Bildnachweis: Einweisung in den Obstbaumschnitt/Gregor Alms Streuobstwiese/Gregor Alms

Aktionstag in der NABU-Naturarena

Aktionstag in der NABU-Naturarena – Praxisunterricht unter freiem Himmel

An einem hoffentlich sonnigen Frühlingstag verwandelt sich am Samstag den 21. März 2026 von 09:30 Uhr bis 15.:00 die NABU-Naturarena im Kreis Wesel, auf dem Mars, in ein lebendiges Freiluft-Klassenzimmer. Beim Aktionstag des Naturschutzbundes Deutschland treffen sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um praktische Einblicke in den fachgerechten Obstbaumschnitt zu erhalten – eine wichtige Grundlage für den Erhalt traditioneller Streuobstwiesen.

Lernen direkt am Baum

Statt trockener Theorie steht an diesem Tag die Praxis im Mittelpunkt. Unter fachkundiger Anleitung wird direkt am jungen Obstbaum gezeigt, worauf es beim richtigen Schnitt ankommt. Die Teilnehmenden können beobachten, wie einzelne Äste ausgewählt und entfernt werden, damit der Baum gesund wächst und später eine stabile Krone entwickelt.

Gerade bei jungen Obstbäumen ist der Erziehungsschnitt entscheidend. Er bestimmt, wie sich die Krone in den kommenden Jahren aufbaut und ob der Baum langfristig vital bleibt. Durch das gezielte Entfernen einzelner Triebe wird nicht nur das Wachstum gesteuert – auch Licht und Luft gelangen besser in die Baumkrone.

Streuobstwiesen – wertvolle Lebensräume

Solche Pflegemaßnahmen sind weit mehr als reine Gartenarbeit. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. In alten Obstbäumen finden Vögel, Insekten und Kleinsäuger zahlreiche Nist- und Rückzugsorte.

Für Naturbeobachter – und besonders für Vogelfreunde – sind diese Landschaften von unschätzbarem Wert. Höhlenbrüter wie Steinkauz, Star oder Gartenrotschwanz profitieren ebenso von den alten Bäumen wie viele Insektenarten, die wiederum Nahrung für zahlreiche Vogelarten darstellen.

Naturschutz zum Mitmachen

Der Aktionstag zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz ganz praktisch funktionieren kann:
Menschen lernen gemeinsam, wie man Landschaften pflegt und gleichzeitig Lebensräume erhält.

Solche Veranstaltungen haben noch einen weiteren Effekt – sie bringen Menschen zusammen, die sich für Natur und Umwelt engagieren möchten. Gerade junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer können dabei erleben, dass Naturschutz nicht nur aus Regeln besteht, sondern aus aktiver Arbeit draußen in der Natur.

Ein Tag mit nachhaltiger Wirkung – Aktionstag in der NABU-Naturarena

Am Ende des Aktionstages wurden nicht nur mehrere Obstbäume fachgerecht geschnitten – auch das Wissen der Teilnehmenden ist gewachsen. Jeder einzelne von ihnen kann das Gelernte künftig im eigenen Garten oder bei weiteren Naturschutzaktionen anwenden.

Damit leistet der Aktionstag einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt.


Quelle: Pressemitteilung „Aktionstag in der NABU-Naturarena“, NABU-Kreisverband Wesel, 16.03.2026

Aktionstag in der NABU-Naturarena

Bildnachweis: Einweisung in den Obstbaumschnitt/Gregor Alms

                                 

📦 Infobox: Warum Streuobstwiesen so wichtig sind

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas.

  • In einer einzigen Streuobstwiese können über 5.000 Tier- und Pflanzenarten vorkommen.
  • Alte Obstbäume bieten Höhlen für Vögel wie Star, Steinkauz oder Gartenrotschwanz.
  • Blütenreiche Wiesen sind ein Paradies für Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer.
  • Auch Igel, Fledermäuse und Eidechsen finden hier Nahrung und Unterschlupf.
  • Der fachgerechte Obstbaumschnitt sorgt dafür, dass die Bäume gesund bleiben und viele Jahrzehnte alt werden können.

👉 Ohne Pflege würden viele dieser wertvollen Lebensräume verschwinden.

🐦 Infobox: Vögel der Streuobstwiese

Streuobstwiesen sind für viele Vogelarten ein idealer Lebensraum. Alte Obstbäume mit Höhlen, offene Wiesenflächen und ein reiches Angebot an Insekten schaffen perfekte Bedingungen für Brut und Nahrungssuche.

Typische Vogelarten auf Streuobstwiesen:

  • Star – nutzt Baumhöhlen alter Obstbäume als Brutplatz und ernährt sich von Insekten, Würmern und Beeren.
  • Gartenrotschwanz – ein typischer Bewohner traditioneller Obstgärten; er brütet gern in natürlichen Höhlen oder Nistkästen.
  • Steinkauz – eine seltene Eulenart, die besonders stark mit Streuobstwiesen verbunden ist. Alte Bäume dienen ihm als Brut- und Ansitzplätze.
  • Buntspecht – zimmert Bruthöhlen in alte Bäume, die später auch von anderen Vogelarten genutzt werden.
  • Wendehals – ein eher heimlicher Spechtverwandter, der vor allem Ameisen frisst und offene Wiesenflächen liebt.
  • Grünspecht – sucht auf den Wiesen nach Ameisen und profitiert von extensiv bewirtschafteten Flächen.

👉 Für Vogelbeobachter sind Streuobstwiesen deshalb besonders spannend:
Je älter und strukturreicher eine Obstwiese ist, desto größer ist meist auch ihre Vogelvielfalt.

💡 Tipp für Naturfreunde:
Wer eine Streuobstwiese besucht, sollte besonders in den Morgenstunden die Augen offenhalten. Dann sind viele Vögel aktiv, und mit etwas Geduld lassen sich oft spannende Beobachtungen machen – vom trommelnden Buntspecht bis zum melodisch singenden Gartenrotschwanz.


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