Verwandter – seltsame Verwandtschaft der Vögel

Verwandter – das Krokodil ist ein naher Verwandter des Vogels. Als ich das las, konnte ich zunächst nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.

Tatsächlich hatte aber der “frühe Vogel” vor 60 Millionen Jahren Zähne. Von den sogenannten Zahnvögeln wurden in der Antarktis versteinerte Kiefern gefunden. Die Pelagornithiden, Riesenvögel, hatten Pseudoteeth, die mit Kreatin überzogen waren.

Als Pseudoteeth werden knöcherne Vorsprünge an den Kiefern bezeichnet, die Ähnlichkeit mit Zähnen haben. Keratin ähnelt unseren Fingernägeln.

Verwandter mit Zähnen

Die Pseudoteeth in den Kiefern bestanden aus einer Reihe langer hohler Spitzen. Vor und hinter jedem großen langen “Zahn” – Spitze, waren jeweils eine kurze und eine halblange “Spitze”. Diese Art Zähne ermöglichte es den Seevögeln, die man mit dem heutigen Albatros vergleichen könnte, Tintenfische und Fische aus dem mehr zu fangen.

Der Schädel des Vogels war etwa 60 cm groß und die Flügelspannweite betrug zwischen 6 und 8 Metern.

Verwandter
so könnte er ausgesehen haben

Es ist erstaunlich das so ein großer und schwerer Vogel überhaupt fliegen konnte, immerhin soll er etwa 40 Kilogramm gewogen haben. Die großen Flügel lassen darauf schließen, dass er in erster Linie gegleitet ist. Die Schwimmhäute an den Füßen deuten darauf das er zum Start über das Wasser gerannt ist, ähnlich dem heute lebenden Albatross.

Die Evolution der Vögel hatte ein rasantes Tempo. Es war und ist für die Forschung nicht leicht bei der schnellen Entwicklung der Arten Schritt zu halten. Riesige Datenmengen an DNA Bereichen und Sequenzen müssen untersucht werden. Pro Spezies beziehen die Forscher etwa 14.000 Gene in ihre Analyse ein.

Deshalb wurden die “modernen Vogel” – die Neovaes – in zwei Untergruppen eingeteilt. Die Columbea – Nichtsingvögel und die Passerea – echte Singvögel.

Dadurch bedingt zählt der Falke nicht zu den Greifvögeln, obwohl er seine Beute wie die Greifvögel in der Luft jagt, sondern steht den Singvögel und Papageien nah.

Zu den Neovaes zählen heute 95 Prozent der lebenden Vögel. Diese Gruppe besetzte nach dem Aussterben der Dinosaurier sehr schnell die ökologische Nische, die entstanden war.

Verwandter verschläft die Evolution

Während also die modernen Vögel eine rasante Evolution in riesigem Tempo abspulten, blieben die Krokodile in der Entwicklung fast auf dem Stand vor 60 Millionen Jahren und haben sich kaum verändert.

Die schnelle Mutationsrate der Vögel gibt Forschern die Hoffnung auf den Erhalt von Arten, die stark bedroht sind. Forscher der Xi` an Jiatong Universität haben analysiert, dass Gene künstliche Umweltgifte zerlegen können. Das führt dazu das sich Bestände erholen können. Zu sehen ist das momentan beim Weißkopfseeadler und bei dem ostasiatischen Schopfibis.

auch ein Urvogel – der Archaeopteryx

Quellen: Spektrum der Wissenschaft – Kompakt – Der Falke

Unschuldig – müsste ein Urteil für die Wölfin Gloria ausfallen

Unschuldig – nach einem Gutachten das die DBBW – Dokumentations – und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, jetzt veröffentlichte, kann Gloria nur für Unschuldig erklärt werden.

Eigentlich sollte das Gutachten überhaupt nicht veröffentlicht werden. Offenbar war aber der Drück in der Bevölkerung groß und so beschloss das Ministerium / LANUV doch das Gutachten frei zu geben.

Unschuldig

Unschuldig – oder Schuldig ?

Gloria, auch als GW954f bezeichnet, ist seit 2018 im Raum Schermbeck beheimatet. 2020 ging sie eine Partnerschaft mit einem Rüden, GW1578m ein und offensichtlich haben die beiden in 2020 Nachwuchs bekommen. In einem Video konnte der Nachweis eines Welpen per Video erbracht werden.

Gloria werden diverse Nutztierrisse vorgeworfen, weshalb immer wieder ihr Abschuss gefordert wird.

Laut des DBBW Gutachten sind 47 bewertete Risse Gloria zuzuschreiben. Dem Rüden werden bisher keine Nutztierrisse zugewiesen. In 49 Fällen wurden Gloria Risse bewiesen. Darunter 4x Damwild und 1 Shetlandpony.

Auffallend ist aber laut DBBW, dass von 2018 bis 2020 der Anteil Übergriffe auf Nutz-Weidetiere die nicht dem Grundschutz entsprechen, sehr hoch war.

2018 schuldete man das noch dem neuen Zustand. Die Halter mussten sich ja erst einmal damit abfinden das es jetzt den Wolf in der Region gibt. Gesetzliche Hilfen mussten abgerufen und umgesetzt werden. Erstaunlich ist aber, dass sich die Schutzmaßnahmen für die Nutztiere in den folgenden Jahren nicht besserten, sondern schlechter wurden.

Im Jahr 2029 gab es nachweislich 13 Übergriffe auf nicht geschützte Weiden und lediglich 1 Fall bei einem Übergriff mit Grundschutz. 2019 und 2020 gab es lediglich je 2 Fälle bei denen Nutztiere hinter Zäunen gehalten wurden. Auch bei dem Shetland Pony gab es keinerlei Schutzmaßnahmen.

Durch den nicht vorhandenen oder unzureichenden Schutz konnte Gloria überhaupt Nutztiere reißen.

Erstaunlich auch, dass bei den registrierten Übergriffen immer wieder nicht elektrifizierte Schutzzäune verzeichnet wurden. Eine wunderbare Möglichkeit für einen Wolf das überwinden eines Zaunes durch diverse Techniken zu erproben, verspürt er ja den so furchtbaren Schmerzreiz nicht.

Das Urteil für Gloria kann demnach eigentlich nur – Unschuldig – lauten.

Insektenschutz – ist das neue Gesetz der große Wurf?

Insektenschutz – mit dem neuen Insektenschutzgesetzt der Bundesregierung ist es den ungleichen Ministerien, dem Umweltschutzministerium unter Svenja Schulze und dem Landwirtschaftsministerium unter Julia Klöckner, erstmals gelungen einen gemeinsamen Beschluss zu fassen, der den richtigen Weg weist.

Das Landwirtschaftsministerium von Julia Klöckner konnte fast nicht mehr anders als sich auf einen Kompromiss einzulassen. Hatte sich doch die Ministerin in der Öffentlichkeit schon als Retterin der Bienen profiliert.

Aber auch Svenja Schulze, die Umweltministerin, hatte Schwierigkeiten mit Politikern aus den eigenen Reihen. So gingen ihre Pläne dem niedersächsischen Umweltminister Lies, nach seiner Ansicht zu weit. Wobei ja bekannt ist, dass dieser Umweltminister zuweilen skurrile Ansichten über seine Aufgaben hat. Obwohl der Wolf unter besonderem Schutz steht fordert er wiederholt und stetig den Abschuss der Tiere. Zuletzt feierte er den Abschuss einer Wölfin im Februar diesen Jahres und fordert weiter Entnahmen. Er begründet das mit den Rissen der Wölfe bei Nutztieren, ohne den notwendigen Herdenschutz zu hinterfragen, sondern bezieht sich auf “Ausnahmegenehmigungen vom strengen Schutz.”

Insektenschutz – was im neuen Gesetz geschrieben steht.

Die Liste geschützter Biotope wird um artenreiches Grünland, Streuobstwiesen, Steinriegel und Trockenmauern erweitert.

Bei den Streuobstwiesen mußte die Umweltministerin hinnehmen, dass das Gesetz erst ab Streuobstwiesen mit mindestens 25 Bäumen und einer Größe von 1500 Quadratmetern gilt.

Steinriegel sind die Aufschichtungen von Lesesteinen, wie man sie in den Weinbauregionen vorfindet. Trockenmauern dienen der Hangbefestigung.

Beim Umgang mit Glyphosat einigte man sich auf den Ausstieg Ende 2023. Dieser Termin fiel der Landwirtschaftsministerin Klöckner auch nicht schwer, weil die EU Zulassung für Glyphosat Ende 2023 ausläuft.

Der Einsatz von Herbiziden ist in Naturschutzgebieten und Nationalparken verboten. in Vogelschutzgebieten aber weiterhin erlaubt. Das wird die Vögel nicht sehr erfreuen und den Tierschützern ebenso wenig. Außerdem wurde es versäumt, die Gifte in einem gewissen Umkreis der Schutzgebiete und Naturparken ebenso zu verbieten. So hat der Wind leichtes Spiel, weiterhin die Gifte in die geschützten Gebiete zu treiben.

Betrachtet man nun noch die Klage der EU gegen die Bundesrepublik, weil die Umsetzung der Flora und Fauna – Habitat – Richtlinien zum Schutz der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen nicht eingehalten wurden, kann man das Insektenschutzgesetz nur als ersten, begrüßenswerten Schritt einstufen.

Die EU Klage beruft sich darauf, dass in allen 4606 Gebieten nicht genügend Ziele für die Erhaltung und Umsetzung als Schutzgebiete festgelegt wurden.

Es wurden keine Gebiete geschaffen, die für den europäischen Naturschutz besonders wichtig sind. Lebensräume für wildlebende Tiere und Pflanzen wurden nicht so unterhalten, dass man sie als “in gutem ökologischen Zustand gehalten” – bezeichnen kann.

Vogelei – das kleine Wunder der Natur

Vogelei – vor uns liegt ein Ei und wir denken uns nichts Besonderes dabei. Ein ovales, rundes, weißes, kalkhaltiges Ding eben. Schauen wir uns einmal so ein Vogelei genauer an und wir erkennen das auch das Ei ein kleines Wunder der Natur ist.

Vogelei

Das Vogelei zählt zu den Eiern mit sehr viel Dotter. Der Dotter, oder auch als Eigelb bezeichnet ist an der Keimscheibe angelagert und von Eiklar umgeben. Die Keimscheibe enthält die genetischen Informationen, den Zellkern der weiblichen Eizelle. Die Keimscheibe ist so angeordnet, dass sie immer dem brütenden Vogel zugerichtet ist, damit die Körperwärme den Embryo entwickeln kann.

die Hagelschnüre zwischen den Membranen und der Dotter sorgen dafür, dass keine Schäden durch Bewegung oder Erschütterung, an der Dotter entstehen und halten den Dotter in der Mitte.

Wenn die Brutzeit beginnt, verliert der brütende Vogel einige Federn und dieser bloße Körperteil bedeckt die Eier. So kann mehr Körperwärme auf das Ei abgegeben werden. Benötigt wird eine ständige Temperatur von etwa 37 Grad, was etwa der Körperwärme des Vogels entspricht.

Die Schale des Ei ist porös. Hunderte hauchdünne Porenkanäle durchziehen die kalziumhaltige Schale. Auf diese Weise kann der Sauerstoff und Kohlendioxid – Austausch erfolgen. Auch ein, durch die Nahrungsaufnahme aus der Dotter entstehender, Wasserdampf kann so entweichen.

Das Ei wird umschlossen von der inneren und der äußeren Eimembran. Zwischen der äußeren und der inneren Membran befindet sich am runden Teil des Ei die Luftkammer.

In der Zeit vor Beginn der Brut, stellt der brütende Vogel seine Nahrung etwas um. Da kann man dann beobachten, dass die Blaumeise in den Abendstunden an der Schale von Schneckengehäusen knabbert. So nimmt der Vogel Kalzium auf, das beim nächtlichen Ei – Aufbau benötigt wird. Das Ei wird immer bei Anbruch des Tages gelegt, um es nicht noch den ganzen Tag tragen zu müssen.

Unmittelbar vor dem Ausbruch zieht das Küken aus der Luftkammer die ersten Lungenzüge und erhält so die Energie das Ei aufzubrechen.

Forscher haben festgestellt, dass der brütende Vogel mit dem Embryo kommuniziert. Sieben Tage vor dem Schlupf beginnt das Weibchen, oder ein brütendes Männchen, auf dem Gelege zu singen.

Es ist also nicht so das Vögel nur zum Schutz ihres Revieres und bei der Suche nach einem Partner singen. Der “Brutgesang” wird vom Embryo bereits wahrgenommen und wenn die geschlüpfte Brut nach Futter ruft, enthalten diese Rufe Elemente aus dem Gesang des Elternteils der gebrütet hat. So wissen die Eltern auch das es sich um das eigene Gelege handelt, was sie da versorgen.

Wenn die Rufe nicht dem Gesang der Eltern entsprechen, wurden bereits ganze Bruten nicht weiter versorgt. Durch die Kommunikation bei der Brut entsteht bereits eine feste Bindung zwischen Eltern und Brut.

Die kleinsten Eier legt in Deutschland das Wintergoldhähnchen und die größten Eier der Höckerschwan. Die Anzahl der Eier richtet sich nach dem Lebenszeitalter und dem Nahrungsangebot. Die Blaumeise, die keine hohe Lebenserwartung hat, beginnt mit einem Jahr bereits mit der Eiablage und brütet bis zu fünfzehn Eier aus. Ein Seevogel, mit einer Überlebenschance von vierzig Jahren beginnt erst nach sieben Jahren mit dem ersten, einzelnen Ei.

Noch nicht genau nachgewiesen ist es warum Vogeleier unterschiedliche Formen haben. Elliptisch, oval oder kugelförmig usw. Es wird vermutet das es mit der Sauerstoffversorgung im Nest zusammenhängt. Die Bauweise der Nester ist auch darauf ausgelegt, dass die Brut immer die benötigte Wärme bekommt. Deshalb sind Nester meist gut gepolstert und isoliert.

Die Forschung, die sich mit dem Ei befasst heiß Oologie. Die Forschung die sich mit dem Ei Inneren befasst nennt man Embryologie und die Sammlungen von Vogeleiern in Museen oder zur Erforschung sind die Ootheken. Viele dieser Informationen habe ich bei diesen Quellen gesammelt und hier nieder geschrieben.

Rückkehr

Rückkehr – Eis und Schnee bedecken große Teile der Bundesrepublik. Selbst im sonst eher schneearmen Ruhrgebiet bleibt der Schnee bei minus 10 Grad liegen. Mein Auto ist mit einer dicken Eisschicht umhüllt und verwehrt mir so den Zutritt. Gut das ich nicht mehr zur Arbeit fahren muß, weil auch die öffentlichen Verkehrsmittel ihren Dienst eingestellt haben.

Trotzdem befinden sich die Störche bereits auf den Flug in ihre Brutgebiete.

Die ersten haben die Rückkehr bereits hinter sich. Einige Tage können Störche ohne Futter auskommen. Viele Helfer legen jetzt Futter für die Vögel aus, damit sie bleiben können. So wie sie bei großer Hitze der Wärme widerstehen, können sie auch Frostperioden durchhalten. Das Problem ist das fehlende Futter.

Es kann sein das einige wieder so weit in Richtung Süden fliegen, bis sie wieder bessere Bedingungen vorfinden. Das kann durchaus auch über 1000 Kilometer gehen. Sobald die Lage sich im Brutgebiet wieder entspannt hat, kommen sie dann wieder zurück.

Rückkehr

Die Rückkehr ist mittlerweile für viele Störche nicht mehr ganz so lang wie es früher war. Viele Störche überwintern bereits in Deutschland, oder im südlichen Frankreich und Spanien.

Eine Mülldeponie bei Madrid ist bei Störchen wegen des großen Futterangebots sehr beliebt.

Einige ziehen aber noch immer bis in den Tschad oder die südliche Sahel Zone, oder Richtung Ost- und Süd Afrika.

Wer sich für die Flugrouten der Störche interessiert sollte einmal unter “Störche auf Reisen” nachsehen. Dort werden gesenderte Störche bei ihrem gefährlichen Flug in die Winterquartiere bis zur Rückkehr verfolgt. Auf einer animierten Karte, im Blog von Kai-Michael Thomsen, kann man die Wege der Störche über die östliche oder westliche Route verfolgen. Eine Newsletter berichtet regelmäßig wo welcher Storch sich gerade befindet. Jeder Vogel hat einen Namen und es gibt bereits so etwas wie eine Fan Gemeinde für die einzelnen Störche.

Leider wird man so auch Zeuge, wenn ein Storch den abenteuerlichen Flug nicht überlebt.

Hoffen wir, dass alle anderen Störche bald wieder gesund und zu unserer aller Freude auf den Dächern und Ständen bei der Aufzucht der Jungstörche beobachtet werden können.

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Endemische Arten

Endemische Arten – zu diesen gehören Arten aus Flora und Fauna, die nur in ganz bestimmten Gebieten zu finden sind. Arten die in vielen Gebieten der Erde vorkommen, zählen zu den Kosmopoliten.

Endemische Arten sind unter anderem die Rallen. Rallen gehören zu den Kranichvögeln. Ihr Lebensraum ist das Wasser. Im endemischen Bereich gehört sie zum Lebensraum Inseln.

Blässhuhn

Allen gut bekannt, weil sie auch häufig zu sehen ist und wenig Scheu zeigt, ist das Blässhuhn ( Fulica atraoder). Häufig auch als auch Blässralle bezeichnet.

Neben dem Blässhuhn gibt es noch sechs weitere, in Deutschland zu findende, Rallenarten. Das Blässhuhn fällt durch die weiße Stirn und den weißen Schnabel auf. Beim ebenfalls zur endemischen Art zählenden Teichhuhn (Gallinula chloropus), ist die Stirn rot und der Schnabel ebenfalls rot, mit einer gelben Spitze.

Teichhuhn
Teichhuhn

Beide Arten kann man auch von hinten gut unterscheiden, weil der Unterschwanz beim Blässhuhn komplett weiß ist und der weiße Unterschwanz beim Teichhuhn durch einen schwarzen Balken unterbrochen wird.

Tüpfelsumpfhuhn
Tüpfelsumpfhuhn

Das Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) liebt die sehr flachen Gewässer und hat seinen Namen von den vielen weißen Tüpfeln am Hals und auf der Brust. Diese endemische Art ist etwa so groß wie eine Drossel. Ich hatte das Glück sie in den Rieselfeldern bei Münster zu entdecken.

Wasserralle
Wasserralle

Selten zu beobachten, dafür aber häufiger zu hören, ist die Wasserralle (Rallus aquaticus). Diese ist etwa taubengroß und ihr Ruf klingt wie das Quieken eines Schweines. Sie beobachtete ich in der Saarner Aue, in Mülheim an der Ruhr.

Die restlichen Rallenarten habe ich leider noch nie in der freien Natur beobachten können, weil sie sehr selten sind. So der Wachtelkönig (Crex crex), den man mit viel Glück von Mai bis September beobachten kann. Die Überschwemmungsgebiete im Frühjahr mit Seggenwiesen gehören zum bevorzugten Lebensraum. Er ist sehr selten, hat etwa die Größe eines Stares und ist eventuell noch im Osten zu finden

Auch das kleine Sumpfhuhn (Porzana parva) ist äußerst selten zu sehen. Im Nordosten gab es Nachweise und im Süden. Gleiches gilt für das flache Gewässer liebende Zwergsumpfhuhn (Porzana pusilla) .

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Kasarkas

Kasarkas – diesen Begriff aus der Ornithologie las ich gestern zum ersten Mal in einem Bericht über die Vögel am Wattenmeer. Natürlich mußte ich mich gleich informieren, was es mit diesem Begriff auf sich hat und gebe das Gelesene gerne weiter.

Der Name kommt aus dem russischen Sprachgebrauch und bezeichnet wird damit innerhalb der Gattung der Gänse eine Unterfamilie die der Halbgänse zugehörig ist.

Zu dieser Familie gehört die Rostgans, die Brandgans und die Nilgans, die bei uns zu finden sind.

Kasarkas
Rostgans

Rostgänse sind etwas größer als Stockenten und zeigen im Flug ein großes weißes Flügelfeld. Der schwarze Halsring ist besonders im Prachtkleid beim Männchen gut zu erkennen.

Markante Merkmale hat auch die Nilgans mit dem “Fletschauge”, dem dunklen Fleck rund um das Auge.

Rostgans hat sich gut angepasst und ist mittlerweile auch häufiger an den Binnengewässern in NRW anzutreffen. Die Nilgans findet man an nahezu allen Gewässern und Feldern und steht im Ruf andere heimische Gänse zu vergrälen, was allerdings noch nicht wirklich nachgewiesen ist. In der Brutzeit werden allerdings die Männchen der Kasarkas oft aggressiv wenn sich jemand dem Brutrevier nähert. Dazu werden sie aber auch von den Weibchen lauthals animiert.

Kasarkas
Nilgans

Die Brandgans ist allerdings hauptsächlich an den Küsten zu sehen, obwohl ich sie auch schon an der Ruhr in Mülheim gesehen habe. Dort in einem Schwarm von Kandagänsen. Ihre Brutgebiete liegen an der europäischen Atlantikküste und dem schwarzen Meer und der Mongolei. Brutplätze gibt es aber auch an der Ost- und Nordseeküste.

Kasarkas
Brandgänse – den Namen haben sie wegen des roten Bruststreifens

Alle Kasarkas fallen durch farbenfrohes Gefieder auf. Männchen und Weibchen sind sehr ähnlich.

Bei den Gänsen ist der Unterschied der Geschlechter häufig in der Größe zu sehen, die Männchen sind größer und kräftiger als die Weibchen.

Bei den Enten ist das Männchen im Prachtkleid den Kasarkas schon eher ähnlich, währen die Enten Weibchen wohl keinen großen Wert auf Farbigkeit legen.

Weihgesang – Rotkehlchens Winterlied

Weihgesang – soll der Titel meines Gedichtes über den treuesten Vogel in unserem Land sein. Das Rotkehlchen erfreut uns das ganze Jahr über mit seinem Gesang.

Kälte und ein wenig Schnee liegt auf Fluren, Wald und Feld.

Nur ein kleiner roter Vogel singt ein Lied wie`s ihm gefällt.

Sitzt trillierend auf dem Ast. Kein Komponist hat das Lied verfasst.

Die anderen Vögel sind verreist, er singt sein Lied im kalten Eis.

Amsel, Finken und die Meisen,

bevorzugen jetzt das Schweigen .

Der Wind fegt eisig durch die Kiefer,

der kleine Vogel spreizt jetzt sein Gefieder.

Aufgeplustert schützt er sich,  

doch das Singen das vergisst er nicht.

Die Wildsau gräbt den Boden um,

unser Vogel freut sich drum.

Findet in der losen Erde

viele schöne frische Kerne.

Kommt auch gern in uns`re Gärten,

um dort etwas abzuernten.

Singend dann aus voller Brust ,

vertreibt er jeglichen Verdruß.

Wie in Lied aus tönernd Erz

Bringt er Frieden in das Herz.

In der Ferne tönt der Glockenklang

Ganz nah erklingt Rotkehlchens Weihgesang

Weihgesang

Weihnachten 2020

Weihnachten 2020 wird durch das Corona Virus ein anderes Fest. Viele Menschen hatten in diesem Jahr innerhalb der Familie mit der weltweiten Pandemie in irgendeiner Weise zu tun. Fast jeder kennt mittlerweile Betroffene, die im schlimmsten Fall einen Angehörigen verloren haben.

Während unseres Urlaubes in Bad Zwischenahn, Ende September, erleidet unser Schwager einen Schlaganfall und liegt einen Tag vor dem Heiligabend noch in einer Klinik. Irgendwann hat er sich jetzt auch noch mit Corona infiziert. Die Lage ist sehr ernst.

Eine weitere Person innerhalb der Verwandtschaft wurde positiv getestet, ist aber mittlerweile wieder negativ. Ein Enkelkind musste für 10 Tage in Quarantäne, weil ein Mitschüler mit Corona infiziert war. Zum Glück blieb es ohne Folgen für die weiteren Mitschüler. Mehrere Personen arbeiten in Krankenhäuser , im Pflegedienst und als Lehrer.

Sie alle könnten den sogenannten “Aluhüten” und Corona Leugnern erzählen, wie schlimm dieses Virus ist, obwohl das wahrscheinlich bei diesen Leuten auch nichts nutzen würde.

Leider ist es im Leben so, dass die meisten Menschen aus Fehlern in der Vergangenheit nichts lernen. Wie sonst könnte es möglich sein, dass Nazis wieder in Deutschland ihr Unwesen treiben können.

Zum diesjährigen Weihnachtsfest möchte ich eine Geschichte weitergeben, die uns allen Hoffnung geben soll.

Ein Mensch steht neben Gott und beide schauen gemeinsam hinunter auf die Erde wo Spuren im Schnee zu sehen sind.
Der Mensch fragt Gott was das für Spuren sind und Gott antwortet:
„Das sind die Spuren deines Lebens!“ – „und wem gehört die zweite Spur, die da neben meiner herläuft?“ – „ Das sind meine Spuren,“ sagt Gott, „ da habe ich dich begleitet.“ – „ Aber dort,“ sagt der Mensch, da ist nur noch eine Spur, da ging es mir doch so schlecht. Gott, wo bist du da gewesen?“ – „Dort siehst du meine Spur,“ sagt Gott „ da habe ich dich getragen.“


Auch wenn ich nicht in die Kirche gehe, weil ich die Institution „Kirche“ nicht im Zusammenhang mit meinem Glauben sehe, ist mir klar, dass es irgendeine Macht gibt , die mich ein Leben lang begleitet. Das kommt in der Geschichte gut zur Geltung. Ich wünsche allen ein erfülltes, glückliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes neues Jahr.

In meinem neuen Buch “Zeit-Geschicht(e)” schreibe ich über Geschichten die ich in den 70 Jahren meines erlebt habe. Jede Geschichte habe ich mit einer kleinen Zeichnung versehen. Zu erwerben ist das Buch über Amazon.

Bis bald, alles Gute

Uli




Aktionsprogramm Insektenschutz

Aktionsprogramm Insektenschutz – so kündeten Umweltmisisterin Svenja Schulze und Agrarministerin Julia Klöckner im Sommer stolz ihren Einsatz zur Rettung der Insekten an.

Im ersten Teil hat Frau Schulze ihre Arbeit getan um Schutzzonen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten einzurichten.

Im November forderte die Umweltministerin Frau Klöckner auf ihre Arbeit zu machen. Schließlich ist das Aus für das Pestizid Glyphosat innerhalb der nächsten drei Jahre einer der wichtigsten Punkte für das Aktionsprogramm.

Das Vorgehen zu den Totalherbiziden gehört in die Zuständigkeit des Agrarministeriums, wird aber von Frau Klöckner trotz der vollmündigen Ankündigungen rigoros ausgebremst.

Frau Schulze bezeichnet das Verhalten gar als “Totalblockade”, weil Frau Klöckner sogar den Kabinettsbeschluß zu den Vorschlägen des Umweltmisnisteriums verhindern will.

Wieder einmal tritt die Starke Verbindung zur Agrarlobby der Ministerin ans Tageslicht. Die riesigen Flächen der konventionellen, industriellen Landwirtschaft benötigen den massiven Einsatz von Pestiziden und zu Veränderungen ist man nicht bereit.

Campact ruft dazu auf die Ministerin zum Handeln zu bewegen. Ich unterstütze deshalb das Aktionsprogramm von Campact und bitte Euch das mit Eurer Unterstützerunterschrift ebenfalls zu tun.

Hier der Link zum Aktionsprogramm: Campact

Tagesablauf nach einer Fototour

Tagesablauf – nach einer Wanderung, einer Fototour oder Vogelbeobachtung – da kann es vorkommen, dass aus einem Tag auch mehrere Tage werden.

Auch wenn die Unternehmung bereits am frühen Morgen beginnt, ist man meistens erst am Nachmittag wieder zurück, zumal wenn das Ziel einige Kilometer weit entfernt ist.

DER TAGESABLAUF MIT Bildbearbeitung

Dann werden die Bilder aus der Kamera heruntergeladen, grob gesichtet und danach geht es an die Bearbeitung. Ich fotografiere in der Regel nur im RAW Format.

Bei diesem Dateiformat der Digitalkameras sind die Daten aus der Kamera noch unbearbeitet. Beim JPG Format sind die Bilder bereits in der Kamera fertig bearbeitet.

Der Vorteil beim RAW Format ist das man auch in der Entwicklung noch Belichtung, Weißabgleich und Farben korrigieren kann. Natürlich ist das ein gewisser Arbeitsaufwand, zumal wenn man sehr viele Fotos gemacht hat. Meistens sind es nach einer guten Tour an die 300 Bilder.

Der Tagesablauf mit Recherchen

Da gehen dann bereits einige Stunden vom Tagesablauf für die Bildbearbeitung drauf. Danach werden die fertigen Bilder abgespeichert und die Notizen nachgelesen. Manche Vögel müssen dann noch einmal mit einem Bestimmungsbuch verglichen werden, um sicher zu stellen das es nicht zu einer falschen Identifizierung gekommen ist.

Weiterhin möchte ich mehr Details zu den Beobachtungsgebieten erfahren. Was war dort früher für eine Landschaftsform, haben sich dort neue Arten angesiedelt, oder war es früher ein anderes Ökosystem.

Wissenswertes zu einer Region die man zum ersten Mal besucht. Die erste Reise zum Dümmer oder Zwischenahner Meer brachten es mit sich, dass man auch die Details zu den Orten wissen möchte, oder wie die Meere entstanden sind, die ja eigentlich Seen sind. Als Meer werden in Niedersachsen die Wasserflächen mit niedrigen Wasserständen bezeichnet.

Alles Dinge die die ich für den Bericht benötige, den ich nach jeder Fahrt, jeder Tour oder Wanderung niederschreibe. Da geht schon einiges an Zeit drauf.

Vor einigen Tagen waren wir in Burscheid – Bellinghausen, im Eifgenbachtal. Leider waren die Wege dermaßen matschig, dass wir den Weg verkürzen mußten und in das eigentliche Tal nicht hinunter kamen. Vor wenigen Tagen hatte man begonnen 1500 Fichten zu fällen, die wegen der Trockenheit und dem Borkenkäferbefall abgestorben sind. Der Wald gehört der Stadt Burscheid. Man will dort anschließend 15000 Laubbäume pflanzen.

Tagesablauf

Natürlich haben die schweren Fahrzeuge aus der Waldwirtschaft den Boden umgewälzt und der Regen der vergangenen Tage machte die Wege dann quasi unpassierbar.

Ich habe mich zwar in die Region mit dem Eifgenbach eingelesen, berichte aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn wir unter anderen Bedingungen noch einmal dort gewesen sind. Der Ort Bellinghausen ist aber wunderschön anzusehen. Alle Häuser in frischem Weiß und herrlichem Fachwerk.

Tagesablauf

Vogelgucker

Vogelgucker – und – der letzte Teil – so lauten die Titel meiner neuen Bücher, die jetzt bei Amazon angeboten werden. Vogelgucker befasst sich mit dem wachsenden Interesse am Leben der Vögel. Seit einigen Jahren beobachte ich die Vögel am Futterplatz oder in der freien Natur. Ich besuche Vogelschutzgebiete und Naturschutzgebiete in der Nähe und auf unseren Reisen und entdecke so immer mehr erstaunliche Dinge über diese imposanten Geschöpfe. Wie hören die Vögel eigentlich und wie entstehen die Gesänge, wie riechen die Tiere, schließlich sieht man weder Ohren noch Nase. Wie überstehen sie die kalte Jahreszeit und bilden sie dauerhafte Familien?

Niemals hätte ich erwartet in unserem kleinen Garten zwanzig verschiedene Vogelarten beobachten zu können. Wird das in Zukunft so bleiben, oder greift das Sterben der Arten weiter um sich. Der Klimawandel und der Umgang mit der Natur und den Ressourcen der Erde belasten nicht nur die Tierwelt, sondern auch das Leben der Menschen. Wenn die Insekten und die Vögel sterben, was geschieht dann mit dem Menschen?

Der LETZTE Teil

Der letzte Teil – beschreibt das Leben ab meinem 52. Lebensjahr. Es beginnt damit, dass ich die Traumfrau treffe, womit ich nach der Scheidung kaum noch gerechnet habe. Die Gestaltung des letzten Lebensabschnittes, des letzten Drittels, wird in neue Bahnen gelenkt.

Die Fotografie wird zu einem neuem Hobby und zur Leidenschaft, neben dem oben beschriebenen Interesse an der Vogelkunde.

Durch die Erkrankung an COPD machen wir viele Reisen an die Küsten der Nord- und Ostsee. Aber auch das Binnenland kommt nicht zu kurz. Der Harz, die Pfalz der Bayerische Wald und die spannenden Regionen Niedersachsens und Sachsens und natürlich NRW mit der Eifel, dem Sauerland, standen auf dem Reiseplan.

Die Kinder sind mittlerweile selbst Eltern und wir sind jetzt Oma und Opa. Auch eine völlig neue und spannende Erfahrung die man da im Alter noch macht.

Die Bücher

Beide Bücher sind als Ebook oder Taschenbuch über Amazon erhältlich. Vogelgucker enthält auch farbige Bilder von Vögeln.

Bluthänfling

Bluthänfling – wissenschaftlicher Name Linaria Cannobina. Ich sah diesen Singvogel, der etwa die Größe eines Sperlings hat, bei einem Ausflug in das Naturschutzgebiet am Forstbach in Mülheim an der Ruhr.

Zuvor hatte ich noch keine Beobachtung eines Bluthänflings und auch noch kein Foto von ihm. Hier sah ich nun gleich mehrere, die gemeinsam mit Stieglitzen die Sonnenblumen nach Resten von Samen oder Körnern absuchten. Am Feldrain befindet sich eine größere Blumenwiese, die wohl genau ihren Ansprüchen gerecht wird.

Bluthänfling - Blumenwiese

Die Entfernung ist relativ groß und ich kann zunächst nicht erkennen was für Vögel sich da tummeln. Auf dem vorgelagerten Acker habe ich einige Bachstelzen beobachten können und zunächst nehme ich an, dass auch auf der Blumenwiese diese Vögel wären, allerdings passt das farblich nicht und so mache ich einfach ein paar “Schüsse” ins Blaue.

Zu Hause am PC konnte ich dann sehen, dass ich zu voreilig gewesen bin. Die Bilder waren leider nicht zu gebrauchen. Das es aber Bluthänflinge und Stieglitze waren, die über der Wiese umherhuschten, war zu erkennen.

So machen wir uns am nächsten Tag noch einmal auf den Weg, in der Hoffnung das Versäumte nachholen zu können.

Auf einem Baum am Wegesrand sehen wir eine Schar Stare, die sich in dem Geäst versammelt haben und auf einer Hecke an einem Bauernhof sind Haussperlinge zu sehen.

Stare
Stare

An der besagten Blumenwiese angekommen, merken wir schnell das die Schwärme vom Vortag nicht mehr da sind. Aber ein paar vereinzelte Stieglitze und auch Bluthänflinge sind noch zu sehen. Viel einfacher wird das Fotografieren nicht. Die Vögel sind sehr aktiv und ständig in Bewegung.

Nun erkenne ich aber auch die kastanienbraune Oberseite und den gegabelten Schwanz. Die Brust ist ebenfalls rot, was auch gegen meine gestrige Annahme spricht es wären Girlitze gewesen. Die haben eine gelbliche Brust.

Der Kopf des Hänflings ist graubraun und auf der Stirn ein roter Fleck. Wenn der Vogel sitzt, erkennt man die weiße Außenfahne an den Handschwingen.

Bluthänfling
Bluthänfling

Oft wird der Bluthänfling mit dem Birkenzeisig verwechselt, der aber deutlich kleiner ist, einen gelben Schnabel hat und ein schwarzes Kinn. Der Hänfling gehört zu den Finken Sein Ruf ist ein hartes Stakkato, aber sein Gesang sehr melodisch.

Der Bluthänfling wird auch noch in Käfighaltung und Volieren gehalten, weil sein Gesang so beliebt ist. Die Jagd und der Fang sind natürlich verboten.

Bei uns ist der Hänfling ganzjährig in der Offenlandschaft zu finden. Einige Vögel ziehen in den Süden, dafür kommen dann andere aus dem Norden zu uns. Ähnlich ist es ja bei den Rotkehlchen.

Bluthänfling
Bluthänfling und Stieglitz

Das Nest bauen die Vögel in Hecken und kleineren Bäumen. Dort brütet das Weibchen alleine und wird in der Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Sein wissenschaftlicher Name leitet sich von den Begriffen Hanf und Lein ab. Hanf = Cannabis , Lein = Linum , daher “Linaria Cannabina”.

Der LBV verweist auf den englischen Komponisten John Blow (1649 – 1708), der die Elegie/Ode John Drydens (englischer Dichter 1631 – 1700) auf den Tod des Komponisten Henry Purcells (1659 – 1695) vertonte. Der Titel: “Mark how the Lark and Linnet sing:  with rival notes they strain their warbling throats”. – etwa Bemerke wie die Lerche und der Bluthänfling singen: sie wetteifern aus tiefster Kehle um das Frühjahr zu begrüßen.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch eine besondere Begegnung mit einem Turmfalken. Meine Frau holt noch Blumen in einem Blumenmarkt und ich kann diesen wunderbaren Falken aus kurzer Nähe beobachten. Die Bilder möchte ich dem Leser nicht vorenthalten.

Turmfalke

Turmfalke

Turmfalke

Bewegung hält Körper, Geist und Seele zusammen

Bewegung hält Körper, Geist und Seele zusammen – viele Leute zieht es in der Zeit der Pandemie in die Natur und die Wälder und das ist gut so.

Die Luft in der freien Natur ist reich an Sauerstoff und reinigt die Lungen. Die Atemwege werden desinfiziert. Die Luft gerät über die Lungenbläschen in den Blutstrom und über das Körpergewebe bis in die Gehirnzellen. Der Sauerstoffwechsel wird angefacht. So wird Bewegung zur Frischzellenkur.

Im Schnitt atmet ein erwachsener Mensch stündlich etwa 200 Liter Kohlensäure aus, die sich dann in der Umgebungsluft befindet. Das macht ein häufiges Lüften notwendig, um den Verdünnungsgrad zu erhalten. Je mehr Menschen in einem Raum sind, je mehr steigt die Verdichtung durch die Kohlensäure. Die Folge ist Müdigkeit. Es muss also für Verdünnung gesorgt werden.

Bewegung im Wald

Bewegung in der Waldluft

Die Waldluft gilt als besonders rein und heilkräftig. Bereits in einem vorherigen Artikel habe ich über die positive Wirkung der Duftstoffe und Terpene aus den ätherischen Ölen, die die Bäume in die Luft abgeben geschrieben. Terpene stützen das Immunsystem. Die Öle wirken heilsam auf Katarrhe der Atemwege.

Eine Blattfläche von 25 Quadratmetern, gibt bei gutem Licht soviel Sauerstoff ab, wie ein Mensch verbraucht. Um eine alte, etwa 100 Jahre alte Buche, mit einem Baumkronendurchmesser von 15 Metern zu ersetzen, müsste man 2700 junge Bäume anpflanzen um die gleiche Funktionalität zu erreichen.

Man sollte sich also gut überlegen, bevor man einen alten Baum voreilig fällt.

Dem Menschen stehen Beine zur Verfügung, die perfekt ausgestattet sind. Die Beinmuskulatur macht 56 Prozent der gesamten Muskulatur aus.

Diese kann durch Bewegung angeregt und erhalten werden. Sie kann aber auch durch zu wenig Bewegung geschwächt werden. Eine gesunde Muskulatur sorgt für einen guten Stoffwechsel, für eine gesunde Tätigkeit der Haut, der Drüsen und der Kreislauforgane.

Bewegung an der frischen Luft hält Körper Geist und Seele zusammen.

Wer den Spaziergang gleichzeitig nutzt um die Atmung zu trainieren, wird schnell merken das er tatenfreudiger, unternehmungslustiger wird. Der Körper fühlt sich merkbar wohler.

Dazu muss man fünf Schritte lang einatmen und bei den nächsten fünf Schritten langsam ausatmen. Man atmet automatisch tiefer aus dem Bauch heraus. Nach einiger Zeit werden sich die gewünschten Effekte einstellen.

Subventionen der BRD in den Naturschutz

Subventionen leistet die Bundesregierung in enormer Höhe. Das Subventionsvolumen stieg im Jahr 2020 auf 31,4 Milliarden Euro.

Die Kosten für die Umsetzung von Natura 2000 im terrestrischen Bereich Deutschlands belaufen sich nach einer aktuellen Schätzung auf jährlich 1,416 Mrd. Euro (2017).  Das entspricht pro Einwohner und Jahr einem Betrag von etwa 17 Euro.

Für die Umsetzung der EU Richtlinien zur staatlichen Finanzierung von Naturschutzgebieten, gibt es nach Auskunft der Bundesregierung eine Finanzlücke von mehreren Millionen Euro.

Um die notwendigen Beträge aufzuwenden beläuft sich die Differenz auf etwa 760 bis 980 Millionen Euro jährlich.

Förderung mit umweltschädlicher Wirkung

Die Subventionen für die Lufthansa haben ein Volumen von 9 Milliarden Euro. Hinzu kommen der Mehrwertsteuerlass und der Erlass der Flugbenzinsteuer für das Unternehmen.

Die RAG erhielt für den Steinkohlenbergbau 2008 Förderungen von 2 Milliarden Euro.

Im Jahr 2012 beliefen sich umweltschädliche Subventionen auf eine Höhe von 57 Milliarden Euro. Dazu gehören Subventionen für die Freistellung des Braunkohletagebaus, staatliche Bürgschaften für Güter die nicht den Marktpreisen entsprechen usw.

Subventionen durch Agrarzahlungen – Landwirtschaft und Fischerei in Höhe von 6,7 Milliarden in 2019

Laut Umweltbundesamt beliefen sich die umweltschädlichen Subventionen im Jahr 2017 unter anderem für:

Dieselprivilegien auf 7,4 Milliarden

Flugverkehr auf 11,8 Milliarden

Land und Forstwirtschaft 5,8 Milliarden

Verkehr Gesamt 28,6 Milliarden

Dienstwagen 3,1 Milliarden

Energiebereitstellung 20,3 Milliarden

Wenn man diese Subventionen der Finanzierungslücke im Bereich Natura 2000 – Naturschutzgebiete FFH entgegensetzt, muss man den Eindruck haben, dass es mit den Aussagen der Bundesregierung, sich mehr um Natur und Umwelt kümmern zu wollen, nicht so weit her ist.

Quellen: Umweltbundesamt / BMEL.de / SRU- Sachverständigenrat für Umweltfragen / Deutschlandfunk

Meine Neuerscheinungen auf 1Buch.de:

mein Buch “Das letzte Drittel – oder keine Zeit im Rentenalter”. Das Letzte Drittel beginnt kurz vor dem Renteneintritt und besteht aus Reisen, neuen Erfahrungen und Beobachtungen in der Natur – 94 Seiten DIN A 4

mein Buch “Der Vogelgucker” – Beobachtungen und Beschreibungen. 90 Seiten DIN 4 bebildert.

Tour zum Hochzeitstag

Tour zum Hochzeitstag – Ganz spontan beschließen Ruth und ich, anlässlich unseres vierzehnten Hochzeitstages, eine Kurzreise mit einer Übernachtung zu unternehmen.

Auf nach Damme

In diesem Jahr ergibt sich die Gelegenheit eine Tour zu machen.

Kurz entschlossen wird der PC angeworfen und schnell ist ein Doppelzimmer im Klosterhotel Damme gebucht.

Das Haus war ehemals ein Benediktinerkloster und liegt in einem schönen Mischwald in der Nähe des Dümmer See und des Alfsees.

Der Dümmer ist uns ja bereits von einer Kurzreise bekannt und momentan rasten in den Diepholzer Mooren die Kraniche. Ich habe das Schauspiel bereits einmal mit dem Fototreff Essen erlebt und möchte es nun gerne meiner lieben Ruth präsentieren.

Wir machen auf der Anreise einen Stopp am “Wanderparkplatz Südufer” und laufen den uns bereits bekannten Weg am Dümmer Meer entlang. Der Leser meiner Blogs hat vielleicht noch in Erinnerung, dass ich auf diesem Weg die Sohlen meiner Wanderschuhe verlor.

Tour zum Dümmer

Von einem Zaunpfahl fliegt ein Mäusebussard davon, den ich noch im Flug fotografiere und etwas später beobachten wir einen Turmfalken im Rüttelflug, auf der Suche nach Beute. Große Scharen Ringeltauben kommen vom Dümmer angeflogen und wenden sich dem Ochsenmoor zu. Ebenso machen es die Graugänse, die mit lauten Rufen und in großen Trupps ständig hin und her fliegen.

Langsam ziehen immer mehr Wolken auf. Wir beschließen zunächst zum Hotel zu fahren um dort einzuchecken. Danach wollen wir zum Rehdener Moor fahren. Man muss etwa eine Stunde vor Einbruch der Dämmerung dort sein, um die einfliegenden Kraniche zu sehen, die in den Flachgewässern der Gegend ihre Schlafstellen haben.

Tour mit Hindernissen

Wir fahren gegen 16 Uhr los. Auf der Hinfahrt zum Hotel konnten wir noch auf dem direkten Weg von Hüde nach Damme fahren, jetzt ist die Durchfahrt von Damme nach Hüde plötzlich wegen Bauarbeiten gesperrt. Nun gut, dann nehmen wir den Weg am Westufer des Dümmer über Lehmbruch. Aber nach etwa zwei Kilometern ist auch diese Straße wegen Bauarbeiten gesperrt.

Wir halten uns an die Umleitungsschilder und stehen bald darauf wieder an der Stelle nach Hüde, wo die Straße ebenfalls gesperrt ist. Es geht nicht nur uns so, neben uns sind noch weitere Fahrer in ihren Fahrzeugen damit beschäftig eine andere Route zu suchen. Wir machen noch einen weiteren Versuch und stellen dann fest, dass man uns heute hier wohl nicht mehr rauslassen will.

Außerdem regnet es nun und wir beschließen zunächst in Damme etwas zu essen.

Tour zum Dümmer

Tour im Regen

Leider scheinen aber am heutigen Tag die Lokale, jedenfalls die die wir finden, allesamt Ruhetag zu haben, oder haben wegen der steigenden Infektionszahlen durch Corona bereits geschlossen. Als unsere Hoffnungen bereits zu versiegen scheinen, unsere knurrenden Mägen besänftigen zu können, finden wir am Kirchplatz eine geöffnete Pizzeria.

 Gut gestärkt kaufen wir bei einem Discounter noch eine Flasche Rotwein für den Abend, denn wegen stärker werdenden Regens, verzichten wir auf einen erneuten Versuch noch zu den ersehnten Kranichen zu kommen.

Auf dem Parkplatz unseres Hotels werden wir dann von etwa 20 Kranichen überrascht, die über unsere Köpfe hinweg in Richtung Rehdener Moor fliegen.

Am nächsten Morgen regnet es etwa so stark wie am Abend davor und da meine Wetter App sagt das es weiter südlich besseres Wetter gibt, planen wir unsere Abfahrt mit dem Ziel der Münsteraner Rieselfelder, da diese ja auf dem Weg in Richtung Essen liegen. Dort soll es nach der App trocken sein.

Tatsächlich wird es immer heller je näher wir Münster kommen, jedenfalls bis zur Ausfahrt gen Rieselfelder. Am Parkplatz der Felder angekommen regnet es in gleicher Weise wie in Damme.

Nun haben wir die Nase voll und fahren zurück nach Essen. Genau in dem Moment, in dem wir den Wagen abstellen, reißt die Wolkendecke auf und die Sonne tritt hervor. Willkommen zu Hause.

Vogelschnabel

Vogelschnabel – Man könnte auch sagen das der Vogelschnabel die Greifhand ersetzt. Die Hinterbeine benutzt der Vogel ja für das Fliegen. Der Vogelschnabel ist aber nicht nur zur Aufnahme des Fressen vorgesehen.

Vogelschnabel – Wärme bestimmt die Größe

Der Schnabel dient auch zur Thermoregulierung. Zum Schutz vor Unterkühlung und Überhitzung. Nach der “Allenschen Regel” ist die relative Länge der Körperanhänge (Schnabel) einer Art in einer kalten Region geringer als in einer wärmeren Region.

Bei Untersuchungen der Spitzschwanzammer in den Salzwiesen im Osten, Westen und an der Golfküste Nordamerikas stellte man fest, dass die Variationsbreite der Schnabelgröße abhängig von der durchschnittlichen Sommertemperatur ist. Je höher die Sommertemperatur im Schnitt war, umso größer ist der Schnabel.

Vogelschnabel – erstaunlich beweglich

Über das Nasenbein ist der Schnabel mit dem Gehirnschädel verbunden. Die Muskel am Quadratbein und am Gelenk des Unterkiefers schaffen die Möglichkeit das Kiefergelenk vorwärts zu bewegen. So wird auch das Oberkieferbein nach vorne gedrückt und der Oberschnabel hebt sich, während der Unterschnabel sich senkt.

Je nach Art der Nahrungsaufnahme ändert sich auch die Beweglichkeit. Bei den Schnepfen, mit den sehr langen Schnäbeln, sind die beweglichen Teile versteift. Sonst würde sich der Schnabel beim Einstechen in den Boden verbiegen, oder gar brechen. Bei der Bekassine verschiebt sich das Kiefergelenk unter die Augen, wodurch die Ohröffnungen dann vorne unter den Augen liegen. Die Schnabelspitze bleibt beweglich um die Nahrung zu “fassen”.

Der Vogelschnabel besteht aus Keratin oder Schnabelhorn, weshalb er nur ein geringes Gewicht hat. Durch diese Materialien kann er auch die verschiedensten Formen annehmen und mit Hilfe der Schnabelform auch die, für den Vogel wichtige Nahrung problemlos aufnehmen.

So wird aus dem Schnabel ein hochspezialisiertes Werkzeug. Anhand der Schnabelform kann der Beobachter bereits erkennen wovon sich der entsprechende Vogel ernährt. Durch die Nahrungsart wiederum, wird es auch leicht zu bestimmen wo der Vogel zu finden ist.

Vogelschnabel

Der Schnabel und die Farbe

Wenn die Vögel sich beobachten, können sie beim Konkurrenzkampf, anhand der Schnabelfarbe des Konkurrenten erkennen, in welchem Zustand dieser ist. Eine kräftige Farbe kann bewirken das der Konkurrent lieber gleich den Rückzug antritt.

Da es eine Beziehung (Korrelation) zwischen der Schnabelfarbe und dem Immunsystem gibt, können Partner ausser am Gesang auch an der Schnabelfarbe Rückschlüsse auf das Paarungsverhalten ziehen.

Bei einigen Arten ändert sich sogar bei der Balz die Farbe des Schnabels, so beim Papageientaucher.

Quellen: der Falke 2013/01 -2011/10 – 2010/08

Buteo buteo – unser häufigster Greifvogel

buteo buteo – ist als Mäusebussard besser bekannt. Er ist unser häufigster Greifvogel in Mitteleuropa. Meistens hört man zuerst seinen Ruf, der an das Miauen einer Katze erinnert. Dann sieht man ihn am Himmel, langsam kreisend immer höher steigen. Oft auch mit dem ein oder anderen Artgenossen.

Mäusebussard

Landwirte stellen auf ihren Äckern gerne Ansitzwarten auf. Von hier aus hat er gute Sicht auf die Felder um die Mäuse zu fangen, die für den Bauer ein Ärgernis darstellen. Ansonsten begnügt sich der Mäusebussard auch mit den Zaunpfosten.

Im Flug erkennt man ihn an den nach außen gebogenen dunklen Handschwingenspitzen, während der Flügel ein flaches V darstellt.

Weiler er seinen Kopf eng an den Körper anzieht, sieht er im Flug etwas klobig aus. Der Schwanz ist breit gefächert und abgerundet und durchgehend schwarz gebändert.

Alle Mäusebussarde haben ein weißes Brustband. Die Färbung kann ansonsten sehr unterschiedlich sein. Im Harz sah ich einen fast weißen buteo buteo, während die, die ich hier in unserer Region sehe fast alle dunkelbraunes Gefieder haben.

Mäusebussard

Anhand des weißen Brustbandes kann man gut erkennen ob es sich um einen jungen oder alten Vogel handelt. Der junge Mäusebussard hat auf dem Brustband längs gebänderte und der alte hat quer gebänderte Zeichnungen.

Buteo buteo, den Mäusebussard, gibt es in ganz Europa, außer im Norden. Dort herrscht der sogenannte “Falkenbussard.” Man kann beide Arten nur dadurch auseinanderhalten, das der Falkenbussard kein weißes Brustband hat. In den kalten Wintermonaten kann man dieser Art auch schon einmal bei uns begegnen.

buteo buteo – woher kommt sein Name ?

Woher der Name “Mäusebussard” kommt ist nicht endgültig geklärt. Es kann mit dem im 13. Jahrhundert bekannten Wort für die Maus zusammenhängen, dass ist das Wort “musari”. Möglich ist auch eine Ableitung aus dem mitteldeutschen Wort “Buse”, welches für das Wort – Katze – steht und eventuell auf den katzenartigen Ruf zurück geht.

Auf dem Speiseplan stehen neben den Mäusen auch Reptilien, Amphibien, Aas und Kaninchen. Beim Bearbeiten der Felder mit Pflugscharen läuft er auch tippelnd hinter einem Trecker her, um an frisches Futter zu kommen.

buteo buteo

Der Mäusebussard wohnt und nistet in Bäumen, weshalb auch immer ein Waldbestand in der Nähe zu finden ist. In seinem Nest, das aus Ästen und Reisig gebaut wird und mit Tierhaaren gepolstert wird, legt das Weibchen bis zu vier Eier, die auch von ihr alleine bebrütet werden. In dieser Zeit wird sie vom Männchen gefüttert.

Die Jungen schlüpfen nach etwa 35 Tagen und werden noch einige Tage vom Weibchen gehudert, das heißt warmgehalten.

Der Bestand von buteo buteo , unserem prachtvollen, imposanten Mäusebussard ist zum Glück nicht gefährdet. Einige Tiere fallen dem Straßenverkehr zum Opfer oder verenden durch Windräder und manche überleben auch einen kalten Winter nicht.

Mensch und Wald – eine innige Verbindung

Mensch und Wald – die Deutschen und ihr Wald- das sagte man früher oft, wenn es um die Eigenschaften der Deutschen ging.

Tatsächlich waren einmal riesige Flächen mit Buchenwäldern und Mischwäldern vorhanden. Die Fichte, die jetzt vor einem großen Sterben steht, gehörte nicht dazu, weil sie auch von der natürlichen Art hier nicht hingehört.

Der “Urwald” der er damals noch war, ist heute nicht mehr zu finden. Es gibt nur noch wenige Bäume die auf mehrere hunderte Jahre zurückblicken können.

Es besteht aber noch immer eine besondere Bindung zwischen Mensch und Wald. Vor Millionen Jahren war der Wald die Nahrungsquelle, als der Mensch sich als Sammler noch von Pflanzen und Kräutern ernährte und auch als Jäger nach dem Fleisch des Wildes, war der Wald das Jagdgebiet. Der Wald war ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens und hatte einen hohen Stellenwert.

Mensch und Wald

Mensch und Wald – profitieren voneinander

Die Seher, Weisen und Heiler der Kulturvölker zogen sich tagelang in die Wälder zurück um ihre Sinne zu stärken und aus dem Wald, seinen tierischen und pflanzlichen Bewohnern, zu lernen. So erkannten sie die Heilkräfte diverser Pflanzen und berauschende Kräfte. Sie lernten anhand des Verhalten der Tiere im Wald, ob Veränderungen in der Natur anstanden.

Urbane Völker “wohnen” auf der Erde mit den Pflanzen und Tieren als ihre Verwandten. Im Einklang mit der Natur, den Jahreszeiten und den Elementen.

Diese Sinne gingen uns mit der Industrialisierung und der “modernen Zeit” immer mehr verloren.

Heute kennen nur noch wenige, besonders an der Natur Interessierte, welche Pflanzen und Bäume im Wald zu sehen sind und wofür man die einzelne Pflanze, das Kraut verwenden kann.

Aber es werden immer mehr, die nicht nur ständig auf das Handy sehend durch den Wald laufen, die nicht mit dem Mountenbike den Waldboden verdichten, sondern sehenden Auges durch den Wald laufen und die Dinge links, rechts oben und am Boden wahrnehmen und sich damit befassen.

Es mag sein das “Corona” einen Anteil daran hat, dass Mensch und Natur als Verbindung wieder wichtiger geworden ist.

Der Wald ist auch heute noch etwas “Besonderes” und wenn er nicht nur als Rohstoffquelle gesehen wird, stellen wir schnell fest, dass er uns nicht nur Ruhe für die Sinne beschert, sondern auch ein wichtiges Element für die Gesundheit des Menschen ist, wenn wir uns öfter in seine Obhut begeben.

In einem Video mit Peter Wohlleben und Gästen wurde dem Gast vor dem Waldspaziergang der Blutdruck gemessen. Nach Ende des Waldaufenthalts wurde beim Messen ein deutlich besserer Wert gemessen.

Die Sauerstoffsättigung im Blut war deutlich besser, die Atmung freier. Der Wald bietet dem Menschen ein natürliches Antibiotikum, die optischen Eindrücke wirken belebend und sind Balsam für den Menschen.

Bedenkt man das die Pflanzen mehr als zweitausend Duftstoffe zur Kommunikation austauschen, kann man sich die frische Luft im Wald erklären. Die Waldluft enthält 90 Prozent weniger Staubteilchen als die Stadtluft.

Bäume geben flüchtige Kohlenstoffverbindungen ab, die wie ätherische Öle wirken und Bakterien und Insektenbefall verhindern. Diese Stoffe bezeichnet man als “Terpene,” sie werden über die Atmung aufgenommen. Sie stärken das Immunsystem und erhöhen die Anzahl der Killerzellen im Blut. Das ist das Ergebnis einer Studie an zwölf Probanden der Universität der Nippon School in Tokio.

Das Magazin “Science”, ein Wissenschaftsmagazin, beschreibt eine Studie wonach Krankenhauspatienten die durch das Fenster des Krankenzimmers einen Blick auf Bäume haben, schneller genesen als die mit Blick auf eine Hauswand.

Das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung ist in Wohngebieten mit vielen Bäumen deutlich geringer als in zubetonierten Wohngebieten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Marc Berman von 2015, an der Universität von Chicago.

Einen Vorteil können wir also “Corona” doch abgewinnen, wenn der Mensch und der Wald sich wieder näherkommen und er als schützenswert erachtet wird.

Der Wald braucht uns nicht, aber wir ihn. Sehen wir den Wald also nicht nur als Nutzgegenstand eines Wirtschaftszweiges, sondern auch als Teil für unsere Gesundheit, den es zu erhalten gilt.

Quellen: Peter Wohlleben, das geheime Lebend er Bäume, NDR.de , Wolf-Dieter Storl – wir sind Geschöpfe des Waldes,