Über ulikloes

Hobbyornithologe , Rentner und Vogel- und Tierfotografie. Eines meiner wichtigsten Anliegen ist es die Natur für unsere Kinder und Enkelkinder zu bewahren. Deshalb interessiere ich mich auch für den Klimawandel, Umweltschutz, Flora und Fauna

Gimpel

Gimpel, oder wissenschaftlicher Name Pyrrhula pyrrhula. Während die Jungvögel mit Insekten gefüttert werden, ernährt sich der Gimpel vegetarisch. Körner und Samen, die Knospen an Bäumen und Büschen, auch Beeren stehen auf seinem Speiseplan. Sein Aufenthaltsgebiet sind die Mischwälder, Parks und Gärten.

Gimpel

Die Bilder auf dieser Seite entstanden am Ostersonntag 2019 in unserem kleinen Garten hinter dem Haus. Weil die kleine Terrasse etwas tiefer gelegen ist, war ich sozusagen „Auge in Auge“ mit dem Dompfaff. Das Paar ließ sich durch meine Anwesenheit auch nicht stören und ich versuchte mich nicht zu bewegen, lediglich die Kamera mußte ab und an leicht und vorsichtig bewegt werden, denn es trennten uns kaum drei bis vier Meter.

Während Frau Dompfaff damit beschäftigt war das Nistmaterial zu sammeln, ließ Herr Dompfaff sein wachsames Auge umherschweifen um eventuelle Gefahren sofort zu signalisieren. Ich gehörte offensichtlich nicht dazu.

Der leuchtend rote Rumpf und die schwarze Kappe gaben dem Gimpel auch den volkstümlichen Namen „Dompfaff“, da er an das kirchliche Ornat eines Domherrn erinnert. Das Weibchen läßt sich gut vom Männchen unterscheiden. Im Gegensatz zu den leuchtenden Farben des Männchen, ist das Weibchen eher graubraun. Auffallend ist auch der weiße Bürzel.

Häufig hört man den lauteren Pfeifton der Gimpel. Er klingt traurig und erinnert an Wehmut. Dabei kann er auch anders singen. Jungen Gimpeln kann man sogar Lieder beibringen. Ein Grund, weshalb sie früher auch gerne gefangen und in Käfigen gehalten wurden. Als Fangmethode nutzte man die „Leimrute“. Der Gimpel gerät öfter in diese Falle als andere Singvögel. Eine Vogelfalle die auch heute noch in Südeuropa, Frankreich, Italien, Zypern und Spanien angewandt wird. Eine Rute, mit einer klebrigen, zähen Masse Vogelleim bestrichen, wird an Lock- oder Ködereinrichtungen angebracht. Der Vogel klebt dann daran fest und erleidet, wenn er nicht sofort befreit wird , einen grausamen Tod. Aber selbst wenn er noch lebend befreit wird, ist sein Schicksal zumeist besiegelt. Es sei denn sie werden von Mitgliedern des Kommitees gegen den Vogelmord befreit.

Der Dompfaff gilt auch als Vorgabe des Schimpfwortes „du Gimpel“. So nennt man einen Menschen der Jemandem leicht auf den Leim geht (Leimrute), oder als einfältig gilt.

Der zu den Finken gehörende Vogel baut sein Nest in Bäumen und Sträuchern. Das Gelege von bis zu sechs Jungen wird vom Weibchen alleine bebrütet. Sie wird in der Zeit vom Männchen mit Futter versorgt. Nach dem Schlupf werden die Jungen noch knapp drei Wochen im Nest von beiden Elternteilen gefüttert.

Leider werden Dompfaffe oder Gimpel noch immer lebend zum Verkauf angeboten, weil man ihnen Lieder beibringen will. Aber wer singt schon gerne hinter Gittern?

Ich habe leider kein Gedicht über diesen hübschen Vogel gefunden, deshalb habe ich mir selbst etwas einfallen lassen.

Wird wie ein Domherr gern benannt, wegen seines leuchtenden Gewand.

Auch die schwarze Kappe auf dem Kopf, erinnert an den Kirchenboß.

Das Männchen strahlt im Himmelsblau, Das Weibchen ist da eher grau.

Doch unzertrennlich ziehen Beide, am Himmel ihre Kreise

„Dompfaff“ ist ihm viel zu simpel, drum nennen wir ihn lieber „Gimpel“.

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Wolfsmanagement Sachsen – Anhalt

Sachsen Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert widerspricht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die die „Entnahme“ eines Wolfes vereinfachen, sprich den Abschuß erleichtern will.

Claudia Dalbert verbessert den Herdenschutz, indem dieser zu 100 Prozent erstattet wird. In der Vergangenheit wurden 80 Prozent erstattet. Die Erfahrungsberichte der Nutztierhalter mit effektivem Herdenschutz durch korrekte Schutzzäune und Schutzhunde zeigen das ein Zusammenleben Wolf – Mensch durchaus funktionieren kann, wenn man denn will und nicht auf die Lobyisten der Jagd- und Bauernverbände eingeht.

Gegner machen mobil

Schwerin und Dresden, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern drängen den Bundesrat erneut sich mit dem „Problemwolf“ zu beschäftigen, im Bewußtsein das es den „Problemwolf“ eigentlich nicht gibt, sondern sie selbst das „Problem“ sind. Entgegengesetzt der EU Bestimmungen soll der Abschuß von Wölfen erleichtert werden. Bei der „Existenzgefährdung“ wirtschaftlicher Nutztierhalter ( bei korrektem Herdenschutz kann es dazu nicht kommen, siehe weiter oben im Text ) und jetzt auch bei „erheblichen Schäden“ bei Nebenerwerbshaltern und Hobbyhaltern, soll der Abschuß erlaubt werden. Letzteres bietet die Möglichkeit jeden Wolf töten zu dürfen. Man braucht dem Wolf nur ein Tier anzubieten und schon ist das Problem „Wolf“ gelöst. Das getötete Tier bekommt der Hobbyhalter sicher von den „Großen“ ersetzt.

Die beiden Bundesländer stehen mit ihren Forderungen leider nicht alleine da. Sie werden von anderen Politikern in ihrem Ansinnen unterstützt. Als da wären an erster Stelle Landwirtschaftsministerin Klöckner, der niedersächsische Minister Lies und Jan Philipp Albrecht, Umweltminister in Schleswig Holstein. Baden Württembergs Umweltminister Franz Untersteller fordert die „Entnahme einzelner Wölfe“ zu erlauben. Es ist bisher ein einziger Wolf in Baden Württemberg als sesshaft registriert.

Das Märchen der unkontrollierten Vermehrung

Das die AfD geschlossen als Wolfsgegner auftritt, verwundert nicht wirklich. Sie sehen die Gefahr, daß die Populationsdichte in einigen Gebieten „mehr und mehr Wölfe zu einer artfremden Lebensweise veranlasst“.

Das die Population nicht unendlich steigt, zeigt das Land Sachsen. Hier gibt es 18 Territorien mit 18 Rudeln. Die Region ist die erste, die gesättigt ist. Es gibt keine neuen Bestände mehr. Wölfe verteidigen ihre Reviere gegen andere Wölfe. Bei den Kämpfen kann es zu derart heftigen Verletzungen kommen, dass ein Wolf getötet wird.

Seit 2000 wurden in Sachsen 85 Wölfe getötet. 56 davon kamen durch Verkehrsunfälle um. 8 wurden illegal getötet, bei 7 ist die Todesursache unklar und 12 starben durch natürliche Ursachen.

Netting – Netze gegen Nistbau

Netting -ist der Begriff für ein unglaubliches Vorgehen gegen die Vögel. Ausgerechnet aus England kommt diese Methode, wo gerade doch die Engländer mit großer Begeisterung das „Birding“ ,die Vogelbeobachtung, betreiben. Zu tausenden pilgern sie auf die Inseln um Vögel zu beobachten. Beliebt sind zum Beispiel die Insel Skomer an der Südspitze von Wales mit der benachbarten Insel Grassholm in der irischen See. Die Inselgruppe der Shetland Inseln bietet Raum für die Beobachtung von Seevögeln und Zugvögeln aus Amerika, Sibirien und Skandinavien.

Ganz im Gegensatz dazu findet das „Netting“ statt. Die Umspannung von Bäumen und Hecken, um das Nisten oder den Nistbau darin zu verhindern.

Der Naturforscher Chris Packham beschreibt dieses Vorgehen als „grauenhaft und als Antithese des Naturschutz.“ Wieso darf so etwas überhaupt gemacht werden? Die RSPB – Royal Society for the Protection of Birds – sagt dazu : es sei zwar verboten Nester zu zerstören, aber die Verhinderung des Nestbaus ist nicht gesetzlich verboten.

Der Sinn in der Verhinderung des Nestbau besteht darin, das Holz der Bäume und Hecken nutzen zu können und die Freiflächen dann bebauen zu können. So wurden beispielsweise in Guildford 11 Bäume bespannt um dort später 191 Wohnungen auf dem dann leeren Gelände bauen zu können.

Protestler binden grüne Bänder um Hecken und Bäume um gegen die „Nettingpraxis“ zu protestieren. In den letzten 50 Jahren verlor das Vereinigte Königreich 40 Millionen Vögel. Angesichts dieser Zahl wirkt die Verhinderung von Bruten geradezu grotesk.

infos aus mietspiegelnews.com

Vogeluhren – circadiane Uhr

Vogeluhren – ursprünglich dachte man das der Beginn des Vogelgesang im Zusammenhang mit dem Tageslicht beginnt.

Versuche in abgedunkelten Räumen haben jedoch ergeben das Vögel einen 24 Stunden Rhythmus nutzen. Eine Art innere Uhr. Diese Uhr ist allerdings nicht beständig. Bei manchen Vögeln schlägt sie schneller und die Aktivitäten beginnen früher. Bei manchen schlägt sie langsamer und die Aktivitäten verspäten sich. Man bezeichnet das als „circadiane Uhr“ = ungefähr – Tag .

Durch dies innere Uhr sind Vögel bereits auf den kommenden Tag vorbereitet. Der Hormonhaushalt und die Körpertemperatur sowie die Stimmung sind bereits „voreingestellt“ und der Vogel kann den Tagesablauf sofort aktiv beginnen.

Die circadiane Uhr ist der Wecker. Sonne, Temperatur und das Wetter stellen die Uhr ein. Sie sind die „Zeitgeber“ der Uhr. So können die Tiere sich perfekt auf den Tagesablauf mit seinen wechselnden Bedingungen einstimmen.

Umweltfaktoren und Lichtverhältnisse wirken sich auf die Vogeluhr aus. Es gibt Vögel die bereits vor der ersten Dämmerung singen, wie das Rotkehlchen, während andere erst viel später mit dem Gesang beginnen. Man vermutet, dass das mit den Tagesaktivitäten zusammenhängt. Außerdem stellte man fest das die Vögel der Dämmerung einen größeren Augendurchmesser haben. Zudem gibt es auch bei Vögeln den „Frühaufsteher“ und den „Langschläfer“.

Eine innere Uhr gibt es auch im Bezug auf das Jahr. Die Jahresuhr der Vögel. Der Verhaltensforscher Eberhard Gewinner stellte bei Versuchen mit mehreren Arten fest, dass bei stets gleich bleibenden Licht- und Temperaturverhältnissen , präzise Rhythmen für den Ablauf der Mauser und der „Zugunruhe“ eintreten. Es existiert also ein „circannualer Kalender“. Die Jahresuhr läuft allerdings schneller als das Kalenderjahr. Die Regulierung scheint durch die Länge des Tageslichts zu erfolgen. Weitere Faktoren können die Nahrungs- und Wetterbedingungen sein.

Globale Veränderungen der Umwelt und Klimabedingungen wirken sich auf die Zeitpläne der Vögel beim Zugverhalten aus. Sie bringen die Uhren durcheinander. Ein immer früher eintretender Frühling oder Herbst verändert die Reaktionen der Vögel unterschiedlich. Einige Arten ändern ihr Verhalten, andere tun das nicht. „Wettervögel“ können sich schneller an neue Bedingungen anpassen, als die Arten mit festen Zug- und Zeitprogrammen. Der Kuckuck kommt oft später als andere Zugvögel zurück. Diese wiederum sind heute bereits ein bis zwei Wochen früher zurück. So kommt es vor das er sein Kuckucksei in Nester ablegt, in denen die eigene Brut bereits soweit voraus ist, dass das Kuckucksei von der geschlüpften Brut aus dem Nest geworfen wird. Eigentlich hat der Kuckuck sich das genau andersherum vorgestellt.

Ein weiteres Problem ist die „Lichtverschmutzung“ der Städte. Diese verändert möglicherweise auch die Tages- und die Jahresuhr der Vögel. Man hat festgestellt, dass die Stadtamseln früher Brutbereit sind als ihre Artgenossen im Wald. Die Tiere sind also gezwungen ihre Zeitpläne so umzustellen, dass sie mit den vom Menschen geschaffenen Veränderungen leben könne. Hoffen wir das sie es schaffen.

Informationen aus „Schattenblick“ -Der Falke – Journal f. Vogelbeobachter. Dr. Barbara Helm – Ornithologin Max Planck Institut für Ornithologie

Eisvogel

Eisvogel – mit neunzig Stundenkilometer stürzt sich der etwa siebzehn Zentimeter große Vogel vom überhängenden Ast ins Wasser um kleine Fische, Krabben, Insekten und Kaulquappen zu erbeuten. Etwas in sich gekehrt hockt er am Fließgewässer oder am stehenden Wasser auf dem Stamm, fast könnte man meinen er hätte einen Buckel und lauert auf einen Fisch. Erst wenn er leicht mit dem Kopf nickt, wird es spannend. Dann hat er im Wasser eine Beute ausgemacht. Ist der Fang erfolgreich gewesen, schlägt er den Fisch auf dem Ast auf dem er sitzt bewußtlos. In der Saarner Aue, wo man ihn gut beobachten kann, hat er einen eigenen „Schlagast“, den er nur für diesen Zweck benutzt. Manchmal verspeist er ihn aber auch sofort.

Kaum ein anderer Vogel fasziniert die Menschen so wie der Eisvogel. Ein Objekt der Begierde für jeden Fotografen. Die auffallende, türkis bis dunkelblau schillernde Oberseite glitzert regelrecht in der Sonne, zumal wenn das Gefieder noch feucht ist. Die Unterseite ist orange braun. Beide Farben tarnen ihn sehr gut, einmal zum Wasser und einmal zum Baum hin.

Eisvogel
Eisvogel – Weibchen
Eisvogel
Eisvogel Männchen

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Man muß schon einen guten Blickwinkel haben, um zu erkennen, dass der Unterschnabel des Weibchen rot gefärbt ist. Beim Männchen ist der gesamte Schnabel schwarz.

Die Renaturisierung vieler Bäche und Flußläufe hilft den Bestand mindestens zu erhalten, oder leicht zu verbessern. Dennoch ist die Art noch zu schützen. Schwer wird es für den Eisvogel wenn die Winter starken Frost bringen und die Gewässer zufrieren.

Viele Tiere schaffen dann die Wintermonate nicht und verhungern. Seine Nisttunnel baut er im lehmigen Steilufer seines Reviers. Am Ende des Tunnels befindet sich die Brutkammer. In der Regel lebt der Vogel monogam. Es kann aber vorkommen, dass ein Männchen mehrere Nisttunnel versorgt. Sobald die Jungen, meistens sechs bis sieben Tiere, das Nest verlassen haben, wird die Höhle auch von den Altvögeln verlassen. Weil ihm die Reinigung nicht liegt, bleiben die Fischreste in der alten Röhre und verwittern. Das veranlaßt ihn dazu, immer wieder neue Tunnel zu bauen.

Die Steillage am Wasserlauf schützt den Eisvogel vor dem Zugriff von Marder oder Fuchs.

Eisvogel
links Weibchen (roter Unterschnabel) – rechts Männchen (schwarzer Unterschnabel)

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Der Eisvogel auf dem Aste sitzt, das Vogelkleid in der Sonne blitzt . Nichts ahnend im Wasser der Stichling schwimmt, der blaue Vogel sich vom Ansitz schwingt.

Stürzt sich hinein ins kühle Naß, der Stichling hat nicht aufgepasst. Dem Eisvogel ist die Jagd gelungen, der Stichling wird ganz schnell verschlungen.

von mir…..

Rinderbach Wanderung

Rinderbach ist der Name des knapp 20 Kilometer langen Nebenfluß der Ruhr. Er verbindet die Städte Velbert und Essen-Kettwig.

Nach einer längeren Phase schlechten Wetters haben wir jetzt ideale Voraussetzungen für eine schöne Wanderung. Bei angenehmen 17 Grad machen wir uns auf den knapp 7 Kilometer langen Weg.

Wir überqueren eine kleine Brücke über den Rinderbach und verweilen einen Moment. Überall zwitschert es aus den Büschen und Bäumen. Das Plätschern des schnell dahin fließenden Flusses klingt wie Musik. Fast so wie dieses Plätschern, nur leiser, klingt das Intermezzo das die Mönchsgrasmücke gerade hören läßt, die nicht weit weg auf einem Busch sitzt. Dann legt sie los. Mit einer Stimmgewalt die man dem kleinen Vogel kaum zutraut. Der Körper vibriert leicht und die Kehlfedern sind gesträubt, weil sie so kräftige Strophen erklingen läßt.

Rinderbach
Mönchsgrasmücke beim Gesang

Der Weg führt nun leicht bergan, vorbei am Waldmuseum im ehemalige Wasserwerk Heiligenhaus, ins Vogelsangtal. Der Waldboden blüht in allen Farben. Das Wiesenschaumkraut leuchtet zart violett in der Sonne. Wer versuchen sollte die Blüte zu essen, wird einen kresseähnlichen Geschmack feststellen. Das Wiesenschaumkraut wird auch als Gewürz genutzt

Rinderbach
Wiesenschaumkraut

Gleich am Wegesrand wächst das winterharte Pfaffenhütchen. Man kennt es auch als Spindlerstrauch. Die Pflanze wurde zwar als Giftpflanze des Jahres 2006 gewählt, ist aber eine begehrte Nahrungsquelle für Insekten und Fliegen, die gerne ihren Nektar aufnehmen.

Pfaffenhütchen

Als Blume der Liebe verehrten die alten Griechen das März-Veilchen, das man auch als Duftveilchen kennt. Es wächst im Halbschatten der Büsche und Sträucher. In Wien wurde mit der Sichtung der ersten Duftveilchen der Beginn des Frühlings gefeiert.

Duftveilchen oder März – Veilchen

Wir nähern uns dem Cafe Herberge, einem Bauernhof mit einem schönen Hof Cafe. Gelegen im Talgrund, unmittelbar am Rinderbac,h ist es hier idyllisch schön. Aus den Hecken zwitschern die Haussperlinge, die immer wieder unruhig hinein und hinausfliegen.

Rinderbach
Haussperling weiblich

Wir sind zu früh, noch ist das Cafe geschlossen und so gehen wir weiter unseres Weges. Jemand hat am Weg einige Kunstwerke hinterlassen und der Witterung freigegeben.

Kunst am Waldesrand
Kunst am Waldesrand

An der kleinen Böschung die zum Wald hinführt wächst das „kleine Immergrün“, das allerdings hier nicht grün, sondern hellblau ist. Insekten nutzen den klebrigen Rand unterhalb der Fruchtblätter um ihren Rüssel daran zu beschmieren. So können sie mehr vom begehrten Nektar aufnehmen. Weil alle Teile der Pflanze giftig sind, wurde ihre Nutzung als Heilmittel untersagt.

Rinderbach
kleines Immergrün

Für ein gutes Stück geht es nun steil bergan und oben angelangt befinden wir uns an Pferdeweiden auf denen Kaltblütler grasen. Meine Frau mag diese Pferde so sehr, wegen der Puschel an den Hufen.

Kaltblütler

Über offenes Feld geht es nun an einem Bauernhof und einem Hundedressurplatz vorbei. Bevor der Weg wieder hinunter ins Tal führt, höre und sehe ich auf einem Baum, genau auf einer unbewachsenen Astspitze einen Grünspecht. Ich versuche mich etwas näher heranzupirschen um ihn aufs Bild zu bekommen.

Rinderbach
Grünspecht

Schließlich erreichen wir unseren Ausgangspunkt. Wir machen noch die kleine Runde um den Abtsküchensee und bemerken eine Stockente mit ihren sieben Jungen, die vor einem Blässhuhn an Land flüchtet, um ihre Jungen zu beschützen.

Auf einem Baumstamm im See sonnen sich Rotwangen – Schmuckschildkröten, die irgendwann einmal ausgesetzt wurden. Die milden Winter haben es ermöglicht das die Schildkröte, die eigentlich aus Amerika stammt, hier überleben und sich offensichtlich auch vermehren konnte.

Rotwangen Schmuckschildkröten

Zufrieden mit einer Wanderung die uns herrliche Ansichten und Aussichten geboten hat, kehren wir zum Auto zurück um die Heimfahrt anzutreten.

Vogelschutzrichtlinie

Vogelschutzrichtlinie der EU feiert 40. Geburtstag. Wirklich ein Grund zum Feiern? Immerhin sind die Bestände in vielen Fällen rückläufig bis alarmierend.

Die EU Vogelrichtlinie die am 02.April 1979 beschlossen wurde verpflichtet die Mitglieder der EU einen günstigen Erhaltungszustand der Vögel in Europa zu erreichen. Die Lebensräume der Vögel sollen geschützt werden. Die entsprechenden Arten sind im Anhang 1 der EU Richtlinie festgehalten. Es handelt sich um Arten die damals besonders bedroht waren. Es wurden rechtliche Grundlagen geschaffen die den Schutz gewährleisten sollen.

Die Frage muß aber gestellt werden, ob die Vorschriften auch eingehalten werden. Angesichts Tausender getöteter Zugvögel in Südeuropa kommen mir da Zweifel. Fakt ist das es in den entsprechenden Regionen wo die Vogeljagd, wenn auch illegal, noch stattfindet, die gesetzgebende und ausführende Gewalt nur halbherzig gegen die Wilderer vorgehen. Tierschützer die nach Südeuropa reisen um die Zugvögel zu schützen, indem sie die Fallen und die Wilderer ausfindig machen und anzeigen, finden nur wenig Unterstützung und werden sogar körperlich attackiert.

Überhaupt haben sich einige Länder, wie auch die BRD, schwer getan die gesetzten Ziele einzuhalten. Laut dem Vogelschutzexperten des NABU Lars Lachmann wurde in Deutschland ein einigermaßen vollständiges Vogelschutzgebietnetz erst 2009 erreicht. Also 30 Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie, obwohl das Ziel bereits zwei Jahre nach 1979 erreicht sein sollte.

Vogelschutzrichtlinie – Bestände erholen sich

Da gibt es noch einiges zu tun. Richtig ist aber auch das die Bestände der im Anhang 1 aufgeführten Arten sich tatsächlich erholen. Die Populationen der Kraniche, Wanderfalken, Schwarzstörche und Seeadler sind deutlich im Aufwind.

Das Problem der EU Richtlinie besteht darin das die Vögel der Agrarlandschaften nicht in den Schutz einfließen. Hier sind die Verluste besonders dramatisch. Rückgänge über 50 Prozent geben allen Anlaß zur Sorge.

Problem Feldvögel – Rückgang über 50 Prozent

Die intensive Landwirtschaft nimmt diesen Vögeln den Lebensraum und die Grundlage ihrer Existenz, die Insekten. Wo keine Nahrung mehr vorhanden ist, schwinden auch die Arten. Kiebitz und Feldlerche brauchen zwingend Insekten um zu überleben. Es muß also neben der EU Vogelschutzrichtlinie Maßnahmen für eine nachhaltige, umweltschonende Agrarpolitik geben. Leider sind hier die Lobbyisten offensichtlich noch zu stark in der europäischen und nationalen Politik aktiv. Subventionen und Zahlungen müssen vermehrt anstatt in die Intensivierung von Nutzungsflächen, an die Landwirte gezahlt werden, die sich für die Biodiversität und für den biologischen Anbau einsetzen. Es ist bereits später als fünf vor zwölf.

Es gilt jetzt den Lebensraum für unsere Feldvögel zurück zu gewinnen, wenn wir diese Arten nicht verlieren wollen.

Rodewaldrudel

Rodewaldrudel – Abschussgenehmigung wurde vom Umweltminister Lies – Niedersachsen gesetzeswidrig verlängert. Wolfsschutz-Deutschland hat sich im Gebiet des Rudels umgesehen.

Die Ergebnisse sprechen Bände. Eine ganze Region scheint in eine Art Hysterie gefallen zu sein. Die Horrormeldungen über die „Untaten“ des Wolfsrudels zeigen offenbar Wirkung. Fakt ist allerdings dass die meisten Meldungen falsch wiedergegeben wurden.

Nicht der Wolf ist das Problem, sondern Problempolitiker und Problembauern mit Problemzäunen.

Für das Umweltministerium unter Herrn Lies scheint es außer dem Wolf kein wichtigeres Thema zu geben. Obwohl Niedersachsen ein Gülleproblem durch Massentierhaltung hat.

Das Rodewalder Rudel besteht aus dem Rüden „Roddy“ , dem Weibchen“Lichta“ und dem einjährigen Wolfswelpen „Grindi“. Die jetzt verlängerte Abschußgenehmigung fällt in die Zeit, wo die Wölfin höchst wahrscheinlich tragend ist.

Der entstandene Schaden durch Risse liegt bei etwa 2000 €, die Kosten für die bisher erfolglose Jagd überschreiten diesen Betrag bei weitem.

Die Sichtungen der Wolfsschützer in der Region Steimke – lichtenmoor ergaben hunderte kleine, mobile Ansitze und zahlreiche Wildkameras.

Bis auf einen Zaun boten alle vorgefundenen Zäune keinen Schutz vor Hunden, Wölfen oder Füchsen. In Niedersachsen sind die Risszahlen mit vorschriftsmäßigen Schutzzäunen rückläufig.

Bilder der „Schutzzäune“ die die Wolfsschützer vorfanden kann man auf ihrer Webseite sehen . https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/04/02/grosser-faktencheck-mit-zaunkontrolle-in-niedersachsen-im-gebiet-des-rodewaldrudels/

Der Protest gegen Umweltminister Lies ist durch die ungesetzliche Abschussverlängerung berechtigt. Er muss zurücktreten.

Zilpzalp

Zilpzalp – so lautet auch der Ruf dieses etwa elf Zentimeter großen Vögelchens. Das ist auch der volkstümlichen Name, der sich gegenüber dem Namen Weidenlaubsänger durchgesetzt hat. Es gibt auch noch andere Namen wie Erdzeisig, Weidenzweisig, Wüstling oder Finderling.

Zilpzalp

Seine bevorzugten Wohngebiete sind waldreiche Regionen mit viel Unterwuchs und Auenwälder. Die Vorkommen gehen bis in die Berge, solange noch Baumbewuchs besteht. Es ist ein emsiger Vogel, der ständig unterwegs ist. Ein auffallendes Merkmal sind die zuckenden Bewegungen mit dem Schwanz und den Flügeln.

Die Nahrung besteht aus Insekten und Spinnen und Schnecken. Er sucht gerne ab der Baummitte bis in den Baumwipfel nach Nahrung.

Das Weibchen wählt das Nest aus. Dieses, in der Regel unordentliche Nest, befindet sich in 10 – 40 Zentimeter Höhe und ist kugelförmig, mit einem Seiteneingang gebaut.

Zilpzalpe leben monogam. Häufig ist aber auch die Lebensform Bigynie – bedeutet ein Männchen mit zwei Weibchen. Die Brut beginnt Mitte bis Ende April. Häufig folgt eine Zweitbrut im Jahr. Er gehört zu den 10 häufigst vorkommenden Arten.

Der Zilpzalp ist ein Kurz- oder Langstreckenzieher. Die Vögel Mitteleuropas ziehen in die Mittelmeerregion, aber auch bis zur Sahara.

Oft wir der Zilpzalp mit dem Fitis verwechselt. Deshalb gehört er auch zu den Zwillingsarten .Unterschiede sind in der Beinfarbe zu erkennen. Beim Zilpzalp sind die Beine dunkelbraun bis schwarz, beim Fitis hellbraun bis graugelb. Auch der Überaugenstreif ist beim Fitis deutlich gelber. Das Federkleid des Zilpzalp ist bis auf die schmutzig weiße Kehle und die ebenso gefärbte Körperunterseite, graubraun bis graugrün.

Der deutlichste Unterschied ist aber der Gesang. Dem eintönigen „Zilpzalp“ steht der Gesang des Fitis gegenüber, der an den des Buchfinks erinnert.

Josef Guggenmoos schrieb ein Gedicht darüber:

Zilpzalp

Wer im Wald spazieren geht, hört, wie es lustig klingt, wenn der Vogel Zilpzalp „zilpzalp zilpzalp zilpzalp“ singt.

Der Zilpzalp kann kein „zizidä“ doch „zilpzalp“ kann er gut. Darum singt der Zilpzalp „zilpzalp“ in seinem Übermut.

Rotkehlchen

Erithacus rubecula          

Rotkehlchen – neulich konnte ich erstmals den Bettelruf des Weibchen verfolgen. Das Weibchen sitzt in meinem Fall auf einem Busch und fordert das Männchen auf. Dieses fliegt in mein Futterhaus, schnappt sich ein Korn und fliegt zum Weibchen um es zu füttern.

Rotkehlchen

Schon vorher haben die beiden Vögel sich kennengelernt. Allerdings pflegen sie nur eine lockere Beziehung. Oft geht jeder seinen eigenen Weg. Das ändert sich jetzt. Hat das Weibchen das angebotene Futter angenommen, ist die Beziehung besiegelt. Von jetzt an gehen sie ihren Weg gemeinsam. Man könnte das mit dem Ringtausch bei der Trauung des Menschen vergleichen.

Die Vögel führen zur Verteidigung ihrer Reviere heftige Kämpfe aus. Dabei versuchen sie dem Gegner die Augen auszustechen. Die Kämpfe können bis zu eine halben Stunde dauern und können tödlich enden.

Rotkehlchen

Das Nest wird am Boden alleine vom Weibchen gebaut. Auch die Brut übernimmt das Weibchen, wird aber bei  der Fütterung vom Männchen unterstützt. Die leeren Schalen der Eier bringen die klugen Vögel an einen anderen Ort, damit das Nest nicht auffällt. Auch der Kot wird regelmäßig entfernt. Die Brut dauert etwa fünf Wochen. Falls nötig brüten sie auch noch weitere 15 Tage.

Die Stimme des Singvogels hört man über das ganze Jahr. Die Rotkehlchen, die wir im Winter sehen, sind oft andere als die im Sommer. Unsere Sommer- Kehlchen fliegen nämlich im Winter in den Mittelmeerraum, während die aus dem Norden bei uns überwintern.

Der liebliche Gesang des Vogels ist so vielfältig das es keine Merkverse im Buch von Klaus Philipp „Vogelstimmen“ dazu gibt. Bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang beginnt das Rotkehlchen mit dem Gesang.

Rotkehlchen

Wenn  man den Vogel  näher betrachten will, braucht man nur den Boden aufzuharken und es tippelt schön hinterher, in der Hoffnung einen dicken Wurm zu ergattern.

In den Sommermonaten besteht die Nahrung aus Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und Larven. Man hat sogar schon beobachtet, dass Rotkehlchen Wasserinsekten und kleine Fische verzeheren. In der Art eines Eisvogels stürzen sie sich dabei ins Wasser.

Im Winter nehmen sie auch die Futterstellen mit Sämereien oder Haferflocken an. Der Vogel ist an den Menschen gewöhnt und kommt sogar bis auf die Hand.

Rotkehlchen lieben die Nähe großer Tiere, da diese mit den schweren Füssen viel Staub und damit auch Insekten aufwirbeln.

Rotkehlchen (Wilhelm Busch)

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, 
wipp, wipp, 
hat sich ein Beerlein abgezupft, 
knipp, knipp, 
läßt sich zum klaren Bach hernieder, 
tunkt’s Schnäblein ein und hebt es wieder, 
stipp, stipp, stipp, stipp, 
und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piepst 
ganz allerliebst, 
zipp,zipp, zipp, zipp, tirili, 
sich seine Abendmelodie, 
steckt’s Köpfchen dann ins Federkleid 
und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch (1832-1908)