Austernfischer

Austernfischer sind in erster Linie Vögel der Küste, des Watt und der Inseln. Der Vogel lebt monogam und bleibt auch seinem angestammten Brutplatz in der Regel treu. Die Nahrung des Austernfischer besteht aber nicht, wie man wohl glauben mag, aus der Auster, sondern aus Miesmuschel, Plattmuschel, Schnecken, Krebse und Würmern.

Sollte sich ein Paar doch einmal trennen, gibt es das Kuriosum das die Treulose, meistens ist es das Weibchen das untreu geworden ist, dafür noch mit einem besseren Brutplatz belohnt wird. Außerdem bekommt sie bis zu zwanzig Prozent mehr Nachkommen.

Im Frühling balzen die Männchen nahe der Wasserkante um die Weibchen. Hierbei führen sie ritualisierte Schau- und Luftkämpfe auf. Auf dem Boden rennen sie mit schnellen Schritten und vorgestrecktem Kopf über das Watt, bleiben plötzlich abrupt stehen und senken den Schnabel demütig auf den Boden.

Der Austernfischer hat sich dem Lebensraum Wattenmeer perfekt angepasst. Man findet ihn in allen Bereichen des Ökosystems Wattenmeer. Sei es im Schlick und Sand, oder in den Dünenlandschaften, oder in den Salzwiesen.

Austernfischer als Hausbewohner

Normalerweise brütet der Vogel auf Muschelbänken, in kleinen Mulden. Die moderne Architektur hat ihn dazu getrieben auch Brutplätze auf Flachdächern anzunehmen. In der Zeit von Mai bis Juli teilen sich die Paare die Verpflichtungen beim Brüten. Droht den Jungen eine Gefahr, versucht der Altvogel den Feind abzulenken indem er vom Nest wegläuft und plötzlich den verletzten oder sogar toten Vogel spielt.

Föhr

Feinde der Austernfischer sind Raubvögel, Fuchs und Marder, die Möwen und unvorsichtige Menschen. Zu seinem Glück galt er bei den Friesen immer als ungenießbar, deshalb wurde er auch nicht in den Vogelkojen gefangen. Das sind Einrichtungen in denen Wildenten gefangen wurden. Vogelkojen habe ich in Boldixum, auf der Insel Föhr gesehen und eine auf der Insel Amrum, dort wurde sie zum Touristenmagnet.

Weil die Nahrungssuche stark von der Tide abhängig ist, sind Austernfischer tag- und nachtaktiv. Um an das Innere einer Muschel zu kommen sucht der Austernfischer sich eine geeignete Unterlage und legt die Muschel mit der flachen Seite nach oben darauf. Nun pickt er mit seinem langen, roten Schnabel auf die Muschel ein, bis diese sich öffnet. Wenn er nach Würmern sucht stampft er mit den Füßen auf den Boden, um die Würmer hervor zu locken.

Die Größe des Vogels entspricht etwa einer Krähe. Die Oberseite ist schwarz und die Unterseite weiß gefärbt. Wie der Schnabel sind auch die extrem langen Beine rot gefärbt. Wegen seines Aussehens nennen ihn Einheimische auch mit der Plattdeutschen Bezeichnung „Pastoorke“ – Pastor.

Austernfischer – der Nationalheld

Auf den Faröer Inseln ist der Austernfischer der Nationalvogel. Ihr Bürger Nolsoyar Palls gilt als Nationalheld im Bestreben um Unabhängigkeit von Dänemark. In einer Ballade verkörpern Vögel die Akteure. So wird der Austernfischer zum Helden, indem er die Eigenschaften des Nationalhelden bekommt. Der Vogel ist quasi der Darsteller des Widerstandskämpfers, der die kleineren Vögel beschützt.
Alljährlich wird im März die Ankunft der Austernfischer gefeiert. Gleichzeitig gilt der Termin am 12. März als Frühlingsbeginn.

blühendes Leben verheißt der Refrain der Ballade :


„Der Vogel von der Küste
Mit seinem roten Schnabel,
Manches Tier und edlen Vogel
Hat er vorm Tod bewahrt. 
Der Vogel von der Küste.“

Informationen von der Webseite
Berit Glanz
Institut für Fennistik und Skandinavistik

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Naturwunder

Naturwunder – oder wie ich das Wunder der Natur entdeckte-

Nach einer Scheidung, Alkoholexzessen und einem beruflichen Neustart als Gastwirt, begann mein zweiter Lebensabschnitt nicht gerade hoffnungsvoll. Dennoch sollten die kommenden Jahre zu den schönsten und wichtigsten meines Lebens werden.

Der Zeit als Wirt waren nur wenige Jahre bestimmt, sie reichten aber um die beste Frau der Welt kennen zu lernen und schon bald zu heiraten. Aus den Töchtern waren Ehefrauen und Mütter geworden, die mir die tollsten Enkel bescherten.

Ich hatte mein Interesse an der digitalen Fotografie entdeckt und mir eine Spiegelreflex Kamera zugelegt. Nach einem Canon Workshop in Hellenthal in der Eifel, mit den faszinierenden Greifvögeln, kaufte ich mir ein gutes Teleobjektiv.

Durch eine Umschulung war ich in einem Job als Sicherheitsfachkraft und Betriebssanitäter tätig. Meinen Dienst leistete ich bei einem großen Aluminiumhersteller im Essener Nordwesten.

Bei den Streifenfahrten entdeckte ich den Mäusebussard, der sich mit einem kleinen Kaninchen in den Fängen abmühte. Dann sah ich den Fasan mit seinem Harem, der nach Erfüllung seiner ehelichen Pflichten wieder alleine seines Weges zog.

Der Grünspecht hatte mich tagelang ausgelacht, bis ich ihn entdeckte. Es hatte so lange gedauert, weil ich ihn immer an einem Baum gesucht habe. Damals ahnte ich noch nicht das er sich so gerne von Ameisen ernährt und sich deshalb oft am Boden aufhält.

Auf dem Kamin, in luftiger Höhe, nistete jährlich ein Wanderfalkenpaar. Die Beringung war immer spannend und die Falkner zeigten mir dann auch die Bilder von den jungen Falken.

Naturwunder – Vogelfotografie

Nach diesen Erlebnissen war es eigentlich schon logisch, dass ich mich immer mehr mit der Vogelfotografie befasste. Schließlich wollte ich auch wissen, wen ich da ablichtete und welche Gesänge ich da ständig hörte. Ich besorgte mir also Bestimmungsbücher und andere Lektüren. Auch das Internet war in dem Falle recht hilfreich.

Das Buch „Federnlesen“, wunderbar geschrieben von Johanna Romberg , fördert noch die Begeisterung an der Vogelbeobachtung

Auch wenn ich einmal nicht fotografieren konnte, war es immer aufregend die Vögel zu beobachten und immer besser auch zu erkennen. Dann häuften sich die Berichte über den Niedergang diverser Arten und das Insektensterben. Nun wollte ich auch diese Zusammenhänge kennen. Wodurch kam dieser massive Rückgang bei den Insekten, warum werden immer mehr Vogelarten in die gefährdeten Listen eingetragen?

Unter anderem mit diesen Themen befasst sich Prof. Berthold in seinem Buch „unsere Vögel“.

So erfuhr ich von den verschiedenen Arten der Landwirtschaft. Klar hatte ich auch vorher schon vom biologischen und intensiven Anbau gehört, aber mit welchen Massen und welchen Dimensionen man es bei Pestiziden, Insektiziden, Neonikotinoiden und Massentierhaltung mit riesiger Überdüngung zu tun hat, war mir fremd.

Im Buch von Alexander Schiebel „Das Wunder von Mals“, werden die Folgen des intensiven Obstanbaus in Süd-Tirol drastisch geschildert.

Welche Folgen die Einsätze von Giften auch auf die Vogelwelt hat, beschreibt Rahel Carson in ihrem Buch „Der stumme Frühling.“

Naturwunder und der Mensch

Es wurde mir immer klarer, dass der Mensch ja nur ein Glied im Kreislauf der Natur ist und das er ständig daran arbeitet dieses Glied selbst zu zerstören, im Bewußtsein, damit auch sich selbst zu zerstören. Eine gerissene Kette kann man nicht mehr umhängen.

Kaum zu glauben das es noch immer Menschen gibt, die an den menschgemachten Klimawandel zweifeln. Hemmungslos werden die wichtigsten CO² Speicher vernichtet, wenn es um industrielle Interessen geht. Noch immer beherrschen Lobbyisten die Politik, auch wenn man langsam ein Umdenken wahrzunehmen scheint.

Naturwunder – Baum

Das Lebewesen Baum wird weiterhin nicht geschont wenn es um den Braunkohlebbau geht. Lebewesen? Ja, tatsächlich ist der Baum ein Lebewesen. Zu der Erkenntnis muß man kommen, wenn man das Buch von Peter Wohlleben “ Das geheime Leben der Bäume“ gelesen hat.

Dann sieht man tatsächlich die Bäume laufen, wie man es oft in Fantasyfilmen oder Märchenfilmen vorgeführt bekommt. Wie sie mit wankenden Schritten und wedelnden Armen daher schreiten. Tatsächlich gibt es so etwas wie soziales Verhalten unter den Bäumen. Beim Lesen des Buches werden einem die Zusammenhänge mit den unter der Erde existierenden Wurzeln und Kleinstlebewesen klar.

Das es einen Datenaustausch unter der Erde gibt, den Wissenschaftler tatsächlich bereits als „Wood Wide Web“ bezeichnen, setzt dem die Krönung auf.

Die Natur, unsere Erde ist ein einzigartiges Wunder. Dieses Wunder müssen wir für unsere Nachkommen erhalten, das sollte unser wichtigstes Ziel sein.

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Wasserralle

Wasserralle oder Rallus aquaticus –sie wird der Höhepunkt meines heutigen Ausflugs in die Aue, die schon so etwas wie mein zweites zu Hause geworden ist. Ich stehe auf der kleinen Brücke in der Saarner Aue in Mülheim. Die Enten lauern schon auf Futter, aber damit kann ich heute nicht dienen. Es dauert nicht lange und sie bekommen ihr Frühstück von einem Rentner Ehepaar zugeworfen. Eine junge Frau hat Vogelfutter auf der ausgestreckten Hand und lockt das Rotkehlchen, das auf dem Pflock eines Zaunes sitzt. Tatsächlich ist die Verlockung groß genug und das Vögelchen frißt ihr aus der Hand.

Wasserralle in der Saarner Aue

Ein Fotofreund aus unserem Fotoclub, dem Essener Fototreff, war am gestrigen Tag hier und zeigte mir ein Bild vom Wintergoldhähnchen, den er hier gesehen hätte. Deshalb bin ich eigentlich hier, ich habe noch kein einziges gutes Foto vom dem kleinsten Vogel Deutschlands. Heute soll es etwas werden obwohl, eigentlich kann ich ihn mir an dieser Stelle überhaupt nicht vorstellen. Hier steht kein einziger Nadelbaum und das ist ja nun einmal das bevorzugte Gebiet vom „Goldie“. Aber ich habe ja nicht nur Geduld, sondern auch eine lange Unterhose und dicke Socken an, denn es sind gerade einmal 2 Grad plus.

Plötzlich erscheint sie, völlig unerwartet, aus dem Dickicht an der kleinen Uferböschung. Urplötzlich ist sie da und schreitet gemächlich, gut sichtbar über die Steine und das Laub und sucht nach Fressbarem. Die Wasserralle, nur zwischen 200 und 600 Paare soll es in NRW von diesem wunderbaren Tier geben. Er oder sie ist nicht viel größer als eine Drossel. Wie ich später nachlese gibt es sie in den Rieselfeldern Münster, im Zwillbrocker Venn (dort gibt es sogar Flamingos) und im Lippeland und dem Emscherland. Aber eben auch hier, in der Saarner Aue, was ich natürlich bei ornitho.de melden werde.

Man kann nicht unterscheiden, ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt, sie sind gleich gefärbt. Ins Auge fallen der lange, rötliche Schnabel und die extrem langen Zehen. Der Unterkörper ist gräulich un die Oberseite olivbraun gesprenkelt. Die Querbänder am hellen Bauch grenzen sich deutlich ab, man könnte meinen der Vogel hätte eine Jacke, oder Weste an. Beim Laufen denke ich sofort, er hätte die „Hände in den Taschen“. Natürlich ist das Quatsch, aber es wirkt so. Vielleicht liegt dieser Anschein auch an dem kurzen Schwanz.

Die Wasserralle und die Baustelle

In Essen hat die Wasserralle eine große Presse bekommen. Seit 2013 soll auf einem Gelände am Borbecker Mühlenbach, im Rahmen der Renaturisierung der Emscher und ihrer Zuläufe, ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Irgendwann hat aber jemand einen Ruf der Wasserralle gehört und weil diese unter besonderem Schutz steht, konnten die Baumaßnahmen nicht durchgeführt werden, obwohl niemand bis dahin die Ralle gesehen hat. Ein Schwein konnte es aber auch nicht gewesen sein. Wieso ein Schwein? Ja tatsächlich klingt der Ruf der Ralle wie das Grunzen oder Quieken eines kleinen Ferkels.

Die Emscher Lippe Genossenschaft baute dem Vogel sogar ein „Ausweichquartier“. Da man aber keinen Bruterfolg im neuen „Revier“ feststellen konnte, blieb es zunächst beim Baustopp. Selbst ein Fernsehsender nahm sich des Thema an und die Anmoderation lautete nach Auskunft der Emscher Lippe Genossenschaft : „Wasserralle will nicht vögeln….“ jetzt, 2019 im Januar, hat die Bezirksregierung allerdings eine Baugenehmigung für das Frühjahr erlaubt, unter der Auflage der Ralle ein zweites Umzugsgebiet zu gestalten und anzubieten.

Wasserralle , der Speiseplan

Insekten, Würmer, kleiner Amphibien, aber auch Pflanzen und Früchte stehen auf dem Speiseplan der Wasserralle. Häufig ist sie in den Morgen und Abendstunden zur Futtersuche unterwegs. Ich konnte erfahren, dass sie häufig die gleichen Nahrungsquellen aufsucht und so regelrechte „Rallenstraßen“ im Schilfgürtel entstehen. Die jungen Rallen verlassen bereits nach fünf Tagen das Nest und laufen hinter den „Alten“ hinterher, wobei sie bereits selbständig nach Futter picken. Wegen des Flaums werden die jungen Küken „Pullis“ genannt.

Weil die Sichtung der Wasserralle für mich so etwas Besonderes war, hänge ich noch zwei Bilder an.

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Zwillingsarten

Zwillingsarten – den Begriff hatte ich bisher noch nicht gehört. Er erklärt aber weshalb man manchmal so große Probleme bei der Bestimmung hat. Es sind Arten die sich so ähnlich sehen, dass man sie nur an Kleinigkeiten unterscheiden kann, wenn da nicht der Gesang wäre. Anhand der unterschiedlichen Gesänge sind sie dann doch gut zu unterscheiden, wenn sie denn gerade ihre Stimmer erschallen lassen.

Ganz große Probleme habe ich persönlich bei der Identifizierung der Baumläufer und bei der Sumpf- oder Weidenmeise. Auch bei Zilpzalp und Fitis kommt es immer wieder zu Verwechslungen.

Beim Gesang ist der Zilpzalp mit seinem „zilp-zalp-zelp“ gut zu erkennen. Der Fitis hat da bedeutend mehr zu bieten und bringt eine Melodie hervor die dem Ruf des Buchfinks ähnelt. „Will wissen wie weit es noch ist“, beschreibt Klaus Philipp in seinem Buch „Vogelstimmen“ den Gesang des Fitis mit Volksmundversen.

Die Weidenmeise ist ähnlich einfallslos wie der Zilpzalp und singt ein eintöniges „dääh dääh dääh“. Die Sumpfmeise trillert dagegen hell und schnell, eine Reihe scharf klingender Laute, denen ein weiches Flöten vorangeht.

Äußerlich sind sie kaum zu unterscheiden. Beide haben einen schwarzen Kinnbart. Bei der Sumpfmeise ist dieser Bart deutlich kleiner als bei der Weidenmeise, die auch eine helleres Feld auf den Flügeln hat.

Meist reicht die Zeit aber nicht um die feinen Unterschiede zu erkennen, noch dazu wenn die Vögel in Bewegung sind und man noch keine jahrelangen Erfahrungen hat, so wie ich. Da ist dann tatsächlich die Stimme hilfreich.

Beim Garten- oder Waldbaumläufer sind ebenfalls nur minimale Unterschiede auszumachen. Da wäre die kürzere Hinterzehe beim Gartenbaumläufer. Der längere Schnabel des Waldbaumläufer und eine kleine Differenz in der Musterung am Flügelfeld.

Zwillingsarten – an der Stimme erkennen

Auch bei diesen beiden Arten macht die Stimme die Bestimmung einfacher. Der Waldbaumläufer hat ebenfalls eine, dem Buchfinken- oder Fitisgesang ähnelnde Melodie. Er fängt mit einem hohen Triller an und geht dann abfallend weiter. An manchen Stellen meint man ein hohes Flüstern zu hören. Der Gartenbaumläufer belässt es bei einem einfachen “ ti – ti“.

Es gibt noch einige dieser Zwillingsarten, bei denen Unterscheidungen schwer fallen. Oft werden die Heckenbraunelle und der Haussperling verwechselt, oder Mistel- und Singdrossel, Nachtigall und Sprosser und Sumpfrohrsänger und Teichrohrsänger.

Als ich gestern in der Saarner Aue unterwegs war, konnte ich die Weidenmeise ais nächster Nähe ablichten und obwohl die Bilder gut wurden, habe ich lange überlegt, ist es nun die Weiden oder die Sumpfmeise? Sie hat nämlichen keinen Pieps von sich gegeben. Jetzt kommt aber bald der Frühling, da werden sie ja wieder etwas Sangesfreudiger.

Acker ohne Pestizide

Acker mit Wildblumenstreifen machen den Einsatz von Pestiziden überflüssig.

Wie das funktionieren kann und dabei sogar die Erträge gesteigert werden, zeigt eine Studie des CEH (Centre of Ecology and Hydrology) in England. Dort werden auf 15 großen Äckern, in einem Abstand von jeweils 100 Metern, sechs Meter breite Blühstreifen gepflanzt. Das erlaubt den GPS gesteuerten Mähmaschinen ein genaues Abmähen, ohne die Blühstreifen zu zerstören.

Die Blühflächen bestehen aus „Ochsenauge“ (Korbblütler), Rotklee (Wiesenklee), Gemeiner Ambrosia (gemeiner Beifuß) und Wildkarotte. Eingesetzt wurden sie auf Äckern mit Winterweizen, Ölraps und Sommergerste.

So werden Wildbienen und Insekten, wie die Schwebfliege, unterstützt, die dann eine natürlich Schädlingsbekämpfung übernehmen. Früher wurden lediglich die Randstreifen der Felder mit Wiesenblumen bepflanzt. Die natürlichen Schädlingsbekämpfer kamen so aber nicht an die Nutzpflanzen in der Ackermitte heran und wurden wohl eher noch durch den Pestizideinsatz vernichtet.

Die Blühstreifen die in dem Versuch in regelmäßigem Abstand entstanden sind, ermöglichen den Insekten jetzt den Zugriff auf Blattläuse und andere Schädlinge über das gesamte Feld. Ein Pestizid Einsatz ist damit überflüssig geworden.

Die Wildblumenstreifen nehmen lediglich 2 Prozent der Nutzfläche in Anspruch. Wie der Versuch zeigt, sind die Erträge sogar, gegenüber der Zeit in der Pestizide eingesetzt wurden, gestiegen.

Ähnliche Versuche laufen auch in der Schweiz. Dort werden Mohnblumen, Koriander, Buchweizen und Dill eingesetzt.

Ein wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung widerspricht sogar der Aussage von weltweiten Regulierungsbehörden, wonach der Pestizid Einsatz, nach industriellen Normen, notwendig sei. Der oben beschriebene Feldversuch bestätigt eigentlich genau diese Aussage. Mit nur 2 Prozent der gesamten Produktionsflächen kann man nicht nur Gutes für den Boden und die darauf gedeihenden Nutzpflanzen tun, sondern man tut auch etwas für die Gesundheit der Menschen.

In Deutschland ist man noch bemüht flächendeckend eine Feldrain Bepflanzung zu schaffen, was dem Acker kaum etwas nutz, solange weiter Pestizide gespritzt werden. Welche Insekten überleben das schon, auch wenn der Feldsaum blüht. Andere Länder scheinen da einmal mehr einen Schritt voraus zu sein.

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Sperber

Sperber  –  Accipiter nisus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der  Größe.  Das Männchen ist bedeutend kleiner als das Weibchen. Der Sperber jagt seine Beute durch Überraschungsangriffe, da er nicht in der Lage ist ein Opfer lange zu verfolgen. Hierzu nutzt er die Deckung von Büschen und Bäumen. Er verkrallt sich in seine Beute und tötet sie. Man kann ihn beim „Rüttelflug beobachten. Dabei schwebt er quasi auf der Stelle und beobachtet sein Opfer. Zu denen gehören Vögel, wie Taube, Finken und Sperlinge.

Das Männchen wird in der Jägersprache Sprinz genannt, während die anderen männlichen Greifvögel Terzel benannt werden. Sperber bevorzugen waldnahe Bereiche von Misch- und Nadelwäldern, kommen aber mittlerweile auch in Parkanlagen der Städte vor.

Nach einem Verbot des Insektizides DDT ist der Bestand wieder angewachsen. 1888 galt der Sperber schon fast als ausgestorben. Für den Menschen galt er zu dieser Zeit als der „böse Vogel“ und er wurde stark bejagt. Mit einer Körperlänge von 40 cm (Weibchen – Männchen etwa 33 cm) und einer Flügelspannweite von rund 80 cm (Männchen 65cm), ist der Vogel etwas Größer als eine Turmfalke. Die Unterseite des Männchen ist weiß und quer gebändert. Das weniger farbenfrohe Weibchen hat eine orange Unterseite. Die Oberseite ist beim Männchen graublau (Weibchen schieferbraun) und am Hals befindet sich eine feine senkrechte Strichelung.

Die Augenfarbe des männlichen Sperbers ist orange, die des weiblichen Tieres dunkelgelb. Der Sperber lebt monogam. Wie auch beim Habicht besteht der Balzflug aus kreisendem Flug mit anschließendem Sturzflug zum Nest.

Sperber – Habicht

Sperber sehen dem Habicht sehr ähnlich. Der Habicht ist aber deutlich größer und schwerer. Der Kopf des Sperbers ist rundlicher und das Auge wirkt im Verhältnis zum Kopf sehr groß. Der Orbitalknochen (Augenhöhlenknochen) ist über dem Auge ist sehr ausgeprägt, was bei beiden Arten den „strengen Blick“ ausmacht. Der Überaugenstreif beim Habicht ist deutlicher und stärker als beim Sperber.

Bei der Paarbildung und später der Fütterung der Brut übergibt das Männchen die Beute auf einem Übergabeplatz in der Nähe des Nestes an das Weibchen. Diese Übergabeplätze sind durch Federn und Reste oft gut zu erkennen.

Die Brutzeit beträgt etwa fünf Wochen und beginnt Mitte April. Das Weibchen legt bis zu vier Eier und wird vom Männchen versorgt. Die Fütterung der Jungtiere erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nachdem die Jungen flügge geworden sind bleiben sie noch vier Wochen in der Nähe des Nestes .

Die Bilder vom Sperber entstanden auf der Nordseeinsel Borkum in der Nähe des Flughafens. Dort gibt es Mischwald mit Lichtungen und er saß direkt über uns auf einem Stamm am Wanderweg. Erst als sich ene Gruppe Wanderer näherte suchte er das Weite und so konnte ich einige Aufnahmen von diesem wunderbaren Vogel machen.

Das Gedicht über den Sperber schrieb Gabriele Böttcher

  • Ritt mit stolzem Mut durch das weite Land,
  • einen Sperber gut auf behandschuhter Hand.
  • Sein Gefieder war weiß wie der schimmernde Schnee
  • und seine Augen so klar wie der ruhige See.
  • Flieg mein Sperber fort, lös dir Kappe und Band,
  • warst so still dort auf behandschuhter Hand.
  • Und nun steig empor in die wolkigen Höh`n
  • dass mein Blick dich verlor, kann dich nimmer erspäh`n.
  • Kehrst du einst zurück aus weitem Land
  • streck ich aus voll Glück die behandschuhte Hand.
  • Und ich seh` dein Gefieder so weiß wie der Schnee
  • und dein Auge so klar wie der ruhige See.

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Amsel – Schwarzdrossel


Amsel ,oder auch Schwarzdrossel, wissenschaftlicher Name Turdus merula, ist einer der häufigsten Vögel in Deutschland. Auch wenn bei der letzten Zählung der Wintervögel in einigen Regionen besorgte Beobachter keine Amsel gefunden haben, ist der Bestand nicht in Gefahr.

Es hat allerdings einen deutlichen Rückgang gegeben. War die Amsel bei der Zählung 2018 noch auf Platz 1 der häufigsten Vorkommen, ist sie in 2019 nur noch auf Platz fünf.

In Gebieten in denen USUTU erstmals vorkommt, sterben mehr Amseln als in Regionen die schon in den vorausgegangenen Jahren betroffen waren. Es sieht so aus, als würden dort die Vögel Resistenzen bilden. Im Jahr 2019 rechnet man bei den Amseln insgesamt mit einem Rückgang um 12 Prozent.

Das Amselvirus, wie USUTU auch genannt wird, stammt ursächlich aus Afrika. Es zählt zu den Arboviren, so bezeichnet man Viren die von Gliederfüßlern übertragen werden. Dazu zählen Mücken, Moskitos, Sandfliegen und Zecken. Diese nennt man auch Arthropoden.

Den großen Sänger, die Amsel, zeichnen gelbe Augenringe aus. Das Männchen ist tiefschwarz, mit einem gelben Schnabel und das Weibchen ist in schlichtem braun gefärbt.

Die Amsel, oder Schwarzdrossel ist Standvogel und Teilzieher. Etwa ein Viertel zieht in Richtung Süden, die meisten bleiben aber auch in den Wintermonaten im Lande. Die milden Winter sorgen dafür das sich immer mehr Vögel zum Bleiben entscheiden.

Amsel – Nahrung und Familie

Die Hauptnahrung besteht aus Insekten und Würmern. Im Garten sieht man sie deshalb auch meistens am Boden, wo sie stetig hin- und herhüpft um das Laub mit dem Schnabel umher zu werfen und zu wenden. So findet die Amsel die Insekten . Ab und zu fliegt sie sogar ins Futterhaus und pickt ein paar Körner. Sie landet dann zunächst auf dem Dach des Vogelhauses und braucht dann mehrere Versuche um hinein zu gelangen.

Unser Grundstück ist auf einer Seite von einer kleinen Mauer begrenzt. Obenauf hüpft das Männchen mit vorgestrecktem Kopf, tänzelnd vor dem Weibchen um zu imponieren. Schließlich hatt er sein Ziel erreicht und schon bald wird das Nest, im Rhododendronbusch vor unserer Terrasse, hergerichtet. Einige Zeit später sieht man die beiden Vögel auch mit Futter im Schnabel das Nest anfliegen.

Irgendwann habe ich dann ein Lücke im Busch entdeckt, wodurch ich die beiden Nestlinge mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv erkennen kann.

Meine beiden Amseln zählen in diesem Jahr zu den Frühbrütern. Es ist nämlich gerade erst Ende Februar. Frühbrüter haben meist nur zwei Junge, die späteren Vögel legen bis zu fünf Eier ab. Durch das frühe Brüten kann es bis zu drei Bruten im Jahr geben.

Jeden Morgen ist es meine erste Tätigkeit auf der Terrasse nach „meinen Amseln“ zu sehen. Eines Tages macht mich das laute Schimpfen der Eltern aufmerksam und ich bemerke eine Elster die in den Rhododendron geflogen ist.

Ich weiß nicht wer von beiden sich mehr durch mein lautes Rufen erschreckte, die Elstern oder meine Nachbarn, jedenfalls ergriff die Elster die Flucht. Am nächsten Tag sah ich zwar die Eltern hüpfend am Boden, aber sie flogen nicht mehr das Nest an. Auch sah ich keinen der Jungvögel durch das Fernglas, deshalb befürchtete ich schon das Schlimmste.

Wie groß war dann die Freude, als ich am nächsten Tag beobachten konnte das die Eltern einen Jungen am Boden fütterten. Mit Erstaunen bemerkte ich, dass der gefleckte Jungvogel bereits nahezu die gleiche Größe hatte wie die Eltern. Es war schön anzusehen, wie der Kleine hinter dem Vater herlief. Irgendwann versteckte er sich dann wieder unter einem Busch und wartete auf die nächste Fütterung.

Aus anderen Berichten erfuhr ich dann, dass die Jungvögel vor den ersten Flugversuchen immer aus dem Nest fallen und erst am Boden die ersten „Starts“ ausprobieren. Es war wohl Glück, dass „meine Jungen“ bereits soweit waren, dass sie wohl schon bald selbst aus dem Nest gefallen wären. So hatte die Elster den Vorgang durch ihre Attacke wohl nur beschleunigt, denn einen weiteren Tag später sah ich auch den zweiten Nestling.

Geblieben ist nur einer der beiden jungen Vögel. Ein Männchen, bei dem ich schön beobachten konnte wie er sich entwickelt. Langsam wurde er auch immer dunkler und ein Jahr später wurde auch der Schnabel gelb. Man kann also bei jungen Männlichen Amseln am Schnabel erkennen, ob es sich um einen Vogel des Vorjahres handelt, weil der Schnabel noch nicht so kräftig gelb ist, wie bei einem älteren Vogel.

Ich bin froh, dass meine Schwarzdrosseln vom USUTU Virus verschont blieben und hoffe das es so bleibt. In Feiheit lebende Amseln können bis zu fünf Jahre alt werden.

Amsel – Gedicht

Ich habe ein schönes Gedicht entdeckt, das das leben der Schwarzdrossel gut beschreibt.

Es entsprang der Feder von Hans Werner Kulinna :

Die Amseln bauen bald ihr Nest, dort in der Hecke hängst es fest.
Mit kleinen Zweigen etwas Moos und Innen drin was Weiches bloß.
Die Eier werden fix gelegt, die Brut wird tagelang gepflegt.
Bald schlüpft so jedes Amselkind, die Eltern jagen fest geschwind.
Die Kleinen können sich bewegen, geschützt vor Sonne und auch Regen.
Sie singen froh von früh bis spät, kommt näher nun und seht.
Schaut ruhig mal zum Nest hinauf, vier kleine Schnäbel gehen auf.
Die Eltern haben Würmer, Schnecken und niemand wird sich gleich verstecken.
Sie öffnen ihre Schnäbel weit, denn jeder ist jetzt freßbereit.
Die Mutter sie fliegt hin und her, gar vier zu füttern, das ist schwer.
Und ähnlich geht`s dem Amselmann, der muß den ganzen Tag lang ran. Sie fliegen hier und flattern dort, bald kennen sie des Futters Ort.
Sie ruhen erst, wenn alle satt, oh welche Müh das Pärchen hat.

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Kiebitz

Kiebitz – diesen schönen Vogel sah ich erstmals während des Urlaubs auf der Nordseeinsel Borkum. Ich hatte mich im Vorfeld bereits erkundigt, wo man auf der Insel gut Beobachtungen machen kann.

Das Wetter im Mai meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und Mensch und Natur genossen die warmen Sonnenstrahlen. Unser Ziel waren die „Hoppweiden“ und der „Tüskendörsee“ im Ostteil der Insel. Die Hoppweiden bieten mit ihren feucht, saftigen Wiesen ideale Weideflächen für Pferde und Vieh und sind die idealen Gebiete für Wiesenvögel.

Insofern war es fast folgerichtig, dass ich an diesem Tage mein erstes Kiebitzpaar in freier Natur beobachten konnte. Später sollte ich dem Kiebitz noch öfter begegnen, so auch in den Rieselfeldern bei Münster. Der zur Familie der Regenpfeifer gehörende Vogel ist auf der Oberseite schwarz- grün und der Unterseite weiß. Seine Wangen sind weiß und die Brust ziert ein schwarzer „Latz“.

Auffallend ist der prägnante Federschmuck auf dem Kopf. Diese Federn nennt der Experte „Federholle“. Es gibt noch einige andere Vogelarten, die eine derartige Federholle zeigen. Da wären etwa das Haselhuhn, der Kappensäger, der Seidenschwanz und der Wiedehopf, um nur einige zu nennen.

Im Prachtkleid ist die Federholle länger als im Schlichtkleid. Die Federn sind auch so ziemlich das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen, da die Federholle beim Weibchen kürzer ist. Außerdem ist im Prachtkleid die Färbung des Männchen kräftiger.

Vor Jahren konnte man den Kiebitz noch auf vielen Feldern und Wiesen vorfinden. Leider hat sich der Bestand drastisch reduziert. Heute ist er um 60 Prozent reduziert und die Art ist gefährdet. Vornehmlich die intensive Landwirtschaft, die Bearbeitung der Felder mit Herbiziden und die Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren tragen daran Schuld.

Auch natürliche Feinde, wie der Fuchs und die Beutegreifer haben ihren Anteil am Rückgang. Außerdem sind die Eier im Gelege so gut getarnt, dass sie nicht auffallen und oft zertreten werden.

Es gibt heute Initiativen die sich bemühen dem Vogel zu helfen. Landwirte und Umwelt und Tierschutzorganisationen legen sogenannte „Kiebitz Inseln“ in den Feldern an. So schaffen sie ein Brachgebiet im Feld,wo der Kiebitz in Ruhe brüten kann..

Ähnliches wird auch für die Feldlerche gemacht, um den Bestand zumindest aufrecht zu halten. Dort werden auf den Flächen „Lerchenfenster“ angebracht, die lediglich eine Größe von 20 Quadratmetern benötigt.

Seinen Namen verdankt der Kiebitz seinem Ruf. Besonders während der Balz ist sein „Kieh-witt“ laut und deutlich zu hören. Der Balzflug gehört beim Kiebitz zu den besonders sehenswerten Dingen. Deshalb wird er auch der „Akrobat der Lüfte“ genannt.

Er steigt hoch in die Luft, um dann in einem irrsinnigen Sturzflug zu Boden zu rasen. Erst kurz vor der Oberfläche fängt er mit schlagenden Flügeln den Fall ab. Oft zeigt er während des Flugs im Wechsel seine Ober- und Unterseite, um dem Weibchen zu imponieren.

Nach der Balz und der Paarung erfolgt Ende Mai die Eiablage. Aus bis zu vier Eiern schlüpfen dann die Jungen Vögel, die man in der Kuhle wegen der perfekten Tarnung kaum sieht. Naht sich ein Feind, versuchen Eltern die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, um die Kleinen zu schützen. Kiebitze können bis zu 25 Jahre alt werden.

Das Wort „kiebitzen“ hat übrigens keine Ableitung aus der Ornithologie. Ludwig Göhring leitet in seinem Buch „Volkstümliche Redensarten und Ausdrücke“ von 1937, dass Wort aus dem Jiddischen ab.

Der Dichter Hoffmann von Fallersleben widmet dem taubengroßen Kiebitz einige Zeilen in seinem Gedicht „Der Kiebitz und die Kiebitzin“

der Kiebitz und die Kiebitzin

die hatten beide einen Sinn;

sie fingen an zu tanzen,

sie hoben hurtig Bein um Bein

und sprangen hoch im Sonnenschein.

Das war ein lustig Tanzen !

Die Jungfer Gans, die sah es an :

was andre können, ich auch kann !

Und fing auch an zu tanzen.

Ei Jungfer Gans, was fällt dir ein?

Du brichst am Ende noch ein Bein,

mit deinem fetten Ranzen !

Die Gans, die stolpert über`n Stein

und purzelt hin und bricht ein Bein.

Da war vorbei das Tanzen.

So muß es kommen, Jungfer Gans,

das Tanzen ist nicht Jedermanns,

laß künftig andre tanzen

Hoffmann von Fallersleben, 1858

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Grünspecht – Picus viridis

Grünspecht – Ich bin einmal wieder im Werk unterwegs. Den Wagen habe ich abgestellt. linker Hand ist eine größere Wiesenfläche mit einem Bestand an Laubbäumen. Hinter den Bäumen fließt die Berne.

Noch ist die Renaturisierung dieses ehemaligen Baches nicht abgeschlossen. In ein paar Jahren wird aber auch dieser „Abwasserkanal“, wie die Emscher in die er mündet, sauber sein. Die Bäche die in die Emscher münden und die Emscher selbst beheimaten zum Teil bereits wieder Fische und sogar die seltene Emschergroppe ist wieder heimisch geworden.

Mit diesen Gedanken beschäftigt, höre ich dann plötzlich dieses „Lachen“. Klar, es ist ein Vogel, aber was für einer? Sehen kann ich ihn nicht und wieder ertönt dieses Gelächter. Natürlich muß ich am Abend zu Hause nachsehen, um welchen Vogel es sich wohl handelt und schnell komme ich auf den Grünspecht. Nun wird auch klar warum ich ihn nicht gesehen habe. Ich habe ja krampfhaft die Bäume nach einem Vogel abgesucht, den ich nicht kenne. Nun erfahre ich das er sich hauptsächlich am Boden aufhält, um seine Lieblingsspeise, die Ameisen zu finden.

Mit seiner langen, klebrigen Zunge, die an der Spitze so etwas wie einen kleinen Widerhaken hat und dreimal so lang ist, wie sein Schnabel, dringt er tief in den Ameisenhaufen ein, nachdem er mit dem spitzen Schnabel das Nest aufgehackt hat.

In den nächsten Tagen mache ich mich immer wieder auf die Suche nach dem Specht. Tatsächlich sehe ich ihn dann auch ab und zu auf der großen Wiese. Eine Aufnahme will mir aber einfach nicht gelungen. Kaum habe ich ihn mit der Kamera im Visier, ist er auch schon wieder verschwunden und ich höre nur noch wie er mich auslacht.

Dieses „Lachen“ hat ihm auch den Beinamen „Lachender Specht“, „Lachender Hans“ und in einem Buch den Namen „Herr Lachmann“ eingebracht. Das Buch mit dem Titel : „Herr Lachmann liebt Ameisen – von Klaus Ruge“ – und mit Illustrationen von Christopher Schmidt, kann über den NABU oder über Amazon bezogen werden.

Wegen seiner schwarzen Gesichtsmaske, die bis an den Schnabelansatz reicht, wird er auch „Zorro“ genannt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur minimal. Nur der Wangenfleck ist beim männlichen Vogel schwarz umrandet, beim Weibchen ist dieser komplett schwarz. Der Oberkopf ist bis in den Nacken rot gefärbt.

Ich muß mir also etwas einfallen lassen um einmal ein Bild von diesem faszinierenden Geschöpf „schießen“ zu können. Deshalb greife ich auf den alten Trick mit dem Auto zurück. Vögel scheinen ja offensichtlich einen Menschen im Auto nicht zu registrieren und so kann man aus dem Wagen heraus gute Aufnahmen machen.

Ich benutze dafür das günstig zu erwerbende Autoscheibenstativ und tatsächlich kriege ich meinen Grünspecht so gut ins Bild, dass ich später sogar seine Jungen fotografieren kann. Irgendwann sind wir fasst so etwas wie Freunde geworden und ich finde ihn sogar am Baum, auch wenn meine Arbeitskollegen mich bereits selbst als Grünspecht bezeichnen.


Grünspecht – der Lebensraum

Früher war der Grünspecht eigentlich nur im ländlichen Raum zu finden. Obstwiesen, halboffene Waldlandschaften mit Lichtungen und Weiden auf denen das Vieh graste, waren seine bevorzugten Lebensräume. Die Zahl der Obstwiesen ist aber stark rückläufig und die intensive Landwirtschaft hat vieles von seiner Lebensqualität genommen und so ist er jetzt auch in den Parks und auf Friedhöfen in den städtischen Bereichen zu finden.

In den Wintermonaten befaßt er sich mit der roten Waldameise, die er in den Sommermonaten verschmäht. Die rote Waldameise baut ihre Unterkünfte auf alten Baumstümpfen und man erkennt sie an den leicht an den gesammelten Tannennadeln und dem Moos.

Von einem nahegelegenen Wetzbaum aus sichert der Grünspecht zunächst die Umgebung, um nicht von einem Habicht oder Sperber überrascht zu werden. Schließlich begibt er sich in den Ameisenbau, wo er bis zu einer halben Stunde bleibt.

Den Wetzbaum erkennt man an der abgehackten Rinde. Der Specht hackt Löcher in die Runde um mit seiner langen Zunge an die unter der Rinde lebenden Larven zu gelangen. Am Boden des Wetzbaumes findet man häufig auch im Kot der Vögel die unverdaubaren Teile der Ameisen, wie die Panzer und die Köpfe.

Grünspechte sind eingefleischte Europäer. 90 Prozent der Vögel leben in Europa. Im Jahr 2014 wurde er zum Vogel des Jahres gewählt. In Deutschland leben etwa 40.000 Brutpaaare. Zwischen April und Mai brütet das Weibchen bis zu acht Eier aus. Die Jungen schlüpfen nach etwas über zwei Wochen. Nach vier Wochen fliegen die Jungen das erste Mal aus. International ist der Grünspecht geschützt.

Im Volksmund gibt es einige Verse und Gedichte über den beliebten Specht. So lautet das Lied der Spechte :


Los, ihr bunten Zimmerleute,
lasst uns hämmern, hier und heute!
Frisch ans Werk und wetzt den Schnabel!
Ja, das klingt schon ganz passabel.
Ist das Trommeln mal verklungen,
dann hol’n sich unsre Kleber-Zungen
ne fette Larve aus den Ritzen,
mal sehn, was wir hier noch stibitzen

Oh, alter Baum, du bist für uns das schönste Xylophon,
auf dem wir schlemmen, musizieren, in dem wir gerne wohnen

Holz, das ist der Stoff der Stoffe,
der geht hier nie aus, wie ich hoffe.
Was wir hier aus den Stämmen schälen,
das sind die flauschigsten der Höhlen.
Hieb um Hieb entstehen Räume,
von denen Kauz und Schläfer träumen.
Doch habt Geduld bis wir entflogen,
mit Kind und Kegel ausgezogen

Um unsern leeren Unterschlupf, da reißt sich alle Welt,
Hornisse, Taube, Fledermaus, die haben schon bestellt.

Wir trommeln wieder, wir zimmern wieder,
dass die Späne fliegen.
Wir pochen wieder, wir hämmern wieder –
das ist es, was wir lieben.

Wir lieben das Holz, den Stamm und die Rinde.
Ein Genuss, wie das klingt
wenn wir hämmern geschwinde.
Der Schwarzspecht, der pocht, der Grauspecht, der hackt.
He, Grünspecht, pass auf, du kommst aus dem Takt!


Jörg Klingelhöfer

Hausperling – Feldsperling

Haussperling oder Spatz, jeder kennt ihn. Kein anderer Vogel ist dem Menschen so nah, wie der Haussperling. „Du kleiner Spatz“, sagt die Mutter zum Kind, „du hast ja ein Spatzenhirn“, schimpft der Lehrer, „du ißt, wie ein Spatz“, alles Hinweise, wie eng das Verhältnis zu dem kleinen Vogel geworden ist. Im Vergleich wird er herangezogen, wenn man erklären will, wie groß ein anderer Vogel ist, den man gesehen hat.

Der Haussperling, oder in der Fachsprache Passer domesticus, war so zahlreich überall verbreitet, dass jeder ihn kennt. Heute ist das leider nicht mehr ganz so, weil der Bestand leicht rückläufig ist. Neubauten, oder fachmännische Wärmeisolationen lassen keine Lücken mehr im Gemäuer der Gebäude. Die Nistmöglichkeiten an Häusern sind bedeutend weniger geworden. Hecken und Büsche werden regelmäßig vom Gartenbaubetrieb geschnitten und in Form gebracht.

So hat der Sperling es sich überlegt und in einigen Bereichen seine Tasche gepackt, um in bewohnbarere Gebiete umzuziehen. Dennoch hüpft er in den Sommermonaten noch immer gerne auf die Tische der Restaurantgäste um ein paar Stückchen vom Kuchen abzubekommen.

Eigentlich ist er ja ein Körner- und Samenfresser. Die Jungvögel, 4 – 6 an der Zahl, erhalten aber zunächst Raupen und anderes Kleingetier um Kraft zu schöpfen. In Eheangelegenheiten kann der Haussperling dem Menschen ein Vorbild sein. Er bleibt in den drei Jahren seiner Lebenserwartung dem Partner treu.

Der männliche Haussperling unterscheidet sich vom Weibchen durch einen braun gesäumten Scheitel und einem hellen Wangenfleck. Der schwarze „Latz“ läßt einen glauben machen, er wolle jeden Moment zu Tisch bitten. Seine Angetraute bleibt einem schlichten, unscheinbaren, braungrauen Outfit treu.

Haussperling – Feldsperling – Unterscheidung

Beim Verwandten, dem Feldsperling, sind Männchen und Weibchen kaum zu unterscheiden. Er ist auch bedeutend scheuer und nicht so an den Menschen angepasst. Der Feldsperling liebt die dörflichen Landschaften.

Im Unterschied zum Haussperling, hat der Feldsperling in dem weißen Wangenfleck noch einen deutlichen schwarzen Fleck. Von der Ferne könnte man meinen, er hätte einen Kopfhörer auf. Der Feldsperling lebt in Hecken und Büschen am Ortsrand und Feldrain.

Wenn wir früher verdreckt vom Spielen nach Hause kamen, lächelte Mutter oft und tadelte: „ihr seht aus wie die Dreckspatzen“. Dieser Ausspruch leitet sich vom Sand- oder Staubbad ab. Eine Eigenart, die der Sperling gerne und häufig nutzt und man kann ihn dann, meist in kleinen Gruppen, gut dabei beobachten.

Mit dem Bad befreit sich der Vogel von Parasiten. Anschließend hockt er, mit in den Nacken gestreckten Kopf und ausgebreiteten Flügen, im Gras und lässt sich von der Sonne bescheinen. Das gibt den Parasiten dann den Rest.

Wer dem Sperling etwas Gutes tun will legt in seinem Garten eine kleine Senke von etwa 30 cm Tiefe an und füllt ihn mit Quarzsand. Schon bald werden sich einige Spatzen darin einfinden. Das Sand- oder Staubbad ist auch bei Greifvögeln, wie dem Turmfalken, beliebt. Nistkastenhilfen für den Sperling kann man im Handel erwerben, oder auch eine Bauanleitung beim NABU im PDF Format herunterladen.

Wer eventuell einen heruntergeschnittenen Baum im Garten hat und diesen mit Efeu bewachsen lässt, schafft so einen natürlichen Platz für den Haussperling.

Haussperling – das Gedicht

Dem Nistplatz des Sperlings hat sich auch Wilhelm Busch in einem Gedicht gewidmet :

es grünte allenthalben

Der Frühling wurde wach,

bald flogen auch die Schwalben

hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich

und bauten außerdem

am Giebel rund und niedlich

ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche

sich redlich abgequält,

hat nur am Eingangsloche

ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,

die Wohnung in Besitz.

Jetzt hängt ein Strohgeklüngel

hervor aus ihrem Schlitz

Nicht schön, ist dies Gebaren

und wenig ehrenwert,

von einem der seit Jahren,

mit Menschen viel verkehrt.

Wilhelm Busch

Der Name des Sperling begründet sich aus dem althochdeutschen Wort „spar“, was soviel bedeutet wie „zappeln“. Ein Hinweis auf die hüpfenden Bewegungen des Haussperling, bei der Futtersuche am Boden.

Was der kleine Vogel den Menschen wert sein sollte, zeigt sich an einem Ereignis in den Zeiten Mao Zedongs in China. Weil man glaubte der Vogel würde der Ernte schaden, weil er die Körner wegpickte, wurde der Sperling in einer großen Aktion ausgerottet. Die Folge war eine Hungersnot die 30 Millionen Menschen betraf.

Ich denke den richtigen Schlußsatz für diesen Artikel bildet der Ausspruch : „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“ Das bedeutet nicht weniger, als sich mit dem Einfachen, Erreichbaren zufrieden zu geben, als dem Wertvollen, aber Unerreichbaren nachzueifern.

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