
Zwei Finken – der eine bleibt, der andere reist in den hohen Norden
Kaum ein Vogel begleitet uns das ganze Jahr so zuverlässig wie der Buchfink. Doch wie kann man eigentlich Buchfink oder Bergfink unterscheiden? Sein fröhlicher Gesang gehört vom zeitigen Frühjahr bis in den Sommer hinein zu den vertrautesten Stimmen unserer Wälder, Parks und Gärten.
Im Winter erhält er jedoch manchmal Besuch von einem nahen Verwandten – dem Bergfink.
Auf den ersten Blick wirken beide Arten ähnlich. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass der Wintergast deutlich kräftiger gezeichnet ist und mit seinem orangefarbenen Gefieder sofort auffällt.
Sobald der Frühling beginnt, zieht der Bergfink wieder nach Norden. Was bleibt, ist meist nur noch der Buchfink.

Wintergast aus Skandinavien
Während der Buchfink in Deutschland überwiegend ein Stand- oder Kurzstreckenzieher ist, verbringt der Bergfink den Sommer in den Birken- und Nadelwäldern Skandinaviens sowie Nordosteuropas.
Mit Beginn des Herbstes zieht er nach Mitteleuropa.
Je nach Nahrungsangebot erscheinen manche Winter nur wenige Bergfinken. In sogenannten Invasionsjahren können es dagegen Hunderttausende oder sogar Millionen sein. Dann übernachten riesige Schwärme gemeinsam in Wäldern – ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Der kräftigere Verwandte
Schon aus einiger Entfernung wirkt der Bergfink kontrastreicher. Seine orangefarbene Brust leuchtet kräftig, Kopf und Rücken bilden dazu einen deutlichen Gegensatz. Besonders im Winterkleid wirkt der Vogel fast schwarz-orange.
Der Buchfink erscheint dagegen insgesamt weicher gefärbt. Das Männchen zeigt im Frühjahr seine typische blau-graue Kopfplatte sowie die rotbraune Brust. Das Weibchen ist deutlich schlichter gefärbt.
Weißer Bürzel als Erkennungsmerkmal
Fliegt ein Bergfink davon, verrät ihn oft ein auffälliges Detail: Der weiße Bürzel oberhalb des Schwanzes leuchtet bereits aus größerer Entfernung. Beim Buchfink fehlt dieses auffällige Merkmal.
Gerade an Futterstellen ist dies häufig das sicherste Erkennungszeichen.
Gemeinsam am Futterplatz
Im Winter besuchen beide Arten häufig dieselben Futterstellen.
Vor allem Sonnenblumenkerne, Bucheckern und andere Samen stehen auf ihrem Speiseplan.
Nicht selten mischen sich Bergfinken unter Schwärme von Buchfinken.
Wer genau hinsieht, entdeckt zwischen den vertrauten Buchfinken plötzlich den farbenfrohen Wintergast.

Die Stimme hilft ebenfalls
Auch akustisch unterscheiden sich beide Arten. Der Buchfink singt seinen bekannten, abfallenden Frühlingsgesang, der oft mit einem kräftigen Endschlag endet. Der Bergfink besitzt dagegen einen raueren, etwas nasalen Ruf, der häufig als „wäääh“ oder „tschäääh“ beschrieben wird. Gerade im Winter hört man diesen Ruf oft schon, bevor der Vogel zu sehen ist.
Warum sehen sie sich so ähnlich?
Beide Arten gehören zur Gattung Fringilla und stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Während der Buchfink sich an die gemäßigten Wälder Mittel- und Westeuropas anpasste, entwickelte sich der Bergfink in den kühlen Birken- und Nadelwäldern des Nordens.
Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensräume sind sie sich bis heute erstaunlich ähnlich geblieben. Erst die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen führten im Laufe der Evolution zu den auffälligen Farbunterschieden.
Mein persönlicher Tipp
Wenn ich im Winter Buchfinken am Futterplatz beobachte, schaue ich immer besonders aufmerksam hin. Oft versteckt sich zwischen ihnen ein Bergfink. Gerade dieser kurze Moment macht den Reiz der Vogelbeobachtung aus.
Man entdeckt plötzlich einen Vogel, der wenige Wochen später bereits wieder auf dem Weg nach Skandinavien ist. Und spätestens dann freut man sich schon auf seinen nächsten Besuch im kommenden Winter.
Schnellvergleich
| Merkmal | Buchfink | Bergfink |
|---|---|---|
| Verbreitung im Sommer | Deutschland und Mitteleuropa | Skandinavien und Nordosteuropa |
| Winter | häufig Standvogel | Wintergast in Mitteleuropa |
| Brust | rotbraun | kräftig orange |
| Bürzel | grünlich | auffallend weiß |
| Flügel | zwei weiße Binden | breite weiße Flügelbinden |
| Gesang | melodisch mit Endschlag | rauer, einfacher |
| Wintertrupps | kleinere Gruppen | oft große Schwärme |
🌿 Warum sehen sie sich so ähnlich?
Buchfink und Bergfink gehören zur gleichen Gattung und sind nahe Verwandte. Sie entwickelten sich aus einem gemeinsamen Vorfahren, besiedelten jedoch unterschiedliche Regionen Europas. Während der Buchfink in den gemäßigten Wäldern Mitteleuropas heimisch wurde, passte sich der Bergfink an die langen, kalten Winter und die Birkenwälder Skandinaviens an. Die unterschiedlichen Lebensräume führten im Laufe der Evolution zu den auffälligen Farbunterschieden – ihre enge Verwandtschaft ist jedoch bis heute deutlich zu erkennen.
Beobachtungstipp
Die beste Zeit, einen Bergfink zu entdecken, ist zwischen November und März. Schauen Sie an winterlichen Futterstellen genau hin – oft sitzt er mitten unter den Buchfinken. Ein Blick auf den weißen Bürzel oder die leuchtend orange Brust genügt meist für eine sichere Bestimmung.
🔎 Schwierigkeitsgrad der Bestimmung
⭐⭐☆☆☆ (2 von 5)
Im Winter meist gut zu unterscheiden. Im Schlichtkleid und auf größere Entfernung lohnt sich dennoch ein zweiter Blick.
Bergfink Gesang:
Buchfink Gesang:








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