein Rätsel. Überhaupt unterscheidet die Haubenmeise sich in mehreren Dingen von der üblichen Meise. Si versteckt sie zum Beispiel Futter für schlechte Zeiten und bedeckt das Versteck mit Rinde oder anderem Gehölz. Auch offene Flächen und Laubwälder sind bei ihr nicht sehr beliebt.

Schwanzmeise

Schwanzmeise – „der kleine Wattebausch“- war das erste was meine Frau zu dem schwarz, weißen Vogel sagte. Tatsächlich wirkt er im Flug wie ein kleiner Ball mit einem langen Schwanz. Die Schulterfedern sind allerdings leicht rosa. Kopf und Bauch weiß und ein deutlicher schwarzer Scheitel – Seitenstreifen ist zu sehen.

Schwanzmeise

Schwanzmeisen sind gesellige Vögel und gehören eigentlich auch nicht zu den Meisen. Sie sind eher mit Laubsänger und Schwalbe verwandt. Die Vögel sind meistens in einem größeren Verband zu sehen und sie sind sehr unruhig, als wenn sie ständig etwas zu tun hätten.

Das Futter, was ein Fotograf aber auf das Brückengeländer ablegte, war wohl für die kleine Schwanzmeise unwiderstehlich und nicht nur die Schwanzmeisen fanden sich ein, auch der Kleiber und andere Meisenarten waren ganz „heiß“ auf den gekochten Reis. Allerdings darf der Reis nicht in Salzwasser gekocht werden und muß ungewürzt sein. Bitte auch keinen rohen Reis ausgeben, da dieser sich im Körper eines Vogels aufbläht.

Schwanzmeisen bauen kugelförmige Nester in Astgabeln. Es heißt das die Nester der Schwanzmeise zu den weichsten Nestern der Vogelwelt zählen. Sie werden mit Moos, Fasern und Federn ausgestattet. Bei der Brut und der Aufzucht helfen die Altvögel. Auch Vögel der Bruten erfolglos waren, helfen den jungen Eltern bei der Aufzucht der Jungvögel .

Den Namen verdankt der Vogel natürlich dem auffallend langen Schwanz, mit dem er gut Ballancieren kann, wenn er an der Spitze eines dünnen Astes nach Futter sucht. Dabei hängt sie zumeist am Ast. von den 14 cm die der Vogel mißt, nimmt der Schwanz 9 cm ein.

Der Gesang des Vogels ist so hoch, dass er für die meisten Menschen nicht zu hören ist. Ihr Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit vielen Büschen. Wenn man etwas für die Schwanzmeise tun möchte, sollte man Obstbäume pflanzen und Büsche und Hecken anlegen.

In den Wintermonaten kommen Trupps aus dem Norden hinzu. Die Schwanzmeise aus dem Norden oder Osten hat einen ganz weißen Kopf. Die Nahrungsreviere werden von einzelnen Gruppen, die aus zehn bis zwanzig Tieren bestehen, verteidigt.

Die Verbreitung und der Häufigkeitsanteile von Vögeln mit nahezu reinweißen Köpfen und den Tieren mit schwarzem Scheitelstreifen ist noch nicht gut bekannt und darin sieht ornitho.de eine wichtige Aufgabe der Beobachter, die ihre Sichtungen dort melden sollten.

Schreiadler

Deutschlands kleinster Adler ist der Schreiadler. Er ist deutlich größer als ein Mäusebussard. Früher war der Adler in Deutschland weit verbreitet. Heute gibt es noch etwa 100 Brutpaare, davon der größte Teil in Mecklenburg Vorpommern. Ein kleinerer Bestand, etwa ein Drittel, findet sich in Brandenburg. Wegen der verhältnismäßig hohen Zahl in Mecklenburg Vorpommern nennt man ihn auch Pommernadler.

Der Bestand dieses Adlers ist stark gefährdet. Das liegt zum Teil auch an dem eigenen Verhalten der Jungtiere. Das Paar legt zwei Eier. Das Erstgeborene will sich von dem später geborenen aber nicht das Futter nehmen lassen und tötet es deshalb.

Dieses Verhalten, das auch Kainismus genannt wird, gibt es auch bei den Weißkopfseeadlern. Die Eltern sehen dabei gelassen zu wie das ältere Küken das schwache Tier tötet. Ihnen ist es lieber ein starkes Junges groß aufzuziehen als zwei schwache Jungtiere.

Das Problem liegt nun darin das die Brut mit einem Jungvogel nicht ausreicht um den Bestand zu sichern oder zu erhöhen. Aus diesem Grund haben Forscher das Jungtier aus dem Nest entnommen und weiter von Hand aufgezogen. Nachdem das Tier eine gewisse Größe erreicht hatte , hat man es wieder in das Nest verbracht. Nun konnte der Ältere dem Jüngeren nichts mehr anhaben und die Elterntiere haben beide weiter gefüttert. Auf diese Weise hofft man das sich der Bestand langsam erholen kann.

Die Brut mit den beiden feindlichen Geschwistern nennen die Forscher bezeichnender Weise „Kain und Abelbrut“.

Der Schreiadler fällt auch wegen seiner Art der Jagd auf. Er beobachtet das Gelände von einer Sitzwarte aus um dann, nachdem er eine Beute gesichtet hat, zu Fuß einen Spurt hinzulegen um sein Opfer zu greifen.

Der Schreiadler ist ein sehr scheuer Vogel. Wird er gestört, verläßt er umgehend sein Revier. Er benötigt für seinen Lebensraum Laub- und Mischwälder mit goßen, unzerschnittenen Flächen.

Schreiadler sind Zugvögel und werden auf ihrem Weg in das südliche Afrika zu tausenden im Libanon gejagt und geschossen. Weltweit gibt es etwa 20.000 Brutpaare.

Turmfalke Lizzi

Turmfalke Lizzi bewohnt einen Teil der Walsumer Aue. Mittlerweile hat Lizzi eine richtige Fan-Gemeinde aus Fotografen, nicht nur aus der Region.

Wenn Lizzi eine Maus gefangen hat, läßt sie sich von Niemanden stören, dann kann man sich ihr bis auf knapp zehn Metern nähern und in aller Ruhe ein Foto „aus der Hand schießen.“ Lizzi genießt ihre Speise und ignoriert uns.

Turmfalke

Der Turmfalke hält sich auch treu an ihr Revier am Deich und man kann sie schön im Rüttelflug beobachten. Bisher kannte ich sie nur von Bildern meiner Fotokollegen aus dem Fototreff Essen, die sie schon öfter besucht haben. Heute war es dann soweit, dass ich mit meiner Frau ebenfalls dorthin gefahren bin um Lizzi einmal zu sehen.

Zunächst hatten wir kein Glück und sahen uns erst einmal die Einmündung der Emscher in den Rhein an. Überall auf dem Wasser er Emscher schwammen Enten und den Einlauf in den Rhein beherrschten unzählige Möwen.

Turmfalke - Emschermündung

Noch ist die Emscher in einem betonierten Lauf gefangen und ein sechs Meter hohes Bauwerk verhindert das Fische aus der Emscher in den Rhein gelangen. Auf ihrem 80 Kilometer langen Lauf von der Quelle zur Mündung ist die Emscher zum großen Teil wieder ein natürlicher Fluß. Auch die Zuläufe sind wieder renaturisiert.

Emschermündung

Bald wird auch die Mündung in den Rhein in Form einer Auenlandschaft stattfinden. Etwas weiter im Norden wird gerade daran gearbeitet.

Aber zurück zu Luzzi. Als wir schließlich wieder am Deich ankommen, rüttelt Luzzi unmittelbar in unserer Nähe. Eine Pause wird auf einer Laterne gemacht und schließlich hat sie eine Maus in den Fängen und läßt sich auf ihrem „Stammsitz“ auf dem Zaunpfahl nieder.

Turmfalke

Wie ein Birdinger berichtete frißt Lizzi etwa drei Mäuse am Tag. Ihr Gatte jagd weiter flußaufwärts in seinem eigenen Revier. Erst wenn die Brutzeit naht kommen beider Turmfalken wieder zusammen.

Ihr Brutplatz ist dann wieder das stillgelegte Kraftwerk Voerde, wo die beiden Falken auch in diesem Jahr für fünf Junge gesorgt haben.

Emschermündung
Höhenausgleich an der Emschermündung