Dümmer See

Dümmer See, oder auch als Dümmer Meer benannt, ist das Ziel unser drei Tage währenden Reise. Die Seen die sich während der Eiszeit zwischen den Mulden und Erdmoränen bildeten nennt man eigentlich „Meer“.

Der Dümmer – See ist der zweitgrößte dieser Art in Niedersachsen und maximal 1,50 Meter tief. Der Artenreichtum war hier schon immer groß. Im 20. Jahrhundert zählten Ornithologen 276 Arten Wat- und Wiesenvögel. Das Unheil für den Dümmer begann durch die Eindeichung 1950. Man wollte mehr Fläche für die intensive Landwirtschaft schaffen und nach dem Vorbild der Landgewinnung in den Niederlanden legte man riesige Flächen trocken. Der See ertrank in der Gülle, die Tiere verschwanden.

Ministerpräsident Albrecht der von 1976 bis 1990 Niedersachsen regierte, änderte diesen Zustand. Bereits bekannt durch seinen Einsatz für das Weltkulturerbe Wattenmeer, konnte er sich gegen die Lobby der Landwirtschaft durchsetzen und große Teile der Dümmer Region wurden wieder wieder bewässert und renaturisiert.

1987 begannen die Arbeiten im Sinne der Natur und man wurde tatsächlich durch die Rückkehr vieler Arten belohnt. Die Tiere kamen zurück und fanden ideale Bedingungen. Heute können die Biotope sogar mit Pumpen auf den nötigen Feuchtigkeitsstand gebracht werden.

Mir war der Dümmer lange Zeit völlig unbekannt. Der Kranichzug im Herbst brachte mich vor zwei Jahren ins Diepholzer Moor. Ich wollte einmal die Kraniche in einem natürlichen Lebensraum erleben und in den Mooren Niedersachsens sind sie in den Monaten Oktober bis in den Dezember zahlreich zu sehen.

Dort hörte ich dann erstmals vom Ochsenmoor und vom Dümmer See. Als ich dann noch in dem Buch „Federnlesen“, von Johanna Romberg, Mitautorin auch bei den RIFF-Reportern las, stand für mich fest, einige Tage den Dümmer See zu erkunden.

Nun war es dann endlich soweit und meine Frau und ich,sowie Schwägerin und Schwager bezogen Quartier in Hüde. Der Ort liegt unmittelbar am Ochsenmoor, Süd/Ost Teil des Dümmer See. Schöne Fachwerk- und Reethäuser sind hier zu finden. Ein kleiner Yachthafen und jede Menge Camping und Wohnwagen. Knapp 1150 Einwohner leben hier. Wir wohnten im „Kiek mol rin“ am Bogen, in Hüde. Die Wohnung hat alles was man für ein paar Tage Aufenthalt benötigt. Außerdem gibt es einen schönen Garten zum Verweilen und ein hervorragendes Frühstück, von Frau Richmann bestens betreut. Sie gibt auch gerne Auskunft zum Dümmer und zu Einkehrmöglichkeiten.

Dümmer See – Flora und Fauna

Das Ochsenmoor ist Lebensraum für die unterschiedlichsten Vogelarten. Wir hatten beim Frühstück von dem Fotografen Jens Steyer, der auch hier loggierte, bereits einen Tipp bekommen, dass auf den Pfählen entlang der Straße durch das Ochsenmoor ab und zu ein Rotschenkel zu sehen sei. Tatsächlich hatten wir das Glück, den doch recht kleinen Vogel mit den langen Beinen zu sehen. Das Auto ist die ideale Tarnung. So läßt sich der Vogel ablichten ohne gestört zu werden.

Obwohl er im Binnenland nur äußerst selten vorkommt, er liebt die küstennahen Gebiete, scheint er sich hier in der Weidelandschaft so wohl zu fühlen dass er hier auch brütet. Offensichtlich bewacht er von dem erhöhten Ansitz das Nest. Die auffallend roten Beine geben ihm seinen Namen.

Dümmer See
Rotschenkel

Nun bleibt das Auto aber „im Stall“ und wir ekunden die Landschaft zu Fuß. Meine Wanderschuhe halten den „Streß“ nicht lange aus und verabschieden sich von der Sohle. Das kann uns aber nicht davon abhalten mit anderem Schuhwerk weiter zu kommen. Nahe des Aussichtsturmes am Waldrand soll es ein Fischadlerpaar geben, das sich aber während unseres Aufenthaltes nicht sehen ließ.

Dümmer See
Wiesenschafstelze

Aus dem Schilf hören wir die verschiedensten Gesänge. Der Feldschwirl, und der Rohrschwirl sowie der Teichrohrsänger sind zu hören und etwas entfernt erschallt der Ruf des Kuckucks. Am Aussichtsturm Ost sind jede Menge Rauchschwalben damit beschäftigt die flügge gewordenen Jungvögel im Zaum zu halten. Das Blaukehlchen, das sich hier befinden soll konnte ich leider nicht finden, aber man kann ja nicht immer Glück haben.

Dümmer See
Kiebitz

Es gibt viel zu sehen in diesen Bereichen am Dümmer und es ist auch noch ruhig. In der Woche sind nicht ganz so viele Menschen unterwegs, da sieht es an den Wochenenden wohl schon anders aus. Graugänse, Saatgänse, Tafelenten und schließlich vor der Einmündung der Hunte in den Dümmer mehrere Kiebitzfamilien. Hektisch fliegen einige hin- und her mit ihren kurzen Rufen suchen die Jungen nach den Eltern. Ein wunderbares Bild inmitten einer wunderbaren Landschaft, gesäumt von Kopfweiden.

Dümmer See
Teichrohrsänger

Auf dem Rückweg fliegt ein Milan über uns hinweg und von der Rohrweihe und dem Kuckuck gelingt mir dann auch noch das ein oder andere Bild, auch wenn diese durch die Entfernung nicht qualitativ wertvoll sind. Für mich aber eine bleibende Erinnerung an einen tollen Ort, den wir bestimmt noch öfter besuchen werden.

Dümmer See
Rohrammer
Dümmer See
Rauchschwalben
Dümmer See
Kuckuck
Dümmer See
Rohrweihe
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Jäger und Wolf

Im letzten Jahrhundert wurden die Pflanzenfresser im deutschsprachigen Raum von der Jägerschaft angefüttert, in der Hoffnung so mehr männliche Geweihträger für die Jagd zu bekommen. Das führte zu einem Anstieg des Bestandes um das Fünfzigfache des Normalbestandes.

Wie man ja weiß schaden eben diese Geweihträger dem Wald gewaltig. Durch die oben geschilderten Dinge hat die Jagd also einen gewissen Anteil an den Waldschäden.

Der Rückkehrer Wolf hilft nun die Bestände zu regulieren. Es gilt der russische Ausspruch: wenn der Wolf kommt , erholt sich der Wald.

Warum wollen aber die Jäger dann unbedingt den Abschuss der Wölfe? Fürchtet man etwa weniger Trophäen zu erjagen?

Jäger erlegten 2018 knapp 2 Millionen Stück Rehwild, Rotwild und Sauen. Wölfe im gleichen Zeitraum etwa 40.000.

Trotzdem ist der Bestand des Wildes stabil geblieben. Es scheint also eigentlich nur um ein Konkurrenzdenken zu gehen.

Treibhausgase und Klimawandel

Es ist mir völlig unverständlich das in der heutigen Zeit noch immer Personen gibt, die den menschgemachten Klimawandel bestreiten. Die Zusammenhänge Wetter und Klima haben die demonstrierenden Schulkinder erkannt. Sie wissen was passiert, wenn nicht umgehend gegengesteuert wird. Leider reagieren viele Erwachsene darauf nur mit Unverständnis. Wissenschaftler erfreulicherweise nicht.

Die Klimaveränderung die heute festgestellt wird ist nicht zu vergleichen mit den immer schon vorgekommenen Wechseln von Eis- und Warmzeiten. Davon gab es 7 Zyklen in den zurückliegenden 650.000 Jahren. Was wir heute erleben, sind Veränderungen in sehr kurzer Zeit. Seit der Industrialisierung 1780 verändern sich die gemessenen Werte drastisch.

Wissenschaftler können in der Natur messen, wie hoch die CO² Werte waren. In der Natur finden sich dafür Belege, zum Beispiel in Baumringen. Heute wird die von der Sonne ausgehende Strahlung und die von der Erde abgehende Strahlung mit Satelliten gemessen. Die abgehende Strahlung in den Weltraum von der Erde hat sich drastisch verändert. Es kommt immer weniger Wärmestrahlung durch. Die Strahlung wird durch den Treibhauseffekt wieder an die Erde zurückgegeben, wodurch diese sich ständig weiter erwärmt.

Ohne Treibhausgase wäre unsere Erde um 30 Grad Celsius kälter. Zu den Treibhausgasen zählen Wolken, Ozon, Methan, Lachgas und Kohlendioxid. Das Verhältnis auf die Erde eingehender Strahlen und abgehende Wärmestrahlung ist aber aus den Fugen geraten.

Methan (CH4) wird durch die Verdauung der Rinder in der Massentierhaltung erzeugt. Das macht 27 Prozent der landwirtschaftlichen Emission aus. Hinzu kommt Methan durch den Naßanbau. Der Anteil weltweit ausgestoßenen Methangases durch diese Anbaumethode (Reis), beträgt 60 Millionen Tonnen.

1960 betrug der Anteil Lachgas (N2O) durch Kunstdünger noch 11 Millionen Tonnen. 2004 waren es bereits 91 Millionen Tonnen Kunstdünger.

Das Treibhauspotential von Methan ist 21 mal und das von Lachgas 310 mal schädlicher als CO². Dazu kommt der CO² Ausstoß aus der Nutzung fossiler Brennstoffe. (ARD 12/09)

Die Verdichtung durch Treibhausgase wird also immer größer, die zurück geleitete Wärmestrahlung auf die Erde steigt, es wird durch die vom Menschen erzeugten Gase schneller und unaufhörlich wärmer auf der Erde, wenn nicht gegengesteuert wird. Bisher ist da nichts passiert, im Gegenteil der CO² Gehalt steigt, anstatt zu sinken.

Die natürlichen CO2 Speicher verlieren ihre Speicherkapazität. Wälder werden gerodet (Regenwald), Moore trocknen durch Hitzeperioden aus. Die natürliche Fotosynthese, die durch das Wachstum der Pflanzen viel CO² aufnimmt, findet nicht mehr statt. Aus den Speichern gelangt noch mehr CO² in die Atmosphäre. Fichten die in großer Zahl für die Holzwirtschaft gepflanzt wurden, können dem Klima nicht mehr standhalten. Feuer vernichtet die Kohlendioxid speichernden Bäume.

Die alten Urwälder gibt es nicht mehr, die sich gegen solche Veränderung länger stemmen könnten. Durch das Sterben der Insekten ging auch der Anteil der Vögel zurück die als natürliche Feinde der Schädlinge, wie dem Borkenkäfer, wirken könnten. Schon überlegt man Pestizide aus Hubschraubern über die Wälder zu streuen, was noch mehr ökologischen Schaden anrichten würde.

Die real existierende Erderwärmung ist regional unterschiedlich. Ist der Temperaturanstieg im Mittel in Deutschland bei 1,4 Grad Celsius, liegt er in der Schweiz um das Doppelte über dem globalen Durchschnitt, nämlich bei 2 Grad Celsius.

Die fortschreitende Erwärmung hat zur Folge, dass das Eis in der Arktis schmilzt. Eis strahlte zuvor die Wärme zurück. Nun wird das Wasser, frei vom Eis, erwärmt. Die Verdunstung steigt. In der Nordsee wurde erst jetzt eine durchschnittlicher Erhöhung der Wassertemperatur um 1,9 Grad Celsius festgestellt (Tagesthemen v. 26.04.19).

Die Veränderungen wirken sich an den Polen und am Äquator aus. Das hat Auswirkungen auf den Jetstream, einem Starkwind in 8000 bis 12000 Meter Höhe. Dieser bewegt die Hoch- und Tiefdruckgebiete. Das wiederum sorgt für Extremwetter. Früher waren die Strömungen ausgeglichen, das hat sich geändert. Schwankungen durch steigende Temperaturen sorgen für Hitze- oder Kältewellen, die auch lange anhalten können. Starkregen und Stürme über einen längeren Zeitraum entstehen weil der Jetstream zum Stillstand kommt, oder sich nur langsam bewegt.

Wenn es der Menschheit nicht gelingt schnellstens den Treibhauseffekt zu verändern, sind die Folgen für die Zukunft unabsehbar. Die Demonstrationen um auf ein schnelles Handeln der Politik zu drängen, ist berechtigt und notwendig.

Wolfsmanagement Sachsen – Anhalt

Sachsen Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert widerspricht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die die „Entnahme“ eines Wolfes vereinfachen, sprich den Abschuß erleichtern will.

Claudia Dalbert verbessert den Herdenschutz, indem dieser zu 100 Prozent erstattet wird. In der Vergangenheit wurden 80 Prozent erstattet. Die Erfahrungsberichte der Nutztierhalter mit effektivem Herdenschutz durch korrekte Schutzzäune und Schutzhunde zeigen das ein Zusammenleben Wolf – Mensch durchaus funktionieren kann, wenn man denn will und nicht auf die Lobyisten der Jagd- und Bauernverbände eingeht.

Gegner machen mobil

Schwerin und Dresden, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern drängen den Bundesrat erneut sich mit dem „Problemwolf“ zu beschäftigen, im Bewußtsein das es den „Problemwolf“ eigentlich nicht gibt, sondern sie selbst das „Problem“ sind. Entgegengesetzt der EU Bestimmungen soll der Abschuß von Wölfen erleichtert werden. Bei der „Existenzgefährdung“ wirtschaftlicher Nutztierhalter ( bei korrektem Herdenschutz kann es dazu nicht kommen, siehe weiter oben im Text ) und jetzt auch bei „erheblichen Schäden“ bei Nebenerwerbshaltern und Hobbyhaltern, soll der Abschuß erlaubt werden. Letzteres bietet die Möglichkeit jeden Wolf töten zu dürfen. Man braucht dem Wolf nur ein Tier anzubieten und schon ist das Problem „Wolf“ gelöst. Das getötete Tier bekommt der Hobbyhalter sicher von den „Großen“ ersetzt.

Die beiden Bundesländer stehen mit ihren Forderungen leider nicht alleine da. Sie werden von anderen Politikern in ihrem Ansinnen unterstützt. Als da wären an erster Stelle Landwirtschaftsministerin Klöckner, der niedersächsische Minister Lies und Jan Philipp Albrecht, Umweltminister in Schleswig Holstein. Baden Württembergs Umweltminister Franz Untersteller fordert die „Entnahme einzelner Wölfe“ zu erlauben. Es ist bisher ein einziger Wolf in Baden Württemberg als sesshaft registriert.

Das Märchen der unkontrollierten Vermehrung

Das die AfD geschlossen als Wolfsgegner auftritt, verwundert nicht wirklich. Sie sehen die Gefahr, daß die Populationsdichte in einigen Gebieten „mehr und mehr Wölfe zu einer artfremden Lebensweise veranlasst“.

Das die Population nicht unendlich steigt, zeigt das Land Sachsen. Hier gibt es 18 Territorien mit 18 Rudeln. Die Region ist die erste, die gesättigt ist. Es gibt keine neuen Bestände mehr. Wölfe verteidigen ihre Reviere gegen andere Wölfe. Bei den Kämpfen kann es zu derart heftigen Verletzungen kommen, dass ein Wolf getötet wird.

Seit 2000 wurden in Sachsen 85 Wölfe getötet. 56 davon kamen durch Verkehrsunfälle um. 8 wurden illegal getötet, bei 7 ist die Todesursache unklar und 12 starben durch natürliche Ursachen.

Netting – Netze gegen Nistbau

Netting -ist der Begriff für ein unglaubliches Vorgehen gegen die Vögel. Ausgerechnet aus England kommt diese Methode, wo gerade doch die Engländer mit großer Begeisterung das „Birding“ ,die Vogelbeobachtung, betreiben. Zu tausenden pilgern sie auf die Inseln um Vögel zu beobachten. Beliebt sind zum Beispiel die Insel Skomer an der Südspitze von Wales mit der benachbarten Insel Grassholm in der irischen See. Die Inselgruppe der Shetland Inseln bietet Raum für die Beobachtung von Seevögeln und Zugvögeln aus Amerika, Sibirien und Skandinavien.

Ganz im Gegensatz dazu findet das „Netting“ statt. Die Umspannung von Bäumen und Hecken, um das Nisten oder den Nistbau darin zu verhindern.

Der Naturforscher Chris Packham beschreibt dieses Vorgehen als „grauenhaft und als Antithese des Naturschutz.“ Wieso darf so etwas überhaupt gemacht werden? Die RSPB – Royal Society for the Protection of Birds – sagt dazu : es sei zwar verboten Nester zu zerstören, aber die Verhinderung des Nestbaus ist nicht gesetzlich verboten.

Der Sinn in der Verhinderung des Nestbau besteht darin, das Holz der Bäume und Hecken nutzen zu können und die Freiflächen dann bebauen zu können. So wurden beispielsweise in Guildford 11 Bäume bespannt um dort später 191 Wohnungen auf dem dann leeren Gelände bauen zu können.

Protestler binden grüne Bänder um Hecken und Bäume um gegen die „Nettingpraxis“ zu protestieren. In den letzten 50 Jahren verlor das Vereinigte Königreich 40 Millionen Vögel. Angesichts dieser Zahl wirkt die Verhinderung von Bruten geradezu grotesk.

infos aus mietspiegelnews.com

Rinderbach Wanderung

Rinderbach ist der Name des knapp 20 Kilometer langen Nebenfluß der Ruhr. Er verbindet die Städte Velbert und Essen-Kettwig.

Nach einer längeren Phase schlechten Wetters haben wir jetzt ideale Voraussetzungen für eine schöne Wanderung. Bei angenehmen 17 Grad machen wir uns auf den knapp 7 Kilometer langen Weg.

Wir überqueren eine kleine Brücke über den Rinderbach und verweilen einen Moment. Überall zwitschert es aus den Büschen und Bäumen. Das Plätschern des schnell dahin fließenden Flusses klingt wie Musik. Fast so wie dieses Plätschern, nur leiser, klingt das Intermezzo das die Mönchsgrasmücke gerade hören läßt, die nicht weit weg auf einem Busch sitzt. Dann legt sie los. Mit einer Stimmgewalt die man dem kleinen Vogel kaum zutraut. Der Körper vibriert leicht und die Kehlfedern sind gesträubt, weil sie so kräftige Strophen erklingen läßt.

Rinderbach
Mönchsgrasmücke beim Gesang

Der Weg führt nun leicht bergan, vorbei am Waldmuseum im ehemalige Wasserwerk Heiligenhaus, ins Vogelsangtal. Der Waldboden blüht in allen Farben. Das Wiesenschaumkraut leuchtet zart violett in der Sonne. Wer versuchen sollte die Blüte zu essen, wird einen kresseähnlichen Geschmack feststellen. Das Wiesenschaumkraut wird auch als Gewürz genutzt

Rinderbach
Wiesenschaumkraut

Gleich am Wegesrand wächst das winterharte Pfaffenhütchen. Man kennt es auch als Spindlerstrauch. Die Pflanze wurde zwar als Giftpflanze des Jahres 2006 gewählt, ist aber eine begehrte Nahrungsquelle für Insekten und Fliegen, die gerne ihren Nektar aufnehmen.

Pfaffenhütchen

Als Blume der Liebe verehrten die alten Griechen das März-Veilchen, das man auch als Duftveilchen kennt. Es wächst im Halbschatten der Büsche und Sträucher. In Wien wurde mit der Sichtung der ersten Duftveilchen der Beginn des Frühlings gefeiert.

Duftveilchen oder März – Veilchen

Wir nähern uns dem Cafe Herberge, einem Bauernhof mit einem schönen Hof Cafe. Gelegen im Talgrund, unmittelbar am Rinderbac,h ist es hier idyllisch schön. Aus den Hecken zwitschern die Haussperlinge, die immer wieder unruhig hinein und hinausfliegen.

Rinderbach
Haussperling weiblich

Wir sind zu früh, noch ist das Cafe geschlossen und so gehen wir weiter unseres Weges. Jemand hat am Weg einige Kunstwerke hinterlassen und der Witterung freigegeben.

Kunst am Waldesrand
Kunst am Waldesrand

An der kleinen Böschung die zum Wald hinführt wächst das „kleine Immergrün“, das allerdings hier nicht grün, sondern hellblau ist. Insekten nutzen den klebrigen Rand unterhalb der Fruchtblätter um ihren Rüssel daran zu beschmieren. So können sie mehr vom begehrten Nektar aufnehmen. Weil alle Teile der Pflanze giftig sind, wurde ihre Nutzung als Heilmittel untersagt.

Rinderbach
kleines Immergrün

Für ein gutes Stück geht es nun steil bergan und oben angelangt befinden wir uns an Pferdeweiden auf denen Kaltblütler grasen. Meine Frau mag diese Pferde so sehr, wegen der Puschel an den Hufen.

Kaltblütler

Über offenes Feld geht es nun an einem Bauernhof und einem Hundedressurplatz vorbei. Bevor der Weg wieder hinunter ins Tal führt, höre und sehe ich auf einem Baum, genau auf einer unbewachsenen Astspitze einen Grünspecht. Ich versuche mich etwas näher heranzupirschen um ihn aufs Bild zu bekommen.

Rinderbach
Grünspecht

Schließlich erreichen wir unseren Ausgangspunkt. Wir machen noch die kleine Runde um den Abtsküchensee und bemerken eine Stockente mit ihren sieben Jungen, die vor einem Blässhuhn an Land flüchtet, um ihre Jungen zu beschützen.

Auf einem Baumstamm im See sonnen sich Rotwangen – Schmuckschildkröten, die irgendwann einmal ausgesetzt wurden. Die milden Winter haben es ermöglicht das die Schildkröte, die eigentlich aus Amerika stammt, hier überleben und sich offensichtlich auch vermehren konnte.

Rotwangen Schmuckschildkröten

Zufrieden mit einer Wanderung die uns herrliche Ansichten und Aussichten geboten hat, kehren wir zum Auto zurück um die Heimfahrt anzutreten.

Vogelschutzrichtlinie

Vogelschutzrichtlinie der EU feiert 40. Geburtstag. Wirklich ein Grund zum Feiern? Immerhin sind die Bestände in vielen Fällen rückläufig bis alarmierend.

Die EU Vogelrichtlinie die am 02.April 1979 beschlossen wurde verpflichtet die Mitglieder der EU einen günstigen Erhaltungszustand der Vögel in Europa zu erreichen. Die Lebensräume der Vögel sollen geschützt werden. Die entsprechenden Arten sind im Anhang 1 der EU Richtlinie festgehalten. Es handelt sich um Arten die damals besonders bedroht waren. Es wurden rechtliche Grundlagen geschaffen die den Schutz gewährleisten sollen.

Die Frage muß aber gestellt werden, ob die Vorschriften auch eingehalten werden. Angesichts Tausender getöteter Zugvögel in Südeuropa kommen mir da Zweifel. Fakt ist das es in den entsprechenden Regionen wo die Vogeljagd, wenn auch illegal, noch stattfindet, die gesetzgebende und ausführende Gewalt nur halbherzig gegen die Wilderer vorgehen. Tierschützer die nach Südeuropa reisen um die Zugvögel zu schützen, indem sie die Fallen und die Wilderer ausfindig machen und anzeigen, finden nur wenig Unterstützung und werden sogar körperlich attackiert.

Überhaupt haben sich einige Länder, wie auch die BRD, schwer getan die gesetzten Ziele einzuhalten. Laut dem Vogelschutzexperten des NABU Lars Lachmann wurde in Deutschland ein einigermaßen vollständiges Vogelschutzgebietnetz erst 2009 erreicht. Also 30 Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie, obwohl das Ziel bereits zwei Jahre nach 1979 erreicht sein sollte.

Vogelschutzrichtlinie – Bestände erholen sich

Da gibt es noch einiges zu tun. Richtig ist aber auch das die Bestände der im Anhang 1 aufgeführten Arten sich tatsächlich erholen. Die Populationen der Kraniche, Wanderfalken, Schwarzstörche und Seeadler sind deutlich im Aufwind.

Das Problem der EU Richtlinie besteht darin das die Vögel der Agrarlandschaften nicht in den Schutz einfließen. Hier sind die Verluste besonders dramatisch. Rückgänge über 50 Prozent geben allen Anlaß zur Sorge.

Problem Feldvögel – Rückgang über 50 Prozent

Die intensive Landwirtschaft nimmt diesen Vögeln den Lebensraum und die Grundlage ihrer Existenz, die Insekten. Wo keine Nahrung mehr vorhanden ist, schwinden auch die Arten. Kiebitz und Feldlerche brauchen zwingend Insekten um zu überleben. Es muß also neben der EU Vogelschutzrichtlinie Maßnahmen für eine nachhaltige, umweltschonende Agrarpolitik geben. Leider sind hier die Lobbyisten offensichtlich noch zu stark in der europäischen und nationalen Politik aktiv. Subventionen und Zahlungen müssen vermehrt anstatt in die Intensivierung von Nutzungsflächen, an die Landwirte gezahlt werden, die sich für die Biodiversität und für den biologischen Anbau einsetzen. Es ist bereits später als fünf vor zwölf.

Es gilt jetzt den Lebensraum für unsere Feldvögel zurück zu gewinnen, wenn wir diese Arten nicht verlieren wollen.

Rodewaldrudel

Rodewaldrudel – Abschussgenehmigung wurde vom Umweltminister Lies – Niedersachsen gesetzeswidrig verlängert. Wolfsschutz-Deutschland hat sich im Gebiet des Rudels umgesehen.

Die Ergebnisse sprechen Bände. Eine ganze Region scheint in eine Art Hysterie gefallen zu sein. Die Horrormeldungen über die „Untaten“ des Wolfsrudels zeigen offenbar Wirkung. Fakt ist allerdings dass die meisten Meldungen falsch wiedergegeben wurden.

Nicht der Wolf ist das Problem, sondern Problempolitiker und Problembauern mit Problemzäunen.

Für das Umweltministerium unter Herrn Lies scheint es außer dem Wolf kein wichtigeres Thema zu geben. Obwohl Niedersachsen ein Gülleproblem durch Massentierhaltung hat.

Das Rodewalder Rudel besteht aus dem Rüden „Roddy“ , dem Weibchen“Lichta“ und dem einjährigen Wolfswelpen „Grindi“. Die jetzt verlängerte Abschußgenehmigung fällt in die Zeit, wo die Wölfin höchst wahrscheinlich tragend ist.

Der entstandene Schaden durch Risse liegt bei etwa 2000 €, die Kosten für die bisher erfolglose Jagd überschreiten diesen Betrag bei weitem.

Die Sichtungen der Wolfsschützer in der Region Steimke – lichtenmoor ergaben hunderte kleine, mobile Ansitze und zahlreiche Wildkameras.

Bis auf einen Zaun boten alle vorgefundenen Zäune keinen Schutz vor Hunden, Wölfen oder Füchsen. In Niedersachsen sind die Risszahlen mit vorschriftsmäßigen Schutzzäunen rückläufig.

Bilder der „Schutzzäune“ die die Wolfsschützer vorfanden kann man auf ihrer Webseite sehen . https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/04/02/grosser-faktencheck-mit-zaunkontrolle-in-niedersachsen-im-gebiet-des-rodewaldrudels/

Der Protest gegen Umweltminister Lies ist durch die ungesetzliche Abschussverlängerung berechtigt. Er muss zurücktreten.

Rotkehlchen

Erithacus rubecula          

Rotkehlchen – neulich konnte ich erstmals den Bettelruf des Weibchen verfolgen. Das Weibchen sitzt in meinem Fall auf einem Busch und fordert das Männchen auf. Dieses fliegt in mein Futterhaus, schnappt sich ein Korn und fliegt zum Weibchen um es zu füttern.

Rotkehlchen

Schon vorher haben die beiden Vögel sich kennengelernt. Allerdings pflegen sie nur eine lockere Beziehung. Oft geht jeder seinen eigenen Weg. Das ändert sich jetzt. Hat das Weibchen das angebotene Futter angenommen, ist die Beziehung besiegelt. Von jetzt an gehen sie ihren Weg gemeinsam. Man könnte das mit dem Ringtausch bei der Trauung des Menschen vergleichen.

Die Vögel führen zur Verteidigung ihrer Reviere heftige Kämpfe aus. Dabei versuchen sie dem Gegner die Augen auszustechen. Die Kämpfe können bis zu eine halben Stunde dauern und können tödlich enden.

Rotkehlchen

Das Nest wird am Boden alleine vom Weibchen gebaut. Auch die Brut übernimmt das Weibchen, wird aber bei  der Fütterung vom Männchen unterstützt. Die leeren Schalen der Eier bringen die klugen Vögel an einen anderen Ort, damit das Nest nicht auffällt. Auch der Kot wird regelmäßig entfernt. Die Brut dauert etwa fünf Wochen. Falls nötig brüten sie auch noch weitere 15 Tage.

Die Stimme des Singvogels hört man über das ganze Jahr. Die Rotkehlchen, die wir im Winter sehen, sind oft andere als die im Sommer. Unsere Sommer- Kehlchen fliegen nämlich im Winter in den Mittelmeerraum, während die aus dem Norden bei uns überwintern.

Der liebliche Gesang des Vogels ist so vielfältig das es keine Merkverse im Buch von Klaus Philipp „Vogelstimmen“ dazu gibt. Bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang beginnt das Rotkehlchen mit dem Gesang.

Rotkehlchen

Wenn  man den Vogel  näher betrachten will, braucht man nur den Boden aufzuharken und es tippelt schön hinterher, in der Hoffnung einen dicken Wurm zu ergattern.

In den Sommermonaten besteht die Nahrung aus Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und Larven. Man hat sogar schon beobachtet, dass Rotkehlchen Wasserinsekten und kleine Fische verzeheren. In der Art eines Eisvogels stürzen sie sich dabei ins Wasser.

Im Winter nehmen sie auch die Futterstellen mit Sämereien oder Haferflocken an. Der Vogel ist an den Menschen gewöhnt und kommt sogar bis auf die Hand.

Rotkehlchen lieben die Nähe großer Tiere, da diese mit den schweren Füssen viel Staub und damit auch Insekten aufwirbeln.

Rotkehlchen (Wilhelm Busch)

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, 
wipp, wipp, 
hat sich ein Beerlein abgezupft, 
knipp, knipp, 
läßt sich zum klaren Bach hernieder, 
tunkt’s Schnäblein ein und hebt es wieder, 
stipp, stipp, stipp, stipp, 
und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piepst 
ganz allerliebst, 
zipp,zipp, zipp, zipp, tirili, 
sich seine Abendmelodie, 
steckt’s Köpfchen dann ins Federkleid 
und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Spechtmeise – Kleiber

Spechtmeise – diesen Beinamen erhält der Kleiber, mit wissenschaftlichem Namen „Sitta europaea“, weil er vom Aussehen und Verhalten an die Meise und den Specht erinnert.

Spechtmeise
Kopf voran kletter er am Stamm hinunter..

Seine Liebe gilt alten Baumbeständen in Mischwäldern mit Eichen- Buchen- und Kiefernbäumen. Hier findet er leicht leere Spechthöhlen, die er dann belegt und umbaut.

Als Baumeister fungiert das Weibchen. Mit einem Lehm- Speichel Gemisch wird das Einflugloch so lange verklebt, ( kleben , kleiben, daher der Name Kleiber ), bis das Loch nur noch die Größe hat, die für ihn passend ist. Der kluge Vogel reichert den Lehm noch mit Kot an, um die Haltbarkeit und die Festigkeit zu erhöhen.

Spechtmeise
der Eingang wird verklebt.

In der Höhle werden dann bis zu acht Eier abgelegt und bebrütet. Ein Kleiber kann ein Alter von dreizehn Jahren erreichen.

Eine weitere Besonderheit ist die Fähigkeit mit dem Kopf voran am Stamm herab zu klettern. Dabei sucht er nach Insekten und Maden, die er mit seinem kräftigen Schnabel aus der Rinde herausarbeitet. In den Wintermonaten stellt er seine Nahrung auf Beeren, Samen und Nüsse um. Wohl auch ein Grund weshalb ich ihn an meinem Futterhaus im Garten beobachten konnte.

Spechtmeise
im Winter kommt der Kleiber auch ans Futterhaus

Wie der Eichelhäher legt auch der Kleiber einen Nahrungsvorrat an. Früchte, Samen die nicht gefunden werden, kommen ebenfalls dem Ökosystem Wald zu Gute. So sorgt er auch gleich für den Fortbestand seines Lebensraumes.

Ingo Baumgartner hat dem Vogel einige lustige Verse gewidmet:

Der Kleiber

Der bunte Kleiber weiß nicht recht, ist er Meise oder Specht.

So sitzt Kopf unten er am Baum, grübelt noch und rührt sich kaum.

Als Specht bezieht er dessen Bau, kleibt das Loch zu, wahrlich schlau.

Denn derart reicht der Einlaß bloß Vögelein die nur meisengroß.

Ich denk, der Kleiber wird noch nie echt entscheiden ob und wie

er Specht, wenn nicht dann Meise sei, ist ja auch ganz einerlei.