Waldwirtschaft – Geld vom Staat für Misswirtschaft?

Waldwirtschaft – wieder fordern die Betriebe der Waldwirtschaft Geld vom Staat, vom Steuerzahler für die Folgen des Klimawandels. Dabei ist es nicht der Klimawandel der ihre Verluste erbracht hat, sondern eine über mehrere Generationen falsche Bewirtschaftung.

Nur weil das schnelle Geld mit schnell wachsendem Holz erbracht werden muß, werden Bäume gepflanzt die für die Landschaftsform völlig ungeeignet sind. Das ist seit Jahren bekannt und wird immer weiter fortgesetzt. Wenn das dann “in die Hose geht”, kommt sofort der Ruf nach dem Staat. Andere Betriebe aus anderen Wirtschaftszweigen wären längst in Konkurs, wenn sie ihre Betriebe so führen.

Waldwirtschaft fordert Geld für Leistungen im Artenschutz und Klimawandel

Viele Hausbesitzer oder Mieter legen hinter oder vor dem Haus kleine oder größere Gärten an, um damit auch den Vögeln und den Insekten zu helfen. Da bleibt dann auch im Herbst schon einmal Laub liegen um bei der Überwinterung Hilfen zu stellen. Man lässt Altholz liegen und pflanzt Insektenfreundlich. Man fördert die Biodiversität, ohne dafür vom Staat etwas zu fordern, sondern aus Liebe zur Natur.

Bei der Waldwirtschaft stellt man Forderungen, weil durch den Wald ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung der Biodiversität erbracht wird. Man tut eigentlich nichts und will noch Geld dafür.

Das was hier als Wald bezeichnet wird, sind Plantagen die zusätzlich per Hubschrauber mit Insektiziden bestäubt werden und somit die Nahrung der Waldvögel vernichtet. Von Erhalt der Biodiversität kann da wohl keine Rede sein. Durch die schweren Geräte mit denen die gefällten Bäume geräumt werden, wird der Boden verdichtet und die kahlen Nadelgehölze lassen die Sonne den Boden ungehindert austrocknen. Da den Klimaschutz ins Spiel zu bringen ist schon ein Unding.

In einem Fernsehbeitrag werden zwei Herren der Forstwirtschaft begleitet, die “edles Holz” – Premiumholz für die Verarbeitung zu Furnierholz suchen. Sie werden natürlich fündig. Eine herrliche alte Buche, schön gerade gewachsen, mit einem dicken Stamm, also auch schon ziemlich alt, bringt ihre Augen zum Leuchten. “Man könnte weinen, wenn man einen so schönen Baum sieht.” So äußert sich einer von ihnen und ich denke schon der Baum täte ihm leid. Die Erklärung folgt aber sofort. “Der bringt sicher über 1000 Euro auf dem Festmeter”. Ja, nun kommen allerdings mir die Tränen in die Augen.

Meisenknödel und Buntspecht

Meisenknödel und Buntspecht – wie passt das zusammen? Seit drei Tagen beobachte ich am Morgen, stets um die gleiche Zeit, einen schönen großen Buntspecht an meiner Futterstelle. Ich bin natürlich begeistert, so einen schönen Vogel inmitten eines Essener Vorortes in meinem Garten sehen zu können. Es erstaunt mich allerdings, dass er mit dem Rücken nach unten an einem Meisenknödel hängt.

Meisenknödel – Fettfutter für den Frühling

Ist es normal das ein Specht sich über einen Meisenknödel hermacht? Meine Nachforschungen ergeben, dass es gar nicht so selten ist das ein Buntspecht zur Futterstelle in die Gärten kommt und dann besonders gerne den Meisenknödel annimmt. Der große Fettgehalt des Knödels zieht ihn an. Alle anderen Vögel bevorzugen ja jetzt, am Beginn des Frühlings, ebenfalls Fettfutter. Sie stärken sich für die bevorstehende, anstrengende Zeit der Nachwuchsfürsorge.

Unser Buntspecht, übrigens ein Männchen, sitzt zunächst auf den Ästen eines noch verhältnismäßig kleinen Ginkobaumes und erkundet die Umgebung. Das Männchen hat den, für den männlichen Buntspecht üblichen, roten Nackenfleck, der bei den Weibchen schwarz ist.

So lange die Amsel noch an der Futterstelle ist, hält der Specht sich zurück. Gerade will er sich auf den Anflug machen, da erscheint das Rotkehlchen und so wartet er lieber noch ab. Das kleine Rotkehlchen, der Vogel des Jahres, meint eh das Hausrecht zu haben. Es verscheucht alle anderen Vögel, die sich der Futterstelle nähern wollen, egal welche Größe. Nur die Kohlmeise lässt sich nicht so leicht verdrängen und vor ihr hat auch das Rotkehlchen Respekt.

Schließlich ist die Luft rein und der Buntspecht fliegt heran. Wie schon erwähnt hängt er rücklings unter dem Meisenknödel und es schmeckt ihm offenbar sehr gut. Ich muß sehr vorsichtig sein um ihn fotografieren zu können, deshalb knipse ich durch die Fensterscheibe. Das ist natürlich der Fotoqualität abträglich, aber für diesen besonderen Moment hinnehmbar. Bei der geringsten Störung fliegt der Specht sofort davon.

Auch wenn die Besuche nur von kurzer Dauer sind, sind sie doch etwas Besonderes und Morgen werde ich sicher wieder gespannt warten, ob der Buntspecht wiederkommt.

Ostern 2021 – wieder ein besonderes Fest

Ostern 2021 ist wie auch im Jahr 2020 anders. Wieder bestimmt das Virus die Gestaltung der Ostertage. Eigentlich ist sogar noch mehr notwendig als vor einem Jahr. Das Virus hat seine Angriffe durch Mutationen noch einmal erhöht. Das britische Virus hat mit 90 Prozent Anteil Deutschland und Europa im Griff. Es ist bedeutend aggressiver und gefährlicher als noch vor einem Jahr.

Ostern 2020 rühmte sich die deutsche Politik noch damit wie toll sie alles im Griff hat. Man fühlte sich schon fast wie ein Weltmeister im Umgang mit der Pandemie. Aus Deutschland wird der erste Hersteller gemeldet, der einen Impfstoff entwickelt hat und man glaubt schon die Pandemie besiegt zu haben, bevor überhaupt eine einzige Impfung erfolgt ist.

Dann kommt Europa ins Spiel. Um allen Mitgliedsstaaten die gleichen Chancen beim Impfen zu garantieren soll die Bestellung der Dosen von der EU geregelt werden. Zu dieser Zeit hat Deutschland den Vorsitz in der EU. Schon beginnt der Streit über den Preis für den Impfstoff. Kommt da bald noch ein günstigerer Impfstoff? Andere wollen eigenen Impfstoff nutzen, der eventuell irgendwann im eigenen Land produziert wird.

Die östlichen Mitgliedsstaaten wollen weniger zahlen und so geht es lustig weiter. Später werden sich Länder wie Ungarn nicht an die Abmachungen handeln und Impfstoff aus Rußland und China bestellen der in Europa noch nicht zugelassen ist.

Außerhalb Europas werden indessen bereits feste Verträge ausgehandelt und Liefermengen bestellt und höher bezahlt. Als Europa soweit ist, so etwas wie eine Einigkeit herzustellen, ist längst nicht mehr genug Impfstoff verfügbar und man schaut betrübt in die Röhre. Als in Amerika, Großbritannien und Israel längst schon geimpft wird, wartet Europa noch immer auf die Zulassung der Impfstoffe, mit denen woanders schon Tausende geimpft werden. Als Israel bereits fast die Bevölkerung durch geimpft hat, liegt die Impfquote in Deutschland noch bei 10 Prozent und dennoch betont man hier wie erfolgreich man beim Impfen ist.

In Deutschland gibt es mittlerweile ein Geschachere zwischen Bund und Ländern um die vernünftigsten Maßnahmen bei der Bekämpfung der Pandemie.

Einen richtigen, Erfolg bringenden bundesweiten Lockdown bekommt man einfach nicht auf die Reihe. Dabei bräuchte man nur auf Portugal zu sehen, um zu erkennen wie man erfolgreich sein kann.

Portugal galt als das am schlimmsten betroffene Land. Die Bundeswehr wurde zur Hilfe gerufen, weil die Situation in den Krankenstation unmenschlich wurde. Acht Wochen wurde alles heruntergefahren. Ausgangssperren verhängt. Sehr schnell gingen die Inzidenzen herunter. Die Inzidenzzahl lag bei 878. Nach den acht Wochen liegt die Zahl unter 30. Portugal gilt Ostern 2021 als quasi Corona frei, obwohl auch dort erst etwa 10 Prozent der Bevölkerung geimpft ist.

Der Gesundheitsminister verhaspelt sich in großen Ankündigungen was alles demnächst wunderbar läuft und gibt bereits Termine an, die allesamt nicht eingehalten werden können. Die Ministerpräsidenten fühlen sich offenbar in ihrer Macht begrenzt, wenn die Kanzlerin sagt was geschehen muß. Stimmen ihr voll zu und handeln danach völlig eigensinnig und entgegen der gemachten Vereinbarungen.

Das Virus hat seine große Freude über die Uneinigkeit der Bundesländer. Die Bevölkerung fragt sich was eigentlich nun richtig ist. Die einst so hoch gelobte “Deutsche Gründlichkeit” versagt auf allen Ebenen, von denen es eh schon viel zu viele gibt. Alle wollen irgendwo und irgendwie etwas zu sagen haben und so läuft nichts richtig. Der Bund legt fest, dass überall getestet und geimpft werden soll und gibt Termine vor. Als es dann darum geht, wer denn eigentlich die Tests bestellt und verteilt sagt der Bund es sind die Länder, diese schieben es auf die Kommunen und wieder klappt nichts richtig.

Kinder in den Schulen, die ja unbedingt geöffnet sein müssen, sollen regelmäßig getestet werden. Das Problem ist aber, dass die Schulen gar keine Tests bekommen haben. Ohne das Engagement der Schulleitungen und Lehrer wäre ein Schulbetrieb überhaupt nicht möglich. Kultusminister haben monatelang nichts getan um digitalen Unterricht zu ermöglichen. Von Lüftungssystemen ganz zu schweigen.

Was ist das für ein Trauerspiel, wenn mitten im Winter die Schüler mit Jacken, Schal und Mütze im Unterricht sitzen müssen, weil alle paar Minuten die Fenster, wegen fehlender Belüftungsanlagen, geöffnet werden müssen?

Bereits an den Weihnachtstagen 2020 sind Impfzentren aus dem Boden gestampft worden, Personal steht bereit und es kann sofort nach den Feiertagen los gehen. Los gehen ja – aber womit? Es gibt gar keinen Impfstoff und so stehen die Hallen und Zentren noch wochen- monatelang leer.

Beschlüsse, Ostern 2021 alles noch ein letztes Mal herunterzufahren um die Inzidenzzahlen zu senken, werden durch neue “Ideen” der Ministerpräsidenten einzelner Bundesländer umgangen. Man kann weiter schoppen wenn man vorher negativ getestet wurde. Plötzlich ist der so verschmähte Grünen- Politiker Palmer ein Vorbild. In Tübingen hat er ein Modell geschaffen bei dem durch Testungen Geschäfte und Außengastronomie wieder öffnen dürfen.

Die Inzidenzzahlen waren um 30 und so fühlte man sich in der Lage so ein Experiment durchzuführen. Nur 6 Wochen später schießen aber auch dort die Zahlen wieder in die Höhe und man ist bereits wieder über 100. Das Experiment wird beendet, mit der Begründung es kämen zu viele von auswärts nach Tübingen um zu schoppen. Dabei werden ja auch diese Kunden vorher in Testzentren auf Corona getestet.

Durch Probleme mit einem bestimmten Impfstoff gerät wieder alles aus den Fugen. Die vorher festgelegte Impfpriorität gerät durcheinander. Hieß es zunächst das nun die 78 und 79 jährigen geimpft werden, sollen jetzt plötzlich alle ab 60 Termine machen können und die Hausärzte sollen kompakt in die Impfungen integriert werden. Durch das Impfen in den Praxen soll die Durchimpfung an Tempo aufnehmen. Dann liest man das jede Praxis für eine Woche 20 Dosen Impfstoff bekommt. Ja , so kann wahrlich “Tempo aufgenommen werden”.

Ostern 2021 soll eigentlich an den Leidensweg Christi erinnern. Es ist aber mehr ein Fest an das man sich später an das große Versagen der Politiker erinnern wird. Ostern 2021 ist eben ein besonderes Osterfest.

Dennoch wünsche ich allen meinen Lesern ein schönes Fest. Hoffentlich können wir unsere Erregung und die Ängste im Bezug auf Corona etwas herunter fahren. Versuchen wir einfach ein paar Stunden an das eigentliche Osterfest zu denken, in der Hoffnung auf besserer Zeiten.

Erdhummel – Zuckerwasser kann ein Volk retten

Erdhummel – es ist wieder kalt geworden. In der Nacht stellenweise sogar Frost und viel Nektar ist noch nicht zu holen für die geschwächte Erdhummel. Hummeln sind im jetzt nahenden Frühling die ersten Boten und manchmal auch zu früh wieder da. In einigen Fällen benötigen sie nun unsere Hilfe. Außer der befruchteten Jungkönigin sind alle anderen Hummeln gestorben. Nun muß die Königin schnell einen Nistplatz finden um ein neues Volk zu begründen.

Erdhummel im Sommer

Die Nahrungsvorräte aus dem Winter sind aufgebraucht und sie muß sich dringend stärken. Da sind dann auch die Blumen auf dem Balkon gern gesehen und Plätze zum Nisten müssen erst gefunden werden.

Meine Erdhummel, die ich gerade auf dem Balkon sehe, ist schon sehr schwach. Sie benötigt dringend Hilfe. Ich mache etwas lauwarmes Wasser auf einen kleinen Löffel und gebe Zucker hinzu. Dieses Zuckerwasser halte ich ihr vorsichtig hin.

Zunächst sieht sie die Löffelspitze noch als ein Hindernis an. Nun hebe ich den Löffel hinten noch etwas an. Das Zuckerwasser befindet sich jetzt ganz am Rand des Löffels und sie beginnt zu saugen.

Wenn ein Löffel ein zu großes Hindenis darstellt, kann man auch mit einer Pipette oder einer Spritze etwas Zuckerwasser neben sie träufeln, so das sie mit dem Saugrüssel dran kommt.

Nach dem Zuckerwasser kommt langsam wieder Leben auf

Erstaunlich wie schnell es weniger wird auf dem Löffel. Ruth faltet eine Lage von der Küchenrolle und tränkt diese in Zuckerwasser. Die Hummel geht bis zur Mitte und genießt den süßen Stoff. Schließlich macht sie eine Pause. Ihr weißes Hinterteil hebt und senkt sich bei jedem Atemzug und sie wird immer ruhiger. Vorsichtig setze ich das Tuch auf die Blumen.

Kurze Zeit später, die ganze Zeit höre ich sie schon wieder brummen, spreizt sie die Flügelchen und fliegt davon.

Ich hoffe du findest schnell den richtigen Platz zum nisten, damit wir uns schon bald an den schönen bunten Hummeln deiner Nachfahren erfreuen können.

Heidesee – Erholung in der Kirchhellener Heide

Heidesee – ein Gewässer in der Kirchhellener Heide, die Teil des “Naturpark Hohe Mark” ist. Die Region ist geprägt von Grün und Heidelandschaften, sowie noch gesundem Mischwald und Äckern, die sich an die Bewaldung anschmiegen.

Der Heidesee ist durch einen Damm und eine Holzbrücke in einen südlichen und einen nördlichen Teil geteilt.

Die Wander App “Komoot” will uns unmittelbar am See entlang führen. Das ist aber mittlerweile verboten, weil das Ufergebiet als Biotop besonders geschützt werden soll. Leider müssen wir feststellen, dass die Einzäunung am App – Weg bereits zerstört wurde. Wenn man auf dem normalen Weg bleibt, ist einem später auch der Blick auf den Weg gegönnt. Es gibt am See zwei gekennzeichnete Liegeplätze an denen man sich am Wasser entspannen kann.

Als Teil des Naherholungskonzept Ruhrgebiet spielt der See und die Umgebung eine große Rolle beim Artenschutz und Bioptopschutz. Es haben sich einige schützenswerte Arten aus dem Pflanzen- und Tierbereich hier angesiedelt.

Im Heidesee befinden sich in der Unterwasservegetation fünf Arten der Armleuchteralgen. Die Armleuchteralgen sind eine phylogenetisch urtümliche Organismengruppe von Wasser-„Pflanzen“.

Entstanden sind die Seen in der Kirchhellener Heide durch Kiesausgrabungen

Der Heidesee ist mit 54 Hektar deutlich grösser als der etwas weiter nördlich gelegenen Heidhofsee mit 4,8 Hektar Fläche. Dort befindet sich auch der Heidhof, ein Waldkompetenzzentrum, das bei Familien sehr beliebt ist. Kinder können hier, wie auch Erwachsene, viel über den Wald und die Natur lernen. Es gibt auch einen großen Waldspielplatz und einen Kiosk.

?Das Gebiet wurde 1973 in das Naherholungskonzept des Ruhrgebiets aufgenommen und in Teilflächen im Sinne des Biotop- und Artenschutzes gestaltet. Es hat sich zu einem bedeutsamen Lebensraum für schützenwerte Pflanzen und Tiere entwickelt. Der Heidesee beherbergt eine landesweit bedeutsame Unterwasserpflanzenvegetation (unter anderem 5 Armleuchteralgenarten).

Wenn man dem Weg folgt überquert man den Schwarzbach der, wie auch der Rotbach, noch unbegradigt durch die Heide fließt. Zu einer Heide gehört natürlich auch der Gedenkstein an den Heidedichter Hermann Löns.

Brieftauben – Sport oder Tierqälerei ?

Brieftauben – Das Halten von Brieftauben hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition. Viele Bergleute hielten sich in ihrer Freizeit Tauben. In Dortmund findet regelmäßig das weltgrößte Taubenzüchter-Treffen statt. Deutschland zählt noch etwa 30.000 Brieftaubenzüchter.

In einem Blogbeitrag von “Gutes Karma to go” las ich nun einen Bericht über das Halten von Brieftauben. Vieles davon war mir nicht bekannt und ich sehe nun die alteingesessene Tradition der Brieftauben – Zucht mit anderen Augen.

Was hat es mit den Wettflügen die regelmäßig stattfinden auf sich? Die Leistungen der Tauben wurden stets von allen bewundert, wie schaffen die Vögel es eigentlich immer wieder aus über 1000 Kilometern ihren Schlag zu finden ?

Brieftauben mit engem Familienband

Die Züchter nutzen die Eigenarten der Tauben aus. Die “Wettkampftaube” wird von ihrer Familie und ihrem Heimatschlag getrennt. Tauben haben aber ein sehr enges, festes Familienband. Sie sind meistens ihrem Lebenspartner ewig treu. Man trennt also den “Wettkampfvogel” von der Brut, dem Partner und dem heimischen Schlag, weil man weiß, dass der Vogel alles einsetzen wird um so schnell wie möglich wieder zu seiner Familie zu kommen. Dabei erreichen die Vögel bis zu 130 km/h.

Die verschiedenen Arten des “Trennens” nennt der Brieftaubenzüchter “Nest- oder Witwermethode”.

Brieftauben – das Leiden

Immer wieder werden die Tiere auf diese Weise “trainiert”. Bei den dann kommenden Wettkämpfen verlieren über 53 Prozent der Tiere aus Erschöpfung oder Flüssigkeitsmangel ihr Leben. Viele fallen auch Greifvögeln zum Opfer oder werden tödlich verletzt.

Die größten “Verluste” gibt es bei den sogenannten “Tribünenflügen”. Hier werden die Besten der Besten gesucht und alles was nicht in das Idealbild passt wird getötet. Dabei wird den Tieren ohne Betäubung der Hals umgedreht. Die Verluste liegen dort bei 75 Prozent.

Das derartiges Handel gegen das Naturschutzgesetz verstößt belegt auch PETA in einer Dokumentation. Wenn man diese Sachverhalte kennt, kann man sich eigentlich kaum noch sehr für diesen “Sport” begeistern.

Vogelart – wie entstehen Arten ?

Vogelart – wie entsteht die Artbildung bei den Vögeln? Beim letzten Besuch des Abstküchenteichs vielen uns die vielen Enten-Hybride auf. Da stellte sich mir die Frage ob es das auch bei den Vögeln gibt.

Hybrid ist die Bezeichnung für die geschlechtlichen Fortpflanzung zwischen verschiedenen Gattungen oder Arten.

Zwillingsvögel und die eigene Art

Vögel bleiben bei der Fortpflanzung strikt bei der eigenen Vogelart. Selbst bei den Zwillingsvögeln, die sich ja so ähnlich sehen, dass wir oft Probleme haben sie auseinander zu halten, gibt es keine Vermischung der Vogelart.

Beispiel die Sumpf- und Weidenmeise. Obwohl häufig im selben Lebensraum zu finden, bleibt die jeweilige Vogelart unter sich.

Die Vögel erkennen sich am Gesang, an der Farbe und am Verhalten. Die einen bevorzugen den Nadelwald, die anderen den Laubwald. Sie fressen unterschiedliche Samen und Insekten, obwohl sie fast ein identisches Aussehen haben. Die optische Ähnlichkeit fällt dem Menschen besonders auf. Vögel sehen ein größeres Farbspektrum. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie Unterschiede deutlicher erkennen. Gleiches gilt für den Baumläufer und Waldläufer. In allen Fällen kommt es nicht zur Hybridisierung.

Stieglitz

Eine Vogelart die weit verbreitet ist, kann sich in Färbung und Stimme von dem bei uns heimischen Vogel unterscheiden. Der bei uns anwesende Stieglitz sieht anders aus, als der Stieglitz im Mittelasien. Dort hat er einen grauen Oberkopf und einen grauen Rücken, bleibt aber dennoch weiterhin ein Stieglitz.

In den Winterquartieren stoßen beide Arten aufeinander. Im Nordost Iran und Westsibirien kommt es zur Vermischung der Vögel. Sie gehören zwar verschiedenen Unterarten an, bleiben aber als Vogelart ein Stieglitz. Sie bilden trotz der Unterschiede der Gefierderfärbung keine neue Fortpflanzungsgemeinschaft.

Vogelart – Entfremdung

Eine neue Art entsteht nur durch Veränderung der Geologie. Überflutung, Erdrutsche, Absenkungen, Klimawandel oder Vegetationsveränderung können zu geologischen Trennungen führen. Im mehrere tausende Jahre dauernden Verlauf, entstehen innerhalb einer Vogelart Veränderungen. Die Art wird sich “fremd”. Bei einem eventuellen erneuten Aufeiandertreffen verstehen sie sich nicht mehr. Die Fortpflanzungsgemeinschaft ist zu unterschiedlich geworden.

Sollte die Trennungszeit nicht ausgereicht haben um sich total zu entfremden, kann es innerhalb einer Hybridzone zur erneuten Vermischung kommen. Ein Beispiel ist die Rabenkrähe die sich entlang der Kontaktzone über Mitteldeutschland, Österreich und Schleswig Holstein mit der Nebelkrähe vermischt und Bastarde bildet. So ist im Westen die Rabenkrähe zu finden und im Osten die Nebelkrähe.

Quellen: Internet und “der Falke” 46/1999

Totholzhecke

Totholzhecke – auch unter dem Namen Benjeshecke bekannt, nach einer Idee der Brüder Heinrich und Hermann Benjes, ist die Art einer Heckenbildung auf natürliche Art.

Gesehen haben wir sie sicher alle schon. Diese “geflochtenen” Wälle aus Reisig” und Schnittgut. Aufgeschichtetes Totholz mit bänderförmiger Verbindung. Bisher dachte ich immer diese Anlagen wären extra für Vögel, Igel und Insekten aufgestellt worden.

Totholzhecke oder Benjeshecke

Der Gedanke dahinter ist jedoch ein anderer. Zwar ist es schon der Sinn die Vögel und andere Tiere dazu zu animieren in dem Gehölz ihr Domizil aufzuschlagen, aber es existiert ein Hintergedanke.

Die Vögel hinterlassen, wie auch die anderen Bewohner der Benjeshecken oder Totholzhecke, ihren Kot. Dieser fällt auf den Boden und läßt als natürliches Saatgut Pflanzen der heimischen Gewächse entstehen, die gesichert durch das Totholz, ungefährdet vor Verbiß heranwachsen können.

Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise eine stabile, dichte Hecke. So wie diese wächst, zerfällt das Reisig und es wächst eine Hecke heran, die der Artenvielfalt gerecht wird und besser ist als jeder Zaun.

Sträucher, Bäume und die Vögel gehen eine Symbiose ein. Die Pflanzen umhüllen Samenkörner mit Fruchtfleisch um Vögel anzulocken. Dadurch verteilen die Vögel den Samen der Hagebutte, der Eberesche, der Stachelbeere und anderer fruchttragender Pflanzen mehrere hundert Meter weit.

Wer also Vögel in seinem Garten haben möchte sollte heimische Pflanzen anpflanzen. Die Eberesche heißt ja nicht umsonst auch “Vogelbeerbaum”. Der Holunderstrauch ist bei über 60 Arten überaus beliebt. Die Drossel liebt die Beeren der Traubenkirsche und das Rotkehlchen das Pfaffenhütchen.

So bilden Vögel und Pflanzen eine Gemeinschaft, die beiden zu Nutze kommt.

Kiekkaaste

Kiekkaaste – das ist der Name des wohl schönsten und bemerkenswertesten “Grenzturms” an der deutsch – niederländischen Grenze.

Kiekkaaste – oder Guckkasten ist allerdings nicht als Grenzturm gedacht, sondern ein wunderbarer Beobachtungsturm im Watt am Dollart.

Lediglich die Bohrinsel bei Dyksterhusen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeeer führt noch in das Watt hinein.

An fast allen Stellen der Küste kann man nur vom Deich aus auf die weit im Schlick befindlichen Limikolen und Watvögel sehen. Die Entfernungen sind schon recht beachtlich und man muß eine sehr starke Brennweite am Glas oder der Kamera haben um gute Beobachtungen oder Fotos machen zu können.

die Kiekkaaste

Ganz anders verhält es sich an der Kiekkaaste, die quasi mitten im Schlick gebaut worden ist. Ein Plankenweg führt durch das Schilf und die Strandastern hinaus an den Wasserrand zum Turm. Unterwegs hört man die Blaukehlchen im Schilf und schließlich führt eine vier Meter hohe Wendeltreppe hinauf auf den Beobachtungsturm.

Wendeltreppe zum Turm

Die Fenster sind mit Sichtklappen versehen und Farbtafeln im Inneren helfen bei der Bestimmung. Allerdings sind die Bezeichnungen auf holländisch und dann muß man schon wissen das “Swaarter Ruiter” der “Dunkle Wasserläufer ist” oder “Tureluur” der “Rotschenkel“.

Die Artenvielfalt ist groß und die Vögel befinden sich “direkt vor der Haustür”. Mit etwas Glück und einem guten Tele kann man sogar die Seehunde auf den Sandbänken vor Emden erkennen.

Ansonsten sind Regenpfeifer, Rotschenkel, Austernfischer, Grünschenkel, Säbelschnäbler, Schnepfen und natürlich Gänse zu sehen.

Zu empfehlen ist eine morgendliche Anfahrt in der Woche, dann ist es noch ruhig am Turm und man sollte den Tidekalender kennen. Bei Flut kann es sein das Stiefel nicht ausreichen und wer bei Ebbe auf dem Turm ist und die einsetzende Flut mißachtet, muss eventuell in Kauf nehmen bis zur nächsten Ebbe auszuharren. Das kann natürlich auch spektakulär sein, wenn man etwas Verpflegung und Ersatzakkus für die Kamera dabei hat.

Die Kiekkaaste ist ein “Muß” für jeden Naturliebhaber der sich in der Region am Dollart aufhält und Parkplätze sind am Wehr vorhanden. Von hier aus geht aus dann auch durch das Schilf zum Turm. Wir besuchten den Turm anläßlich unserer einwöchigen Reise nach Ditzum im Rheiderland.

Der Botanische Garten

Der Botanische Garten der Ruhr Universität Bochum zählt zu den schönsten ihrer Art weltweit.

Er liegt in herrlichen Landschaft, begrenzt von den Gebäuden der Universität, dem Lottental und dem Kemader See. Gegründet wurde der Botanische Garten 1962 zu Studien und Forschungszwecken der Biologischen Fakultät. Anlässlich des 25jährigen Jubiläum schenkte die Universität Shanghai den Bochumern den heute überall bekannten Chinesischen Garten. Dieser erhielt den Namen “Quian”, nach dem chinesischen Dichter mit gleichem Namen, der von 365 – 427 nach Christus lebte.

der chinesische Garten

Der Bericht vom Pfirsichblütenquell des Poeten ist den Chinesen allgemein bekannt und handelt von der Sehnsucht des Dichters nach einer Idealgesellschaft und dem idyllischen Leben im Einklang mit der Natur.

Felsenlandschaft im Chinesischen Garten

Die Felsenlandschaft im Chinesischen Garten besteht aus 600 Tonnen Gestein. Der Garten belegt innerhalb des Botanischen Garten eine Fläche von 1000 qm. Der Botanische Garten hat eine Größe von 13 Hektar.

Dazu gehören vier Schauhäuser. Das Tropenhaus, das Wüstenhaus und zwei Savannenhäuser. Wegen der Corvid 19 Pandemie dürfen die Häuser aus Sicherheitsgründen zur Zeit nicht besucht werden. Außerdem ist nur der Eingang am Betriebshof geöffnet, um die Gartenbesucher nicht zu gefährden.

Durch eine “Einbahnstraßenrgelung” für den Fußgänger können die Corona – Regeln gut eingehalten werden.

Dennoch hat der Botanische Garten dem Besucher viel zu bieten. So findet man in der Außenanlage eine europäische Biotoplandschaft, Heidevegetation, Küstenvegetation, Pflanzen aus Europa, Nord-Amerika und Asien. Ein Alpinum und eine Bachlandschaft gehören ebenso dazu, wie auch die Schauhäusern die Wüsten- und Savannenlandschaften vor den Schauhäusern

Man kommt an den verschiedensten Baumarten aus aller Welt vorbei, wie dem Ginko und den knapp 60 Jahre alten Mammutbäumen. Der Duft tausender Blüten schmeichelt dem Geruchssinn.

Der Botanische Garten ist nicht nur für die Studenten der Ruhr Universität ein Ort der Ruhe und der Entspannung. Übrigens, womit man eigentlich nicht rechnet, der Eintritt in den Botanischen Garten der Ruhr Universität Bochum ist frei und wenn man die Adresse ins Navi eingibt, unbedingt daran denken das dem Straßennamen ” Südstrasse” noch ein Buchstabe vorangesetzt ist. I-N-G-M – der Eingang “Betriebshof” befindet sich auf der N-Südstraße 160.

Hier noch ein paar Impressionen:

Trauerschwan

Trauerschwan- oder auch Schwarzschwan, ist der Name dieses exotischen Schwan. Seine Heimatregion ist Australien und Tasmanien. In einem australischen Bundesstaat ist er als Wappentier sogar in der Staatsflagge zu finden.

Mitte des 19.Jahrhunderts versuchte man in England, nach erfolgreicher Zucht, durch Auswilderung eine wilde Population zu erreichen, was aber nicht gelang.

In den Niederlanden und vermutlich in NRW ist es zu einer verwilderten Population gekommen, die sich gegen den weißen Höckerschwan durchsetzen konnte, der sie sonst vertrieben hat. Der Schwan ist äußerst selten zu finden.

Eine Ausbreitung des Trauerschwans ist in Deutschland unerwünscht. Eine plausible Erklärung dafür ist mir nicht bekannt, außer das er eben ein Gefangenschaftsflüchtling und ein Neozoen ist.Der

Wenn es eine Art gibt, die sich mindestens über drei Generationen fortgepflanzt hat und sich eine selbsttragende Population gebildet hat, spricht man von etablierten Neozoen.

In NRW zählen der Schwarzschwan, Kanadagans, Schneegans, Nilgans, Rostgans, Brautente, Mandarinente, Jagdfasan, Rosaflamingo, Chileflamingo, Straßentaube, Halsbandsittich und Alexandersittich dazu.

Trauerschwan – Cygnus atratus

Die Ernährung besteht aus Wasseralgen, ufernahem Gras und Algen. Sie leben an Seen und Überschwemmungsgebieten mit wenig Strömung und viel Ruhe. Weil er sehr anfällig für Störungen ist, ändert er häufig seinen Standort, bleibt aber immer im Umkreis von etwa 100 Kilometern von seinem ursprünglichen Aufenthaltsort. Trauerschwäne sind keine Zugvögel.

In Deutschland gibt es nur wenige Brutpaare. Mein Paar am Vogelschutzgebiet Essen Heisingen war mit vier Dunenküken unterwegs. Die Küken haben eine silbergraue Färbung. 2005 gab es lediglich 11 Brutpaare.

Die Brut besteht aus vier bis acht Eiern und wird meistens vom Weibchen bebrütet. Das ist auch besser, weil mitbrütende Männchen häufig vergessen die Eier zu drehen, oder sich neben die Eier setzen.

Der Trauerschwan ist etwas kleiner als der weiße heimische Höckerschwan. Er wirkt aber durch den längeren Hals und dem auffallend glänzenden schwarzen Gefieder robuster. Die Federn erinnern durch die Krümmung der Flügeldecken und der Schulterfedern an Dachziegeln, im Vergleich zum Gefieder des Höckerschwan. Die Weibchen unterscheiden sich nur durch einen etwas kürzeren Hals und einem kürzeren Schnabel vom Männchen.

Weiß ist lediglich an Hand- und Armschwinge zu sehen. Allerdings kann man dies nur im Flug erkennen, weil diese Federn verdeckt sind. Eine weiße Binde befindet sich auch am vorderen Schnabel, der ansonsten rot gefärbt ist.

Der berühmteste Artgenosse ist der Trauerschwan “Petra” vom Münsteraner Aasee, der sich in ein weißes Tretboot in Form eines Schwanes verliebt hatte.

Erft – Weckhoven

Erft und die Neusser Stadtteile Weckhoven und Selikum waren die Ziele unserer heutigen Wanderung.

Das erste Stück führt uns durch eine kleine Siedlung. Aber schon bald liegt vor uns ein Gerstenfeld. Immer wieder müssen wir überlegen um welches Getreide es sich handelt.

Wie war das noch, lange Grannen, kurze Grannen, kaum Grannen, Gerste lang, Roggen kurz und Weizen kaum eine Granne.

Nachdem wir das durch diskutiert haben, liegt vor uns ein Bauernhof, über dessen Eingang ein Banner angebracht ist.

Erft – Kinder Bauernhof und Wirtschaftsgarten

Darauf steht : Kinder Bauernhof . Hier gibt es Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen und natürlich Hühner. Es können Kindergeburtstage gefeiert werden und selbst ein Hofcafe ist vorhanden, welches aber zur Zeit wegen Corona nicht geöffnet hat. Hinter dem Gut Selikum befindet sich noch ein Bauerngarten und Imker werben mit mehreren Bienenhäusern für ihren Stand.

Wirtschaftsgarten mit Wildblumen

Wir zwei “Alten” sehen uns den etwas abseits gelegenen Muster – Wirtschaftsgarten an. Wer Anhänger des nachhaltigen und umweltfreundlich Anbaus ist, bekommt hier leuchtende Augen. Von der Blumenwiese über das Gewürzebeet und Gemüsebeet zur Sonnenblume, hier ist alles vorhanden, selbst ein großes Insektenhotel.

Wirtschaftsgarten

Studde Schafe – kleine Rasse

Auf dem weiterführenden Weg kommen wir an einer Weide vorbei, auf der Studde Schafe grasen. Bei dieser Schafrasse handelt es sich um das kleinste deutsche Schaf.

Ursprünglich stammt es aus dem Baltikum und Ostpreussen, war aber Anfang des 19. Jahrhunderts fast verschwunden. Dank der Zucht im Münchener Zoo gibt es sie mittlerweile wieder häufiger.

Studde Schaf

Das Studde Schaf ist besonders bei Kleinbauern beliebt. Es ist sehr Standorttreu und benötigt nicht einmal einen Zaun.

Nun überqueren wir eine Brücke. Unter uns fliesst strömend die Erft dahin. Der Fluss entspringt in der Eifel und mündet nach 103 Kilometern in den Rhein .

Die Erft

Rechts liegt Schloß Reuschenberg aus dem Jahr 1549. Dieses Schloß befindet sich heute m Privatbesitz.

Erft – Neuss – Gut Selikum

im Schloß war von 1917 bis 1997 die hauswirtschaftliche Landfrauenschule untergebracht, in deren Folge 1932 Siedlerhäuser gebaut wurden. Auf den städtischen Höfen entstand ein Streichelzoo der 1978 in den bereits geschilderten Kinderbauernhof umgewandelt wurde.

Gut Selikum

Die landwirtschaftlichen Flächen wurden mit der Neubausiedlung Selikum bebaut. Deshalb befinden wir uns jetzt im Haus der Stadtteil Selikum.

Linker Hand blitzt der weiße Anstrich der Corneliuskapelle in der Sonne. Die Kapelle erfährt eine erste schriftliche Erwähnung im Jahr 1573. Demnach ist die Kapelle eine Stiftung des Fraufräulein von Reuschenberg, die auf dem Lehnsgut Haus Selikum lebte.

Neuss Selikum – Corneliuskapelle

Corneliuskapelle

1607 findet die Corneliuskapelle erstmals Erwähnung als Wallfahrtskapelle. Gegenüber befindet sich Gut Selikum. Heute findet im denkmalgeschützten Gebäude Wohnen im Haus-Wohnen Charakter statt.

Wir erreichen erneut eine Erftbrücke und schauen uns auf der anderen Brückenseite kurz um, eigentlich sollen wir vor der Brücke links abbiegen.

Wir sehen eine Ziegenweide und einen großen Spielplatz. Weiter oben soll auch noch eine Eselweide sein, aber wir gehen jetzt auf dem vorgesehenen Weg weiter, entlang der Erft.

Ziegen und Damwild an der Erft

Eichen, Ahorn und Schwazpappeln säumen den Weg. Das Sonnenlicht und das Laub zaubern ein herrliches Farbenspjel, das sich im Wasser wiederspiegelt.

Der Weg verzichtet jetzt auf die Begleitung der Erft. Dafür erreichen wir nun ein Damwildgehege. Einige Rehe und Böcke lassen sich von Kindern füttern. Größere Rehe und Hirsche ruhen auf den Grasflächen. Einige Ricken weisen Kitze den Weg.

Damwild

Die Erft Teilung

Bald erreichen wir wieder die Erft mit dem Erftabzweig Empellement. Hierbei handelt es sich um ein Bauwerk aus Werksquadern, errichtet 1809. Das Bauwerk sollte die Wasserzufuhr aus der Obererft in den Nordkanal für die Stadt Neuss regulieren. Auf dem Wehrkopf befindet sich die Inschrift “Napoleon Empereur” -Napoleon Kaiser.

Empellement – Erftteilung

Weiter folgen wir der Erft, die immer wieder andere Bilder zaubert. Schließlich müssen wir uns aber trennen. Wir haben den Abzweig erreicht, der uns wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück führt.

Halde Rheinpreussen

Halde Rheinpreussen und der Waldsee waren das Ziel für unsere Wanderung. Bei angenehmen zwanzig Grad und einer gemächlichen Steigung machen wir uns auf den Weg hinauf auf die Halde.

Halde Rheinpreussen

Die Halde Rheinpreussen liegt auf dem Stadtgebiet von Moers und besteht aus 42 Millionen Tonnen Bergematerial der Schachtanlage Rheinpreussen V/IX. Von 1963 bis 1990 wurde die Halde bis auf eine Umgebungshöhe von 72 Meter ü. NN geschaffen. Die Schachtanlage war damals die erste linksrheinische Steinkohlezeche und begann 1876 den Betrieb, der 1971 eingestellt wurde. In Spitzenzeiten waren hier 11.051 Menschen beschäftigt. Die Zeche hatte Anlagen in Duisburg Homberg und in Moers Rheinkamp.

Kraftwerk auf der anderen Rheinseite

Man sieht das die Natur sich seit dreißig Jahren die Halde erobert. Viel Grün, schöne Bäume und viele blühende Büsche und Pflanzen sind zu sehen und an den Disteln erfreuen sich zig Hummeln und Wildbienen. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke auf das Ruhrgebiet. Es ist ein Vergnügen bei einem sanften Anstieg die Halde zu begehen.

Erdhummel

Halde Rheinpreussen – das Geleucht

Um eine Landmarke auf der Halde Rheinpreussen zu erstellen unterstützt ab 2001 der RVR (Regionalverband Ruhr) den Entwurf des Künstlers Otto Piene. Als dann als Sponsor noch Thyssen Steel AG 2005 mit ins Boot kommt und die Bauplanung übernimmt, geht alles recht schnell. Bereits 2007 wird das “Geleucht” auf der Halde fertiggestellt.

das Geleucht

Es handelt sich um eine 115 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, mit einer Höhe von 10 Metern. Alleine der Haken dieser Grubenlampe, deshalb der Name “das Geleucht”, hat eine Höhe von 5 Metern. Das Geleucht ist begehbar und lichkünslerisch inszeniert. Unterhalb des “Hakens” befindet sich eine Aussichtsplattform um den Blick über das Ruhrgebiet schweifen zu lassen.

Der Waldsee

Wir wandern allerdings nicht ganz hinauf, sondern biegen unterhalb des “Gipfels” nach rechts, hinunter an den Fuss der Halde. Hier befindet sich der Waldsee. Dieser See ist eine renaturisierte Kiesgrube und gehört zum Naherholungsgebiet “Baerler Busch“. Um uns herum befindet sich ein sehr schönes Waldgebiet mit vielen Eichen, auch Robinien und große Farne begrenzen den Weg, der aus gut begehbarem Sandboden besteht.

Weil der See ein Landschafts- und Natutschutzgebiet ist, gilt hier ein Badeverbot. Wassersportarten sind ebenfalls nicht erlaubt. Dennoch sehen wir eine Person hier baden und natürlich springen auch die Hunde mal ins Wasser, was eigentlich auch verboten ist. Allerdings macht hier keiner deshalb eine Welle. Immer wieder fällt der Blick des Wanderers auf das Geleucht an der anderen Uferseite. Der Waldsee grenzt unmittelbar an die Halde Rheinpreussen an.

Deshalb bietet es sich geradezu an, beide Objekte in diese schöne Wanderung einzubeziehen.

Jungvogel

Jungvogel – “oh, ein süßes Vogelbaby und ganz alleine.” Das glauben die meisten Leute wenn sie einen Bummel durch die Natur einen Jungvogel am Boden sehen. Offenbar ist der Kleine völlig hilflos und Eltern sind keine zu sehen.

Jungvogel

In den meisten dieser Situationen benötigt die jungen Vögel allerdings unsere Hilfe nicht. Jungvögel verlassen das Nest bereits bevor sie in der Lage sind zu fliegen. Sie werden noch einige am Boden von den Altvögeln gefüttert und versorgt. So eine Brut besteht aber nicht nur aus einem Jungvogel, sondern aus mehreren,und auch junge Vögel sind neugierig und erkunden die Umgebung.

Die Kleinen können zwar noch nicht fliegen, aber huschen, springen un laufen und verteilen sich so in der Nachbarschaft. Die Eltern sind deshalb wohl gerade mit einem der anderen Jungen beschäftigt, wenn man einen “einsamen” kleinen Vogel findet. Meist dauert es nicht lange und einer der Eltern erscheint.

Bodenfütterung

Sollte eine Katze oder ein anderes Haustier in der Nähe sein, das Jungvogel gefährlich werden könnte, kann man ihn durchaus auf einen Ast setzten. Jungvögel haben bereits Gefieder und “Finger” mit denen sie sich festhalten können.

Ein Nestling hat kaum Federn und kann auch nicht hüpfen oder laufen. Er kann sich auch noch nicht mit dem Finger festhalten. In unmittelbarer Nähe müßte sich ein Nest befinden. Dann kann man das Baby ruhig wieder in das Nest legen. Vögel erkennen die Jungen nicht am Geruch, wie andere Tierarten und werden den Vogel weiter versorgen.

Man könnte das Nest eine Zeit lang beobachten, um festzustellen, ob die Eltern noch das Nest versorgen. Es kann auch sein, dass die Eltern durch irgend einen Umstand ums Leben gekommen sind, dann wendet an sich am Besten an den NABU oder sucht z.B. auf der Internetseite mit dem unterlegten Link eine Auffangstation.

Nur selten wird aber tatsächlich derartige Hilfe benötigt, weil es zwar oft aussieht als wären die kleinen Jungvögel einsam, meist ist das aber nicht von langer Dauer.

Grafik vom NABU Berlin dort ist die Hilfe Nummer : 0303 – 5471 2892

Schmetterling

Schmetterling – über die Raupe freuen sich in erster Linie die Vögel, aber auch einige Menschen sind begeistert von diesen wundersamen Kreaturen und besonders, nachdem aus ihnen einer dieser farbenfrohen Schmetterlinge geworden ist, sind auch die Menschen hoch erfreut bei ihrem Anblick.

Das Wort “Schmetterling” geht zurück auf den altertümlichen Begriff für “Rahm” – das hieß einmal “Schmetten”. Die Vorliebe der Schmetterlinge für saure Milch führte dann schließlich zur Namensgebung – Schmetterling.

Schmetterling – groß und klein

Weltweit gibt es mehr als 150.000 Arten und der größte der Art, ist ein aus Südamerika stammender Schmetterling mit dem Namen “Thysania agrippina” oder auch “weiße Hexe” oder “brasilianische Rieseneule”, mit einer Flügelspannweite von bis zu 35 cm.

Mit einer Größe von nur 2 Millimetern ist “Stigmella ridiculosa” die kleinste Schmetterlingsart.

Einige Schmetterlinge fliegen sehr weite Strecken, so gibt es Insekten die von Nordafrika nach Mitteleuropa fliegen. Manche Falter wandern in neue Gebiete. So gibt es mittlerweile das “Taubenschwänzchen” auch in Norddeutschland. Ursprünglich kommt der Falter aus Südeuropa.

Bei den Faltern unterscheidet man zwischen Tagfaltern und Nachtfaltern

Schmetterling – Nachtfalter-Tagfalter

pixabay -josch13 – Nachtfalter

Der Nachtfalter ist, wie es der Name schon sagt, zumeist in der Nacht und in der Dämmerung aktiv. 3500 Arten zählen zu den Nachtfaltern. Häufig werden sie verächtlich als “Motten” abgetan, dabei sind gerade die Nachtfalter besonders interessant anzusehen. Längst nicht alle Nachtfalter sind unattraktiv. Auch sie haben Farben um sich vor ihren Fressfeinden tarnen zu können. Ein gewisser Teil dieser Falter ist in der Nacht und am Tage aktiv und ein kleiner Teil auch am Tage, wie das Widderchen.

Anhand der Fühler kann man Tag- und Nachtfalter gut unterscheiden. Dem Nachtfalter fehlt an der Spitze der Fühler der “Kolben” und manche Fühler haben kleine “Kämme” an den Seiten.

deutlich sind die Kolben am Fühler zu sehen – Tagfalter – Admiral

Ein weiterer Hinweis auf Tag- oder Nachtfalter ist die Haltung der Flügel. Während der Nachtfalter die Flügel in der Ruhe eng angelegt hat, hat der Tagfalter die Flügel nach oben zusammen geklappt. Außerdem können die nachtaktiven Schmetterlinge ohne Nahrung auskommen der tagaktive Schmetterling benötigt den Nektar zum Überleben.

Viele Arten sind gefährdet. Die Überdüngung der Felder, Veränderung des Lebensraumes, Entwässerung von Feuchtgebieten und natürlich die Schädlingsbekämpfungsmittel machen den Insekten das Leben schwer. Fortschreitende Verdichtung und Versiegelung der Böden und Wege, Steingärten und künstliche Lichtquellen haben für den Schmetterling fürchterliche Folgen. Vom allgemeinen Insektensterben der letzten Jahre sind die Falter ebenso betroffen.

Wenn wir weiterhin Admiral, Landkärtchen, Tagpfauenauge, oder den kleinen Fuchs sehen wollen, sollten wir überlegen ob wir nicht die ein oder andere Distel auch einmal stehen lassen, denn für die Raupen dieser Falter sind die Disteln äußerst wichtig. Auch Vögel wie der Distelfink, auch als Stieglitz bekannt, werden sich darüber freuen, zumal der Stieglitz, der die Samen der Distel liebt.

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald und Eggegebirge waren das Ziel einer 3-Tage-Tour im Juni 2020.

Gemeinsam mit den “Jungen Leuten” geht es am 08.06.2020 auf eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Orten.

Gleich nach der Ankunft machen wir einen Rundgang in die Wälder um den “Kaiser`s Hof”. Wir sind etwas zu früh und unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Wir nutzen die Zeit um die Umgebung zu erkunden.

Zunächst geht es ein Stück bergauf, hinein in den Wald. Auf der Kuppe bietet sich ein Blick hinunter in das Tal mit dem Norderteich, der dort unten eingebettet zwischen Feldern, leichten Hügeln und Wiesen liegt. Wir werden später auch eine Wanderung um den See unternehmen.

Es geht noch eine Etappe den Hang hinunter. Auf dem Weg beobachte ich einen jungen Buntspecht. Noch ist nahezu der gesamt Oberkopf rot, ein Indiz für einen jungen männlichen Buntspecht. Später ist nur noch am Hinterkopf eine roter Fleck.

Buntspecht

Der Rückweg ist nicht ausgezeichnet, deshalb halten wir uns an die Karte auf dem Handy und wandern bergauf durch den Wald. Deutlich sind die klimatischen Veränderungen zu bemerken. Die Fichten sterben, während der Laubwald noch gut aussieht. Am Boden sieht man viele Triebe junger Buchen.

Mischwald – das Leiden der Nadelgehölze ist deutlich sichtbar

Nach knapp drei Kilometern sind wir wieder am Kaiser`s Hof und richten uns ein. Der ehemalige Bauernhof wurde einst voll bewirtschaftet. Mitte der 1970er Jahre gab es noch Landwirtschaft und Vieh für den Lebensunterhalt. Pferde wurden für die Äcker eingesetzt. Heute sind die ehemaligen Stallungen zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Anna Kaiser betreibt den Hof heute unter dem Motto “Ferien auf dem Bauernhof”. Es gibt noch Pferde, Hühner, Enten,Schweine, auch Meerschweinschen und Kaninchen, sogar Gans und Laufenten lassen sich sehen. In dem großen Garten gibt es Ruhezonen und Spielplatz für die Kinder. Alle Gäste werden liebevoll betreut.

Kaiser`s Hof

Der Hof befindet sich im 360 Seelenort Bellenberg, einem Ortsteil von Horn Bad Meinberg, abseits vom Trubel der Stadt.

Teutoburger Wald – Externsteine

Wir erholen uns ein wenig und fahren dann zu den Externsteinen. Die Begehung des Felsenmassives ist wegen der Corona Pandemie noch nicht wieder möglich. Auch so verfehlen die Felsen nicht ihre Wirkung. Sie sind ein Relikt aus einer Zeit, als die Region noch Teil des niedersächsischen Beckens war. Der Teutoburger Wald und die Sandsteinfelsen sind Ablagerungen aus dieser Zeit.

Vierzig Meter ragen die Felsformationen in die Höhe und prägen die Landschaft mit dem Wiembecketeich und dem Park.

Externsteine – Sandstein-Felsformationen

Teutoburger Wald – Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal gehört zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands und ist Ziel des nächsten Tages.

Nach den Feldzügen Napoleons überlegte man wie man der Einheit Deutschlands ein Zeichen setzen könnte. So kam die Erinnerung an Arminius auf, der in der Schlacht vom Teutoburger Wald die römischen Legionen vernichtend schlug, weil es ihm gelungen war, die vielen einzelnen germanischen Stämme zu vereinen. Somit galt Arminius als Symbolfigur für die nationalistische Einigungsbewegung, der auch der Architekt und Bildhauer Ernst von Brandel angehörte.

Er begann 1838 mit dem Bau eines Denkmals aus Sandstein, mit einer Höhe von 53 Metern. Alleine der Sockel mißt 26 Meter. Ein Jahr vor dem Tod des Erbauers weihte Kaiser Wilhelm I. das Denkmal im Jahre 1875 ein. Der Name Arminius wandelte sich in Hermann, weil man die lateinische Bezeichnung “Arminius” als Heermann -“Mann des Heeres” ansah. So entwickelte sich schließlich die Bezeichnung “Hermannsdenkmal”.

Norderteich

Der Norderteich wird von den Anwohnern gerne auch als das “lippische Meer” bezeichnet. Mit einer Größe von 22 Hektar liegt der See inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. Der Rundweg führt über eine Strecke von etwa drei 3,5 Kilometern. Man sieht sehr alte Baumbestände und eine reiche Flora und Fauna.

Unterwegs befindet sich der Entenkrug, der zumindest zur Zeit nur am Wochende geöffnet ist. An einem sehr schönen Haus in der Nachbarschaft erzählt uns der Eigentümer des Hauses einige Geschichten über den Entenkrug, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe.

Am See befindet sich eine Beobachtungshütte, von wo man gut das Leben auf und am See beobachten kann.

Norderteich

Adlerwarte Berlebeck

Am Tag der Abreise besuchen wir noch die Adlerwarte Berlebeck. Der Ort ist Teil der Stadt Detmold und liegt wunderschön eingebettet in einem vom Wald umgebenen Tal. Das ist ideal für die Adlerwarte, weil die Greifvögel meistens gute thermische Winde vorfinden. Wenn die Geier, die wenig Ausdauer beim Flug haben, diese Thermik nicht haben, kommt es vor das sie zu Fuß den Berg hinauf zur Warte unternehmen. Jedenfalls sagte das der Falkner, der später die Flugshow kommentierte.

Schneeeule

Die Berlebecker Warte ist wohl die schönste Station die ich bisher gesehen habe. Tiere aus fünf Kontinenten sind hier zu finden. Hier werde Eulen und Greife gezüchtet und kranke oder verletzte Tiere aufgenommen. Zwölf große Volieren und eine Greifvogelanlage sind zu besichtigen.

Wei0kopfseeadler

Kappengeier, Palmgeier, ein Sekretär und ein Gaukler beherbergt die Afrika Voliere. Weiter gibt es Schneeeulen, das Adlerhaus, ein Lehr und Infozentrum, Bistro, Shop und Spielplatz, sowie ein Freigelände für die Greifvögel und natürlich die neue Freiflugtribüne. Selbst Kronenkraniche konnte ich zu meiner Überraschung in einer Voliere sehen.

Die Flugschau war interessant und wurde gekonnt kommentiert. Man erfuhr viele Details zu den eingesetzten Arten. Der Wüstenbussard, der Weißkopfseeadler und der Gaukler huschten knapp über die Köpfe hinweg. Mein Kopf gefiel wohl dem Wespenbussard und ein Geier suchte sich den Kopf meiner Frau als Landeplatz. Alles wurde von einem im Tal seine Kreise ziehenden Rotmilan beobachtet. Ihn hatten wir zuvor auch schon in den Bäumen außerhalb des Geländes beobachten können.

Geier

Ein besonderes Schauspiel boten die Geier. Es sah als als würden sie voller Übermut spielen, wurden dabei aber auch geschickt vom Falkner mit Futter als Lockmittel gelenkt.

Nach der Flugschau verabschieden wir uns von den jungen Leuten die noch eine Wanderung durch das Silberbachtal unternehmen wollen. Dieser Wanderweg führt ein ganzes Stück an dem natürlichen Lauf des Silberbaches vorbei und schließlich durch den Wald auf die Höhe. Das wäre für mich unmittelbar vor der Heimfahrt ein bischen viel geworden.

Gaukler
“Geiertanz”
ein Geier landet auf Ruth`s Kopf
… und ein Wüstenbussard bei mir
Rotmilan

Harpener Teiche

Harpener Teiche oder Werner Teiche – nach den beiden Bochumer Stadtteilen sind die Gewässer an der Grenze zu Dortmund benannt.

Harpener Teiche

Wenn man einen der Parkplätze am Einkaufszentrum “Ruhr-Park” nutzt gelangt man in kürzester Zeit an einen der Teiche, – eigentlich müßte man “See” sagen, für einen Teich sind sie meiner Meinung nach doch schon ziemlich groß – wo es schon einmal ein wenig “streng” riechen kann.

Das Wasser ist türkisfarben gefärbt. Der Grund für diese Eigenschaften eröffnet sich dem Wanderer nach ein paar Metern. Hier ergießt sich das Wasser, welches aus 500 Metern Tiefe empor gepumpt wird, in den ersten Teich. Obwohl das Grubenwasser, um das es sich hier handelt, mit Wasserstoffperoxid versetzt ist, riecht es hier manchmal nach faulen Eiern.

Im Haushalt ist Wasserstoffperoxid ein beliebtes Reinigungsmittel. Wasserstoffperoxid ist antibakteriell und antiseptisch, es soll Gerüche beseitigen und bleicht das Wasser.

Das Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken hat einen höheren Mineralgehalt als Trinkwasser und erreicht mit einer Temperatur von 20 Grad die Teiche.

An der Einmündung müssen die Tiere und Pflanzen mit einem höheren Salzgehalt klar kommen. Dennoch ist das Ökosystem intakt. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Kanada- und Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Auch ein Blässhuhn fühlt sich wohl und aus den Bäumen hört man die vielfältigen Gesänge der Vögel.

am zweiten Teich ist das Wasser wieder klar

Bereits am nachfolgenden Teich, den man über eine Brücke überqueren kann, ist die türkisfarbene Färbung verschwunden und man kann den Grund des Gewässers wieder sehen. Auch hier sind wieder Kanadagänse und Nilgänse mit Gösseln, wie die korrekte Bezeichnung der Gänseküken ist.

Schließlich queren wir eine kleine Brücke in der Nähe des Bahndamms. Unter uns fließt das Wasser weiter in Richtung Ruhr. Rechter Hand liegen Pferde im Gras und auf der anderen Seite wurde der Acker frisch gepflügt.

Über uns zieht ein Mäusebussard seine Kreise. In Richtung zum Parkplatz begleiten uns Feldraine mit vielen Feldblumen. Hier wurde ein korrekter Feldsaum angelegt.

Über den Parkplatz der Medi Therme bewegen uns wieder auf den Ruhr Park zu.

Der Wanderweg furch dieses schöne Gebiet, das uns bisher noch nicht bekannt war hatte eine Länge von knapp fünf Kilometern.

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet “Strümper Busch”.

“Der Meerbusch,” wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. “Bruch” ist die Bezeichnung für “Feuchtgebiet”. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die “Tretminen” der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Worringer Bruch

Worringer Bruch, linksrheinisch im Norden der Stadt Köln gelegen, ist die tiefste Stelle der Stadt. Nur 37,5 Meter über dem Meeresspiegel und deshalb auch immer abhängig vom Wasserstand des Rheins. Bei Hochwasser ist das Gebiet stets betroffen. Auch ein Grund dafür, dass das Feuchtgebiet auch im Hochsommer immer mit Wasser gesegnet ist.

liebevoll bemalte Steine am Zugang zum Bruch

Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Auf unserer Rundwanderung tönte es aus vielen Vogelkehlen und wir waren glücklich den Pirol und den Kuckuck gehört zu haben, auch wenn es mir nicht gelang ein Foto dieser Vögel zu machen. Das viele Laub an den Bäumen macht es jetzt immer schwerer einen unserer gefiederten Freunde ablichten zu können.

Feuchtgebiet im Worringer Bruch

Zunächst führt der Weg ein Stück durch das Feuchtgebiet. Die Blässhühner führen gerade ihre Jungen aus. Schließlich geht es an einem Feldweg entlang, der die landwirtschaftliche Fläche vom Wald mit wunderschönen, großen Schwarzpappeln trennt. Unterbrochen werden die Pappeln hin und wieder von Eschen und Ahorn. Wer möchte dehnt die Wanderung noch mit dem Abstecher in die Rheinaue aus. Der normale Rundweg beträgt knapp 5,5 Kilometer, mit dem Abstecher ungefähr 8 Kilometer.

Beim Worringer Bruch handelt es sich um eine ehemalige Altarmschlinge des Rheins. Heute besteht die Region aus einem Auenwald mit stehenden Gewässern und Offenland.

Auch in der Geschichte spielt Worringen eine gewichtige Rolle. Hier wurde 1288 in der Schlacht von Worringen der 6-jährige Krieg um die Limburger Erbfolge zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant entschieden. Zu den Siegern gehörte auch der Graf von Berg (Schloß Burg an der Wupper). Dieser erteilte nach dem Ende des Krieges Düsseldorf und Mülheim die Stadtrechte.

Es entstand ein Handels – und Wirtschaftszentrum das in Konkurrenz zur Stadt Köln stand. So kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Düsseldorf und Köln, was sich anscheinend bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat, wie man es ja häufig im Karneval bestätigt bekommt.

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen “u” ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Bachstelze