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Halde Rheinpreussen

Halde Rheinpreussen und der Waldsee waren das Ziel für unsere Wanderung. Bei angenehmen zwanzig Grad und einer gemächlichen Steigung machen wir uns auf den Weg hinauf auf die Halde.

Halde Rheinpreussen

Die Halde Rheinpreussen liegt auf dem Stadtgebiet von Moers und besteht aus 42 Millionen Tonnen Bergematerial der Schachtanlage Rheinpreussen V/IX. Von 1963 bis 1990 wurde die Halde bis auf eine Umgebungshöhe von 72 Meter ü. NN geschaffen. Die Schachtanlage war damals die erste linksrheinische Steinkohlezeche und begann 1876 den Betrieb, der 1971 eingestellt wurde. In Spitzenzeiten waren hier 11.051 Menschen beschäftigt. Die Zeche hatte Anlagen in Duisburg Homberg und in Moers Rheinkamp.

Kraftwerk auf der anderen Rheinseite

Man sieht das die Natur sich seit dreißig Jahren die Halde erobert. Viel Grün, schöne Bäume und viele blühende Büsche und Pflanzen sind zu sehen und an den Disteln erfreuen sich zig Hummeln und Wildbienen. Immer wieder bieten sich tolle Ausblicke auf das Ruhrgebiet. Es ist ein Vergnügen bei einem sanften Anstieg die Halde zu begehen.

Halde Rheinpreussen
Erdhummel

Halde Rheinpreussen – das Geleucht

Um eine Landmarke auf der Halde Rheinpreussen zu erstellen unterstützt ab 2001 der RVR (Regionalverband Ruhr) den Entwurf des Künstlers Otto Piene. Als dann als Sponsor noch Thyssen Steel AG 2005 mit ins Boot kommt und die Bauplanung übernimmt, geht alles recht schnell. Bereits 2007 wird das „Geleucht“ auf der Halde fertiggestellt.

Halde Rheinpreussen  - das Geleucht
das Geleucht

Es handelt sich um eine 115 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, mit einer Höhe von 10 Metern. Alleine der Haken dieser Grubenlampe, deshalb der Name „das Geleucht“, hat eine Höhe von 5 Metern. Das Geleucht ist begehbar und lichkünslerisch inszeniert. Unterhalb des „Hakens“ befindet sich eine Aussichtsplattform um den Blick über das Ruhrgebiet schweifen zu lassen.

Der Waldsee

Wir wandern allerdings nicht ganz hinauf, sondern biegen unterhalb des „Gipfels“ nach rechts, hinunter an den Fuss der Halde. Hier befindet sich der Waldsee. Dieser See ist eine renaturisierte Kiesgrube und gehört zum Naherholungsgebiet „Baerler Busch„. Um uns herum befindet sich ein sehr schönes Waldgebiet mit vielen Eichen, auch Robinien und große Farne begrenzen den Weg, der aus gut begehbarem Sandboden besteht.

Halde Rheinpreussen

Weil der See ein Landschafts- und Natutschutzgebiet ist, gilt hier ein Badeverbot. Wassersportarten sind ebenfalls nicht erlaubt. Dennoch sehen wir eine Person hier baden und natürlich springen auch die Hunde mal ins Wasser, was eigentlich auch verboten ist. Allerdings macht hier keiner deshalb eine Welle. Immer wieder fällt der Blick des Wanderers auf das Geleucht an der anderen Uferseite. Der Waldsee grenzt unmittelbar an die Halde Rheinpreussen an.

Halde Rheinpreussen - Waldsee

Deshalb bietet es sich geradezu an, beide Objekte in diese schöne Wanderung einzubeziehen.

Jungvogel

Jungvogel – „oh, ein süßes Vogelbaby und ganz alleine.“ Das glauben die meisten Leute wenn sie einen Bummel durch die Natur einen Jungvogel am Boden sehen. Offenbar ist der Kleine völlig hilflos und Eltern sind keine zu sehen.

Jungvogel
Jungvogel

In den meisten dieser Situationen benötigt die jungen Vögel allerdings unsere Hilfe nicht. Jungvögel verlassen das Nest bereits bevor sie in der Lage sind zu fliegen. Sie werden noch einige am Boden von den Altvögeln gefüttert und versorgt. So eine Brut besteht aber nicht nur aus einem Jungvogel, sondern aus mehreren,und auch junge Vögel sind neugierig und erkunden die Umgebung.

Die Kleinen können zwar noch nicht fliegen, aber huschen, springen un laufen und verteilen sich so in der Nachbarschaft. Die Eltern sind deshalb wohl gerade mit einem der anderen Jungen beschäftigt, wenn man einen „einsamen“ kleinen Vogel findet. Meist dauert es nicht lange und einer der Eltern erscheint.

Jungvogel
Bodenfütterung

Sollte eine Katze oder ein anderes Haustier in der Nähe sein, das Jungvogel gefährlich werden könnte, kann man ihn durchaus auf einen Ast setzten. Jungvögel haben bereits Gefieder und „Finger“ mit denen sie sich festhalten können.

Ein Nestling hat kaum Federn und kann auch nicht hüpfen oder laufen. Er kann sich auch noch nicht mit dem Finger festhalten. In unmittelbarer Nähe müßte sich ein Nest befinden. Dann kann man das Baby ruhig wieder in das Nest legen. Vögel erkennen die Jungen nicht am Geruch, wie andere Tierarten und werden den Vogel weiter versorgen.

Man könnte das Nest eine Zeit lang beobachten, um festzustellen, ob die Eltern noch das Nest versorgen. Es kann auch sein, dass die Eltern durch irgend einen Umstand ums Leben gekommen sind, dann wendet an sich am Besten an den NABU oder sucht z.B. auf der Internetseite mit dem unterlegten Link eine Auffangstation.

Nur selten wird aber tatsächlich derartige Hilfe benötigt, weil es zwar oft aussieht als wären die kleinen Jungvögel einsam, meist ist das aber nicht von langer Dauer.

Jungvogel
Grafik vom NABU Berlin dort ist die Hilfe Nummer : 0303 – 5471 2892

Schmetterling

Schmetterling – über die Raupe freuen sich in erster Linie die Vögel, aber auch einige Menschen sind begeistert von diesen wundersamen Kreaturen und besonders, nachdem aus ihnen einer dieser farbenfrohen Schmetterlinge geworden ist, sind auch die Menschen hoch erfreut bei ihrem Anblick.

Das Wort „Schmetterling“ geht zurück auf den altertümlichen Begriff für „Rahm“ – das hieß einmal „Schmetten“. Die Vorliebe der Schmetterlinge für saure Milch führte dann schließlich zur Namensgebung – Schmetterling.

Schmetterling – groß und klein

Weltweit gibt es mehr als 150.000 Arten und der größte der Art, ist ein aus Südamerika stammender Schmetterling mit dem Namen „Thysania agrippina“ oder auch „weiße Hexe“ oder „brasilianische Rieseneule“, mit einer Flügelspannweite von bis zu 35 cm.

Mit einer Größe von nur 2 Millimetern ist „Stigmella ridiculosa“ die kleinste Schmetterlingsart.

Einige Schmetterlinge fliegen sehr weite Strecken, so gibt es Insekten die von Nordafrika nach Mitteleuropa fliegen. Manche Falter wandern in neue Gebiete. So gibt es mittlerweile das „Taubenschwänzchen“ auch in Norddeutschland. Ursprünglich kommt der Falter aus Südeuropa.

Bei den Faltern unterscheidet man zwischen Tagfaltern und Nachtfaltern

Schmetterling – Nachtfalter-Tagfalter

Schmetterling
pixabay -josch13 – Nachtfalter

Der Nachtfalter ist, wie es der Name schon sagt, zumeist in der Nacht und in der Dämmerung aktiv. 3500 Arten zählen zu den Nachtfaltern. Häufig werden sie verächtlich als „Motten“ abgetan, dabei sind gerade die Nachtfalter besonders interessant anzusehen. Längst nicht alle Nachtfalter sind unattraktiv. Auch sie haben Farben um sich vor ihren Fressfeinden tarnen zu können. Ein gewisser Teil dieser Falter ist in der Nacht und am Tage aktiv und ein kleiner Teil auch am Tage, wie das Widderchen.

Anhand der Fühler kann man Tag- und Nachtfalter gut unterscheiden. Dem Nachtfalter fehlt an der Spitze der Fühler der „Kolben“ und manche Fühler haben kleine „Kämme“ an den Seiten.

Schmetterling
deutlich sind die Kolben am Fühler zu sehen – Tagfalter – Admiral

Ein weiterer Hinweis auf Tag- oder Nachtfalter ist die Haltung der Flügel. Während der Nachtfalter die Flügel in der Ruhe eng angelegt hat, hat der Tagfalter die Flügel nach oben zusammen geklappt. Außerdem können die nachtaktiven Schmetterlinge ohne Nahrung auskommen der tagaktive Schmetterling benötigt den Nektar zum Überleben.

Viele Arten sind gefährdet. Die Überdüngung der Felder, Veränderung des Lebensraumes, Entwässerung von Feuchtgebieten und natürlich die Schädlingsbekämpfungsmittel machen den Insekten das Leben schwer. Fortschreitende Verdichtung und Versiegelung der Böden und Wege, Steingärten und künstliche Lichtquellen haben für den Schmetterling fürchterliche Folgen. Vom allgemeinen Insektensterben der letzten Jahre sind die Falter ebenso betroffen.

Wenn wir weiterhin Admiral, Landkärtchen, Tagpfauenauge, oder den kleinen Fuchs sehen wollen, sollten wir überlegen ob wir nicht die ein oder andere Distel auch einmal stehen lassen, denn für die Raupen dieser Falter sind die Disteln äußerst wichtig. Auch Vögel wie der Distelfink, auch als Stieglitz bekannt, werden sich darüber freuen, zumal der Stieglitz, der die Samen der Distel liebt.

Ditzum

Ditzum am Dollart liegt zwar wie die Ostfriesen sagen „an dat Endje van`d Welt“, hat aber doch einiges zu bieten.

Der beschauliche kleine Ort mit seinen knapp 700 Einwohnern und dem schönen Fischereihafen hat ein Buddelschiffmuseum in einem Lebensmittelmarkt, mit den angeblich meisten Buddelschiffen Deutschlands. Ein Ziegeleimuseum und eine alte Werft, wo noch die guten alten Holzschiffe restauriert werden. Vom Hafen aus geht eine kleine Fähre nach Petkum, wodurch eine Anbindung an Emden besteht.

Ditzum
Fischereihafen Ditzum

Die Ditzumer Mühle stammt aus dem Jahr 1756. Zum Emssperrwerk ist es etwa eine halbe Stunde Fussweg über den Deich. Wenn man einen größeren Einkauf machen möchte, muß man sich auf den Weg nach Jemgum oder Bunde machen.

Der ostfriesische Bauer sagt: “ wenn ich eine Kuh wäre, würde ich bei Jemgum grasen.“ Entsprechend saftig sind auch wirklich die Weiden auf denen neben den Kühen auch Pferde weiden. Gleich neben unserer Liegewiese am Haus grasen täglich fünf der 40 Oldenburger Pferde, die der Landwirt und Pferdezüchter Göko Troff hier in Oldendorp züchtet. Außerdem befinden sich auf seinem Hof noch 160 Kühe und 80 Kälbchen.

Hof Homfeld

Wir wohnen im Hof Homfeld, einem Haus mit Geschichte. Ehemals ein Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, mit einem 2500 qm großen Garten. Die Zeichen aus der Geschichte des Gulfhofes sind noch heute zu großen Teilen erkennen. Die Vermieter sind einmalig nette Leute, die immer für Fragen und Ratschläge offen sind.

Die Wohnungen im oberen Teil des Hauses sind allerdings nichts für gehbehinderte Menschen, da eine steile Treppe hinaufführt. Diese Leute sind aber im unteren Bereich bestens aufgehoben.

Bei einem – Gulfhof – handelt es sich um eine Bauernhofform aus dem 16./17. Jahrhundert. Ein Gulfhaus besteht aus dem Vorderhaus mit dem Wohntrakt und dem Scheunentrakt. Der „Gulf“ ist das Zentrum mit Lagerflächen für das Erntegut und Geräte. Mensch und Vieh lebten quasi unter einem Dach.

Leben in Ditzum

Am Tag unserer Ankunft speisen wir in der Schifferbörse. Gleich am Hafen gibt es drei kleine Restaurants in einer Reihe. Der fliegende Holländer, das alte Fährhaus und eben die Schifferbörse. Der kleine Ort hat noch zwei weitere Restaurants und ein Cafe, sowie einen Bäcker zu bieten, der auch eine Terrasse für die Einnahme von Kaffee und Kuchen parat hält.

Ditzum
3 x Gatronomie m Hafen

Am Abend relaxen wir im Garten, während um uns herum die Vögel Zwitschern. Amsel, Sperling und Bachstelze haben deutlich die Oberhand. Schließlich gesellt sich noch ein Grauschnäpper hinzu.

Grauschnäpper

Der Grauschnäpper verbringt nich viel Zeit in deutschen Landen. Erst im Mai wieder angekommen, fliegen die ersten dieser Vögel bereits Ende Juli wieder nach Zentral- und Südafrika.

Ditzum – der 2. Tag – Emssperrwerk

Emssperrwerk im Licht der untergehenden Sonne

Nach dem Frühstück laufen wir zum Emssperrwerk. Auf den Flächen vor dem Deich herrscht viel Leben. Insekten und Blühflächen sind zu sehen, grasende Schafe und Rinder. So ist es kein Wunder das auch viele Vögel zu sehen sind. Schwalben, Möwen und viele Stare fliegen umher. Auf zwei Zaunpfählen sitzen Rotschenkel. Im Brackwasser hinter dem Sperrwerk kann ich Säbelschnäbler erkennen und ein paar Limikolen mischen sich darunter.

Rotschenkel - Ditzum

Gegenüber befindet sich das Petkumer Vorland. Dieses ist ein Wattgebiet, das zu den bevorzugten Habitaten des Säbelschnäblers gehört. Der Vogel mit dem langen, dünnen, nach oben gebogenen Schnabel, weiht ständig mit ihm durch das Flachwasser um Würmer und Krebse zu ergattern. Die großen Kolonien dieses Watvogels sehen wir nicht, aber einzelne Tiere sehen wir auch noch in anderen Gebieten des Dollart.

Säbelschnäbler und Rotschenkel

Auf dem Rückweg erhebt sich ein Wiesenpieper vom Zaunpfahl und steigt im Singflug in die Höhe. Schließlich „steht“ er kurz singend einen Moment in der Luft und schwebt wieder hinunter, allerdings auf einen anderen Ansitzpunkt.

Wiesenpieper findet man überwiegend in Norddeutschland. Ihre Brutgebiete sind Ostgrönland, Island und die Eismeerküste. Der Vogel ist kleiner als ein Sperling und ein eher unscheinbarer Geselle.

Ditzum – Der 3. Tag – Kiekkaaste

Den heutigen Vormittag nutzen wir um zur Kiekkaaste zu fahren. Brigitte und Hans, unsere Reisebegleiter setzen wir in Bunde ab. Der Turm befindet sich unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze auf dem Gebiet der Niederlande. Die Kiekkaaste ist ein mitten im Schilf gelegener Aussichtsturm, der über den Marcelluspfad zu erreichen ist.

Kiekkaaste

Der Marcelluspfad ist ein Holzsteg der eine gute Strecke durch den Schilfgürtel führt. Wenn man hier einen Moment abgelenkt ist und sich einen Fehltritt leistet, landet man etwa 50 Zentimeter tief seitlich im Schilf. Den Beweis,dass das geschehen kann, liefert meine Ruth. Zum Glück hat sie sich nicht sehr weh getan. Wir können also weiter zum Turm gehen. Rechts und links schließen sich die Salzwiesen an das Schilfgebiet an.

Kiekkaaste

Die Ebbe hat ihren Zenit erreicht. 78 Prozent der Dollartfläche ist jetzt als Schlickwatt freigelegt. Das Watt liegt offen vor uns und wir sehen Säbelschnäbler, Lachmöwen ein paar Limikolen, Enten, Gänse und Austernfischer. Im Schlick finden die Tiere unzählige kleine Organismen.

Die Westerwolder Aa fließt hier aus dem Süden kommend in die Bucht des Dollart. Die Aa ist ein kleinerer Fluß, der neben der Ems der Bucht Süßwasser und Sedimente zukommen läßt. Diese lagern sich hinter dem Sperrwerk im Schlick ab. Vom Osten schließt sich der Boezemkanal an die Mündung der Aa an.

Deichknick bei Pogum

Ebbe

Auf der Hinfahrt fahren wir durch die Hammriche des Rheiderlanders und die Kleipütten im Heinitzpolder. Auch diese Gebiete eignen sich für die Vogelbeobachtung. Um alle Gebiete zu erkunden, reicht natürlich die eine Woche die wir in Ditzum verbringen nicht. Insofern müssen wir uns auf bestimmte Ziele festlegen. Eines davon ist der Deichknick bei Pogum. Da der Deichknick sich auf der Strecke der Rückfahrt befindet halten wir in Pogum unterhalb des Deiches an und ich gehe über den Deich, um zu sehen was sich mit bietet.

Zunächst sind da die Lachmöwen und Gänse und bei genauerem Hinsehen erkenne ich nun auch die Säbelschnäbler und ein paar Limikolen. Rotschenkel sind auch wieder dabei und Nonnengänse, Brandgänse und Löffelenten sehe ich.

Deichknick bei Pogum

Ditzum – der 4. Tag- Pogumer Deichknick

Auch heute meint es die Sonne sehr gut mit uns. Eigentlich schon fast zu gut, denn es wird jeden Tag um etwa zwei Grad wärmer . Dadurch sind wir heute bereits bei 29 Grad Celsius angelangt.

Ditzum
junger Star

Wir laufen noch einmal zum Pogumer Deichknick. In den schönen, mit vielen blühenden Blumen ausgestatteten Gärten unterhalb des Deichs, haben die Bewohner Ruheplätze für die Urlauber eingerichtet. Eine Ferienwohnung hat hier fast jedes Haus. Die Wiesen und die Hecken und Bäume lieben ganz offensichtlich die Stare, die den ganzen Tag in kleinen und großen Gruppen über uns hinwegfliegen. Offenbar geht es den Vögeln hier noch richtig gut. Kein Kirschbaum ist vor ihnen sicher.

Ditzum

In Pogum sehen wir uns auch die kleine Kirche an, deren einmanualige seitenspielige Berner Orgel in der Region eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Zu den Orgelkonzerten kommen Orgelfans von weither angereist. Durch Corona findet zur Zeit leider keine Vorführung statt. Sehenswert sind aber auch die Pilaster und Rundbogenfenster

Pogum Kirche

Beim Blick vom Deich auf den Schlick suche ich heute die Säbelschnäbler vergeblich. Grau- und Brandgänse sind noch vertreten. Allen anderen ist es wohl selbst in der Nähe vom Wasser zu heiß geworden. Die Brandgänse bewohnen die Meeresküsten und Binnengewässer in Küstennähe. Nach erfolgter Brut und Aufzucht suchen die Altvögel das Wattenmeer auf um zu mausern.

Wir ruhen uns noch ein wenig in der kleinen Parkanlage am Pogumer Deich aus und machen uns dann wieder auf den Weg nach Ditzum.

Nicht nur die Gärten in Pogum werden von Rosen der verschiedensten Sorten geschmückt. Auch die Häuser sind sehr schön anzusehen und viele Hauswände zieren Rosensträucher.

Weil früher die Strasse entlang der Ems hier in Pogum endete, trägt das Dorf auch heute noch den Beinamen „Endje van de Welt“. Auf dem Sieltief in Pogum findet alljährlich ein Badewannenrennen statt.

Corvid 19 verändert das Reisen 2020

Im Hafen von Ditzum treffen wir Brigitte und Hans, unsere Mitreisenden. Eine größere Gruppe nebenan prostet sich mit Sekt zu, es wird offensichtlich etwas gefeiert. Auf dem Weg zur Schifferbörse treffen wir wieder auf die Gruppe, die aus drei Generationen besteht. Aus einem tragbaren Rekorder ertönt Musik. „Kennen Sie den Sänger noch?“ fragt uns einer der Männer aus der Gruppe. Wir hören gerade „wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt.

Klar, wir kennen den Sänger noch. Es ist René Carol, der bereits seit 1978 tot ist. Das Lied ist aus dem Jahr 1943 im Original „die CapriFischer“ mit Rudi Schuricke, komponiert von Gerhard Winkler und Ralph Maria Siegel – und dieses Stück läuft gerade „weil meine Mutter heute 80 geworden ist,“- sagt der Mann stolz und nimmer seine Mutter in den Arm.

Wegen Corvid 19 – das Corona Virus – ist in diesem Jahr 2020 alles etwas anders. Es darf nicht in geschlossenen Räumen gefeiert werden und so hat die Familie beschlossen sich im Freien zu treffen und die alte Dame zu ehren. Überhaupt stellt Corona das Reisen in den verschiedenen Bundesländern vor Probleme, zumal gerade erst in den Tönnies Fleischfabriken über 1500 Fremdarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden. Bleibt zu hoffen das sich jetzt endlich etwas an den katastrophalen Zuständen in der Massentierhaltung und Produktion der Fleischfabriken ändert.

Auch bevor wir in der Außengastronomie der Schifferbörse eintreten können, werden zunächst Tische und Stühle vom Personal desinfiziert und auch wir müssen erst unsere Hände desinfizieren, bevor wir Platz nehmen können.

Den Nachmittag verbringen wir im Garten unserer Gastgeber. Es ist einfach zu heiß um noch weiter zu laufen. Am späten Abend beschließen wir, uns den Sonnenuntergang am Dollart anzusehen.

Ditzum – Sonnenuntergang am Dollart

Wir gehen durch Ditzum und am Hafen vorbei zum Anleger für die Fähre nach Borkum. Zu normalen Zeiten fährt hier, allerdings nur Sonntags, der Katamaran „Nordlicht“ in 90 Minuten nach Borkum. Da die Fahrt um 08:30 Uhr losgeht und die Rückfahrt um 17:40 Uhr vom Bahnhof Borkum abgeht, hat man einen langen Tag auf der Insel.

Wir sind rechtzeitig zum beginnenden Sonnenuntergang vor Ort und ich zeige hier jetzt einmal ein paar der Bilder, weil man diesen Eindruck eigentlich nicht in Worte fassen kann.

Der kleine Fischerort Ditzum im abendlichen Licht der untergehenden Sonne

durch die Ebbe leuchtet das Watt und die Ems glüht im Sonnenlicht

Über der Silouette von Emden versinkt die Sonne

Lichtspiel
Lichtspiel

Langsam senkt sich der glühende Feuerball über Emden. Im Wasser spielen die Wellen mit dem Licht der Sonne Ein überwältigender Anblick. Dieses Wunder der Natur ist immer wieder ein besonderes Schauspiel. Erstaunlich das nur wenige Menschen hier standen um sich diese fantastischen Szenen anzusehen.

Ditzum - Sonnenuntergang über Emden
Untergang

Ditzum – der 5. Tag -Bohrinsel

Wieder knallt die Sonne unbarmherzig von einem wolkenlosen Himmel. Heute soll der Hitzerekord fallen. Bereits am gestrigen Tag wurde vor den UV Strahlen der Sonne gewarnt. Entsprechende Kleidung ist angesagt.

Vor dem Frühstück sehe ich aus dem Fenster wie ein großer Schwarm Stare in dem Kirschbaum landet der wohl etwa in 50 Metern vor dem Haus steht. Da werden wohl kaum noch Früchte übrig bleiben.

Ditzum

Heute soll unsere Fahrt zur Bohrinsel bei Dyksterhusen gehen. Tatsächlich hatte man einmal versucht an dieser Stelle nach Gas zu bohren. Der Versuch scheiterte allerdings und so ist heute nur noch die Grundmauer zu sehen.

Auch diese Region gehört wie die bisherigen Ziele zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Abgesehen von den Kleipütten und den Hammrichen im Landesinneren. Wegen der besonderen ökologischen Gegebenheiten der Ästuarmündung der Ems, wurde der Bereich mit in den Nationalpark integriert.

Ditzum

Als Ästuarmündung bezeichnet man Flutabhängige Flußmündungen mit einer trichterförmigen Mündungslagune. Diese bildet die Grenze von Brackwasser und Süßwasser. Durch die Flut erreicht Salzwasser Teile der Ems. Bei Ebbe fließt dann auch Süßwasser zurück in die Deltamündung.

Am Boden der Gewässer bildet sich so ein besonderes Ökosystem. Dieses System wird aktuell durch die ständige Ausbaggerung zur Tierferlegung der Ems, für die Schiffe der Meyer Werft, gefährdet. Sauerstoff wird Mangelware und die Auswirkungen auf den Fischfang lassen sich bereits bis zur Insel Borkum feststellen. Siehe Bericht vom Urlaub auf Borkum.

Der Tiefpunkt der Ebbe ist erreicht, als wir auf der Bohrinsel ankommen. Bei Flut kann der Weg ebenfalls benutzt werden, ist aber von deutlich mehr Wasser umgeben. Wir sehen wieder Säbelschnäbler im Watt und auf den Wiesen die Stare, die uns hier überall begleiten.

Ditzum
Rohrammer

Der Austernfischer fühlt sich hier wohl, wie auch die Graugänse. Im Schilfgürtel schwingt die Rohrammer am Schilfhalm im Wind. Unmittelbar gegenüber, auf der anderen Emsseite, liegt im Emdener Außenhafen eines der großen Schiffe, die die Autos des VW Werkes transportieren.

Ditzum – Der 6. Tag – Ditzum

Unser letzter Tag am Dollart. Die Nacht war heiß und schwül. Das Schlafen wird schwieriger, weil es kaum noch abkühlt. Das hält uns aber nicht davon ab uns noch einmal in Ditzum umzusehen. Erste dunkle Wolken ziehen auf, aber sind auch nach einer Stunde wieder verschwunden.

Wir laufen gemütlich am Siel mit den schönen Brücken entlang. Vor einigen Jahren war auf der rechten Sielseite noch ein Acker. Heute stehen hier lauter hübsche Einfamilienhäuser.

Man findet überall in Ditzum Schilder die auf die Pedal und Paddelstation hinweisen. Leider ist diese Station verwaist und es sieht auch irgendwie desolat dort aus. Allerdings gibt es ein Schild mit einer Telefonnumer an die man sich bei Bedarf wohl wenden kann.

zerzauster Zilpzalp

Vielleicht liegt der Zustand auch an den Folgen des Corona Virus. Auf dem Weg zurück bemerke ich einen Zilzalp der ziemlich zerzaust auf einem Ast sitzt und trällert. Die Mauser setzt ja zur Zeit einigen Vögeln zu.

Am Siel sitzt ein Angler der einen schönen Fang nach Begutachtung aber wieder ins Wasser wirft. Er angelt wohl mehr zur Beschäftigung.

Abschied vom Dollart

Auf einem Baum sitzt eine Taube die ich im Ruhrgebiet noch nicht bemerkt habe, es handelt sich um eine Türkentaube. Am Sperrwerk waren auch einige Hohltauben zu sehen. Die Türkentaube hat sich seit 1920 von Südostasien nach Mittel- Nord- und Westeuropa ausgebreitet. Sie bevorzugt dörfliche Gebiete mit gutem Baumbewuchs.

Ditzum
Türkentaube

Die Zeit am Dollart neigt sich ihrem Ende zu. Wir haben viel gesehen, eine wunderbare Flora und Fauna, nette Menschen und für mich gab es auch noch fantastische Beobachtungen. Erstaunlich die Mengen an Staren in großen und kleinen Gruppen, die Vielzahl Bachstelzen und Sperlinge, die bei uns schon fast eine Seltenheit sind. Hier finden sie alle vorzügliche Nistmöglichkeiten und an Insekten scheint auch kein Mangel zu sein.

Fazit: hier am Dollart kann sich jeder Wohlfühlen.

Wettervorhersage durch Vögel

Wettervorhersage durch Vögel – was ist dran an den Sprüchen über Vögel, wenn es um die Frage geht wie das Wetter wird ?

Fliegt die Schwalbe hoch, soll es schönes Wetter geben. Fliegen die Vögel früh in die Winterquartiere gibt es einen langen Winter etc.

Das die Schwalbe hoch fliegt liegt weniger daran das sie uns sagen will „Morgen scheint die Sonne“, sondern daran das die Insekten so hoch fliegen und die Mauersegler und Schwalben die Insekten im Flug fangen. Da der Mensch die Insekten natürlich nicht wahrnimmt, sondern die Vögel, sind es eben die Vögel die darauf hindeuten,dass das Wetter schön bleibt. Das die Insekten so hoch fliegen liegt wiederum daran das sie bei Hochdruckwetter nach oben getragen werden und Hochdrucklagen stehen für gutes Wetter.

Es kann aber durchaus auch passieren das Insekten bei einer Tiefdrucklage hoch fliegen, wenn nämlich die Luft sehr warm ist. Dann stimmt die „Wettervorhersage“ nicht mehr so ganz.

Wettervorhersage durch Vogelgesang

Singvögel beginnen ihren morgendlichen Gesang je nach Länge der Tageszeit und nach der Temperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck und das Licht spielen eine wichtige Rolle. Nach diesen Faktoren richtet sich der Ruf der Vögel, das Fressverhalten und der Nestbau. Auch der Start und die Rückkehr zu und aus den Winterquartieren hängt damit zusammen.

Es gibt auch Vögel die auf einen bevorstehenden Wetterwechsel mit Rufen reagieren. Im Volksmund bezeichnet man derartige Vögel als Regenvögel oder Gewittervö!.

Dem Buchfink wird ein spezieller Regenruf nachgesagt. Auch wenn der Regenruf nur während der Brutzeit zu hören ist, ist der Ruf des Buchfinks der einzige Vogelruf der unmittelbar vor und nach einem Regendurchzug zu hören ist.

Wettervorhersage durch Zugvögel

Zugvögel sammeln bestimmte Faktoren, bevor sie den Zug in die Winterquartiere beginnen. Dazu gehören die Nahrungsvorkommen, die Tageslänge und die Wetterlage. Ist der erste Kälteluftstrom früh im Jahr und es gibt Bodenfrost starten auch die Vögel früher. Für die Menschen ist das ein Hinweis auf einen langen Winter.

Wettervorhersage – Wetterfühligkeit

Unserer Vögel können auf eine Evolution von 150 Millionen Jahren zurück blicken. Zu einer Zeit als noch die Dinosaurier auf der Erde vorkamen. Eine Entwicklung über so viele Jahre bewirkt viel. Das Leben der Vögel ist stark mit der Atmosphäre verbunden. Kein Wunder das sie atmosphärische Veränderungen auch früh wahrnehmen können. Vögel spüren Druckveränderungen, Veränderungen des Lichts und der Wolken. Selbst die elektrische Spannung in der Atmosphäre und etwaige Schwankungen werden von den Vögeln erkannt.

Der Körperaufbau und der Knochenbau des Vogels ist auf die Luftströmung abgestimmt. Der Luftstrom an der oberen Körperfläche des Vogels ist anders als der Luftstrom an der unteren Körperfläche. Das Federkleid ist atmungsaktiv und isoliert.

Wettervorhersage – Klimawandel

Der Klimawandel und damit einhergehend eine veränderte Wetterlage bewirkt bei vielen Vögel bereits eine Verhaltensänderung. Bis zu 3000 Kraniche verbringen mittlerweile den Winter in Mecklenburg Vorpommern und verzichten auf den Flug nach Spanien. Bereits in früheren Jahren stellte man fest das die Vögel bereits in Frankreich überwinterten und nicht mehr bis Spanien flogen. Dadurch das die Winter bei uns immer milder werden, verzichten viele Tiere auf die Strapazen des Vogelzuges. Durch mildere Winter gibt es auch entsprechend mehr Nahrung für die Vögel, was ja ein wichtiger Faktor für das Verweilen ist.

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald und Eggegebirge waren das Ziel einer 3-Tage-Tour im Juni 2020.

Gemeinsam mit den „Jungen Leuten“ geht es am 08.06.2020 auf eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Orten.

Gleich nach der Ankunft machen wir einen Rundgang in die Wälder um den „Kaiser`s Hof“. Wir sind etwas zu früh und unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Wir nutzen die Zeit um die Umgebung zu erkunden.

Zunächst geht es ein Stück bergauf, hinein in den Wald. Auf der Kuppe bietet sich ein Blick hinunter in das Tal mit dem Norderteich, der dort unten eingebettet zwischen Feldern, leichten Hügeln und Wiesen liegt. Wir werden später auch eine Wanderung um den See unternehmen.

Talblick

Es geht noch eine Etappe den Hang hinunter. Auf dem Weg beobachte ich einen jungen Buntspecht. Noch ist nahezu der gesamt Oberkopf rot, ein Indiz für einen jungen männlichen Buntspecht. Später ist nur noch am Hinterkopf eine roter Fleck.

Buntspecht
Buntspecht

Der Rückweg ist nicht ausgezeichnet, deshalb halten wir uns an die Karte auf dem Handy und wandern bergauf durch den Wald. Deutlich sind die klimatischen Veränderungen zu bemerken. Die Fichten sterben, während der Laubwald noch gut aussieht. Am Boden sieht man viele Triebe junger Buchen.

Teutoburger Wald
Mischwald – das Leiden der Nadelgehölze ist deutlich sichtbar

Nach knapp drei Kilometern sind wir wieder am Kaiser`s Hof und richten uns ein. Der ehemalige Bauernhof wurde einst voll bewirtschaftet. Mitte der 1970er Jahre gab es noch Landwirtschaft und Vieh für den Lebensunterhalt. Pferde wurden für die Äcker eingesetzt. Heute sind die ehemaligen Stallungen zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Anna Kaiser betreibt den Hof heute unter dem Motto „Ferien auf dem Bauernhof“. Es gibt noch Pferde, Hühner, Enten,Schweine, auch Meerschweinschen und Kaninchen, sogar Gans und Laufenten lassen sich sehen. In dem großen Garten gibt es Ruhezonen und Spielplatz für die Kinder. Alle Gäste werden liebevoll betreut.

Kaiser`s Hof
Kaiser`s Hof

Der Hof befindet sich im 360 Seelenort Bellenberg, einem Ortsteil von Horn Bad Meinberg, abseits vom Trubel der Stadt.

Teutoburger Wald – Externsteine

Wir erholen uns ein wenig und fahren dann zu den Externsteinen. Die Begehung des Felsenmassives ist wegen der Corona Pandemie noch nicht wieder möglich. Auch so verfehlen die Felsen nicht ihre Wirkung. Sie sind ein Relikt aus einer Zeit, als die Region noch Teil des niedersächsischen Beckens war. Der Teutoburger Wald und die Sandsteinfelsen sind Ablagerungen aus dieser Zeit.

Vierzig Meter ragen die Felsformationen in die Höhe und prägen die Landschaft mit dem Wiembecketeich und dem Park.

Externsteine
Externsteine – Sandstein-Felsformationen

Teutoburger Wald – Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal gehört zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands und ist Ziel des nächsten Tages.

Nach den Feldzügen Napoleons überlegte man wie man der Einheit Deutschlands ein Zeichen setzen könnte. So kam die Erinnerung an Arminius auf, der in der Schlacht vom Teutoburger Wald die römischen Legionen vernichtend schlug, weil es ihm gelungen war, die vielen einzelnen germanischen Stämme zu vereinen. Somit galt Arminius als Symbolfigur für die nationalistische Einigungsbewegung, der auch der Architekt und Bildhauer Ernst von Brandel angehörte.

Hermannsdenkmal

Er begann 1838 mit dem Bau eines Denkmals aus Sandstein, mit einer Höhe von 53 Metern. Alleine der Sockel mißt 26 Meter. Ein Jahr vor dem Tod des Erbauers weihte Kaiser Wilhelm I. das Denkmal im Jahre 1875 ein. Der Name Arminius wandelte sich in Hermann, weil man die lateinische Bezeichnung „Arminius“ als Heermann -„Mann des Heeres“ ansah. So entwickelte sich schließlich die Bezeichnung „Hermannsdenkmal“.

Norderteich

Der Norderteich wird von den Anwohnern gerne auch als das „lippische Meer“ bezeichnet. Mit einer Größe von 22 Hektar liegt der See inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. Der Rundweg führt über eine Strecke von etwa drei 3,5 Kilometern. Man sieht sehr alte Baumbestände und eine reiche Flora und Fauna.

Teutoburger Wald Norderteich

Unterwegs befindet sich der Entenkrug, der zumindest zur Zeit nur am Wochende geöffnet ist. An einem sehr schönen Haus in der Nachbarschaft erzählt uns der Eigentümer des Hauses einige Geschichten über den Entenkrug, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe.

Am See befindet sich eine Beobachtungshütte, von wo man gut das Leben auf und am See beobachten kann.

Teutoburger Wald Norderteich
Norderteich

Adlerwarte Berlebeck

Am Tag der Abreise besuchen wir noch die Adlerwarte Berlebeck. Der Ort ist Teil der Stadt Detmold und liegt wunderschön eingebettet in einem vom Wald umgebenen Tal. Das ist ideal für die Adlerwarte, weil die Greifvögel meistens gute thermische Winde vorfinden. Wenn die Geier, die wenig Ausdauer beim Flug haben, diese Thermik nicht haben, kommt es vor das sie zu Fuß den Berg hinauf zur Warte unternehmen. Jedenfalls sagte das der Falkner, der später die Flugshow kommentierte.

Teutoburger Wald Schneeeule
Schneeeule

Die Berlebecker Warte ist wohl die schönste Station die ich bisher gesehen habe. Tiere aus fünf Kontinenten sind hier zu finden. Hier werde Eulen und Greife gezüchtet und kranke oder verletzte Tiere aufgenommen. Zwölf große Volieren und eine Greifvogelanlage sind zu besichtigen.

Teutoburger Wald
Wei0kopfseeadler

Kappengeier, Palmgeier, ein Sekretär und ein Gaukler beherbergt die Afrika Voliere. Weiter gibt es Schneeeulen, das Adlerhaus, ein Lehr und Infozentrum, Bistro, Shop und Spielplatz, sowie ein Freigelände für die Greifvögel und natürlich die neue Freiflugtribüne. Selbst Kronenkraniche konnte ich zu meiner Überraschung in einer Voliere sehen.

Die Flugschau war interessant und wurde gekonnt kommentiert. Man erfuhr viele Details zu den eingesetzten Arten. Der Wüstenbussard, der Weißkopfseeadler und der Gaukler huschten knapp über die Köpfe hinweg. Mein Kopf gefiel wohl dem Wespenbussard und ein Geier suchte sich den Kopf meiner Frau als Landeplatz. Alles wurde von einem im Tal seine Kreise ziehenden Rotmilan beobachtet. Ihn hatten wir zuvor auch schon in den Bäumen außerhalb des Geländes beobachten können.

Teutoburger Wald
Geier

Ein besonderes Schauspiel boten die Geier. Es sah als als würden sie voller Übermut spielen, wurden dabei aber auch geschickt vom Falkner mit Futter als Lockmittel gelenkt.

Nach der Flugschau verabschieden wir uns von den jungen Leuten die noch eine Wanderung durch das Silberbachtal unternehmen wollen. Dieser Wanderweg führt ein ganzes Stück an dem natürlichen Lauf des Silberbaches vorbei und schließlich durch den Wald auf die Höhe. Das wäre für mich unmittelbar vor der Heimfahrt ein bischen viel geworden.

Gaukler
Gaukler
Adlerwarte
„Geiertanz“
Adlerwarte
ein Geier landet auf Ruth`s Kopf
Adlerwarte
… und ein Wüstenbussard bei mir
Rotmilan
Rotmilan
Teutoburger Wald  - Kronenkranich

Harpener Teiche

Harpener Teiche oder Werner Teiche – nach den beiden Bochumer Stadtteilen sind die Gewässer an der Grenze zu Dortmund benannt.

Harpener Teiche
Harpener Teiche

Wenn man einen der Parkplätze am Einkaufszentrum „Ruhr-Park“ nutzt gelangt man in kürzester Zeit an einen der Teiche, – eigentlich müßte man „See“ sagen, für einen Teich sind sie meiner Meinung nach doch schon ziemlich groß – wo es schon einmal ein wenig „streng“ riechen kann.

Das Wasser ist türkisfarben gefärbt. Der Grund für diese Eigenschaften eröffnet sich dem Wanderer nach ein paar Metern. Hier ergießt sich das Wasser, welches aus 500 Metern Tiefe empor gepumpt wird, in den ersten Teich. Obwohl das Grubenwasser, um das es sich hier handelt, mit Wasserstoffperoxid versetzt ist, riecht es hier manchmal nach faulen Eiern.

Harpener Teiche

Im Haushalt ist Wasserstoffperoxid ein beliebtes Reinigungsmittel. Wasserstoffperoxid ist antibakteriell und antiseptisch, es soll Gerüche beseitigen und bleicht das Wasser.

Das Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken hat einen höheren Mineralgehalt als Trinkwasser und erreicht mit einer Temperatur von 20 Grad die Teiche.

An der Einmündung müssen die Tiere und Pflanzen mit einem höheren Salzgehalt klar kommen. Dennoch ist das Ökosystem intakt. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Kanada- und Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Auch ein Blässhuhn fühlt sich wohl und aus den Bäumen hört man die vielfältigen Gesänge der Vögel.

Harpener Teiche
am zweiten Teich ist das Wasser wieder klar

Bereits am nachfolgenden Teich, den man über eine Brücke überqueren kann, ist die türkisfarbene Färbung verschwunden und man kann den Grund des Gewässers wieder sehen. Auch hier sind wieder Kanadagänse und Nilgänse mit Gösseln, wie die korrekte Bezeichnung der Gänseküken ist.

Gössel
Gössel

Schließlich queren wir eine kleine Brücke in der Nähe des Bahndamms. Unter uns fließt das Wasser weiter in Richtung Ruhr. Rechter Hand liegen Pferde im Gras und auf der anderen Seite wurde der Acker frisch gepflügt.

Über uns zieht ein Mäusebussard seine Kreise. In Richtung zum Parkplatz begleiten uns Feldraine mit vielen Feldblumen. Hier wurde ein korrekter Feldsaum angelegt.

Über den Parkplatz der Medi Therme bewegen uns wieder auf den Ruhr Park zu.

Rotkehlchen
Harpener Teiche - Pferde

Der Wanderweg furch dieses schöne Gebiet, das uns bisher noch nicht bekannt war hatte eine Länge von knapp fünf Kilometern.

Kunst am Mast

Landwirtschaftsform

Landwirtschaftsform Dreifelderwirtschaft – Entwicklung der Landwirtschaft vom 18. Jahrhundert bis heute.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gab es die Dreifelderwirtschaft. In dieser Landwirtschaftsform blieb ein Drittel des Ackerbestandes ein Jahr lang als Brache vom Anbau befreit. Bei der Dreifelderwirtschaft wird das Ackerland eines Dorfs  dreigeteilt. Auf einem Feld wird Wintergetreide, auf einem anderen Sommergetreide angebaut, das dritte bleibt ungenutzt (Brache). Auf diese Weise sollte sich der Boden erholen und mehr Ertrag geschaffen werden.

Auf der Brache wuchsen einjährige Gräser und Kräuter. Auch Getreidepflanzen wuchsen, weil die Felder noch Reste der Ernte am Boden beinhalteten.

Die einzelnen Erbflächen waren durch Bäume, Büschen und Hecken begrenzt. Teilweise wurde das Holz für den Hof benötigt. Angepflanzt wurden regionale Nutzpflanzen. Für die Arbeiten auf den Feldern wurden Ochsen und Pferde eingesetzt. Zwischen Roggen, Gerste und Weizen wuchsen Wildkräuter. Die Felder waren so ein Garant für die Artenvielfalt.

Landwirtschaftsform
pixabay

Landwirtschaftsform – Vierfelderwirtschaft

Zur Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Landschaftsform in eine Vierfelderwirtschaft. Auch der Anbau wandelte sich. Auf der Brache wurden nun Feldfrüchte wie Rüben gesetzt und Klee angebaut, sogenannte Gründungspflanzen. Flächen wurden mit Pumpen entwässert. Man schaffte auf die Weise eine zweite Getreidephase. Die Abgrenzung der Felder bestand nur noch aus Brombeerhecken, Wildrosen oder Weißdornhecken.

Die Brachen suchten Kiebitz, Feldlerche und Wachtel nun vergebens. Lediglich Grasmücken, Würger und Ammern profitierten von den Hecken, Watvögel und Rallen konnten nicht mehr existieren.

Landwirtschaftsform – die Chemie nimmt Einzug

1840 wies der Chemiker Justus von Liebig die wachstumsfördernde Eigenschaft von Phosphaten, Stickstoff und Kalium nach. Nun kommen auf den Feldern mineralische Dünger zum Einsatz. Guano, Vogeldung der Seevögel, wird importiert und die wirtschaftliche Produktion steigt um 90 Prozent.

1908 erfindet der Chemiker Fritz Haber die katalytische Ammoniak-Synthese. Aufbauend auf diese Erfindung schafft Carl Bosch mit dem Haber-Bosch-Verfahren eine preisgünstiges Verfahren zur Herstellung synthetischer Düngemittel.

Anstelle von Pferd und Ochse treten nun Traktoren und andere Maschinen zur Erledigung der Feldarbeiten. Die Grundlage für die intensive Landwirtschaft ist geschaffen. Die schnelle Entwicklung in Deutschland wird aber durch den ersten Weltkrieg zunächst verhindert.

Landwirtschaftsform – industrielle Landwirtschaft

Zu den wichtigsten Zielen der Nationalsozialisten im dritten Reich gehört eine autarke Landwirtschaft. Deshalb kommt es bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges zu einer stark ansteigenden Mechanisierung der Landwirtschaft.

Der Sperling wird als Feind der Landwirtschaft auserkoren, weil er die Saat frißt. Die „Schlacht“ gegen den Sperling geht allerdings durch den Kriegsausbruch „verloren“. Wenn man die Folgen eines Krieges gegen die Vögel sehen will, muß man einen Blick nach China werfen, wo Mao Zedong bereits einmal einen derartigen Feldzug durchführte. Die Folge waren unzählige Tote durch Unterversorgung.

Die Erzeugungsschlacht wird durch die drastische Entwässerung von Mooren, Sümpfen und Marschen an den Küsten, zur Landgewinnung für die Landwirtschaft, forciert. Hecken, Bäume, Sträucher sind nun verschwunden. Die Grundlage für das Leben der Feldvögel verschwindet. Leidtragende sind im Besonderen der Kiebitz und die Wartvögel

Landwirtschaftsform und Agrarchemie

Mit dem Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden beginnt Mitte der 1950er Jahre der Einfluß der Agrarchemie auf die Landwirtschaft. Herbizide werden zur Vernichtung der Wildkräuter eingesetzt, Roundup – Glyphosat wird in Mengen auf das abgeerntete Feld aufgebracht um auch die letzten Pflanzen zu vernichten, bevor das Land neu bewirtschaftet wird. Insektizide töten Raupen und andere Insekten. Fungizide werden gegen Pilze eingesetzt und Molluskizide gegen Schnecken.

Landwirtschaftsform
pixabay jplenio

Für Feldvögel und Insekten beginnt ein massenhaftes Artensterben. In gleichem Maße wie die Arten sterben, verlieren auch kleine landwirtschaftliche Betriebe ihre Existenz. Die Zahl der Traktoren steigt von 1949 – 1975 auf 1,2 Millionen. In gleicher Größenordnung steigt auch die Zahl der Mähmaschinen und Sämaschinen. Viehzucht erfolg nahezu ausschließlich in riesigen Ställen – Massentierhaltung entsteht. Dadurch wird eine Unmenge an Gülle erzeugt die die Äcker überschwemmen. Gülletourismus ist ein beflügeltes Wort. Die Sorge um das Grundwasser und die Vergiftung der Gewässer durch Gülle nimmt stark zu.

Flurbereinigung

Bereits 1953 wird zur Verbesserung der Prouktivität und der Arbeitsbedingungen in der Forst- und Landwirtschaft ein Gesetz zur „Regelung von ländlichem Grundbesitz durch Maßnahmen nach dem Flurbereinigungsgesetz“ verabschiedet.

Ein Viertel der westeuropäischen Landwirtschaftsflächen waren 1963 davon betroffen. Kleine Flurstücke wurden zu großen Stücken zusammengeführt.

1976 wurde das Gesetz novelliert und erhält den Passus „Sicherung und Erhaltung des gewachsenen Landschaftsbild und der ökologischen Gesamtverhältnisse im jeweiligen Gebiet.“

Weder die Politik noch die Landwirtschaft scheint diesen Absatz jedoch wirklich ernsthaft in Betracht zu ziehen. Alleine in Schleswig Holstein verschwanden in den ersten Jahren der Flurbereinigung 30.000 Kilometer Wallhecken. Auf einem Flurstück von 250 Hektar blieben von ursprünglich 95 Kilometer langen Hecken lediglich 6 Kilometer. Da kann man wohl kaum von einem ökologischen Gesamtverhältnis reden.

Die Entwicklung der Landwirtschaft darf nicht auf diesem Weg weitergehen. Es ist an der Zeit sich zu Besinnen. Es ist gut das mittlerweile wieder mit der Bewässerung von ehemaligen Mooren begonnen wurde. Auch wenn die Bio-Betriebe an Zahl zunehmen, beträgt der Anteil an der gesamten lanwirtschaftlichen Fläche gerade mal 7 Prozent. Man kann nicht weiter zu sehen wie die Insekten und Feldvögel veschwinden. Irgendwann ist ein Punkt erreicht an dem ein Zurück nicht mehr möglich ist.

Die EU muß die Förderung und den Einsatz finanzieller Mittel neu überdenken und die Anteile an nachhaltige Betriebe stärker fördern. Zum Wohle der Tiere muß auch dem Verbraucher verdeutlicht werden, dass die Fleischpreise auf dem ständig unglaublich niedrigen Preisniveau nicht zu halten sind.

Auch den kleineren landwirtschaftlichen Betrieben muß es möglich sein von ihrer Arbeit leben zu können, dafür muß auch ein fairer Handel möglich sein in dem nicht die großen Discounter die Preise diktieren.

Quellen: wikipedia/Vogelwelt im WandelDaniel Lingenhohl

Bernhard Weßling

Bernhard Weßling –der Ruf der Kraniche – Expeditionen in eine geheimnisvolle Welt, ein Buch erschienen im Goldmann Verlag.

Der Autor beschreibt das Leben der Kraniche in anschaulicher Weise. Was zunächst wie ein Hobby begann, wurde zur intensiven Beschäftigung und Erforschung dieser wunderbaren Vögeln die auf eine Evolutionsgeschichte von 60 Millionen Jahre zurück geht.

Die Beobachtung der Kraniche, auch gemeinsam mit seinem Sohn, begann vor dreißig Jahren nördlich von Hamburg im Duvenstedter und Hansdorfer Brook.

Der unbändige Wille zu erfahren ob es sich immer um die gleichen Paare handelt und mehr über diese prachtvollen Vögel zu erfahren, bringt ihn auf die Idee, die Rufe bioakustisch zu registrieren und es gelingt ihm tatsächlich die Kommunikation zwischen den Tieren zu erkennen und ihre Stimmen zu analysieren.

So wird er international gefordert, bei den Versuchen die unterschiedlichen Kranich Arten zu erhalten. Unbeschreiblich die Schilderung der Strapazen um Aufnahmen von Kranichen in der Wildnis zu bekommen, um diese für Aufzuchten einsetzen zu können. Seine Studien und Aufgaben führen ihn unter anderem nach Kanada, China und sogar in die entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea

Vieles was man früher von diesen Vögeln nicht wußte oder aber falsch deutete ist Dank der Arbeit und Forschung von Bernhard Weßling heute zu korrigieren oder zu vermerken. So ist es in keiner Weise so, dass Kraniche nur monogam leben. Der Leser des Buches kann sich darauf freuen viele interessante Eigenschaften der Kraniche zu erfahren.

Wenn der Autor über seine Erlebnisse spricht, über Niederlage und Erfolge wird man automatisch mit in seine Gefühlswelt gezogen und man spürt förmlich die Freude über neue Entdeckungen.

Erlebnisse

Erlebnisse auf unseren Wanderungen und Beobachtungen gab es natürlich immer wieder und einige möchte ich hier einmal zum Besten geben

Nette Anwohner

Wir wollten das Venner Moor erkunden. Ich hatte in einem Bericht über dieses Moor gelesen , das südlich von Münster liegt. Es handelt sich um ein ehemaliges Hochmoor, das entwässert und jetzt wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgeführt wird .

Wir müssen wohl den Wanderparkplatz verpasst haben und biegen in eine kleine Seitenstraße ab um zu drehen. Vor einem Gebäude ist ein Schotterstreifen auf dem ich anhalte um auf der Karte den Wanderparkplatz zu suchen. Im Rückspiegel sehe ich dann die Dame des Hauses nahen, bewaffnet mit einer Harke.

Na ja denke ich, wir wollen den Platz hier ja nicht zum Parken nutzen und sage Ruth sie möge doch aussteigen um es ihr zu erklären. Gleichzeitig hält gegenüber ein PKW mit Anhänger. Der Fahrer steigt aus und kommt auch auf uns zu, wohl der Herr des Hauses.

Ruth erklärt kurz das wir eigentlich nur den Wanderparkplatz suchen. „Ach, das ist gut, normaler Weise könnten sie ruhig hier parken, aber wir wollen gerade den Schotterplatz umarbeiten.“ ist die freundliche Reaktion der netten Anwohner und sie erklären uns den Weg zu unserem gesuchten Parkplatz. Als sie hören das wir ins Moor wollen, werden wir gefragt ob wir denn Mückenspray dabei hätten. Ja , das haben wir tatsächlich vergessen und weil wir verneinen, bietet die gute Frau uns an ein paar Zwiebeln aus dem Haus zu holen, um uns damit einzureiben. Wir haben lachend abgelehnt, hätten es aber, wie wir später feststellen, besser annehmen sollen.

Erlebnisse im Regen

Als wir die Rieselfelder in Münster erreichen, zieht sich der Himmel immer mehr zu. Bereits auf dem ersten Weg durch die Felder setzt der Regen ein und wird immer stärker. Viele Möglichkeiten Schutz zu suchen gibt es hier nicht. Vor uns nähert sich eine Wandergruppe die offenbar auch vor dem Regen die Flucht ergreifen will. Plötzlich bleiben alle stehen und wir sehen auch bald den Grund dafür.

Mitten auf dem Weg vergnügen sich spielend zwei Wiesel und weil auch wir so etwas noch nicht beobachtet haben, bleiben auch wir stehen. der Regen spielt in diesem Augenblick keine Rolle mehr. Wir sind dann auch ziemlich durchnässt, als der Weg wieder frei wird und in der Ferne wird es auch wieder heller.

Erlebnisse in Corona – Zeiten

Wir wollen die Flamingos im Zwillbrocker Venn beobachten, der einzigen Stelle, wo man in Deutschland frei lebende Flamingos beobachten kann. Das Navi führt uns vom Ruhrgebiet über den nächsten Weg zum Venn und der geht leider ein Teilstück durch Holland. Das Zwillbrocker Venn liegt am Niederrhein unmittelbar an der holländischen Grenze.

Am Übergang hält uns die Polizei an, ob wir vor hätten in Holland einzukaufen oder an die holländische Küste zu fahren, beides Dinge die zu Corona Zeiten nicht gerne gesehen werden. Wir verneinen natürlich und erklären zur Vogelbeobachtung ins Zwillbrocker Venn fahren zu wollen. Das Venn ist der Polzistin offenbar nicht bekannt und das Leute an solchen Tagen irgendwelche Vögel beobachten wollen, scheint ihr auch sehr suspekt vorzukommen und etwas verdutzt sagt sie nur „na dann, gute Fahrt.“ Wir können uns ein Lachen kaum verkneifen und sehen zu das wir schnell weiterkommen.

Geld in der Hosentasche

In der Urdenbacher Kämpe, einem ehemaligen Altarm des Rhein und einer Rheinaue mit herrlichen Feuchtgebieten, begegnen wir einem anderen Fotografen. Er macht uns auf die kahlen Baumstämme im Wasser aufmerksam. In den Nisthöhlen am Baum haben sich Stare einquartiert und füttern ihre Jungen. Wir kommen ins Gespräch und tauschen uns über die diversen Beobachtungsgebiete aus die wir bisher besucht haben.

So die Eisvogelbrücke in Mülheim-Saarn oder das Zwillbrocker Venn. Letzteres ist ihm noch nicht bekannt und er freut sich von den Flamingos zu hören, die wir dort beobachtet haben. Auch hier in der Kämpe gibt es den Eisvogel. Im Wurzelwerk eines mächtigen umgestürzten Baumes hatte ein Eisvogel Nisthöhlen gebaut, wo man ihn gut beobachten konnte.

Leider hatte sich das aber wohl zu schnell herumgesprochen und es kamen unzählige Fotografen um die Vögel zu fotografieren. So viele und offensichtlich nicht mit genügend Abstand, dass die Vögel die Brutstätte aufgaben und verschwanden.

Plötzlich hören wir den Kuckuck rufen, den ersten in diesem Jahr und spontan fragt der Kollege ob wir Geld in der Hosentasche hätten, denn wenn der Kuckuck ruft und man etwas in der Tasche hat, wird sich dieses im Laufe des Jahres vermehren.

Erlebnisse mit Milan und Bussard

Bei einem anderen Besuch in der Urdenbacher Kämpe werden wir auf dem letzten Abschnitt des Wanderweges Zeugen eines tollen Schauspiels.

Die Strecke führt durch ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet und der Landwirt ist gerade mit der Maht beschäftigt. Während der er mit dem Traktor seine Runden über das Feld zieht freut sich der Mäusebussard über die zu Tage geförderte Beute. Allerdings bleibt er nicht lange alleine.

Ein Rotmilan möchte auch gerne etwas mithaben und die beiden Vögel beginnen sich um die fetteste Beute zu streiten. Hierbei kommen sie oft dem Traktor erheblich nahe. Die Flugkünstler kommen aber immer wieder geschickt davon und nun gesellen sich auch noch die Krähen hinzu. Fasziniert bleiben wir stehen und beobachten die Szene.

Der Rosapelikan von Büsum

Während unseres Urlaubs in Schleswig Holstein in Büsum besuchen wir natürlich die diversen Naturschutz- und Beobachtungsgebiete der Region. Bei einer Visite im Speicherkoog, unweit von Büsum, kommt plötzlich ein größerer Vogel auf uns zugeflogen. Das es keiner der üblichen Kandidaten ist, habe ich natürlich sofort erkannt. Dennoch bin ich überrascht hier einen Pelikan zu sehen. Als er vorüber geflogen ist, begeben wir uns in Richtung Küste, vielleicht können wir ihn ja am Wasser noch einmal sehen.

Hier treffen wir eine alte Dame die extra mit ihrem Sohn aus Glücksburg angereist ist, um den Pelikan zu beobachten. Ihr Sohn war vor einiger Zeit als Vogelwart im Schutzgebiet Speicherkoog tätig und sie hatten aus der Presse von dem Vogel erfahren. Da hatten wir Glück ihn ebenfalls gesehen zu haben, weil wir keine Info aus einer Zeitung hatten.

Der Wanderer von der Eisvogelbrücke

Ich stehe auf der Eisvogelbrücke in Mülheim und suche den kleinen Vogel mit der wundervollen leuchtenden blauen Farbe. Neben mir bleibt ein Tramp mit Schlapphut stehen. Er sieht etwas „heruntergekommen“ aus. Doch jetzt erkenne ich ihn. Vor einigen Jahren hatte er auf einem Parkplatz in Essen sein kleines Zelt aufgebaut. Irgendwie sind wir mit ihm ins Gespräch gekommen und erfuhren das er von Süddeutschland aus zu Fuß nach Schleswig zu seinem Bruder unterwegs ist. Ein Schicksalsschlag hatte ihn dazu bewegt diesen Marsch zu machen und eventuelle Erlöse der Kinderkrebshilfe zu spenden.

Nun treffe ich ihn also hier auf der Brücke und er erklärt mir, dass er auf dem Rückweg ist und in einer Mülheimer Zeitung ein Inserat aufgegeben hat, ob Jemand mit ihm weiter bis zum Papst nach Rom wandern will.

Ich lehne das natürlich ab – keine Zeit, ich suche ja den Eisvogel.

Erlebnisse – Bislicher Insel und der Adler

Wer zur Bislicher Insel fährt möchte neben vielen anderen interessanten Vogelarten natürlich auch den einzigen brütenden Fischadler unserer Region erleben. Neben dem Löffler und den Silberreihern ist er natürlich die Attraktion und das Hauptthema der Besucher des Beobachtungsturms. Wir haben das Glück einen Ornithologen des NABU hier zu treffen, der uns viel über die Adler vom Niederrhein erzählen kann. Seit einigen Jahren brüten sie hier an der Wasserlinie erfolgreich. Jetzt sei er aber seit zwei Tagen nicht mehr gesehen worden, was aber durchaus normal sei, da Adler große Strecken abfliegen.

In diesem Jahr 2020, werden sie aber wohl keinen Nachwuchs hervorbringen. Unbefugte ließen an der Wasserlinie ihre Hunde frei laufen und mit Bällen spielen. Daraufhin haben die empfindlichen Eltern das Nest verlassen. Die Staatsanwaltschaft wurde mit der strafrechtlichen Ermittlung beauftragt.

Die Sohle vom Ochsenmoor – Schuh Erlebnisse

Wir halten uns für einige Tage am Dümmer See auf und wollen das Ochsenmoor erkunden. Aus diesem Anlaß habe ich wieder einmal die alten Wanderschuhe aus dem Keller mitgenommen. Ich habe sie tatsächlich schon lange nicht mehr getragen, weil ich mir beim letzten Tragen im Harz auf einer Wanderung an beiden Hacken mächtige Blasen zugelegt hatte.

Nach einer halben Stunde des Weges bemerke ich beim Laufen ein seltsamen klatschendes Geräusch, es ist die Sohle, die sich an der Hacke gelöst hat. Nach weiteren zehn Minuten verabschiedet sich die Sohle komplett und ich Laufe rechtsseitig sozusagen auf der Felge. Wir setzen unseren Weg dennoch fort und erreichen unser Ziel. Auf dem Rückweg verabschiedet sich dann auch die Sohle des linken Schuh. Nun gehe ich also Profillos weiter. In einem Beobachtungsturm nisten Rauchschwalben und die Jungen machen die ersten Ausflüge. Hier erfahren wir auch vom Rotschenkel den es mit etwas Glück am Ochsenmoor zu sehen gibt.

Tatsächlich kann ich ihn einen Tag später aus dem Auto heraus wunderbar fotografieren, da er das Auto nicht als gefährlich ansieht und dieses für uns die ideale Tarnung darstellt.

unvergessliche ERlebnisse an der Mosel

Wir sind in Bernkastel – Kues, besser gesagt in Kues, Bernkastel liegt auf der anderen Moselseite. Wir wandern zum Weinfest nach Brauneberg in der nächsten Moselschleife. Brauneberg hat sich mit einer Nussbaumallee einen Namen gemacht. Diese hat für den Ort eine wichtige historische Bedeutung.

Wir genießen den Wein vor Ort und die leckeren Speisen die hier angeboten werden, wir wollen ja zurück nicht laufen, sondern mit dem Schiff fahren.

Dummer Weise ist aber Sonntag, da fahren keine Schiffe und öffentliche Verkehrsmittel gibt es auch nicht. der letzte Bus ist vor einiger Zeit abgefahren. Nun müssen wir also den ganzen Weg wieder zu Fuß zurück. Auf dem Zahnfleisch erreichen wir schließlich Bernkastel, im Bewußtsein noch den Berg auf der anderen Moselseite zu unserer Ferienwohnung hinauf zu müssen. Dort angekommen vergleichen wir die vergangene Wegstrecke mit einer Wüstenwanderung.

Die Wyker Kappe – Erlebnisse auf der Insel

Wyk auf Föhr gehört zu einem unseren beliebtesten Urlaubsziele. Während die Einen sagen “ ich hab`noch einen Koffer in Berlin“ , kann ich sagen, „ich hab´noch eine Kappe in Wyk.“ In der Nicolai Kirche habe ich bei der Besichtigung meine Kappe liegen gelassen und jedesmal wenn wir einmal wieder in Wyk sind, müssen wir nachsehen ob meine Kappe noch dort ist, was natürlich nicht der Fall ist, aber bereits zu einer Art Tradition geworden ist.

Die Insel meiner Träume – Erlebnisse am Hafen

Ein schönes Erlebnis wartete auf der Rückreise von der Nordseeinsel Borkum am Hafen. Unter den Leuten die auf das Schiff warten befindet sich auch der Borkumer Chanty Chor und der singt das schöne Lied „ die Insel meiner Träume.“ Alle Fährgäste stimmen nach und nach mit ein und nicht wenige haben Tränen in den Augen.

Rehdener Geestmoor – Erlebnisse mit KranicheN

Ein Gebiet des Diepholzer Moor ist das Rehdener Geestmoor. Dorthin fuhren wir mit einigen Fotofreunden vom Fototreff Essen um den Einflug der Kraniche auf ihre Schlafplätze zu erleben.

Im Rehdener Moor befindet sich ein hoher Beobachtungsturm auf dem die Zuschauer über mehrere Ebenen verteilt dem Schauspiel beiwohnen können. Überall gibt es Informationstafeln mit Verhaltensregeln um die Kraniche nicht zu stören. Unter Anderem auch der Hinweis nicht zu Fuß auf der Deichstraße auf die Vögel zu warten. Vorbeifahrende Autos stören die Vögel nicht.

Natürlich setzt sich irgendwann ein Unvernünftiger mit Stativ in Bewegung um genau dort seinen Posten zu beziehen. Der Mensch ist ein Herdentier und so sammeln sich bald immer mehr Leute dort, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben.

Wir können die anfliegenden Kraniche und Gänse vom Turm aus sehen und aus der Entfernung ablichten, aber wie zu erwarten drehen sie ab um einen anderen Schlafplatz aufzusuchen. Das Rehdener Schlafgebiet kommt für sie an dem Tag nicht in Frage. Leider kommt es immer wieder vor das unüberlegt und rücksichtslos gehandelt wird, nur um eventuell ein besonderes Bild zu erhaschen. Diese Leute sind in meinen Augen weder als Natur- oder Tierfotografen zu bezeichnen, noch als Tier- oder Naturschützer.

Wenn mir noch weitere Episoden einfallen, oder neue Erlebnisse auftauchen werde ich sie in diesem Blog immer weiter ergänzen, ich wünsche viel Spaß damit, so wie wir ihn hatten.

Gespinstmotte

Gespinstmotte – Knospenmotte – bei unserem so beliebten Rundgang durch die Saarner Aue in Mülheim-Ruhr bemerken wir einige Büsche und Hecken die mit feinem Gespinst überzogen sind. Von einigen Ästen hingen an dünnem Faden kleine Raupen herab. Sofort kommt der Gedanke an den Eichenprozessionsspinner auf. Aber hier handelte es sich ja nicht um Eichen und wie ich später erfahre um ein eher harmloses Gespinst.

Gespinstmotte

Die Recherche ergab das es sich um die Gespinstmotte bzw. Knospenmotte handelt. Das Insekt gehört gehört zu den Schmetterlingen und spinnt Hecken, Büsche und Bäume zu. Obstbäume die von den Raupen heimgesucht werden, müssen bereits zu Beginn des Befalls von den Raupen befreit werden, indem man sie absammelt. Ansonsten besteht die Gefahr das Obst zu verlieren.Die Raupen werden durch das Gespinst vor Fressfeinden wie Vögel und ihrem größten Gegner den Schlupfwespen und Starkregen geschützt. In aller Ruhe können sie nun die Blätter verzehren. Übrig bleiben die kahlen Äste und Stämme. Die befallenen Weiden, Pappeln, Pfaffenhütchen oder Weißdornhecken können sich aber,nachdem die Raupen sich im Juni an den Stammfuß zum Verpuppen zurückgezogen haben, beim Johannistrieb wieder erholen. Johannistrieb nennt man den zweiten Austrieb der Pflanzen.

Gespinstmotte

Die Schmetterlinge schlüpfen Anfang Juli. Die Entwicklung der Gespinstmotte kann bis zu zehn Jahre dauern. Der Klimawandel fördert aber die Voraussetzung für den Schädling, der Wärme liebt, dem aber etwas kältere Winter auch nichts ausmachen. Jedes Jahr entwickelt sich eine neue Generation Gespinstmotten. Die Gespinstmotte ist keine Gefahr für den Menschen.

Im Hoch- bis Spätsommer schlüpfen die Falter. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier ab – in Häufchen von etwa 50 Stück. Nach 3-4 Wochen schlüpfen die kleinen Räupchen. Man unterscheidet 5 Larvenstadien. Die Raupen überwintern im Larvenstadium 1 unter einem bräunlichen Schutzschild. Anfang Mai des nächsten Jahres verlassen die Junglarven dieses Schild und beginnen zu fressen.

In der Forstwirtschaft wird ein Yponomeuta-Befall, der wissenschaftliche Name der Gespinstmotte, deshalb als eine „harmlose, aber auffallende Erscheinung“ eingestuft. 

Infos aus Waldwissen

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet „Strümper Busch“.

Meerbusch

„Der Meerbusch,“ wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. „Bruch“ ist die Bezeichnung für „Feuchtgebiet“. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Meerbusch

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Meerbusch

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die „Tretminen“ der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Worringer Bruch

Worringer Bruch, linksrheinisch im Norden der Stadt Köln gelegen, ist die tiefste Stelle der Stadt. Nur 37,5 Meter über dem Meeresspiegel und deshalb auch immer abhängig vom Wasserstand des Rheins. Bei Hochwasser ist das Gebiet stets betroffen. Auch ein Grund dafür, dass das Feuchtgebiet auch im Hochsommer immer mit Wasser gesegnet ist.

Worringer Bruch
liebevoll bemalte Steine am Zugang zum Bruch

Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Auf unserer Rundwanderung tönte es aus vielen Vogelkehlen und wir waren glücklich den Pirol und den Kuckuck gehört zu haben, auch wenn es mir nicht gelang ein Foto dieser Vögel zu machen. Das viele Laub an den Bäumen macht es jetzt immer schwerer einen unserer gefiederten Freunde ablichten zu können.

Worringer Bruch
Feuchtgebiet im Worringer Bruch

Zunächst führt der Weg ein Stück durch das Feuchtgebiet. Die Blässhühner führen gerade ihre Jungen aus. Schließlich geht es an einem Feldweg entlang, der die landwirtschaftliche Fläche vom Wald mit wunderschönen, großen Schwarzpappeln trennt. Unterbrochen werden die Pappeln hin und wieder von Eschen und Ahorn. Wer möchte dehnt die Wanderung noch mit dem Abstecher in die Rheinaue aus. Der normale Rundweg beträgt knapp 5,5 Kilometer, mit dem Abstecher ungefähr 8 Kilometer.

Blässhühner

Beim Worringer Bruch handelt es sich um eine ehemalige Altarmschlinge des Rheins. Heute besteht die Region aus einem Auenwald mit stehenden Gewässern und Offenland.

Worringer Bruch

Auch in der Geschichte spielt Worringen eine gewichtige Rolle. Hier wurde 1288 in der Schlacht von Worringen der 6-jährige Krieg um die Limburger Erbfolge zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant entschieden. Zu den Siegern gehörte auch der Graf von Berg (Schloß Burg an der Wupper). Dieser erteilte nach dem Ende des Krieges Düsseldorf und Mülheim die Stadtrechte.

Worringer Bruch

Es entstand ein Handels – und Wirtschaftszentrum das in Konkurrenz zur Stadt Köln stand. So kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Düsseldorf und Köln, was sich anscheinend bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat, wie man es ja häufig im Karneval bestätigt bekommt.

Worringer Bruch
Worringer Bruch

Nester und Nestbau

Nester – unterschiedliche Nestbauweisen ermöglichen es den Vögeln alle Lebensräume zu besetzen. Nester findet man an den Steilküsten, an glatten Baumästen und schmalen Felsenbändern, am Boden, ind Mulden und auf den höchsten Wipfeln der Bäume.

Nester bieten Schutz vor der Unbill des Klimas und der Natur, vor Kälte und Hitze. Sie schützen vor Fressfeinden und sind der Mittelpunkt im Vogellebens.

Erst die „Erfindung“ des Nestes ermöglicht es, die Brut so lange betreuen zu können, bis diese ein selbständiges Leben führen kann.

Im Verlauf der Evolution veränderte sich die Bauweise, die Bauart und die Tarnung der Nester. Immer wieder haben sie sich den Faktoren der Umwelt anpassen müssen. Das führt zu ständig neuen Bauweisen und angepasstem Nistmaterial, teilweise mit schlimmen Folgen.

So ertranken junge Störche, weil die Eltern Plastikstücke als Nistmaterial mit einbauten. Das führte dazu, dass das einfallende Regenwasser nicht mehr ablief und die Tiere im Nest ertranken. Plastik aus den Meeren wird als Baumaterial bei Seevögeln benutzt und Haubentaucher bauten bereits Nester auf Plastiktüten.

Manche Vögel kämpfen regelrecht um Standorte und Material. Konkurrenzkämpfe finden statt.

Einige entwickeln Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr. Der Kleiber „verklebt“ das Einflugloch zu seiner Nisthöhle so weit, dass kein größerer Gegner mehr hineinpaßt.

Enten die ihr Gelege in Mulden am Boden errichten müssen sich andere Schutzmaßnahmen überlegen. Sie bespritzen ihr Gelege mit Kot um durch den üblen Geruch vom Nest abzulenken. Andere Vögel nutzen das Brüten in Kolonien, Gemeinsamkeit macht stark. Wieder andere Eltern „verleiten“ ihre Feinde indem sich sich in einiger Entfernung vom Nest lahm stellen.

Nester dienen den Vögeln aber nicht nur zur Aufzucht der Jungen. Sie sind Schlafstelle und Mittelpunkt im Sozialverhalten der Tiere.

Nester und Nestbau
Haubentaucher

Nester und Nestbau

Trauerschnäpper statten ihre Nisthöhle mit dürren Blättern, Farnblättern, Baumrinde und Flügelblättern vom Samen aus, bis eine gewisse Höhe erreicht ist. Auf diese Unterlage wird dann eine Mulde aus feinerem Material gebaut. Feine Wurzeln, Pflanzenfasern und Bast, gelegentlich auch Tierhaare werden benutzt. Wenn es während dieser Bauphase regnet wird das von den Vögeln sehr begrüßt, lässt sich doch dann das Baumaterial leichter verformen.

Forscher stellten fest, warum Stare als Nistmaterial gerne „Grünes“ benutzen. Mit dem grünen Material wollen sie das unverpaarte Weibchen anlocken.

Ein Henkelkorbnest bauen die Beutelmeisen. Ihre Nester gehören zu den beeindruckendsten der heimischen Vogelwelt. Den Standort des Nests wählt das Männchen aus und er beginnt auch mit dem Bau. Die Nester werden häufig in der Nähe der Altnester gebaut. Zu beginn der Brutsaison bauen manchmal auch beide Partner noch gemeinsam am Nest. Jahr für Jahr werden die gleichen Weiden oder Birken wie aus den Vorjahren genutzt.In einer Höhe zwischen 1 und 15 Metern wird das Nest angelegt.

Im Schilf oder über dem Wasser hängen die Nester niedriger. Je weiter die Jahreszeit voran schreitet, umso höher wird das Nest errichtet.

Die erste Bauphase erfasst die Seitenwicklung, aus der ein Ring gebaut wird. Nun entsteht eine Schaukel und anschließend ein Hängekorb. Danach wird im nächsten Bauabschnitt das Taschenstadium begonnen und endet schließlich im Endprodukt „Nest“ mit einer Röhre.

Das Material besteht aus Fasern von Hopfen und Brennnesseln, sowie Samenwolle der Pappeln und Weiden. Manchmal wird auch Baumaterial aus den alten Nestern genutzt.

Die Buchfinkin bestimmt über den Nistplatz. Sie entscheidet auch über den Brutplatz und über das Baumaterial. Die Finkin kommt mit dem Schnabel voller Baumaterial angeflogen und verharrt zunächst einige Meter vom Nest entfernt bevor sie hineinfliegt und das Nistmaterial ablegt. Mit erhobenem Kopf und Schwanz strampelt sie immer wieder mit den Beinen nach hinten und formt so die Nistmulde. Vierzig Prozent des Nistmaterials besteht aus Spinnweben, der Grundbau aus Moos und im weiteren Verlauf kommen noch Baumfasern, Holzspäne, Grasblätter und evtl. Schafwolle zum Einsatz.

Goldhähnchen Bauen Nester der Extraklasse. Die winzigen Vögel bauen ihre Nester in großer Höhe. Diese sind extrem gut getarnt. Die Nester gehören zu den bestisolierten und wärmsten der Vogelwelt. Das ist auch notwendig, weil die Nestlinge seht klein und kälteempfindlich sind. Die Nestmulde ist so dehnbar angelegt, dass sie sich immer der Größe der Nestlinge anpasst.

Sperlinge sind nicht wählerisch im Anlegen eines Nests und sehr unordentlich. Hat die Haussperlingsdame allerdings einen Partner der ihr häufig Federn bringt, dankt sie es dem fleißigen Federnsammler indem sie mehr Eier legt.

Haubentaucher bevorzugen für den Nestbau das Schilfröhricht. Sie bauen aber auch in Seebinsen und an Rohrkolbenbeständen. Auch an ins Wasser hängenden Sträucher und Bäume werden Nester angelegt. Beliebt sind auch Schwimmblattteppiche aus See- oder Teichrosen.

Da die Schwimmblattnester sich schnell zersetzen wird auch während der Brut ständig am Nest ausgebessert.

Auch für die Vögel gilt also der Sinnspruch „my home is my castle“.

teilweise Infos aus verschiedenen Heften von „der Falke“

Die Corona-Krise und die EU – Agrarpolitik

Die Corona-Krise gab Anlass zur Hoffnung auf eine Umkehr und Neugestaltung der Agrarpolitik, der Umweltpolitik und dem Naturschutz. Allen ist bewusst geworden das die Pandemie durch den achtlosen Umgang mit der Natur entstanden ist.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie empfindlich die so gepriesene Globalität bei einer Pandemie reagiert. Grenzen wurden geschlossen, Nahrungsketten und Lieferketten unterbrochen.

Nun hat die EU die Regelungen für die Förderung von Betrieben im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) neu zu regeln, weil die bisherige Vereinbarung Ende 2020 ausläuft.

Es bestand die Hoffnung das die EU Politiker den Mut zu einer Neuregelung im Sinne der Natur und der Gesundheit aufbringen würden und Verbesserungen in einer Übergangsverordnung einbringen. NABU und BirdLife hatten den EU Abgeordneten dazu Vorschläge unterbreitet.

Der Agrarausschuß reagierte allerding völlig anders auf die Corona-Krise. Er winkte einfach alle bisherigen Regelungen für zwei weitere Jahre durch.

Die Schäden für das Ökosystem gehen daher in Form von Insektensterben und dadurch bedingter wegfallender Bestäubung weiter. Die Bodenfruchtbarkeit wird weiter ungebremst zerstört. Agrarumweltmaßnahmen werden weitere zwei Jahre nur mit einem Bruchteil der Agrarsubventionen gefördert. Das Artensterben schreitet weiter voran und die Flächensubventionierung fördert weiter die Ungleichheit in der Landwirtschaft.

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen „u“ ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Hervester Bruch
Wasserbüffel
Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrinder
Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Hervester Bruch
Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Grauammer
Schnatterente
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Hervester Bruch
Hervester Bruch
Bachstelze

Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im „Feld“ bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff „Kämpe“ für das Wort „Feld“ steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der „Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Urdenbacher Kämpe3

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Urdenbacher Kämpe3

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Urdenbacher Kämpe3
Urdenbacher Kämpe3
Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie „meine Zeit ist der Sommer“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: “ So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön“.

Graureiher
Graureiher

Revanche

Die Revanche der Erde für die Vergehen an der Natur scheint gerade im großen Stil voran zu schreiten.

Die Häufigkeit von Epidemien und Pandemien steigt und geht mit Corvid-19 einem Höhepunkt entgegen. Entstanden durch den unkontrollierten Umgang mit Wildtieren und der Zerstörung der Umwelt. Die Erde scheint aber nicht nur Revanche an den Menschen zu nehmen.

Ein massenhaftes Sterben schreitet gerade von Rheinland Pfalz über Hessen und Thüringen bei den und anderen Singvögeln voran. Tausende Vögel sind der bisher unbekannten Infektionskrankheit zum Opfer gefallen. Bei den Blaumeisen hat das zur Folge das man bereits die Bestandsfrage stellt.

Ursache gefunden: siehe Nachtrag 1 – weiter unten im Text

Seit einigen Jahren greift das USUTU Virus bei den Amseln um sich. Jeden Sommer sterben unzählige Vögel an dem Virus, das sich von Jahr zu Jahr weiter in Richtung Norden ausbreitet. Von 2011 bis 2016 ging der Bestand an Amseln um 16 Prozent zurück. Neuerdings wurden bei Vögeln in sieben Fälle des West-Nil – Virus in Ostdeutschland entdeckt, das auch für den Menschen ansteckend ist.

Aus Asien kommt der Bsal-Pilz – auch Salamanderpest genannt. Von der Eifel über das Ruhrgebiet breitet sich die Pest aus und tötet unzählige Feuersalamander. Der Hautpilz droht den Bestand der Tiere zu vernichten.

Verheerenden Bränden in Australien, ausgelöst durch den voranschreitenden Klimawandel, fielen 1,25 Milliarden Tiere zum Opfer. Eine Fläche in der Größe von Österreich litt unter den schwersten Buschbränden die der Kontinent je erlebte. Tausende Koalas, Vögel, Kakadus und Kängurus verendeten in den Flammen. 30 Prozent der Koala Bestände sind verloren.

In den Regenwäldern des Amazonas vernichtet der Mensch die uralten Wälder. 9000 Brände wurden zum größten Teil von Menschen gelegt und breiteten sich durch die Trockenheit schnell aus. Es starben tausende Säugetiere, seltene Arten, Amphibien und Vögel. Das ist alles sicher nicht die Revanche der Erde an die tierischen Bewohner, es ist die Revanche an den Menschen, unter der nun als Folge auch die Tiere leiden müssen.

Um uns herum stirbt die Natur. Aus dem Blickwinkel geraten sind dabei die weiterhin existierende Schweinepest und die Vogelgrippe. Die Vernichtung der Ressourcen und die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sorgten für das große Insektensterben. Die Lebensgrundlage der Feldvögel wurde zerstört und 70 – 90 Prozent dieser Arten sind bereits verschwunden. Massenhafter Zufluß von Gülle, die über die Flüsse die Ostsee erreichen, sorgen dafür das ganze Bereiche der Ostsee bereits tot sind. Dort existiert kein Leben mehr.

Die Reihe der menschgemachten Zerstörungen kann noch lange fortgesetzt werden. Die Überfischung der Meere, die Massentierhaltung, Austrocknung der Moore zu Gunsten der Landwirtschaft, Vernichtung alter Wälder für die Holzwirtschaft und und und…

Gegen den Corona Virus wird durch Politik und Bevölkerung konsequent vorgegangen. Da wird sogar auf persönliche Freiheiten verzichtet, Bewegung eingeschränkt, auf Urlaubsreisen verzichtet. Plötzlich ist kaum noch ein Flugzeug am Himmel, wo sonst alle drei bis vier Minuten ein Flugzeug zu sehen war (Essen-Bredeney-Maschinen im Anflug oder Abflug von un nach Düsseldorf).

Werden wir uns künftig auch im Kampf für unser Klima, für die Umwelt und die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder so heftig einsetzen wie gegen das Virus? Geben wir der Erde künftig keinen Anlass mehr für eine Revanche ?

Nachtrag 1 zum Meisensterben – 21.04.2020der Erreger ist ein Bakterium mit dem Namen „Suttonella Ornithocola“. Erstmals 1996 in England und Wales aufgetreten, 2018 erstmals in NRW registriert. Eine Gefährdung für Menschen und andere Tiere besteht nichtDie befallenen Tiere erleiden eine Lungenentzündung und Darmerkrankungen. gem. niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Nachtrag 2April 2020 – Im Raum Basel fallen die Stadttauben vom Himmel. Auch Meisen, Enten und andere Vogelarten sterben. Als Ursache wurde die Taubenpest nachgewiesen.

Die ansteckende Krankheit verbreitet sich über die Schnabelöffnung, die Bindehaut, sowie Nasensekret und Augensekret.

Als Überträger kommen Insekten Nagetiere und auch der Mensch in Frage. Die Krankheit endet bei den Tieren fast immer mit dem Tod. Auch Menschen können sich infizieren. Symptome sind Grippeerscheinungen und Bindehautentzündungen.

Zu Beginn der Paramyxovirus-Infektion beim Vogel treten allgemeine Symptome wie Fieber, Schnupfen (Rhinitis), Bindehaut-Entzündungen und wässriger, grünlicher oder gelblicher Durchfall auf. Erkrankte Vögel wirken oft weggetreten, sind schläfrig und matt. Außerdem können Probleme beim Atmen auftreten.

Das Paramyxovirus breitet sich immer weiter im Körper des Vogels aus und befällt neben den Atemwegen auch den Verdauungstrakt, die Nieren und das zentrale Nervensystem. Die Blutgerinnung ist gestört. Dadurch entstehen kleine, punktförmige, mitunter aber auch großflächige Blutungen in den beteiligten Organen. Haben sich die Paramyxoviren im Nervensystem angesiedelt, treten Nervenstörungen auf: Der erkrankte Vogel hält zum Beispiel den Kopf schief, zittert, seine Flügel und Beine können gelähmt und die Stimme verändert sein (aus Tiermedizinportal)

Trumpismus

Trumpismus – eine Bezeichnung für die Politik eines egozentrischen Präsidenten der USA.

Eine der ersten Amtshandlungen des Präsidenten Trump war die Rücknahme der Gesundheitsreform, die sein Vorgänger Obama beschlossen hatte. Eine weitere Instanz die der „größte Präsident aller Zeiten“ auflöste war das Gremium, das eine Reaktion auf künftige Pandemien vorbereiten sollte.

Kein Wunder also das ihm jetzt seine Beschlüsse um die Ohren fliegen. Durch Corvid-19, der Epidemie, die er anfänglich mit einer normalen Grippe verglich, fielen bisher mehr als 36.000 Amerikaner zum Opfer. Mehr als 700.000 sind infiziert und mehr als 22 Millionen Menschen mussten sich innerhalb eines Monats arbeitslos melden. Die Arbeitslosigkeit steigt mit einer Rate von 3 % in der Woche.

Diese Arbeitslosen fallen in ein tiefes Loch. Nur während einer Berufstätigkeit stehen den Menschen Sozialleistungen und Sozialversicherung zu. Sie verlieren nicht nur ihr Einkommen, sondern auch die Gesundheitsversorgung und Kinderbetreuung. Für die Leistungen die ihnen während der Berufstätigkeit zustanden, müssen sie aber weiterhin bezahlen. Das Instrument der Kurzarbeit gibt es nicht, Armut ist nicht mehr aufzuhalten.

Den Unternehmern, in erster Linie den mittelständischen Unternehmen, bleibt keine andere Wahl als den Mitarbeitern zu kündigen. Die 1-wöchige Unterstützung für Betriebe und Menschen im Trumpismus hält nur sehr kurze Zeit an. Die meisten Betriebe geraten in die Insolvenz und bei einem Neubeginn nach der Krise haben sie mit Liquidität und Schulden zu kämpfen. Desweiteren haben die meisten Menschen dann bereits das Vertrauen in die Politik und in die Zukunft verloren. Der Mittelstand und die Arbeiterschaft fallen in die Armut.

Das Implodieren des Mittelstandes mit den Folgen des Vertrauensverlust in die Politik und der wirtschaftliche Untergang, wird ein Erstarken der Mittelschicht nach einem Ende der Krise verhindern. Der Trumpismus mit der mangelnden Reaktion in Krisenzeiten und der Kürzung der WHO Mittel hat als Ziel die Gewinnmaximierung der Monopolisten, die ein Wiedererstarken von Kleinbetrieben verhindern.

Die wachsende Verarmung der Bevölkerung führt zu Verunsicherung, Konkurrenzkampf und einem Anstieg des Denunziantentums. Selbst wenn Trump die nächste Wahl verliert, wird es schier unmöglich den sozialen Staat zu erneuern und ein Gesundheitssystem zu installieren, denn dafür müssten Steuern erhöht werden, was dem Großteil der Bevölkerung aber durch die entstandene Armut nicht mehr abzuverlangen ist.

Der Frust führt dann wiederum zu der Sehnsucht nach dem starken Staat, dem starken Mann, dem totalitären Staat.

Abschließend kann man sagen das der Trumpismus den reichen armen Staat geschaffen hat.

Zwillbrocker Venn

Zwillbrocker Venn – gelegen am Westrand des Münsterlandes, unmittelbar an der Niederländischen Grenze im Ortsteil Zwillbrock ist ein Teil der Gemeinde Vreden.

Die Tour startet an der Biologischen Station Zwillbrock. Hier ist der Zugang zum Rundweg um das Venn gut ausgeschildert. Gleich zu Beginn sehen wir die interessante Barockkirche St. Franziskus. Das Altarbild ist wie bei einer Theaterkulisse verschiebbar.

Der Weg durch das Zwillbrocker Venn liegt die meiste Zeit schön im Halbschatten. Zahlreiche Eichen und Birken säumen den Weg. Aus allen Ecken und Winkeln erschallt der Gesang der Vögel. Mehr als sechzig Vogelarten sind im Venn beheimatet.

Fitis

Zilpzalp, Fitis, Goldammer und viele andere Arten sind zu sehen und zu hören. Im Venn wurde ursprünglich Torf abgestochen. Später füllten sich die Senken mit Wasser. Heide, Stillgewässer , Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft. Die Flachgewässer sind der ideale Lebensraum für die Flamingos. Das Zwillbrocker Venn ist die einzige Stelle wo es in Deutschland frei lebende Flamingos gibt. Auch der blaue Moorfrosch ist im März/April mit seinem Balzruf zu hören. Dafür waren wir aber wohl zu spät dran.

Zwillbrocker Venn
Goldammer

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zunächst siedelten sich Chile Flamingos im Venn an. Schließlich folgten europäische Rosaflamingos. Heute sind 40 Flamingos im Venn und bis Ende Mai rechnet man mit etwa 50 Tieren. Die Jungvögel kommen im Mai / Juni zur Welt und kehren nach einigen Jahren wieder in ihr Brutgebiet zurück. Die Wintermonate verbringen die Flamingos am Ijsselmeer, im Rheindelta und am Veluwemeer in den Niederlanden.

Im Hintergrund sieht man riesige Lachmöwenkolonien. 5000 Brutpaare sollen hier heimisch sein.

Zwillbrocker Venn
Flamingos

Es war unser dritter Besuch im Zwillbrocker Venn. Bei unserem ersten Besuch 2017 waren noch deutlich weniger Flamingos zu sehen und der Besuch im Jahr 2019 blieb uns in schlechter Erinnerung. Es war damals sehr heiß und die Monate vorher waren von viel Trockenheit und Dürre geprägt. Das Venn hatte kein Wasser mehr. Wo sonst die Flamingos und Möwen zu sehen war, war nichts mehr. Zudem war es die Zeit des Eichenprozessionsspinner, überall standen Warnschilder und Eichen gibt es hier sehr viele. Man war also mehr auf den eigenen Schutz bedacht, als auf die Natur zu achten. Wir hatten schon Sorge das die Flamingos für immer wegbleiben würden.

Jetzt aber, Ostern 2020 war das Bild ein völlig anderes. Feuchte Wiesen in saftigem Grün, angenehme Temperaturen, der Gesang der Vögel und die Möwen und Flamingos auf den Gewässern waren eine helle Freude. So hat man auch gerne eine der Bänke in Anspruch genommen, einen kleinen Imbiss genossen und die Seele baumeln lassen.

Auch wenn die Beobachtungs- und Aussichtstürme wegen der Corona Krise geschlossen waren, konnte man an genügenden Stellen das Treiben auf dem Wasser beobachten.

Auf der Heimfahrt schwärmten wir noch von dem schönen Tag im Zwillbrocker Venn.

Graugänse
2019 – das ausgetrocknete Venn
Zwillbrocker Venn
2017 im Zwillbrocker Venn